93 Gedanken zu “Selbermach Mittwoch 241 (13.11.2019)

    • Sexualforschungskolleginnen sagen, dass sie jahrelang das Bild einer Frau zur Referenz genommen haben, die autonom über ihre Sexualität verfügt und sagt, wann sie Lust hat, und sich dann auf einen Mann einlässt oder einen verführt. Das ist ein sehr feministisch inspiriertes Bild. Diese Sexualforscherinnen verstehen jetzt, das sie selbst einem politisch motivierten blinden Fleck aufgesessen sind. (…) Sie haben übersehen, dass es auch ein eigenes Bedürfnis der – ansonsten autonomen, starken – Frauen gibt, und zwar das Bedürfnis, begehrt zu werden.

      Was denn… die feministische Perspektive verhindert, die Welt angemessen wahr zu nehmen?

      Wer hätte DAS denn auch nur ahnen können?

      • Es ist eigentlich noch abgedrehter! In Daniel Bergers „Die versteckte Lust der Frauen“ wird über die Experimente von Meredith Chivers berichtet. Probandinnen wurden erotische/pornografische Videoclips gezeigt, während ein Plethysmographen in ihrer Vagina den Grad ihrer Erregung maß.
        https://en.wikipedia.org/wiki/Vaginal_photoplethysmograph

        Der eigentliche Witz (kursiv von mir), sie „hatten auch eine kleine Tastatur in der Hand. Darauf sollten sie ihre Erregung selbst bewerten. So erhielt Chivers physiologische Daten sowie eine Selbsteinschätzung – quasi objektives und subjektives Material. Beides stimmte so gut wie nie überein.“ S. 22 f. 😉
        Tatsächlich turnte Frauen so gut wie alles in unterschiedlichem Maße an, obwohl die Selbsteinschätzung das Gegenteil sagte.

        Wenn du schreibst, „die feministische Perspektive verhindert, die Welt angemessen wahr zu nehmen“, dann greift das m.E. entschieden zu kurz.
        Sie verhindert auch eine adäquate Selbstwahrnehmung.
        Clement formulierte hier höflich: „Sie haben übersehen“, es handle sich um einen „blinden Fleck“.
        Nope.
        Es gibt das feministische Diktat, wie die individuelle Lust beschaffen zu sein hat und die Sexualforscherinnen folgen dem Primat der Ideologie über den Körper. Für sich selbst und für ihre Wissenschaft. Es beerbt das „feministisch inspiriertes Bild“ damit christliche Vorstellungen von Sexualität und all ihre Verdrängungsmechanismen.

        • „Es beerbt das „feministisch inspiriertes Bild“ damit christliche Vorstellungen von Sexualität und all ihre Verdrängungsmechanismen.“

          Die Feministinnen geben den Frauen vor, was sie bei Erotik/Pornos zu empfinden haben – und die gehorchen dem vermeintlichen Gruppendruck.

          • carnofis,

            dafür ist mir aber das Meinungsbild bei den Feministas viel zu uneinheitlich. Da reicht doch die Vorgabe von „Sex ist eklig und der Orgasmus überbewertet“ über „Sex mit Männern ist eklig, wahre Liebe gibt es nur unter Frauen“ bis hin zu „Sex ist geil, aber nur wenn der Mann Deko ist und es nur um die Frau und ihren Orgasmus geht“

            Da kann gar kein Gruppendruck entstehen wenn die Gruppe so schräg und vielstimmig kreischt.

            Abgesehen davon, dass sich wohl die wenigsten Frauen was von Feministas vorschreiben lassen.

          • @Peter @carnofis

            „Da kann gar kein Gruppendruck entstehen wenn die Gruppe so schräg und vielstimmig kreischt.“
            Zunächst einmal können die „vielgestaltigen Stimmen“ Botschaften senden, die es in Aufklärungsbücher, Frauenzeitschriften, „progressive“ Medien usw. schaffen.
            Dort erzeugen sie einen Kanon von „Allgemeinwissen“, definieren Ränder, schaffen Ansprüche und artikulieren Bedürfnisse, bieten Selbstvergewisserung und damit quasi ein „overton window“ an weiblicher Sexualität.

            Das klassische Beispiel „eine Vagina hat gar keine Nerven und ist demnach keine Quelle der Lust“ wurden von mir auf Geschlechterallerlei in einem Artikel mit neueren Erkenntnissen abgeglichen, die dieses Mantra in Frage stellen.
            In einem Kommentar habe ich noch einmal die ideologische Funktion der sachlich falschen Ansicht herausgestellt:
            „Lässt sich jedoch (ausschließlich) klitoral (im Sinne von „Lustknopf“) erzeugte weibliche Sexualität von einer (nicht existierenden!) „vaginalen Sexualität“ trennen, dann braucht
            a. eine Frau einen Mann und seinen Phallus buchstäblich wie der Fisch das Fahrrad zur gelungenen Sexualität,
            b. an Orgasmusschwierigkeiten der Frau ist nicht ausreichende klitorale Stimulation (durch den Mann) schuld.
            Diese ideologisch nützlichen Weisheiten wurden seitens des Feminismus verbreitet, verbreitet, verbreitet.“

            Das „Meinungsbild bei den Feministas (mag) viel zu uneinheitlich“ erscheinen, wichtiger ist aber das, auf was sie sich haben einigen können und vor allem warum.

            Im vorliegenden Fall wird faktisch Sexualität (Klitoris) von Reproduktion (Vagina) getrennt und behauptet, beides hätte miteinander nichts zu tun. Für die Stimulation der Klitoris ist jedoch das Geschlecht des Sexualpartners egal, was bspw. die Fraktion der Lesben erfreut.
            Auf der anderen Seite werden Männer mit ihrem Phallus auf ihren Anteil an der Reproduktion festgelegt, wenn Phallus zur sexuellen Erregung der Frau nichts (direkt) beiträgt.
            Zugleich ist männliche Sexualität damit automatisch auf den Bereich „unerwünschte Schwangerschaft“ festgelegt, als hätte wiederum Sperma mit Sex nichts zu tun.

            Es spricht m.E. eine Menge dafür, dass diese Ideologie Ausdruck dafür ist, den Feministinnen ist der weibliche Kinderwunsch/Mütterlichkeit immer unheimlich geblieben. Das ist die weibliche „Erbsünde“ (aus diesem Grund wird in dieser Ideologie „Kinderwunsch“ lustigerweise männlich).

            Kurzum: Es wurde eine mehr oder weniger autonome weibliche Sexualität kreiert und wir können uns nur noch fragen, warum es heterosexuellen Sex in Gestalt des Geschlechtsverkehrs überhaupt gibt. 😉

            Zum „Gruppendruck“: Diese Vorstellung konnte mehrheitsfähig werden, weil sie erstens eine prekäre Entlastungsfunktion hat – Schuld an nicht gelingender partnerschaftlicher Sexualität (outcome) war und ist auf jeden Fall der Mann. Haken: Der sich nicht aktiv genug in der Partnerschaft um das sexuelle Wohlergehen seiner Partnerin bemüht.
            Damit werden natürlich sie „guten alten“ Geschlechterklischees: Mann aktiv, Frau passiv nicht überwunden, sondern einfach nur reproduziert.

            Zweitens handelt es sich um die Etablierung einer gynozentrischen Defizitperspektive, in der Probleme in der partnerschaftlichen Sexualität bspw. an mangelndem (männlichen=gesellschaftlichen) Wissen über weibliche Sexualität liegen.
            Es gibt demzufolge Tonnen und Terabyte an Artikeln über physische und psychische Aspekte weiblicher Sexualität unter dem Banner der „Aufklärung“ und annähernd Null über männliche.
            Der jahrzehntelange geschwätzig vorgetragene Vorwurf, weibliche Sexualität sei ein gesellschaftliches Tabu verdeckt, dass das weibliche Wissen über männliche Sexualität die Null knapp schrammt.
            Die „Problemzone Mann“ interessiert nur in der Funktion als Frauenbediener mit Bringschuld und demzufolge steht Klitoris (latürnich) im Mittelpunkt der Beziehung.
            Und wer wollte das nicht?!

            Es gibt nicht auf der einen Seite „Feminismen“ und auf der andren Seite „Frauen“. Würde diese Feminismen nicht das liefern, was eine bestimmte soziale Schicht von Frauen (in einer bestimmten historischen Situation) gerne hören wollen, er würde nicht existieren.

          • Crumar,

            „Kurzum: Es wurde eine mehr oder weniger autonome weibliche Sexualität kreiert und wir können uns nur noch fragen, warum es heterosexuellen Sex in Gestalt des Geschlechtsverkehrs überhaupt gibt.“

            Kreiert wohl eher nicht, aber es gab und gibt Versuche einer Teilmenge öffentlich aktiver Feminista, die weibliche Sexualität zu überhöhen. Meiner Meinung nach ist dies im wesentlichen von Neid und Aneignungswillen getrieben. Ich denke nicht mal, dass da Lesben wesentliche Treiber sind.

            Frauen nehmen die Unterschiedlichkeit des Sexualtriebs und die Unterschiede in der Genussintensität der Orgasmen durchaus wahr und sind schlicht neidisch auf den Mann.

