Anke Domscheit-Berg über die Arbeitsbelastung von Abgeordneten und warum es Frauen besonders schwer trifft

Im Spiegel gibt die Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg (Linke) ein Interview zur Arbeitsbelastung von Bundestagsabgeordneten.

Dem Vorangegangen war ein Zusammenbruch des CDU-Abgeordneten Matthias Hauer

Domscheit-Berg: Wir arbeiten unter menschenfeindlichen Bedingungen. Wir sitzen zum Beispiel stundenlang und häufig bis weit nach Mitternacht im Plenum, dürfen dort aber nicht einmal trinken. Als ich 2017 neu im Bundestag war, habe ich mir im Foyer an einem Spender einen Becher Wasser gezapft und wollte damit ins Plenum gehen. Ein Saaldiener hielt mich damals auf und sagte mir, das gehe gegen die Würde des Hauses, es sei hier ja keine Imbissbude. Das ist irrational, es geht ja nicht darum, Coladosen auf die Tische zu stellen. Auch essen ist verboten. Abgeordnete knabbern dann heimlich unter den Tischen Studentenfutter oder schieben Schokopralinen in sich rein, weil sie einfach oft Hunger haben, es keine Pausen gibt und man bei Debatten aus dem eigenen Fachgebiet schlecht rausgehen kann.

SPIEGEL: Haben Sie die strengen Regeln überrascht?

Domscheit-Berg: Absolut. Mir war auch nicht klar, dass die Debatten so oft bis in die Puppen gehen. Das ist in dieser Legislaturperiode aber auch besonders extrem.

SPIEGEL: Warum?

Domscheit-Berg: Zum einen haben wir jetzt sechs statt zuvor vier Fraktionen, die alle Arbeit produzieren, Gesetzesvorschläge und Anträge einbringen. Früher war es aber auch üblich, gegen Mitternacht geplante Reden einfach zu Protokoll zu geben. Das verweigert die AfD. Und da niemand den Rechten die Bühne überlassen will, reden dann eben auch alle anderen weiter.

SPIEGEL: Was stört Sie noch?

Domscheit-Berg: Ich hatte in meinem Leben schon sehr anstrengende Jobs, war beispielsweise Projektleiterin bei McKinsey. Aber das hier toppt alles. Besonders anstrengend ist, dass wir keine Pausen in unseren mit Terminen vollgestopften Tagen haben und dass man kaum Zeit hat, sich auf Dinge vorzubereiten. Das können spontane Presseanfragen sein aber auch Anträge, zu denen ich sprechen soll, die ich aber am Vortag zum ersten Mal sehe. Wichtige Briefings zu Ausschussanhörungen kann ich oft nur überfliegen, wenn es schon losgeht. Gleichzeitig muss ich den Experten zuhören und mir Fragen für sie ausdenken. Wir sind extrem tief in unseren jeweiligen Fachgebieten drin, das sind hochkomplexe Themen, bei denen Oberflächlichkeit sich verbietet. Aber ich habe das Gefühl, ich mache nur Multitasking von morgens bis abends.

SPIEGEL: Was macht das mit Ihnen?

Domscheit-Berg: Fast alle Bundestagskollegen leiden unter chronischem Schlafmangel. Wenn ich nachts nach Hause komme, kann ich auch nicht sofort ins Bett, ich brauche dann noch mindestens eine Stunde, um runterzukommen. Nach dem ersten Jahr war ich auch dem Burnout nahe. Ich hatte Herzrhythmusprobleme und Schlafstörungen.

Der Job im Bundestag ist also ein Vollzeit-Plus-Job, er scheint weit über die 40 Stunden Woche hinaus zu gehen. Dazu erfordert er, dass man gleichzeitig in Berlin ist und auch eine gewisse Zeit in dem Gebiet verbringt, in dem man gewählt werden will, wenn man nicht einfach nur über eine Liste in den Bundestag kommen sollte. Es erfordert also ein sehr viel an Arbeit unter Einschränkung des persönlichen Lebens und der Familie.

Das ist ein interessanter Aspekt, weil es bedeutet, dass der Einzelne, der hier das Amt übernimmt, zwar auch erhebliches Gehalt bekommt und einen gewissen Status und Einfluss hat, dafür aber auch einiges an Lasten tragen muss.

Was uns zur klassischen Almende bringt: Viele fordern, dass eine bestimmte Gruppe, sagen wir mal Frauen, häufiger in diesem Bereich vertreten sein soll damit sie für diese Gruppe Macht ausübt. Aber man braucht dann auch jemanden, der bereit ist die persönliche Last, die damit verbunden ist, zu übernehmen und die tatsächliche Arbeit zu machen, einschließlich der Investitionen, die für die potentielle Erlangung des Postens erforderlich sind, etwa die Aufbringung eigener Mittel für den Wahlkampf.

Ich habe irgendwie ja immer das Gefühl, dass viele bei der Forderung „Frauen die Hälfte der Macht“ gar nicht daran denken, dass diese Macht nicht einfach nur ein eingeräumtes Recht ist, sondern ganz erhebliche Arbeit bedeutet, ganz erhebliche Einschränkungen mit sich bringt, sei es bei einer Führungsposition in der Politik, wie einem Bundestagsmandat, oder einer solchen in der Wirtschaft, etwa in der Geschäftsführung eines großen Unternehmens.

Dazu auch noch mal diese zwei Grafiken aus der hier besprochenen Studie, die zeigen, dass die Bereitschaft bei Frauen dazu im Schnitt geringer ist:

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Hier sieht man bereits, dass die Frauen in der Studie in kleinerer Anzahl bereit waren sehr viele Stunden auf den idealen Job zu verwenden, wobei ja noch dazu kommt, dass kein Job ideal ist.

Und auch diese Grafik zeigt ähnliches:

Interessen und Arbeitsbereiche

Interessen und Arbeitsbereiche

Die größten Unterschiede zeigen sich bei der Einschränkung „nicht mehr als 40 Stunden arbeiten“, was bedeutet, dass Männer weitaus eher keine solche Einschränkungen hatten, auch bei 50 Stunden und bei mehr als 60 Stunden gibt es erhebliche Unterschiede, wobei diese kleiner werden, da bei den hohen Stunden natürlich auch Männer diese Einschränkungen haben, der Unterschied ist aber immer noch sehr groß. In diesen Bereich fällt das Bundestagsmandat.

Auch Punkte wie „Ein kurzer Arbeitsweg“ „Flexibilität auch von zuhause zu arbeiten“ und „ein herausfordernder Job“ sowie „das Wochenende freihaben“ und viele andere Punkte der Liste oben schlagen jeweils eher zu Lasten der Frauen aus, macht diesen Job also für sie uninteressanter.

