Ingbert Jüdt: Der Mythos vom Patriarchat und der Niedergang des Feminismus: Band 1: Plädoyer für eine Historisierung

Djadmoros oder auch Ingbert Jüdt stellt sein Buch

Der Mythos vom Patriarchat und der Niedergang des Feminismus: Band 1: Plädoyer für eine Historisierung

vor. Er hat die Grundstruktur bereits bei Geschlechterallerlei dargelegt.

1. Vorweg:

Nachdem ich Anfang September auf Geschlechterallerlei das baldige Erscheinen meines Buches angekündigt habe, möchte ich nun, da es mittlerweile in der Print-Version bei Books on Demand bestellbar ist (die Ebook-Version braucht anscheinend etwas länger) und auch im Buchhandel und bei Amazon gelistet wird, Christians freundliches Angebot nutzen, hier auf »Alles Evolution« einen Buchauszug zu präsentieren. Ich wähle dazu einen Abschnitt, in dem es um Alice Schwarzer, Esther Vilar und Erin Pizzey geht (Seite 78-92), und in dem ich ein Beispiel für meine zentrale These gebe, dass Feministinnen den Mann mit der Gesellschaft verwechseln.

Gegenüber der früheren Ankündigung habe ich eine nicht unwesentliche Veränderung vorgenommen: das bisherige Kapitel 2, »Psychoanalyse zwischen Hermeneutik und Naturwissenschaft« lasse ich auf einen wohlbegründeten Ratschlag hin in dieser Form entfallen – es ist zu langwierig, zu theoretisch und inhaltlich an wichtigen Punkten nicht sauber genug ausgearbeitet. Teile der Argumentation werden aber in andere Kapitel einfließen, insbesondere in das jetzt unter der Nummer 2 geplante Kapitel über die »kulturelle Exzentrizität des Mannes«. Auch den Untertitel (bzw. Bandtitel) habe ich geändert: er lautet nun »Plädoyer für eine Historisierung«. Im Rahmen der geplanten Reihe fungiert der erste Band zwar als Einleitung, da er aber eine selbständige Argumentation entwickelt, gibt es keinen Grund, ihn so zu  nennen.

Damit gliedern sich Buch und geplantes Gesamtwerk nunmehr wie folgt:

Vorwort
1 Einleitung
1.1 Eine Revolution der expandierenden Erwartungen
1.2 Der Mythos vom Patriarchat
1.3 Der Niedergang des Feminismus
1.3.1 Emanzipation der Bürger
1.3.2 Emanzipation der Arbeiter
1.3.3 Emanzipation der Frauen
1.3.3.1 Historische Voraussetzungen einer Entstehung der Frauenbewegung im Okzident
1.3.3.2 Natur und Bildung: die bürgerliche Form der Frauenbewegung
1.3.3.3 Arbeit als Emanzipation: die sozialistische Form der Frauenbewegung
1.3.3.4 Im Narzissmus gestrandet: Frauenbewegung und Feminismus nach der »zweiten Welle«
1.4 Plan des Gesamtwerks
Literaturverzeichnis

1 Plädoyer für eine Historisierung
2 Die kulturelle Exzentrizität des Mannes
3 Der Mythos vom Matriarchat
4 Der Mythos von der Entstehung des Patriarchats
5 Der Mythos von der männlichen Herrschaft im Patriarchat
6 Der Mythos vom modernen Patriarchat
7 Der Mythos von der politischen Unschuld des Feminismus