            An dieser Stelle docken die Stories der Feministas an, so dies denn gerade ein Thema bei der Frau ist.

            „Schuld an nicht gelingender partnerschaftlicher Sexualität (outcome) war und ist auf jeden Fall der Mann.“

            Was für sich ein schlichter Spiegel ist für eine analoge männliche Sichtweise, die durchaus verbreitet ist und der Frau die Verantwortung für ein befriedigendes männliches Sexualleben zuweist. Wenn es schon die eigene Olle nicht mehr bringt, dann wenigstens die knackige Nachbarin.

            Und irgendwie haben beide Seiten recht 😉

            „Es gibt demzufolge Tonnen und Terabyte an Artikeln über physische und psychische Aspekte weiblicher Sexualität unter dem Banner der „Aufklärung““

            Und diese Tonnen an Artikeln lesen Frauen und eignen sich das Wissen zur Anwendung an?

            Es gibt noch heute genug Frauen, denen der eigene Orgasmus schlicht und ergreifend egal ist. Hübsch aussehen und begehrt werden ist wichtiger. Ein eigener Orgasmus ist da nur anstrengend und eh nicht so prickelnd (und am Ende befürcht Frau, dass es die Frisur ruiniert und es doof aussieht, wenn sie im Gesicht wegen des Orgasmus krampft und und und)

            .Klingt fade und wie ne halbe Sache, aber ich fürchte, so ist es.

            „Der jahrzehntelange geschwätzig vorgetragene Vorwurf, weibliche Sexualität sei ein gesellschaftliches Tabu verdeckt, dass das weibliche Wissen über männliche Sexualität die Null knapp schrammt.“

            Dürfte extrem unterschiedlich sein, je nachdem ob frau die Notwendigkeit hatte/hat, sich Wissen über männliche Sexualität anzueignen. Eine junge hübsche Frau, der alle Männer nachrennen braucht das sowenig wie ich wissen muss wie man ein Tischdeckchen klöppelt. Andere Frauen müssen sich schon strecken um ihr Beuteschema zu treffen. Und SEIN sexuelles Vergnügen zu maximieren ist hierfür ein guter Ansatz (wenn auch nur für die ersten Monate, danach muss es ein gesellschaftlich abgesicherter Selbstläufer werden, sonst ist frau raus).

            „Würde diese Feminismen nicht das liefern, was eine bestimmte soziale Schicht von Frauen (in einer bestimmten historischen Situation) gerne hören wollen, er würde nicht existieren.“

            Sie möchten es gerne hören und lesen, es sich aber nicht unbedingt aneignen und noch seltener entsprechend mit entsprechenden Statements outen. Das widerspricht schlicht der Strategie der Risikominimierung ohne das es frau einen Nutzwert bringt.

            Insofern bedient der mediale Feminismus eine Nachfrage ohne sich eine nennenswerte stabile Anhängerschaft im Sinne einer Religionsgemeinschaft o.ä. zu generieren.

            Nur wenn es individuell opportun erscheint, pickt sich frau einzelne Punkte zur eigenen Handlungslegitimierung heraus. Ansonsten ist es flüchtiges Entertainment.

            Und deswegen gibt es ihn.

          • „Und diese Tonnen an Artikeln lesen Frauen und eignen sich das Wissen zur Anwendung an?“

            Ja, sie sind auf jeden Fall eine dankbare Zielgruppe für vermeintliche und echte „Berater“.

            Was ich – und mit mir vielleicht 1.000 Generationen von Männern – nie verstehen werde, ist die Nichtfassbarkeit der weiblichen Sexualität. Und damit meine ich nicht uns Männer allein, sondern auch die Frauen. Wie kann eine Frau (jedenfalls nach unserem Wissensstand) wie die Schwarzgeld unwidersprochen behaupten, es gäbe keinen vaginalen Orgasmus? Gibt es ihn, oder gibt es ihn nicht? Offensichtlich sind selbst die Frauen sich in dieser Frage, die sie selbst am besten beantworten können, unsicher.
            Ich meine, wenn man uns Männern erzählen würde, wir würden beim Sex keinen Orgasmus erreichen, oder beim Wichsen, dann würde JEDER (abgesehen von einigen defekten Promillen) dem Propheten einen Vogel zeigen. Wir sind uns weitgehend einig darin, dass PIV einer geliebten Frau das höchste Vorstellbare ist. Und selbst wenn Frauen sich unschlüssig über das sind, was sie da zwischen ihren eigenen Beinen empfinden, wissen sie über unsere Sexualität immerhin soviel, dass sie unsere Lust in bare Münze umzusetzen verstehen.

            Mein vielleicht etwas bitteres Fazit: wir werden die Frauen nie verstehen, weil sie es selbst nicht tun.
            Und weil sie es nicht tun, sind sie offen für jede noch so dümmliche Einflüsterung von außen.

            „Es gibt noch heute genug Frauen, denen der eigene Orgasmus schlicht und ergreifend egal ist. Hübsch aussehen und begehrt werden ist wichtiger.“

            Ob er ihnen egal ist, kann ich nicht beurteilen. Nehmen wir an, er ist ihnen nicht egal, dann stellt sich mir die Frage, ob es möglich ist, dass Frauen eine externe Beurteilung ihrer Sexualität über das eigene Empfinden stellen – können.
            Will heißen, auch wenn sie Lust und Begehrlichkeit spüren, negieren sie sie, weil sich für eine richtige Frau solche Empfindungen nicht schicken, egal, ob aus konservativen oder feministischen Gründen.

          • Carnofis,

            „Wie kann eine Frau (jedenfalls nach unserem Wissensstand) wie die Schwarzgeld unwidersprochen behaupten, es gäbe keinen vaginalen Orgasmus? Gibt es ihn, oder gibt es ihn nicht? Offensichtlich sind selbst die Frauen sich in dieser Frage, die sie selbst am besten beantworten können, unsicher.“

            Ich stelle da keine Unsicherheit fest.

            Anatomisch betrachtet dürfte es wohl eher für die meisten Frauen schwer sein, da einen Unterschied zu erkennen. Das klitorale Nervengeflecht ist größer als die sichtbare Klitoris und schmiegt sich im Körperinneren an die Vaginalwand an. Und da gibt es wohl haufenweise Varianten was Reizfähigkeit, Kontakt zum Vaginalmuskel etc angeht. Zusätzlich zu den Varianten bei der Reizverarbeitung im Gehirn, angeborene, zyklisch schwankende oder durch Medikation beeinflusste.

            Kurzum: Eine Frau kann durchaus glaubwürdig behaupten, sie würde nie einen Orgasmus haben wenn sie vaginal penetriert wird.

            Und was machen dann die Frauen, die das für sich anders fühlen? Sie halten i.d.R. die Klappe, weil hier ein Widerspruch das Risiko birgt, sich aus der Gruppe zu katapultieren. Außer die Machtverhältnisse in der Gruppe sind anders und die Omega-Henne behauptet sowas. Dann wird sie von den anderen ziemlich gefleddert.

            Aus dieser Sozialdynamik heraus kann man(n) aus dem was frau sagt oder nicht sagt nichts über den Realitätsgehalt des Gesagten ableiten.

            „Will heißen, auch wenn sie Lust und Begehrlichkeit spüren, negieren sie sie, weil sich für eine richtige Frau solche Empfindungen nicht schicken, egal, ob aus konservativen oder feministischen Gründen.“

            Wenn noch eine Portion Masochismus im Spiel ist, dürfte das negieren die Lust sogar noch steigern. Es fehlt halt nur der orgastische Höhepunkt. Wenn der aber eh nicht als ultimatives Erlebnis (la petite mort) empfunden wird, sondern eher so als lauwarmes schlappes Ziepen ohne große Endorphin-Ausschüttung danach, wird er auch nicht zwingend angestrebt.

          • @Peter:
            „Was für sich ein schlichter Spiegel ist für eine analoge männliche Sichtweise, die durchaus verbreitet ist und der Frau die Verantwortung für ein befriedigendes männliches Sexualleben zuweist.“

            Ursache ist nicht gleich Verantwortung. Ich denke, das ist den infrage kommenden Männern auch meist wohl halbwegs bewußt.

        • Tatsächlich turnte Frauen so gut wie alles in unterschiedlichem Maße an, obwohl die Selbsteinschätzung das Gegenteil sagte.

          Schopenhauer: wesentlichster allgemeiner Zug weiblicherer Charaktere ist die Unehrlichkeit.

          • Kann ich hier so nicht stehen lassen, als ergäbe sich das zwangsläufig aus meinen Kommentaren oder ich hätte es so gemeint.

            Das Buch heißt nicht umsonst „Die versteckte Lust der Frauen“, denn für Männer ist die eigene Lust besser erfahrbar und sichtbar und damit bewusster.
            Es gibt eine körperliche feedback-Schlaufe unbewusster Lust, die schlecht dadurch beeinflusst werden kann, dir eine Lust oder Unlust zu suggerieren, die gar nicht existiert.
            Du kannst aus moralischen Gründen deine eigene Lust als Mann verwerflich finden und dich für deine „fleischlichen Gelüste“ bestrafen (besonders, wenn diese sich auf das „falsche“ Geschlecht richten).
            Man kann aber nur ex-post etwas bestrafen, von dem man sehr genau weiß, es ist existent.

