Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht?

Frau Kramp-Karrenbauer bringt die Einführung einer „allgemeinen Dienstpflicht“ ins Gespräch – anscheinend so etwas ähnliches wie der frühere Zivildienst nur eben für Männer und Frauen.

Die Idee scheint mir nicht wirklich aussichtsreich – sie wäre wohl aufgrund des erheblichen Eingriffs nur mit einer Verfassungsänderung zu erreichen für die nach allem, was ersichtlich ist ohnehin die Mehrheit fehlt. Und selbst dann gäbe es weitere Probleme, etwa einen Verstoß gegen das Verbot der Zwangsarbeit nach Art 4 der EMRK.

Es wird geäußert, dass man damit „der Gesellschaft etwas zurückgibt“ oder das man dort eben etwas besonders für das Leben lernt, Charakterbildung etc.

Aus meiner Sicht ist es eher Zeitverschwendung.

Aber ich stelle es hier mal zur Diskussion

36 Gedanken zu “Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht?

  1. Ist das nicht letztlich das gleiche wie kürzlich der Zwangseinzug zur „Freiwilligen“ Feuerwehr, nur noch ratloser und unbeholfener?

    Diversität zerstört das Gefühl der 1. Person Plural und anscheinend ist das weit genug fortgeschritten, dass selbst AKK das merkt. Also – so ihre Lösung – müssen die jungen Menschen gezwungen werden, freiwillig mit der „Gemeinschaft“ (an deren Zerstörung Politiker seit vielen Jahren arbeiten) solidarisch zu sein.

    • Das scheint mir sehr gut analysiert.
      Aus der ganzen Politik spricht ja oft eine große Hilf- und Ratlosigkeit, angesichts der eigenen Unfähigkeit des Menschen, die mit dem Verstand erkannten Fehlentwicklungen zu bekämpfen, da man es einfach nicht schafft die eigene Instinktsteuerung zu überwinden.

  2. Wenn wir eine Verfassungsänderung brauchen dann ist es die, dass der sexistische Artikel 12a abgeschafft gehört.

    Aber wie auch immer, für mich kommt das vor wie ein Laberthema, was mal wieder ablenken soll. Purer Populismus, um die Zeitungen mit super mega wichtigen Diskussionsbeiträgen zu uns und unserer Gesellschaft zu füllen.
    „Frage nicht, was der Staat für dich tut, frage was du für den Staat tun kannst.“ Philosophen, Politiker, Soziologen, Kommentatoren alle können sich äußern, als wenn wir keine dringerenden Probleme hätten.

  3. Mit den genannten Argumenten wäre auch der frühere Wehr- und Ersatzdienst ungesetzlich gewesen.
    Dafür hat es lange funktioniert.

    Es ist geradezu krass wie jetzt alle darüber schimpfen. Generationen mussten zum Dienst und es hat nicht gestört.
    Ist es weil die heutige Schneeflockenjugend es nicht verkraften würde etwas für die Gesellschaft zu tun was irgendwie nicht kool ist? Oder weil plötzlich Frauen teilnehmen müssten #Gleichberechtigung

      • „Weil er im GG steht“ ist formalistisch argumentiert. Wenn das GG die Gleichberechtigung von Frauen und Männern vorschreibt und an anderer Stelle selbst dagegen verstößt, ist das GG eben selbstwidersprüchlich und wir müssen gucken welcher der beiden Grundsätze uns wichtiger ist. Welcher mir wichtiger wäre weiß ich.

        • Jeder, der sich auf Gesetze beruft, argumentiert ‚formalistisch‘. Die Gesetze selbst sind ein Formalismus.

          Dass das GG in Teilen selbstwidersprüchlich ist, ist nun wahrlich keine Neuigkeit. Denken wir nur mal an Artikel 3, Absatz 2. Ich zitiere:

          ‚Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.‘

          Der zweite Satz hebelt den zuvor stehenden ersten Satz aus; jener zielt auf die Herstellung von Ergebnisgleichheit (vulgo Gleichstellung) ab, was wiederum die Gleichberechtigung aus dem ersten Satz zerstört. Deswegen sind gesetzliche Frauenquoten in allen möglichen Bereichen möglich, obwohl sie Sonderrechte für Frauen darstellen und damit grundgesetzlich eigentlich verboten wären. Von all den anderen staatlichen Privilegien für Frauen ganz zu schweigen.