2. Der Auszug

Die Grundstruktur, die ich aufzeigen will, ist die Kehrseite der feministischen Selbstverpflichtung, den Standpunkt der weiblichen Subjektivität ernst zu nehmen und ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. Die weibliche Subjektivität ins Zentrum zu rücken, führt dazu, die männliche Subjektivität an den Rand zu drängen. Dagegen ist im Sinne einer journalistischen Perspektivwahl zunächst nichts weiter einzuwenden. Es gehört zu den ureigenen Aufgaben des Journalismus, solche Schwerpunkte zu setzen und Schlaglichter zu werfen. Problematisch wird diese Schwerpunktsetzung dann, wenn sie über den journalistischen Kontext hinaus implizit oder explizit auf analytische Modelle und auf die Grundkoordinaten der Weltwahrnehmung ausgedehnt wird. In diesem Moment wird die Perspektive der Frau auf den Mann zum Stellvertreter der Perspektive der Feministin auf die Gesellschaft. Es wird dann unterstellt, dass die Perspektive des Mannes mit der Perspektive der Gesellschaft in eins falle – weil der Mann über die Frau »herrsche«. Und weil diese Herrschaft seinen Interessen entspreche und sein Privileg darstelle, darum sei diese Herrschaft mit der Struktur der Gesellschaft identisch, weshalb nicht nur von einer patriarchalischen Geschlechterbeziehung, sondern von einer »patriarchalen Gesellschaft« gesprochen werden könne – mithin vom »Patriarchat«. Diese Konstruktion birgt jedoch die Gefahr in sich, dass die beabsichtigte kritische Analytik kurzschlüssig und unmittelbar aus der Phänomenologie abgeleitet wird und daher in ihr befangen bleibt. Kürzer formuliert: Alice Schwarzer nimmt die wahrgenommene Beziehung der Frau zum Mann für die reale Struktur der Gesellschaft. Ihre regelmäßig wiederkehrende Formulierung »Männergesellschaft« ist ein Ausdruck dieser analytischen Konfusion. Dieses Unterlaufen der eigentlich erforderlichen analytischen Distanz ist aber genau das, was es Alice Schwarzer und anderen Radikalfeministinnen ermöglicht, sich in einem auf einer simplen binären Unterscheidung beruhenden, mythischen Koordinatensystem einzurichten. Dass es sich um ein mythisches Koordinatensystem handelt, lässt sich insbesondere daran zeigen, dass es von Anfang an gegen empirische Einwände verriegelt ist: Es geht nicht mehr nur darum, einer zu kurz gekommenen Perspektive weiblicher Subjektivität aufzuhelfen, sondern darum, in demselben Sinne, wie wir das oben für die »68er«-Bewegung generell beschrieben haben, eine Legitimierung und Beglaubigung feministischer Aktivitäten zu erwirken, indem eine binäre, dichotome, gleichsam »manichäische« Gegenüberstellung der Geschlechter zum sakrosankten Fundament der gesamten Weltwahrnehmung erklärt wird. Worin diese »Verriegelung gegen empirische Einwände« besteht, möchte ich nun an einigen Beispielen erläutern:

Im zweiten der Protokolle des »Kleinen Unterschieds« stellt sich im Verlauf des Gesprächs heraus, dass »Renate A., 33 Jahre, Hausfrau und Putzfrau, fünf Kinder, Ehemann Hilfsarbeiter« im Alter von elf oder zwölf Jahren von ihrem Vater über einige Jahre hinweg sexuell missbraucht worden ist. Die Tochter hatte dieses Trauma als »sexuelle Aufklärung« rationalisiert: »Ich weiß nur noch, dass er mich aufgeklärt hat. Aber richtig, gleich mit Kontakt, und so, dass ich geblutet hab.«[Fußnote 1] Als Schwarzer nachhakt, stellt sich heraus, dass es sich tatsächlich um einen länger anhaltenden sexuellen Missbrauch gehandelt hat: »Der Vater nötigte das kleine Mädchen mit einer Mischung aus Drohungen und Lockungen, mit Schlägen und Geschenken dazu, es sich gefallen zu lassen und zu schweigen.«[Fußnote 2] Mit fünfzehn Jahren gelingt es der Tochter, aus dieser Missbrauchsbeziehung auszubrechen, indem sie sie der Mutter schildert, die den Vater daraufhin anzeigt. Im Kommentar zu diesem Protokoll weist Schwarzer darauf hin, dass es dennoch die Tochter ist, die sich ein schlechtes Gewissen macht, weil der Vater zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. »Nicht der Vater, sondern das ausgelieferte kleine Mädchen hat deswegen noch ein schlechtes Gewissen – es wird ihr von ihrer Umwelt aufgezwungen, die ihr die ›Schande‹ zuschreibt, nicht dem Vater. Sie ist die Nutte.«[Fußnote 3] Im Bedürfnis, diese Skandalisierung noch zu steigern, schreibt Schwarzer sodann:

»Man stelle sich den Fall umgekehrt vor: Mutter missbraucht jahrelang Sohn. Niemand hätte den Jungen verachtet, die Mutter aber wäre reif für die Psychiatrische gewesen – aus der man bekanntlich schwerer wieder herauskommt als aus dem Gefängnis.«[Fußnote 4]

