Colorismus vs Rassismus

Aus dem Missy-Magazin:

Kürzlich gab es einigen Wirbel auf Twitter, weil Schauspieler Will Smith in einem neuen Film die Rolle des Vaters von Tennisstar Serena Williams übernehmen soll. Unter dem Hashtag #Colorism wurde die geplante Besetzung kritisiert. Aber was bedeutet Colorism überhaupt? Wer bei Wikipedia­ nachschlägt,­ findet­ als ­Erklärung­ „discrimination based on skin color“, also die Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe. Aber ist das nicht einfach „Rassismus“? Nicht ganz

Colorism (oder auch Shadeism) basiert zwar auf rassistischen Strukturen und Denkmustern, jedoch bildet hier die „Farbe“, also die Schattierung der Haut, die Grundlage für die Bevorzugung oder Benachteiligung einer Person. Dabei werden Menschen mit hellerem Hautton favorisiert und Menschen mit dunklerer Haut diskriminiert. Dies betrifft nicht nur Entscheidungen wie jene, ob Will Smith für die Darstellung eines weitaus dunkleren Mannes besetzt wird – Studien zufolge hat Colorism auch konkrete Auswirkungen im Justizsystem, auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche, im Gesundheitswesen, in Medien und Politik – also in allen Bereichen der Gesellschaft.

Auch in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas werden Menschen mit hellerer Haut gesellschaftlich bevorzugt. Und hier haben wir den zweiten wesentlichen Unterschied zu Rassismus: Colorism tritt nicht nur zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen auf, sondern auch innerhalb einer ethnischen Gruppe. Mit ein Grund, weshalb die Thematik sogar innerhalb Schwarzer Communitys stark tabuisiert und die Auseinandersetzung damit sehr emotional und teils schmerzhaft ist. Denn das Gefühl von Einigkeit und Zusammenhalt im gemeinsamen Kampf gegen Rassismus erhält Risse.

Personen mit hellerer Haut fällt es oftmals schwer anzuerkennen, dass sie in einem rassistischen System Privilegien genießen, die Menschen mit dunklerer Haut nicht haben. Rassismuserfahrungen können sich jedoch stark unterscheiden: Geschlecht, soziale Herkunft, sexuelle Orientierung, Religion, Körper, Be_hinderung, regionale Hintergründe oder eben auch der Hautton wirken hier mit hinein.

Rassismus beruht also auf der Zuordnung zu einer „Rasse“, die nach Hautfarben bestimmt wird und darauf aufbauender Schlechterstellung, Colorismus ist etwas vollkommen anderes und beruht darauf, dass man innerhalb der „Rasse“ noch mal nach der Hautfarbe differenziert.

Es ermöglicht eine „Opferhierarchie“ nach Abstufungen der Hautfarbe und dem Vorwurf unter „PoCs“, dass sie nicht erkennen, dass sie die weniger diskrimierten und man selbst das größere Opfer ist.

Letztendlich ist es eine Umbenennung des Rassismusvorwurfs, was immerhin den alten Grundsatz „Privilege and Power“ unberührt lässt: Schwarze haben zwar keine Privilegien, können also selbst nicht rassistisch sein, aber sie können immerhin mit Colorismus etwas weniger nichtprivilegiert sein und das reicht dann anscheinend

 

40 Gedanken zu “Colorismus vs Rassismus

  1. Rassismus soll als etwas gesehen werden, zu dem nur Weiße fähig sind und immer wenn man von Rassismus redet, soll an weiße Menschen gedacht werden.
    Da aber andere Ethnien durchaus mehr Vorurteile ggü. Anderen aufgrund der Hautfarbe haben, was sich nicht leugnen lässt, hat man den Begriff colorism eingeführt um auch weiterhin Rassismus nur auf Weißen zu beziehen. Diese Linken sind besessen von angeborenen Eigenschaften und haben selbst den Rassismus verinnerlicht, den sie anderen vorwerfen.

  2. Denn das Gefühl von Einigkeit und Zusammenhalt (…) erhält Risse.

    ~ Unter Spaltung leidet der Zusammenhalt.

