Buchempfehlungen

Ein Leser bat mich angesichts der Weihnachtszeit um einen Artikel in dem jeder gute Bücher, gerade auch empfehlen könne.

Ich selbst lese gerade Non Zero, ein sehr interessantes Buch dazu, inwiefern sich die Geschichte der Menschheit als Weg zu immer umfangreicheren Non Zero Sum Spielen beschreiben lässt.

Kann ich empfehlen.

Was habt ihr gelesen, was andere auch lesen sollten?

 

80 Gedanken zu “Buchempfehlungen

  1. Keine Ahnung, was andere lesen „sollten“. Was mir Spass gemacht hat, war „The Windup Girl“ von Paolo Bacigalupi, ein dystopischer Biopunk Roman. Auf Deutsch „Biokrieg“ (Warum nicht „Das Aufziehmädchen“? Man weiss es nicht.).

    Handelt u. A. Von einem weiblichen Lustroboter, der dank seines eigenen Bewusstseins so ein bisschen austickt, seine Freier umbringt und die Freiheit sucht, um der Abschaltung zu entgehen.

    Feministische, quasi. Köntte hier auch mit dem Post-Klimawandel und Post-Erdöl Setting einige Leute triggern 🙂

    • Kannst du noch andere SciFi-Sachen empfehlen? Ich habe mal wieder Lust auf gute Belletristik. Sowas Richtung Ian Banks (der leider 2013 gestorben ist), weniger Sachen, die irgendwelche Entwicklungen moralisieren, das bekommt man schon jeden Tag im Übermaß mit dem pädagogischen Zeigefinger hinten reingeschoben 🙂

      • Die Hugo-Awards sind ja leider vom intersektionalen Feminismus übernommen worden, weswegen mir die Wahl neuer Lektüre schwer fällt. Sonst konnte man recht zuverlässig Hugo und Nebula Awards lesen.

        Meine üblichen Verdächtigen sind immer Neil Stephenson und Charles Stross. Wobei die nicht so sehr in die Ferne Zukunft gehen wie Ian Banks. Wer Computerspiele mag, der findet auch Ernest Cline gut… Naja… ich zumindest. Im Fantasy Bereich dann noch Neil Gaiman, der merkwürdig berührend schreibt und dessen Erzählungen tief in einem drin gruselige Resonanzen erzeugen. Und Matt Ruff für versponnene und linke Liberalität (dem natürlich für seine schwarzen Hauptdarsteller auch schon cultural appropriation vorgeworfen wurde).

        In Sachen Fernsehserien dann die üblichen Verdächtigen. Ganz vorne „The Expanse“ (Amazon) und „Westworld“ (HBO/Sky, kaufbar auf Amazon). Wenn Du Banks magst, magst Du The Expanse ganz bestimmt. Und auch „Altered Carbon“ (Netflix) fand ich richtig gut, auch wenn es teilweise etwas sehr brutal war.

        • Daumen Hoch für Stross!
          Habe gerade zum zweiten Mal das Gesamtwerk durch.
          Man sollte nie anfangen, das auf Deutsch zu lesen, es sei denn es handelt sich um in sich geschlossene Einzelbände: Das meiste wurde und wird wohl auch nie übersetzt, und Original ist ohnehin IMMER besser.

      • Eins habe ich noch vergessen.

        „Die drei Sonnen“ (aka „Das Drei Körper Problem“) , Einstieg in die Trisolaris Trilogie von Cixin Liu. Ist nicht ganz einfach, man merkt den unterschiedlichen Kulturkreis schon deutlich. Hat mich allerdings wirklich gefesselt und ich denke auch nach 1.5 Jahren noch des öfteren daran.

  2. Die Reise unserer Gene, eine sehr lesbare, sehr informative Zusammenfassung des aktuellen Stands der Archäogenetik, und was sie über die europäischen Wanderungsbewegungen seit der Altsteinzeit sagen kann. Für mich persönlich besonders interessant: der letzte Stand zur Frage der indoeuropäischen Migrationen.

    • Schreiben die auch was zur Methodik, also wie sie die Wanderbewegungen feststellen, mit welchen Unsicherheiten das behaftet ist usw.? Das würde mich interessieren, denn heutzutage ist es ja so, dass, wenn irgendjemand mit Genanalysen um die Ecke kommt, das dann sofort als unumstößliche Wahrheit gehandelt wird, egal auf wie wackeligen Füßen es steht.

      • Die Aussagen der Autoren zur Methodik beziehen sich im Wesentlichen auf die genetische Uhr, mit der die Trennung von Populationen rückgerechnet werden kann. Sie sehen die Geschichte ihrer eigenen Disziplin durchaus kritisch, wenn sie etwa darauf hinweisen, dass sie selbst erst lernen mussten, welche Art von RNA sich am Besten zur Analyse eignet, sind aber der Meinung, dass das Fach inzwischen ein Reifestadium erreicht hat. Dazu habe auch beigetragen, dass sich die technischen Möglichkeiten der Gen-Sequenzierung inzwischen verbessert hätten, insbesondere auch aufgrund einer Vervielfachung der Geschwindigkeit, mit der das inzwischen möglich ist. Insofern hat sich die Methodik anscheinend von der Bastelstube zur Industrieroutine witerentwickelt.

  3. Ich habe in der letzten Zeit viel gelesen und am meisten überzeugt hat mich das Buch von Andreas Reckwitz mit dem Titel: „Das Ende der Illusionen: Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne“.

    „Noch vor wenigen Jahren richtete sich die westliche Öffentlichkeit in der scheinbaren Gewissheit des gesellschaftlichen Fortschritts ein: Der weltweite Siegeszug von Demokratie und Marktwirtschaft schien unaufhaltsam, Liberalisierung und Emanzipation, Wissensgesellschaft und Pluralisierung der Lebensstile schienen die Leitbegriffe der Zukunft. Spätestens mit dem Brexit und der Wahl Donald Trumps folgte die schmerzhafte Einsicht, dass es sich dabei um Illusionen gehandelt hatte.

    Tatsächlich wird erst jetzt das Ausmaß des Strukturwandels der Gesellschaft sichtbar: Die alte industrielle Moderne ist von einer Spätmoderne abgelöst worden, die von neuen Polarisierungen und Paradoxien geprägt ist – Fortschritt und Unbehagen liegen dicht beieinander. In einer Reihe von Essays arbeitet Andreas Reckwitz die zentralen Strukturmerkmale der Gegenwart pointiert heraus: die neue Klassengesellschaft, die Eigenschaften einer postindustriellen Ökonomie, den Konflikt um Kultur und Identität, die aus dem Imperativ der Selbstverwirklichung resultierende Erschöpfung und die Krise der Liberalismus.“

    • Nimm es mir bitte nicht übel, aber Schlagworte wie „postindustrielle Ökonomie“ kann ich nicht mehr hören.

      Damit wird suggeriert, wir kämen ohne industriell erzeugte Fabrikate aus und hätten die Notwendigkeit der Massenproduktion hinter uns gelassen.
      Was natürlich Quatsch ist.
      Der Bedarf an den Produkten ist nicht weg, sondern die Produktion wird verlagert.
      Deshalb braucht es auch die „Globalisierung“ und den „Freihandel“, denn sonst müsste Apple für seine in China gefertigten iPhones etc. auf seinem Hauptabsatzmarkt, den USA, tatsächlich Steuern bezahlen.

      Was Trump macht, nämlich Importzölle zu erheben, ist nichts anderes als damit Steuern von US-Unternehmen einzutreiben, die sonst in Steuerparadiesen verschwinden würden.
      Nach außen hin wird es als Kampf um „unfaire Handelspraktiken“ Chinas gehandelt, faktisch sind es Produkte, die chinesische Firmen als Auftragsfertiger produzieren, die aber dann unter amerikanischem Namen (Apple, Nike, Wal Mart usw. usf.) in den USA verkauft werden.

      Weiteres Beispiel dieser „postindustriellen“ Sichtweise hier: „Ohne den Handelsüberschuss in den energieintensiven Sektoren Kraftfahrzeug- und Maschinenbau sowie Chemie sänke der Energieverbrauch (Anm. in D) noch weiter. Das Festhalten an Basistechnologien des 19. Jahrhunderts behindert den Durchbruch in eine ökologische Gesellschaft.“ https://www.heise.de/tp/features/Das-Ende-der-Wachstumsrevolution-4557775.html

      Er glaubt wirklich, es handle sich bei Kraftfahrzeug- und Maschinenbau sowie Chemie um unmoderne, also zu überwindende Technologien des 19. (!) Jahrhunderts. Wie im Jahr 2019 eine einzige Flasche Wasser hergestellt und transportiert werde soll, ohne diese Technologien zu bemühen ist mir rätselhaft; von Millionen/Milliarden ganz abgesehen.

      Es ist jedoch diese mythische Denkweise, die zum Glauben führt, dass die Abschaffung der zu überwindenden „Technologien des 19. Jahrhunderts“ zugleich – auf magische Art und Weise – den Bedarf nach deren Produkten abschaffen wird.
      Tatsächlich wird deren Abschaffung in D auf eine Verlagerung der Produktion und den Import der Produkte herauslaufen.

      Sicher, bei Abschaffung wären die „energieintensiven Sektoren“ dann aus der Öko-Bilanz in D verschwunden und tauchen in China wieder auf. Faktisch wird der dort produzierte Dreck als Produkt wieder re-importiert.
      Applaus für diese verlogene Form der „ökologischen Gesellschaft“.

      Mahnendes Beispiel USA: Dank massiver De-Industrialisierung existiert kein einziger US-Fabrikausrüster mehr. Sie könnten eine heimische Fabrikation mit heimischen Kompetenzen gar nicht mehr aufbauen, selbst wenn sie wollten.
      Warum geht es dem deutschen Maschinenbau gut?
      Weil die postmodern postindustriellen Meisterdenker überall sind und ihre frohe Botschaft verkünden.

      Politisch beruht die Sichtweise beruht darauf, dass man erstens den Handel kontrolliert und monopolisierten Zugriff auf die Endverbraucher in heimischen Märkten hat, zweitens den lustigen Eingeborenen so weit im Griff hat, nicht selber die Profite einzustreichen, indem dieser eine eigene Produktion aufbaut.

      Die lustigen Eingeborenen Chinas hat man aber nicht im Griff und prompt zeigt Huawei den postindustriellen Meisterdenkern, wie toll die neue „Wissensgesellschaft“ weiß, wie man 5G-Netze aufbaut.
      Gar nicht.

      Ich glaube, es gibt in den KP-Büros in China ein Dutzend Genossen, die sich zur gegenseitigen Erheiterung die neuesten Erkenntnisse der „westlichen Wissenschaft“ vorlesen und sich am Boden wälzen vor lachen.

      • @crumar
        „Sicher, bei Abschaffung wären die „energieintensiven Sektoren“ dann aus der Öko-Bilanz in D verschwunden und tauchen in China wieder auf. Faktisch wird der dort produzierte Dreck als Produkt wieder re-importiert.“

        Oder auch nicht importiert, weil uns die Zahlungsmittel fehlen wenn wir nichts mehr selbst herstellen.

        • Wieso sollten uns die Zahlungsmittel fehlen, wenn wir nichts herstellen? Wertschöpfung basiert nicht auf physischen Produkten.

          Sonst würde ein Programmierer ja keine Wertschöpfung betreiben. Da sind aber die Aktionäre von Google und Facebook anderer Meinung.

          • Wertschöpfung kann auch in Dienstleistungen bestehen, aber auch deren Erbringung verbraucht Energie und wird nicht mehr möglich sein wenn Energieverbrauch sanktioniert wird. Nimm als anschauliche Beispiele Flugreisen, Internet-Hosting oder Hotellerie.

            Nur davon kann allerdings auch kein Land leben. Du brauchst schon irgendwann mal Happa happa, ne frische Unterhose oder ein Dach überm Kopf. Alles das verbraucht Energie und andere Ressourcen. Und die Unterhose darfste nich waschen, wenn’s nach den Ökos geht, weil auch das verbraucht Ressourcen.

          • @anorak

            Du schickst mir die unkommentierte Zusammensetzung des Strompreises und meinst tatsächlich darin einen Zusammenhang mit der „Anzahl der Windräder“ zu entdecken?
            Wo ist der Zusammenhang?
            Zeig doch bitte mal darauf.
            Du behauptest, es gäbe eine Korrelation und jetzt liegt es an DIR, diese so zu beweisen, als gäbe es eine Kausalität.

            Dann zu deiner Rechnung – kannst du bitte mal auf die x-Achse schauen?
            Bemerkst du die etwas merkwürdige Zusammensetzung?
            Es beginnt im zweijährigen Turnus und wechselt dann auf einmal auf jährlich.
            Schau mal ganz nach links und erinnere dich daran, wann die Liberalisierung des Strommarktes begann.
            Fällt dir irgendetwas auf?
            Schau mal auf den Strompreis 2000, 2010 und den 2015.

            Übrigens lustige Tabelle in der Zusammenstellung.
            Normalerweise rechnet man den Mehrwertsteuerbetrag on top – nicht ganz zufällig verhält es sich hier anders….