          Ansonsten: Eine allgemeine Dienstpflicht widerspricht dem EMRK, welche eine Arbeitspflicht ausdrücklich verbietet; das hat Christian in seinem Text durchaus richtig festgehalten. Einzige Ausnahme von diesem Verbot einer gesetzlichen Arbeitspflicht ist die allgemeine Wehrpflicht. Deswegen ist ein Zivildienst auch nur als Ersatzdienstleistung für die Wehrpflicht statthaft. Deswegen sind diese ganzen Diskussionen um eine allgemeine Dienstpflicht reine Spiegelfechtereien – es sei denn, man beabsichtigt tatsächlich die EMRK in diesem Punkt zu verletzen. Interessanterweise ist das offensichtlich kein relevanter Diskussionspunkt in der öffentlichen Debatte.

          • „Eine allgemeine Dienstpflicht widerspricht dem EMRK, welche eine Arbeitspflicht ausdrücklich verbietet; das hat Christian in seinem Text durchaus richtig festgehalten. Einzige Ausnahme von diesem Verbot einer gesetzlichen Arbeitspflicht ist die allgemeine Wehrpflicht.“

            Nein, der dazugehörige Abschnitt in der EMRK besteht größtenteils aus Ausnahmen, z. B. Arbeitspflicht im Strafvollzug, siehe https://dejure.org/gesetze/MRK/4.html

            „Deswegen sind diese ganzen Diskussionen um eine allgemeine Dienstpflicht reine Spiegelfechtereien – es sei denn, man beabsichtigt tatsächlich die EMRK in diesem Punkt zu verletzen. Interessanterweise ist das offensichtlich kein relevanter Diskussionspunkt in der öffentlichen Debatte.“

            Die Diskussion in der CDU konnte man wegen Bewerbungsverfahrens um den Parteivorsitz gut verfolgen und dort ging es z. B. auch um die Variante eines freiwilligen Bürgerdienstes, der mit Vorteilen im späteren Leben (z. B. fürs Studium) belohnt wird.

            Und die rechtliche Lage wird (wenn auch unterkomplex) in Berichten wie https://www.welt.de/politik/deutschland/article203899094/CDU-plant-Pflichtjahr-Die-Sehnsucht-Deutschland-zu-dienen.html sehr wohl wiedergegeben.

          • @Stinktier

            Die vier Ausnahmen, unter denen Zwangsarbeit laut EMRK zulässig sind:

            a) eine Arbeit, die üblicherweise von jemand verlangt wird, dem die Freiheit entzogen worden ist (verurteilter Verbrecher)
            b) im Rahmen der Wehrpflicht oder eines Ersatzdienstes für Wehrpflichtdienst
            c) im Katastrophen- oder Notstandsfall
            d) eine Arbeit oder Dienstleistung, die zu den üblichen Bürgerpflichten gehört

            Keiner der obigen Ausnahmefälle trifft auf die geplante Allgemeine Dienstpflicht zu; auch d nicht, denn bislang gehört es eben gerade nicht zu den üblichen Bürgerpflichten von Staates wegen zur Zwangsarbeit verdonnert zu werden – schon gar nicht in einer angeblich freiheitlichen Grundordnung. Dein diesbezüglicher Einwand ist somit gegenstandslos.

            Diskussionen in der CDU sind bestenfalls Teil der öffentlichen Debatte aber ganz sicher nicht die ganze öffentliche Debatte. Ob dort die Menschenrechtswidrigkeit des Ansinnens diskutiert wurde, weiss ich nicht; aber Du kannst das ja gerne mit entsprechenden Belegen nachweisen. Im Welt-Artikel, der sich durchaus kritisch zur Allgemeinen Dienstpflicht gibt, steht jedenfalls nichts über deren Menschenrechtswidrigkeit.

            Fazit: Dir ist es nicht gelungen meine Kritik zu entkräften. Mein einziger Irrtum war, dass die Wehrpflicht die einzige Ausnahme sei. Allerdings ist es die einzige wesentliche Ausnahme.