            Deshalb gibt es eine ganze Horde rosa Elefanten in einem ca. 10 Quadratmeter großen Raum, wenn es um die Funktion der Beschneidung von Jungen in den USA geht, die schon bei Säuglingen routinemäßig durchgeführt wird.

            Tatsächliche hat diese nichts mit „hygienischen Gründen“ zu tun, das ist lediglich ein medizinisches Pseudo-Argument, sondern es geht um die perspektivische Verhinderung masturbatorischer Praktiken und um die Herabsetzung des sexuellen Reizes durch Verödung der Nerven auf der Eichel, bzw. der Bildung einer Lederhaut.

            Nebeneffekt: Schon als Säugling wird dir vermittelt, dass deine körperliche Autonomie und sexuelle Selbstbestimmung als Mann perspektivisch nichts zählt, sondern du musst dich gesellschaftlichen Vorstellungen unterwerfen.
            Bis zu zehn Tagen ab Geburt lebst du in einem Wundschmerz, dessen Ursache du nicht verstehst und der die fröhliche Botschaft beinhaltet: „Herzlich willkommen im Arschlochgeschlecht!“ 🙂

            Hatte ich übrigens erwähnt, dass sich eine kranke Gesellschaft ihre Serienmörder selber züchtet? Ich glaube schon…

            Der Masturbation wurde und wird unterstellt, die Selbstbezüglichkeit, den Egoismus des Mannes zu befördern. Womit wir bei Vorstellungen einer politisch korrekten männlichen Sexualität angelangt wären, die sich natürlich ausschließlich auf „Frau“ zu beziehen hat.

            Das „Schnipp-schnapp“ ist keine Erfindung der zweiten Welle des Feminismus, sondern diese Vorstellungen kursierten seit Anfang des 20. Jahrhunderts praktisch, d.h. chirurgisch.
            Bezeichnend, es gab zu diesem Zeitpunkt auch die sexualfeindliche Idee, die Klitoris der Mädchen mit Kampfer zu veröden – eine dieser beiden Praxen wurde massenkompatibel. Wir raten gemeinsam, warum und welche…

            Es darf auch geraten werden, warum bestimmte sexuelle Praktiken wie „Analverkehr“ in US-Pornos eine solche Rolle spielen. Könnte es evtl. daran liegen, um so erregter und nasser die Vagina, desto weniger wird ein beschnittener Phallus dies in eigene Erregung transferieren können, weil ein paar wichtige Nerven gar nicht mehr existieren?
            Logik ist so gemein bzw. fürn Arsch!

            Zurück zum Thema: Dass Ideologie als Ideologie die Körperempfindungen überlagert, dazu bot sich – aus den oben genannten Gründen – das weibliche Geschlecht geradezu an.

            Wenn „ich brauche 24,5 Minuten Kuschelsex bevor ich zum Höhepunkt komme!“ das Mantra einer akzeptablen weiblichen Sexualität des Tages ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, zu „härter, tiefer, schneller“ im doggy style überzugehen.
            Um so weniger, wenn Männer dazu dressiert werden, ersteres als sexuelle Bedürfnisse von „Frau an sich“ zu begreifen und Frauen sich genauso begreifen. Im „Idealfall“ exerzieren beide eine Vorstellung von Lust, die mit keiner der Vorstellungen der Beteiligten etwas zu tun hat.

            Kurz: Die feministische Ideologie ist entschieden anti-individuell und die weibliche Physis lädt geradezu dazu ein, die körperlichen Kommunikationskanäle der Geschlechter zu blockieren.
            Das kreide ich Frauen nicht an, denn wer möchte wirklich mit einem Finger in der Muschi durch die Gegend laufen oder mit einem Messgerät für die vaginale Durchblutung?!

            Deshalb lade ich beide Geschlechter vorzugsweise zu einer Beziehungsdiskussion ein, wenn sie „balls deep“ ineinander verschränkt sind.
            Wenn das Patriarchat im Matriarchat verschwunden ist, klären sich die Probleme wie von selbst! 🙂

            Subcomandante crumar
            Organisation MGTOW

  1. Guten Abend, ich versuch hier mal eine Art Selberfrag-Mittwoch:

    In Rahmen der Diskussion um die grüne Außenpolitik habe ich mir mal die Satzung der Grünen angeschaut und habe eine grundsätzliche Frage:
    Was ist dort eigentlich das Geschlecht – wer ist Frau und wer Mann bei den Grünen?

    Dort steht, die Gremien der Partei müssen zu mindestens der Hälfte (also z.B. 97%) von Frauen besetzt sein, das wird dort Mindestquotierung genannt. Soweit bekannt.

    Das gelte aber nicht für die „BAG Schwulenpolitik“, steht da. Das verstehe ich nicht. Warum dürfen dort Männer womöglich die Mehrheit haben? Sind Schwule und Lesben nicht auch Männer und Frauen im grünen Sinne? Oder werden hier Mann und Frau im Sinne der sexuellen Orientierung definiert. Also Männer müssen nur dann unter 50% bleiben, wenn sie heterosexuell orientiert sind, also auf Frauen stehen.

    Bin noch kein alter weißer Hase in den Genderthemen und stelle mir die Frage wirklich ernsthaft. Denn daraus leitet sich in Genderkriegszeiten letztlich eine ganze Weltanschauung ab.

    Zusammengefasst: Ist bei denen Geschlecht das biologische Geschlecht oder die sexuelle Orientierung?

    Dank für jeden sachdienlichen Hinweis.

    https://antraege.gruene.de/44bdk/Neuer__3_Gleichberechtigte_Teilhabe-36337

    • beweis,

      außerhalb einer neutralen wissenschaftlichen Perspektive ist der Begriff „Gender“ im politischen Alltagsgebrauch nur eine Nebelkerze um exklusiv weibliche Privilegien zu sichern und auszubauen.

      Auch den grünen Frauen ist völlig klar, dass Frau nur echt mit angeborenen Eierstöcken ist. Und der Rest bestenfalls Alibi und um eine progressive Gesinnung zu demonstrieren.

      Und daher ist es auch logisch, wenn die Quotierung in einer „BAG Schwulenpolitik“ nicht angewandt wird. Da ist halt nichts zu holen. BTW: Gibs sowas dort auch für Lesben?

      • „Warum dürfen dort Männer womöglich die Mehrheit haben? Sind Schwule und Lesben nicht auch Männer und Frauen im grünen Sinne? Oder werden hier Mann und Frau im Sinne der sexuellen Orientierung definiert.“

        Nein – schwule sind Männer, Lesben sind Frauen. Eigentlich durchaus einfach und sogar für Grünende Verhältnisse logisch.

        „BTW: Gibs sowas dort auch für Lesben?“

        Aus
        https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesarbeitsgemeinschaft_Schwulenpolitik

        „Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schwulenpolitik (BAG Schwulenpolitik) ist das bei Bündnis 90/Die Grünen für Schwulenpolitik zuständige Gremium. Sie versteht sich als Motor der Gleichstellungspolitik der Partei. Zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Lesbenpolitik ist die BAG Schwulenpolitik Sprachrohr schwul-lesbischer Interessen in die Grünen hinein. Damit ist sie ein Teil der Lesben- und Schwulenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen.“

        http://www.gruene-bag-lesbenpolitik.de/

        also selbstverständlich ja.

        „Ausgenommen von dieser Regelung ist die BAG Schwulenpolitik.“

        besagt also lediglich, dass selbst bei den Grünen eine Arbeitsgemeinschaft für explizit homosexuelle Männer (und nur Männer) die sonst bei den grünenden geltende Frauen-Mindestquote nicht zu beachten brauchen.

  2. A feminist coven in the university

    Inspired by Sara Ahmed’s call to study what is near to you, we write about our sometimes-joyful, sometimes-furious, always passionate struggles as graduate students in the academy. As a site of imperialism, racism, and patriarchy, the university grinds especially hard on women, people of color, black, indigenous, queer, disabled, and otherwise oppressed scholars. Out of a desire not just to get by or get ahead in this hostile space of competition and scarcity, we write about a feminist praxis that subverts the academy. Using collaborative auto-ethnography, asynchronous online interviews, and co-theorization, we conjure a network of rebels – what we call the feminist coven. We solicited contributions from feminist graduate students in response to three prompts about forms of communication, emotional labor, and imaginaries. Our findings show a vibrant landscape of creativity, love, rage, and longing for academia to be a more hospitable place. We and our contributors, whose voices pepper this article, offer ideas for how to summon new worlds and ways of being through small actions and everyday practices, subverting the violence of the academy by being the storm that blows through it.

    https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/0966369X.2019.1681367

    Feminismus ruiniert einfach alles.

    • Wahnvorstellung: „the university grinds especially hard on women“.