Als Alice Schwarzer dies im Jahre 1975 schreibt, ist Andreas Marquardt, geboren 1956, ein Kampfsportler und gewalttätiger Zuhälter und damit ein Inbegriff des von Schwarzer angeprangerten »Patriarchats«, bereits neun Jahre lang, vom siebten bis zum sechzehnten Lebensjahr, von seiner Mutter sexuell missbraucht worden. Eine Chance, dafür auch nur Glauben zu finden, geschweige denn seine Mutter juristisch zur Rechenschaft zu ziehen und ins Gefängnis zu bringen, hatte er zu dieser Zeit nie, selbst nach der Jahrtausendwende war es noch schwierig genug. Seine Mutter hat er als Erwachsener, drei Wochen vor ihrem Tod, noch damit konfrontiert. Zu einer juristischen Aufarbeitung kam es darum aber nicht mehr. Was Alice Schwarzer hier behauptet, könnte daher von der Realität nicht weiter entfernt sein: Die Drohungen von Marquardts Mutter, ihren Sohn »ins Heim zu stecken« oder ihn der Lüge zu bezichtigen, waren, wenn man die Resultate vergleicht, wesentlich effektiver, als sie es bei dem geschilderten Missbrauch der Tochter durch ihren Vater gewesen war.

»Na, was meinst Du wohl, wem man mehr glaubt, einer Mutter oder dem missratenen Sohn, der nichts anderes als seinen Sport im Kopf hat? Sieh dich vor, mein Bürschchen! Was du vorhast, ist Verrat. Plapperst du auch nur ein Sterbenswörtchen aus, gebe ich dich weg, ich sorge dafür, dass du ins Heim kommst.«[Fußnote 5]

Anders als das Mädchen hatte dieser Junge nicht die geringste Chance, mit 15 Jahren eine Anschuldigung auszusprechen und seine Mutter zur Rechenschaft ziehen zu lassen. Marquardts Mutter wäre nicht »in die Psychiatrische« gekommen – die Gesellschaft hätte jede Anklage gegen sie als Ungeheuerlichkeit »gegenüber der eigenen Mutter« empfunden – und damit den anklagenden Sohn verachtet. Nicht für das, was ihm widerfahren ist, sondern dafür, dass er ausgesprochen hätte, was ihm widerfahren ist – so wie noch in den 1990er Jahren, als er wegen seiner Gewaltexzesse gegen Frauen vor Gericht stand:

»Als der Richter mich fragte, was ich zu meiner Verteidigung zu sagen hätte, erzählte ich die Geschichte mit Mutter. Vermutlich reagierte er genauso skeptisch wie die meisten Leute im Saal, das war an den verständnislosen Blicken abzulesen. Was erzählt der Typ denn da über seine Mutter? So was macht eine Mutter doch nicht! Alle schauten mich an, als würde ich mich mit einer Gruselgeschichte interessant machen wollen.«[Fußnote 6]

Der Unterschied zwischen beiden Fällen besteht in einem gesellschaftlichen Tabu, welches den sexuellen Missbrauch durch Mütter für unmöglich erklärt, während dem Mann dasselbe ganz selbstverständlich zugetraut wird – ein Tabu, das Schwarzer nicht nur nicht hinterfragt, sondern aktiv reproduziert. Man könnte nun einwenden, dass das eben nicht dem damaligen Stand des Wissens entsprach und es darum unfair sei, Schwarzer diesen Vorwurf zu machen. Tatsächlich ist es aber bis zum heutigen Tag schwer, dieses Tabu zu überwinden, und zwar wesentlich darum, weil eine feministische Ideologie tatkräftig zu seiner Befestigung beigetragen hat. Das wird auch durch den Bericht der Pädophilie-Kommission der Grünen von 2015 bestätigt, aus dem klar hervorgeht, dass Jungen als Opfer pädosexueller Gewalt aus ideologischen und taktischen Gründen vernachlässigt wurden[Fußnote 7]. Es ist die mythische Struktur des radikalfeministischen Denkens, welche es darauf festlegt, nicht in analytischer Distanz generell nach den Orten, Zeiten, Tätern und Opfern von sexuellem Missbrauch, Vergewaltigung und häuslicher Gewalt zu fragen, sondern darauf, sich in manichäischer Weise auf den Missbrauch von Töchtern durch Väter, auf die Vergewaltigung von Frauen durch Männer und auf die häusliche Gewalt von Männern gegen Frauen zu beschränken – weil alle Feministinnen bereits »wissen«, dass die »Gesellschaft« eben ein »Patriarchat« ist. Bei Alice Schwarzer hätten wir womöglich sogar damit rechnen müssen, dass sie eine Beschuldigung von Andreas Marquardt gegen seine Mutter als Versuch eines Sohnes gewertet hätte, »patriarchale Macht« gegen sie auszuüben. Schließlich mag der Einwand erhoben werden, dass die Frauenbewegung dieses Tabu, wenn es damals bereits in Kraft war, wohl kaum selbst erfunden haben könne. Das ist zutreffend, legt aber nahe, dass der Feminismus nicht, wie beansprucht, die Mythen der bürgerlichen Geschlechtsrollen überwunden, sondern sie mindestens teilweise selbst in Anspruch genommen hat. Wichtige Teile des »Mythos vom Patriarchat«, nämlich eine Idealisierung der Frau und eine tiefsitzende Männerverachtung, gehen offenbar auf unkritisch weitergeführte ältere Bestandteile der bürgerlichen Ideologie zurück. Wir werden darauf noch ausführlich zurückkommen.