            Dann zur Einspeisevergütung für Windenergie onshore 2019:
            Anfangsvergütung (erste 5 Jahre): 8,03 Cent pro KW/h, danach 4,38 Cent pro KW/h.
            https://www.swe-windenergie.de/unternehmen/vergutungssatze-windkraftanlagen.html

            Wie möchtest du eigentlich beweisen, was du beweisen willst?
            Nach deinen eigenen Statistik wäre selbst die Anfangsvergütung gerade einmal 1,83 Cent pro KW/h (oder 30%) teurer als die dort kalkulierten Kosten.
            Danach wäre sie BILLIGER als 6,2 Cent pro KW/h.
            Die Kalkulation einer Windenergieanlage erfolgt auf 20 Jahre, womit sie 15 Jahre Strom 30% billiger produzieren würde.

            Wie kommst du vor diesem Hintergrund darauf, das wäre „sozialschädlich“ oder volkswirtschaftlich schädlich?
            Das ist völlig irreal.

            Lustig finde ich die anderen Steuern und Abgaben, die muss ich mir noch einmal genauer anschauen.

          • @crumar

            „Du schickst mir die unkommentierte Zusammensetzung des Strompreises und meinst tatsächlich darin einen Zusammenhang mit der „Anzahl der Windräder“ zu entdecken?
            Wo ist der Zusammenhang?“

            Das hab ich erklärt. Ich bin übrigens erstaunt dass ein Erzöko diese Grafik zum ersten Mal sieht und vorgibt die Zusammenhänge nicht zu kennen. Wenn es denn nottut nochmal langsam getippt.

            1. Die Hauptfaktoren für den Anstieg starken des Strompreises sind
            a) EEG-Umlage (blassgrün)
            b) Stromsteuer (sog. „Ökosteuer“, lila)
            c) die ständige Neuerfindung weiterer Umlagen die alle mit der „Energiewende“ zu tun haben (kleine Scheibchen in verschiedenen Farben)
            d) Mehrwertsteuer auf das alles (rosa)

            Die einzige Steigerungsursache, die nicht direkt der grünideologischen „Energiewende“-Politik geschuldet ist, ist die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes im Jahr 2007, aber auch das ist ein politischer Grund. Ohne all diese politischen Maßnahmen wäre der Strompreis nicht stärker gestiegen als die Inflationsrate, das ist der Grafik direkt mit bloßem Auge zu entnehmen.

            Konzentrieren wir uns auf a) EEG-Umlage, denn diese und der ihr zuzuordnende Mehrwertsteueranteil sind der mit Abstand am steilsten steigende Posten. Auch das zeigt die Grafik dem bloßen Auge.

            2. Wodurch entsteht die EEG-Umlage? Das erkennt man an der Grafik nicht, dazu braucht man Weltwissen. Die EEG-Umlage entsteht, weil die gesetzliche Vergütung für den von Windrad- und Solarbetreibern abgegebenen Strom weit über dem Marktwert des Stroms liegt. Das muss er in der Logik der „Energiewende“, sonst wäre kein Bauer bereit, ein Windrad aufzustellen: Würde er nur den Marktpreis erhalten,würde er nämlich Verluste machen weil Bau und Betrieb eines Windrades sauteuer sind, und deswegen wäre er gar nicht erst bereit eins aufzustellen. Deswegen hat der (grüne) Gesetzgeber gesagt „Dutzi dutzi, du Bauer kriegst viel mehr als der Strom wert ist, wenn du feini feini Windrad baust“. Den Villenbesitzern mit Solarpanelen auf dem Dach sagt er entsprechend das Gleiche.

            3. Je mehr Windräder auf die Weizenfelder gestellt, und je mehr Solarpanele auf Villendächer geschraubt werden, umsomehr von dem dort anfallenden Strom muss zu den vom Gesetzgeber so großzügig versprochenen Mondpreisen berappt werden, umso mehr Geld fließt also an die Millionenbauern und Zahnarztvillenbesitzer.

            4. Irgendwer muss die Zeche all dieser vielen Geldströme zahlen. Da hat der Gesetzgeber auch eine brilliante Lösung gefunden: Der Stromkunde muss es zahlen, obwohl der den Kladeradatsch gar nicht bestellt hat. Trotzdem nimmt sich der Gesetzgeber das Recht raus, ihm die Rechnung zu präsentieren. Die Differenz zwischen normalem Strompreis und dem vom grünen Gesetzgeber so großzügig versprochenen Mondpreis packt er in eine „Umlage“ und schlägt sie dem Strompreis auf, nimmt dafür nochmal Mehrwersteuer mit (in Deutschland zahlt man nämlich Steuern aufs Steuerzahlen), und präsentiert die Rechnung dem Endkunden. Jeden Monat. Und wegen 3. muss diese mit der Anzahl vorhandener Windräder korelliert steigen – oder fallen, wenn’s eines Tages weniger Windräder werden, was wir alle hoffen wollen.

        • Man muss einfach die Zahlen vergleichen: Der zweitgrößte Software Anbieter aus D – die Software AG – macht einen Umsatz von ca. 850 Millionen Euro im Jahr. Das zehntgrößte Unternehmen im Maschinenbau, nämlich Krones, 3,85 Milliarden.
          SAP macht 10,7 Milliarden Umsatz im Jahr – die Sparte Maschinen- und Anlagebau von Siemens 44,5 Milliarden.

          Die Nonchalance, mit der diese Realität übergangen wird ist zwar beeindruckend, manchmal gruselt es mich aber.

          • Oder eine Mischung aus beidem?
            Enercon ist die Nummer 5 der größten Maschinenbauunternehmen in D mit 5,6 Milliarden Euro Umsatz im Jahr – sie bauen Windenergieanlagen und haben ein weltweiten Marktanteil von knapp 10%.

            Braucht man so ein unökologisches Zeug nicht für die „Energiewende“???

          • @crumar Die Windradbranche schafft keinen Mehrwert, die gesamte Branche verursacht nur volkswirtschaftliche Schäden. Der vermeintlich so beeindruckende Umsatz besteht zum Teil aus Umverteilung vom Konsumenten hin zu den Anlagenbauern und -betreibern, und zum Teil aus Ressourcenvernichtung, aber Werte werden dort nicht geschaffen. Grund: Dort werden Ressourcen verbraucht, aber am Ende der Kette entsteht kein konsumierbares Endprodukt. Das ist der Grund warum die gesamte Veranstaltung aufwendig gefördert werden muss, um überhaupt existieren zu können: Die nutzlos verbrauchten Ressourcen müssen ihr von außen zugeführt werden. Die Höhe der jährlichen Förderung entspricht exakt der Höhe der jährlichen Wohlstandsvernichtung.

            Wenn Windräder exportiert werden, heißt das der heimische Hersteller jagt Subventionen einer ausländischen Regierung ab (denn überall wo Windräder großtechnisch eingesetzt werden, geschieht dies auf der Basis von staatlichen Fördermaßnahmen, es ist nirgendwo selbsttragend). Auch das ist keine Wertschöpfung sondern nur Umverteilung von Wohlstand, diesmal auf internationaler Basis. Auch das ist nicht wünschenswert, außer man dächte sehr nationalegoistisch.

          • Da bist du einer satten Propaganda aufgesessen.
            Zunächst einmal produziert Windenergie ein „konsumierbares Endprodukt“, nämlich Strom, wobei der „Treibstoff“ für die Energieproduktion kostenlos vorhanden ist.
            Die Energieerzeugung kann dezentral erfolgen und es ist nicht erforderlich, weitere Energie zu verwenden, um die Antriebsenergie in Form von bspw. Gas erst zu fördern, ggf. zu raffinieren und aufwendig zum Standort zu bringen.

            Wenn man Berechnungen für den Energieaufwand für die Erstellung von bspw. Nord Stream 2 mit einer Länge von ca. 1200 Kilometern vornimmt, dann erhält man einen Einblick in die Dimensionen.
            Von der Verflüssigung von aus Fracking gewonnen Gasen, die aus den USA per Schiff hierher transportiert werden gar nicht zu reden.

            Ich kenne den üblichen Berechnungstrick, der energetische Amortisationen vornimmt und völlig „vergisst“, dies ist das Alleinstellungsmerkmal von Windenergieanlagen.

            Der nächste Trick ist für die Berechnung Anlagen zu verwenden, die gar nicht mehr gebaut werden (was die MW betrifft).
            Oder lustigerweise zu schreiben, die erforderten für die angegebene Leistung so hohe Windgeschwindigkeiten, diese würden in der Praxis nie vorkommen.

            Während in der Realität Windenergieanlagen speziell für bestimmte vorherrschende Windbedingungen konstruiert werden (von Leicht- bis Starkwind). Wenn einer dieser Tricks am Werke ist, dann weiß man automatisch, es handelt sich um Mietmäuler.

            Dann sollte man sich vor Augen führen, wie jung diese Unternehmen im Vergleich zu anderen aus der Energiebranche sind: Vestas startete 1979 mit der Produktion, Enercon 1984.
            Und welche Zuwächse sie vorzuweisen haben: Vestas erste in Serie hergestellte Anlage produzierte 0,03 MW – inzwischen sind sie bei 3 MW (onshore, offshore bei 9 MW).
            Das ist das hundertfache an Leistungsausbeute in 40 Jahren – sagenhaft! 🙂

          • @crumar

            „Zunächst einmal produziert Windenergie ein „konsumierbares Endprodukt“, nämlich Strom“

            Den Einwand habe ich vorhergesehen. Unbestritten kommt da Strom raus, aber du musst das volkswirtschaftliche Gesamtbild sehen: Insgesamt haben wir dadurch nicht mehr Strom als wenn es die ganze Veranstaltung gar nicht gäbe. Es werden jedoch zusätzliche Ressourcen dafür aufgewendet, ohne dafür merklich andere einzusparen => Aufwand ohne Nutzen.

            Plausicheck: Je mehr von dem Zeug rumsteht, umso teurer wird der Strom. QED

            „wobei der „Treibstoff“ für die Energieproduktion kostenlos vorhanden ist.“

            „Die Sonne schickt keine Rechnung“ nennt Franz Alt das. Ja, aber Kohleflöze schicken auch keine Rechnung. Alle Naturschätze sind nämlich kostenlos. Dass damit ernsthaft die „Energiewende“ gerechtfertigt wird zeigt schon wie flach die Argumentation ist. Und du wolltest mir vorwerfen, Propaganda aufzusetzen 🙂

            Kosten sind immer ein Abbild der Anstrengungen, die der Mensch einsetzen muss um den jeweiligen Naturschatz einzusammeln, in etwas nutzbares umzuformen, und an den Abnehmer zu verteilen. Das ist hier wie dort der Fall, zwar in sehr verschiedener Form, aber es ist unabwendbar. Andernfalls müsste Windstrom ja verschenkt werden. Wie du an deiner mit der Anzahl betriebener Windräder korrelierenden Stromabrechnung bemerkst, geschieht das nicht.

            „Die Energieerzeugung kann dezentral erfolgen und es ist nicht erforderlich, weitere Energie zu verwenden, um die Antriebsenergie in Form von bspw. Gas erst zu fördern,“

            Das sind ideologische Motive, die meinen Vorwurf der volkswirtschaftlichen Schädlichkeit nicht widerlegen, sondern günstigstenfalls rechtfertigen – allerdings nur wenn Einigkeit bestünde dass diese Ziele irgendwie dem Gemeinwohl dienten. Ich würde das bestreiten, führt aber vom Thema ab.

            Der Rest deiner Ausführungen versucht Argumente zu widerlegen, die ich gar nicht gebracht habe.

          • „Unbestritten kommt da Strom raus, aber du musst das volkswirtschaftliche Gesamtbild sehen: Insgesamt haben wir dadurch nicht mehr Strom als wenn es die ganze Veranstaltung gar nicht gäbe.“

            Korrekt: „Kosten sind immer ein Abbild der Anstrengungen, die der Mensch einsetzen muss um den jeweiligen Naturschatz einzusammeln, in etwas nutzbares umzuformen, und an den Abnehmer zu verteilen.“

            ABER: Man kann die Braun- und Steinkohle in D nur einmal ausbuddeln und verstromen.
            Dann war es das.
            Die existierenden Bodenschätze gibt es nur EIN EINZIGES MAL.
            Danach IST ES VORBEI.
            Ich würde die Flöze auch nicht absaufen lassen, sondern alles für die nationale Notreserve erhalten.
            Mich fragt aber keiner. 😉

            „Alle Naturschätze sind nämlich kostenlos. Dass damit ernsthaft die „Energiewende“ gerechtfertigt wird zeigt schon wie flach die Argumentation ist.“

            Es zeigt eigentlich nur deinen zentralen Denkfehler.

            Die Kohle wurde als Energieträger in UK von Bedeutung, als ein echter Interessenkonflikt auftauchte.
            Man kann nämlich nur Holzkohle aus Bäumen gewinnen oder dieses Holz für den Bau einer Flotte verwenden.
            Der wenig beachtete Umweltschutz begann aus diesem Grund mit dem Verbot dieses Energieträgers, der als „Naturschatz natürlich kostenlos ist“.