      Realität (via Arne): „Im Jahr 2017 aber stellte Pekgoz fest, dass seine männlichen Kommilitonen weniger Stipendienmöglichkeiten hatten als Frauen. (…)
      Um dies zu beheben, reichte Pekgoz 2017 eine Bundesbeschwerde gegen die USC ein und argumentierte, dass die „Women Only“-Programme der USC gegen Titel IX verstoßen, ein Bundesgesetz, das Schulen zu bestrafen droht, wenn sie Männer und Frauen nicht fair behandeln.
      Frauen stellen heute die Mehrheit der Studenten, Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeiter. Trotz dieses Ungleichgewichts bieten viele Hochschulen massive Stipendienmöglichkeiten und exklusive Programme zur Förderung ihres Erfolgs. Die Beschwerde war beispiellos. Das Büro für Bürgerrechte stimmte zu, dass die Bedenken berechtigt sein könnten.“

      Immer daran denken, Matze, du bist Berichterstatter von paranoiden Wahnvorstellungen über die Realität, die nichts mit dieser zu tun haben, sondern ihr komplettes Gegenteil darstellen.
      Diese Art von „Feminismus“ ist – im rationalen Sinne – keine politische Ideologie, es ist eine Diagnose.
      Wenn sie subjektiv empfindet, Frauen hätten es an den Universitäten besonders schwer, obwohl objektiv das Gegenteil richtig ist, dann halte dich nicht mit einer Diagnose auf, die sowieso feststeht.

      In ihrem wahnhaften und religiös basierten Koordinatensystem gibt der „Opferismus“ ihr Halt und Lebenssinn. Die ganze Erde, das irdische Leben ist ein Jammertal – insbesondere für Frauen.
      Es ist eine Theorie der Ohnmacht, in der sie sich häuslich eingerichtet hat und neben der Biedermeier-Anrichte steht die fainting couch. Geschenkt, wissen wir alles bereits.
      Meine Frage: Wie bekommt man die Paranoikerin wieder resozialisiert und wie machen wir sie zu einem nützlichen Mitglied diese Gesellschaft?
      Mein Traum wäre, sie würde konstruktiv eingestehen: „Ja, ich habe Feminismus!“, denn das wäre der erste Schritt zur Heilung. Aber das ist derzeit utopisch.

      Das Hascherl wird voraussichtlich noch weitere Wahnvorstellungen von sich geben, die du hoffentlich mit gehöriger Distanz zu berichten weißt. 🙂

      • via danish

        Ja, Wahnvorstellungen und Politiker und Journalisten, selbst einige Lehrer, haben sich entschieden, diese Leute zu unterstützen.

        Und glaubst du dass das irgendeine relevante Zahl an Feministen dazu bringt mal über den Feminismus und wofür der WIRKLICH steht nachzudenken?

        • „Und glaubst du dass das irgendeine relevante Zahl an Feministen dazu bringt mal über den Feminismus und wofür der WIRKLICH steht nachzudenken?“

          Ein „no true scotsman“-Problem, jeder von denen hat natürlich seinen eigenen (und einzig richtigen) Feminismus, schart sich mit Ähnlichen zusammen und ignoriert den Rest weitgehend, bekämpft ihn manchmal sogar. So funktionieren alle Ideologien und Religionen, kann auch gar nicht anders sein, denn sonst würde ja ein U-Boot ausreichen, eine komplette Bewegung zu zerstören.

          Ich fürchte, wir werden die Feministinnen nie wieder ganz loswerden, weil sie im Endeffekt einfach darunter leiden, dass Menschen eben nicht gleich sind, ganz ähnlich wie viele verbohrte Linke. Also gibt es immer ausreichend viele Gründe um zu jammern, wobei die meisten im psychischen Grenzbereich angesiedelt sein dürften, gegen den man mit ICD und DSM nicht ankommt. Den komplett Durchgeknallten wird man hoffentlich nach einem Politikwechsel irgendwann psychologische Hilfe angedeihen lassen.

          • „Ich fürchte, wir werden die Feministinnen nie wieder ganz loswerden, weil “

            Weil sie eine bestimmte weibliche Eigenschaft repräsentieren: Narzissmus und Empathielosigkeit gegenüber Männern.

          • @Adrian,

            mir scheint, dass für Feministinnen der Minderwertigkeitskomplex gegenüber Männern wichtiger ist als die Empathielosigkeit, bzw letzteres ist Folge von ersterem.

  3. Die Story über Kursat Pekgoz finde ich ganz schöne heftig. So stelle ich mir Totalitarismus vor.

    https://genderama.blogspot.com/2019/11/so-schutzt-die-csu-mannliche-opfer-von.html

    Pekgoz war nach allem, was man hört, ein herausragender Kandidat.

    Die USC war begeistert. Obwohl Pekgoz von der Tufts University und der Rice University Zulassungsangebote erhielt, warb die USC ihn mit einem Angebot des begehrten Provost’s Fellowship an, das seinen Unterricht abdeckte und ihm ein lebenslanges Stipendium verschaffte.

    „In meinen ersten Jahren schien alles in Ordnung zu sein“, berichtet Pekgoz. Er forschte, präsentierte auf Konferenzen und lehrte sogar drei Jahre lang eine Klasse pro Semester.

    Im Jahr 2017 aber stellte Pekgoz fest, dass seine männlichen Kommilitonen weniger Stipendienmöglichkeiten hatten als Frauen.

    [..]

    Frauen stellen heute die Mehrheit der Studenten, Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeiter. Trotz dieses Ungleichgewichts bieten viele Hochschulen massive Stipendienmöglichkeiten und exklusive Programme zur Förderung ihres Erfolgs.

    [..]

    Als Pekgoz berühmt wurde, erfuhr auch die USC bald von seinen Bemühungen. Es ist nicht genau festzustellen, wann seine Professoren, das Promotionskomitee und seine Kommilitonen begannen, darauf aufmerksam zu werden.

    Aber er brachte ihn schnell in Schwierigkeiten.

    „Ich war mit Professoren befreundet, bevor sie anfingen, mich wegen meiner Haltung zur Geschlechterpolitik zu meiden“, sagte Pekgoz. Zwei Professorinnen – Hilary Schor und Margaret Russett-„haben meine Doktorarbeit sabotiert“, behauptete Pekgoz.

    „Hilary Schor hat ein Veto gegen meine Dissertation eingelegt, nachdem sie von meinem Titel IX-Aktivismus erfahren hatte, obwohl sie mir zuvor eine Eins gegeben und meine Texte gelobt hatte.“

    „Margaret Russett, eine feministische Professorin, die nach Yale ging, beendete meinen Doktorandenstatus, obwohl es ihr Druck war, der mich dazu brachte, die Aufnahmeangebote von Tufts and Rice abzulehnen“, fügte er hinzu.

    Keiner der beiden Professorinnen reagierte auf eine Aufforderung zur Stellungnahme.

    Ich hoffe er verklagt Schor und Russett und ist damit erfolgreich. Idealerweise verlieren die beiden dann ihren Posten, denn sie haben an einer Universität nichts verloren.

    „Sie waren bereit, mich mit Auszeichnungen zu ehren, bevor ich mit meinem Engagement begann, aber sie haben mich im Visier, nachdem mein Engagement öffentlich bekannt wurde“, sagte Pekgoz. „Das hat eine abschreckende Wirkung auf die akademische Freiheit und den politischen Diskurs.“

    Feministische Lügen hinterfragen ist Ketzerei!
    Die beschädigen nachhaltig den universitären Betrieb und werden niemals die Verantwortung dafür übernehmen

  4. Hier mal was skurriles zum Stand der Gleichstellung:

    Ein 30-jähriger Mann ist angeklagt, rein über Internet-Kommunikation „dutzende“ Frauen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu gebracht zu haben, sich selber Stromschläge zuzufügen. Dabei schaute er ihnen wohl via Skype zu.

    Angeklagt ist er wegen versuchten Mordes.

    Es wird also bei erwachsenen Frauen von einer derart gravierenden Hilf- und Schutzlosigkeit ausgegangen, dass selbst das anonyme und ausschließlich über Internet erfolgte Einwirken des Angeklagten auf die Frauen als aktiv-aggressives Element im Sinne des Mordparagraphen gewertet wird.

    https://www.spiegel.de/panorama/justiz/muenchen-stromschlag-prozess-betroffene-frauen-sagen-aus-a-1296366.html

    Man stelle sich das Gelächter vor, wenn das umgekehrt passieren würde und daraus eine Anklage gemacht werden sollte. Da würde sich kein Staatsanwalt für hergeben.

    • Da würde sich kein Staatsanwalt für hergeben.

      Bin ich nicht sicher in diesem Fall. Klar haben die sich dämlich angestellt, aber in meinen Augen hat der Typ sich absolut verantwortungslos verhalten und mit bösartigem Vorsatz. Man nutzt die Dunmheit anderer nicht aus, um sie zu selbstschädigendem Verhalten zu bewegen. Man findet nämlich immer genug Idioten (beiderlei Geschlechts), die auf sowas reinfallen. Ich weiß nicht, was der selbst für psychische Probleme hat, aber eine gewisse Auszeit, um über sein Verhalten nachzudenken, wird ihm sicher nicht schaden.

      Allerdings verrät der Fall einiges über den Bildungsstand, wenn eine promovierende Biologin sich selbst grillt, auf das bloße finanzielle Versprechen eines Scheinarztes hin. So jemandem hätte ich normalerweise naturwissenschaftlich/technische Grundkenntnisse und ein gesundes Mißtrauen unterstellt.