    • Das hat nichts mit cool zu tun (auch nichts mit kool).
      Wir geben fast 50% unserer Arbeitsleistung diesem Staat (nichts anderes sind Steuern und Sozialabgaben) und erhalten eine Politik die nicht einmal den Namen verdienst, so schlecht ist sie. Und jetzt erwartet ein Staat der Weltweit die zweihöchsten Steuern und Abgaben hat, dass wir noch ein Jahr für einen Hartz4 Lohn Arbeit machen, wo die Anbieter keinen Bock haben die Angestellten vernünftig zu bezahlen?
      Ich hab damals Zivildienst gemacht und wie bei jedem Sklavendienst habe ich ihn absolut unmotiviert gemacht. Ich hab das nicht ernst genommen und ich habe auch keinen kennengelernt der das getan hat, weswegen die Arbeitsleistung unter aller Kanone war.
      Ich denke, wer gerne diese Art von Extraarbeit machen möchte (z.B. weil er einen Sinn im Leben sucht) der soll das gerne machen aber alle anderen sollte man in Ruhe lassen, sonst wird es nur wieder so enden, dass die Gutbetuchten sich einfach eine andere Staatsbürgerschaft besorgen und die Armen am Ende diesen Zwang ausbaden.

    • Generationen mussten zum Dienst und es hat nicht gestört.

      Nein, mussten eben nicht ganze Generationen, sondern nur ca. 50% der Generation.

      Man kann auch spekulieren, wie groß die jetzige Empörung ausgefallen wäre, wenn wieder nur Männer zum Zwangsdienst verpflichtet hätten werden sollen. Obwohl – noch ist die Debatte ja nicht beendet und die ausdrückliche Verpflichtung beider Geschlechter nur ein mehr oder weniger geschickter Winkelzug der AKK gewesen.
      Man darf spekulieren, ich bin mir relativ sicher, dass es keine allgemeine Dienstpflicht für beide Geschlechter geben wird. (Ein rhetorischer Winkelzug von mir. 😉 )

      Btw. Ginge es wirklich um Gleichberechtigung, wäre die Wehrpflicht nur für Männer längst abgeschafft.

      • Nachtrag:
        Mir erscheint der in Art. 12a GG festgelegte Zwangsdienst im Zusammenhang mit den von AKK geforderten Dienstverpflichtungen nicht so wirklich passend. Es wird zwar immer gerne so getan, als sei die Bundeswehr einer der größten Arbeitgeber Deutschlands, letztendlich geht bzw. ging es bei der Allgemeinen Wehrpflicht immer darum, andere Menschen zu töten oder aber selbst getötet zu werden. Das wird zwar gerne ausgeblendet, ändert aber nichts.

  4. Deutschland hat, wie viele westliche Länder, ein zunehmendes Problem, die Menschen dazu zu bewegen, sich freiwillig für die Gesellschaft zu engagieren. Dies wird kurzfristig zu Engpässen bei Feuerwehr, Sanitätern, Soldaten, THW etc. führen.

    Das hat m.E. drei Gründe:

    1. Seit geraumer Zeit wird jungen Leuten beigebracht, dass die westliche Gesellschaft scheiße ist: Patriarchal, rassistisch, sexistisch – warum sollte man sich für so eine Gesellschaft engagieren?

    2. Es gibt kaum Patriotismus in Deutschland und damit kaum Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch das schwächt die Bereitschaft, sich zu engagieren.

    3. Frauenförderung bei gleichzeitiger Verachtung alles Männlichen. Frauen tun per se nichts konstruktiv notwendiges für die Gesellschaft. Und Männern erklärt man, dass sie überflüssig und problematisch sind. Man verzichtet also freiwillig auf Engagement und fördert das Geschlecht mit dem geringsten Output.

    • Punkt 2 widerspreche ich mal aus meiner Erfahrung.
      Ich war einige Jahre in der FFW meines Heimatortes. Als Jugendlicher und junger Mann.
      Mit Patriotismus hatte ich da nichts am Hut. Die meisten anderen auch nicht. Man hat das halt gemacht, weil man Spaß dran hatte. Genauso wie beim örtlichen Verein Fußball spielen. Da gehörte dann halt auch alles andere dazu, wie Dienste bei Festen. Laternenumzüge usw.
      Das Hauptgrund war: es hat Spaß gemacht.

      Die Mädels hatten da genauso „ihre“ Sachen. Wie Volleyball im Verein. Aber auch da waren einige bei der FFW.

      Was heute fehlt? Meines Erachtens ist die Jugend viel bequemer geworden. Man muss doch „chillen“.

