„Linke Männer, ihr seid auch Sexisten“

Nichts mögen radikale Feministinnen lieber als zu betonen, dass auch die Männer in ihrer Umgebung sich keineswegs der Erbsünde des Mannseins entledigen können und sie in ihre Schranken zu verweisen, ihnen deutlich zu machen, dass es eine ganz klare Hierarchie gibt, in der sie niedriger stehen und die Klappe zu halten haben:

Liebe linke Männer,

ich weiß, ihr wählt grün oder rot, nennt euch Feministen, holt euer Mittagessen beim bosnischen Burek-Verkäufer eures Vertrauens und geht auf die Donnerstagsdemo in Wien. Aber ich muss euch etwas verraten: Ihr habt oft mehr mit Rechten gemeinsam, als euch lieb ist.

„Liebe …“, so beginnen Hunderte E-Mails in meinem Postfach.

„Ich muss Dich darauf hinweisen, dass … “ Und dann beginnt sie, die Belehrung auf durchaus höfliche, aber nicht minder diskreditierende Art und Weise, warum ich mit meiner Meinung völlig daneben liege und mich doch bitte mehr informieren soll – all das auf mehr Platz, als diese gesamte Kolumne einnimmt.

Das ist natürlich netter als die „Geh dich erhängen, du Fotze“-Nachrichten, die ich von Neonazis erhalte. Aber diese Nachrichten-Flut, die alle Kolumnistinnen erhalten, zeigt auch: Die Absender halten sich für schlauer – für schlauer als Populisten und Neonazis. Und für schlauer als Frauen.

Sie halten sich erst einmal für schlauer als die Einzelperson, die sie kritisieren. Aber bei Anhängern von Identitätstheorien greifen sie damit natürlich direkt die ganze Gruppe von Frauen an.

Das ist eigentlich eine interessante Sache:

Sie kann nicht kritisiert werden, weil sie für die Gruppe der Frauen steht. Und die hat auf dem Bereich eben „Opferwissen“ und damit „Deutungshoheit“. Was für ein arrogante Haltung, dass man damit schlauer ist als alle anderen, wenn diese das falsche Geschlecht haben. Selbst der schlauste und gebildetste Mann würde quasi ein Sakrileg begehen, selbst gegenüber der dümmsten ungebildetsten Frau, wenn man diese These ernst nimmt.

Auf sich selbst bezogen wäre das Argument schon überaus anmaßend, es ist erstaunlich, dass es ihr dennoch logisch erscheint in ihren Gruppentheorien.

Mansplaining kann selbst der linkeste Mann nicht ablegen. Auch statistisch gesehen scheint es, als ob Männer labern und labern und labern. Im deutschen Fernsehen, bei den #allmale-Panels, in der Politik. Sue Montgomery, Bürgermeisterin eines Stadtbezirks von Montreal, zeigte im Mai mit einem Strick-Experiment, wer im Stadtrat bei einem Kommitee-Meeting wie viel Redezeit hat.

Ich kenne diese Dauerbeschallung aus Bar-Abenden, wenn Männer, eine selbst gedrehte Zigarette in der Hand, lang und breit erklären, warum Kommunismus das einzig gerechte politische System ist. In völligem Selbstverständnis, dass sie natürlich mehr über Marx Thesen und soziale Gerechtigkeit wissen als das weibliche Gegenüber. Ein Bekannter von mir philosophierte stundenlang, es läge nicht in der Verantwortung der Start-up-Unternehmen, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, dass Frauen und Diversität fördert. Ein anderer schrieb seine Doktorarbeit über Feminismus. Sich selbst bezeichnete er trotzdem lieber als Humanist.

Diese Mistkerle, da reden sie doch einfach über Themen! Unerhört! Tun so als wäre die Meinung eines Mannes in irgendeiner Weise relevant und nicht per se eine Beleidigung der anwesenden Frauen. Meinen diese Schweine echt, dass eine Doktorarbeit in irgendeiner Weise ein mehr an Wissen geben würde oder auch nur Männer dazu berechtigen würde einfach was zu Themen zu sagen? Welch vermessene Haltung für jemanden mit dem falschen Geschlecht!