    • Es gibt naive Leute. Und das bei beiden Geschlechtern. Das sagt nichts über Frauen an sich aus. Es zeigt eher unsere Autoritätsgläubigkeit

      Beispielhaft mit einem Mann aus leichtgläubigen (allerdings auch wohl geistig etwas eingeschränkten): der Katzenkönigfall

        • Er hat sich als Mediziner ausgegeben, gesagt, dass es Geld gibt und alles ungefährlich ist.
          Natürlich ist es naiv da mitzumachen. Aber das er so etwas für den reinen Thrill macht, dass fanden Leute wahrscheinlich auch abwegig.

          Natürlich war der Fall des Katzenkönig anderes. Aber der müsste auch zu wesentlich schlimmeren Taten gebracht werden, nämlich der Tötung eines Menschen

          • „Natürlich ist es naiv da mitzumachen. “

            Das ist der interessante Satz und alles andere, was du sagst, ist für diesen Satz irrelevant.

            WIE naiv ist es, da mitzumachen?
            Und wie kommt es dazu, dass eine nominal sowohl erwachsene als auch gut gebildete Frau SO naiv handelt?

            Wie müsste das Szenario aussehen, dass ein promovierter Mann anfängt, in der Steckdose zu prokeln, nur weil eine anonyme Frau im Internet ihm das sagt?

            Einfache Antwort: Sie bringt ihn so weit, dass er mit dem kleinen Kopf denkt statt mit dem großen.
            Alle wissen das: Ein Mann der spitz wie Lumpi ist, ist nicht zurechnungsfähig. Und da alle das wissen, kann man damit umgehen.

            Was ist also die Lektion in dieser Geschichte? Was sind die Umstände, unter denen man automatisch einer Frau die Mündigkeit temporär absprechen sollte?
            Anscheinend: Da ist einer mit Arztkittel, der ihr sagt, was sie machen soll.

            Also, wir merken uns:
            Wenn ein Mann denkt, er hätte Chance auf Sex mit einer attraktiven Frau, muss man mit bescheuertem Verhalten rechnen.
            Wenn eine Frau von einem ihr unbekannten Mann im Arztkittel Anweisungen bekommt, muss man mit bescheuertem Verhalten rechnen.

            Fair, oder?

          • @only me

            „Und wie kommt es dazu, dass eine nominal sowohl erwachsene als auch gut gebildete Frau SO naiv handelt?“

            Wenn man ein bisschen über den Fall nachdenkt, kommt man unweigerlich zu der Parallele Milgram-Experiment. Die ist sogar erstaunlich ähnlich: durch eine vermeintliche Autoritätsperson angeordnete Stromstöße. Dort machten auch genug Männer mit. Der Typ hat lediglich die Versuchsperson selbst zum Opfer gemacht.

            Es läuft also auf die Frage hinaus, warum verhalten sich ca. 75% der Menschen gegenüber Autoritäten so willenlos und dumm?

            Da angesichts der aktuellen, eher antiautoritär-liberal und weitgehend gewaltfrei aufgewachsenen Generation das Geschwafel vom „autoritären Charakter“ m.E. keinen Sinn mehr macht, muss man wohl zu dem Schluß kommen, dass es sich hier um eine sehr menschliche psychologische Mixtur handelt, aus:

            1) Vertrauensseligkeit in Autoritätspersonen („er hat gesagt es würde mir nicht schaden“, was eigentlich für die Gesellschaft spricht, da offenbar nur wenige Mißbrauchserfahrungen vorliegen)

            2) die Hemmung Widerspruch zu wagen und damit einen Streit zu riskieren (da kann man streiten, ob das gut ist oder nicht)

            3) ein gerütteltes Maß an Dummheit oder sagen wir so: gelerntes Wissen in der Praxis auch anzuwenden und ihm zu vertrauen (das deutet auf Defizite im Schulbereich hin)

          • @Androsch

            mit deinen Schlussfolgerungen kann ich auch leben.

            Und doch wäre es mal eine echte Aufgabe für die Gender Studies zu untersuchen, ob diese Art von Lemminge-Verhalten bei Frauen häufiger vorkommt als bei Männern.

          • @only me

            „Und doch wäre es mal eine echte Aufgabe für die Gender Studies zu untersuchen, ob diese Art von Lemminge-Verhalten bei Frauen häufiger vorkommt als bei Männern.“

            Wohl wahr, wohl wahr…

            Allerdings müsste man dafür das Personal erstmal komplett durchwechseln 🙂

            Interessieren würde es mich auf jeden Fall. Bei den Milgram-Wiederholungen gab es wohl kaum Abweichungen zwischen den Geschlechtern und auch zwischen den Kulturen. Aber das glaube ich erst, wenn ich die Studien selbst gesehen habe…

      • „Es zeigt eher UNSERE Autoritätsgläubigkeit“
        Wenn man „UNS“ ausschließlich als identitäre Bezugsgruppe des hiesigen Blogwarts versteht, ist es zwar immer noch etwas arg schöngeredet, macht aber aussagelogisch Sinn!
        Jedenfalls i.Bez. auf auf seine Aggressivität, sobald die Realität seine Vorstellung der automatischen Robenautorität zu beschädigen droht.

      • Christian,

        ich mokiere mich nicht über die naiven Frauen. Da gibt es in der Tat auch männliche Gegenbeispiele. Und in Bezug auf Frauen durch die schon in den Kommentaren angesprochene Schwanzsteuerung vermutlich noch naivere Varianten.

        Wobei, eine 27 jährige Doktorandin der Biologie…hmmm…mit so einem Ding kommen da schon Zweifel an ihrer Befähigung zu wissenschaftlicher Denk- und Arbeitsweise auf.

        Aber: Ich finde vielmehr die Konstruktion der Anklage bemerkenswert. Eine Strafbarkeit des beschriebenen Verhaltens an sich würde ich auch nicht absprechen.

        Aber ich sehe keines der Mordkriterien für erfüllt an. Die Anklage hätte daher auf Anstiftung zu schwerer Körperverletzung oder auch Anstiftung zu versuchtem Totschlag lauten müssen.

        Anstiftung ist wesentlich und der bedingte Vorsatz ist kennzeichnend (nach dem was beschrieben wurde)

        Und das wäre dann wohl auch im umgekehrten Fall die Anklage gewesen, wenn es überhaupt ein Verfahren gegeben hätte.

        Die Konstruktion des versuchten Mordes entwertet Frauen an sich. Er setzt auf die Fiktion, dass auch eine volljährige und geschäftsfähige Frau im Zweifel den Schutzanspruch eines unmündigen Kindes hat.

        • „Die Konstruktion des versuchten Mordes entwertet Frauen an sich.

          Seh ich nicht so. Auch wenn ich den Mordvorwurf für übertrieben halte, so hat der Staat auch die Aufgabe, die Dummchen unter den Frauen (UND Männern) vor Missbrauch zu schützen. Wenn er diese Aufgabe wahrnimmt, entwertet er nicht ganze Bevölkerungsgruppen oder Geschlechter.

          „Er setzt auf die Fiktion, dass auch eine volljährige und geschäftsfähige Frau im Zweifel den Schutzanspruch eines unmündigen Kindes hat.“

          Im Einzelfall muss der Staat auch diese Annahme treffen dürfen. Die technischen Fähigkeiten einzelner Personen können eben sehr stark divergieren. Meine Ex war auch Biologin und technisch auf dem Niveau eines Kindes.

          • Carnofis,

            zur Anklage kommen wohl 88 Fälle, die pauschal als versuchter Mord gesehen werden. Da ist nicht von einer Einzelfall-Abwägung auszugehen.

            Es ist ganz offensichtlich ein Signal.

            Welches es so umgekehrt nicht gegeben hätte.

            Aber was haben technische Fähigkeiten damit zu tun?

          • „Aber was haben technische Fähigkeiten damit zu tun?“

            Falscher Ausdruck: technisches Wissen trifft es eher.

            Wer elektrischen Strom nur zum Aufladen des Smartphones wahrnimmt, der hat kein Gefühl dafür, wie sich das anfühlen könnte, wenn man von 230 Volt eine gezimmert kriegt.

          • Ist es nicht Aufgabe der Eltern, den Kindern (m/w/d) Vorsicht und Respekt vor Gefahrenquellen beizubringen? Also neben Herdplatten, scharfen Gegenständen, offenem Feuer auch Strom aus der Steckdose?

            Vielleicht haben aber auch einfach zuwenig Kinder heutzutage mal die Gelegenheit, aus ihrer kindlichen Neugierde heraus einen Weidezaun anzufassen. Wenn man ihnen auf Basis dieses Erlebnis dann sagt, dass Strom aus der Steckdose noch 100mal heftiger ist, ist der Respekt fest im Gehirn verdrahtet.

            Schuld wären dann also die Eltern der Opfer, die eine solche erzieherische Verpflichtung vernachlässigt haben…

  5. Wobei man sagen muss, der typ hatte eine Vollstipendium für sechs Jahre, wenn ich richtig gelesen habe.
    Bis dahin soll man so eine Promotion auch mal abgeschlossen haben. Manche Leute schaffen ZWEI Promotionen in dieser Zeit.

