Intersektionale bzw postmoderne Theorien und die „kritische Masse“

Gestern kam mir dieser Tweet in die Timeline bei Twitter:

Damit wird (vermutlich) auf Rezo bezug genommen und auf die sog. „Call Out Culture„, also den Umstand, dass es in den intersektionalen bzw postmodernen Theorien ein „Race to the Bottom“ oder „Unterbietungswettlauf“ gibt, bei dem jeder noch etwas korrekter sein will und niemand Fünf gerade lassen sein kann, weil alles kritisiert werden muss, damit die Welt besser wird (und man selbst dieses Hochgefühl hat besser als der andere zu sein).

Ich bin davon überzeugt, dass eine Gruppe von SJWs wenig zustande bekommt, sofern sie etwas konstruktives machen muss und nicht nur über andere ablästern kann und rein theoretisch bleiben kann.
Andererseits haben SJWs oder die „PoMo-Bubble“ ja auch einiges an Einfluss gerade in den Medien und in der Politik gewonnen. Da scheinen sie sich durchaus ausbreiten zu können. Sie haben es aber auch nicht geschafft, dort eigene Parteien zu gründen, was ja eigentlich ideal für ihren Fanatismus wäre und die Parteien, die sie umfassender „erobert“ haben, wie etwa die Piratenpartei sind daran auch zugrunde gegangen. Bei den Gründen scheint eine „Realofraktion“ ein passendes Gegengewicht zu sein, bei den Linken übernehmen diese Rolle „Klassische Linke“.

Was mich zu der Theorie bringt, dass solche Theorien bei praktischer Arbeit, die sich nicht nur an den „Feindgruppen“ (weiße, Männer, Heterosexuelle, Cis) aufreiben kann, eine gewisse „Kritische Masse“ haben, bei deren Erreichen ein vernünftiges Arbeiten nicht mehr wirklich möglich ist, weil die Fanatiker sich zu stark an den übrigen Personen reiben oder mangels dieser an sich selbst.

Es wäre interessant, dass näher zu untersuchen. Es könnte erklären, warum sie in vergleichsweise kleiner Zahl in den verschiedenen Gruppierungen auftreten und in „unpraktischeren Bereichen“ wie Journalismus zahlreicher.