Die antirassistische Arbeit vieler linker Männer hört an dem Punkt auf, an dem sie ihr eigenes Verhalten reflektieren müssen. Wer wirklich Veränderung möchte, der muss dahin, wo es weh tut. Dazu gehört auch, sich mit seinem eigenen verinnerlichten Rassismus auseinanderzusetzen.

Nein, es bringt nichts, überall „I am a Feminist“ zu schwadronieren, wenn man unangenehme Frauen aus der Partei schmeißt und mit Männern ersetzt – wie es der kanadische Premier Justin Trudeau mit der damaligen Justizministerin Judy Wilson-Raybould getan hat. Wären Feministen konsequent, würden sie Frauen fördern und es nicht nur proklamieren. Wären all die mächtigen linken Männer, all die Chefs von linken Zeitungen, all die Generalsekretäre von ehrenamtlichen Institutionen wirklich konsequent in ihren politischen Ansichten, dann würden sie auf ihren Platz am Panel verzichten und eine Frau, idealerweise eine Woman of Color, für das Podium vorschlagen.

Das sage ich ja auch immer, wenn ein männlicher Feminist einen Artikel veröffentlicht, bei dem er etwas anprangert: Warum macht er eigentlich nicht seinen Platz frei? Warum lebt er nicht als tatsächliches Vorbild und kündigt seinen Job unter der Bedingung, dass eine Frau seinen Platz erhält?

Aber ich sage es nur, weil es so schön das Dilemma männlicher Feministinnen mit etwas Erfolg darstellt und ich es mag, wie sie sich dann winden. Ich verstehe schon, dass sie darauf nicht verzichten wollen und können. Sie meint es hingegen ernst.

(…)

Gewalt gegen Frauen hat einen gemeinsamen Nenner: das Geschlecht. 137 Frauen werden jeden Tag weltweit durch den eigenen Partner oder Familienmitglieder getötet. Die UNO-Daten zeigen auch, dass es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Femizide in Österreich gab. Vergangenes Jahr wurden in Österreich 70 Menschen zwischen Januar und November ermordet. Davon waren 41 Frauen.

Schon wieder diese unehrlichen Statistiken . Aber dazu ist ja das passende gesagt.

Männer, ganz egal ob links oder rechts, profitieren von den gesellschaftlichen Strukturen. Ich weiß, liebe linke Männer. Ihr denkt, ihr seid die besseren Männer, weil ihr auf der richtigen Seite steht. Eure politischen Ansichten sind vielleicht genau das Gegenteil. Das bedeutet aber nicht, dass ihr nicht diskriminiert, dass ihr nicht sexistisch seid. Also: Try harder. Ist nicht so schwer, versprochen.

Nur ist eben das blöde: Es gibt kein „jetzt habt ihr es wirklich hart genug versucht, vielen Dank, wir sind zufrieden, mehr kann man wirklich nicht verlangen“. Weil ihr eben in einer Gruppenschuld steckt. Erst wenn kein Mann mehr eine Frau umbringt (unabhängig von männlichen Toten), niemand mehr auch nur einer Frau etwas getan hat und kein Mann mehr eine Führungsposition hat oder einer Frau widerspricht oder sich anmaßt zu irgendwas was der richtigen Meinung entspricht zu sagen (aber auch nicht nichts zu sagen, das wäre auch falsch) wäre vielleicht die Schuld etwas gemindert. Aber Kekse gibt es dafür natürlich nicht! Die Bußerpeitsche muss immer im Einsatz bleiben!

44 Gedanken zu “„Linke Männer, ihr seid auch Sexisten“

  1. Die Haltung „Wenn Du jemanden kritisierst, hältst Du Dich für klüger als denjenigen“ ist in einem beeindruckenden Ausmaß verkehrt.

