Das Frauenstatut der Grünen: Wenn alle Frauen auf der Redeliste gesprochen haben entscheiden die Frauen, ob noch weitere Männer reden können

Einige interessante Details aus einem Bericht über den Parteitag der Grünen:

Nur parteiintern von Belang ist eine beschlossene Änderung am „Frauenstatut“ der Grünen – aber sie dokumentiert ihr Feminismus-Verständnis. Schon bislang ist es so, dass in Debatten auf Versammlungen immer abwechselnd Frauen und Männer zu Wort kommen müssen. In den (nicht seltenen) Fällen, dass es nur noch Wortmeldungen von Männern gibt, muss das Plenum abstimmen, ob die Debatte fortgesetzt werden darf – was in aller Regel erlaubt wird.

Mit der jetzt beschlossenen Änderung sind die Männer künftig von der Entscheidung über eine Fortsetzung der Debatte, an der die anwesenden Frauen kein weiteres Interesse bekunden, ausgeschlossen: „Ist die Redeliste der Frauen erschöpft, so sind die Frauen der Versammlung zu befragen, ob die Debatte fortgesetzt werden soll.“

Wäre interessant, ob ein solcher Ausschluss noch Art 21 GG entspricht:

Art 21 GG

(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen (…)

Die Wikipedia dazu:

Gemäß Art. 21 Absatz 1 Satz 3 GG muss die innere Organisation einer Partei demokratischen Grundsätzen entsprechen. Diese Anforderung beruht darauf, dass es sich bei einer Partei um einen Zusammenschluss handelt, der das Handeln von Staatsorganen, die der freiheitlichen demokratischen Grundordnung verpflichtet sind, unmittelbar beeinflusst.[16] Sie hat zur Folge, dass sich eine Partei entsprechend den Leitgedanken des Demokratieprinzips strukturieren muss.[17] Hieraus folgt die Anforderung, dass die Willensbildung innerhalb einer Partei von deren Basis ausgeht, etwa durch die regelmäßige Wahl der Parteiführung[18] und durch die Gliederung einer Partei in Gebietsverbände[19]. Welche organisatorischen Anforderungen das Gesetz an eine Partei stellt, wird durch § 6 – § 16 PartG näher bestimmt. Verstößt die Organisation einer Partei gegen einen demokratischen Grundsatz, etwa durch entsprechende Gestaltung ihrer Satzung, ist die betroffene Norm gemäß § 134 BGB nichtig.

Paradoxerweise müssten die Grünen dazu evtl vertreten, dass die Gleichberechtigung nach Art 3 GG nicht zu den demokratischen Grundsätzen gehört. Die Grünen würden wohl anführen, dass dies gerade der Gleichstellung der Frau dienen soll, sie also damit die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördern und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirken. Bei der vorherigen Regelung war immerhin die Mehrheit ja auch nur dazu berechtigt die Diskussion zu verkürzen. Jetzt können Frauen als Minderheit selbst dann die Diskussion verkürzen, wenn die Mehrheit diese wünschen würde.

Wäre interessant, wenn daraus ein Fall wird, wobei der Genosse, der sich da auf die Unwirksamkeit beruft, wahrscheinlich ohnehin in der Partei erledigt ist.

Ein weiterer interessanter Absatz:

Ebenfalls beschlossen wurde, dass Frauen, für die mindestens 50 Prozent aller Delegiertenplätze bereitgestellt werden müssen, künftig nur durch weibliche Ersatzdelegierte vertreten werden dürfen. Ein Grüner machte darauf aufmerksam, dass sich in kleineren Orts- oder Kreisverbänden mitunter nicht genügend Frauen zur Kandidatur bereitfänden und darum die Gefahr entstehe, dass künftig Delegiertenplätze unbesetzt blieben. Angenommen wurde die Änderung dennoch.

Herrlich. Selbst die Grünen, die für alles 50% Klauseln haben und bei denen Frauen die allerbesten Chancen auf einen Platz haben, finden nicht genug Frauen um dann eine Vertreterin vorzuhalten.

Die Grünen haben einen Frauenanteil von 40,5% diese haben aber 58% der Bundestagsmandate.

Aus meiner Sicht ein sehr gutes Argument GEGEN jede Frauenquote für Parteien. Wenn noch nicht einmal die Grünen genug Frauen finden, dann wäre es eine klare Bevorzugung von Frauen, wenn diese 50% der Sitze zwangsweise bekommen müssen.

Ergänzung:

Hier auch noch die Begründung des Antrags:

Die quotierte Redeliste soll dabei helfen, die Diskussionsbeteiligung von Frauen* zu gewährleisten. Wenn allerdings bei einer an Frauen* erschöpften Redeliste die gesamte Versammlung zu befragen ist, ob die Debatte durch Männer weitergeführt werden soll, so wird die Idee der Quotierung ad absurdum geführt. Es liegt dadurch nämlich nicht in der Hand der Frauen* zu entscheiden, ob sie zulassen, dass die Debatte ohne weibliche* Stimmen geführt wird, sondern auch in der Hand der Männer, die nun darüber entscheiden, ob es in Ordnung ist, dass nur Männer Wortbeiträge abgeben. Ebensolchen patriarchischen Strukturen soll das Frauenstatut eigentlich entgegenwirken. Um dies tatsächlich zu gewährleisten beantrage ich die obige Änderung des Status.

Finde ich ja großartig: „Zulassen, dass die Debatte ohne weibliche Stimmen geführt wird“ Nachdem Männer und Frauen Reden dürfen, nur eben mehr Männer dazu bereit sind. Auch wieder ein Eingeständnis der Passivität der Frauen, die dann mit „patriarchalen Strukturen“ verdeckt wird.

 

92 Gedanken zu “Das Frauenstatut der Grünen: Wenn alle Frauen auf der Redeliste gesprochen haben entscheiden die Frauen, ob noch weitere Männer reden können

      • Dass das Statut eine verbindliche Regel ist? Solange es bei Beziehungen zwischen Mann und Frau nicht standardmäßig (!) ein Beziehungstatut gibt welches beide unterschreiben ist das doch wohl ein wesentlicher Unterschied?

      • Wenn meine Partnerin beschließen würde, dass ich den Mund zu halten habe, würde ich mich nicht daran halten. Da wir aber eine Partnerschaft auf Augenhöhe haben, sind derartige Verhaltensweisen nicht erforderlich.
        Das reaktionäre Männerbild der Grünen findet in modernen Partnerschaften keine Entsprechung 🙂

      • Eine Beziehung, in der ein Partner dem anderen den Mund verbietet, ist ziemlich merkwürdig. Und ein Partner, der sich das gefallen läßt, ist selber schuld.

