Grundrente

Die GroKo hat sich auf eine Grundrente geeinigt.
Der Spiegel zu den Grundzügen dieser:

So also soll die neue Grundrente aussehen:

  • Voraussetzung: Grundrente soll nur erhalten, wer mindestens 35 Beitragsjahre angesammelt hat – allerdings soll das keine so harte Grenze darstellen wie in den bisherigen Plänen: Eine „kurze, wirksame Gleitzone“ soll eingeführt werden. Das heißt, dass auch Versicherte mit etwas weniger als 35 Jahren Beitragszeit die Grundrente bekommen werden, allerdings mit Abschlägen. Offen ist bislang aber, wie hoch diese Abschläge sein werden und bei wie vielen Beitragsjahren die Gleitzone beginnt.
  • Einkommensgrenze: Ein Single bekommt die Grundrente nur, wenn sein zu versteuerndes Einkommen unter 1250 Euro im Monat liegt. Lebt ein Rentner in einer Partnerschaft, darf das gemeinsame Einkommen nicht über 1950 Euro liegen. Allerdings sollen dies ebenfalls keine harten Grenzen sein – auch hier ist eine Gleitzone geplant. Offen ist, wie hoch die Abschläge bei geringfügig höherem Einkommen sein werden und ab welcher Grenze es überhaupt keine Grundrente mehr gibt.
  • Die Berechnung: Sie folgt im Prinzip dem Vorschlag von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) aus dem Februar: Bekommen soll die Grundrente, wer weniger als 80 Prozent Beiträge gezahlt hat als ein Durchschnittsverdiener, aber mehr als 30 Prozent. Für diesen Personenkreis wird die Rentenleistung verdoppelt – allerdings höchstens auf 80 Prozent der Durchschnittsleistung und maximal für 35 Beitragsjahre. Dieser Zuschlag wird dann aber um 12,5 Prozent gekürzt – das sah Heils Konzept noch nicht vor und ist ein Zugeständnis der SPD in den Verhandlungen mit der Union.
  • Ohne Antrag und automatisch: Berechnet und ausgezahlt wird die Grundrente von der Rentenversicherung. Die übernimmt auch die Einkommensprüfung – und soll die Daten dafür automatisch von den Finanzämtern bekommen. Das heißt, dass Betroffene die Grundrente nirgendwo aktiv beantragen müssen. Ihr Einkommen geben sie ja bereits bei der Steuererklärung an, sofern dieses überhaupt so hoch ist, dass sie steuerpflichtig sind.
  • Rückfalllösung für teure Städte: Weil die Lebenshaltungskosten in Deutschland vor allem durch die Miete von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sind, kann es sein, dass einige Rentner selbst mit der Grundrente noch auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sind – quasi das Hartz IV für Rentner.
    Für diese Betroffenen wird ein Freibetrag in der Grundsicherung eingeführt: Die ersten 100 Euro ihrer Rente dürfen sie voll behalten, von jedem weiteren Euro ihrer Rente 30 Cent. Maximal können sie von ihrer Rente bis zur Hälfte des Regelsatzes behalten – derzeit sind das 212 Euro im Monat.
    Außerdem gibt es für Bezieher der Grundrente einen Freibetrag beim Wohngeld, damit ihnen bei dieser Sozialleistung nicht gleich wieder abgezogen wird, was sie durch die Grundrente bekommen haben. Auch das dient vor allem Grundrentenbeziehern in Städten mit hohen Mieten.