 

SPIEGEL: Wie gehen Sie damit um?

Domscheit-Berg: Mit meinem Team habe ich diverse Maßnahmen beschlossen, zum Beispiel Arbeitstreffen ins Abgeordnetenrestaurant im Bundestag zu verlegen. Demnächst treffe ich dort etwa einen Botschafter zum Austausch über Digitalisierung. Da bekomme ich wenigstens nebenbei etwas zu essen. Im Sommer habe ich mir zwei Wochen festen Urlaub verschrieben. Und für Wochenendarbeit versuche ich, mir einen Ausgleichstag frei zunehmen. Das klappt nicht immer, aber schon häufig. Übrigens ist es für Frauen oft besonders schwer, sich mit diesem Leben zu arrangieren.

SPIEGEL: Warum ist das so?

Domscheit-Berg: Frauen haben viel seltener Angehörige, die diese Belastungen mittragen. Meistens ist es doch noch die Frau, die dem Mann den Rücken freihält. Vielleicht ist das auch ein Grund für den niedrigen Frauenanteil in der Politik. Die Familie zahlt eben auch einen hohen Preis dafür, dass man kaum zu Hause und nur müde und ausgelaugt ist.

Natürlich ist die Belastung theoretisch abwälzbar: Bei ca. 10.000 € pro Monat steuerfrei kann man sich eine Kinderbetreuung und eine Putzfrau problemlos leisten. Aber natürlich ist das dann nicht das Gleiche.

In der Tat dürfte der Preis für das Bundestagsmandat vielen Frauen höher erscheinen als den Männern. Tatsächlich ist er gleich hoch.

73 Gedanken zu “Anke Domscheit-Berg über die Arbeitsbelastung von Abgeordneten und warum es Frauen besonders schwer trifft

  1. Anke sagt also: Frauen halten Männern den Rücken frei, Männer halten Frauen eher selten den Rücken frei.

    Verstehe. Vielleicht sollten sich Frauen nach Männern umsehen, die sich nicht über finanziellen Verdienst definieren? 🤔

    Nur so eine Idee.

    • Du meinst, sich einen Partner zu suchen, der finanziell nicht besser dasteht und daher schon die Ökonomie bestimmt, wer wem den Rücken stärkt? Absurde Idee!
      Was kommt als Nächstes von Dir?
      Etwa, dass Frauen sich nicht das testosteronreichste Männchen suchen, um sich dann über die toxische Männlichkeit zu beschweren? HAHAHAHAHAHA!

  2. Die ist jetzt 51. Wenn sie nicht schön älter wie 35 war, als sie ihr Kind bekam, ist das jetzt 16.
    Ein/e Haushälter/in der/die putzt, Wäsche wäscht und kocht, können sie und ihr Informatiker-Ehemann sich sicherlich leisten. Also wie muss man ihr dann noch den Rücken freihalten? Sich um ihre Freunde und Eltern kümmern?
    Sie könnte ja mal wieder die Partei wechseln. Vielleicht ist es bei anderen nicht so stressig 😉

    Das mit der Würde des Hauses finde ich lächerlich. Das könnten sie in der Tat lockern.

    • Da hab ich doch mal einen Blick auf ihre Wikipedia Seite geworfen.

      Anke Domscheit-Berg setzt sich für Geschlechtergerechtigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen ein. In Vorträgen, Workshops und Veröffentlichungen engagiert sie sich gegen Sexismus, Gewalt gegen Mädchen und Frauen und Ungleichbehandlung im Beruf und in der Politik.

      Solche Sätze stehen da vollkommen ironiefrei.
      Da sieht keiner einen Widerspruch.
      ADB schon gar nicht.

      • „Solche Sätze stehen da vollkommen ironiefrei.“

        Die meisten Mitglieder unserer Gesellschaft haben längst akzeptiert, das eine Ungleichbehandlung nur dann besteht, wenn es Frauen nicht deutlich besser ergeht als Männern.

    • Abgesehen von der nett konservativen Trollerei, was erwartest du denn danach?
      Meine letzten beiden Beziehungspartnerinnen konnten kaum bis gar nicht kochen.
      Der Benefit für mich wäre wesentlich höher gewesen, hätten diese die Bundestagsdiäten auf den Küchentisch gebracht – für das Essen hätte dann ich sorgen können.

      Zurück zum Thema des Artikels: „Die Familie zahlt eben auch einen hohen Preis dafür, dass man kaum zu Hause und nur müde und ausgelaugt ist.“ – wenn ich das richtig verstanden habe, hat ADB ein Kind, UVL dagegen sieben Kinder.
      Auch wenn man also zwei Frauen vergleicht, gibt es anscheinend Persönlichkeitstypen, die mit hoher Arbeitsbelastung besser bzw. weniger gut klar kommen.

      Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ überhaupt erst als Problem gesehen wird, seitdem dies als weibliches definiert worden ist.
      Es hat die Gesellschaft (inkl. Frauen) einen Scheißdreck gekümmert, wie (junge) Väter diese Vereinbarkeit organisieren. D.h. es folgt der üblichen Linie: Haben Frauen ein Problem, ist es ein gesellschaftliches, wie Männer das gleiche Problem lösen, wird ihnen persönlich übereignet.

      Den nächsten Punkt, den ich ansprechen möchte ist die Unehrlichkeit von ADB, denn sie stellt sich als Einzelkämpferin dar.
      Fakt ist hingegen (Herv. v. mir): „Wissenschaftliche Mitarbeiter, Referenten, Büroleiter bei einem Abgeordneten: Sie arbeiten in einer Nische – für ihre Tätigkeit gibt es bei der Arbeitsagentur nicht einmal eine treffende Berufsbezeichnung. (…) Angestellt sind sie nicht bei der Bundestagsverwaltung, wie sich vermuten ließe, sondern unmittelbar bei den Abgeordneten. Rechtlich gesehen sind diese also mit Kleinstbetrieben vergleichbar. Zusammen beschäftigen sie fast 4.500 Mitarbeiter – darunter neben Sekretärinnen, Sachbearbeitern und Hilfskräften auch 1.700 wissenschaftliche Mitarbeiter.
      Für seine Mitarbeiter steht jedem Bundestagsmitglied pro Monat eine Pauschale von derzeit 19.913 Euro zur Verfügung. Diese Summe erhält der Abgeordnete allerdings nicht selbst, sondern die Bundestagsverwaltung zahlt die von ihm eingestellten Mitarbeiter direkt.
      https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2015/kw32_finanzierung_buero-384390

      Wenn sie keine (wissenschaftlichen) Mitarbeiter einstellen will und Arbeit nicht delegieren kann, dann spricht das nicht unbedingt für ADB.