    • Vor allem wenn ich das hier sehe:

      Ach was red ich, schon allein das Bild hier reicht:

      Kennt noch wer den Film Apocalypse Now? Den Monolog von Kurtz?
      „I’ve seen horrors… horrors that you’ve seen […] It’s impossible for words to describe what is necessary to those who do not know what horror means. Horror… Horror has a face… „

    • Vermutung: Vieler derer Wähler wissen vom Statut gar nix. Für die sind die Grünen einfach eine hippe moderne Partei mit sympathischen Leuten an der Spitze, „die machen ja auch was für die Umwelt“ etc.
      Die haben natürlich eine harte ideologische Basis, aber oben drauf kommen jüngere Menschen (nicht viel älter als 40) die ansich relativ unpolitisch sind. Mangelnde Bindungskraft der traditionellen Volksparteien, böse AFD, + grünenfreundlich gesinnte Medien erklären dann noch einiges.

      • Du wirst mit deiner Vermutung ziemlich sicher voll in Schwarze treffen. Ich kenne selbst einige, die genau so wählen. Bloß nicht genauer mit den Parteien und ihren Programmen beschäftigen. Oder gar mit dem, was die tatsächlich so treiben. Das ist doch anstrengend! Wahl-o-Mat und empfehlungen aus den Medien müssen genügen. (trifft aber nicht nur auf „Grün“-Wähler zu!!!)

  1. Das ist wirklich erschütternd. Ich werde das allen Grünen auch bei jeder Gelegenheit unter die Nase reiben, gemeinsam mit der Homöopathie. Und ihnen klar machen, dass sie durch so etwas unwählbar sind.

  2. @Christian
    Das GG ist an der Stelle recht allgemein als Vorgabe und praktisch ist es Glücksspiel, was das Bundesverfassungsgericht davon hält. Viel interessanter ist das Parteiengesetz, konkret § 10 Rechte der Mitglieder, Absatz 2:
    „Die Mitglieder der Partei und die Vertreter in den Parteiorganen haben gleiches Stimmrecht.“

    Eine Delegiertenversammlung ist ein Parteiorgan.

    Wenn man sich das (bestehende) Frauenstatut anschaut finden sich auch andere Konstrukte die wahrscheinlich rechtswidrig sind.

  3. „Die Grünen haben einen Frauenanteil von 40,5% diese haben aber 58% der Bundestagsmandate.“

    Das bedeutet, die Grünen müssten bei Anwendung ihres eigenen Quotierungsgesetzes Frauen rausschmeißen und Männer nachrücken lassen. Die sind aber wahrscheinlich zu doof das vorhergesehen zu haben.

    „Aus meiner Sicht ein sehr gutes Argument GEGEN jede Frauenquote für Parteien.“

    Das wär eins dafür, wenn eine solche Deppenpartei ihre Parlamentssitze freilassen müsste wär das doch super. Nein die besten Argumente sind:

    1. Quotierung verstößt gegen GG 3.3
    2. Quotierung führt zu systematischer Verblödung jeder Institution die sie einführt. Denn: Wenn das Geschlecht das wichtigste Auswahlkriterium noch vor Eignung, Kompetenz oder Intelligenz ist, dann kommt man lauter Ungeeignete, Inkompetente und Dumme an die Spitze (und zwar desjenigen Geschlechts, das dort in der Minderheit ist). Und guckt man sich die Parteispitze der Grünen an, ist das dort bereits eingetreten.

  4. Jede Person, die ein Mann ist und sich als Demokrat versteht, muss wirklich nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, wenn sie immer noch die Grün_Innen wählt.
    Hier werden sexistisch diskriminierende Strukturen gebildet und zugleich demokratische Grundprinzipien ausser Gefecht gesetzt. Wir haben es hier höchstens noch mit einer „gelenkten Demokratie“ zu tun. Wenn ich zur Wahl gehe, dann möchte ich die Möglichkeit haben, 100% Männer oder Frauen wählen zu können oder auch 80% zu 20% oder 50% zu 50%. Wenn das nicht möglich ist, wird mir eben mein Wahlrecht beschnitten und somit ist es eben nur noch eine gelenkte Demokratie. Für linke Männer wird es langsam wirklich schwierig, noch eine linke Partei zu wählen oder zumindest für mich. Ich habe in den erst kürzlich stattgefundenen Wahlen in der Schweiz zum ersten Mal die Grünliberalen gewählt (also eine Partei der Mitte), weil ich die Grünen und die Sozialdemokraten wegen ihrem identitätspolitischen Einschlag nicht mehr unterstützen mag.

    • Mir geht es in Deutschland ähnlich. Das kleinste Übel sind/waren für mich bisher die Linke, die zumindest nicht ganz so feministisch/genderistisch stromlinienförmig sind wie Grüne und SPD.

    • Das Problem ist dass man mit zunehmendem Alter entdeckt, dass einem Freiheit wichtiger ist als irgendwelche Utopien. Unter anderem deswegen weil man lernt, dass nicht alle Menschen ticken wie man selber und andere Ziele haben.

          • Das aus deinem Munde? 🙂 Bei mir ist es so dass ich nicht viel anders denke als als Jugendlicher, grobe Richtung sozialliberal. Nur dass die Gruppen die sich heute links schimpfen, weder sozial noch liberal sind, sondern das genaue Gegenteil. Deswegen halte ich es auch für falsch, die links zu nennen. Wenn sie sich selbst dafür halten, ist es eine Anmaßung.

        • Der Spruch dazu ist: „Wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz, wer mit 40 immer noch links ist, hat keinen Verstand.“
          (ich bin jetzt über 60, und der Spruch passte genau auf mich)

          • Mit 20 ist man also der Ansicht, dass man Obdachlosen helfen sollte, z.B. mittels Sozialstaat, aber wenn man 40 ist, überlässt man sie ihrem Elend

            Nein.
            Wenn man 40 ist, hat man verstanden, dass ein Sozialstaat, der mehr als einen kleinen Prozentsatz der Bevölkerung voll versorgen muss, nicht (lange) funktionieren kann. Unter anderem, weil ein gut versorgender Sozialstaat zur Folge hat, dass der Prozentsatz derer, die voll versorgt werden müssen, ständig steigt.

            Die Linke (zumindest die aktuelle, aber m.E. auch generell) hat keine Lösung für das Problem und Gesinnungsethik bewirkt schon mal gar nichts, außer dass die Ethiker sich moralisch überlegen fühlen.