    Dass man jemanden in einem Punkt kritisiert, hat doch nichts mit der Person zu tun, sondern mit dem Punkt. Diese Aussage zeigt nur, dass die Dame in einer Identitäten ad-hominem Welt lebt, bei der immer die Person im Vordergrund steht, nie die Sache.

    In meinem Team bei der Arbeit hat jeder jederzeit das Recht, andere zu kritisieren und Gegenvorschläge zu machen. Und das Ergebnis ist ein pragmatisches, produktives und zielorientiertes Umfeld. Niemand fühlt sich zurückgesetzt, wenn bei seiner Arbeit ein Verbesserungsvorschlag gemacht wird, weil jeder weiss, dass nicht jeder alles weiss oder an alles gleichzeitig denkt.

    Pure Hybris. Und sicher ist: Bei dem Denken möchte ich bei Alexandra Stanic nicht in der Redaktion sitzen.

  2. Pingback: Das wahre, reine Gute – Lollipops for equality

  3. „Ein anderer schrieb seine Doktorarbeit über Feminismus. Sich selbst bezeichnete er trotzdem lieber als Humanist.“

    Vollkommen verständlich. Der weiß anscheinend, wo drüber er seine Doktorarbeit geschrieben hat 😉

    „Die antirassistische Arbeit vieler linker Männer hört an dem Punkt auf, an dem sie ihr eigenes Verhalten reflektieren müssen.“

    Bei Frauen hört zusätzlich auch die antisexistische Arbeit an dem Punkt auf, an dem sie ihr eigenes Verhalten reflektieren müssen.

    Aber Frauen können ja nicht sexistisch sein…

  4. Die Dame hat einen ziemlichen Schlag.
    Ich hab mal weitere Artikel von ihr angelesen.
    Im nächsten regt sie sich drüber auf dass Männer glotzen, wenn sie ihre Nippel ohne BH präsentiert. Und vom übernächsten hab ich nur noch die Überschrift gelesen: „Sexverbot für Kondomverweigerer“. Gilt „Alles verbieten“ nicht als „rechts“ (oder täusche ich mich da?)?

  5. War es nicht einmal die Grundüberzeugung, dass Männer und Frauen gleiche Rechte bekommen müssen, da in allen wesentlichen Eigenschaften gleich seien?
    Jetzt scheint es mir so weit gekommen zu sein, dass Frauen mehr Rechte bekommen sollten weil sie im wesentlichen die besseren Menschen wären.

  6. Das erste Problem, dass die meisten Frauen nicht einsehen wollen, ist, dass der durchschnittliche Mann tatsächlich mehr weiß als sie.

    Das zweite generelle Problem ist, dass für Frauen Gleichberechtigung ein Verlust ihrer Privilegien bedeutet. Eine Beziehung auf Augenhöhe sind Frauen nicht gewohnt.
    Eine Frau geht in eine Beziehung mit einem Mann – egal ob privat oder geschäftlich – immer mit der Annahme herein, dass sie ihre Weiblichkeit zu ihrem Vorteil einsetzen kann.

  7. Der Hauptfehler in ihrer Argumentation ist, dass sie Kritik an ihren Äußerungen 1. als Angriff 2. auf alle Frauen interpretiert, statt richtigerweise 1. als demokratischen Meinungsaustausch 2. nur auf die eine Äußerung bezogen, und nicht auf ihre Person und schon gar nicht auf eine ganze Gruppe. Der Umkehrschluss, dass Kritik an ihren Ansichten (duch Männer, oder überhaupt) nach der Logik gar nicht mehr statthaft wäre, ist ihr entweder nicht klar, oder ist ihr ganz recht. In beiden Fällen ist er inakzeptabel.

  8. Ich fasse mal zusammen:

    Die Autorin mag keine BHs tragen.
    Wenn die Autorin keine BHs trägt, werfen Männer Blicke auf ihre Nippel.
    Männer werfen Blicke, mehr tun sie nicht.
    Die Autorin mag nicht, wenn Männer Blicke werfen.
    Niemand hat das Recht, andere anzuschauen.