    Nein!
    Doch!!
    Oh!!!

    „We should struggle together“ – „we ARE“

    Sie merken dabei nicht, was für tragische Witzfiguren sie sind.
    …die überall in den Verwaltungen den Ton angeben.

    Die nzz rechnet sich schon aus, dass Faucahontas die nächste Präsidentin wird.

    o tempo’a, o mo’es

  3. Ok grundsätzlich ist es nicht sonderlich glaubwürdig wenn Smith diese Rolle spielt. Aber waren es nicht genau diese Spinner die versucht haben uns zu erklären, dass das auch sonst nicht so wichtig ist? Dass man Stoffe mit Frauen besetzen soll auch wenn die Geschichte das eigentlich nicht hergibt? Und jetzt ist Will Smith nicht schwarz genug? Aua

    • Es handelt sich natürlich um einen – wie üblich – US-Import und wie der Colorismus hier in die Welt kam, kannst du in der „Zeit“ von 1969 nachlesen. Ich fasse hier aus Gründen der Bequemlichkeit zusammen!

      Es begab sich also zu einer Zeit, Adrian, als Waschmittelkonzerne sich in der BRD ein heißes Rennen um Marktanteile lieferten und „die Henkel-Armada bedrohte auch das Procter & Gamble Gala-Pulver „Dash“. In seiner Glanzzeit errang es zeitweise einen Marktanteil von 20 Prozent. Heute ist es unter die 12-Prozent-Marke zurückgefallen.“

      Ein Hauen und Stechen war im Gange im „Markt der Vollwaschmittel: Der Markt geht deutlich zur neuen Generation der enzymatischen Mittel“, also in Richtung diversity.
      Wer aber keine diversity anbot, verschwand wie das Vollwaschmittel „Cascade“ endgültig vom Markt!
      Kannst du dich noch an „Cascade“ (1966 Marktanteil von knapp 10 Prozent) erinnern?
      Eben!
      „Cascade“ war mit einem Millionenaufwand an Werbung durch Procter & Gamble in den Markt gedrückt worden, die letzten Tonnen wurden stillschweigend entsorgt.
      Für Procter & Gamble Gala-Pulver „Dash“ wurde eine neue Werbung erfunden, die die Branche revolutionierte.

      Denn bisher „galt für die Waschmittelwerbung ein ungeschriebenes Gesetz: Die Reklame mußte zwischen den beiden Polen Schonung („wolkenweich“) und Waschkraft („strahlend weiß“) ausbalanciert sein.“
      „Konrad Schweigmann, Produktgruppenmanager für Vollwaschmittel bei Henkel: „Weiß galt damals als totes Argument.“ – denn Weißness galt es ja mit diversity zu überwinden! 🙂

      Procter & Gamble erfand jedoch den legendären Slogan: „Dash wäscht so weiß – weißer geht’s nicht“ und bewies, das über dem „strahlend weiß“ ein weiteres Weiß angesiedelt ist, ein unübertreffliches Weiß. White supremacy könnte man meinen, missversteht aber die progressive Botschaft!

      Denn seitdem haben wir ein wissenschaftliches Modell gebildet, um wahre Weißness feststellen zu können es ist 0C/0M/0Y/0K, wir können alle mit normierten Farbkärtchen umherlaufen und unterscheiden lernen zwischen: Reinweiß, Blumenweiß, Geisterweiß, Antikweiß, Rauchweiß, Schneeweiß, Muschelweiß, NavajoWeiss, Alte Spitze, Leinen und natürlich Grau100 (0C/0M/0Y/1K).
      Ein gelungener Spaß für jede Party!

