Intersektionale bzw postmoderne Theorien und die „kritische Masse“

Gestern kam mir dieser Tweet in die Timeline bei Twitter:

Damit wird (vermutlich) auf Rezo bezug genommen und auf die sog. „Call Out Culture„, also den Umstand, dass es in den intersektionalen bzw postmodernen Theorien ein „Race to the Bottom“ oder „Unterbietungswettlauf“ gibt, bei dem jeder noch etwas korrekter sein will und niemand Fünf gerade lassen sein kann, weil alles kritisiert werden muss, damit die Welt besser wird (und man selbst dieses Hochgefühl hat besser als der andere zu sein).

Ich bin davon überzeugt, dass eine Gruppe von SJWs wenig zustande bekommt, sofern sie etwas konstruktives machen muss und nicht nur über andere ablästern kann und rein theoretisch bleiben kann.
Andererseits haben SJWs oder die „PoMo-Bubble“ ja auch einiges an Einfluss gerade in den Medien und in der Politik gewonnen. Da scheinen sie sich durchaus ausbreiten zu können. Sie haben es aber auch nicht geschafft, dort eigene Parteien zu gründen, was ja eigentlich ideal für ihren Fanatismus wäre und die Parteien, die sie umfassender „erobert“ haben, wie etwa die Piratenpartei sind daran auch zugrunde gegangen. Bei den Gründen scheint eine „Realofraktion“ ein passendes Gegengewicht zu sein, bei den Linken übernehmen diese Rolle „Klassische Linke“.

Was mich zu der Theorie bringt, dass solche Theorien bei praktischer Arbeit, die sich nicht nur an den „Feindgruppen“ (weiße, Männer, Heterosexuelle, Cis) aufreiben kann, eine gewisse „Kritische Masse“ haben, bei deren Erreichen ein vernünftiges Arbeiten nicht mehr wirklich möglich ist, weil die Fanatiker sich zu stark an den übrigen Personen reiben oder mangels dieser an sich selbst.

Es wäre interessant, dass näher zu untersuchen. Es könnte erklären, warum sie in vergleichsweise kleiner Zahl in den verschiedenen Gruppierungen auftreten und in „unpraktischeren Bereichen“ wie Journalismus zahlreicher.

 

7 Gedanken zu “Intersektionale bzw postmoderne Theorien und die „kritische Masse“

  1. Klingt wie Wein. Die Hefe frisst so lange Zucker, erzeugt Alkohol, und vermehrt sich bis entweder kein Zucker mehr da ist oder sie soviel Alkohol erzeugt hat, dass sie selbst nicht mehr in der Flüssigkeit leben können.

    Das Endprodukt ist dann hefenfrei. Und – zumindest für Hefe – toxisch. Haha.

    • Das ist ein hervorragender Vergleich. Leider ist die postmoderne Dystopie für die anderen nicht ganz so schmackhaft… Aber immerhin bekommt man schon während der Herstellung einen Kater. Das ist definitiv eine Neuerung!

  2. Da passt die neue SPD-Quotenfrau-Vorsitzende Frau Esken. Die schrieb im Oktober bei Twitter zu einer Veranstaltung: „Es gibt zwölf Redner, elf davon sind weiße Männer. Wir haben noch einen weiten Weg zu gehen…“
    Dieser weite Weg der SPD wird vielleicht ähnlich sein wie der der Piraten, nur länger und qualvoller?

    • Verstehe hier auch nicht ganz die Abgrenzung zwischen SJWs und dem Gerede von weißen Männern, Gendersprech, Frauenquoten etc. welches in allen relevanten linken Parteien fest verankert ist zum Teil und selbst darüber hinaus Zuspruch erhält.
      Und: wie stellt sich denn das Gegenwicht von „Realo“ linken Politikern dar? Deren Kritik stellt hauptsächlich, wenn nicht gar völlig, nach meinem Eindruck auf strategischen Überlegungen ab, „Die Leute haben andere Probleme“ etc. das geht doch aber gar nicht an die Substanz.

    • Die SPD hat das Senowab (entfernter Verwandter des Thermomix oder so ähnlich) zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Das Gesülze des einen Teils des Senowab ist an Dummheit wie Du richtig bemerkt hast nicht zu überbieten, das Senowab insgesamt weiß allerdings nicht einmal, dass es einen alten römischen Rechtsgrundsatz gibt, der da heißt: pacta sunt servanta, wie soll da der Rechtsstaat, der doch schon seit geraumer Zeit in Schieflage ist wieder genesen, wie soll das mit Leuten vom Schlage Senowabs gehen? Deshalb vermute ich, wird es kein weiter Weg, vielmehr ist die SPD im Würgegriff verantwortungsloser Gesinnungsethiker in fast allen politischen Fragen und bereits auf dem letzten Kilometer.

  3. Ich bin davon überzeugt, dass eine Gruppe von SJWs wenig zustande bekommt, sofern sie etwas konstruktives machen muss und nicht nur über andere ablästern kann und rein theoretisch bleiben kann.
    Andererseits haben SJWs oder die „PoMo-Bubble“ ja auch einiges an Einfluss gerade in den Medien und in der Politik gewonnen. Da scheinen sie sich durchaus ausbreiten zu können.

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