          • Ich schätze, mit 40 möchte man den von Leid Betroffenen noch immer helfen, hat aber besser verstanden, dass es eben nicht so einfach funktioniert. Je besser die Lebensbedingungen vom Obdachlosen beispielsweise werden, desto mehr Obdachlose könnte es geben. Nicht unbedingt das Ergebnis, dass man haben wollte.
            Man braucht halt Lösungen, die über das „Du hast Problem – ich geb dir Geld“ hinausgehen.

          • @uepsilonniks: „Also: Mit 20 ist man also der Ansicht, dass man Obdachlosen helfen sollte, z.B. mittels Sozialstaat, aber wenn man 40 ist, überlässt man sie ihrem Elend. …“

            Fühlst du dich irgendwie auf den Fuß getreten oder was soll diese unverschämte Unterstellung?

          • Und als man den Obdachlosen auch die letzte soziale Hilfe streichte, suchten sie sich eine Wohnung und einen Arbeitsplatz und waren von nun an wertvolle Mitglieder der Gesellschaft und nicht nur fauler und faulender Abfall. Und alle waren glücklich und lebten in Frieden, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

            Eigentlich könnte man angesichts zweier Punkte annehmen, dass Obdachlose hier Solidarität erfahren, und ihnen nicht nach dem neoliberalen Muster die Schuld zugeschoben wird, für das Elend, dass sie ertragen müssen und dem sich nicht wenige durch einen Suizid entziehen.

            Nämlich:
            1. Das hier ist ein Männerforum.
            2. Die meisten Obdachlosen sind männlich.

            Übrigens: Jeder zweite männliche Obdachlose sitzt deshalb auf der Strasse, weil er eine Trennung hinter sich hat. Muss ich hier etwas über Trennungen erzählen, und wie happy Männer damit sind, besonders, wenn Kinder im Spiel sind, oder kann der gemeine Neoliberale in seinen verdreckten Hirnwindungen abrufen, welche Zustände dort herrschen?

            Dieses Jahr wurde Finnland zum glücklichsten Land der Welt gekürt. Starker Sozialstaat, wenig Obdachlosigkeit.

            Die USA sind nicht gerade für ihren sozialen Faktor bekannt, dennoch gibt es dort viele Obdachlose, Danisch spricht von einer „Epidemie“.

            Funktioniert ja fabelhaft, das: Lass sie verrecken, dann werden sie schon irgendwie auf die Beine kommen und um Himmelswillen gewähr ihnen keine Unterstützung, denn dann verrecken sie nicht… oder wie war noch mal die Meinung meiner geschätzten Vorredner?

          • Um die Wikipedia zu zitieren: „Die Polizei bzw. die Gemeinden müssen also unfreiwillig obdachlosen Personen, die sich finanziell bzw. auch persönlichkeitsbedingt nicht selbst eine Unterkunft verschaffen können, auf Antrag ein vorläufiges und befristetes Unterkommen einfacher Art zur Verfügung stellen“

            Das Problem der Obdachlosigkeit besteht nicht darin, dass es keine Hilfsangebote gibt. Sondern das die Hilfsangebote die Obdachlosen nicht erreichen. Bei Obdachlosigkeit verhindern individuelle Faktoren, dass der Sozialstaat überhaupt greift.

          • Noch ne Anmerkung:
            @uepsilonniks: „Also: Mit 20 ist man also der Ansicht, dass man Obdachlosen helfen sollte, z.B. mittels Sozialstaat, aber wenn man 40 ist, überlässt man sie ihrem Elend. …“

            „links“ und gemäss dem Spruch die Haltung als 20-Jähriger: „die armen Obdachlosen, denen muss man unbedingt helfen, deshalb nehmen wir das Geld von denen, dies haben (den „Reichen“) und geben es den armen Obdachlosen. Weil es muss jedem nach seinen Bedürfnissen geholfen werden …“

            mit über 40 weiss man (z.B. aus seiner Lebenserfahrung) dann aber, dass
            – man den Leistungserbringern nicht allzuviel wegnehmen sollte (weil der Gedanke „was soll ich arbeiten, wenn ich nix davon hab.? Mach ich halt auch auf arbeitslosen Harz 4er, da gehts mir nicht schlechter“ dann recht nahe liegt)
            – die „Leistungserbringer“/die „Reichen“ (PS: „reich“ sind im Extremfall da alle, die was arbeiten …) Basis für das Funktionieren der Gesellschaft sind. Gesellschaft funktioniert nur, wenn die Menschen was für die Gesellschaft tun, und das machen sie nur dann, wenn sie auch was davon haben.
            – Hilfe am besten wirkt, wenn sie nicht bedingungslos gegeben wird, sonder eher als „Hilfe zur Selbsthilfe“ betrachtet wird
            und das sind alles „rechte“ Ideen. So ist m.M.n. das „wer über 40 immer noch links ist, hat keinen Verstand“ zu verstehen.

            In seinem „jugendlichen Linkssinn“ steht man halt mit Teddybär und dem Schild „Refugees welcome“ am Bahnhof, mit Lebenserfahrung weiss man dann aber auch, dass die Refugees auch wo wohnen müssen, Kleidung und Essen brauchen, usw. Und dass das alles irgendwie bezahlt werden muss (von wem wohl?).

            Und dass in unserem Staat und unserer Gesellschaft so einiges im Argen liegt (z.B. der Umgang mit Obdachlosen, entsorgten Vätern usw.) weiss man mit über 40 auch …

          • 1. Du weichst mir aus.
            2. Reiche, die ihr Vermögen hin und herschieben lassen und gleichzeitig ihre Lobbymacht nutzen, um zu verhindern, dass eine Transaktionssteuer eingeführt wird sowie, Vereine, die sie einführen wollen, die Gemeinnützigkeit entziehen, sind keine „Leistungserbringer“ sondern Parasiten, Sozialschmarotzer.

        • Ja Bruder, das gleiche merke ich auch. Ich hab mal die SPD gewählt… damals.

          @YLinks:
          „Also: Mit 20 ist man also der Ansicht, dass man Obdachlosen helfen sollte, z.B. mittels Sozialstaat, aber wenn man 40 ist, überlässt man sie ihrem Elend. Genau wie Kranke, die sich keine Versicherung leisten können.“

          Als (rechts)liberaler bin ich für „equality of opportunity“, sprich jeder soll die gleichen Möglichkeiten und Chancen bekommen aus seinem Leben etwas zu machen. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass ich diese Möglichkeiten habe. Er hat aber nicht dafür zu sorgen, dass ich trotz eigener Unfähigkeit und eigenen Verschuldens eine „equality of outcome“ erreiche. Das ganze ist natürlich eine Dimension und nicht schwarz/weiss. Aber letztlich geht die equality of outcome immer zu Lasten derer, die den ganzen Puff bezahlen.