            Weil, wer „die Wellen beherrschen will“ auch auf die Existenz von Planken und Bohlen angewiesen ist. Wer über der Erde herrschen will, muss daher unterirdisch fündig werden.
            SO begann die Industrialisierung und nicht anders.

          • @crumar

            „ABER: Man kann die Braun- und Steinkohle in D nur einmal ausbuddeln und verstromen.“

            Du formulierst ein Tabu, das ich mal „Vermeidung der Nutzung von Bodenschätzen um jeden Preis“ formulieren würde. Ich weiß das Ökos implizit oder explizit zu denken. Es ist wieder ein ideologisches Motiv, du bist nicht auf den Vorwurf der Wertewernichtung, der Wohlstandsminderung und der Inkaufnahme zusätzlicher Armut durch die „Energiewende“ eingegangen. Du vermeidest das Thema und führst stattdessen eine Rechtfertigungsdiskussion mit den üblichen Ökodogmen.

            Deine Position ausformuliert in meinen Worten: „Wir müssen Opfer bringen, um das ökologistische Bodenschätze-Nutzungs-Tabu einzuhalten“, und manch ein Öko (ob du weiß ich nicht) würde wahrscheinlich ergänzen „Dafür darf uns kein Preis zu hoch sein, auch nicht die Vergeudung anderer Ressourcen in gigantischen Mengen“. Diese Position ist für mich absurd, abscheulich, gefährlich, irrational und rein glaubensgetrieben. Ich bin scharf dagegen.

          • „Du formulierst ein Tabu, das ich mal „Vermeidung der Nutzung von Bodenschätzen um jeden Preis“ formulieren würde. Ich weiß das Ökos implizit oder explizit zu denken. Es ist wieder ein ideologisches Motiv, du bist nicht auf den Vorwurf der Wertewernichtung, der Wohlstandsminderung und der Inkaufnahme zusätzlicher Armut durch die „Energiewende“ eingegangen. Du vermeidest das Thema und führst stattdessen eine Rechtfertigungsdiskussion mit den üblichen Ökodogmen.“

            Äh…
            Nein, ich bin in diesem Sinne kein Öko.
            Es ist tatsächlich so, dass die Kohle nur ein einziges mal existiert.
            Und man kann sie nur einmal ausgraben und verfeuern und dann ist es vorbei. Das ist kein „Dogma“, es ist die Realität.

            Zudem sollte die Geschichte des Steinkohlebergbaus zu denken geben:
            „Wie viel insgesamt an Beihilfen, Prämien und durch Abnahmegarantien gezahlt wurde, weiß heute niemand ganz genau, sagt der Wirtschaftshistoriker Franz-Josef Brüggemeier.

            „Ist eben auch sehr, sehr viel Geld in den Bergbau geflossen. Die Summen bewegen sich zwischen 200 und 300 Milliarden. Die Importkohle war eben deutlich preiswerter, und die ganze Subvention hieß ja, die Differenz zu bezahlen.“

            „Im Nachhinein würde man sagen: Wenn man vielleicht Mitte der 60er-Jahre den großen Schlussstrich gezogen hätte, hätte gesagt: Kohlenbergbau, das wird nie mehr was, wäre das ein Ende mit großem Schrecken gewesen. Aber vielleicht stünde NRW heute besser da.“

            Roland Döhrn, Wirtschaftsforscher beim RWI-Leibniz Institut in Essen.“
            https://www.deutschlandfunkkultur.de/teure-steinkohle-der-kampf-um-subventionen.976.de.html?dram:article_id=436329

            Wie du an „Mitte der 60er-Jahre“ sehen kannst, spielte Ökologie bei dieser Frage keine Rolle.
            Man sollte gute Argumente parat haben, warum man von der restlichen Bevölkerung erwartet, in dieser Größenordnung ökonomisch unterstützt zu werden. Zumal es klar ist, irgendwann lohnt sich der Abbau nicht mehr, weil die Lagerstätten erschöpft sind.

            D.h. im Grunde wissen alle, es ist eine Frage der Zeit und es müssen Alternativen nach dem Tag X existieren.
            Damit keine Wohlstandsminderung eintritt.
            Statt sich aber Alternativen zu überlegen, passiert in Deutschland etwas, was ich hasse wie die Pest. Um zu zeigen, dass der Status Quo alternativlos ist, wird viel Geld dafür ausgegeben und Hirnschmalz verwendet, um zu beweisen, dass es nicht geht.
            Das ist eine richtig beschissene deutsche Mentalität.

          • @crumar Meine Güte. Meine Aussage war: Die von dir als so wirtschaftlich wichtig gepriesene Windradindustrie ist ein Schmarotzer (salopp formuliert), weshalb es kein Schaden wäre wenn sie einginge, im Gegenteil wäre es sogar ein volkswirtschaftlicher Gewinn. Für diese Aussage habe ich eine Herleitung und Belege geliefert. Falls du ihr nicht zustimmst, bist du eingeladen meine Herleitung zu kritisieren, ggf. die Belege anzuzweifeln. Das wäre hier die einzig sinnvolle Entgegnung.

            Du gehst aber darauf überhaupt nicht ein, sondern kommst vom Hölzchen aufs Stöckchen, schiebst einen Ökomythos nach dem anderen nach, baust Zitierkartelle auf, pipapo, ohne die Kernaussage überhaupt noch im Blick zu haben. Ich könnte auch deine Ökofolklore widerlegen, an Argumenten mangelt es mir nicht. Im Moment bin ich aber mehr davon genervt dass du vom Thema abkommst. Dieser Abschweif-Stil ist mir schonmal bei dir aufgefallen, vielleicht solltest du deinen Diskutierstil daraufhin kritisch überprüfen 🙂

          • @crumar:

            »SAP macht 10,7 Milliarden Umsatz im Jahr – die Sparte Maschinen- und Anlagebau von Siemens 44,5 Milliarden.«

            Bei diesen Zahlen darf man aber eines nicht übersehen: den enormen Grad, in dem diese industrielle Produktion heute selbst von moderner »Wissensökonomie« in Form von Software- und IT-Kompetenz abhängt. Der Maschinen- und Anlagebau von Siemens ist heute gar nicht mehr denkbar ohne deren Prozessautomatisierungssysteme (Stuxnet wurde entwickelt, weil die Amis genau wussten, dass die iranischen Uranzentrifugen mit Siemens-Software betrieben wurden und wie man in die einbrechen kann). Ich bin als Software-Entwickler seit Jahren ganz überwiegend in eben diesem Sektor tätig – es gibt praktisch keinen Maschinen- und Gerätebau mehr ohne vollintegrierte oder mindestens angeflanschte Software-Komponente – entweder, weil die Maschinen Daten produzieren (Messgeräte) oder welche benötigen (Prozesssteuerung).

            In diesem Sinne fände ich es nicht völlig verkehrt, auch den Maschinenbau der »postindustriellen Ökonomie« zuzuschlagen, zumindest, was die Wissensformen betrifft, aufgrund derer er weiterhin so erfolgreich ist.

          • @crumar: Vergiss es, mit anorak über Ökothemen zu diskutieren ist ungefähr so wie mit Adrian über Sozialismus. Vergebene Liebesmüh.

          • @pingpong

            Ja, ich sehe schon, ist schwierig.

            @djad
            „Bei diesen Zahlen darf man aber eines nicht übersehen: den enormen Grad, in dem diese industrielle Produktion heute selbst von moderner »Wissensökonomie« in Form von Software- und IT-Kompetenz abhängt.“

            Es hat eine Verwissenschaftlichung der Produktion eingesetzt und nun kommt es zu einer Frage der Perspektive: „Der Maschinen- und Anlagebau von Siemens ist heute gar nicht mehr denkbar ohne deren Prozessautomatisierungssysteme.“

            Völlig einverstanden.
            Nur verkauft man die Software zusammen mit den Maschinen und Anlagen, sie sind ein Wertbestandteil dieser. Zu sagen, die Maschinen und Anlagen gehören zur Maschinenbauindustrie, die Software für diese hingegen zu einer Dienstleistungsgesellschaft oder Wissensökonomie halte ich für nicht zielführend. Tatsächlich industrialisiert sich m.E. die IT.

            „Ich bin als Software-Entwickler seit Jahren ganz überwiegend in eben diesem Sektor tätig – es gibt praktisch keinen Maschinen- und Gerätebau mehr ohne vollintegrierte oder mindestens angeflanschte Software-Komponente – entweder, weil die Maschinen Daten produzieren (Messgeräte) oder welche benötigen (Prozesssteuerung).“

            Kein Thema – nur muss man bspw. für die Optimierung von Fertigungsprozessen tatsächlich Ahnung von den konkreten Prozessen haben.
            Die IT-Entwicklung für den Maschinenbau wird zum Großteil im Haus geleistet, bzw. in ausgegliederten Unternehmenseinheiten.
            Apropos Ausgliederung: Das Wachstum der „unternehmensnahen Dienstleistungen“ ist bezeichnend.

            „In diesem Sinne fände ich es nicht völlig verkehrt, auch den Maschinenbau der »postindustriellen Ökonomie« zuzuschlagen, zumindest, was die Wissensformen betrifft, aufgrund derer er weiterhin so erfolgreich ist.“

            Ok, dann könnte man die Automobilindustrie auch der „postindustriellen Ökonomie“ zuschlagen, sobald die Autos autonom fahren können?! 😉
            Meine Fragen: Gibt es irgendwelche Vorbehalte gegen „Industrie“? Klingt das zu gestrig?
            Ich finde den offensichtlichen Bedarf an „post-“ irritierend.

          • @anorak

            „Meine Aussage war: Die von dir als so wirtschaftlich wichtig gepriesene Windradindustrie ist ein Schmarotzer (salopp formuliert), weshalb es kein Schaden wäre wenn sie einginge, im Gegenteil wäre es sogar ein volkswirtschaftlicher Gewinn. Für diese Aussage habe ich eine Herleitung und Belege geliefert.“

            Keine Herleitung und keine Belege sichtbar.

            „Falls du ihr nicht zustimmst, bist du eingeladen meine Herleitung zu kritisieren, ggf. die Belege anzuzweifeln. Das wäre hier die einzig sinnvolle Entgegnung.“

            Eine Behauptung ist kein Beleg.
            Zumal du immer noch nicht einsehen willst, dass eine Subvention eine Subvention ist.
            Ob ich Windenergie subventioniere oder Kohle ist völlig egal.
            Dass die (ökologischen) Folgeschäden eines Produkts ins Produkt eingepreist werden, halte ich für sinnvoll und notwendig. Erfolgt das nicht und diese Kosten werden nachfolgenden Generationen bzw. der Allgemeinheit aufgehalst, dann handelt es sich ebenfalls um eine Subvention.

            „Im Moment bin ich aber mehr davon genervt dass du vom Thema abkommst. Dieser Abschweif-Stil ist mir schonmal bei dir aufgefallen, vielleicht solltest du deinen Diskutierstil daraufhin kritisch überprüfen.“

            Transfer-Leistung: Als die Engländer sich entschieden, aus Wäldern eine Flotte zu bauen, statt daraus Holzkohle zu machen, musst eine energetische Alternative her.
            Man kann aus Erdöl bspw. Kunststoff machen ODER es verbrennen; Kunststoff kannst du recyceln, verbranntes Öl ist weg.
            Gleicher Interessenkonflikt.
            Es sollte vor dem Hintergrund der Endlichkeit der Ressourcen klar sein, sie abzufackeln ist ein ziemlich dumme Idee – ungeachtet auch nur eines einzigen ökologischen Gedankens.
            Also muss eine energetische Alternative her.

          • @crumar: Das eine Ressource nur einmal verwendet werden kann, ist kein Argument dagegen sie überhaupt einmal zu verwenden. Wenn wir die Kohle nie verwenden dann haben wir nie einen Vorteil von ihr, wenn wir sie verwenden haben wir für die Zeit die wir sie nutzen billige Energie. Billige Energie ist auch dann ein Vorteil wenn der Zustand nicht ewig andauert.

            Der Volkswirtschaftliche Schaden den die Subvention von Windkraft anrichtet ist der dass ohne die Subvention Energie zu niedrigeren Kosten bereitgestellt würde. Die Energie ist die gleiche nur die Kosten sind mit Subvention höher, also ist die Veranstaltung insgesamt ein Minusgeschäft.

          • Das hier ist natürlich ahistorisch: „Das eine Ressource nur einmal verwendet werden kann, ist kein Argument dagegen sie überhaupt einmal zu verwenden. Wenn wir die Kohle nie verwenden dann haben wir nie einen Vorteil von ihr, wenn wir sie verwenden haben wir für die Zeit die wir sie nutzen billige Energie. Billige Energie ist auch dann ein Vorteil wenn der Zustand nicht ewig andauert.“

            Die Energie aus Kohle war, was die industrielle Revolution möglich gemacht hat. Spätestens mit der Entdeckung von Öl und Gas war ihre Zeit vorbei.
            Kann man einfach so stehen lassen.