    Es sollte betont werden, dass es Alexandra absolut fern liegt, ihr Äußeres auf weibliche Attraktivität zu optimieren:

    Alexandra Stanić ist jetzt 28.

    Ich weiß nicht, ob es Alexandra Stanić beruhigen oder aufregen würde, wenn man ihr sagt, dass das mit den männlichen Blicken in 10, spätestens 15 Jahren vorbei sein wird.

    Was wohl passieren würde, wenn jemand in Alexandras Nähe laut über die psychoanalytischen Gründe spekulieren würde, die dazu führen, dass Alexandra bei Vice inzwischen zwei Artikel veröffentlicht hat, in denen sie damit prahlt, dass ihre Nippel so geil sind, dass kaum ein Mann wegschauen kann?

    • Wieso thematisiert eigentlich niemand, dass BHs zu verbrennen bereits 1968 schick war, sie also Tubus (TM) bricht, die gar nicht mehr existieren?

      Im Grunde sollte man darüber spekulieren und recherchieren, warum die „große Befreiung“ von den BHs wieder rückgängig gemacht worden ist und von wem. Dass Männer erst einmal glotzen ist logisch, denn der Anblick ist vor allem ungewohnt – wäre sie keine Ausnahme, würde sie auch niemand beachten.

      Aus diesem hier: „Über den nordamerikanischen Markt hinaus bekannter wurde der Wonderbra 1994, als der amerikanische Großkonzern Sara Lee diese Lizenz erwarb. Groß angelegte Werbeaktionen mit dem Model Eva Herzigová machten die Marke Wonderbra als Synonym für einen Push-up-BH bekannt.“ (Wiki) geht hervor, dass „Push-up-BHs“ vor den 90ern bei uns nicht einmal bekannt waren.

      Sicher, man kann alle Konsumentinnen für ferngesteuerte Volltrottel halten, diese Meinung teile ich aber nicht. Es würde mich interessieren, warum sich schlagartig das Bedürfnis der Konsumentin eingestellt hat, ein wenig bei der Brustgröße zu schummeln.
      Wie gesagt: Das Bedürfnis gab es vorher nicht, das Produkt jedoch schon.

      Zu Stanic aktuellem Text einen Absatz mit geschlechtergerechter Kommentierung: „Wären all die mächtigen linken Männer, all die Chefs von linken Zeitungen, all die Generalsekretäre von ehrenamtlichen Institutionen wirklich konsequent in ihren politischen Ansichten, dann würden sie auf ihren Platz am Panel verzichten und eine Frau (MICH), idealerweise eine Woman of Color (ICH, ICH, ICH), für das Podium vorschlagen.“

      Aus all den Zeilen trieft ihr Narzissmus.
      Das ist „mansplaining“ gemäß ihrer Empfindung: „Und dann beginnt sie, die Belehrung auf durchaus höfliche, aber nicht minder diskreditierende Art und Weise, warum ich mit meiner Meinung völlig daneben liege und mich doch bitte mehr informieren soll.“

      Ihr konnte nachgewiesen werden, „warum ich mit meiner Meinung völlig daneben liege“ und die Aufforderung, sie solle sich „bitte mehr informieren“ führt ihre falsche Meinung auf ein Informationsdefizit zurück.
      Für sie natürlich unerträglich.

      Die Bedeutung des Verbs „diskreditieren“: jemanden, etwas in Verruf bringen; jemandes Ruf, Ansehen schaden, abträglich sein.
      Sie betrachtet demnach Kritik an ihrer Meinung als rufschädigend – gäbe es „Majestätsbeleidigung“ als Straftatbestand, sie würde davon Gebrauch machen.

      • Wieso thematisiert eigentlich niemand, dass BHs zu verbrennen bereits 1968 schick war, sie also Tubus (TM) bricht, die gar nicht mehr existieren?