Auf eine analoge Entwicklung stoßen wir beim Thema der häuslichen Gewalt. In der Einleitung zu dem 2007 auf Englisch und 2013 auf Deutsch erschienenen Handbuch »Familiäre Gewalt im Fokus« schreiben die Herausgeber Hamel und Nicholls:

»Auf dem Gebiet der häuslichen Gewalt findet eine Revolution statt. Eine wachsende Anzahl von Forschungsergebnissen stellt in aller Ruhe und ohne großes Aufsehen einige der meistgeschätzten und am längsten bestehenden Annahmen in Frage, die die Voraussetzung für Gesetzgebung und Intervention zu familiärer Gewalt bilden … . Untersucht wird dabei die Rolle, die von Frauen ausgeübte (verbale, emotionale und physische) Gewalt in der Dynamik von Partnerschaften spielt, sowie die systemischen Eigenschaften des Missbrauchs von Partnern in Paarbeziehungen und Familien und die Grenzen von ideologisch geprägten, nach ›Einheitsmodellen‹ (one-size-fits-all) operierenden Behandlungs- und Therapieansätzen.«[Fußnote 8]

Mehrere Aspekte sind hervorzuheben: Erstens ist das quantitative Verhältnis der Beziehungsgewalt völlig anders als lange Zeit angenommen: Nach heutigen Erkenntnissen müssen wir davon ausgehen, dass von Männern und Frauen ausgeübte häusliche Gewalt ungefähr gleichverteilt ist, wobei einseitig ausgeübte Gewalt sogar häufiger von Frauen ausgeht.[Fußnote 9] Zweitens wird die Perspektive einer einseitigen und hierarchischen Gewaltbeziehung durch die systemische Perspektive einer wechselseitigen Verstrickung in Gewalt und einer beidseitigen Verantwortung für Kommunikationsverhalten ersetzt. Drittens wird für das Zustandekommen der bisherigen verkürzten Sicht auf den Problembereich ausdrücklich eine »Patriarchatshypothese« als ursächlich gesehen. Die von Susan Brownmiller in Bezug auf Vergewaltigungen formulierte Behauptung, Vergewaltigung sei

»nicht mehr und nicht weniger als eine Methode bewußter systematischer Einschüchterung, durch die alle Männer alle Frauen in permanenter Angst halten«[Fußnote 10],

kann auch in Bezug auf Beziehungsgewalt als ein locus classicus der Patriarchatsthese gelten. Die jüngeren empirischen Befunde sprechen freilich klar dagegen,

»darunter jene, die zeigt, dass nur 9,6 Prozent aller Paare in den Vereinigten Staaten männlich dominiert sind, jene, die zeigt, dass Frauen mindestens ebenso gewalttätig sind wie Männer, dass Frauen mit höherer Wahrscheinlichkeit brutale Gewalt gegen nicht gewalttätige Männer einsetzen als im umgekehrten Fall, dass eher Machtlosigkeit als Macht im Zusammenhang mit Gewalt von Männern steht, und dass keinerlei Datenmaterial die Vorstellung stützt, die Männer in Nordamerika fänden Gewalt gegen ihre Ehefrauen akzeptabel. (…) Und schließlich sind Missbrauchsfälle in lesbischen Beziehungen häufiger als in heterosexuellen Beziehungen, was darauf hindeutet, dass der Intimität und den psychologischen Faktoren, die diese regulieren, mehr Bedeutung zukommt als dem Sexismus.«[Fußnote 11]

Dennoch ist diese einseitige Sichtweise im sogenannten Duluth-Modell für die Handhabung von Beziehungsgewalt durch amerikanische Behörden zur offiziellen und verbindlichen Vorgabe geworden: »Dem Duluth-Modell zufolge müssen alle Männer, ungeachtet der ätiologischen Unterschiede, wie patriarchale Terroristen behandelt werden.«[Fußnote 12]