            „Der Volkswirtschaftliche Schaden den die Subvention von Windkraft anrichtet ist der dass ohne die Subvention Energie zu niedrigeren Kosten bereitgestellt würde. Die Energie ist die gleiche nur die Kosten sind mit Subvention höher, also ist die Veranstaltung insgesamt ein Minusgeschäft.“

            Nope.
            Ist der volkswirtschaftliche Folgeschaden einer Ware zu 100 Euro 150 Euro, dann ist die Kalkulation Schrott.
            Du kannst erstens eine solche Ware nicht mit einer Ware für 120 Euro vergleichen und ernsthaft behaupten, sie wäre „billiger“.
            Wenn ich zweitens für Erdgas Steuern bezahlen muss, für Kohle nicht, dann ist auch der Verzicht auf das eintreiben von Steuern eine Subvention.
            Die „niedrigeren Kosten“ sind pure Augenwischerei.

          • @crumar

            „Keine Herleitung und keine Belege sichtbar.“

            Doch, du hast sie nur nicht verstanden oder bevorzugst sie zu ignorieren.

            Herleitung: Zusätzlicher Ressourcenverbrauch, ohne dafür anderswo Ressourcen einzusparen, und ohne mehr Nutzen zu stiften. Oben ausgeführt.

            Beleg: Korrelation zwischen Strompreisen und Anzahl Windräder, hauptsächlich versursacht durch die steigende Umlage zur Finanzierung ebendieser Windräder und anderer Ökospielzeuge.

            (Der blassgrüne Balken ist diese Umlage)

            „Ob ich Windenergie subventioniere oder Kohle ist völlig egal.“

            Wenn es wahr wäre, dass Kohle subventioniert würde, hieße das nur wir würden den gleichen Fehler doppelt begehen und müssten an zwei Stellen korrigieren. Es wäre weder eine Widerlegung dass die Windräder sozialschädlich sind, noch eine Rechtfertgigung. Zweimal falsch ergibt nicht richtig.

            Du hast hier nämlich einen Themenwechsel begangen: Vom Bestreiten meiner Feststellung hin zu einer Rechtfertigung. Davon krieg ich die Krätze, mach das bitte nicht ständig.

            (Außerdem ergänzend: Es ist nicht wahr, sondern eine Ökolegende, dein Beleg war ein Zitat eines Ökoideologien. Ich könnte die Widerlegung weiter ausführen, möchte das aber vor allem deshalb nicht tun um dir keine Vorlage für weitere Themenabschweifungen zu geben).

            „Dass die (ökologischen) Folgeschäden eines Produkts ins Produkt eingepreist werden, halte ich für sinnvoll und notwendig.“

            Das muss aber ideologiefrei und mit gleichen Maßstäben geschehen, es heißt also dass Ökos nicht berechtigt sind da Phantasiezahlen einzusetzen, und es muss auch bei deinen Windrädern gemacht werden, was Ökos zu unterlassen pflegen. In der Form ist es nur Ablenk-Rhetorik.

            „Es sollte vor dem Hintergrund der Endlichkeit der Ressourcen klar sein, sie abzufackeln ist ein ziemlich dumme Idee“

            Endlich bedeutet nicht, dass eine Verknappung bevorstehe und das unverzügliche Gegenmaßnahmen notwendig oder sinnvoll seien. Es bedeutet nicht einmal, dass die Menschheit je ein Versiegen erleben wird.

            Außerdem gilt das wechselseitig: Alles im Universum ist endlich, auch Wind wird es irgendwann nicht mehr geben. Kürzt sich raus.

            „Also muss eine energetische Alternative her.“

            Es gibt keinerlei sachliche Notwendigkeit dafür, diese ist imaginiert und als solche fester Bestandteil jeglicher Ökodenke.

            Außerdem ist auch das wieder nur Rechtfertigungsrhetorik,, und keine Widerlegung des wirtschaftlichen Schwachsinns der Windbranche. Dies Thema meidest du ums Verrecken.

          • @crumar

            „Ist der volkswirtschaftliche Folgeschaden einer Ware zu 100 Euro 150 Euro, dann ist die Kalkulation Schrott.“

            Nö. Es bedeutet, dass die Kosten zur Herstellung dieser Ware 250 EUR betragen haben. Das ist ja durchaus möglich. Nur würde ein freier Unternehmer eine solche Produktion freiwillig nicht machen weil er dann draufzahlt, und selbst wenn er so doof wäre würde es nicht lange dauern weil seine Firma dann pleite ginge. Deswegen findet ein solcher Unfug im echten Leben normalerweise nicht statt.

            Wenn aber jemand von außen kommt und sagt „Ich geb dir 300 EUR für die Produktion der Ware“, dann sagt der Unternehmer „Super mach ich“, verballert 250 EUR für die Ressourcen die dabei drauf gehen, und steckt noch 50 EUR Profit ein. Ob dieser Jemand aus Blödhheit so freigiebig ist oder von einer Mafiabande dazu gezwungen wird so einen Unsinn zu machen, fragt der Unternehmer natürlich nicht.

            Und das ist genau unsere Situation mit den Windrädern. Der freigiebige Herr Jemand sind alle Stromkunden, sie handeln nicht aus Blödheit sondern weil der Gesetzgeber sie zwingt, und die Zahlen sind andere: Der Wert der Ware ist exakt 0, die nutzlos verballerten Ressourcen sind ungefähr 30 Mrd EUR pro Jahr, macht ca. 375 EUR pro Jahr und Kopf der Bevölkerung.

          • „Endlich bedeutet nicht, dass eine Verknappung bevorstehe und das unverzügliche Gegenmaßnahmen notwendig oder sinnvoll seien. Es bedeutet nicht einmal, dass die Menschheit je ein Versiegen erleben wird.“

            Womit wir immer an derselben Stelle festsitzen.
            Alle ernstzunehmenden Wissenschaftler warnen vor einer Verknappung des Rohstoffs „Kohle“ und Du glaubst nicht dran.
            Gegen Gläubige kann man aber nun mal nicht rational anargumentieren. Es ist dasselbe Niveau, wie mit den US-amerikanischen Konservativen der 80er Jahre, die das atomare Wettrüsten mit dem Argument befürworteten, Gott würde schon aufpassen, dass es keinen Atomkrieg „aus Versehen“ gäbe.

            Um Dein Argument mal auf ein sichtbares Beispiel herunterzubrechen. Fahr mal nach Elsdorf im Rheinland, einem kleinen Nest am Rand des Braunkohletagebaus Hambach. Von Elsdorf aus kannst Du in ein atemberaubend großes Loch gucken und den Baggern dabei zusehen, wie sie die Braunkohle abbauen. Mit dem Abbau wurde 1978 begonnen, 2040 soll die Grube ausgekohlt sein. Die Kohle ist also futsch – unwiederbringlich.
            Das nennt man wohl eine ENDLICHE Ressource. Dein Beispiel mit dem Wind war hoffentlich nicht ernstgemeint – und wenn doch, so können wir bei dieser Ressource von anderen Zeiträumen reden, größeren, als die Menschheit selbst wahrscheinlich überstehen würde.
            Nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand wird die Kohle weltweit noch für 129 Jahre (Steinkohle), bzw. 286 Jahre (Braunkohle) reichen (http://www.agenda21-treffpunkt.de/lexikon/Kohle.htm).
            Du magst jetzt einwenden, dass es damit auch reichen würde, sich so in etwa 280 Jahren Gedanken über eine Alternative zu machen. Aber es ist immer sinnvoll, sich über Alternativen Gedanken zu machen, wenn man noch die wirtschaftlichen Ressourcen hat, sie zu entwickeln und einzusetzen. Ich muss einem Eisberg nicht erst ausweichen, wenn er schon vorn am Bug den Lack abkratzt.

            Von den ökologischen Folgen der Verbrennung fossiler Energieträger will ich gar nicht reden, die sind nämlich beim Strompreis auch nicht eingepreist und damit subventioniert. Da Du aber die Folgen an sich bestreitest, kannst Du die Kosten natürlich herausrechnen – und dann ist Deine Energiegewinnung konkurrenzlos billig.

          • @crumar

            „Alle ernstzunehmenden Wissenschaftler warnen vor einer Verknappung des Rohstoffs „Kohle““

            Nein das tun sie nicht, das hast du gerade frei erfunden.

            Die beim heutigen technischen Stand wirtschaftlich abbaubaren Kohlereserven der Erde reichen beim aktuellen Verbrauch 300 – 500 Jahre (deutsche Braunkohle etwa 200 Jahre zum Vergleich). Dazu kommen bekannte, aber derzeit technisch oder wirtschaftlich nicht abbauwürdige Vorkommen, die jedoch durch technischen Fortschritt und/oder durch Änderung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen irgendfwann in der Zukunft abbauwürdig werden. Dazu kommen die noch unbekannten Ressourcen. Wieviel das insgesamt ist weiß niemand, aus dem naheliegenden Grund dass ein Teil der Summe unbekannt ist. Klar ist aber dass sie sehr groß ist, für menschliche Maßstäbe so gut wie unerschöpflich. Dazu muss es eben nicht im Wortsinne „unendlich“ sein, es reicht „endlich aber sauviel“, und das ist der Fall.

            Ähnlich ist die Situation bei den anderen fossilen Brennstoffen. Die Geschichte von den alsbald versiegenden Rohstoffen ist eine Legende, die nur bei oberflächlicher Betrachtung für naive Gemüter auf den ersten Blick zuzutreffen scheint. Aber für FUD und als politisches Werkzeug reicht das.

            „Gegen Gläubige kann man aber nun mal nicht rational anargumentieren.“

            Stop, das war mein Text.

            „Mit dem Abbau wurde 1978 begonnen, 2040 soll die Grube ausgekohlt sein. Die Kohle ist also futsch – unwiederbringlich.“

            Ebenso trivial wie argumentfrei. Es ist ja anderswo mehr als genug da.

            „Dein Beispiel mit dem Wind war hoffentlich nicht ernstgemeint – und wenn doch, so können wir bei dieser Ressource von anderen Zeiträumen reden, größeren, als die Menschheit selbst wahrscheinlich überstehen würde.“

            Danke, genau um diesen Satz von dir serviert zu bekommen, habe ich mit der Endlichkeit von Wind überhaupt konfrontiert. Du hast völlig Recht, Endlichkeit ist kein Argument, wenn wir von für alle menschlichen Maßstäbe riesigen „Vorräten“ reden. Aber genau das trifft auf fossile Brennstoffe auch zu.

            Du argumentierst hier mit doppelten Standards: Beim einen ist die Endlichkeit an sich bereits das Argument, Größenordnungen werden gar nicht erst betrachtet. Beim anderen wird faktenwidrig so getan als sei es gar nicht endlich, und wenn drauf angesprochen wird plötzlich mit Größenordnungen argumentiert, was man vorher sorgfältig vermieden hatte.

            „Nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand wird die Kohle weltweit noch für 129 Jahre (Steinkohle), bzw. 286 Jahre (Braunkohle) reichen (http://www.agenda21-treffpunkt.de/lexikon/Kohle.htm).“

            Ich hab mich auf die Encyclopaedia Britannica bezogen, dort steht 300 – 500 Jahre.
            https://www.britannica.com/science/coal-fossil-fuel/World-distribution-of-coal

            Aber diese Zahl spielt keine Rolle, weil die Angaben „nur“ die Reserven enthalten, also die beim aktuellen Stand der Erschließung sicher bekannten und wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen. Das ist eine kleine Teilmenge aller Vorkommen, deren Gesamtmenge wie gesagt unbekannt aber definitiv viel größér und für menschliche Maßstäbe quasi unerschöpflich sind.

            Was dir hier auffallen sollte ist, warum die von dir mal wieder so zielgenau unter allen anderen Quellen herausgefischte ökolastigen Website dir diesen Umstand verschweigt. Und warum die deutschen Medien dies zB beim Erdöl systematisch tun:

            In den 1980er Jahren hieß es nämlich, die Welterdöl-Reserven reichten noch 30 Jahre – was an sich zutraf, denn so lange reichten die damals erschlossenen Vorkommen. Demnach war also 2010 Schluss mit Erdöl? Natürlich nicht, denn in der Zwischenzeit wurde weiter erschlossen, heute reichen die derzeit bekannten und abbauwürdigen Erdöl-Reservern beim aktuellen (übrigens viel höheren) Verbrauch rechnerisch 70 Jahre. Das bedeutet aber ebenfalls nicht dass 2090 alle Tankstellen dichtmachen müssen, genausowenig wie sie es 2010 mussten. Es wurde aber so suggeriert, wenn nicht direkt behauptet. Was von dieser Doppelbödigkeit zu halten ist, kannst du dir selbst dazudenken.