        Das Interessante ist meines Erachtens das völlig kompromisslose Kreisen um den eigenen Bauchnabel.
        Dass aus dieser Art Orbit Vorgänge, die 50 Jahre zurück liegen, schlichtweg unsichtbar sind, ist dann eine so triviale Konsequenz, dass sie keiner Erwähnung bedarf.
        Fräulein Alexandra nimmt NICHTS wahr außer sich selbst, wieso sollte sie die 2. feministische Welle wahrnehmen?

        • Und wenn man ihr das erklärt, wirft sie einem mansplaining vor, weil es doch unmöglich ist, das ein Mann *ausspuck* ihr irgendwas über Feminismus erklären kann

        • „Das Interessante ist meines Erachtens das völlig kompromisslose Kreisen um den eigenen Bauchnabel.“

          Gut, das erwarte ich auch von einer Narzisstin. 😉

          „Fräulein Alexandra nimmt NICHTS wahr außer sich selbst, wieso sollte sie die 2. feministische Welle wahrnehmen?“

          Nun ja, ein wenig Kenntnis der (feministischen) Geschichte würde ihr eine in Artikelform gebrachte Blamage ersparen, die absehbar zu der Reaktion führen wird, ihr das eigene Informationsdefizit aufzuzeigen. Was sie wiederum…usw. usf.
          Warum tut sie sich das an?

          • Warum tut sie sich das an?

            Ich schätze, bei allen relevanten* Menschen blamiert sie sich gar nicht.
            Von alten, weißen Männern hört sie eh nur Hate-Speech**, da wird sie keinen Unterschied feststellen können, egal ob ihre Artikel nur ein bisschen dumm oder voll Rohr dumm sind.

            *) …also jenen, auf die sie Wert legt, weil diese eine vergleichbare Meinung haben…

            **) Weiß jemand, warum es „the speech“, aber „to speak“ heißt? Das ist ja fast wie das verloren gegangene „th“ in „Tür und Tor“, während „Lufthansa“ immer noch…

          • „Warum tut sie sich das an?“

            Weil ihr Weitblick nur bis zum eigenen Bauchnabel reicht?

            Ich mein, ist das nicht Kennzeichen so gut wie aller Feministinnen, dass sie über allgemeine Geschichte so viel wissen, wie eine Rote Waldameise?

          • Speak ist die ursprüngliche Form, vgl. niederländisch spraak und niederdeutsch spreken, Die Verschiebung k -> ch ist nur im Hochdeutschen passiert. Engl. speech ist mehr oder weniger ein Sonderfall. Mit Rechtschreibreform hat das alles nichts zu tun, die Unterschiede sind evolutionär entwickelt und betreffen die gesprochene Sprache.

          • Sind offensichtliche Falschbehauptungen heute wirklich noch so einfach durchzuhalten?

            Via Arne: „Die feministische Autorin Naomi Wolf muss die US-Ausgabe ihres neu erschienenen Buchs einstampfen lassen, nachdem sie in einem Interview mit der BBC darauf hingewiesen wurde, dass dessen Grundannahme (Großbritannien habe im Viktorianischen Zeitalter Dutzende von schwulen Männer hingerichtet) nicht den Tatsachen entspricht. Die britische Ausgabe wird mit entsprechenden Korrekturen erscheinen. Da das Buch auf Wolfs Doktorarbeit beruht, steht jetzt auch ihr Doktortitel in Frage.“ Anscheinend nicht mehr.

            Stanic ist m.E. bei Vice, weil dieses Medium perfekt an die Aufmerksamkeitsökonomie angepasst und mit ihrer Art der verfolgenden Unschuld auf clickbait passt wie Arsch auf Eimer.
            Ich glaube jedoch, auch bei den gutwilligsten pro-feministischen Männern ist inzwischen die Grenze erreicht, offensichtliche Idiotien einfach so zu schlucken.
            Sie schreibt diesen Artikel nicht ohne Anlass, sie wird wohl ungewohnten Gegenwind erhalten haben.