  6. Interessante Formulierung eines nicht ganz neuen Gedankens:

    Erklärung:

  7. Weil das nachgefragt wurde: das revisionistische Geschichtsbuch 🙂 habe ich noch nicht weitergelesen, war noch nicht in der Stimmung. Ich bin aber gerade beim Festplatten-aufräumen auf meinen alten stealthnet-Cache gestoßen (kennt das Programm noch jemand?). Gibts noch, wird aber scheinbar nicht mehr weiterentwickelt:
    https://www.chip.de/downloads/StealthNet_30022399.html

    Dort hatte ich auch einen dicken e-Books-Ordner, der von Hacker-Handbüchern, über Erotikliteratur so ziemlich alles enthielt. Unter anderem auch „Das politische Testament von A.H.“, kannte ich noch nicht, habe ich gleich mal gesucht, gabs wohl tatsächlich:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_Testament_Adolf_Hitlers
    spielte in den Nürnberger Prozessen eine Rolle und gilt wohl als authentisch.

    Klar ranzt er da ordentlich gegen die Juden, das würde man auch erwarten, einige Aussagen sind aber wirklich interessant, z.B.:
    „Ich habe noch drei Tage vor Ausbruch des deutsch-polnischen Krieges dem britischen Botschafter in Berlin eine Lösung der deutsch-polnischen Probleme vorgeschlagen – ähnlich der im Falle des Saargebietes unter internationaler Kontrolle. Auch dieses Angebot kann nicht weggeleugnet werden. Es wurde nur verworfen, weil die maßgebenden Kreise der englischen Politik den Krieg wünschten, teils der erhofften Geschäfte wegen, teils getrieben durch eine, vom internationalen Judentum veranstaltete Propaganda.“

    Da stecken mehrere Aussagen drin:

    1) Es gab Probleme mit den Polen, insbesondere in den gemischten Gebieten, schon das lernt man in der Schule nicht mehr (habe ich zumindest nicht), stimmt aber und lässt sich nachprüfen.

    2) Dass er ein Angebot gemacht hat, wusste ich auch nicht, bei uns fing alles immer mit „Gleiwitz“ an und es wurde suggeriert, dass Hitler die Weltmacht anstreben würde (vermutlich eine angelsächsische Projektion, denn letztlich haben die sie sich geholt).

    3) Direkt nach dem Einmarsch in Polen fing wohl die britische Bombardierung in Deutschland an, als Vergeltungsaktion, zumindest schlußfolgere ich das aus diversen Feldpostbrief-Büchern (auch das hatten wir in der Schule nicht), der Deutschland anfangs nicht viel entgegenzusetzen hatte und die wohl auch bald Wohngebiete traf.

    4) Das maßgebliche britische und vermutlich amerikanische Kreise den Krieg wollten, einerseits um Deutschland einzufangen und andererseits die Sowjets zurückzutreiben, halte ich für eine plausible Unterstellung, die auch durch andere Indizien gestützt wird, etwa der Tatsache, dass man den deutschen Widerstand gegen die Nazis bewusst nicht unterstützte, auch die prächtigen Geschäfte sind m.W. belegt, Roosevelts „New Deal“ wurde m.W. durch die enormen Rüstungsausgaben erst zum Erfolg.

    5) Es gab von Anfang an Propaganda gegen das „dritte Reich“, ob maßgeblich aus jüdischen Kreisen, kann ich nicht beurteilen. Dabei waren die aber, etwa über den Boykottaufruf gegen Deutschland auf dem jüdischen Weltkongress. Vor Trump hätte ich das nicht so hoch gehängt, aber man sieht, zu welcher einseitig-hetzerischen Berichterstattung die Medien in der Lage sind, wenn jemand nicht ins geostrategische Kalkül passt.

    Es stehen noch mehr spannende Sachen drin, aber das ist schon wieder viel zu lang geworden. Liest am Ende ja niemand mehr 🙂

    • @Androsch Kubi:

      Daraus geht aber nicht hervor, dass Hitler keinen Krieg wollte … es besagt nur, dass Hitler nicht scharf drauf war, Krieg mit England anzufangen. Mit England als Seemacht und Deutschland als Kontinentalmacht hätte er sich anfreunden können … aber selbstverständlich wäre er auch dann mindestens über Osteuropa hergefallen.

      • Dass er mit England keinen Krieg wollte, ist auch gar kein Geheimnis. Habe ich vor zig Jahren schon in einer Historien-Doku auf phoenix oder so gehört. Irgendwie sympathisierte Hitler wohl auch ein Stück weit mit den Engländern; vielleicht betrachtete er die angelsächsischen Mitgermanen ja als so eine Art Herrenrasse ehrenhalber. Ich meine mich zu erinnern, dass in der Doku ein Historiker gar meinte, dass Hitler die Kriegserklärung Englands persönlich getroffen hat…

    • Nun ist das „politische testament“ AHs aber keine private geheime aufzeichnung, sondern eine durch und durch propagandistische selbstdarstellung und selbstrechtfertigung.
      Entsprechend sollte sie auch interpretiert werden.

      Aus „Ich habe noch drei Tage vor Ausbruch des deutsch-polnischen Krieges dem britischen Botschafter in Berlin eine Lösung der deutsch-polnischen Probleme vorgeschlagen“
      zu folgern : „Also gab es Probleme mit Polen“ ist natürlich einfach nur geil.
      Hitler hatte mit seinem acht-Punkte-Programm inakzeptable Forderungen an Polen gestellt – das waren die „Probleme“ mit Polen. Die er selbst geschaffen hatte.

    • Ich habe vor ein paar Wochen ähnliche Dinge aus ganz anderen Quellen gelesen, also z.B. daß Polen selbst und mit englischer Unterstützung heftig säbelrasselnd herumgedroht hat, Hitler eigentlich ( zumindest zu dem Zeitpunkt ) lieber diplomatisch vorgegangen wäre u.s.w..
      Muß wohl auf einem der pöhsen „Russen“-blogs gewesen sein, Nadsiseiten lese ich üblicherweise nicht.
      Ich denke, Geschichte wird von den Siegern verschwiegen ( oder wie das heißt ).

      Gab da noch mehr so Anekdötchen, bspw. daß GM Opel gerade so pünktlich aufgekauft hat, daß man dort mal eben ad hoc 15000 Opel-Blitz-Laster produzieren konnte, damit der Adolf blitzartig seinen Blitzeinmarsch in Polen starten konnte.

      Weiß man’s?

      • Generalmajor i.R., Gerd Schultze-Rhonhof hat darüber sehr viele, historisch gut dokumentierte Quellen zusammengetragen, und darüber viele Bücher veröffentlicht. Sehenswert hierzu auch sein Vortrag zum Thema : „Der Krieg, der viele Väter hatte“ auf nachfolgendem yt-Video:

        • Naja. Gerd Schulze-Rhonhof ist nicht Christopher Clark, und der Zweite Weltkrieg ist nicht der Erste. Der Angriff auf Polen stand ebenso wie die Annexion der Tschechei und der spätere Angriff auf die Sowjetunion im Kontext der Programmatik vom »Lebensraum im Osten«. Das heißt, die Nazis hatten ein langfristiges ideologisches Motiv dafür, diese Kriege zu führen.

          Es gibt mehr als einen revisionistischen Historiker – aktuell im Kubitschek-Umfeld z. B. Stefan Scheil, der unter anderem die schon länger in Umlauf befindliche Präventivkriegsthese bezüglich des Überfalls auf die Sowjetunion vertritt.

          Diese Thesen werden in der Geschichtswissenschaft aber aus guten Gründen ganz überwiegend abgelehnt. Zum Einstieg ins Thema sind die verlinkten Wikipedia-Artikel durchaus lesenswert.

          • „Es gibt mehr als einen revisionistischen Historiker – aktuell im Kubitschek-Umfeld z. B. Stefan Scheil, der unter anderem die schon länger in Umlauf befindliche Präventivkriegsthese bezüglich des Überfalls auf die Sowjetunion vertritt…
            Diese Thesen werden in der Geschichtswissenschaft aber aus guten Gründen ganz überwiegend abgelehnt.“
            ————————————————-
            Das sind „Totschlag-Argumente“: „Nazis, Revisionisten“ u.ä. stigmatisierende Schubladen, die in einem systempräparierten Umfeld quasireflektorische Abwehrmechanismen in Gang setzen sollen, so daß man sich mit den Fakten erst gar nicht mehr auseinandersetzen muß.
            Für Menschen mit einem intellektuellen Anspruchsniveau sollte es damit aber nicht sein Bewenden haben!
            Zur „Präventivkriegsthese“ gibt es auch durchaus „unverdächtige“ Vertreter, wie den ehemaligen KGB-Offizier Wladimir Resun/Victor Suworow, der dazu ausführlich geschrieben hat, und worüber das russische Staatsfernsehen mehrteilige Sendungen ausgestrahlt hat, basierend auf den Videos von Wladimir Sinelnikow und IgorSchewzow: „Der letzte Mythos – Wer entfesselte den 2. Weltkrieg“

          • @Seerose:

            »Das sind „Totschlag-Argumente“: „Nazis, Revisionisten“ u.ä. stigmatisierende Schubladen, die in einem systempräparierten Umfeld quasireflektorische Abwehrmechanismen in Gang setzen sollen, so daß man sich mit den Fakten erst gar nicht mehr auseinandersetzen muß.«

            Erstens: Die Vokabel »Nazi« habe ich bewusst nicht verwendet, und »Revisionist« ist kein Totschlagargument, sondern eine Kategorie, in der diese Personen gelandet sind, nachdem sich Historiker mit ihren Argumenten auseinandergesetzt haben! Wenn Du bestreiten möchtest, dass diese Einordnung zu Recht erfolgt ist, dann besteht für Dich in Bezug auf diese Argumente eine Holschuld, denn schließlich wurden diese Kontroversen nicht hinter verschlossenen Türen geführt, sie können von jedem Interessierten nachvollzogen werden.

