Weibliche DAX-Vorstände verdienen mehr als männliche DAX-Vorstände

Eine interessante Mitteilung, die natürlich von allen feministischen Seiten als großer Erfolg für den Feminismus gefeiert* wird:

(*nicht erwähnt)

Laut einer aktuellen Erhebung des Beratungsunternehmens EY verdienten weibliche Vorstandsmitglieder bei einem Unternehmen des Aktienindex Dax im vergangenen Jahr im Durchschnitt 124.000 Euro mehr als ihre männlichen Kollegen. So kam ein weibliches Dax-30-Vorstandsmitglied auf eine Gesamtvergütung in Höhe von 3,039 Millionen Euro, die Männer mussten sich im Durchschnitt mit 2,915 Millionen Euro zufrieden geben.

Quelle: Infografik WELT

Von einer Diskriminierung der Frauen beim Gehalt kann auf den Chefetagen der größten Aktiengesellschaften des Landes also keine Rede sein – wenn schon, dann haben Männer Grund, sich zu beschweren. Zumal die Schere weiter auseinandergeht.

Während die durchschnittliche Vergütung weiblicher Vorstandsmitglieder seit 2013 stetig steigt, um insgesamt 16 Prozent, hat sich die durchschnittliche Vergütung der männlichen Kollegen im gleichen Zeitraum kaum verändert, lediglich um ein Prozent überstieg die Bezahlung 2018 jene von 2013.

„Der Gender-Pay-Gap in diesem Segment ist nachhaltig geschlossen“, sagt EY-Vergütungsexperte Jens Massmann. Die unterschiedliche Entwicklung lässt sich ganz nach Wirtschaftslehrbuch mit dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage erklären. Weil Unternehmen verstärkt Frauen für das oberste Führungsgremium suchen, können diese die Preise bestimmen.

„Da geeignete Kandidatinnen knapp sind, steigt ihr Marktwert und damit auch ihre Vergütung“, sagt Massmann. Noch sind die Männer in Dax-Vorständen deutlich in der Überzahl: 23 weiblichen Vorstandsmitglieder standen im Vorjahr 116 männliche gegenüber.

Wie ist das in feministischer Theorie zu erklären? Lauern da nicht hunderte von absolut qualifizierten Frauen auf die Posten und würden sich gegenseitig unterbieten, wenn das Patriarchat endlich mal einen Posten aufgibt?

Eigentlich wäre ja der hohe Marktpreis der beste Beleg dafür, dass da wenig auf dem Markt ist. Sonst würde man für die notgedrungen eingekaufte Frau ja weniger zahlen.

Da der Feminismus leider nicht berichtet (oder hat da jemand eine feministiche Stellungnahme gesehen) übernehme ich es mal, dass ganze in einen Unterdrückungskontext  einzuordnen:

„Natürlich müssen sie mehr zahlen. Weil das Patriarchat jeden Mann ranlässt, aber bei Frauen wesentlich höhere Anforderungen stellt, die müssen perfekt sein und das kostet dann mehr. Außerdem muss sie zusätzlich dafür entlohnt werden, dass sie den ganzen Sexismus aushält, der zwangsläufig auf sie wirken muss. Es ist ein Schmerzensgeld“

Eigene Erklärungsversuche gerne in den Kommentaren.

24 Gedanken zu “Weibliche DAX-Vorstände verdienen mehr als männliche DAX-Vorstände

  1. „Noch sind die Männer in Dax-Vorständen deutlich in der Überzahl: 23 weiblichen Vorstandsmitglieder standen im Vorjahr 116 männliche gegenüber.“

    Feministinnen werden eben selektiv nur diesen einen Satz lesen.

  2. Der Gender-Pay-Gap in diesem Segment ist nachhaltig geschlossen

    Da muss man widersprechen. Der Gender-Pay-Gap ließe sich noch weiter schließen, indem DAX-Vorständinnen noch mehr verdienen.

  3. Bei gerade mal 30 (in Worten: dreißig) DAX-Unternehmen mit insgesamt 139 Vorstandsmitgliedern ist keinerlei statistische Aussagekraft gegeben.
    Wenn Frauen dort deutlich mehr verdienen als Männer, belegt das lediglich, dass Frauen in den letzten Jahren dort enorm hochgepusht wurden.

    Der Gender-Pay-Gap in diesem Segment ist nachhaltig geschlossen

    Ist er nicht, sondern jetzt zur anderen Seite hin offen.

  4. Da haben wir aber nicht gründlich genug in den Frauenmagazinen geblättert: Spiegel Online zum Beispiel meldet dazu: „Vorstandschefs hat EY daher in der Studie gleich ganz ausgeklammert – und verzerrt damit das Ergebnis. Da CEOs deutlich höhere Gehälter erzielen als andere Vorstandsmitglieder, wäre der Gehaltsvorsprung der Frauen damit wohl dahin.“
    https://www.spiegel.de/karriere/dax-vorstaende-top-managerinnen-verdienen-mehr-als-maennliche-kollegen-a-1295478.html

    Es gibt einfach keine Nachrichten über Geschlechterthemen, in denen das stereotype Benachteiligungsgesabbel fehlt. Egal, was die Herrenfrauen schaffen oder was ihnen gegeben wird.