Auch hier könnte der Einwand kommen, dass diese Befunde in den 1970er Jahren eben noch nicht verfügbar waren. Es trifft sicher zu, dass es damals keine entsprechend breite Datenbasis gab. Was es aber gab, waren Einsichten aus der Praxis, insbesondere diejenigen der Gründerin der britischen Frauenhausbewegung, Erin Pizzey, die vom Anfang der 1970er Jahre stammten:

»Jede Zuflucht war besser als keine, aber es beunruhigte mich, dass Menschen, die an solchen Orten arbeiteten, die Vorstellung verbreiteten, dass alle Frauen unschuldige Opfer der Gewalt von Männern seien. Von den ersten hundert Frauen, die durch unsere Türen kamen, waren zweiundsechzig so gewalttätig wie die Männer, die sie zurückgelassen hatten. Ich musste mich der Tatsache stellen, dass den Männern immer die Schuld für die Gewalt innerhalb einer Familie gegeben werden würde und dass … man Falschaussagen gegen sie machen würde und dass man jedesmal den Frauen glauben würde.«[Fußnote 13]

Pizzey wies darauf hin, dass es zwei Typen von Klientinnen gab: diejenigen, die nach einer Gewalterfahrung das Frauenhaus so bald wie möglich wieder verließen und ihre Partnerwahl anpassten, und diejenigen, die in schwer zu durchbrechende Gewaltzyklen verstrickt waren, an deren Zustandekommen sie beteiligt waren.

»Für Gewalt anfällige Frauen kehren in der Regel oft nach Hause zurück und nutzen in ihren weiteren Kämpfen gegen ihre Partner ein Frauenhaus oft als Drehtür. Wenn sie gehen, stehen die Chancen gut, dass sie sich sehr schnell in einer anderen gewalttätigen Beziehung wiederfinden.«[Fußnote 14]

Für unsere Argumentation bedeutsam ist die Feststellung, dass diese Erkenntnisse von den damaligen Feministinnen nicht nur nicht zur Kenntnis genommen, sondern aktiv unterdrückt wurden:

»Wie zu erwarten machte mich diese Theorie zu einer Hassfigur, und Journalistinnen, die zu mir kamen, weigerten sich im Allgemeinen, zu veröffentlichen, was ich zum Thema Frauen mit gewalttätigen Tendenzen zu sagen hatte. Die meisten Interviewer waren Feministinnen, und ich hatte damals den Eindruck, dass die Erkenntnisse unserer Arbeit – so umstritten sie auch damals waren – niemals ans Tageslicht kommen würden.«[Fußnote 15]

Die britische Frauenhausbewegung wurde von der radikalfeministischen Fraktion gekapert, die sich bald erfolgreich um staatliche Gelder bemühte und sie in ihren eigenen Aufbau von Infrastrukturen steckte. Ein Versuch von Pizzey, Gelder für ein Gewaltschutzprojekt aufzutreiben, das Männern zugutekommen sollte, blieb aussichtslos. Die Anfeindungen gegen Pizzey nahmen schließlich so sehr zu, dass ihre Post von der Polizei routinemäßig auf Briefbomben hin überprüft wurde. Der Anlass war das Eintreffen eines Päckchens ohne äußerlich erkennbaren Absender, von dem sich schließlich nach polizeilicher Untersuchung herausstellte, dass es ein unverlangt gesendetes Stück Tofu als Warenprobe enthielt.

»Ich kam mir ziemlich blöd vor, aber der höchst unangenehme Aspekt dieses Vorfalls war, dass der diensthabende Polizist sagte da ich eine umstrittene Persönlichkeit des öffentlichen Lebens sei, müsse von nun an alle meine Post und Pakete zunächst vom Bombenkommando untersucht werden. Erst dann würde es Briefe und Pakete an mich weiterleiten.«[Fußnote 16]

1981 entschloss sie sich schließlich, Großbritannien zu verlassen und in die USA überzusiedeln. Pizzeys Beispiel zeigt, dass die Entstehung der neuen Frauenbewegung mit einer durchaus gewaltsamen Verdrängung ideologisch abweichender Standpunkte verbunden gewesen ist. Diese Tendenz zur ideologischen Schließung betraf nicht nur Reizthemen wie die häusliche Gewalt, sondern war in den Frauenprojekten generell zu finden.