            Zweitens: Suvorov ist nicht schon dadurch unverdächtig, dass er Russe ist und/oder KGB-Mitglied war. Seitdem der Sozialismus dort nicht mehr Staatsdoktrin ist, gibt es auch in diesem Land das ganze politische Spektrum von extrem links bis extrem rechts (russische Neonazis inklusive). Es zählen also auch bei ihm nur die Argumente, die er vorlegt.

          • „Die Vokabel »Nazi« habe ich bewusst nicht verwendet, und »Revisionist« ist kein Totschlagargument, sondern eine Kategorie, in der diese Personen gelandet sind, nachdem sich Historiker mit ihren Argumenten auseinandergesetzt haben!“
            ————————————————–
            Es stimmt, daß Du nicht die Vokabel/Schublade „Nazi“ verwendet hast. Aber auch die von Dir vorgenommene kontextuelle Schubladisierung ist insgesamt wenig hilfreich, wenn damit letztlich argumentative Auseinandersetzungen mit den Fakten unterbunden werden sollen.
            ————————————————-
            „Suvorov ist nicht schon dadurch unverdächtig, dass er Russe ist und/oder KGB-Mitglied war. Seitdem der Sozialismus dort nicht mehr Staatsdoktrin ist, gibt es auch in diesem Land das ganze politische Spektrum von extrem links bis extrem rechts (russische Neonazis inklusive). Es zählen also auch bei ihm nur die Argumente, die er vorlegt.“
            ————————————————
            Suworow war ein 1978 aus der damaligen SU in die Schweiz bzw. nach GB geflohener aktiver KGB-Offizier, also schon lange bevor sich die SU aufgelöst hat. Hast Du Dich schon einmal den von ihm vorgetragenen Fakten argumentativ auseinandergesetzt oder gehört der jetzt auch schon in die „Nazi-Kiste“?

          • @Seerose:

            »… insgesamt wenig hilfreich, wenn damit letztlich argumentative Auseinandersetzungen mit den Fakten unterbunden werden sollen.«

            Noch mal: wo bitteschön werden hier »argumentative Auseinandersetzungen mit den Fakten unterbunden«? Sogar die Wikipedia-Artikel, die nicht müde werden, jede nur denkbare Nazi-Affiliation der Autoren aufzulisten, fasst Kernargumente der Kontroverse zusammen, darum habe ich sie verlinkt.

            »Hast Du Dich schon einmal den von ihm vorgetragenen Fakten argumentativ auseinandergesetzt oder gehört der jetzt auch schon in die „Nazi-Kiste“?«

            Ist ein Weilchen her, aber: ja, habe ich (und es ist mir egal, ob das Nazis sind – ich habe mich auch schon mit den Thesen von Holocaustleugnern und Neuschwabenland-Phantasten auseinandergesetzt, und das sind definitiv Nazis). Alle diese Thesen, ob von Schulze-Rhonhof, Scheil oder Suvorov, kranken mehr oder weniger daran, dass sie relevanten historischen Kontext ausblenden (und Suvorov selbst hat anscheinend auch gezielt Quellen verfälschend zitiert).

            Sie unterstellen mehr oder weniger, Nazideutschland wäre ein »normaler«, rational kalkulierender europäischer Machtstaat gewesen, an den man dieselben Maßstäbe anlegen kann wie an andere Nationen der Epoche, was aber weder Herrschaftstypologisch noch ideologisch zutrifft (auf das wilhelminische Deutschland trifft es einigermaßen zu, darum hat Clarks These zu 1914 eine sehr viel höhere Plausibilität). Im Dritten Reich hat sich die faschistische Ideologie sehr viel radikaler ihren Weg bahnen können als etwa im verbündeten, ebenfalls Krieg führenden faschistischen Italien. Die ganzen spezifischen ideologischen Beweggründe der Nazis und ihre spezifischen Chancen, im deutschen Führerstaat handlungsleitend zu werden, bleiben bei den Revisionisten außer Betracht.

            Das heißt unter anderem: selbst wenn etwa Stalin einen Angriff auf Nazideutschland geplant hätte, macht das den deutschen Angriff nicht zu einem Präventivkrieg, denn dazu muss Prävention als entscheidendes Motiv nachweisbar sein, was es nicht ist, sehr wohl dagegen ist die »Lebensraum«-Ideologie als Motiv nachweisbar. Außerdem hätte ein Präventivkrieg auf die Zerstörung von Militärmacht abgezielt und nicht die gezielte massenweise Ermordung von Zivilisten zum Teil der Operationen gemacht.

          • @djadmoros schrieb, zunächst mich zitierend:
            „»Hast Du Dich schon einmal den von ihm vorgetragenen Fakten argumentativ auseinandergesetzt oder gehört der jetzt auch schon in die „Nazi-Kiste“?«
            Ist ein Weilchen her, aber: ja, habe ich (und es ist mir egal, ob das Nazis sind – ich habe mich auch schon mit den Thesen von Holocaustleugnern und Neuschwabenland-Phantasten auseinandergesetzt, und das sind definitiv Nazis). Alle diese Thesen, ob von Schulze-Rhonhof, Scheil oder Suvorov, kranken mehr oder weniger daran, dass sie relevanten historischen Kontext ausblenden (und Suvorov selbst hat anscheinend auch gezielt Quellen verfälschend zitiert).“
            ———————————————
            Das ist genau diese Art von „Diskussion“, wie ich sie liebe!
            Bleib doch mal „auf dem Teppich“, und wirf nicht wieder neue Nebelkerzen („Nazis, Holocaustleugner, Neuschwabenland-Phantasten“)! (Wieso) mußt Du diese „Totschlag-Argumente“ verwenden, anstatt nahzuweisen, daß und inwiefern Schulze-Rohnhof oder Suworow den bei ihrer Fakten-Benennung unverzichtbaren „relevanten historischen Kontext ausblenden“ oder wo Suworow selbst „gezielt Quellen verfälschend zitiert“?!

          • @djadmoros:
            „Du gehst ja nicht mal auf die Argumente ein, die schon in den Wiki-Artikeln genannt werden!“
            ———————————————-
            Wie objektiv und neutral ist denn Wikipedia?! Ist Wiki denn die unumgängliche „Heilige Schrift“ der schönen neuen Welt/Zeit, letzte Entscheidungsinstanz insbesondere zu allen politischen und historischen Gegebenheiten?! Die ultimative Quelle für letztendliche Wahrheit(en)?
            Dein Verweis kann die eigene Auseinandersetzung mit vorgetragenen Fakten überhaupt nicht ersetzen; die „Akte Wikipedia“ spricht Bände!
            Sehenswert hierzu: https://www.youtube.com/watch?v=j-E6V7uSakE

          • @Seerose:

            »Die ultimative Quelle für letztendliche Wahrheit(en)?«

            Herrgott nein, als Einstieg brauchbar! Ich lasse das jetzt hier, es sei denn, Du kommst noch mit ’nem inhaltlichen Argument um die Ecke!

  8. Hallo zusammen,

    ich wende mich heute mit der Bitte um einen guten Ratschlag oder eine Tipp an die Leserschaft: Mein Sohn ist an Muskeldysmorphie erkrankt, volkstümlich bekannt als Muskelsucht, Biggerexie oder Adonis-Komplex. Das ist eine Körper-Wahrnehmungsstörung so ähnlich wie Magersucht bei Mädchen, die aber nur bei jungen Männern auftaucht. Die Betroffenen trainieren sich mit medikamentöser oder hormoneller Unterstützung riesiger Muskelberge an, halten sich dennoch für zu schmächtig, vernachlässigen andere Lebensbereiche und sind nicht einsichtig in ihre Krankheit, dafür aber dringend therapiebedürftig.

    Meine Frage nun: Wie in anderen Bereichen gibt es auch hier ein grobes Ungleichgewicht zwischen den Therapieangeboten für Frauen und Männer. Während für Mädchen und junge Frauen in fast jeder Stadt eine Beratungsstelle, eine Ambulanz und eine Selbsthilfegruppe (auch für Angehörige) existieren, konnte ich für junge Männer mit dieser Störung fast nichts finden. Weiß jemand, ob es da irgendwo Experten, Ansprechpartner, Therapieangebote oder ähnliches gibt? Am besten in Norddeutschland? Das würde sehr helfen.