      Der „Colorismus“ ist also in Deutschland bereits 50 Jahre alt, überwand die Einseitigkeiten von alter Weißness und diversity und hat sich nach 68 am Markt durchgesetzt. Sehr wahrscheinlich mit Hilfe der 68er! 🙂

      https://www.zeit.de/1969/26/der-krieg-der-pulverkonzerne/seite-3

  4. Letzter Satz des Artikels im Missy Mag:

    „Im 1983 erschienenen Essayband „In Search Of Our Mothers’ Gardens“ benannte sie das Phänomen Colorism erstmals und betonte dabei, dass es, genauso wie Kolonialismus, Sexismus und Rassismus, die Schwarze Gemeinschaft am Vorankommen hindere.“

    Da es schwarze untereinander sind, die sich da gegeneinander am Vorankommen hindern, hätte sie das auch schreiben können, dass sich damit Schwarze gegenseitig am (gemeinsamen) Vorankommen hindern. Aber dann hätte man das Hintertürchen verschlossen, „irgendwie“ den „weißen“ Rassismus mitverantwortlich zu machen. Und das ist ja das eigentliche Ziel des Begriffs, den man bewusst vom Rassismus abtrennt, damit man ausschließlich Weiße damit belegen kann.

    • Es sind „die Strukturen“, damit man jedes Problem der „Schwarzen“ zum Ausdruck eines eigentlich „weissen Rassimus“ machen kann. Fanatisches Verschwörungsdenken im Endstadium ist das.

    • Wie bei dem Hinweis bzgl. der deutlich höheren Anzahl männlicher Gewaltopfer und dem gleichzeitig kaum vorhandenen Hilfsangeboten für Männer, kommt ja immer der Hinweis das die Täter i.d.R. auch Männer und wenn sie das Problem beseitigen wollen, müssen sich Männer halt ändern.

      Diese Argumentation wäre dann hier genau so angemessen. Schwarze hindern Schwarze, also müssen Schwarze sich ändern, nicht die Gesellschaft.

      Aber ich nehme an, das wäre Rassimus.

  5. Nochmal aus dem Artikel:

    „Die kenianische Schauspielerin Lupita Nyong’o ist mittlerweile zum Vorbild für viele Mädchen und Frauen mit einem dunklen Hautton avanciert. Immer wieder betont sie die negativen Auswirkungen herrschender Schönheitsstandards: „Es gab eine Zeit, als auch ich mich nicht schön fühlte. Ich schaltete den Fernseher an und sah nur blasse Haut. Ich wurde wegen meiner nachtfarbenen Haut gehänselt und verhöhnt. Und ich betete zu Gott, dass ich hellhäutiger aufwachen würde“, beschreibt sie ihre einstigen Selbstzweifel.“

    In Kenia?
    Das lässt mich mindestens vorsichtig zweifelnd am Kopf kratzen.

    Laut Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lupita_Nyong%E2%80%99o
    „Nyong’o [ˈɲɔːŋɔ] wurde 1983 als Tochter des kenianischen Politikers Peter Anyang’ Nyong’o in Mexiko-Stadt geboren und wuchs in Kenia auf.“

    Aha. Wuchs in Kenia auf, wurde aber in Mexiko geboren – als Tochter eines Kenianischen Politikers.
    Möglicherweise beinhaltet „aufwachsen in Kenia“ dann doch deutlich mehr cosmopolitische Erfahrungen als der übliche ebenso dunkelhäutige Kenianer hat.

    „2009 entstand der Dokumentarfilm In My Genes über das Leben der kenianischen Albinos, für den sie das Drehbuch schrieb und auch als Regisseurin und Produzentin verantwortlich zeichnete.“

    Kenianische Albinos? Das müssten doch gemäß der „colorism“ theorie die privilegiertestten schwarzen sein, oder nicht?

    https://en.wikipedia.org/wiki/In_My_Genes

    „Ever since she was born, she has had to deal with the prejudices that surround albinos. In My Genes bears witness to the lives of eight people who suffer discrimination due to a simple genetic anomaly.“

    Oh.

    Na, das lassen wir bei der Besprechung von Colorism aber lieber unter den Tisch fallen.
    „Dabei werden Menschen mit hellerem Hautton favorisiert und Menschen mit dunklerer Haut diskriminiert“ darf nicht verwässert werden.

      • Krass! Schon Karl Marx hat was über Colorismus geschrieben? Alter Falter!