    Umso grotesker diese Leier überzogen wird, umso mehr Frauen distanzieren sich innerlich von den Feministen und beginnen zu hinterfragen, ob sie wirklich in allen Lebensbereichen nur Opfer, Benachteiligte und Unterdrückte sind. Zwischen all den gierigen Vorständinnen und herrschsüchtigen Ministerinnen fragen sie sich, ob nicht vielleicht doch der im 4. Stock hyperventilierende Paketbote oder der coole Müllwerker die besseren Menschen sind. So wie auch die lustige Verkäuferin im Supermarkt an der Kasse.
    Die lächelt statt zu jammern – und alle in der langen Schlange lächeln mit…

      • Weil ich viele Frauen kenne, die nicht total durchgeknallt sind, die wissen, dass auch eine Frau etwas leisten muss – dass jammern und Frausein alleine nicht ausreichen kann, um alles zu bekommen, was man sich wünscht.

        Auf der anderen Seite gibt es dann die Feministen, die gleichermaßen aus Frauen wie Männern bestehen, die das Männliche zum Bösen erklärt haben und inzwischen in vielen Bereichen der Gesellschaft dominieren. Sie verfolgen das Ziel, Frauen über alle anderen Menschen zu stellen. Selbst unsere Kinder scheinen ihnen dabei egal zu sein, wenn sie dieses Ziel erreichen können.

        Umso absurder diese Gruppe ihre Forderungen und männerfeindlichen Aktivitäten überspannt, umso eher wird selbst sehr frauenfixierten Männern und Frauen mulmig.

        Allein schon die Tatsache, dass Menschen wegen ihrem Geschlecht, ihrem Alter und ihrer Hautfarbe gesellschaftlich geächtet werden in allen Mainstream-Medien, bereitet auch vielen Frauen Unbehagen. Denn sie wissen auch, dass es zutiefst faschistoid ist, jemanden wegen Attributen zu verachten, für die er nichts kann.

      • Die Pointe an dem Märchen vom Fischer und seiner Frau ist ja, dass die Frau am Ende – nach christlichem Verständnis – ihren Willen erfüllt bekommt.

    • Vorsicht mit „All-Aussagen“ und Generalisierung bei Menschen(„Gruppen“)!
      Nicht alle Frauen sind nimmersatte Isabelles! @Beweis hat hierzu treffend ausgeführt:
      „Zwischen all den gierigen Vorständinnen und herrschsüchtigen Ministerinnen fragen sie sich, ob nicht vielleicht doch der im 4. Stock hyperventilierende Paketbote oder der coole Müllwerker die besseren Menschen sind. So wie auch die lustige Verkäuferin im Supermarkt an der Kasse.
      Die lächelt statt zu jammern – und alle in der langen Schlange lächeln mit…“
      ——————————–
      Es ist eine Binsenweisheit, daß Geld (allein) nicht glücklich macht. Bei all den gierigen Raffkes erlebe ich es immer wieder, daß (auch) diese Sucht tiefliegenden Mangel und Minderwertigkeits-Komplexe substituieren soll.
      Diese Unerfüllbaren sind für mich eher bedauerliche Wesen, keinesfalls taugen sie als Modell!

      • Es ist eine offene Frage, ob Feminismus je diesen unvergleichlichen Siegeszug hätte hinlegen können, wenn seine Behauptungen nicht mit zutiefst weiblichen Empfindungen resonieren würden.

        Wenn nicht die Mehrzahl der Frauen mit „Ja, genau“ statt „Ihr spinnt“ auf Behauptungen wie „Frauen sind unterdrückt“, „Frauen steht Sonderbehandlung zu“, „Frauen sind die besseren Menschen“ reagieren würden, hätte je eine Feministin einen Fuß auf die Erde kriegen können?

        Auf die Aussage „Männer sind größer als Frauen“ zu reagieren mit „Vorsicht mit Verallgemeinerungen, Ich kenne eine, die ist 1.85m“ ist nicht sehr klug.

        • Ich denke eher dass sich der Feminismus durchgesetzt hat, weil sich die meisten Menschen eher mit anderen politischen Themen als Geschlechterfragen beschäftigen und deshalb den Feminismus weder unterstützen noch behindern. Und dadurch konnte dieses kleine Grüppchen sich gut vernetzen, da sich ihnen eben kaum Jemand in den Weg stellte. Es interessierte viele Leute schlichtweg nicht was die so treiben.

  5. Da sieht man: Frauen sind einfach zu teuer für DAX-Vorstände

    ;-P

    „Der Gender-Pay-Gap in diesem Segment ist nachhaltig geschlossen“

    Ja, komisch. Sobald Frauen mehr verdienen wie Männer gibt es keinen GGP und kein Problem mehr.. because Equality!

  6. Von einer Diskriminierung der Frauen beim Gehalt kann auf den Chefetagen der größten Aktiengesellschaften des Landes also keine Rede sein

    Genderunsensible Kackscheisse!! Es ist seit langem bekannt und wird auch immer wieder beklagt, dass Frauen doppelt so viel leisten müssen wie Männer, um anerkannt zu werden. Diese Frauen sind also, da sie mindestens doppelt so viel leisten wie die Männer in der gleichen Position, krass unterbezahlt! Von einer Aufhebung des Gender-Pay-Gaps kann deshalb keine Rede sein.
    Pjotr – Master of Gender Studies
    Trump University

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