          • „Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“
            ―Bertolt Brecht

  5. „Wie kann man als Mann bloß immer noch diese Partei unterstützen?“

    „Und ihnen klar machen, dass sie durch so etwas unwählbar sind.“

    „Jede Person, die ein Mann ist und sich als Demokrat versteht, muss wirklich nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, wenn sie immer noch die Grün_Innen wählt.“

    So weit, so gut.
    Ich denke nur, dass ihr das politische Interesse der Mehrheit der Wähler erheblich überschätzt.
    Die meisten werden von diesen Kapriolen gar nichts mitbekommen, oder ignorieren es. Die wählen die Grünen, weil nach monatelanger Dauerbeschallung der linksgrünen Medien und den ganzen Greta-Jüngern (FFF), über das Thema Klimawandel, tatsächlich der Bedarf geweckt wird, etwas zu tun. Da wird dann aus Gewissensbissen ein Kreuz bei den grünen Idioten. Wenn das Gefühl überwiegt, dass die Parteien ja eh alles Horte von Lügnern und Betrügern sind (was ja nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist), dann sucht man eben die Partei aus, die das für einen selbst wichtigste Alleinstellungsmerkmal hat.
    Das ist bei den Grünen eben noch Umwelt- bzw. neuerdings Klimaschutz, wie es bei der AfD eben die „Flüchtlinge“ sind.

    • Also mir geht das Gerede von „Greta-Jüngern“ und „Idioten“ dann doch etwas weit. So ein gewisser höflicher Grundumgang ist in der politischen Auseinandersetzung schon angebracht.

      • Es ist meine persönliche Meinung zu diesen Figuren und da habe ich mich schon sehr zurückgehalten.
        Höflichen Grundumgang kann von mir nicht erwarten, der mich in einer Tour als das größte Übel der Menschheit bezeichnet, oder in eine Schublade der verachtenswertesten Menschen steckt.

  6. Nochmal, ohne das böse F-Wort:

    „Wie kann man als Mann bloß immer noch diese Partei unterstützen?“

    „Und ihnen klar machen, dass sie durch so etwas unwählbar sind.“

    „Jede Person, die ein Mann ist und sich als Demokrat versteht, muss wirklich nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, wenn sie immer noch die Grün_Innen wählt.“

    So weit, so gut.
    Ich denke nur, dass ihr das politische Interesse der Mehrheit der Wähler erheblich überschätzt.
    Die meisten werden von diesen Kapriolen gar nichts mitbekommen, oder ignorieren es. Die wählen die Grünen, weil nach monatelanger Dauerbeschallung der linksgrünen Medien und den ganzen Greta-Jüngern (FFF), über das Thema Klimawandel, tatsächlich der Bedarf geweckt wird, etwas zu tun. Da wird dann aus Gewissensbissen ein Kreuz bei den grünen Idioten. Wenn das Gefühl überwiegt, dass die Parteien ja eh alles Horte von Lügnern und Betrügern sind (was ja nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist), dann sucht man eben die Partei aus, die das für einen selbst wichtigste Alleinstellungsmerkmal hat.
    Das ist bei den Grünen eben noch Umwelt- bzw. neuerdings Klimaschutz, wie es bei der AfD eben die Migration sind.

    • Und ich glaube, dass es vielen Männern relativ egal ist. Zugunsten von Frauen zurück zu stecken ist für Männer nicht ungewöhnlich. Das ist bei nicht wenigen ein Instinkt. Früher nannte man dieses Verhalten, ein Gentleman sein.

    • Man erkennt wahlanalytisch ganz klar ein „Aufwachen“ des Michels, in ganz Europa passiert eine Linksflucht und diese wird noch grösser werden.
      Gibt ein sehr schönes Video vom Schattenmacher dazu:
      https://invidio.us/watch?v=qjZRiDwu18w

      Es sieht medial so aus, dass die Grünen und ihr ökosozialistisch-feministisches Weltbild immer erfolgreicher werden, aber wenn ich mich im echten Leben mit Leuten unterhalte wie z.B. Kollegen oder Vereinsmitglieder so stelle ich eine klare Tendenz fest hinter vorgehaltener Hand dagegen zu rebellieren. Und das wird noch weiter zunehmen.

      Besonders schön passt hierzu folgendes Zitat vom Pestarzt:
      „Was seid ihr doof. Unendlich doof. Ihr erreicht mit diesem ständigen penetrierenden dauerempörten unendlich abgehobenen Geblöke genau das Gegenteil: Euch eigentlich grundsätzlich mal zugeneigte Leute wenden sich ab, wählen eure Parteien nicht mehr, lachen beim Bier über euren verkopften Scheiß, feixende Trolle stressen euch in die Schnappatmung und die vollkommen Frustrierten wählen seit Neuestem sogar rechts, weil das offenbar das ist, mit dem man euch am allermeisten ärgern kann und ihr merkt das alles nicht, sondern twittert munter weiter eure Moralinsäure in die Welt als gingen die Zehnerjahre, in denen ihr die uneingeschränkte Lufthoheit über alle Ressourcen hattet, nicht bereits in ein paar Monaten schon zuende.“

      • Eine bemerkenswerte, aber zwangsläufige politische Fehleinschätzung: „Es sieht medial so aus, dass die Grünen und ihr ökosozialistisch-feministisches Weltbild immer erfolgreicher werden“

        Die Grünen in Deutschland machen politisch gerade, was Kretschmann als schon seit 2008 fordert, nämlich sich als „Partei der Mitte“ auszugeben und sich damit vom „klassischen Rechts-Links zu lösen“.
        Was heißt, sich auch zum Koalitionspartner der CDU zu machen.

        Als kleiner Beweis dafür, dass zumindest ich mir diese Bewertung nicht aus den Fingern gesogen habe, hier in seinen eigenen Worten: https://www.boell.de/de/demokratie/parteiendemokratie-4524.html
        Es spricht nicht für einen rechten politischen Kommentator wie „Schattenmacher“, dass ihm Winfrid Kretschmann entgangen ist.

        Zur Person: „Winfried Kretschmann ist ein deutscher Politiker und Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Seit dem 12. Mai 2011 ist er neunter Ministerpräsident von Baden-Württemberg und als solcher der erste von den Grünen gestellte Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes. Am 12. Mai 2016 wurde er wiedergewählt.“
        Übrigens in einer grün-schwarzen Koalition seitdem.
        Ich habe vom Beginn des „feministischen Ökosozialismus“ in BW bisher nichts vernommen.