      Die Vorschriften zum Konsum von Nahrungsmitteln im Bundestag sind aber nicht nur anachronistisch, sondern geradezu gesundheitsgefährdend und müssen dringend geändert werden.

      • @Crumar: Es ist schon erstaunlich. Auch ich kenne in meiner Generation (50+) nur wenige Frauen, die auch nur halbwegs gut kochen können, allerdings etliche Männer. Noch schlimmer sieht es beim Haushalten aus (im Sinne von Bevorratung von Lebensmitteln und dem verantwortungsvollen Umgang damit, um möglichst nichts wegwerfen zu müssen). Da kenne ich keine Einzige, sondern alle sind komplett impulsgesteuert und kaufen/kochen/essen das, wonach ihnen gerade der Sinn steht.
        Ich nehme aber an, dass sich das nicht verallgemeinern lässt. Ich komme halt auch aus dem grünen und angeblich linksliberalen akademischen Milieu der Großstädte, wo der Anteil feministischer Prinzessinnen relativ hoch ist.

        • „Ich nehme aber an, dass sich das nicht verallgemeinern lässt.“

          Oh doch. Man muss nur durch die Supermarkt-Regale laufen und die Unmengen an „convenience“-Fraß bestaunen – gerne für die Mikrowelle in Einzelportionen.
          Gäbe es die Nachfrage nicht, dann auch nicht das Angebot.
          Aus den Angeboten wiederum lässt sich ableiten, dass selbst die einfachsten Kenntnisse nicht vorhanden sind oder eine unglaubliche Faulheit vorherrscht.
          Warum muss man Kartoffelgratin fertig kaufen? Das ist lächerlich.

          Es gibt auch Salate fertig zusammengestellt (natürlich in Schüsseln aus Plastik), bei denen man nur noch das beigelegte Dressing applizieren muss. Sagen wir mal 5 Produkte schneiden, 4 Produkte mischen und selbst das scheint eine Überforderung zu sein.

          • Wieso glaubst du, dass das Convenience-Food nur von Frauen gekauft wird? 🙂 Die Zielgruppe sind berufstätige Singles, sowohl Frauen wie Männer. Es macht einfach keinen Sinn, nach einem Arbeitstag abends noch ne Stunde Zeit aufzuwenden um für 1 Person zu kochen und abzuspülen, der Aufwand lohnt nicht egal ob man’s kann oder nicht. Für diejenigen die’s können und mögen, ist Kochen dann mehr eine Freizeitbeschäftigung am Wochenende, aber nicht tägliche Routine.

          • @anorak2

            „… der Aufwand lohnt nicht…“

            Du kannst also auch nicht kochen.

            Und wer meint, dass er täglich kochen muss, statt beispielsweise am Wochenende vorzukochen, der hat auch Probleme mir dem Planen.

          • Find‘ ich auch immer wieder krass.
            Einfach mal an der Kasse in die Körbe anderer Leute gucken. Ernüchternd.
            Hier sind es aber eher 17:30Uhr die total groggy Handwerkerjungs noch in Dreckklamotte, die ’ne Cola und ’ne Einzelpackung irgendwas-mit-Fleisch-Fertigmampf über die Kasse schieben. Die sind echt zu fertig, sich abends noch an den Herd zu stellen und für sich alleine was zu kredenzen.

          • @Frank:

            Also meine Frau und ich können kochen, aber als wir noch beide vollbeschäftigt waren, haben wir trotzdem oft irgendwelchen FastFood-Kram gegessen, von der Fertiglasagne über die Pizza bis zum Döner. Das hat sich eigentlich erst mit den Kindern und Teilzeitarbeit ins Gegenteil gewandelt.

            Nach einem Arbeitstag fehlt mir einfach die Motivation noch was zu machen, nicht nur was die Nahrungszubereitung angeht… es gibt (wenige) Typen die da nochmal in die Vollen gehen, die habe ich immer beneidet. Ich kann das nicht und wenn ich es versuche, quäle ich mich herum und es wird doch nur Stümperei. Ich habe mal feierabends was für meinen Chef programmiert, weil der einen Bonus ausgelobt hatte: einmal und nie wieder! Ich hab das Ding auch nie richtig sauber zum laufen gebracht, weil das Design einfach nur abendlicher Pfusch war. Ich kaufe auch abends nicht mehr online ein, weil ich immer irgendwas vergesse oder Fehlentscheidungen treffe.

          • @Crumar: Was die Kochkünste der hiesigen Frauen angeht, gebe ich Dir völlig recht. Ich wüsste allerdings auch nicht, warum man sich an so eine hiesige Frau irgendwie verbindlich binden oder auch nur 1 Cent für sie ausgeben sollte.

            Meine marokkanische Muslima dagegen weiß genau, wohin ein Mann und wohin eine Frau gehört und sie kann dem entsprechend nicht nur fantastisch kochen, sie fühlt sich auch verantwortlich dafür, dass ich etwas zu essen bekomme. Gut möglich, dass ich bald mal heirate.

            „Islam is right about women“ ist nicht nur eine gute Provokation. Es stimmt auch.

        • Holy shit.

          „Und wer meint, dass er täglich kochen muss, statt beispielsweise am Wochenende vorzukochen, der hat auch Probleme mir dem Planen.“

          Genau.
          Kürbis-Suppe ist so grottig simpel, es ist beinahe peinlich. Kürbis, Gemüsebrühe, Ingwer, Salz, Pfeffer, saure Sahne.
          Du haust den Hokkaido-Kürbis in Stücke, entfernst die Innereien, belässt die Schale und gibst dies in einen Topf, den befüllst du mit Wasser, der die Stücke knapp bedeckt, haust Gemüsebrühe hinterher, Salz und Pfeffer (und oder Sambal) und lässt das durch kochen weich werden. Danach mit Zauberstab pürieren und portionieren und einfrieren. Serviert mit Klacks sauer Sahne und – wer es mag – kann es mit Petersilie garnieren. Zeitaufwand: ca. 40-50 Minuten nebenbei. Abhängig von der Größe des Kürbis und des Topfes.
          Kartoffel-Gratin: Kartoffeln schälen, mit Moulinex oder ähnlicher Küchenmaschine in feine Scheiben schneiden, gleiches Gerät für Käse reiben nutzen, Auflaufform einfetten/-ölen, Scheiben auslegen, Käse darüber, wer es mag mit Speck, Champignons auffüllen, über alles einen Becher Sahne kippen, in den vorgeheizten Backofen bei 180-200 Grad und wenn der Käse braun ist, ist das Gericht fertig. Zeitaufwand: 20-25 Minuten. Dazu ein leckerer Ruccola-Salat. Köstlich! 🙂
          Auch das Gratin kann man portionieren, einfrieren und mit der Mikrowelle/Backofen wieder erhitzen.