            Der nächste Punkt ist m.E. ihrem identitären Selbstverständnis geschuldet.
            In ihrem Heimatland Österreich werden auch die Ausländer/Migranten inzwischen „divers“:
            „Unter den nicht-österreichischen Staatsangehörigen bilden die deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit rund 148.000 Personen die größte Gruppe. Damit stellen sie knapp 16 % der Ausländerinnen und Ausländer insgesamt. Ihre Zahl hat sich seit 2001 verdoppelt. An zweiter Stelle folgen Staatsangehörige aus Serbien (einschließlich Montenegro und Kosovo) mit rund 126.000 Personen oder rund 13 % aller Ausländerinnen und Ausländer. 12,0 % der ausländischen Bevölkerung
            sind türkische Staatsangehörige, es folgen Bürgerinnen und Bürger Bosnien und
            Herzegowinas (9,4 %) und Kroatiens (6,1 %).“

            Mancher mag sich wundern, aber Deutsche zählen im Ausland wirklich als Ausländer! 😉

            „Durch die EU-Erweiterungen 2004 und 2007 sowie die anhaltende Zuwanderung aus den EU-14-Län-
            dern (siehe Glossar) hat sich der Anteil der EU-Ausländerinnen und EU-Ausländer auf 40,5 % erhöht. Ebenfalls gestiegen ist der Anteil der in Österreich lebenden Personen aus den sonstigen Staaten Europas bzw. der Staaten außerhalb Europas. Dafür ist der Anteil an Personen mit der Staatsangehörigkeit eines der traditionellen „Gastarbeiter“-Länder (ehemaliges Jugoslawien und Türkei) gesunken und beträgt 2011 nur noch 43,3 % (Anm. statt 60% in 2001).“
            Census 2011, Österreich, S. 51-52

            Sinkende Zahlen für die traditionellen „Gastarbeiterstaaten“ und steigende Zahlen für Migranten aus den EU-Mitgliedsstaaten.
            D.h. für Stanic als Kind der traditionellen Gastarbeiterländer tritt ein relativer Bedeutungsverlust ein, sie muss sich den Status „Migrantin“ nun mit Menschen aus vielen anderen (EU-) Ländern teilen.
            Es wird zudem schwer mit der POC-Allianz, wenn die größte Gruppe von Ausländern sich mit ihrer „Deutschness“ unterrepräsentiert fühlt. 😉

            Ich sehe auch in D eine ähnliche Entwicklung.

    • Die biologische Uhr tickt halt und anstatt dass sie sich für das männliche Auge durch Verhaltensweisen und dem Äußeren attraktiv zeigt, um vlt. doch noch einen guten Mann zu ergattern, verfällt sie äußerlich sowie innerlich wie eine verfaulte Tomate.

      Verbitterte End-20er-Frauen, die keinen Typen abkriegen können/wollen und die Schuld einzig und allein beim anderen suchen, gehören unter allen Umständen vermieden bzw. sozial geächtet.

      • „Verbitterte End-20er-Frauen, die keinen Typen abkriegen können/wollen und die Schuld einzig und allein beim anderen suchen, gehören unter allen Umständen vermieden bzw. sozial geächtet.“

        Das Schöne ist, dass sie sich gottseidank selbst aus dem Genpool verabschieden.
        Die „Darwin-Awards“ sind ja eine reine Männerdomäne (wieso fordert hier eigentlich keine Feministin Gleichstellung?), die weibliche wäre wohl ein feminilistisches Männerbashing.

        • Ich hasse euch!
          Bezahlt mich gefälligst!

  9. Es sind zwei Dinge, die mir an Alexandra Sorgen machen:

    Zum einen ist sie vollkommen normal. Wir müssen davon ausgehen, dass quasi jede Mein-Feminismus-Feministin und wohl auch sehr viele Frauen ein Weltbild haben, das dem von Alexandra gleicht. Nicht in der konkreten Ausprägung, sondern in der Grundannahme: Es ist ein Affront und die Schuld Der Anderen, wenn die Welt FÜR MICH suboptimal ist.