        Das Problem am Import von „Analysen“, man könnte auch sagen Phantastereien von angelsächsischen Youtubern, die dem rechten politischen Spektrum angehören ist, sie haben keinerlei Ahnung vom hiesigen politischen Spektrum und dessen Geschichte.
        Zu dieser Ahnungslosigkeit gesellt sich noch die narzisstische Unfähigkeit, vom Zwei-Parteien-System im eigenen Land sowie dem dort geltenden Mehrheitswahlrecht zu abstrahieren.
        Nach dem Konsum solcher „Analysen“ ist man nachfolgend dümmer, nicht schlauer geworden.

        Was den hiesigen Linksidentären der Nazi-Vorwurf, ist für die Rechtsidentitären der „feministische Ökosozialismus“. Außer dem Bedürfnis, den politischen Gegner im Rahmen des eigenen manichäischen Weltbilds zu dämonisieren sind diese Vorwürfe in der Regel substanzlos.

        Ich sehe es im Gegenteil so, dass um so opportunistischer die tatsächliche Theorie und Politik der Grünen wird, desto radikaler der bürgerliche Feminismus, welcher als politisches Feigenblatt für den Ausverkauf dient.

        • @Crumar:

          „Die Grünen in Deutschland machen politisch gerade, was Kretschmann als schon seit 2008 fordert, nämlich sich als „Partei der Mitte“ auszugeben und sich damit vom „klassischen Rechts-Links zu lösen“.
          Was heißt, sich auch zum Koalitionspartner der CDU zu machen.“

          Ja sie geben sich als Partei der Mitte aus. Aber wer glaubt denen das noch?
          Schau dir die Wahlergebnisse in Thüringen an…

  7. Die „männlichen“ Grünen gehören bekanntlich zu jenen Helden, die unerschrocken den Kampf gegen den Nationalsozialismus aufgenommen haben, etwas spät zwar, aber immerhin.
    Dieser Mut, diese Todesverachtung im Kampf gegen einen übermächtigen Gegner ist in Anbetracht der Feigheit, sich gegen die feministisch-sexistischen Strukturen in der eigenen Partei zu wehren, doch einigermassen erstaunlich. Ich würde von diesen unerschrockenen Helden, im Kampf gegen den Faschismus gestählt, doch erwarten, dass sie den Mut aufbringen und sich gegen eine solche demütigende sexistische Behandlung wehren.

    Was sind das doch für Luschen, die uns ihre Feigheit als Progressivität verkaufen wollen. Ich spendiere eine Runde Mitleid.

  8. Nachdem schon viele Jahre fast alle Parteien händeringend versuchten, Frauen zur politischen Mitarbeit zu bewegen, müssen sie spätestens jetzt ihr Scheitern einsehen. Als Folge werden Wahlgesetze, Statuten, Satzungen etc. so verändert, dass die wenigen Frauen dort mehr Gewicht bekommen als die vielen anderen. Selbstverständlich spielt da keine Rolle mehr, ob jemand etwas kann oder will oder motiviert ist, sondern nur das Geschlecht.

    Wenn plötzlich durch diese Maßnahmen kein demokratischer Diskurs in den Parteien mehr möglich ist, weil ein paar desinteressierte Frauen jegliche politische Meinungsbildung einfach aufgrund ihres Geschlechts abwürgen können, muss man ihnen vielleicht noch kräftiger in den Mantel helfen:

    Bislang hat noch keine Partei einen Vorstoß in Richtung Zwangsrekrutierung gemacht. Gemäß den Listen der Einwohnermeldeämter müssten so viele Frauen zu Parteisitzungen, Ortsgruppentreffen etc. vorgeführt werden, bis dort eine Mindestquotierung erreicht ist. Zuvor werden sie aber alle zu einer Musterung gebracht, auf der ermittelt wird, zu welcher Partei die jeweilige Frau transportiert wird und ob sie ein potentiell schlüssiges Abstimmungsverhalten an den Tag legen kann. (Verständnis für den Unterschied zwischen Ja und Nein, etc.). Natürlich bekommen sie für die Teilnahme an jeder Abstimmung und für jede Wortmeldung viel Geld.

    Hört sich zwar schlimm an – aber wenn Männer zwangsweise zur Freiwilligen Feuerwehr verpflichtet werden können, warum dann nicht auch Frauen zur politischen Teilhabe?

    (P.S. Nein, das ist nicht mein Ernst, auch wenn der Zwinkersmiley fehlt. Allerdings wurden in den letzten Jahren so viele irre Pläne zur Realität, dass ich nichts mehr für unmöglich halte)

    • „… aber wenn Männer zwangsweise zur Freiwilligen Feuerwehr verpflichtet werden können, warum dann nicht auch Frauen zur politischen Teilhabe?“

      Du wirst es nicht glauben, aber ich denke ähnlich.
      Besonders unser Satzzeichen stößt mir immer übel auf, wenn es wieder über das böse Patriarchat heult, das angeblich Männerpolitik macht, weil so wenig Frauen in der Politik vertreten sind.
      Mein Vorschlag wäre eine Zwangsverpflichtung aller Frauen, die sich mal in feministischer Weise geäußert haben.
      Bei mir würde es kein Geld für jede Wortmeldung geben, sondern nur die ortsüblichen Sitzungsgelder/Aufwandsentschädigungen. Das sollte den Weibern ihr Einsatz für die eigene Sache wert sein.
      Wenn die Stokowskis und Stricke mal für ihre Ideale selbst aktiv werden müssten, dann würde das schrille Geschrei nach immer mehr Wohltaten sehr schnell verstummen.

  9. Das Problem ist wohl, dass eine Klage nur aus den Reihen der Grünen selber kommen könnte. Und naja, wo kein Kläger, da kein Richter.

    Da die Grünen knapp 40% Frauen haben, hat hier also die männliche Mehrheit sich selbst entmündigt. Die grünen Männer sind also Cucks, auch wenn der Begriff in letzter Zeit etwas überdehnt wurde, passt er hier doch wie Arsch auf Eimer. Und wie die Männer so drauf sind, sieht man beim ex-Piraten Philipp Evenburg:

    Also, Frauen hatten noch nie eine Macht und nach tausenden Jahren Unterdrückung dürfen sie jetzt endlich auch mal unterdrücken.

    • Natürlich, nur darum geht es. Man will Diskriminierung und Unterdrückung gar nicht abschaffen, man meint nur, dass man jetzt selber dran ist, zu diskriminieren.

      Als hätten die Juden ein Recht, sechs Millionen Deutsche zu töten, weil die Deutschen das vorher mit ihnen getan haben.