            „Du magst jetzt einwenden, dass es damit auch reichen würde, sich so in etwa 280 Jahren Gedanken über eine Alternative zu machen.“

            Sowas würde ich nie einwenden. Die Menschheit wird sich nie über das Versiegen eines Rohstoffs Gedanken machen müssen, weder jetzt noch in 280 Jahren. So läuft das nicht. Die Vorstellung des endgültigen Versiegens von Rohstoffen ist ein theoretisches Konstrukt, das auf einer Reihe simpler Denkfehler auf einfachstem Lieschen-Müller-Niveau beruht.

            „Aber es ist immer sinnvoll, sich über Alternativen Gedanken zu machen, wenn man noch die wirtschaftlichen Ressourcen hat, sie zu entwickeln und einzusetzen.“

            Ja, allerdings nicht politisch-ideologisch oder religiös motiviert. Die Menschheit wird ganz sicher irgendwann von fossilen Brennstoffen abkommen, aber das nicht wegen eines Versiegens geschehen, sondern weil Jahrtausende vor dem theoretischen Versiegen irgendeine andere Antriebsform erfunden wird, die praktikabler und wirtschaftlicher ist. So waren technologische Durchbrüche bisher immer.

            Für Windräder trifft aber das genaue Gegenteil zu: Ihre Subventionierung ist ideologisch-religiös motiviert, sie sind maximal UNPRAKTISCH und UNWIRTSCHAFTLICH. Der von dir imaginierte Sachzwang besteht zudem nicht. Also tschüssikowski.

            Leider leben wir aber in einem Land und in einer Zeit, das sich in religiöser Inbrunst wälzt, rationale Argumente daher ungehört verhallen, weshalb maximale Unvernunft regiert – in kristalliner Reinstform derzeit in Form der deutschen „Energiewende“. Darin besteht die tatsächliche Gefahr für uns und auch für die kommenden Generationen.

            „Von den ökologischen Folgen der Verbrennung fossiler Energieträger will ich gar nicht reden“

            Dann tu’s nicht, sonst schmier ich dir die ökologischen Folgen deiner blöden Windräder aufs Butterbrot, und dein zweierlei Maß das du dabei walten lässt.

          • @anorak (falsch platziert)

            Du schickst mir die unkommentierte Zusammensetzung des Strompreises und meinst tatsächlich darin einen Zusammenhang mit der „Anzahl der Windräder“ zu entdecken?
            Wo ist der Zusammenhang?
            Zeig doch bitte mal darauf.
            Du behauptest, es gäbe eine Korrelation und jetzt liegt es an DIR, diese so zu beweisen, als gäbe es eine Kausalität.

            Dann zu deiner Rechnung – kannst du bitte mal auf die x-Achse schauen?
            Bemerkst du die etwas merkwürdige Zusammensetzung?
            Es beginnt im zweijährigen Turnus und wechselt dann auf einmal auf jährlich.
            Schau mal ganz nach links und erinnere dich daran, wann die Liberalisierung des Strommarktes begann.
            Fällt dir irgendetwas auf?
            Schau mal auf den Strompreis 2000, 2010 und den 2015.

            Übrigens lustige Tabelle in der Zusammenstellung.
            Normalerweise rechnet man den Mehrwertsteuerbetrag on top – nicht ganz zufällig verhält es sich hier anders….

            Dann zur Einspeisevergütung für Windenergie onshore 2019:
            Anfangsvergütung (erste 5 Jahre): 8,03 Cent pro KW/h, danach 4,38 Cent pro KW/h.
            https://www.swe-windenergie.de/unternehmen/vergutungssatze-windkraftanlagen.html

            Wie möchtest du eigentlich beweisen, was du beweisen willst?
            Nach deinen eigenen Statistik wäre selbst die Anfangsvergütung gerade einmal 1,83 Cent pro KW/h (oder 30%) teurer als die dort kalkulierten Kosten.
            Danach wäre sie BILLIGER als 6,2 Cent pro KW/h.
            Die Kalkulation einer Windenergieanlage erfolgt auf 20 Jahre, womit sie 15 Jahre Strom 30% billiger produzieren würde.

            Wie kommst du vor diesem Hintergrund darauf, das wäre „sozialschädlich“ oder volkswirtschaftlich schädlich?
            Das ist völlig irreal.

            Lustig finde ich die anderen Steuern und Abgaben, die muss ich mir noch einmal genauer anschauen.

        • Anorak, ich habe ein sonniges Gemüt, aber deine fortwährenden Behauptungen, die die nicht ein einziges mal belegt hast, gehen mir so langsam auf die Nerven.

          Deinen Kram kurz kommentiert:
          „1. Die Hauptfaktoren für den Anstieg starken des Strompreises sind
          a) EEG-Umlage (blassgrün)“

          Ich habe dir bereits gesagt, es hat eine Liberalisierung des Strompreises gegeben, den Effekt siehst du in der Grafik in den Jahren 2000-2002 mit einem Strompreis von 8,8 und 9,8 Cent pro KWh.
          Orientierst du dich nach 2018, steigen addiertes Netzentgelt und Beschaffung bereits auf 13,5 Cent.
          D.h. gegenüber 2000 ist der Strompreis um 4,7 und gegenüber 2002 um 3,7 Cent gestiegen.

          Warum stellen sie die Mwst. so merkwürdig dar?
          Um zu suggerieren, der wäre nur auf ihren Teilbetrag fällig, nicht auf den Gesamtbetrag, was der Wahrheit entspricht.
          Lügen durch Darstellung, kennt man schon vom Feminismus. 🙂

          Und hier mit dem Mehrwertsteuersatz 19% 2018: 16,1 Cent/KWh
          16% 2002: 11,4
          16% 2000: 10,2

          Vergleichen mit 2000 haben sie es geschafft, die Strompreise um 60% zu erhöhen und natürlich sind die Ökos daran schuld!
          Das geile ist, man braucht euch nur ein Feindbild hinzuhalten und Konzerne kommen mit dem allerletzten Rotz durch.
          Was kein Problem ist, den letztlich teilen sich 4-5 Anbieter den Markt auf.

          Zum Beispiel: „Über die EEG-Umlage werden die Kosten für den Ausbau der regenerativen Energien auf den Endverbraucher umgelegt. Diese Umlage ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Dieser Anstieg ist teilweise darauf zurückzuführen, dass Großverbraucher von der EEG-Umlage weitgehend befreit sind. Im Ergebnis führt dies dazu, dass die energieintensive Industrie zwar 18 Prozent des Stroms verbraucht, aber an der Finanzierung der Energiewende über die EEG-Umlage nur zu 0,3 Prozent beteiligt ist.“
          https://www.photovoltaik.org/wissen/eeg-umlage-ausnahmen-fuer-energieintensive-betriebe

          „2016 profitierten insgesamt 2.137 Unternehmen mit 2.835 Abnahmestellen von Ausnahmeregelungen im EEG. Die privilegierte Strommenge liegt nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bei 107 Mrd. kWh, womit den Unternehmen Entlastung in Höhe von ca. 4,7 Mrd. Euro entstanden.“
          https://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz

          Nett, oder?

          „b) Stromsteuer (sog. „Ökosteuer“, lila)“

          Wikipedia: „Ca. 90 % der Einnahmen aus der Stromsteuer fließen in die Rentenkasse. Dadurch konnte der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberanteil an den Beiträgen zur Rentenversicherung abgesenkt werden. Im Jahr 1998 – vor Einführung der Stromsteuer – betrug der Arbeitgeberanteil noch 10,15 % (50 % des gesamten Beitragssatzes von 20,3 %); durch die Einnahmen aus der Ökosteuer (neben der Stromsteuer auch ein Aufschlag auf die Mineralölsteuer) konnte zum 1. April 1999 der Beitragssatz auf 19,5 % (und dementsprechend der Arbeitgeberanteil auf 9,75 %, also um 0,4 %) verringert werden. Im Jahr 2013 beträgt der Gesamtbeitragssatz 18,9 %, der Arbeitgeberanteil daher 9,45 %.“

          Das Ding ist also ein Witz und hat mit Ökologie nichts zu tun.
          Die versuchen lediglich Steuern als Verbrauchssteuer durchzudrücken und geben ihnen wohlklingende Namen.

          Und weil es so schön ist: „Unternehmen des produzierenden Gewerbes kann für Strom, der für bestimmte Prozesse und Verfahren entnommen wurde, die Stromsteuer auf Antrag erlassen oder erstattet werden“
          Tadaaaa!

          „c) die ständige Neuerfindung weiterer Umlagen die alle mit der „Energiewende“ zu tun haben (kleine Scheibchen in verschiedenen Farben)“

          Ja, geil, nächster Witz: „Letztverbraucher zahlen für ihren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle für die ersten 1.000.000 Kilowattstunden (!) im Jahr die in der Tabelle ausgewiesene § 19 StromNEV-Umlage.“

          Gruppe A: 0,358 ct/kWh Gruppe B: 0,050 ct/kWh Gruppe C: 0,025 ct/kWh

          Ich würde mal sagen, Gruppe A subventioniert die Gruppen B und C.

          https://www.amprion.net/Strommarkt/Abgaben-und-Umlagen/§19-StromNEV-Umlage/

          Auch geil: „Umlage für die Offshore-Haftung
          Mit der Offshore-Umlage nach §17 f Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) finanzieren die Übertragungsnetzbetreiber die besonderen Anforderungen von Offshore-Stromproduktionsanlagen. Die Offshore-Haftungsumlage finanziert die Entschädigung bei Störungen oder überbrückt Verzögerungen in der Anbindung von Offshore-Anlagen sowie die höheren Kosten für Bau und Betrieb der Anbindungsleitungen gegenüber Überlandleitungen.“

          Sie kassieren ein Netzentgelt, aber nehmen den Endverbraucher dafür in Haftung, wenn es ihnen nicht gelingt, die Offshore-Anlagen anzubinden.
          Dass nenne ich ein gelungene Form der Sozialisierung eines unternehmerischen Risikos. Vor allem, weil das „Risiko“ ja immer anfällt, egal ob Anlagen gebaut werden oder nicht.

          „d) Mehrwertsteuer auf das alles (rosa)“

          Logo, „um so höher das alles“ desto mehr Mehrwertsteuer und Einnahmen für den Staat.
          Wenn es den Begriff „Staatsmonopolistischer Kapitalismus“ nicht schon geben würde, hier wäre er wirklich treffend.
          Sie versuchen alles, wirklich alles an Kosten auf den normalen Bürger und die Kleinbetriebe umzulegen und den Konzernen die Gewinne zu garantieren.

          • Interessant, danke fürs aufdröseln crumar!

            Bei anorak ist Hopfen und Malz verloren: Die kumulative Inflation von 1998-2018 ist ~30%. Das erklärt bereits den Großteil (knapp die Hälfte) des Preisanstiegs in anoraks Grafik. Dazu kommen dann noch ein paar der Effekte die du beschrieben hast, fertig ist der Lack.
            Und das tolle: man braucht gar keine Ökoverschwörung um den Preisanstieg zu erklären, einfache Gier reicht völlig aus. Aber diese Erkenntnis dringt vermutlich nicht bis unter anoraks Aluhut vor, weil es nicht mit seinem Feindbild „Ökospinner“ verträglich ist…

          • Was ich wirklich nicht verstehe ist, wie Ökos dieses Doublethink aushalten. Ihr schreit Zeter und Mordio, dass eure „Energiewende“ gefördert werden muss bis der Arzt kommt, und wenn das dann passiert und die Rechnung präsentiert wird, tut ihr so als ob das eben noch so glühend von euch Bejubelte gar nicht stattfinde. Beides gleichzeitig kann ja nicht zutreffen. Glaubt ihr das selber, ist es kognitive Dissonanz? Oder ist es ein Versuch die übrige Bevölkerung zu verarschen?

          • @anorak: Da gibt es nichts zu verstehen, weil du von ganz falschen Prämissen ausgehst. Probiers mal mit ein bisschen weniger Schwarz-Weiß-Malerei, du wirst sehen es ist alles gar nicht so schlimm 😉

            „Ihr schreit Zeter und Mordio“

            Einige ja, die meisten nein.

            “ dass eure „Energiewende“ gefördert werden muss bis der Arzt kommt“

            Einige fordern das vehement, ja. Die meisten aber nicht „bis der Arzt kommt“ sondern in ganz unterschiedlichen Intensitäten.

            „und wenn das dann passiert“

            Ansichtssache.

            „tut ihr so als ob das eben noch so glühend von euch Bejubelte gar nicht stattfinde“

            Wenn man nur die Extreme betrachtet könnte man darauf kommen. Zum Glück sind die meisten Menschen nicht so unvernünftig.

      • Ich habe mit deiner Position große Sympathien, aber dennoch muss ich widersprechen: Der Begriff „postindustriell“ beschreibt sehr gut die gegenwärtigen Ökonomischen Trends. Mit Postindustriell ist natürlich nicht gemeint, dass das produzierende Gewerbe wegfällt oder absolut gesehen schrumpft. Es verhält sich jedoch so, dass die Industrie an volkswirtschaftlicher Bedeutung verliert. Die Folge ist, dass sich bestimmte Ökonomische Prozesse verändern. Mit dem Wandel von der Agra- zur Industriegesellschaft wurde auch nicht weniger gegessen, aber Arbeits- und Konsumverhalten wurden grundlegen umgewälzt. Ähnliches erleben wir jetzt.