        Kannst du mir mal bitte Zitate reichen, die ich dann in künftigen Diskussionen verwenden kann, wenn ich andere aufgrund derlei Schwachsinns als Marxisten bezeichnen will? Ich will nämlich nicht Gefahr laufen, dass man mir vorwerfen kann, ich würde Begriffe wie „marxistisch“ einfach nur zwangsneurotisch auf alles draufklatschen, was ich für irgendwie idiotisch halte. Denn, sollten sie damit Recht haben, würde das ja schließlich dazu führen, dass der Begriff „marxistisch“ völlig willkürlich und beliebig wird und man meine belegfreien und somit ebenfalls idiotischen Kommentare auf einmal, meine damit etablierten Kriterien als Prämisse angewandt, ebenso als „marxistisches Gewäsch“ bezeichnen könnte. Und das will ich nicht wirklich und wär dir da deiner Hilfe sehr dankbar.

          • Naja, das Wort Jesu kennt wohl eh keiner mehr. Das Wort Marx‘ , wenn man es denn äquivalent so bezeichnen wollte, ist immer noch jederzeit nachlesbar.

            Aber vor allem finde ich, dass das, was sich inzwischen mit der Begriffsverwendung „marxistisch“ etabliert hat, eher dem gleich kommt, als würde ich mich als Christ bezeichnen, mich aber dreimal am Tag auf den Teppich zum Gebet zu Allah gen Mekka werfen. Der Gedanke eines Klassenkampfes ist bei Marx so zentral, dass dessen beliebiges Austauschen der Kategorie der sozialen Klasse durch etwa Geschlecht oder Rasse dem Austauchen von Göttern in Religionen gleich käme.

            Ich bin selbst beileibe kein Marxist, aber dieser beständige Sprechdurchfall, beinahe reflexartig auf nahezu alles das Label „marxistisch“ zu pappen, geht mir inzwischen auch etwas auf die Klöten.

          • Mich nervt im Gegenzug immer, wenn nicht zwischen Marx als Philosoph und Marxismus als politische Größe unterschieden wird. Man kann über letztere keine sinnvollen Aussagen machen, indem man sich ausschließlich oder in erster Linie auf die Schriften von Marx bezieht.
            Im Politischen bleibt vom Klassenkampf heute halt nichts über, nachdem die Arbeiterklasse in der Nachkriegszeit sich so bitter enttäuschend lieber nach Wohlstand als nach Revolution gesehnt hat.

            Das Problem der (phiolosphischen) Marxisten hier im Forum ist m.E. dass sie eine Philosophie in die Tat umsetzen wollen, die a) nur auf Deutsch zu verstehen ist (crumar beklagt immer die Sinnverluste, die schon durch die Übertragung ins Englische entstehen) und b) einen IQ von mindestens 120 voraussetzt. So wird das nichts, mit der Weltrevolution.

            Für den IQ100 Durchschnittsmarxisten geht es nicht um Klassenkampf, sondern um den Kampf zwischen Gut und Böse, was „Klasse“ sehr wohl austauschbar macht gegen „Geschlecht“ etc.

            DAS ist m.E. das reale Erbe von Marx: Der Gedanke, man könne die Welt in zwei Tribes aufteilen, der eine unterdrückt den anderen und wenn man den einen Tribe abschafft, wird die Welt automatisch besser.
            Es ist mir klar, dass das den Schriften von Marx nicht gerecht wird. Dann wiederum: Ich habe im philosophischen Seminar Studenten kennen gelernt, die komplexere Gedanken als meine Zusammenfassung nicht zu denken in der Lage waren. Marx ist also zu kompliziert für Marxisten.
            Dadurch hören diese aber nicht auf, Marxisten zu sein.

          • @ only me

            Mit deinen Ausführungen kann ich auch ohne weiteres leben. Wenn du dich zu solchen Themen äußerst, dann erkennt man ja auch an der Fundiertheit deiner Argumente, dass du auch weißt wovon du sprichst, in der Regel sehr differenziert urteilst und dich nicht nur an Feindbildern abarbeitest und diese mit liebgewonnenen Buzzwords zukleisterst.