          „Hier sind es aber eher 17:30Uhr die total groggy Handwerkerjungs noch in Dreckklamotte, die ’ne Cola und ’ne Einzelpackung irgendwas-mit-Fleisch-Fertigmampf über die Kasse schieben.“

          Bei aller Sympathie für das Proletariat – das ist die Kombination von Müll und Sondermüll.
          Dreh mal die Packung um für die Inhaltsstoffe oder lies dir nur durch, wie viel Zucker in einer Cola steckt oder wie viel Salz im Mampf.
          Viele meiner (proletarischen) Freunde sind trotz der Arbeit fett geworden. Weil nämlich mit der Familie das Sportprogramm wegfiel und die Arbeit alleine nicht die drei Hefeweizen und die Pizza am Abend wett macht.

          „Meine marokkanische Muslima dagegen weiß genau, wohin ein Mann und wohin eine Frau gehört und sie kann dem entsprechend nicht nur fantastisch kochen, sie fühlt sich auch verantwortlich dafür, dass ich etwas zu essen bekomme. Gut möglich, dass ich bald mal heirate.“

          Ich freue mich einerseits für dich, weiß aber noch sehr genau, dass gerade du derjenige warst, der gerne eine Frau hätte, um dem „ganzen Scheiß/Hamsterrad“ einen Sinn zu verleihen.
          Männer sind sehr anfällig dafür, Sinn zu externalisieren, weil wir so dressiert worden sind.
          Es gibt einen Grund dafür, warum Selbstmordraten der Männer steigen, wenn man ihnen alles wegnimmt, wofür sie sich ein Leben lang abgeschuftet haben.
          Es erweist sich nämlich in diesem Moment als wertlos und das System kollabiert.
          Ein anderes System gibt es aber nicht (in diesem Moment).

          Deshalb für potentielle Selbstmörder und potentielle MGTOW ein gemeinsames Lied:

          • „Das ist die Kombination von Müll und Sondermüll.“

            Weiß ich doch, ich gehöre zur Kürbissuppen-Fraktion. 😉
            Auf meinem Acker ist dieses Jahr soviel Wirsing gewachsen, geradezu prächtig, hatte ich auch noch nicht, jetzt muss ich erstmal überlegen, was ich denn nun damit mache. Klingt erstmal ungeil, schmeckt aber tatsächlich ganz okay.
            Saisonal-regional (!!!)-biologischdynamisch-weißte-Bescheid heißt nämlich eigentlich, dass dieselben frischen Zutaten in Variation über einen längeren Zeitraum gegessen werden.

          • @Freya

            Na zum Beispiel: Wirsingauflauf, Wirsingroulade und Bayrisches Kraut (statt Weißkraut nimmst du eben Wirsing)! 🙂
            Oh mein Gott, ich krieg Hunger…
            Fuck, ich habe kein Gänseschmalz zu Hause! 😦

          • Zeitaufwand 40-50 Minuten? Und was ist, wenn man keine Lust dazu hat oder auch keine Zeit?
            Davon abgesehen, woher nimmst du eigentlich die Gemüsebrühe? Kocht die sich von selbst oder nimmst du dazu doch den „Sondermüll“ aus dem Glas?

            Ich kenne übrigens einige „Proletarier“, die nach vollbrachtem Tagewerk auch noch selber am Herd stehen und kochen. Dann notfalls halt zumindest teilweise mit „Sondermüll“.
            Nur weil ein Bauarbeiter mal Nahrungsschrott einkauft, bedeutet das ja nicht, dass es ein alltäglicher Einkauf ist.

          • @Mario

            „Zeitaufwand 40-50 Minuten? Und was ist, wenn man keine Lust dazu hat oder auch keine Zeit?“

            Das ist nicht die Zubereitungszeit, sondern du musst den Kürbis so lange kochen lassen und natürlich braucht das Wasser Zeit, bis es kocht! In dieser Zeit kannst du irgendetwas anderes unternehmen. Ach so: Ich verwende frischen Ingwer in kleine Würfel geschnitten und lasse den mitkochen.

            „Davon abgesehen, woher nimmst du eigentlich die Gemüsebrühe? Kocht die sich von selbst oder nimmst du dazu doch den „Sondermüll“ aus dem Glas?“

            Habe ich früher selber gemacht, inzwischen nehme ich ein fertiges Bio-Produkt. Meine Grundbedingungen: ohne Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Glutamat und Hefeextrakte, mit wenig Salz und hohem Gemüseanteil erfüllen inzwischen so viele Hersteller, da lohnt sich die Eigenproduktion nicht mehr.

            Besonders in den letzten zehn Jahren – „Dank“ der vielen Lebensmittelskandale – ist das Angebot an Alternativen besser geworden.
            Die Haltung, „entweder alles selber machen oder Müll fressen“ ist eine „falsche Dichotomie“. Es gibt genügend (bezahlbare) Wege dazwischen.

            Ich gehe auch bei ganz ordinären Discountern einkaufen und selbst da gibt es überraschend viele Bio- und vegane Produkte. Inzwischen ist dort bspw. Soja-„Milch“ genauso teuer wie Bio-Milch, nämlich 95 Cent.

            „Nur weil ein Bauarbeiter mal Nahrungsschrott einkauft, bedeutet das ja nicht, dass es ein alltäglicher Einkauf ist.“

            Würde ich auch nicht unterstellen, wenn es bei „mal“ bleibt.

            Wenn ich an der Kasse anstehe und einen Blick in die Einkaufswagen der anderen Kunden werfe, bin ich öfters entsetzt und frage mich, warum die z.B. noch nicht an Skorbut erkrankt sind.
            Es sind convenience-Produkte, zuckrige Limonaden, Süßigkeiten und Alk im Wagen – dass über die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig ist, wundert mich nicht, dass es immer mehr regelrecht fette Kinder gibt finde ich schockierend. Daran sind nicht die Kinder schuld, sondern ihre Eltern, die ihr völlig absurdes und verantwortungsloses Ernährungsverhalten vererben.