  9. Die Partei mit der Frauenquote, die aber nicht so heißen darf, sagt was Interessantes:

    „Gender-Pay-Gap in der Verwaltung
    FDP-Politiker hält Männer für benachteiligt

    In der öffentlichen Verwaltung arbeiten mehr Frauen als Männer – auch in gutbezahlten Positionen. Den FDP-Politiker Marcel Luthe empört das
    […]
    Jeder Teil der Verwaltung braucht nach dem Gesetz einen Frauenförderplan, und Frauen sind so lange unterrepräsentiert, wenn in einer Vorgesetzten- oder Leitungsfunktion oder in einer Entgeltgruppe mehr Männer als Frauen beschäftigt sind. Das ist nur in den ganz hohen Besoldungsstufen, der B-Besoldung, noch der Fall. In den anderen Tarifgruppen und Besoldungsstufen oberhalb A12 sind es dem Zahlenwerk zufolge inzwischen eher Männer, die ein Gleichstellungsgesetz nötig hätten.“

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/gender-pay-gap-in-der-verwaltung-fdp-politiker-haelt-maenner-fuer-benachteiligt/25230438.html

    • Nehmen wir ein Beispiel, das uns als Feministen besonders augenfällig erscheint. Wir stellen fest: Eine Mehrzahl der Männer weiß beziehungsweise erfährt gar nicht, was Sexismus im Alltag wirklich bedeutet oder wie sich Ungleichheit im Job anfühlt.

      Kaum ein Mann macht sich nachts Gedanken, wenn er allein auf der Straße läuft, zerbricht sich den Kopf darüber, welche Signale Kleidung in einem Geschäftstermin senden können oder in welcher Stimmlage man am besten sein Projekt im Teammeeting vorstellt.

      Das haben Feministinnen herausgefunden in dem sie 5 andere Feministinnen gefragt haben, was Männer fühlen und denken.

    • Über die Autoren steht am Ende des Artiels:

      „Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer sind Autoren, Aktivisten und Berater. Sie sind HeForShe Botschafter des UN Women Komitee Deutschland.“

      Weißte bescheid……

    • Die ganze Tragik steckt in dem Ausdruck „They wish someone had told them sooner.“

      Übersetzung: Sie sind also noch nicht erwachsen – immer noch nicht X-(

      • Wer nicht muss, ist mit 25 Jahren noch nicht erwachsen.
        Weder Frauen noch Männer.
        Der Druck, mit 25 in dem hier relevanten Sinne erwachsen zu sein, ist heute geringer denn je, für Frauen noch geringer als für Männer.
        Es ist klar die Aufgabe der Gesellschaft (konkret: der Eltern und der Lehrer (die aber ja zu 90% auch nur denken, was Zeitgeist ist)), junge Frauen mit Realitäten zu konfrontieren, damit diese nicht erst dann „erwachsen“ werden, wenn’s zu spät ist, mit 35 oder 45.

        Mein Leben wäre auch anders, vermutlich besser, verlaufen, wenn ich nicht erst mit Ende 30 im unregulierten Internet auf die rote Pille gestoßen wäre.

        Wir sollten nicht in die gleiche „Selber Schuld“ Schiene rutschen, wie die Feministinnen, sobald es um Männer geht. Ein wenig Häme kann ich mir zwar auch nicht verkneifen, aber grundsätzlich ist das feministische Lügengebäude für junge Frauen ähnlich schädlich wie für Männer.
        Das kann und sollte ruhig betont werden.

        Wir sollten Frauen ruhig gönnen, dass sie die Red Pill nicht erst mit 40 entdecken.

        • Das gönne ich ihnen auch von Herzen, deshalb bezeichne ich es ja als „Tragik“. Während die Frau, die diesen Satz gesagt hat, einen kleinen Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden gemacht hat, und sich dessen wahrscheinlich auch bewusst ist, hat sie den viel wichtigeren noch nicht gemacht: Die Verantwortung für sich selbst bei sich selbst zu verorten.
          Mein Emoticon sollte keine Häme ausdrücken sondern ungefähr das, was Bud Spencer (RIP) ausdrücken wollte, wenn er sein Gesicht in den Händen vergrub 🙂

          • Die Verantwortung für sich selbst bei sich selbst zu verorten.

            Ja, OK, das scheinen Frauen wirklich schlechter zu können.
            Kein Wunder, dass ihre aktuelle Religion in großen, vorwurfsvollen Lettern: „Frauen sind NIEMALS schuld“ auf dem Cover trägt.

    • Klingt interessant.
      Schade, dass es offenbar so schwer ist, an eine ansehbare Version des Films zu kommen.

      So zwei dinge irritieren mich in der Darstellung und promotion:

      Sie selbst sieht das ganze ziemlich explizit als „feministische Sichtweise“ auf das Problem häuslicher Gewalt.
      Auf der Youtube-Trailer-Seite steht:

      „Familiendrama mit Thriller-Elementen, das auf erschreckende Weise zeigt, wie überholte Geschlechterrollen und die Tabuisierung von häuslicher Gewalt das Familienglück eines Vaters zerstören. Eine feministische Sichtweise auf heteronormative Femininität und Maskulinität.“

      Damit korespondiert, wie sie den Gilette-Spot als „Interessanter Spot gegen toxische Maskulinität“ wahrnimmt und beschriebt.

      Nach Feststellung dieser Umstände und sichtung des Trailers drängt sich mir der Verdacht auf, dass der Kurzfilm sehr wesentlich darauf hinausläuft, dass der Mann halt einfach mal seine toxische Männlichkiet hätte überwinden müssen, die ihn daran hindert, einfach mal über seine Gefühle zu reden.

      Wie weit die Frau in dem Film letztlich doch das eigentliche Opfer ist, wären weitere interessante Aspekte, mit denen ich zumindest rechnen würde.

      Auch die Nominierung „für den Hessischen Filmpreis in der Kategorie „Bester Kurzfilm““ macht mich eher skeptisch, ob so etwas einem Film wiederfahren könnte, der ernsthaft feministische Positionen anzugreifen wagt.

      Insofern bin ich von deiner positiven Besprechung zumindest vorsichtig überrascht und wäre mal vorsichtig interessiert am Endprodukt.

  10. https://www.focus.de/familie/beziehung/einfluss-durch-hormone-kuschelhormon-sorgt-dafuer-dass-maenner-untreue-frauen-attraktiver-finden_id_11349708.html

    „In der Zusammenfassung der Studie erklären die Forscher der University of Electronic Science and Technology im chinesischen Chengdu: „Auch wenn ein Großteil beider Geschlechter angab, treue Partner für lange Beziehungen zu bevorzugen, zeigte sich, dass Männer eher dazu tendierten, kurze Beziehungen mit zuvor untreuen Partnerinnen eingehen zu wollen – ungeachtet ihres aktuellen Beziehungsstatus.“

    Das Oxytocin hat also dazu beigetragen, dass sich Männer stärker zu früher untreuen Frauen hingezogen fühlten und sich eine kurze Beziehung mit ihnen vorstellen konnten. Frauen hätten sich den Forschern zufolge dagegen von untreuen Männern und kurzen Beziehungen eher abgeschreckt gezeigt. Stattdessen sollen die meisten von ihnen treue Partner und längere Beziehungen bevorzugt haben.“

  11. https://an24.net/2019/11/10/young-man-go-home-are-you-not-a-man-policeman-allegedly-tells-rape-victim/amp/?__twitter_impression=true

    „Viraler“ post auf Twitter „Ein Mann wird von der Polizei abgewiesen, als er versucht seine Vergewaltigungen durch 3 Frauen anzuzeigen“

    “Going through the comments section you will see why the society will never take men been raped serious, the police guy i complained to told me ” Young man go home are you not a man and don’t go about telling people that a girl raped you nobody will respect you”.

    He added that he had the feeling the girls added some weed to the jollof rice that he ate which was what had that effect on him.

    “That was when I lost it. My hands were tied to the window burglary proof. I could only watch them molest and taking turns on me like twice each.

    ” I tried going to the police to report. The officer I met told me to go home and not make a fool of myself by going about telling people about the incident and I should be the man I am,” he narrated.

  12. https://www.secularism.org.uk/opinion/2019/09/a-woman-is-convicted-over-circumcision-what-happens-next

    „A pharmacist has been convicted for having a baby boy circumcised against his parents‘ wishes. Megan Manson says the case raises alarming questions over our willingness to defend children’s bodily integrity consistently.“

    „During that weekend, she took the baby to London to be circumcised, in accordance with her own Nigerian Christian beliefs. She knew the baby’s mother did not want her baby circumcised. So she posed as the child’s mother, recruited a man to pose as his father, and convinced a Jewish circumciser to perform the procedure.“

    „…Had the baby been an adult, this would have been treated as an extremely serious assault, perhaps even a sexual assault, and imprisonment would have been inevitable for the perpetrator.“

    „….But Obi-Uzom will not go to jail. She was given a suspended sentence of 14 months. She was also ordered to pay costs of £1,500 and a £140 victim surcharge, which seems paltry compensation for amputating part of a person’s genitals without consent or medical need. Last month a man was awarded £20,000 for being circumcised by mistake at Leicester General Hospital.“

  13. Ich brauch mal wieder kurz Eichung…

    Ich beobachte mich dabei, dass ich auf solche Ankündigungen nur noch mit einem müden, gelangweilten Seufzer reagiere.

    Ist das normal? Ist die Reaktion der Mehrheit hier vielleicht „Jippie, das sieht super aus!“?

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