    • „Deutschland hat, wie viele westliche Länder, ein zunehmendes Problem, die Menschen dazu zu bewegen, sich freiwillig für die Gesellschaft zu engagieren.“

      Das Problem lässt sich leicht lösen: Einfach ordentlich bezahlen.

    • Ich grübele auch, warum das so ist. Warum mache ich das nicht? Das hat mehrere Gründe:

      1) Ich kenne da niemanden, was die Hemmschwelle sehr erhöht, man arbeitet für Leute die man nicht kennt und mit Leuten die man nicht kennt und bekommt kein Geld dafür, man müsste es also aus Spaß machen, den ich aber (vielleicht fälschlicherweise) für überschaubar halte. Je lokaler man verwurzelt ist, desto eher kennt man jemanden dort, desto eher sieht man vermutlich einen Sinn und bekommt einen positiven Eindruck von der Arbeit. Sprich: Entwurzelung, Anonymisierung und Flexibilität widersprechen dem Gedanken einfach.

      2) Die Zeit fehlt einfach. Ich bin meist gegen 7 Uhr aus dem Haus und komme selten vor 19 Uhr wieder nach Hause (an meinen Arbeitstagen, ich arbeite ja nur Teilzeit). Arbeit + Fahrtweg + Einkaufen. Dann müssen die Kinder ins Bett und man versucht noch eine Stunde runterzukühlen. An den Familientagen kann man wegen der Kinder nicht weg. Gerade so Einsatzdienste sind eine Sache für Leute, die lokal arbeiten (und auch von Arbeit aus zu einem Notfall ausrücken können) und mit klassischer Arbeitsteilung. Allein die Rufbereitschaft würde mich massiv nerven und jede (ohnehin zu knappe) Erholung versauen.

      3) Ist die Anerkennung überschaubar, während die Workoholics, die alle Zeit in ihre Karriere investieren, vorbeiziehen. Ist jetzt nicht so mein Problem, weil mir das nichts bedeutet, aber spielt sicher für viele eine Rolle. Warum kostenlos schuften?

      Es ist also u.a. auch die Mentalität und Ideologie des Westens, die seine eigenen Grundlagen unterhöhlt. Das zeigt sich bei diesem Problem genauso, wie bei der Zuwanderung und der „alle sind gleich“-wir-sind-alle-nur-Individualisten-Ideologie die zu großen Teilen problemlos ans Linksradikale anschließt und dieses auch indirekt ständig selbst mit hervorbringt (wenn auch nicht monokausal, der Modernismus mit seiner Entfremdung und Urbanisierung hat m.E. viel gravierendere psychologische Folgen, ist aber systemunabhängig bzw. kam im Kommunismus auch vor).

      Auf Dauer vermutlich nur mit Bezahlung lösbar.

  5. Ich wäre total dafür, allerdings nur für Politiker und Beamte. Jeder der so eine Position im Staat anstrebt muss ein Jahr einen solchen Dienst machen. Asylbewerberheim, Sterbehospiz oder Altenheim ist egal, allerdings muss der Lohn bei dem damaligen Zivildienst Gehalt liegen. Am besten Pro zehn Jahre Positikerdasein oder Beamtentum, ein Jahr diesen Dienst – damit die Damen und Herren lernen, dass es Menschen sind die sie verwalten und regieren. Schließlich sollen sie ja auch wissen wie ihr Volk tickt.

    • Gute Idee, ich würde noch weiter gehen. Eine allgemeine Dienstpflicht halte ich für sinnvoll, Aber im Gegenzug wird der öffentliche Dienst massiv abgebaut und die Steuern werden gesenkt – für Alle die dem Dienst nachkommen. Und die oberen 10 Prozent müssen sich 1:1 um die unteren 10 Prozent kümmern. Müssten man mal durch rechnen. Aber statt Steuern ohne Ende abzudrücken, würde ich lieber „meinen“ SGBIIler persönlich unterstützen. Hätte doch was. Ganz früher ging das doch auch mal.

      • Da bin ich genau gegenteiliger Ansicht. Auch im öffentlichen Dienst wird Arbeit geleistet, und wie jede Lohnarbeit gehört die ordentlich bezahlt. Diese Arbeit per Zwang kostenlos abzufordern wäre eine weitere neoliberale Lohndrückermaßnahme, die sich auf alle abhängig Beschäftigten negativ auswirken würde von der nur wenige Kapitalisten profitieren würden.