    Zum anderen, dass diese Grundannahme eine Verständigung so gut wie unmöglich macht. Schoppe weist auf diesen Umstand seit Jahren hin. Hier wird er mal wieder unübersehbar: Es gibt keine gemeinsame Basis, auf der jemand mit Alexandra ein vernünftiges Gespräch führen kann, der davon ausgeht, dass es eine gemeinsame Welt gibt, in der verschiedene Akteure mit verschiedenen Bedürfnissen und verschiedenen Interessen und verschiedenen Veranlagungen ein Miteinander aushandeln müssen. Alexandra schuldet niemandem einen Kompromiss. Alle anderen schulden Alexandra, dass die Welt gefälligst so ist, wie Alexandra das als optimal beschlossen hat.

    • only me,

      Du nimmst Ihre Aussagen einfach zu ernst. Sie will doch nur plappern und hat dabei sogar das Privileg, für ihr Geplapper von Vice bezahlt zu werden.

      Dabei gibt sie der Leser_*ix Einblicke in die hochgradig ambivalente Gefühlswelt in ihr drin. Was einen gewissen Unterhaltungswert hat und der Grund ist, warum sowas als Artikel erscheint.

      Es sind aber keine politischen Forderungen. Sie hat keine Agenda außer sich selbst darzustellen. That´s all.

      In 15 Jahren wird sie darüber schreiben, wie gemein es ist, dass sie ohne BH rumläuft und es keinen interessiert. Und sie niemand mehr anstarrt. Oder sie wird gar nicht mehr schreiben, weil sie dann drei Kinder hat und weder Zeit noch Lust diese, ihre Gefühle in dieser Rolle dann mit der Aussenwelt zu teilen.

      • „Letzter Richter über Wahrheit und Realität wird das subjektive Empfinden. Wahr ist, was meiner Intuition entspricht, was mit meinen psychischen Bedürfnissen kompatibel erscheint. Wirklich, richtig und gut ist, womit ich mich gut fühle.“

        Nicht schlecht ausgedrückt.

        Gibt es eigentlich ein Update zu Baron-Cohens These, dass es das Gegenteil von Autismus geben müsste, also Leute, die von logisch-systematischem Denken ähnlich überfordert sind wie Autisten von interpersonellem?

        Ich kann mich nach wie vor nicht des Eindrucks erwehren, dass die Diagnose auf fast alle Feministinnen passt, wie der Kitsch ins Nachmittagsfernsehen.

  10. Jaja, die männlichen Feministen und ihre Frauchen:

    Hierzu sind vermutlich auch viele feministische Allies zu zählen, die dann konsequenterweise von Feministinnen besonders schlecht behandelt werden; nichts machen sie richtig, ständig stehen sie unter Anklage, die sie auch reumütig internalisieren. Solche Männer haben keinerlei Selbstachtung und ihre feministischen Freundinnen bringen ihnen dann folgerichtig auch nicht die geringste Achtung entgegen. Amüsiert erinnere ich mich hierzu an die Schilderung eines männlichen Feministen, eines „Ally“, der eine feministische Tagung besuchte. Er internalisierte jede Anfeindung und tat alles, was die höherwertigen Menschen ihm diktierten; eigentlich fehlte nur noch, dass er wie im SCUM-Manifesto beschrieben die Hundescheiße von den Stiefeln seiner Herrinnen leckte. Und dennoch wurde er ständig angeblafft. Antje Schrupp würde sagen: „Erwartest Du jetzt einen Keks oder was?“ Das liegt daran, dass Feministinnen nunmal Sexistinnen sind. Nicht das Verhalten des Mannes ist das Problem, sondern sein Geschlecht. Deswegen kann er auch gar nichts richtig machen, eine Verhaltensänderung führt nicht zum Freispruch, da der Grund für den Hass und die Verachtung in seinem angeborenen Merkmal des männlichen Geschlechts (und der Hautfarbe) liegt.