        Die Ursache für den Bedeutungsverlust der Industrie ist, das sich in der Industrie deutlich größere Produktivitätssteigerungen erzielen lassen als, z.B. bei Dienstleistungen. In der Folge benötigt die Gleiche Wertschöpfung in der Industrie relativ gesehen einen Sinkenden Anteil an volkswirtschaftlichen Ressourcen. Der Anteil der Beschäftigung im produzierenden Gewerbe sinkt also zugunsten der Beschäftigung bei den Dienstleistungen.

        Auch wird die Produktion zunehmend kapiteleffizient. Für das gleiche Produktionsvolumen wird tendenziell weniger Kapitel benötigt. Da der Absatz für Industriegüter kaum noch steigt erleben wir „den Tod des Kapitals“: Die Nachfrage nach Kapital ist geringer als das zur Verfügung stehende Anlagekapital. Daher erleben wir einen Anlagenotstand und sehr niedrige Zinsen und Inflation.
        Da die Industrie an Bedeutung verliert, dort aber die Produktivitätsgewinne am größten sind, vermindert sich das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum und daher auch das gesamtwirtschaftlich Wachstum. (M.E. existiert ein Teil des Produktivitätswachstums nur auf dem Papier und es wird eigentlich ein Teil Inflation gemessen.)

        Ein weiterer Trend ist die Automatisation von Routinetätigkeiten. Diese führt zum einen zu einer Verdichtung des Arbeitstages und zum anderen zur Entwertung bestimmter Qualifikationen (und was oft übersehen wird zur relativen Aufwertung unqualifizierter Arbeit). Andererseits steigen die Anforderungen an die Autonomie und Kreativität der Arbeitnehmer. (M.E. haben uns diese Faktoren — Verdichteter Arbeitstag und der Bedarf an Autonomie und Kreativität — in eine Situation geführt in die klassische 40-50 Stundenwoche nicht mehr rational ist. Wenn sie das jemals mal war.)
        Zusammengefasst sind die Merkmale der postindustriellen Ökonomie die Folgenden: Die Beschäftigung wird von Dienstleistungsberufen dominiert, Produktivitäts- und Einkommenswachstum sind im historischen Vergleich gering, Zinsen und Inflation niedrig und Beschäftigte mit mittlerer Qualifikation verlieren relativ zu niedrig und hochqualifizieren an Einkommen.

        • Ja, natürlich. /sarcasm off 🙂

          Die Pflegeindustrie hat 1,1 Millionen Beschäftigte, in der Windenergie tummeln sich nur 135-160.000 in D.
          Kann nicht irgendwer erkennen, dass die Pflegeindustrie im Dienstleistungssektor dominant ist und wir alles daran setzen müssen, diese Branche international konkurrenzfähig zu machen???
          Warum nur verschwenden wir Gelder in Windmühlen?
          Wieso erkennt nicht jeder, der Wirtschaftsstandort Deutschland steht oder fällt mit der Pflegeindustrie???
          Die Zukunft der Dienstleistungsgesellschaft steht auf dem Spiel!!! 😉

          „Die Ursache für den Bedeutungsverlust der Industrie ist, das sich in der Industrie deutlich größere Produktivitätssteigerungen erzielen lassen als, z.B. bei Dienstleistungen.“
          Nope und falsch herum gedacht.
          Das tote Ende der „Dienstleistungsgesellschaft“ ist das – bisherige – ausbleiben einer Automatisierung und damit Produktivitätssteigerung.
          Als Lehrer kann ich dir nur mehr Schüler pro Klasse aufhalsen und mehr Unterrichtsstunden – was im marxistischen Sinne nur den absoluten Mehrwert steigert, nicht den relativen.

          „Auch wird die Produktion zunehmend kapiteleffizient.“ – was genau das Gegenteil von dem darstellt, warum die Produktion in Niedriglohnländer verlagert wird.
          Es gibt nicht etwa Speichenräder in Fahrrädern, weil es keine Alternative zu diesen geben würde, sondern die Lohnkosten für Speichenräder sind so billig, dass sich die Alternative aus kapitalistischer Sicht nicht rechnen würde.

          „Andererseits steigen die Anforderungen an die Autonomie und Kreativität der Arbeitnehmer.“

          Korrekt.
          Nur vollzieht sich diese unter den Bedingungen von bspw. „verketteten CNC-Stationen“, von denen „Linke“ in der Regel, sehr, sehr, sehr, sehr wenig Ahnung haben.
          Viele von diesen Arbeitnehmern haben sogar eine Doppelqualifikation, von denen „Linke“ in der Regel sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr wenig Ahnung haben.

          „Da die Industrie an Bedeutung verliert, dort aber die Produktivitätsgewinne am größten sind, vermindert sich das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum und daher auch das gesamtwirtschaftlich Wachstum.“

          Die Hölle, ja! 🙂

          „Gemeinsam mit den chinesischen Joint-Venture-Partnern SAIC VOLKSWAGEN und FAW-Volkswagen lieferte die Volkswagen Group China 4,21 Mio. Fahrzeuge (4,18, + 0,5 %) an Kunden auf dem chinesischen Festland und in Hongkong aus. Dies beinhaltet auch 196.300 Importfahrzeuge. Mit diesem Rekordergebnis konnte die Volkswagen Group China den gesamten PKW-Markt hinter sich lassen.“
          https://www.volkswagenag.com/de/sustainability/reporting/regions/china.html

          „Auslieferungsrekord für Volkswagen Konzern in 2018
          10,83 Mio. Fahrzeugauslieferungen weltweit (+0,9 Prozent) sind neue Allzeit-Bestmarke“
          https://www.volkswagenag.com/de/news/2019/01/new-delivery-record-for-volkswagen-group-in-2018.html

          Es hat überhaupt nichts damit zu tun, dass 40% der VW-Fahrzeuge gar nicht mehr in Deutschland produziert werden.
          Es handelt sich vielmehr um etwas ganz ANDERES, denn es „vermindert sich das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum“.

          Ganz bestimmt, Bro! 🙂

          Wann kommt ihr eigentlich in 2019 an?
          Wie lange dauert das noch?
          Muss ich euch „lean production“ erst noch erklären und „business reengeneering“?
          Für wie DUMM darf man euch eigentlich noch verkaufen?

          • Ich habe einfach keine Lust mehr, für eure Bildungsdefizite/Analphabetismus noch eine Ausrede zu finden.
            „Reengineering the Corporation: A Manifesto for Business Revolution“ oder „Business Reengineering“ von Hammer und Champy, „Das Toyota-Produktionssystem“ von Taiichi Ohno, „The Machine That Changed the World“ von Womack, Jones, Roos, Scherrer, „Im Bann des Fordismus“.

            Klappe halten, lesen.

          • @ crumar

            Was Du schreibst, ist sehr interessant.

            Allerdings kann ich nicht so recht sehen, dass Deine Punkte irgendetwas mit „lean production“ und „business reengineering“ zu haben, obwohl Du genau diese Stichworte oben bringst.

            Zur Lean Production heißt es bspw. in der Wikipedia:

            „Lean manufacturing or lean production is a systematic method originating in the Japanese manufacturing industry for the minimization of waste [!] (無駄 muda) within a manufacturing system without sacrificing productivity, which can cause problems. Lean also takes into account waste [!] created through overburden (無理 muri) and unevenness in work loads (斑 mura). Working from the perspective of the client who consumes a product or service, „value“ is any action or process that a customer would be willing to pay for.“

            https://en.wikipedia.org/wiki/Lean_manufacturing

            Ähnlich für Business Reengineeing.

            https://en.wikipedia.org/wiki/Business_process_re-engineering

            Allgemein kann man wohl von den meisten Teilnehmern hier im Forum nicht erwarten, und schon gar nicht verlangen, dass sie bewandert sind in den umstrittenen Theorien aktueller Entwicklungen in der Wirtschaft.

          • „Allgemein kann man wohl von den meisten Teilnehmern hier im Forum nicht erwarten, und schon gar nicht verlangen, dass sie bewandert sind in den umstrittenen Theorien aktueller Entwicklungen in der Wirtschaft.“

            Tja. Was soll ich sagen?
            Sie sind leider weder umstritten, noch aktuell.
            Alle genannten Bücher Anfang der 90er Jahre herausgekommen und haben (nicht nur) die Industrie revolutioniert, sondern generell das Erbe von Taylorismus und Fordismus angetreten.
            Deshalb bin ich eine Mischung aus angepisst und frustriert. 😦

          • @crumar: Tolle Rhetorik. Wenn du meinen Beitrag wirklich verstanden hättest, wäre dir klar warum ein Verweis auf Lean Production und co für die Frage, ob unsere Ökonomie als postindustriell verstanden werden kann, noch nicht einmal relevant ist. Am ehesten kann man in deinem Beitrag den hilflosen Versuch erkenne dich deiner vermeidlichen Überlegenheit zu versichern. Mir geht es nicht anders als anorak2 und ich kann mich seinem Fazit weiter oben nur anschließen.

          • Ich finde deine Vorgehensweise lustig – du hast keine Ahnung von der Weiterentwicklung der Industrie seit Anfang der 90er Jahre, aber willst mir ein „postindustriell“ aufschwatzen.
            Möchtest du nicht erst einmal deine Wissenslücke über die letzten 30 Jahre schließen und danach können wir uns über das Thema unterhalten?

            Ich gebe dir einfach Zahlen: Der deutsche Maschinenbau machte 2016 einen Umsatz von über 230 Milliarden Euro, Die Automobilindustrie kam auf über 400 Milliarden (im Inland auf 150 Milliarden), die chemische Industrie kam auf 200 Milliarden. Software und IT-Dienste brachten es 2016 auf knapp 99 Milliarden Euro.

            Was genau rechtfertigt vor diesem Hintergrund die Bezeichnung „postindustriell“? Wo findet das statt?
            Die „traditionelle“ Industrie mit 830 Milliarden und die „postindustrielle“ mit 99 Milliarden Umsatz – sollte das Verhältnis nicht wenigstens annähernd ausgeglichen sein oder gar umgekehrt sein?
            Wessen „Rhetorik“ hat ein Problem vor dem Hintergrund der realen Zahlen?

            Ich habe die Altenpflege auch nicht ohne Grund als Gegenbeispiel gewählt, weil es klar ist, die würden eine verdammt große „postindustrielle Industrie“ bilden, ginge man nur nach der Zahl der Beschäftigten.
            Nur ist dir und mir klar, wo die Quelle der Finanzierung ist, nämlich über den Beitrag für die „Pflegeversicherung“ als Lohnbestandteil.
            Sie kann auch nicht in internationaler Konkurrenz existieren, gerade weil die Produktivität schwer zu steigern ist und die Lohnkosten im internationalen Vergleich viel zu hoch wären.

            Schau dir mal an, wer „postindustriell“ beherzigt, bspw. die USA – ein gigantischer Sektor für Finanzdienstleistungen und Handel, ein weiterer für Gesundheit, für Erdöl, für Software und einer für den Kriegs-Keynesianismus.
            Schau dir nur die Top-20 Unternehmen in den USA und in D im Vergleich an.

            Wo ist das deutsche Äquivalent zu JPMorgan, ExxonMobile und Berkshire, Alphabet oder Boeing?
            Es ist vor diesem Hintergrund völlig unmöglich, dieses Modell zu kopieren. Aber alle „wissen“, „postindustriell“ ist das neue Zeitalter.
            Facepalm.

            Als alle nach Detroit pilgerten, um zu sehen, wie „Fordismus“ funktioniert, waren gewisse Japaner frustriert über den Fertigungsanteil in Eigenproduktion. Weil die Kapitalbasis nicht ausreichte, das selber zu produzieren. Ergo mussten sie sich eine Art und Weise der Produktion überlegen, die Produktion gemäß der heimischen Möglichkeiten zu organisieren.
            Sie entdeckten dabei erstaunliche Dinge, dass nämlich 1 Dollar, investiert in ein fehlerhaftes Teil, welches in das Produkt eingebaut wird 9 Dollar zur Beseitigung des Schadens nach sich zieht.
            Auf dieser Basis verfügten sie, jeder Arbeiter kann die laufende Produktion unterbrechen, um das fehlerhafte Teil erst gar nicht einzubauen.

            Das ist eine Denkweise, die sich fundamental unterscheidet von der fordistischen, wonach mehr output besser ist als weniger und in der Hierarchie der Arbeiter ganz unten steht.
            In einer Zeit, als alles auf maximalen output der Maschinen geeicht war, erkannten diese Japaner, dass es völlig sinnlos ist, die Effizienz von bspw. Drehmaschinen danach zu kalkulieren, ob sie 50.000 Stück in der Schicht herstellen – wenn nämlich nur 30.000 Stück erforderlich sind.
            Faktisch mussten für die 20.000 Stück Differenz Lager erstellt werden und totes Kapital lungerte in zahlreichen Lagern, Zwischenlagern, Hochregallagern herum, musste bewegt werden und fraß zudem produktive Fläche. Das ist „muda“, nämlich Verschwendung.