»Da die Frauen auf Regularien, Satzungen und formale Hierarchien verzichteten, ersetzte Gruppendynamik formale Verhaltensregeln, so dass verdeckte Machtstrukturen sich ungebremst und unkontrolliert durchsetzten – wer aus den Aktionen und Interpretationen der Frauengruppe ausscherte, wurde geschnitten oder sogar aktiv angegriffen.«[Fußnote 17]

Eine gewaltbesetzte Urszene der Etablierung des Mythos vom Patriarchat in Deutschland ist die Auseinandersetzung zwischen Alice Schwarzer und Esther Vilar. Vilar hatte 1971 die polemische Streitschrift »Der dressierte Mann« veröffentlicht, in dem sie die radikalfeministische These einer Unterdrückung der Frauen durch die Männer umkehrte. Tatsächlich, so behauptete sie, sei der typische berufstätige Mann ein manipuliertes, dressiertes Wesen, das von seiner Frau dazu gebracht würde, sich ein Leben lang im Erwerbsleben abzurackern, um ihr ein Leben ohne eigene Erwerbsarbeit zu ermöglichen.

»Was ist der Mann? Der Mann ist ein Mensch, der arbeitet. Mit dieser Arbeit ernährt er sich selbst, seine Frau und die Kinder seiner Frau. Eine Frau dagegen ist ein Mensch, der nicht (oder nur vorübergehend) arbeitet. Die meiste Zeit ihres Lebens ernährt sie weder sich selbst noch ihre Kinder, geschweige denn ihren Mann. Alle Eigenschaften eines Mannes, die der Frau nützen, nennt sie männlich, und alle, die ihr nicht nützen und auch sonst niemandem, nennt sie weibisch. Der äußeren Erscheinung eines Mannes wird deshalb nur dann Erfolg bei den Frauen beschieden sein, wenn sie männlich ist, das heißt, wenn sie ganz auf den einzigen Daseinszweck des Mannes, die Arbeit, abgestimmt und dermaßen gestaltet ist, daß er jeder Aufgabe, die man ihm stellen könnte, jederzeit nachkommen kann.«[Fußnote 18]

Der polemische Charakter des Textes ist offensichtlich. Dennoch formuliert er Einsichten, denen gegenüber sich die feministische Perspektive blind stellt, nämlich dass der Mann auf seine eigene Weise in Abhängigkeiten und Unterwerfungsbeziehungen steckt, denen er nicht entrinnen kann, weil er über die ihm im Zerrbild vom »Patriarchen« unterstellte Machtfülle und Machtvollkommenheit gar nicht verfügt. Vilar weist auf die Ironie der feministischen Kritik hin:

»So absurd es klingt: In der heutigen Welt brauchen die Männer die Feministinnen weit dringender als ihre Ehefrauen. Sind diese doch die letzten, die sie noch so beschreiben, wie sie sich selbst gern sähen – eigenwillig, machtbesessen, rücksichtslos und ohne jede Hemmung, wenn es um die Befriedigung ihrer animalischen Instinkte geht. (…) Ohne ihre unermüdlichen Anklagen gäbe es den ›Macho‹ höchstens noch im Kino.«[Fußnote 19]