          • @crumar:

            Also ich schäl den Hokkaido ja immer vorher, aber wenn ich das so lese, fände ich ein MGTOW-Kochbuch von Subcomandante crumar echt turbogeil, das könntest Du zu einer Marke aufbohren! 😀 🙂

          • @djad

            Oh lala! Daran habe ich noch nie gedacht…hmmmm.
            Allerdings gibt es bereits so viel gute Kochbücher auf dem Markt und auch Anleitungen auf youtube, es kommt mir eigentlich überflüssig vor…
            Die meisten Ideen habe ich in meiner Zeit als Vegetarier entwickelt, weil es in Deutschland schnell stinklangweilig wird. Im Mittelmeerraum gibt es die ganze Antipasti-Kultur, von der ich viel übernommen habe, jedoch an das hiesige Angebot an Gemüse angepasst und ein bisschen experimentiert.
            Leider schmeckt aber bspw. nur in Olivenöl eingelegte und gegrillte Aubergine wie Aubergine. 😦

      • „Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ überhaupt erst als Problem gesehen wird, seitdem dies als weibliches definiert worden ist.“

        Männer haben ja auch keine Probleme, sie haben ja die Macht. Männer sind Probleme.
        Feministisches 101

        Noch ein bißchen anekdotische Evidence: Vielleicht ist mein Geschmack nicht so wählerisch, aber die Frauen die mich bekocht haben, haben es gut gemacht. Ich komme vom Dorf, habe damals in Hamburg mit Leuten vom Dorf zusammen gelebt und lebe jetzt wieder ländlich.

  3. „In der Tat dürfte der Preis für das Bundestagsmandat vielen Frauen höher erscheinen als den Männern. Tatsächlich ist er gleich hoch.“

    Schönes Fazit.

    Die Studie suche ich schon länger. Kann jemand nochmal einen Link zu der posten?

  4. Ganz schön viel Gejammere für jemanden, der für seine Arbeit 10000 Euro im Monat haben möchte. Man sollte bei der kommenden Bundestagsverkleinerung die Dame von ihrem Leid erlösen und freistellen.

    • Ja, ich finde es auch grausam. Da stellen Politikerinnen doch ununterbrochen am laufenden Band fest wie besonders betroffen Frauen in der Politik sind und wie viel schwerer sie es doch im Vergleich zu Männer haben und dann wollen sie auch noch mehr Frauen dem aussetzen. Einfach nur grausam.

  5. „Die größten Unterschiede zeigen sich bei der Einschränkung „nicht mehr als 40 Stunden arbeiten“, was bedeutet, dass Männer weitaus eher keine solche Einschränkungen hatten, auch bei 50 Stunden und bei mehr als 60 Stunden gibt es erhebliche Unterschiede, wobei diese kleiner werden, …“

    Versteh ich nicht.
    Ich lese aus dem Diagramm genau das Gegenteil.
    Über 40 h zu arbeiten sind ca. 70% der Frauen bereit, aber 95% der Männer, also etwa 35% mehr.
    Über 70 h zu arbeiten sind ca. 1% der Frauen bereit, aber 10% der Männer. Das sind also etwa 10x mehr Männer, als Frauen.
    Daraus darf man schließen, dass gerade in den hochdotierten, aber zeitintensiven Karrierejobs Frauen eine absolute Rarität sind.

    • da hast du Recht, da habe ich mich sehr ungünstig ausgedrückt. Ich wollte eigentlich nur darauf hinaus, dass von der Anzahl der Personen weniger Männer und Frauen bereit sind sehr sehr viele Stunden zu arbeiten. In der Gewichtung verschiebt es sich allerdings dann durchaus wie von dir beschrieben

      Mein Fehler

  6. Natürlich ist die Belastung theoretisch abwälzbar: Bei ca. 10.000 € pro Monat steuerfrei kann man sich eine Kinderbetreuung und eine Putzfrau problemlos leisten. Aber natürlich ist das dann nicht das Gleiche.

    Da kommen ja noch weitere Geld- und Sachleistungen hinzu. Laut Wikipedia steht ihr als Abgeordnete eine monatliche steuerfreie Kostenpauschale von über 4400 Euro zu, über deren Verwendung sie natürlich keine Rechenschaft ablegen muss. Zu den Sachleistungen gehören die Bereitstellung von eingerichteten Büros und sie kann auf Kosten des Bundestages Mitarbeiter bis zur Gesamthöhe von 22.201 Euro im Monat beschäftigen. Wahrscheinlich darf sie diese Mitarbeiter zur Kinderbetreuung nicht nutzen, aber grundsätzlich halten diese von uns bezahlten Mitarbeiter ihr den Rücken frei, den die Arbeit, die diese Mitarbeiter machen, muss sie ja nicht erledigen. Ich finde, dass ist Jammern auf extrem hohen Niveau.

    • “ Ich finde, dass ist Jammern auf extrem hohen Niveau.“

      Ein Jammern, welches auch definitiv nur Einzug in die Mainstreammedien findet, wenn es von Frauen kommt. Weil die ja, wie auch ADB mal wieder zum Besten geben muss, sowieso irgendwie von allem am meisten betroffen sind.

      Als 1977 die Flugzeugentführung und der Stopp in Mogadischu ihren Lauf nahm, hatte Helmut Schmidt, wie zahlreiche andere Mitarbeiter des Bundestages und natürlich Spitzen von Polizei und Militär, über mehrere Tage am Stück nicht mehr Schlaf bekommen, als mal gelegentliche – wie man sie heute benennen würde – Power Naps auf Stühlen in irgendwelchen Raumecken. Schmidt war vor allem dann auch derjenige, der den Befehl für den erstmaligen Einsatz der nach München 72 gegründeten GSG9 gab und für jede Form von Ausgang auch persönlich den Kopf hingehalten hätte. Einen höheren Druck kann es nicht mehr geben, denn der Erfolg der Operation war völlig ungewiss. Es stand die Gefahr im Raum, dass sich die Terroristen mit allen Insassen des Flugzeuges in die Luft jagen.

      Aber eines hat man von Helmut Schmidt und allen anderen beteiligten nie gehört: Gejammer. Niemand haderte da mit seinem Schicksal: „Ach was bin ich doch ein armes Wesen!“. Die haben einfach ihren Job gemacht, weil er gemacht werden musste. Auch wenn das hieß, Tage am Stück keine freie Minute zu haben. Schließlich haben sich auch alle Beteiligten für eine Karriere entschieden, die es nun mal mit sich brachte, auch mit solchen Extremsituationen umgehen können zu müssen.

      Hätte sich ein Helmut Schmidt in eine Redaktionsstube gehockt und mit Blick auf diese Situation in ähnlicher Weise rumgejammert wie eine ADB aufgrund ihres vergleichsweise Prinzessinnenproblemchens, hätte man dort bestenfalls Gelächter für ihn übrig gehabt. Kommt aber eine von diesen vollverpamperten Jammertrullas daher, ist man plötzlich voll der Empathie.

      Hätten die Verantwortichen 1977 überwiegend aus Damen vom Schlage der Anke bestanden, wäre die erste und wohl auch bis auf weiteres einzige Amtshandlung gewesen, den Terroristen mitzuteilen, dass man ihnen leider nur in den Zeiten von 8 bis 17 Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung stehen könne und sie doch bitte von terroristischen Geiselnehmeraktivitäten außerhalb dieser Geschäftszeiten Abstand nehmen sollten.