        • Der Busfahrer im ÖD arbeitet ganz gewiss. Die Frauenbeauftragte ganz gewiss nicht. Da ist viel Luft nach unten, was die Zahl der Stellen betrifft. Und unbezahlt muss der Dienst ja nicht sein, dafür sollen ja die Steuern sinken. Das ist alles machbar, wenn man will. Tatsache ist doch, viel notwendige Arbeit wird nicht gemacht, dafür wird unnötiger Scheiß finanziert.
          Wenn der Staat alles machen soll, dann müssen die Bürger zahlen und davon hab ich die Nase gestrichen voll. Bei mir im Ort sind z.B. die Grundsteuern sehr gering, weil die Bürger viel mit anpacken. Ist freiwillig und wird gerne gemacht. Und wenn das im Kleinen geht, dann geht das auch im Großen.

          • Frauenbeauftragte braucht man überhaupt nicht, für die braucht man auch keinen Zwangsdienst. Aber solcher Quatsch sind Ausnahmen, die meiste Arbeit im ÖD ist sinnvoll und notwendig, und dein Vorschlag war für diese einen Zwangsdienst zu haben. Das geht nicht. Die Kritik war außerdem nicht dass es nicht „machbar“ sei. Natürlich ist Ausbeutung machbar, das wird nicht bezweifelt.

            „Tatsache ist doch, viel notwendige Arbeit wird nicht gemacht, dafür wird unnötiger Scheiß finanziert.“

            Dafür können aber Polizisten, Kindergärtnerinnen, Krankenschwestern und Müllfahrer nichts. Der „unnötige Scheiß“ besteht doch nicht darin, dass irgendwelche überbezahlten ÖD-Stellen für Nutzloses geschaffen würden, sondern dass Unsummen an Subventionen an Externe bezahlt und nutzlose Aufträge an Beraterfirmen und solchen Schiet vergeben werden. Das sollte verboten werden.

          • Nachtrag: Unser Kernproblem ist, dass die Entscheider in Politik und Unternehmen (dort auch und vor allem) seit einer Generation fast ausnahmslos inkompetente verantwortungslose Luschen sind. Vieles was wir hier diskutieren sind Folgefehler dieses Grundübels. Dass es Arbeitnehmern zu gut gehe wäre kein Problem selbst wenn es wahr wäre, außerdem ist leider das Gegenteil wahr.

          • Das Problem ist nur, dass an der Abschaffung des Busfahrers gearbeitet wird, während wir mit einer weiteren Frauenbeauftragten rechnen müssen, für das Geld, das zwei Busfahrer vorher verdient haben. Das geht allerdings nur solange noch genügend Busfahrer vorhanden sind, mit deren überbordenden Steuern unnütze Frauenbeauftragte finanziert werden Wird aber noch ein Weilchen dauern, bis das Habeck/Bärbock, die Strizzis von der Ex-SED oder Senowab (der Neue von der SPD) kapiert haben werden..

  6. Das wird die Verdienst-Situation in der Pflege nicht besser machen, aber dem Personalmangel würde entgegen gewirkt.

    Ich stimme anderen Kommentatoren zu: Laberthema und wird geben schon ca. 50% unseres Geld an den Staat, mit dem der Staat dann so tut als ob er uns ein Geschenk macht, wenn er uns etwas davon zurück gibt.

    Und in die wichtigen Sektoren, wie Bildung, Infrastruktur, medizinische Versorgung wird ja nicht Mal in dem Maße investiert, wie es nötig wäre, obwohl wir seit Jahren immer wieder Rekord-Steuereinnahmen haben. Der Staat macht nicht das was er tun sollte und beschäftigt sich lieber mit sowas wie Hatspeech. Eine Diätenerhöhung ist aber immer drin. Soviel Zeit muss sein.

    Der Dienst KANN einigen jungen Menschen nach der Schule eine Richtung vorgeben, aber für alle die das nicht brauchen, ist es ansonsten ein Jahr Zeitverschwendung.

  7. Die herkömmliche Wehrpflicht verstößt auch gegen das Verbot von Zwangsarbeit und gegen das Gebot der Gleichbehandlung der Geschlechter, aber bisher hat beides keinen gestört. Eine „allgemeine Dienstpflicht“ würde nur noch gegen ein Grundrecht verstoßen und nicht mehr gegen zwei, aber das ist immer noch eins zuviel. Ob das jemanden stören würde wage ich allerdings zu bezweifeln, wg ersterem.