            Bei unter anderem Adrian habe ich da eben leider nur ein grundsätzlich anderes, eher zu letzterer Darstellung passendes Gefühl. Auch wenn ich weiß, dass er das wohl nicht zuletzt deshalb macht, um von dir angesprochene Forenuser zu trollen. OK! Diesmal hab zur Abwechslung ich mal angebissen, beim nächsten Mal wird es dann aber ganz sicher wieder, wie erwartet, crumar sein… Versprochen! 😉

          • Oh ja, Adrian trollt gern.

            Mich wundert, dass er so lange nicht mehr „Kulturmarxismus“ gesagt hat. Vielleicht, weil Leszek nicht mehr mitliest?

          • Ach @Leute!
            Was ist schon Marx und Marxismus gegen Darwin und Darwinismus?! 😦
            Gut, dass das nicht aktuell ist….

        • „Der Gedanke eines Klassenkampfes ist bei Marx so zentral, dass dessen beliebiges Austauschen der Kategorie der sozialen Klasse durch etwa Geschlecht oder Rasse dem Austauchen von Göttern in Religionen gleich käme.“

          Beliebig nicht, nein, aber zweckdienlich (zumindest als zweckdienlich angesehen). Austauschen nicht, nein, aber Verbergen und mit gesellschaftlich (bestandsgesellschaftsmoralisch und post-leninismus-, -stalinismus-, -maoismus- und -DDR-zeitlich*) andockbaren Scheinbegründungen flankiertes Durchsetzen dessen, was man eigentlich lieber mit originär-marxistischer Begründung – und dann auch ganz, d.h. ohne Benachteiligungen einzelner proletarischer Teilgruppen – durchsetzen würde.
          Mein Kommentar stellte das schon heraus:
          https://allesevolution.wordpress.com/2019/10/13/lucas-schoppe-zu-weiteren-problemen-feministischer-positionen/#comment-425299
          So wird auch das angeblich durch Kapitalismus verursachte (teilw. vermeintliche) Unterdrückungsverhältnis zwischen – grob gesagt – dem globalen Norden („weiß“) und dem globalen Süden („coloriert“) durch solche Politik auszugleichen und die als kapitalistisch eingestuften Systeme auszunutzen versucht (um ein „globales Hineinwachsen“ in den Sozialismus zu bewerkstelligen). Es geht ja immer ums große Ganze, die permanente Weltrevolution; da müssen schon hier und da Opfer gebracht werden.

          * = (Dies formuliere ich so, um nicht zu sagen: „post-real-existierter-sozialismus-zeitlich“, nicht damit keine Diskussion darüber beginnt, ob der Begriff „real-existierter-sozialismus“ zutreffend wäre (das steht für mich außer Frage), sondern damit ich das „post-“ vor dem „real-existierter-sozialismus-zeitlich“ nicht setzen muss – ich gehe davon aus, dass Sozialismus noch real – staatlich – existiert.)

  6. Also, ich würde mal sagen, dass alle Menschen auf der Welt gleich anfällig sind, was Rassismus anbelangt:
    Ein gutes Beispiel dafür ist Südafrika:

    RASSISMUS IN SÜDAFRIKA
    In der Wut nach unten treten
    In Südafrika werden MigrantInnen immer wieder Opfer fremdenfeindlicher Angriffe. Der einstige Hoffnungsträger auf dem afrikanischen Kontinent gerät international zunehmend in die Kritik.
    https://www.woz.ch/-9fe7

    • Das lässt sich ja auch sogar in Gegenden erkennen, in denen die Bevölkerung zu annähernd 100 % weiß war, auch wenn linksidentitäre Spinner es gerne geschichtsrevisionistisch anders darzustellen versuchen. An barocken Höfen galt auch: je blasser desto schicker. Darum pufften sich ja auch die gehobenen Schichten, Männer wie Frauen, Puder in die Visage, bis sie aussahen wie wandelnde Leichen.