  7. Sie jammert über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen. So ein Pech aber auch, dass das Arbeitsschutzgesetz, das Arbeitszeitgesetz, usw. nicht für Abgeordnete im Bundestag gelten.
    Tja, wenn man doch nur die Gesetze ändern könnte…

  8. Wenn die angeblich quasi rund um die Uhr am arbeiten sind frage ich mich, wie die es schaffen, da noch ein oder mehr Nebeneinkünfte zu haben. Die sind ja fast alle nebenbei bezahlt oder ehrenamtlich noch in Vorständen, Beiräten, Vereinen, Gremien aktiv. Dazu kommt noch Parteiarbeit und Pressetermine uvm. neben ihrer eigentlichen Abgeordnetentätigkeit, vom Plenum bis zu den Ausschüssen und Expertenrunden.

    Manche Abgeordneten machen das auch nicht nur einmal 4 Jahre lang, sondern Jahrzehnte, ein Leben lang.

    Und das alles machen sie nicht nur freiwillig, sondern kämpfen auch alle 4 Jahre für ihren Job. Genauso wie sie als Parlament natürlich auch selber über die Hausregeln entscheiden können.

    Kurz: Ich glaube dem Gejammere kein Wort.

  9. Und natürlich ist es wieder die AfD, die mit ihren perfiden Strategien unsere Demokratie untergräbt: jetzt wollen die tatsächlich noch über Gesetze debattieren!

  10. Wie geil und entlarvend ist das denn? Jetzt sind sie in den patriarchalischen Machtgefilden ganz oben drin – und was tun sie dort? Erst mal jammern. Aber nicht darüber, dass sich da die alten weißen Männer die Eier schaukeln und feixend die ganze Welt unterjochen. Sondern darüber, dass sie nicht genug zu essen bekommen, lange arbeiten müssen und zu wenig Pausen haben.

  11. Zwei Lösungsvorschläge:
    1. Frau D-B bei der nächsten Wahl abwählen und sie von dieser Menschenverachtung erlösen.

    2. Weniger Staat, mehr Liberalismus. Daraus folgt, weniger Gesetze.

  12. Laut dem Sitzungskalender 2019 gibt es heuer gerade mal 21 Sitzungswochen, also sind deutlich mehr Wochen sitzungsfrei.
    Auch in den Sitzungswochen ist Anwesenheit nicht Pflicht, insbesondere lassen sich Pausen einschieben.

    Dass Essen und Trinken so streng verboten sind, ist allerdings nicht zielführend. Das darf nicht in ein Gelage um das steuerfinanzierte Luxus-Buffet ausarten, aber ein Kaffee oder ein mitgebrachtes Brötchen sollten schon geduldet sein.

      • Das kannst du nicht wissen. Nur weil du es nicht mitgekriegt hast, heißt das nicht, dass es noch nie vorgekommen ist.

        Männern macht es nichts aus, mehrere Stunden auf Nahrung und Getränke zu verzichten?
        Da habe ich einen anderen Eindruck. Kaffee, Wasser, Obst oder Gebäck sind in (längeren) Besprechungen stets hochwillkommen, und tragen m.E. auch zu lösungsorientierten Besprechungsergebnissen bei.

        Wessen Blutzuckerspiegel zu sehr absinkt, oder wer dehydriert ist, dessen Konzentration lässt noch, und der kann nicht klar denken. Unabhängig vom Geschlecht.

        • Die gehen halt kurz raus um Big-Prostata-Pipi zu machen und ziehen sich dann was rein. Ist doch logo. Aber im Spon-Interview über die Zustände zu jammern ist schon albern. Wenn die Legislative diese Umstände nicht ändern kann, wer denn dann? Erwarten die jetzt Fridays for Nüsschen-Demos?

        • Männern macht es nichts aus, mehrere Stunden auf Nahrung und Getränke zu verzichten?
          Da habe ich einen anderen Eindruck. Kaffee, Wasser, Obst oder Gebäck sind in (längeren) Besprechungen stets hochwillkommen…

          Es ist aber ein Unterschied, ob etwas hochwillkommen ist oder aber ob man sich darüber beschwert, dass man nichts bekommt. Oder eben auch nicht beschwert.

    • Ich darf an meinem Arbeitsplatz zwar trinken (da hätte ich eher Angst um die Tastatur und was da alles dran hängt, essen allerdings auch nicht.
      Aber ich kriege ja auch keine 10.000 – 20.000 Euronen in den Hintern geschoben und bin ja sowieso nur ein Mann.
      Zum Essen sind die Pausen da! Die sollte sie dann halt mal nutzen. Was aber schwer fallen dürfte bei so einem Dauergenöle.

  13. Aber gut zu wissen, dass Frau D-B uns aufzeigt, wie menschenverachtend Demokratie ist. Im Sozialismus dagegen, da gibt es keine Abgeordneten, kein Parlament und damit auch keine Ausbeutung durch das Volk.

  14. „Die größten Unterschiede zeigen sich bei der Einschränkung „nicht mehr als 40 Stunden arbeiten“, was bedeutet, dass Männer weitaus eher keine solche Einschränkungen hatten, auch bei 50 Stunden und bei mehr als 60 Stunden gibt es erhebliche Unterschiede,“

    Ich frag mich, was sind das für Leute, die gern 60 Stunden und länger in einem Büro hocken? Wenn das Angestellte sind, sollten sie sich klarmachen dass ihnen das keiner dankt, ist einfach vergeudete Lebenszeit.

  15. Also eins muss man schon mal sagen: was sie da beschreibt, geht gar nicht. Ich möchte:
    – dass Abgeordnete genug Zeit haben, sich mit den Anträgen und Gesetzen zu befassen, über die sie abstimmen
    – sich gesund und vernünftig ernähren können. Das schließt Essen und Trinken ein. Auch ausreichende Pausen.

    Klar ist MdB ein extrem herausfordernder Job. Sprüche wie „10.000 € im Monat“ sind aber trotzdem unangemessen. Das ist ein Abteilungsleiter-Gehalt, da muss man nicht 100 Stunden die Woche für arbeiten bei 100% Vor-Ort Einsatz.

    Gleichzeitig wird sich ja auch beschwert, wenn die Gesetze von Lobby und Ministerien „abgeschrieben“ sind, oder dass es zu viele Abgeordnete gibt. Oder wenn Abgeordnete nicht genug im Wahlkreis sind oder oder oder.

    Wenn 2 Abgeordnete an einem Tag zusammenklappen, dann heisst das schon, dass da was nicht stimmt.