  8. Wer ernsthaft einjährige Sklavendienste fordert sollte sofort bei einem Jahr Zwangsarbeit eingeknastet werden. Hat AKK selbst irgendeine Art von staatlichem Zwangsdienst durchlaufen? Nein? Was erdreistet diese Frau sich überhaupt dazu eine Meinung zu haben? Ich habe eines der besten Jahre meines Lebens für totalen staatlich erzwungenen Stuss verloren. Das passiert nicht noch einmal. Es ist schlimm genug, dass ich jetzt quasi nur noch für den Staat arbeite. Aber meine Lebenszeit für Sklavendienste ohne Bezahlung in der Hand von Hofschranzen, die zu dumm für was Richtiges sd deswegen am Tropf des Staates hängen? Never ever. Nie wieder, mit allen Konsequenzen, das passiert nie wieder, das ist eine Konstante in meinem Leben wie fast nichts Anderes.

    Ich bin dafür, dass die Regeln ganz generell immer für alle gelten, nämlich auch für die, die sie gemacht haben. Soll AKK doch bitte ihr Jahr Zwang nachholen und die gleichen Steuersätze bei dem gleichen Gehalt zahlen wie ich, dann sehen wir wie lustig das ist.

    Wer ernsthaft in mittelalterlicher Fürstenmanier versucht, Sklavenarbeit für alle außer sich selbst wieder einzuführen, gehört mit Mistgabeln aus dem Land gejagt.

  9. Ich finde es schon sehr faszinierend, dass die gleichen vorgeblich wertkonservativen Gestalten, die gegenüber Wirtschaftsunternehmen auf »freiwillige Selbstverpflichtungen« und dergleichen apolitischen Nonsens setzen, um an- und vorgebliche gesellschaftliche und politische Ziele zu erreichen, auf der anderen Seite keine Probleme damit haben, gegenüber Individuen mit ihrer störrischen Individualität Pflicht, Zwang und Repression einführen wollen – nur, dass ihnen niemand aus Presse und Glotze diesen klaffenden Widerspruch um die Ohren haut, dass es nur so scheppert, ist dabei noch ein bisschen faszinierender und wirft vielleicht ein Licht darauf, woher der Vorwurf von »Staatsfunk« und »System- und Lügenpresse« kommen könnte.

    • Das ist kein Widerspruch, wen du die Annahme verwirfst sie seien „wertkonservativ“. Wenn du annimmst sie seien Lakaien des Kapitals, fügt es sich ganz widerspruchsfrei zusammen. Vorschläge für andere widerspruchsfreie Motive hier:

      ________________

  10. Ich bin entschieden dafür, vor allem wenn es auch für Mädchen gilt. Ich war auch nicht glücklich darüber, aber meine 16 Monate Zivildienst möchte ich nicht missen, eine höchst wertvolle Erfahrung, den Umgang mit Kranken und Sterbenden zu lernen.

    Vor allen diesen Schreihälsen, die behaupten, man würde ihnen die Zukunft rauben, würde das sehr gut tun.

  11. Erst den Zusammenhalt der Gesellschaft zerkloppen und dann Zwangsdienste einführen. Frauen gegen Männer, FFF-Kinder gegen Ältere, Einheimische gegen Zuwanderer, Religiöse gegen Ungläubige.

    Wer berät nur AKK? Erst soll nach Afghanistan und dem Balkan auch Syrien am deutschen Wesen genesen, dann kommen Arbeitsdienste im Inland. Wer nicht mitmacht, wird eingekerkert, wenn er das Zwangsgeld nicht berappen kann. Ausnahmen gibt es dann nur für Mütter, beleidigte Frauen und Schwerstbehindernde.

    Das Problem ist, dass uns der Dienst am Menschen nichts wert ist. Dass Geld für E-Mobilität da ist, aber nicht für Pflege und Betreuung von alten und bedürftigen Menschen.

    Daher soll die Jugend zwangsweise zum Füttern und Windeln in die Altenheime – für lau. Dadurch werden diese Berufe niemals adäquat wertig angesehen und bezahlt.

    Vielleicht sind viele Frauen von der Idee entzückt. Frauen über 60 sind ja die größte Wählergruppe. Und wenn der Alte fünf Jahre früher ins Gras gebissen hat, dann ist es schon toll, wenn ein paar junge Frische vorbeischauen anstatt nem Pflegeroboter.