    Rape Culture: Deformierte Männlichkeit – Der Lustmolch in Zeiten vergifteter Sexualität

  11. „Erst wenn kein Mann mehr eine Frau umbringt (unabhängig von männlichen Toten), niemand mehr auch nur einer Frau etwas getan hat und kein Mann mehr eine Führungsposition hat oder einer Frau widerspricht oder sich anmaßt zu irgendwas was der richtigen Meinung entspricht zu sagen (aber auch nicht nichts zu sagen, das wäre auch falsch) wäre vielleicht die Schuld etwas gemindert.“

    Was alle diese selbsternannten Kämpfer für eine gerechtere Welt nicht peilen ist, dass wenn der von Dir beschriebene Zustand erreicht ist, Frauen für Männer arbeiten müssen, da sie ja durch die Bank weg höhere Einkommen als diese haben sollen.
    Es sei denn, dass sie wirklich glauben, in einem 20h-Job als Sachbearbeiterin in einer Behörde ein höheres Gehalt erwarten zu dürfen, als ein mittlerer Manager in der freien Wirtschaft.
    Dann allerdings täte sich – ich ertappe mich wieder beim „mansplainen“ – die Frage auf, ob ihre Geschlechtsgenossinnen ein solches Gehalt aus Steuermitteln wirklich zahlen wollten.
    Egal, wo sie dran ziehen, die Decke ist einfach zu kurz.

  12. Ahja, Alexandra Stanic.

    Vor zwei Jahren noch ausgiebige und interessante Diskussionen mit ihr gehabt als sie noch bei „Biber“, so einer Migrantenzeitung für jugendliche Menschen aus Ex-Jugoslawien bzw. Balkan in Wien, gearbeitet hat.

    Die ist mittlerweile psychisch total in‘ oasch gefahren. Eine logische Konsequenz, wenn man bei Vice angestellt ist.

  13. Das ist aber mal wieder ein beeindruckend durchgeknalltes (im geistigen Sinne) Exemplar einer Feministin.

    „holt euer Mittagessen beim bosnischen Burek-Verkäufer eures Vertrauens“

    Lol. Ja klar. Linke kaufen bestimmt nie bei Österreichern. Ich wunder mich immer wieder, wie man mit solch einem binären schwarz-weiß Denken durchs Leben kommt.

  14. Sie praktiziert doch einfach nur modernen Feminismus: Alles ist meta, nichts ist Inhalt, es gibt nur Diskursgewinnstrategie.

    Zuschriften findet sie doof nicht weil die inhaltlich doof sind sondern weil sie unterstellt der Schreiber hielte sich für schlauer als Frauen. Männer an der Bar lehnt sie ab nicht weil sie über das Falsche reden oder die falschen Meinungen haben, sondern weil es redende Männer sind. „I am a Feminist“ reicht nicht, „bezeichnet sich selbst nicht als Feminist“… auch falsch – das ist noch nichtmal eine Forderung sondern Stänkerei.

    „…dann würden sie auf ihren Platz am Panel verzichten und eine Frau, idealerweise eine Woman of Color, für das Podium vorschlagen.“

    Mit Woman of Color meint sie natürlich nicht jemanden wie Candace Owens, das fänd sie schlimm. Aber man merkt’s oder? Es geht ausschlieslich um den Anspurch aufs Podium, nicht darum irgendwen von irgendwelchen Inhalten zu überzeugen. Ihre WoC Wunschperson würde auf diesem Podium auch nur beklagen dass WoC keine Stimme in unserer Welt haben. Alles wieder meta alles wieder inhaltsfrei.

  15. „Auch statistisch gesehen scheint es, als ob Männer labern und labern und labern.“

    Das sind nämlich keine Hau-Drauf-Femis! Die tragen das zivilisiert aus. Mit „Labern“.

  16. Meiomei, wie könnt ihr euch auch hier wieder an so einer wichtigtuerischen narzisstischen Nippeltante erlabern?!…
    Und poppen würde die trotzdem jeder einzelne von euch.
    Aufschrei.

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