    • Deinen Punkten kann ich zustimmen.
      Dieses Interview ist nur mal wieder bezeichnend für den Netzfeminismus:
      Es werden die Arbeitsbedingungen in einer bestimmten Branche bemängelt. Natürlich sind Frauen besonders betroffen.
      Konkrete Lösungsvorschläge? Natürlich keine.

      Liebe Frau MdB, ihr Bundestagsabgeordneten seid (zusammen mit den Landtagsabgeordneten, insbesondere denen im Bundesrat, ) die EINZIGEN Menschen, die zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen nicht nach dem Gesetzgeber schreien müssen. IHR SEID VERDAMMT NOCHMAL DER GESETZGEBER!

    • Also wenn ich auf Phoenix immer die leeren Bänke im Bundestag sehe, müssen da aber schon viel mehr zusammengeklappt sein. Ist das schon ein Fall für Hilfsgüterlieferungen? Entwicklungsminister Müller – bitte übernehmen Sie!

  16. Dass die Abgeordneten nichts essen oder trinken dürfen während der Sitzungen, ist tatsächlich eine Schweinerei, gerade bei so langen Sitzungen.
    Dass Redebeiträge nicht mehr einfach zu Protokoll gegeben werden (was ungefähr äquivalent zum Werfen in den Papierkorb ist), finde ich allerdings richtig, da hat die AfD durchaus recht, wenn sie das unterbindet.
    Im Endeffekt muss man auch überlegen, ob ein kleineres Parlament nicht automatisch für eine Verbesserung sorgen würde, weil weniger Abgeordnete wohl auch weniger Senf dazugeben würden, die Zeit der einzelnen Sitzungen somit verkürzt werden könnte.

  17. „Dass Redebeiträge nicht mehr einfach zu Protokoll gegeben werden (was ungefähr äquivalent zum Werfen in den Papierkorb ist), finde ich allerdings richtig, da hat die AfD durchaus recht, wenn sie das unterbindet.“

    Nein, Redebeiträge nur zu Protokoll zu geben, ist nicht „in den Papierkorb werfen“.

    Nicht alles, was im Bundestag zur Entscheidung steht, ist auch weltbewegend. Da geht es manchmal um absolut belanglose Dinge, wie – sagen wir mal – die Erlaubnis, im Plenarsaal essen und trinken zu dürfen.
    Man ist sich schon vorab über alle Parteien einig geworden, einer stellt aber den Antrag, damit formal darüber abgestimmt werden kann. Solche Anträge stehen üblicherweise ganz am Ende der Tagesordnung, werden nur verlesen und dann zur Abstimmung gestellt. Diskutiert wird nur selten darüber, weil die Substanz fehlt – oder eben Konsens besteht.
    Ich vermute, dass die AfD bei diesen Vorab-Gesprächen auf dem Flur nicht beteiligt wird und nun beleidigt zu jedem Punkt eine Debatte fordert.
    Das darf sie natürlich tun, ist aber reine Schikane.

    Ich habe nur auf kommunaler Ebene Politik gemacht, aber auch dort können Ratsversammlungen höllisch lang werden, so dass am Ende alle am Stock gehen.

    • „Ich vermute, dass die AfD bei diesen Vorab-Gesprächen auf dem Flur nicht beteiligt wird und nun beleidigt zu jedem Punkt eine Debatte fordert.
      Das darf sie natürlich tun, ist aber reine Schikane.“
      Ich hab das als „Die Arschlöcher von der AfD sollen sich mal nicht so haben …“ interpretiert. Lieg ich da in etwa richtig?
      Ich finde hingegen, dass die anderen Parteien es beim Umgang mit der AfD deutlich an demokratischer Gesinnung mangeln lassen.

      • Als Beispiel sei nur die fortwährend Weigerung genannt, einem AfD-Vizepräsidenten zuzustimmen:
        https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundestag-afd-scheitert-abermals-bei-wahl-eines-vizepraesidenten-16473742.html

        Neulich nachts wollten die Altparteien über eine „eine Vorlage zum Energiewirtschaftsgesetz“ abstimmen und haben nichtmal kaum ein Drittel der nötigen Stimmen zusammenbekommen. Es ist der AfD zu danken, dass sie damit nicht durchkamen:
        http://www.pi-news.net/2019/11/demokratie-light/

        Das mag ADB ja als Störung empfinden, aber wenn die Opposition die einzige Partei ist, die solche Mogeleien nicht durchgehen lässt, was sagt das dann über unser Parlament aus?

        • Hier ist das noch genauer ausgeführt:
          https://www.journalistenwatch.com/2019/11/08/framing-spiegel-bundestagsskandal/

          Und die MSM-Propaganda dazu auch:
          „AfD provoziert Abbruch der Bundestagssitzung“

          und

          „Zu später Stunde leert sich der Bundestag – trotzdem wird normalerweise weiter abgestimmt. Nicht so an diesem Donnerstag. Das lag an einem Antrag der AfD.“

          Beim NetzDG war es übrigens ähnlich:

          „Beschlußfähigkeit liegt also bei Anwesenheit von 355 Bundestagsabgeordneten vor. Wir hätten sehr wahrscheinlich kein Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) mit seinen katastrophalen Auswirkungen auf die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit, wenn diese Regel bei der Abstimmung zum NetzDG 2017 beachtet worden wäre. Das wäre umso skandalöser, als daß der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags vor der Abstimmung auf die Grundgesetzwidrigkeit des NetzDG hingewiesen hatte. Wir hätten es hier also mit zwei Gesetzeswidrigkeiten zu tun. Erstens das NetzDG als solches, und zweitens die Art und Weise, in welcher es im Bundestag durchgedrückt worden ist.“

          Es handelt sich hier also nicht um Lappalien…

      • „Ich hab das als „Die Arschlöcher von der AfD sollen sich mal nicht so haben …“ interpretiert. Lieg ich da in etwa richtig?“

        Ja, und …

        „Ich finde hingegen, dass die anderen Parteien es beim Umgang mit der AfD deutlich an demokratischer Gesinnung mangeln lassen.“

        … ja.

  18. Ehrlich gesagt wundert mich bei der Belastung gar nichts mehr.

    Für Informatiker gibt es so eine Binsenweisheit: je später der Tag, desto mehr Fehler baut man ein, bei dem Versuch welche zu beseitigen. Da kommt nur noch Müll raus!

    Es gibt keinen Ersatz für ein gut ausgeruhtes Gehirn. Vielleicht sollten die mal überlegen, ganz unabhängig vom Frauen-Männer-Thema, wie sie den Parlamentsalltag gescheiter und effizienter gestalten.

    Was für ein krankes System! Aber ja keinen Gestaltungsspielraum ans Volk abgeben!