  12. „Man kann auch spekulieren, wie groß die jetzige Empörung ausgefallen wäre, wenn wieder nur Männer zum Zwangsdienst verpflichtet hätten werden sollen. Obwohl – noch ist die Debatte ja nicht beendet und die ausdrückliche Verpflichtung beider Geschlechter nur ein mehr oder weniger geschickter Winkelzug der AKK gewesen.“

    Man kann ja von dem Thema halten was man will, das Einbeziehen der Frauen ist anscheinend selbstverständlich, selbst in der CDU:
    „Bei ihrer „Zuhörtour“ in den CDU-Gliederungen sei in keinem Fall in Frage gestellt worden, dass auch Frauen in dieses Dienstjahr mit einbezogen werden müssten, sagte Kramp-Karrenbauer.“

    …siehe https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-11/cdu-dienstpflicht-annegret-kramp-karrenbauer-bundestag-bundesrat

    • AKK ist zwar nur eine Quotenfrau aber trotzdem nicht voll verblödet. Eine Dienstpflicht nur für Männer ist als „Testballon“ unbrauchbar. Dazu braucht es erst mal eine zustimmende Grundmeinung des Stimmviehs, denn wer (von den Älteren, insbesondere Männern) sollte schon etwas gegen eine allgemeine Dienstpflicht haben.

      Erst mal abwarten, was am Ende dabei rauskommt. Ich halte es da mit GOI. Aller Voraussicht nach wird es entweder gar keinen Zwangsdienst oder aber nur für Männer geben.

  13. Mir hat die BW sehr geholfen, meiner Abiturientenblase zu entkommen. Einser-Abitur und musste mich vom Hauptschulen-HG durch die Pampa scheuchen lassen und mit Vollassis in einer Stube bringen. Der eine hat mich dann auch fast verwemst, weil ich ihm arrogant gekommen bin.
    Aber ich war nach 6 Monaten top-diszipliniert, sportlich fit wie noch nie zuvor, und hatte tatsächlich Kameradschaftsgefühle gegenüber meinen Mitgefangenen entwickelt.
    Ich hab dann sogar freiwillig verlängert, und heute rede ich noch gerne drüber, zB als Gesprächsgrundlage mit Leuten, die tatsächlich nix mit dem anfangen können, was ich beruflich so treibe.

    War unterm Strich bei aller Langeweile eine Zeit, an die ich gerne zurückdenke. Mein bester Kumpel war unterdessen Rettungssanitäter (natürlich unendlich nützlicher für die Gesellschaft!), und ist dann in seinem Wunsch, Arzt zu werden, entsprechend gestärkt worden.

    Also, ein soziales/militärisches Jahr kann sowohl persönlich als für die Gesellschaft sehr nützlich sein. Aber das Argument, wir täten im allg. zuwenig für die Gesellschaft, zieht halt nicht angesichts von ~50% Abgabenlast.

  14. Sind wir mal ehrlich.
    Die allgemeine Dienstpflicht klingt erstmal gut. Kann ja auch keiner was dagegen haben. Ist ja für alle.
    Die ersten Hinweise gibt es schon. Geht nicht. Müssten das GG ändern.
    Bald wird ihnen einfallen, dass wir ja nich den Art 12a GG haben. Eine Dienstpflicht nur für Männer. Ja, gute Idee, da müssen wir ja nur Gesetze ändern.
    Und da ja alle Studien/Statistiken und gekauften Pressemitteilungen zeigen, dass Frauen ja sowieso schon 30h Care-Arbeit am Tag machen, ist es nur fair, wenn Männer alleine dazu verpflichtet werden…

  15. Würde die CDU nur mit der AfD hinkriegen. Konjunktiv, also erledigt.
    Wobei man dieses Konstrukt natürlich für eine gewisse Lenkung nutzen könnte. Wenn man wirklich wieder spottbilliges „Pflegepersonal“ wie die Zivis haben möchte, beendet man eben die Aussetzung der Wehrpflicht und macht die Alternative (Ersatzdienst) im Vergleich so attraktiv, dass die Jungs und Mädels sie „freiwillig“ wählen.
    Mehr Steuerzahlernachwuchs gewünscht? Einfach Schwangere und junge Mütter von der Pflicht entbinden. Mal sehen, wie viele einen plötzlichen akuten Kinderwunsch entwickeln 😀

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