      Das hatte da vor allem einen gesellschaftlich abgrenzenden Charakter, denn die blasse Hautfarbe galt als Zeichen dafür, nicht im Freien arbeiten zu müssen. Es war eine optischen Distanzierung zu den vor allem Bauern, die durch ihre Tätigkeit im Freien in der Regel eine knackbraune, fast schon ledrig sonnengegerbte Haut hatten. Daher kommt im übrigen auch der Begriff „Blaublüter“, denn es war eine Eigenheit der sehr blassen, zarten Haut der adeligen Feudalherren, dass man durch sie hindurch sehr deutlich die Äderchen erkennen konnte, welche durch die Haut hindurch blau schimmerten.

      Das hatte also nichts mit Rassismus sondern mit Ständedünkel zu tun. Je blasser deine Haut, als desto sozial höher stehend kannst du dich darstellen. Und hier zeigt sich, dass bei dieser „Bevorzugung hellerer Hauttöne“ die Kausalitäten komplett anders herum liegen, als in tendenziösen Postillen gerne dargestellt: Es war kein Privileg, dass auf einer Hauttönung fußte, sondern viel eher war die angestrebte Hauttönung Ausdruck bereits vorhandener Privilegien.

      • Gleiches kenne ich auch aus Asien.
        Ich nehme an, das ist Kennzeichen jeder agrarischen Gesellschaft – wer dunkelhäutig ist, muss auf dem Feld arbeiten. „Vornehme Blässe“ hingegen zeigt, man unterliegt diesem Zwang nicht.
        Die „gesunde Bräune“ wurde erst wieder positiv besetzt, als in einer Industriegesellschaft gebräunte Haut als ein mehr an Freizeit gedeutet werden konnte, bzw. als die Möglichkeit, sich ein Produkt wie eine Fernreise leisten zu können.

    • @Geisterkarle
      „Anscheinend ist „hellhäutigkeit“ seit Jahrhunderten und in allen Kulturen ein Schönheitsideal! Also hat anscheinend nichts mit „weißen Privilegien“ zu tun!“

      Vor tausenden von Jahren war es das Schönheitsideal im antiken Ägypten. Und zwar für *die Frauen*. Das unterstrich ihren privilegierten Status drinnen Hof halten zu können, während die Männer draussen sich braun bruzzeln liessen.
      In aller Klarheit von den Fresken im „Tal der Könige“ abzulesen.

  7. Jordan Peterson (jaja) hat mal gesagt, der Intersektionalismus würde sich langfristig von selbst erledigen, weil die Opferhierarchie solange weiter unterteilt würde, bis man wieder beim Individuum herauskommt …

    Schöner Gedanke

  8. Da kann man nur sagen: dann dreht eure eigenen Filme, und besetzt sie wie ihr wollt.

    Und falls ihr nicht bei den Öffis seid, und deswegen machen könnt, was ihr wollt, ohne dass Eure Kunst auch wieder Geld verdienen muss, könnt Ihr die Rolle des transsexuellen Aborigines dann auch tatsächlich so besetzen. Die, die Geld verdienen wollen, nehmen lieber einen Star, selbst wenn die Hautnuancen nicht zu 100% stimmen.

    • Der Verweis auf „macht’s doch einfach selbst!“ ist zwar einerseits schon ein Gamebreaker-Argument, zumindest vor unbeteiligten Mitlesern einer Diskussion, wird im Denken solcher Spinner aber nicht ankommen. Denn in Wahrheit geht es ihnen gar nicht darum, solche Filme zu bekommen. Sie werden sie nicht machen, weil sie selbst am Entstehen von derlei Filmen vollends uninteressiert sind. Ihnen geht es tatsächlich nur um das sich allzeitige in Szene Setzen, um das sich Empören. Jeder entstehende Film, der ihre eigenen absurden Anforderungen an Inhalt, Message, Moral und natürlich auch Cast erfüllt, könnte als Gegenthese zu ihrem einzig noch vorhandenen Denkschema verstanden werden: der Existenz einer weiß-männlich-heterosexuellen Unterdrückergesellschaft. Die Existenz des von ihnen angeblich geforderten, würde dazu führen, dass sie ihren Fetisch verlieren. Und das wollen sie ganz sicher nicht.