      Daher vielleicht auch die Sympathie für den Islam, das islamische Recht sieht ja ein ähnliches Verfahren vor. Auge um Auge…

      • Wobei ich natürlich anmerken will, dass der Mord an Juden natürlich stattgefunden und eine historische Tatsache ist. Im Gegensatz zur angeblichen Unterdrückung der Frauen. Juden haben beim Holocaust nicht mitgemacht und auch nicht davon profitiert.

        Bei den historischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern sieht das aber anders aus. Diese wurden durch die Geschichte ganz oft von Frauen mitgetragen und so einige Frauen genossen auch die Vorteile, etwa mehr beschützt zu werden als Männer und nicht (teils zwangsweise unter Androhung von Todesstrafen u.ä.) in Konflikten etwa als Kanonenfutter verheizt zu werden.

        Das soll keine Rechtfertigung von Ungleichbehandlung sein, aber darauf hinweisen, dass Frauen eben nicht nur Opfer gewesen sind, im Gegensatz zu den Opfern des Holocaust.

  10. Auch gut: die kommentare unter dem Beitrag, ich gehe davon aus, dass da nur Grüne Mitglieder kommentieren dürfen:
    Erster Kommenatar (Dennis Barth)

    „“Frauen*“ ist eine transfeindliche Schreibweise.

    Man denkt es muss Satire sein. Ist es aber vermutlich nicht.

    Weiter unten:

    „Ich halte diese Befragung ohnehin für entbehrlich. Wenn keine Frau mehr etwas sagen möchte, waren ja in der Regel auch schon etwa genauso viele Männer dran. Es ist dann nicht mehr zu erwarten, dass noch substantiell Neues in die Debatte eingebracht wird.“

    Wenn keine Frau mehr was sagen will, was soll dann noch sinnvolles kommen?

    Ein vorsichtige warnende Stimme:

    „Das ist ein Vorschlag, der in kleineren Gliederungen auch durchaus taktisch genutzt werden kann – und wird. Was zu Parallelstrukturen und Defensivstrategien führen kann – und ggf. wird.“

    Pfui, da spricht das Patriarchat!

    Und eine sehr lange Stellungnahme:

    „Liebe Leute,

    das Frauenstatut garantiert Frauen das Recht auf mindestens der Hälfte der Redezeit. Jede Frau hat, sobald sie sich zu Wort meldet, das Recht auf den jeweils nächsten freien ungraden Platz auf der Redeliste. Sie kann sich während der Debatte auch jederzeit spontan nachmelden, wenn sie es will, auch mehrfach. Bei den Grünen können Frauen also bei jeder Diskussion mindestens die Hälfte der Redebeiträge halten, wann immer sie es wollen.
    Das ist auch gut so. Es gibt spezifisch weibliche Perspektiven, die am besten von Frauen vorgetragen werden und zwar von mehreren, in grossen Versammlungen: von richtig vielen. Eben dafür schafft die geltende Fassung des Frauenstatuts ausgezeichnete Gelegenheiten.
    Wenn Frauen allerdings bei einer Debatte von diesem Rederecht eher zurückhaltend Gebrauch machen, wenn deswegen auf einer Redeliste weniger weibliche Wortmeldungen vermerkt sind als die von Männern und nichtbinären Mitgliedern (was öfter mal vorkommt), dann ist es ein Gebot der Fairness, der Solidarität und der politischen Klugheit, auch diejenigen Männer und nichtbinären Mitglieder in Ruhe anzuhören, die sprechen wollen und auch denjenigen, die sich nicht als allererste gemeldet haben, eine Chance auf einen Redebeitrag zu geben.
    Frauen werden parteienvergleichend gewiss leicht feststellen: die vergleichsweise frauenfreundlichsten Männer und nichtbinären Mitglieder sammeln sich bei Bündnis 90/Die Grünen. Das sollte es ihnen leicht machen, sich einmal probeweise in die Lage grüner Männer und nichtbinärer Mitglieder hineinzuversetzen. Auch die sind in unserer gemeinsamen Partei, um an der politischen Willensbildung aktiv teilzunehmen.
    Zu den elementaren Voraussetzungen demokratischer Teilhabe gehört nun aber die Möglichkeit, in einer Versammlung auch selbst zu Worte zu kommen.

