Rezo und „Fuck, Marry, Kill“: Schon bei woken Linken in Ungnade gefallen

Rezo hatte über sein CDU-Video einiges an Zuspruch erhalten, jetzt aber scheint sich eher ein Shitstorm gegen ihn in linken Kreisen zu entwickeln.

Die Welt berichtet:

Entbrannt war die Diskussion, nachdem Rezo, der auch als Kolumnist der „Zeit“ arbeitet, ein Video mit dem Titel „Kiss Marry KiII“ („Küsse, Heirate, Töte“) hochgeladen hatte. Dabei handelt es sich um ein in der YouTuber-Szene gängiges Spiel, bei dem die Teilnehmer andere Personen – oft ebenfalls aus der YouTuber-Szene – in die Kategorien „Küssen“, „Heiraten“ oder „Töten“ einordnen.

In dem betroffenen Video, in dem Rezo zusammen mit den YouTubern Julien Bam und Taddl zu sehen ist, werden diesem Bilder der Sänger*innen Pietro Lombardi, Katja Krasevice und Shirin David gezeigt. Rezo erklärt: „Pietro ist eher ein Mann fürs Leben … und bei den anderen ist die Frage, mit wem schlaf ich.“ Dann beschließt er: „Dann bring ich Shirin um und schlafe mit Katja.“

„Kiss Marry Kill“ wäre in der etwas erwachseneren Version auch als „Fuck Marry Kill“ bekannt, die Unterschiede sind allerdings dann auch wieder nicht so groß.

Mit den passenden Leuten kann das durchaus sehr spassig sein, weil es eine Mischung aus etwas Lästern über andere und Reden über Vorlieben und deren Abgleichen ist.

Die anderen beiden YouTuber diskutieren später, wie sie mit der schwangeren YouTuberin Bibi umgehen sollen. „Ich kann doch keine Schwangere töten“, sagt Julien Bam. Taddl erwidert lachend: „Double Kill!“

Das Spiel, das an ein – politisch inkorrektes – digitales Flaschendrehen erinnert, stieß vor allem auf Twitter auf wütende Reaktionen. Eine Nutzerin kritisierte: „Ihr haltet ein patriarchales Gewaltsystem aufrecht, unter dem Menschen reales Leid erfahren. Ihr repliziert Normalität und haltet euch für mutig. Nur ist an Hinterherlaufen rein gar nichts mutig. Traut euch doch, euren frauenfeindlichen Idolen zu widersprechen.“

Das Patriarchat mal wieder, weil man darüber redet, wen man aus drei Leuten lieber „küssen“ oder heiraten möchte (Kill bleibt ja  meistens einfach nur über)

Rezo suchte per Direktnachricht offenbar das Gespräch mit der Nutzerin. Diese machte das Angebot öffentlich. „Ich habe gerade privat ein Angebot für eine Unterhaltung mit dir bekommen, Rezo. Ich möchte keinen privaten Austausch“, schrieb sie.

Und ergänzte: „3 Typen diskutieren, wie fickbar Frauen sind, welche sie töten würden. Ja, auch Männer, aber die Implikationen gegen YouTuberinnen sind anders. Das ist für euch okay, weil ihr das nicht für ernst haltet, für mich aber nicht. Keine Diskussionen.“

Rezo versuchte es vergeblich weiter. „Hier ist jemand, der dich und deine Sicht ernst nimmt und respektiert aber auch eine eigene Sicht, eigene Beweggründe und eigene Argumente hat. Ich bin gesprächsbereit, auch gern öffentlich mit Skype-Mitschnitt oder whatever oder gern auch nur unter 4 Augen.“

Rezo, da ist natürlich nichts zu holen, denn da dürfen sie gar nicht mit dir reden. Wer sich eines Gedankenverbrechens strafbar gemacht hat und nicht bereut und statt um eine harte, aber gerechte Strafe zu erbitten noch widerspricht, der ist eben eine Unperson.

Aber die Karawane zieht ja weiter, insofern sollte Rezo einfach durchhalten.