            Also erfanden sie ein Produktionssystem, das die Produktion einmal auf den Kopf stellte. Der letzte Schritt in der Produktion ist der Auslöser für alle vorhergehenden Produktionsschritte (kanban) und das Ziel ist eine kontinuierliche Auslastung einer letztlich völlig synchronisierten Produktionsmaschine.
            Das ist die – sehr verkürzte – Darstellung des Toyota-Produktionssystems (was auch erklärt, warum Qualitätssicherung (TQM) eine so große Rolle spielt).

            Warum es der deutschen Automobilindustrie leichter fiel, dieses System zu übernehmen, ist durch das wesentlich höhere Gewicht von Zulieferern zu erklären (bspw. Bosch), die diese traditionell hatten sowie von starken Gewerkschaften (die es in Japan ebenfalls gab).

            Die Berücksichtigung der nationalen Besonderheiten und spezifischen Ausgangsbedingungen Japans nach dem zweiten Weltkrieg und die Fragestellung: Wie geht Massenfertigung in der Automobilindustrie unter Anerkennung unserer Bedingungen trotzdem?
            DAS ist Kreativität.
            Und die sehe ich aktuell nicht in Deutschland.
            Den Fokus auf „postindustriell“ halte ich generell für irreal und kontraproduktiv.

          • @crumar: Würdest du es bitte unterlassen irgendwelche Wissenslücken zu unterstellen? Das ist absolut unnötig.

            Zwei einzelne Branchen rauszugreifen und zu vergleichen belegt exakt nichts. Es kommt auf das Aggregat aller Branchen an. Und hier haben wir die Situation, dass der Dienstleistungssektor nicht nur bezüglich der Beschäftigungszahlen sondern auch bezüglich der Wertschöpfung den industriellen Sektor überschattet:

            https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37088/umfrage/anteile-der-wirtschaftssektoren-am-bip-ausgewaehlter-laender/

            Was Lean Production angeht komme ich dir soweit entgegen, dass der Wandel der Anforderungen an die Arbeitnehmer keine Besonderheit einer Postindustriellen Gesellschaft ist. Wir hätten vermutlich die gleiche Entwicklung wenn der Anteil der industriellen Wertschöpfung konstant geblieben wäre. Allerding sind sie auch keine Besonderheit der Industrie. Die Prinzipien auf denen Lean Production beruht haben beispielsweise in der Software Entwicklung ihren Niederschlag in den Agilen Methoden gefunden.

          • @Robert

            „Zwei einzelne Branchen rauszugreifen und zu vergleichen belegt exakt nichts. Es kommt auf das Aggregat aller Branchen an. Und hier haben wir die Situation, dass der Dienstleistungssektor nicht nur bezüglich der Beschäftigungszahlen sondern auch bezüglich der Wertschöpfung den industriellen Sektor überschattet:“

            Das ist auch kein Problem, denn eine „unternehmensnahe Dienstleistung“ ist eine „Dienstleistung“.
            Vergebe ich einen Auftrag an eine Ingenieursgesellschaft wie EDAG zur Entwicklung eines Automobils, dann ist das eine „Dienstleistung“.
            Kaufe ich Ingenieure über eine Leiharbeitsfirma, dann kaufe ich eine Dienstleistung.
            Filetiere ich unternehmensintern die Kantine zu einer Catering-Unternehmen, so erschaffe ich ein „Dienstleistungsunternehmen“.
            Mache ich betriebswirtschaftlich die unternehmenseigene EDV zu einer ausgegründeten GmbH, dann habe ich eine „Dienstleistungsfirma“.

            D.h. im Bemühen um das „Kerngeschäft“ eines gewerblichen Unternehmens entstehen irre viele „Dienstleistungen“.
            Die damit verbundene Hoffnung ist, von den „Haustarifverträgen“ zu den ganz ordinären „Tarifverträgen“ zu wechseln und Lohnkosten einzusparen.
            Die offiziellen Zahlen sagen damit immer weiniger aus.

            „Was Lean Production angeht komme ich dir soweit entgegen, dass der Wandel der Anforderungen an die Arbeitnehmer keine Besonderheit einer Postindustriellen Gesellschaft ist. Wir hätten vermutlich die gleiche Entwicklung wenn der Anteil der industriellen Wertschöpfung konstant geblieben wäre. Allerding sind sie auch keine Besonderheit der Industrie. Die Prinzipien auf denen Lean Production beruht haben beispielsweise in der Software Entwicklung ihren Niederschlag in den Agilen Methoden gefunden.“

            Womit ich dir entgegen kommen möchte, ist beim letzten Punkt zuzustimmen.
            Allerdings hätte man das auch wissen können seit „The Mythical Man-Month“ von 1975.
            Das heißt, es ist eben in der Zwischenzeit – aus guten, schlechten Gründen – nicht in Frage gestellt worden.
            Was sich geändert hat sind die materiellen Bedingungen.
            Dann erfolgte der Bruch.

            Das unmittelbar erfahrbare Resultat von Business Reengineering sind die „Bürgerbüros“. Weil erstens klar geworden ist, wir brauchen mehr Generalisten und eher weniger Spezialisten.
            Auch die beschleunigte Weitergabe von hochgradig spezialisierten Informationen im Pingpong zwischen Fachabteilungen und vertikalen Hierarchien ist zweitens die Beschleunigung von Flitzkacke („Digitalisierung“).
            Das musste als Erkenntnis erst einmal gelernt und verdaut werden.

            Mein Punkt ist, wenn wir als Deutschland wirklich „postindustriell“ tätig werden wollten, wir sollten einen verdammt guten Plan haben und noch bessere Produkte.
            Ich sehe keines von beiden.
            Ich würde gerne sagen, wir verwetten bspw. unsere Zukunft auf das Gelingen von Risc-V, auf Open Source auf IRGENDWAS.
            Es gibt nichts und das war es auch schon, während die existierenden Industrien von Quartalsirren als Produkte des 19. Jahrhunderts beschrieben werden.

            Aus meiner Perspektive gibt es die Irren in zwei Geschmacksrichtungen: A. als Leugner der aktuellen empirischen Realität und b. als Leugner der Notwendigkeit einer mittel- und langfristigen Alternative zu dieser Realität.
            Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es unmöglich ist, die US-Entwicklung zu kopieren.

            Genauso, wie Taichi Ohno akzeptieren musste, es gibt keine Möglichkeit Fordismus zu den Konditionen von Ford in Japan zu realisieren, müssen wir uns überlegen, wie „Post-Fordismus“ in Deutschland ohne US-amerikanische Voraussetzungen zu realisieren ist.

            Das erfordert kreative Energie, Verzicht auf „copy&paste“ und Anerkennung der spezifisch nationalen Bedingungen.
            Niemand muss ein Nationalist werden, ein Patriot zu sein reicht. 😉

            Das „Wohin wollen wir gehen?“ beinhaltet mit dem „Warum?“ immer die Frage nach dem „guten Leben“.
            Es ist an der Zeit, dass Männer das Maul aufbekommen.
            Zu viele schweigende Männer, zu viel schlechtes Leben.
            Sprechende Männer, gutes Leben.
            Das Einfache ist das Schwierige. 🙂

    • Trump, Brexit und AfD sind Reaktionen auf die weltfremden Exzesse der bisherigen „Eliten“ und wirken mit etwas Glück als Korrektive, auch wenn sie selbst in sich problematisch sind. Ein Ende der Moderne seh ich deshalb nicht. „Postindustriell“ ist auch Blödsinn, Gründe hat @crumar schon genannt.

  4. Das hervorragende Buch des australischen Philosophen Peter Godfrey-Smith über seine Auseinandersetzung mit Kraken ist jetzt auch in deutscher Übersetzung erschienen;

    Sehr empfehlenswert, das beste an Philosophie was ich seit langem gelesen habe. Es geht im wesentlichen um die Entstehung des Bewusstseins in der Evolution, und darum, dass die Natur das auf verschiedenen Wegen erreichen kann, so wie bei Kraken oder wie bei Menschen.

  5. Für alle, deren Weltbild und deren politische Utopie auf einem Menschenbild als „vernunftgeleitetes Wesen“ basiert, sollten diese zwei Klassiker nicht fehlen:

    Schnelles Denken, Langsames Denken von Kahnemann
    und
    The Righteous Mind von Haidt

    Beide zeigen ausführlich, dass die Vernunft nur eine dünne Firnis auf einer Milliarden von Jahren alten evolutionären Basis ist und was das für alltägliches und moralisches Handeln bedeutet.

  6. „Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon

    Ein Buch darüber, wie schnell der Mensch seine Individualität, seine Kritikfähigkeit, seine Moral verliert, wenn er von anderen Menschen umgeben ist und eine Masse bildet und wie dieser Prozess von (Ver-)führern genutzt wird. Le Bon hat das Buch 1895 geschrieben und damit die Nazizeit vorweggenommen, in der genau das eingetreten ist. Auch heutzutage ist das Buch mMn aktuell, da sich der Mensch zum einen nicht geändert hat, zum anderen aber auch die Mittel zur Lenkung der Massen ein vielfach größeres Potential besitzen als noch vor hundert Jahren.

    • Zustimmung, habe ich auch gelesen. Wer gerne auf Tablet liest, findet das Buch mittlerweile auch kostenlos online:
      https://archive.org/details/Le-Bon-Gustave-Psychologie-der-Massen

      Wobei man nicht so direkt sagen kann, dass er die Nazizeit vorweggenommen hat, sondern er hat sie regelrecht inspiriert. Meines Wissens hatten Hitler und Goebbels dieses Buch in ihren Regalen, der „Führer“-Begriff scheint sogar direkt daraus entlehnt.

      Bernays hat wenig später dann noch das Handwerkszeug dazu geliefert, mit „Crystallizing Public Opinion“ und „Propaganda“.

      Le Bon beschränkt sich mehr auf die Beschreibung, wie er die Massen sieht. Hatte es trotzdem mit Gewinn gelesen, auch oder gerade weil das Buch nicht politisch korrekt ist und er da sehr deutliche Rasse- und Ethnienunterschiede der Völker umschreibt, für deren bloße Erwähnung man heute einen Kopf kürzer gemacht wird 🙂

      Muss man natürlich alles kritisch lesen, versteht sich von selbst.

      • „Meines Wissens hatten Hitler und Goebbels dieses Buch in ihren Regalen, der „Führer“-Begriff scheint sogar direkt daraus entlehnt.“

        Das war mir nicht bekannt, würde aber durchaus Sinn machen. Und „Propaganda“ von Bernays ist in der Tat auch sehr zu empfehlen, da es auch einen Einblick in die Bereiche Marketing und Lobbyismus gibt.

  7. Gerade gestern hatte ich notgedrungen mein Bücherregal ausgeräumt (wir stellen gerade einige Möbel um) und festgestellt, dass ich bestimmt die Hälfte der in letzter Zeit gekauften Bücher noch nicht gelesen habe. Ich folge immer interessanten Querverweisen aus Videos und anderen Büchern und das offensichtlich ein bisschen zu häufig 🙂

    Immerhin hat meine Sammlung Schlagseite, SciFi, Geschichte&Politik, einiges an Physik, übergleitend zu den Grenzwissenschaften und VT-Literatur. Letztere beiden Bereiche sind explosionsartig gewachsen, weil ich die mittlerweile am Spannendsten finde.

    Manche Bücher legt man wieder weg, durch manche quält man sich mehr oder weniger durch, manche sind richtig gut. Ich finde man sollte auch die erwähnen, die man nicht so gut fand, um anderen einen Fehlgriff zu ersparen.

    Nicht so gut fand ich:
    https://www.amazon.de/Geheimsache-%C2%BBMonster%C2%AB-Nick-Redfern/dp/386445154X
    Gabs quasi geschenkt, neu für 4 Euro. Kryptozoologie ist nicht so mein Steckenpferd, aber es ging um offengelegte Akten zu dem Thema. Die sind auch als Fußnote alle angegeben, wer da einen Einblick sucht, kann sich daran entlang hangeln. Allerdings mag ich den Schreibstil von Redfern nicht, wüste Spekulationen gemischt mit Übertreibungen und Wertungen, man weiß am Ende nicht, was da in den Akten stand und was nicht. Sowas hasse ich, so eine angelsächsische Masche der Geschäftemacherei, die nur dazu führt, dass solche Themen am Ende nicht ernst genommen werden. Hab mich trotzdem durchgequält, um nichts zu verpassen. Einige interessante Einblicke sind immerhin hängen geblieben und als Referenz zu den Akten, kann man es nutzen.

    Zur Zeit lese ich „Reinkarnation in Europa – Dokumentierte Fälle“ von der Institution zum Thema: Ian Stevenson, ein Buch, auf dass ich während einer Diskussion mit Adrian gestoßen bin 🙂 Ist noch zu früh etwas Abschließendes darüber zu sagen. Ist mit 500 Seiten ziemlich dick, aber ich bin erst bei den historisch dokumentierten Fällen im ersten Viertel. Die sind zwar auch interessant, aber natürlich nicht mehr überprüfbar und damit angreifbar. Gefällt mir aber vom Stil her, Stevenson ist sehr akkurat und bringt am Ende von jedem Fall immer noch eine Auflistung von Kritikpunkten und evtl. Widersprüchen, um den Kritikern gerecht zu werden (sowas findet man nur selten).