    Würde ihnen diese Möglichkeit regelmässig abgeschnitten, dann würden nach und nach selbst die geduldigsten und bescheidensten grünen Männer und nichtbinären Mitglieder das Interesse an aktiver Teilnahme verlieren. Warum noch zu Versammlung gehen, wenn sie mit wahrscheinlich doch nicht mehr zu Wort kommen? Grüne Männer würden dann einwenden, dass auch Männerrechte Menschenrechte sind und das es keinesfalls angeht, einen wesentlichen Teil ihres Menschenrechts auf demokratische Teilhabe nur noch durch einen Gnadenakt zu erhalten.
    Wenn Redezeit schon kontingentiert werden muss, dann sollen wenigstens alle Teilnehmenden darüber entscheiden. Als Vorrecht einer Teilgruppe würde eine solche Entscheidung auf Abbruch der Debatte von den übrigen Teilnehmenden als unbillige Härte erlebt. Wäre ihr Protest vergeblich, dann würden viele grüne Männer und nichtbinäre Mitglieder am Ende verbittert sagen: eine Partei, die mich nicht mehr anhören will, ist nicht mehr meine Partei!
    Es sollten besser keine Mitglieder vergrault werden, bloss weil sie keine Frauen sind. Für den Kampf um die öffentliche Meinung haben wir nicht zu viele Aktive, sondern es sollten noch viel mehr werden statt weniger.
    Hinzu kommt, dass bei häufigerem Debattenabbruch die Qualität grüner Meinungs- und Willensbildung erheblichen Schaden nehmen würde. Bündnis 90/Die Grünen würde Schlechteres beschliessen als bei unverkürzten, sich frei entfaltendem Gesprächen. Diskussionen leben von der Kontroverse, von Rede und Gegenrede, durch Zustimmung und Widerspruch, durch das Weiterentwickeln eigener Gedanken und Gedanken anderer, vom Unerwarteten und vom Überraschenden. Das entfaltet sich aber oft erst nach und nach während einer Debatte. Gute Diskussionsprozesse führen zu Ergebnissen, die besser sind als alles, was die einzelnen Beteiligten an ihrem Beginn schon vorschwebte. Um fruchtbar zu sein, muss es bei Debatten aber einen echten Wortwechsel geben, also das Eingehen und Antworten auf die Beiträge anderer. Wenn von Männern und nichtbinären Mitgliedern nur noch die jeweils schnellsten Erst-Wortmeldungen aufgerufen würden, wenn also kein Mann oder und nichtbinäres Mitglied sich mehr mit Aussicht auf Erfolg während laufender Debatte zu einer Antwort melden könnte, dann bliebe von grünen Debatten tendenziell nur noch Serien von Monologen ohne inneren Zusammenhang und ohne Weiterentwicklung übrig.
    Ob von einer Debattenfortführung Lohnendes erwartet werden darf, sollten alle Anwesenden das gemeinsam entscheiden, denn jede*r ist von dieser Entscheidung gleichermassen betroffen. Das unerwartet Gute, das unvorhergesehen Wichtige sollte immer für möglich gehalten werden.
    Daher fordert der Änderungsantrag S-08-001, dass es bei der gegenwärtigen Regelung im Frauenstatut bleiben soll. Mit allen Frauen einer Versammlung sollen auch die Männer und nichtbinären Mitglieder darüber mit entscheiden dürfen.
    Auch wenn in einer Debatte mehr Redebeiträge von Männern und nichtbinären Mitgliedern als Frauen vorkommen, ist sie damit nicht automatisch „männerdominiert“. Qualität ist sehr oft wichtiger als Qualität. Wenige kraftvolle, überzeugt und überzeugend vorgetragene Worte können mehr ausrichten als viele unoriginelle oder abschweifende Reden. Frauen können das schaffen. Nicht immer, aber oft schaffen sie das wirklich.
    Ausserdem muss eine vorübergehend frauenlose Redeliste ja keineswegs so bleiben Wenn eine Versammlung die Fortsetzung einer Debatte beschliesst, dann können sich ja Frauen immer wieder hinzu melden und werden dann hineinquotiert. Was S-08-001 zur Ergänzung des Frauenstatuts vorsieht, also der Satz: „Solange die Redeliste mehr Männer als Frauen enthält, bleibt sie für Frauen offen, und jede Frau kann sich jederzeit zu Wort melden und wird dann in die Redeliste hineinquotiert.“ ist in den mir bekannten Gliederungen nichts Neues, sondern längst üblich. Damit aber die BDK mehr tun kann als bloss eine (potentiell ganz gravierende) Verschlechterung der grünen Arbeitsbedingungen abzulehnen, hat sie nun die Chance, bundesweit diese hineinquotierende Verfahrensweise zu verordnen. Die Wirkung ist die: Redelisten in nicht-mindestquotiertem Zustand werden nur für Männer und nichtbinäre Mitglieder geschlossen, Frauen können sich dann bis zum Schluss spontan nachmelden und das Wort erhalten. Wenn sie sich während des letzten Nicht-Frauen-Beitrags melden, haben sie das jeweils letzte Wort in einer Debatte. Das zahlenmässige Übergewicht männlicher Redebeiträge kann sich also im weiteren Verlauf auch quantitativ stark reduzieren. Auch das ist schon öfter geschehen.

    Bitte stimmt daher für den Änderungsantrag S-08-001.
    Sollte dieser Änderungsantrag nicht angenommen werden, dann stimmt bitte gegen den ganzen Antrag S-08.

    bündnisgrüne Grüße,
    Tobias“

    • Denken diese Fotzenknechte wirklich, dass sie mit diesem erbärmlichen Verhalten irgendwann mal zum Stich kommen, oder ist das irgend so ein Sado-Maso-Ding?

    • Recht hat der Tobi.
      Wenn nich 1/3 der Ressourcen an *D* geht ist’s diversophobisch.
      Ist ja schon ein Witz, wenn die Ds in jeder Stellenausschreibung beachtet werden, aber bei den Grünen weiterhin quotiert wie unterm Führer.
      Was würde M. Hirschfeld nur dazu sagen?

    • „Das ist ein Vorschlag, der in kleineren Gliederungen auch durchaus taktisch genutzt werden kann – und wird.“

      Logisch.
      Erst hält die Alpha-Grünende ihr Statement, dann der Alpha-Grüne – mit dem schon das Ziel vorab im Foyer besprochen wurde – und dann meldet sich keine Frau mehr, damit eine mögliche interne Opposition gar nicht erst zu Worte kommt.
      Sehr demokratisch!
      Mann, Mann, und das sind die Grünen, die Basisdemokratie mal ganz groß geschrieben hatten.
      Was ist nur aus meinen Ökopaxen geworden?

    • Frauen müssen immer mindestens die Hälfte kriegen.

      Liefern müssen sie aber gar nichts.

      Nicht mal bei der Reihenfolge können sie nicht sexistisch sein. Frauen kriegen die ungeraden Plätze. Also bei 3 Rednern immer 2 Frauen, aber nie zwei Männer.

    • „das Frauenstatut garantiert Frauen das Recht auf mindestens der Hälfte der Redezeit“

      Immer interessant, wie diese feministische „Gleichberechtigung“ aussieht, wenn man sie sich mal genauer anguckt. Wenn Frauen mehr Redezeit als Männer haben, dann ist das OK, umgekehrt natürlich nicht.

      Frauen sollen also immer mindestens die Hälfte oder mehr haben.

      Sieht man ja auch bei den Mandaten im Bundestag. Fast 60% der grünen Abgeordneten sind Frauen. Wären fast 60% Männer, wäre das ein Problem.

      Die Geschlechter sind im Feminismus gleich, nur eines ist ein bisschen gleicher.

  11. „Die Grünen haben einen Frauenanteil von 40,5%“

    Warum stoppen sie nicht die Aufnahme männlicher Mitglieder?
    Einfach Satzung etwa so ändern: „Sich als männlich Identifizierende dürfen nur dann aufgenommen werden, wenn in Stadt-, Kreis-, Regional-, Landes- und Bundesverband einschließlich der Männeranteil jeweils unter 50% liegt

      • Ich Weiss nicht, wo der Mehrwert dieses Debattenbeitrags liegt. Vielleicht erklärst Du ihn mir ja.

        Ist das Foto eine Verunglimpfung von Herrn Hofreiter? Ist die Bezeichnung als Herr Hofreiter eine Verunglimpfung der abgebildeten Person? Was hat Herr Hofreiter mit dem Frauenstatut zu tun? Hat er dazu eine Rede gehalten oder eine Wortmeldungen abgegeben?

        • Das Bild ist Matt Lucas in seiner Rolle als Andy Pipkin in „Little Britain“.

          https://en.wikipedia.org/wiki/Little_Britain

          Zwischen Hofreiter und Andy bestehen nach Ansicht mancher Leute Ähnlichkeiten bei Physiognomie und Verhalten. Herr Hofreiter hat mit dem Frauenstatut zu tun, dass er ein Mann und bei den Grünen ist, und deshalb seine Redezeit durch dieses Statut beschränkt werden könnte. Das ist erfreulich, weil Hofreiter überwiegend Unsinn redet.