Kleinkinder und Regeln, Autorität und die Versuchen, die Eltern zu manipulieren und die Regeln zu brechen (anhand eines Beispiels von Fräulein Schmidt)

Wie jedes Kleinkind verfügt natürlich auch Fräulein Schmidt über diverse Trinkflaschen, in denen wir üblicherweise Wasser haben, falls sie Durst hat. Aus diesen kann sie auch gut selbstständig trinken. Noch viel mehr Spaß macht es aber, Wasser aus diesen auf dem Boden oder im Tisch zu verteilen und dann mit dem Wasser in wiederum zu malen oder anderen lustigen Unfug damit zu treiben. Nebeneffekt ist nicht nur das der Boden oder der Tisch nass ist, sondern sehr schnell auch Fräulein Schmidt, da sie mit ihren Ärmeln natürlich in die nassen Stellen kommt und sich auch anderweitig die Kleidung nass macht. Da sie gegenwärtig schon eine verstopften Nase hat und etwas erkältet ist ist dies natürlich nicht in unserem Sinne, so dass wir dies zu verhindern versuchen. Da Belehrung wenig fruchten nehmen wir ihr dann die Trinkflasche weg und stellen sie an einen Ort, an den sie nicht kommt.

Interessant ist es zu beobachten, wie die Kleine damit umgeht. Sie protestierten natürlich, versucht mit herzzerreißenden Heulen auf diese große Ungerechtigkeit hinzuweisen und uns dazu zu bewegen ihr die Flasche wiederzugeben.

Genauso setzt sie aber ihren größten Unschuldsblick auf und deutet mit Mundbewegung an, dass sie nach einiger Zeit wieder Durst hat. Sie weiß genau, warum ihr die Flasche weggenommen worden ist, aber sie setzt natürlich auf weitere Tricks, um sie zurückzuerhalten. Wenn seit dem letzten Versuch, Wassermalereien zu betreiben, genug Zeit vergangen ist und sie tatsächlich  durstig sein könnte, dann gebe ich ihr auch die Flasche probehalber wieder und schaue sie  kritisch an.

Dies verleitet sie dazu noch mehr eine große Unschuldsmiene aufzusetzen und mich freundlich anzulächeln. Ich habe etwas das Gefühl, dass sie weiß, dass ich weiß, dass sie natürlich nur wieder damit rumspielen will. Sie nimmt dann ganz vorsichtig die Trinkflasche in die Hand, setzt sie einmal kurz an trinkt etwas um ihre guten Absichten zu bekunden und lächelt einen an. Sie stellt die Wasserflasche auf den kleinen Tisch und schaut unschuldig in der Gegend herum.

Sie trinkt dann noch einmal kurz etwas und bringt dann schon einmal mit einem Unschuldsblick die Trinkflasche in eine leichte Schieflage, so dass ein Tropfen wie aus Versehen auf den Tisch zu fallen droht. Auf meinen bösen Blick hin nimmt sie die Flasche wieder hoch und trinkt noch einmal ein Schluck, als hätte sie das natürlich schon immer geplant und die Flasche hätte nur so schief gestanden, weil sie sie etwas hat baumeln lassen. So spielt sie mit der Flasche herum und versucht letztendlich einen unbeobachteten Augenblick zu finden, in dem sie dann tatsächlich wieder rumspielen kann, was meistens dazu führt, dass ihr die Flasche wieder abgenommen wird. Es ist eigentlich fürchterlich süß, wie sie versucht zu tricksen.

Ich finde es insofern im Hinblick auf das Denken interessant. Es ist ja nicht so, dass wir irgendwelche Tricksereien vorleben. Von uns Erwachsenen muss ja keiner in der Hinsicht manipulieren. Sie scheint ganz gut zu erfassen, dass Sie etwas nicht darf und das ist vielleicht auf anderem Wege doch hinbekommen kann, mit dem begehrten Spielzeug auf diese Weise zu spielen.

Sicherlich kann sie es auch durch Versuche nach dem Trial and Error Prinzip entwickelt haben, weil wegen der nicht aufgepasst haben und wie sich die Flasche wieder greifen konnte. Aber es ist schon interessant, dass sie weiß, welche Minen sie aufsetzen muss und dass sie versucht, natürlich auf kindliche Art, gewisse Manipulation durchzuführen um unschuldig zu wirken.

Ich bin geneigt zu sagen (aber wann bin ich das nicht) das dies vermutlich biologisch in irgendeiner Form angelegt ist und auch Kleinkinder ein gewisses Verständnis dafür haben, welche Gesichtsausdrücke zu bestimmten Zeiten vorteilhaft sind etc.