Es sind solche Einsichten, die sich genau an jenem blinden Punkt der feministischen Perspektive befinden, an dem ihr die Sicht auf die Gesellschaft durch die Sicht auf die Beziehung der Frau zum Mann verstellt wird. Das gesellschaftliche System, in dem Männer und Frauen gleichermaßen und gemeinsam leben, fällt nicht mit der Position des Mannes in eins, und seine Eigenschaften leiten sich nicht allein aus angeblich ausschließlich von Männern gestalteten Machtbeziehungen zu Frauen her. Vilars These nimmt vorweg, was systematisch und ohne Polemik erst gut zwanzig Jahre später von Warren Farrell in »The Myth of Male Power« ausformuliert wurde: dass man die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung durchaus so bilanzieren kann, dass auch die männlichen Kosten einer Zugehörigkeit zur Zivilisation sichtbar werden, die zwar anders als die weiblichen Kosten beschaffen, aber darum keineswegs geringer sind. Farrell zufolge sind Männer »the disposable sex«, wobei sich die Bedeutungsvielfalt von »disposable« von »frei verfügbar« und »disponibel« über »entbehrlich« bis hin zu »wegwerfbar« und »Einweg-« erstreckt.[Fußnote 20] Sinngemäß wäre auch noch »verheizbar« passend. Dadurch relativiert sich auch die von der Frauenbewegung skandalisierte ökonomische Abhängigkeit der Frau vom Mann. In Vilars Worten: »Der Mann ist der Frau nicht wichtig genug, daß sie sich gegen ihn auflehnt. Ihre Abhängigkeit von ihm ist ja nur materieller, gewissermaßen ›physikalischer‹ Art. Es ist die Abhängigkeit des Touristen von seiner Fluggesellschaft, eines Wirts von seiner Kaffeemaschine, eines Autos vom Benzin, eines Fernsehgeräts vom Strom. Solche Abhängigkeiten bereiten keine Seelenqualen.«[Fußnote 21] Vilar plädiert im Kern dafür, das Verhältnis von Männern und Frauen zumindest in der modernen Erwerbsgesellschaft nicht als ein hierarchisches, sondern als ein komplementäres Verhältnis zu betrachten. Die moderne Gesellschaft für ein »Patriarchat« zu halten, ist ihr zufolge daher unsinnig. Auch diese These werde ich in einem eigenen Kapitel ausführlich verteidigen. An dieser Stelle lege ich Wert auf die Feststellung, dass – ganz analog zur Problematik der häuslichen Gewalt – die grundsätzliche Intuition, dass die radikalfeministische Perspektive ein radikal schiefes und radikal einseitiges Bild auf das Geschlechterverhältnis zeichnet, bereits Anfang der 1970er Jahre verfügbar war, und dass diese Intuition gewaltsam aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt wurde. Exemplarisch für diese Gewaltsamkeit ist nicht nur die gegen Vilar ausgeübte physische Gewalt (sie wurde auf der Toilette der Münchner Staatsbibliothek von vier Frauen zusammengeschlagen), sondern insbesondere das im Februar 1975 vom WDR übertragene, unmoderierte Streitgespräch zwischen Vilar und Schwarzer: »Alice kontra Esther«[Fußnote 22]. Dieses Streitgespräch hat Schwarzer im »Kleinen Unterschied« auf folgende Weise kommentiert:

»Mit der Irrationalität der Männer habe ich selbst eine besonders exemplarische Erfahrung dank der Fernsehdiskussion mit Esther Vilar machen dürfen. Da wurde in den Medien von Springer bis ›Vorwärts‹ nicht etwa über Inhalte berichtet, sondern nur darüber, wie aggressiv doch die eine (ich natürlich) und ›charmant‹ doch die andere (Männerfreundin Vilar natürlich) gewesen sei. (…) Gleichzeitig sagt aber diese beispiellose Diffamierungskampagne vor und nach der Sendung ungewollt etwas aus über die heutige Stärke der Frauen und die Schwäche der Männer. Da beschlägt’s auch den sanften Patriarchen die Brille, da sehen sie nichts als die von ihnen so viel beschworene Karikatur, denn – da geht es um ihre Privilegien.«[Fußnote 23]

Was wurde in dieser Fernsehdiskussion debattiert? Ein wichtiger Punkt war beispielsweise die Frage nach der von Frauen geleisteten Hausarbeit. Während Schwarzer sie als unbezahlte Hausarbeit betrachtet, betrachtet Vilar sie als bezahlt aus dem Einkommen des Mannes. Vilar gibt hier schlicht das in der Nachkriegszeit vorherrschende Modell eines aus einem einzelnen männlichen Ernährerlohn gebildeten Familieneinkommens korrekt wieder.[Fußnote 24] In der Sache ist Schwarzers Ansicht daher falsch, denn der Transfergedanke des Ernährereinkommens war ein fester Bestandteil der dahinterstehenden politischen Intentionen. Einer von Vilars Haupteinwänden gegen die feministische Kritik lautete zudem, dass sich sehr viele Frauen in einem solchen Modell freiwillig und gerne einrichten – insbesondere dann, wenn es sich aufgrund des Berufs des Mannes um ein hohes Familieneinkommen handelt. Und sie betont, dass es praktisch niemals vorkomme, dass eine Frau sich ihr gesamtes Leben lang für den Erwerb zugunsten eines Ehemannes und der gemeinsamen Kinder zuständig fühle. Diesen biografischen Zwangscharakter der männlichen Ernährerrolle ist Schwarzer außerstande, wahrzunehmen. Ein anderes Thema ist Vilars scharf formulierter Vorwurf an die Feministinnen, sie würden einen »männlichen« Feminismus betreiben und sie seien »Nachplapperer, deren einzige Legitimation ihre Vagina sei«, weil »weder Mut noch Originalität« dazugehöre, sich in entsprechender Weise zu äußern. Vilar will, wie bereits zitiert, damit unter anderem zum Ausdruck bringen, dass Feministinnen »die letzten (sind), die sie« – also die Männer – »noch so beschreiben, wie sie sich selbst gern sähen«, nämlich als stark und machthabend. Auch hier formuliert Vilar zu einem sehr frühen (und wahrscheinlich zu frühen) Zeitpunkt eine Intuition, die erst in einigen nach der Jahrtausendwende erschienenen Arbeiten klar herausgearbeitet wird:[Fußnote 25] dass nämlich die »Verweichlichung« und Entmachtung des patriarchalen Mannes bereits mit dem Beginn der modernen Ära am Ende des 18. Jahrhunderts einsetzt und diesem Modell des patriarchalen Mannes im Zeitalter der industriellen Erwerbsarbeit daher keine Realität mehr entspricht. Da Vilars Ansicht jedoch nicht dem Umstand gerecht wird, dass durch die Befreiung der Sexualität in der Mitte des 20. Jahrhunderts für Frauen und Männer tatsächliche Probleme entstehen, fehlt ihr das Verständnis für die durchaus vorhandenen historischen Gründe, die zu einem Entstehen der Frauenbewegung führen. Ein wechselseitiges Verständnis der jeweiligen Positionen war damit blockiert.