  19. „Aber ja keinen Gestaltungsspielraum ans Volk abgeben!“

    Das ist Unsinn.
    Die Zuständigkeiten sind im Gesetz festgelegt, die kann man nicht mal eben delegieren.
    Und wenn doch, dann bedarf es wiederum eines Gesetzes, das erst durchs Parlament muss, mitsamt den ganzen Diskussionen und Redebeiträgen.
    Und wenn die AfD um 0:35 Uhr über die Tamponsteuer debattieren will, dann ist das auch nicht unbedingt zielführend und entlastend.

    • Nein, ist kein Unsinn. Es gab schon x Debatten darüber, ob und wie Volksentscheide und Initiativen auf Bundesebene eingeführt werden könnten. Fazit: die Parlamentarier wollen keine Macht abgeben…

      Der Vorteil einer solchen Gesetzgebung läge darin, dass du damit funktionierende Gesetze machen könntest, anstatt Pfusch, der ständig nachgebessert werden muss! Wieviele „große Steuerreformen“, „Rentenreformen“, „Krankenversicherungsreformen“ etc. habe ich jetzt schon beobachten dürfen! Und es ist immer noch halbgarer Pfusch, der unter der nächsten Regierung wieder im Parlament landet und ewig diskutiert wird!

      Dass die AfD sich für die Dauerschikane durch die Etablierten entsprechend rächt, ist naheliegend. Gerade Unsinn zu torpedieren, wie die Tamponsteuer, ist ja gerade das, was der AfD Stimmen verschafft. Oder um es mit dem Mainstream zu sagen: die sollen sich mal nicht als Opfer gerieren, die Etablierten!

      Es stellt sich für mich auch die Frage, ob man die Reden überhaupt öffentlich machen sollte. Das ist doch nur Theater fürs Wahlvolk. Die hören sich doch gar nicht wirklich gegenseitig zu und die Weichenstellungen werden in irgendwelchen Hintergrunddebatten und Ausschüssen entschieden.

      Haben die eigentlich immer noch den „Hammelsprung“-Blödsinn? Oder wenigstens mal ein elektronisches Abstimmsystem? Der ganze Zirkus ist doch hochgradig lächerlich und peinlich!

  20. Frauen bei dem, was sie offenbar am allerbesten können: herumplärren.

    In der realen Welt würde kaum ein Mensch auf die Idee kommen, Heulsusen und Schwächlingen Verantwortungsaufgaben in Bezug auf seine Gemeinschaft zu übertragen. Keine Fußballmannschaft, Armee, … gibt den größten Heulsusen die Leitungs- und Führungsaufgaben, wenn man nicht untergehen möchte.

    Wenn der führende Offizier oder Mannschaftsführer die ganze Zeit nur herumplärren würde, dass die Gegner doch alle so gemein sind, die MItspieler einem unsympathisch sind und man sich auch so wenig um seine eigene Wehwehchen kümmern kann, dann braucht der sich nicht zu wundern, dass die Moral der Truppe in Arsch geht und kaum ein Mensch Respekt entwickelt.

    Um was reden wir hier eigentlich. Wenn man sich den Bundestag anguckt, dann ist der meistens relativ schwach besetzt. Selbst, wenn die meisten Abgeordneten in der Zeit in irgendwelchen Ausschüssen sitzen sollten, so geht es hier doch nicht um körperlich hochintensive Tätigkeiten, sondern mehr um herumsitzen und anderen Leuten zuzuhören. Die Abgeordneten haben zudem einen Mitarbeiterstab und können viele Aufgaben somit delegieren, die den Abgeordneten somit zuarbeiten.

    Wer das schon als anstrengende bzw. „menschenfeindlich“ bezeichnen möchte, der hat offenbar noch nie wirklich körperlich arbeiten müssen.

    Aber es ist ja nicht ungewöhnlich, dass die Menschen, die sich nie wirklich anstrengen mussten, oft am allermeisten über alles herumplärren.

    • „In der realen Welt würde kaum ein Mensch auf die Idee kommen, Heulsusen und Schwächlingen Verantwortungsaufgaben in Bezug auf seine Gemeinschaft zu übertragen.“

      Was meinst du mit real. ADB ist real. Sie IST Politikerin.

    • Sie spricht genügend kritikwürdige Punkte an, die eine sinnvolle Parlamentsarbeit ganz generell fragwürdig erscheinen lassen. Dass sie eine Frau ist, tut der Sache dabei keinen Abbruch. Man sollte nicht gehässiger sein, als unbedingt nötig 😉

  21. Frau Domscheit-Berg meint: „Wir sind extrem tief in unseren jeweiligen Fachgebieten drin, das sind hochkomplexe Themen.“

    Ähm, ja, das haben viele Berufe so an sich. Oder meint sie etwas, daß ein Facharzt, ein Netzwerktechniker, ein Landwirt oder Anwalt nicht in seinem Fachgebiet „extrem tief drin“ ist, daß sie nicht „hochkomplexe Themen“ bearbeiten? Sie ist doch mit einem Informatiker verheiratet, der kann ihr bestimmt sagen, daß es schon bei diesem recht klar abgegrenzten Beruf nicht genügt, nur über den eigenen Fachbereich Bescheid zu wissen.

  22. ADB: Früher war es aber auch üblich, gegen Mitternacht geplante Reden einfach zu Protokoll zu geben. Das verweigert die AfD. Und da niemand den Rechten die Bühne überlassen will, reden dann eben auch alle anderen weiter.

    Was für eine bodenlose Unverschämtheit! Ihr sollt euch mit den Argumenten der anderen Seite auseinandersetzen und nicht in den Aktenvernichter monologisieren!!! Was ranzt mich diese politische Selbstbedienungskaste an. Es ist spielt inzwischen kaum noch eine Rolle, was die AfD eigentlich will, weil allein die Existenz der AfD schon ein unfassbarer Segen für die Demokratie in diesem Land ist. Ihr redet nicht mehr miteinander, ihr schwafelt nicht mal mehr ein Mikro zu oder auch nur einen Ziegelstein, ihr heftet es einfach nur noch ab und holt euch dann „ca. 10000 Euro steuerfrei“ ab ohne überhaupt mal hinzugehen? What the … *§$$&%$&$&$&“““!!!!!!.

  23. Domscheit-Berg: Wir arbeiten unter menschenfeindlichen Bedingungen.

    Das sollten sich die privilegierten Jungs im Kongo, die Kobalt ausgraben mal hinter die Ohren schreiben, diese verwöhnten Nichtsnutze. Da schuftet Frau Dummscheit von morgens bis abends unter menschenverachtenden Bedingungen im frauenverachtenden Patriarchat Westeuropas für Frieden und Gleichstellung und diese kleinen Patriarchen meckern andauernd und glauben, sie hätten es schwer! Unglaublich!

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