        • >>> Ist das Foto eine Verunglimpfung von Herrn Hofreiter?

          So können das nur sehr böse Menschen betrachten, die andere Menschen aufgrund von optischen Merkmalen abwerten. Gute Menschen hingegen, die keinen abwerten, empfinden solche Bildvergleiche hingegen nicht als Verunglimpung, da aus deren Sicht Herr Hofreiter ja nur mit einem anderen tollen Menschen verglichen wird.

          Es hängt somit von der menschlichen Verdorbenheit des Betrachters ab, ob er Bildvergleiche als nicht witzig bzw. eine Verunglimpfung empfindet.

          >>> Ist die Bezeichnung als Herr Hofreiter eine Verunglimpfung der abgebildeten Person?

          Da kann man wohl tatsächlich nicht anders und man muss das wohl mit einem klaren Ja beantworten.

          >>> Was hat Herr Hofreiter mit dem Frauenstatut zu tun?

          Herr Hofreiter ist Mitglied bei den Grünen und wird somit die Auswirkungen des Frauenstatuts erleben dürfen. Aber in einer genderfluid-ideolgischen Partei ist die Lösung ja nicht nur naheliegend, sondern geradezu offenkundig. Als sehr sehr sehr guter Mensch braucht Anton sich nur als eine Frau zu fühlen und kann als Antonia dann lustig weiter reden. Und Transminderheiten haben auch sicherlich noch mehr Opferpunkte als Frauen, so dass diesen erst recht das Wort zugestanden werden muss.

          >>> Hat er dazu eine Rede gehalten oder eine Wortmeldungen abgegeben?

          Wen interessiert denn das? Vermutlich waren seine Wortmeldungen sogar der Grund für das Frauenstatut. Ich könnte es jedenfalls schon verstehen, wenn eine Partei verzweifelt nach Wegen sucht, den Hofreiter davor zu beschützen, sich um Kopf und Kragen zu reden.

          Von daher ist das Frauenstatut eine Win-Win für alle Menschen.

          Also ich finde es jedenfalls toll, wenn Frauenreden bei den Grünen mehr Gewicht bekommen und der Öffentlichkeit die Augen öffnen können. Je mehr Macht Frauen in einer Gesellschaft zugestanden bekommen, desto weniger nachhaltig war gewöhnlich diese Gesellschaft. Und überzeugend fand ich die Grünen halt noch nie.

          • @xyz

            Du fieser Hater!

            Hör auf damit, ich liege hier am Boden vor Lachen…. wie geil!

            „Je mehr Macht Frauen in einer Gesellschaft zugestanden bekommen, desto weniger nachhaltig war gewöhnlich diese Gesellschaft.“
            Der Satz kommt mir bekannt vor aus nem Spielfilm „https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Untergang_des_amerikanischen_Imperiums“

            Hast du Belege für diese These?

          • @xyz
            vielen Dank für Deine Ausführungen. So brauche ich nicht selbst zu antworten, hätte es eh nicht besser hingekriegt.:-)

  12. Ich wundere mich, wie sehr dieses Statut die Mitglieder zwingt, ihre Teilnahme an einer Debatte primär durch die Brille ihres Geschlechts wahrzunehmen. Alle anderen Interessenkonflikte, Stadt- vs. Landbevölkerung, Arbeiter vs. Angestellte vs. Selbständige, Alte vs. Junge, Religiöse vs. Atheisten – egal wo die Konflikte einer Debatte liegen, immer muss man sich zwischen die Beine kucken.

    Das liegt der Idee des Undoing-Gender, die viele Feministen vertreten, diametral entgegen. Kann ich denn spontan, bevor ich auf die Rednerliste setzen lasse, behaupten, ich wolle als Frau gelesen werden, wie es schön heißt?

    Durch die Quotenregel wird es auch eminent wichtig auf der Rednerliste weit oben zu stehen, damit man seine Meinung äußern kann, ohne auf die Gnade der Frauen hoffen zu müssen. Wer legt also fest, wie weit oben auf der Rednerliste man steht?

    Ich habe schon wiederholt gehört, dieses Statut käme eigentlich nie zum Zuge, weil die Frauen nie darauf beharren und sehe mich nicht veranlasst, das zu bezweifeln. Nur wozu ist das Statut (ob in alter oder neuer Form) dann gut? Es ist dann ja nur ein bürokratischer Popanz, mit dem man sich selbst beschäftigt – pro forma muss nochmal gefragt werden, ob Heiner jetzt noch reden darf, pro forma wird es abgenickt und weiter in der Tagesordnung.
    Ist es ein kleines Ritual, dass die Mitglieder daran erinnern soll, wie genderprogressiv sie sind, während sie im täglichen Alltag ständig mitbekommen, dass sie aus ihrer biologischen Realität nicht rauskommen?

  13. Hat dies auf Bayern ist FREI rebloggt und kommentierte:
    Kleine grüne Männchen lassen viel mit sich machen. Auf dem Parteitag der Grünen gelten matriarchalische Regeln, die verhindern sollen, dass sich ein offenbar naturgegebenes politisches Desinteresse des schwachen Geschlechts nachteilig auf dessen Machtstelleung auswirkt. Das ist wohl noch immer nicht gewährleistet, obwohl die 40% weiblichen Grünen schon 60% der Mandate bekommen.

  14. Ich finde jeder grüne Mann sollte immer wenn er zwei Tweets hintereinander schreibt, daran erinnert werden seine Privilegien zu schenken, das er hier mansplained und Frauen das eh schon alles wissen, das er hier Raum weg nimmt und das eigentlich auch schon eine Frau sagen wollte und das er jetzt erstmal etwas tun sollte um Männer das Patriarchats zu bekämpfen.

  15. Mit dem Statut führen die Grünen auch eine neue Redewendung ins Deutsche ein. Allgemein bekannt ist die Wendunmg nicht nur …, sondern auch

    Die Grünen ergänzen dies nun um nicht …, sondern auch, wie man hier sieht:

    Es liegt dadurch nämlich nicht in der Hand der Frauen* zu entscheiden, ob sie zulassen, dass die Debatte ohne weibliche* Stimmen geführt wird, sondern auch in der Hand der Männer,

    Muss Mann das verstehen? Grüne Logik? Frauenlogik? Aber vielleicht ist das auch nur parteiintern von Belang.

    • Es liegt in der Hand der Männer sich zurückzuhalten …. im politischen Diskurs…bei der politischen Meinungsbildung….beim Engagement für die Partei.

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