      Gut, unter denen, die jedes Mal rumnölen, ein Darsteller wäre für eine Rolle nicht schwarz / indigen / trans genug und dass es sicher viel schwärzere / indigenere / transigere Darsteller gegeben hätte, gibt es sicher auch immer welche, die das wirklich so wollen, einfach nur, weil sich hinter der als Vorwurf der Marginalisierung, Beleidigung, wenn nicht gar Diskriminierung von irgendwelchen Gruppen durch eine angeblich unpassende Besetzung getarnten Aussage doch nur eine einzige Aussage verbirgt: „Es gibt MIIIIIIIIIIIIIIIIIIIICH!“

      Naja, man darf aber eben nie vergessen, mit was für Leuten man es bei so etwas grundsätzlich zu tun hat. Jeder auch nur halbwegs den gesellschaftlichen Mindestanforderungen an Intelligenz genügende Mensch versteht das Konzept von Schauspiel: man tut so, als ob. Jeder Mensch weiß, dass Ben Kingsley nicht den friedlichen Aufstand gegen die britische Kolonialmacht in Indien losgetreten hat, jeder weiß, dass Will Smith nicht Muhammad Ali ist und auch nie war (der echte Ali beklagte meines Wissens gar, Smith sähe nicht so gut aus wie er… :D). Wer Filme sieht, muss sich immer darauf einlassen, dass die Illusion Grenzen hat.

      Wer also beklagt, ein Darsteller habe nicht exakt denselben Hautton, wie die dargestellte Figur, der müsste logisch konsequent auch beklagen, dass Liam Neeson nicht exakt so aussieht, wie Oscar Schindler. Denn wer sich bereits an Nuancen der Hautfarbe stört, für den müsste das doch noch erheblich immersionsstörender sein…

      • Ja, Im Kern steht immer:
        „Andere sollen dafür sorgen, dass meine individuellen Moralvorstellungen auf der ganzen Welt umgesetzt werden.

        Das ist nicht die eigene Aufgabe, sondern die Aufgabe anderer Leute.

        Ich habe gestern „Die Prinzessin auf der Erbse“ vorgelesen. Daran muss man denken. Keine Erbse ist zu klein für eine echte Prinzessin.

  9. Der Rassismus hat seine Basis im allzumenschlichen Tribalismus und der bezieht sich auf alle Fremden. Daher ist er auch flexibel und kann sich in alle Richtungen bewegen. Z.B. im südlichen Afrika lebten ursprünglich die Koisan Völker (die mit den Klicklauten). Diese werden heute von den (vor 700 – 500 Jahren) eingewanderten Bantu Stämmen in rassistischer Weise diskriminiert. Die Bantus sind bis zu pechschwarz (und bevorzugen hellhäutigere Frauen), wogegen die San mittelbraun sind und als „Gelbe“ bezeichnet werden. Es ist eine gängige Beleidigung jemanden als „bushman“, zu bezeichnen, wie die Koisan auch genannt werden. Auch die „coloreds“, wie die Mischlinge aus Afrikanern und Europäern in der Apartheid Klassifizierung heissen, haben keinen guten Ruf bei der Mehrheitsbevölkerung. Ebenso geht es Indern und anderen Asiaten. Rassismus überall.

  10. Das ist halt das Resultat wenn man jahrelang einen Concept Creep forciert. Rassismus wurde als synonym für systemischen Rassismus eingeführt damit man das im Gieskannenprinzip als Beschimpfung ausrollen konnte. Jetzt brauchen sie halt neue woke Begriffe um „bevorzugung aufgrund der Hautfarbe“ auszudrücken.

    Irgendwo zwischen Sprachmode und abgekapseltem Herrschaftsdiskurs.

  11. Das wird echt schwierig, der Klischee-Quoten-Neger ist ja schon seit den 90igern fester Bestandteil der US-Musikvideos und US-Filme. Wenn der jetzt auch noch dunkelschwarz sein muss, müssen viele Filme wohl politisch korrekt nachgedreht werden. Schwierig, schon deshalb, weil ja Kameras rassistisch sind und man bei Dunkelschwarzen kaum Details erkennt, wenn man sie nicht direkt anleuchtet 😉

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