Bundesforum Männer

Arne schreibt:

 Seit über zwanzig Jahre berichte ich in mittlerweile zahllosen maskulistischen Büchern, Artikeln und Blogbeiträgen, dass auch Männer weit häufiger als allgemein gegleubt Opfer häuslicher Gewalt werden und dass auch diese Opfer Hilfe benötigen. Vom staatlichen Bundesforum Männer habe ich dabei bislang nie Unterstützung, sondern allenfalls mal einen Tritt gegens Schienbein erhalten. Jetzt aber überraschen mehrere Wortmeldungen des Bundesforums in den sozialen Medien. So teilt das Bundesforum auf Facebook folgendes Statement von Frauenministerin Giffey:

Heute habe ich den neuen Vorstandsvorsitzenden des Bundesforums Männer, Thomas Altgeld, gemeinsam mit meiner Chefin der Abteilung Gleichstellung Daniela Behrens getroffen. Wir haben unter anderem über die Themen Vereinbarkeit, Partnerschaft und Gewalt gesprochen. Unter http://www.xn--mnnerberatungsnetz-ltb.de/ zeigt das Bundesforum, wo in Deutschland speziell Jungen, Männer und Väter Beratung, Unterstützung und Hilfen bekommen können. Mein Ziel ist es, Jungen, Männern und Vätern eine Stimme in der Gleichstellungspolitik zu geben. Insbesondere beim Thema Gewalt sollen die Unterstützungsangebote für Männer gestärkt werden. Daher plant mein Ministerium, Weiterbildungsangebote für männerfokussierte Beraterinnen und Berater auszubauen und eine Vernetzungsstelle zum Thema Männergewaltschutz zu starten.

Wow. Hat es tatsächlich nicht mehr als einen neuen Vorsitzenden des Bundesforums und einen Absturz der SPD auf um die zehn Prozent gebraucht, damit Giffey merkt, dass man auch für die männliche Hälfte der Bevölkerung mal etwas tun könnte?

Auf der verlinkten Seite des Bundesforums heißt es:

Berlin, 15. Juni 2019. Führungswechsel beim Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter: Auf der Mitgliederversammlung am 14. Juni 2019 wurde Thomas Altgeld vom Netzwerk Jungen- und Männergesundheit zum neuen geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden gewählt. Der bisherige Vorsitzende Martin Rosowski, Geschäftsführer Zentrum Evangelische Frauen und Männer gGmbH, gibt nach knapp zehn Jahren als Vorstandsvorsitzender das Amt auf. Neu im Vorstand ist auch Martin Treichel von der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland.

„Ich war all die Jahre sehr gerne Vorstandsvorsitzender des Bundesforum Männer und es lag mir immer besonders am Herzen, die Männerperspektive in die Gleichstellungspolitik einzubringen. Ich bin mir sicher, diese Aufgabe nun in gute Hände übergeben zu können“, kommentiert Martin Rosowski den Wechsel im Vorstand. „Martin Rosowski ist für mich ein Berserker der Gleichstellungsarbeit, ohne ihn sähe diese heute anders aus. Ich erbe also eine spannende Aufgabe, auf die ich mich freue – auch wenn mit dem Abschied von Martin Rosowski aus der Vorstandsarbeit für das Bundesforum Männer eine Ära zu Ende geht“, so Thomas Altgeld zu seiner Wahl.

Das Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e. V. wird von einem sieben-köpfigen, ehrenamtlichen Vorstand geleitet, davon sind drei geschäftsführend. Stellvertretende und geschäftsführende Vorsitzende bleiben Stephan Buttgereit, Generalsekretär des SKM Bundesverband e. V. und Hans-Georg Nelles vom Väterexpertennetz Deutschland e. V. Auch die bisherigen weiteren Mitglieder, Jörg Bewersdorf, DGB /ver.di, Stephan Höyng, Koordinationsstelle für Männer in Kitas, und Thomas Wilde, QueerNetz.de, bleiben weiterhin im Amt.  Mit der Wahl von Thomas Altgeld zum Vorstandsvorsitzenden wurde eine Nachwahl für seine bisherige Position im Vorstand notwendig. Die Mitgliederversammlung wählte Martin Treichel von der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland als siebtes Vorstandsmitglied.

Also eine gewisse Neuaufstellung:
Arne schreibt unter dem obigen Link noch:

Etwas unbefriedigend ist allerdings noch immer die gegenwärtige „Arbeitsteilung“: Da sind zum einen wir von Ideologen als „rechte Frauenhasser“ verleumdete Wegbereiter dieser antisexistischen Politik. Wir müssen in unserem Privatleben und auf eigene Kosten unser Bestes geben, um diese Politik voranzutreiben. Auf der anderen Seite steht ein staatlich finanziertes Bundesforum, das mittlerweile in unserer Spur fährt und unsere Vorleistungen sukzessive übernimmt. So befriedigend es ist, wenn unsere Forderungen allmählich in Regierungspolitik münden, wird über diese unangemessene Rollenteilung noch zu sprechen sein.

Wie immer bin ich auch bei diesem Thema gerne an Leserzuschriften interessiert.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit der aktuellen Ausrichtung des Bundesforums gemacht? Bleibt es bei wechselseitigem Beharke mit den Vereinen der Basis, oder kommt es endlich zu einer konstruktiven Kooperation?

Falls jemand Informationen hat kann er diese auch gerne hier in den Kommentaren mitteilen.