    Wer Bücher für Kinder sucht, vielleicht für Weihnachten. Der Bub (11 Jahre) verschlingt, zusammen mit meiner Frau, Fantasy-Romane. Heuer bekommt er (hat ihm ein Klassenkamerad empfohlen):
    „Ruf der Tiefe“ von Katja Brandis
    aber sein Regal ist voll, er hat sich regelrecht durch die
    https://www.eragon.de/buecher
    Reihe durchgearbeitet, manche hat er schon zweimal gelesen, obwohl das dicke Schinken sind.
    Verschlungen hat er auch:
    Woodwalkers und Seawalkers, ebenfalls von Katja Brandis
    Kann ich inhaltlich aber nichts dazu sagen, ich meide Fantasy, mich ärgert schon, dass das Zeug immer selben Regal wie SciFi steht 🙂

    • Die Kleine (sieben Jahre, zweite Klasse) bekommt ein Witzebuch für Kinder und einen Hilda-Comic:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Hilda_(Comic)
      Im Prinzip auch eine Art Fantasy, aber die lese ich auch gern. Sehr abgedreht, gefühlvoll und auch witzig.

      Mal sehen, ob ich noch was anderes für sie finde. Sie liest noch wenig aus Eigenantrieb, aber es wird langsam.

      Den Klassiker „Das magische Baumhaus“ haben sie beide gelesen oder vorgelesen bekommen. Kann ich auch empfehlen.

      Zur Zeit lesen wir ihr noch „Die dreizehneinhalb Leben des Käptn Blaubär“ vor, das mochten wir alle, aber es ist echt durchgeknallt. Zum selbst lesen eher noch zu langatmig, eher so ab dritte oder vierte Klasse geeignet. Von Moers haben wir noch mehr gelesen, die „Stadt der träumenden Bücher“ war toll (die Folgebände bisher leider nicht so). „Ensel und Krete“ (weiß ich nicht mehr genau), „Rumo“ (sehr brutal, vorher probelesen!) und „Der Schrecksenmeister“ (etwas finster, sicher auch nicht für alle Kinder was).

      Wir lesen immer noch beiden abends (getrennt) vor, bei dem Jungen benutze ich das, um Sachen zu bringen, die er von selbst (noch) nicht lesen würde. Zur Zeit etwa Sherlock Holmes, vorher Winnetou Band 4, der ein bisschen langatmig ist (die anderen hat er selbst gelesen).

      Es gäbe da noch so viele Empfehlungen, ich kaufe ständig Bücher nach und sortiere alte aus, auch das Kinderbuchregal quillt ständig über 🙂

      Eine phantastische Zeit, vor allem weil man Bücher gebraucht so günstig bekommt! Die Aussortierten landen dann im lokalen Bücherkasten oder werden weiterverschenkt.

  8. Rainer Mausfeld: Warum schweigen die Lämmer? (erweiterte Studienausgabe): Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören

    In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Demokratie in einer beispiellosen Weise ausgehöhlt. Demokratie wurde durch die Illusion von Demokratie ersetzt, die freie öffentliche Debatte durch ein Meinungs- und Empörungsmanagement, das Leitideal des mündigen Bürgers durch das des politisch apathischen Konsumenten. Wahlen spielen mittlerweile für grundlegende politische Fragen praktisch keine Rolle mehr. Die wichtigen politischen Entscheidungen werden von politisch-ökonomischen Gruppierungen getroffen, die weder demokratisch legitimiert noch demokratisch rechenschaftspflichtig sind. Die destruktiven ökologischen, sozialen und psychischen Folgen dieser Form der Elitenherrschaft bedrohen immer mehr unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen. Rainer Mausfeld deckt die Systematik dieser Indoktrination auf, zeigt dabei auch ihre historischen Konstanten und macht uns sensibel für die vielfältigen psychologischen Beeinflussungsmethoden.

  9. Ich habe einen alten Nischenroman aus den 60ern gelesen, der heutzutage zumindest in Deutschland nirgends veröffentlicht werden könnte. Ein Roman als Sachbuch gehalten. Wer Interesse an Ethnologie, Zivilisations- und Kunstgeschichte und paraphile Perversionen hat, dem sei dieses Werk zu empfehlen:

    Duca di Centigloria – Ich fraß die weiße Chinesin – Ein Menschenfresserroman (107f), Merlin Verlag 1967

    Hier eine kleine Kostprobe:

    Während ich sie ihres Hemdes entledigte, blickte ich nach dem Einschuß der Kugel. Das Geschoß war mitten durch den kleinsten der fünf Sterne gedrungen, die sie sich aus Liebe zu mir unter die Brust hatte tätowieren lassen. Die Zeichnung mit dem fünfsternigen Wappen meines Namens war eine Opferung, eine Weihe ihres Leibes an mich gewesen, denn das Tätowieren ist, ähnlich wie das Beschneiden, eine Erinnerung an das Verstümmeln, das in der Urzeit die Hingabe an eine Gottheit geübt wurde, wovon uns noch heute die Abdrücke von verstümmelten Händen an den Wänden der ältesten Kulthöhlen der frühen Steinzeit Kunde geben. Wie dieses Abschneiden von einzelnen Fingergliedern, war auch die Tätowierung einst ein Ersatz für die Opferung des ganzen Menschen, und so wie das Peitschen symbolisch die Opferung der Frau bedeutet, haben auch Schmuck und Körperbemalung stets eine magische, mystische Bedeutung und sind ein Zauber wie Gewand und Kopfzier.
    Als ich dieses Zeichen ihrer Liebe betrachtete, wollte ich es nicht wahrhaben, daß ich diesen geliebten Körper nie mehr genießen sollte.

    Wilder und wilder überkam mich die Lust, auch noch die Zeit nach der letzten Stunde zu genießen und die Tote noch einmal zu küssen, noch einmal zu umarmen. Wie sie es vorher noch im Sterben getan hatte, konnte sie diesmal nicht mehr mein Glück teilen und erwidern; ihr Mund, liebes Gefäß der höchsten Lust, ihre Lippen und ihre Zunge waren kalt und unbeweglich. Obwohl ich jetzt schon ihre Glieder, die sich eben zu steifen begannen, mit Gewalt auseinanderbiegen mußte, war dennoch meine Liebe nun noch inniger als beim ersten Male.
    Die Vorgeschichte der Menschheit wiederholt sich noch heute täglich im Irsinn, im Verbrechen und in jeder Kunst, und sei es auch in Schändung, Mord oder Raub. In unserer Welt voller Alltag und Zwang ist die Welt des Verbrechens fast die einzige, in die sich noch ein letzter Rest von Romantik geflüchtet hat.

  10. Ich lese gerade „Linchpin“ von Seth Godin. Inhaltlich geht es primär um das Thema „Lebensgestaltung“. Seth Godin ist ein witziger Kerl. Das Buch gibt einige Denkanstöße.

  11. Die „Sechs Säulen des Selbstwertgefühls“ von Nathaniel Branden ist sehr empfehlenswert. Ohne Übertreibung kann ich behaupten, dass das Buch mein Leben verändert hat, indem es mir weitere Handlungsoptionen bewusst gemacht hat. Es eröffnet einem neue Perspektiven die einem Zusammenhänge erklärbar machen, die zuvor im Dunkeln lagen.

  12. @crumar

    „es hat eine Liberalisierung des Strompreises gegeben“

    Das hat mit dem Thema nichts zu tun, deswegen hab ich es bereits bei der ersten Erwähnung stillschweigend ignoriert.

    „steigen addiertes Netzentgelt und Beschaffung bereits auf 13,5 Cent“

    Zu deinen Gunsten habe ich weggelassen, dass diese Kostenanstiege auch der „Energiewende“ anzulasten sind. Die abgeschalteten Atomkraftwerke müssen ja durch außerplanmäßige Neubauten ersetzt werden, das kostet zusätzlich und diese Belastung fällt unter „Beschaffung“ an. All die Wind- und Solarfarmen müssen ja angeschlosen werden, und die Bau- und Unterhaltskosten dieser zusätzlichen Leitungen fallen unter „Netzentgelt“ an und verursachen mindestens eines Teils des Anstiegs. Das ist zwar zwingend logisch und sollte deshalb keines Belegs bedürfen, aber die genaue Höhe dieser speziellen Belastung ist in der Grafik nicht aufgeschlüsselt und ich habe keine andere Quelle für den genauen Wert. Du hättest mir das bestimmt vorgehalten hätte ich es trotzdem mitgerechnet, auch deswegen hab ich es nicht getan. Da du nun aber selbst dumm genug bist damit anzukommen, kann ich dir die Retourkutsche nicht ersparen.

    „Und hier mit dem Mehrwertsteuersatz“

    Dass ich die Erhöhung des Mehrwersteuersatzes nicht der „Energiewende“ ankreide, habe ich AUSDRÜCKLICH geschrieben. Die Tatsache dass die Grundgesamtheit ansteigt, auf die die Mehrwersteuer erhoben wird, ist es aber sehr wohl und das werde ich nicht weglassen.

    „Vergleichen mit 2000 haben sie es geschafft, die Strompreise um 60% zu erhöhen und natürlich sind die Ökos daran schuld!“

    Der deutsche Strompreis beträgt heute 29,4 Cent/kWh, das ist der höchste der Welt abgesehen von einigen Inselstaaten im Pazifik.

    Davon sind; 6,7 Ct EEG-Umlage, 2,6 Ct Stromsteuer, 0,5 Ct Offfshore-, KWK- und Abschaltbare-Lasten-Umlage, plus 1,8 anteilige Mehrwersteuer auf all diese Aufschläge (alle Summanden zu deinen Gunsten abgerundet), zusammen 11,4 Ct bzw. 38% Anteil am Endpreis ist grüner Politik geschuldet .

    Ohne diese Politik betrüge der Endpreis heute 18 Ct/kWh.

    Das ist einfache Arithmetik, alles lückenlos belegt. Keine Rhetorik kann diese simplen Fakten aus der Welt schaffen.

    „Dieser Anstieg ist teilweise darauf zurückzuführen, dass Großverbraucher von der EEG-Umlage“

    Wenn der Öko argumentativ am Ende ist, zitiert er zur Ablenkung Talking Points von Ökopropagandaseiten und spielt Zitierkartell. Das ermüdet. Gugge mal min Jung:

    Die volkswirtschaftliche Gesamtbelastung der „Energiewende“ liegt bei 30 Mrd pro Jahr, oder 375 EUR pro Kopf der Bevölkerung. Es spielt keine Rolle auf welchem Weg diese Belastung die Bevölkerung trifft, ihre Höhe steht so oder so fest. Wenn man die Industrie direkt belastet, folgt das zu Preiserhöhungen bei deren Produkten, oder Gehaltskürzungen bei deren Mitarbeitern, oder Unternehmenspleiten und steigender Arbeitslosigkeit. Das belastet die Bevölkerung genauso als wenn man ihr den Strompreis hochdreht. Eine von den Subventionsabsahnern (von deinem eigenen Geld) betriebene Lobbywebseite wird dir das natürlich nicht verraten. Die spielen „Haltet den Dieb, er hat mein Messer im Rücken“. Dass dich dieser simple Wizard of Oz Trick so beeindruckt wirft kein gutes Licht auf deine Kritikfähigkeit 🙂

    „Das Ding ist also ein Witz und hat mit Ökologie nichts zu tun.“

    Meine Rede. Es ist aber von Ökos gemacht, begründet mit Ökoideologie.

    „Die versuchen lediglich Steuern als Verbrauchssteuer durchzudrücken und geben ihnen wohlklingende Namen.“

    Meine Rede. Alle Ökopolitik ist so, es gibt keine andere. Sie ist immer ein Etikettenschwindel. Aber du bist gerade erst dabei das zu verstehen, und ohne meine Kritik wärste nicht drauf gekommen. Bis vor 3 Tagen hast du noch deren Hohelied gesungen.

    „§ 19 StromNEV-Umlage.“

    Diese hat ausnahmsweise nichts mit der „Energiewende“ zu tun, ich habe sie deswegen nirgendwo in dem Kontext erwähnt und in meiner Addition nicht einbezogen. Welche Umlagen der „Energiewende“ zuzurechnen sind steht oben, Bei der OFFSHORE-Umlage, der KRAFTWÄRMEKOPPLUNGS-Umlage und der ABSCHALTBARELASTEN-Umlage kannst du schon ihren NAMEN entnehmen, dass sie mit der „Energiewende“ zu tun haben. Wie tief willst du das Niveau hier senken? Deine abrupten Themenschwenks und gespielte Begriffsstutzigkeit sind unheimlich schwer zu ertragen. Meine Geduld ist hier zu Ende.

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