Alice Schwarzer freilich ist ohnehin entschlossen, diesen Gordischen Knoten des wechselseitigen Nichtverstehens nach der originalen alexandrinischen Art mit einem Gewaltstreich zu lösen. Sie, die insgesamt länger und auch länger am Stück redet, bemüht sich durchgehend, Vilars Ideen als groteske Abweichung von dem, »was alle wissen«, darzustellen. Diese Berufung auf einen »common sense« soll die Wahrheit ihrer eigenen Perspektive dort verbürgen, wo es tatsächlich mehr als eine Perspektive gibt oder Vilars Perspektive – wie beim Familieneinkommen – näher an der Sache liegt. Auch explizit bezeichnet sie Vilars Texte mehrfach als Unsinn, den man nicht ernst nehmen müsse. Während Vilar durchgehend sachlich und auch freundlich antwortet, ist Schwarzers verbales Verhalten drängend und bleibt nicht auf der Inhaltsebene, sondern zielt taktisch auf Eindrücke beim Publikum – sie versucht, Vilar als absurde Person in einer Außenseiterposition vorzuführen. Der Höhepunkt der Diskussion ist jedoch der Moment nach 29 der insgesamt knapp 43 Minuten, in dem Schwarzer ihr taktisches Verhalten zu einer massiven Beschuldigung steigert:

»Denn ich muss Ihnen ehrlich sagen, als das anfing vor drei Jahren, da habe ich gedacht, naja, um Gottes willen, was soll dieses konfuse Zeug, da braucht man gar nicht erst drauf einzugehen, da macht man nur Reklame für – und es ist aber so, dass sie einer Gesellschaft offensichtlich, der einige Ideen, die aus unserer Ecke kommen, stinken, gerade recht kommen, und dass sie in einem Ausmaß propagiert werden, dass man sich zwar nicht mit ihren sogenannten ›Ideen‹ auseinandersetzen muss – dafür sitze ich auch nicht hier – sondern ich glaube, man muss sich damit auseinandersetzen, dass sie in allen Medien und überhaupt in der Öffentlichkeit ein solches Forum finden mit diesen Geschichten – erstens, und zweitens muss man glaub ich endlich auch mal aufhören zu scherzen – ich meine, ich lache auch lieber, als dass ich dramatisch werde, das entspricht mehr meinem Naturell – aber das ist nicht der Moment – ich glaube wirklich, dass Ihre Bücher – ich hab sie also gestern mir noch mal systematisch durchgeschaut, weil ich wissen wollte, mit wem ich es zu tun habe – ich glaube, dass Ihre Bücher so unerhört sind, eine solche Beleidigung sind, so infam sind, dass ich heute ernsthaft überlege, ob Frauen sich nicht erkundigen sollten, nicht abchecken sollten, ob man Ihnen nicht einen Prozess machen sollte, denn! – und das möchte ich Sie jetzt fragen, wenn sie in ihren Büchern das Wort ›Frau‹ ersetzen würden durch das Wort ›Jude‹ oder ›Neger‹, dann wären ihre Schriften reif für den Stürmer. Sie sind nicht nur Sexistin, sie sind auch Faschistin.«

An dieser Stelle wird endgültig erkennbar, dass Schwarzer gar nicht daran denkt, Vilars Texten tatsächlich auf der inhaltlichen Ebene zu begegnen, sondern mit Taktiken, die man heute als »diskursive Gewalt« bezeichnet, darauf abzielt, sie öffentlich zu stigmatisieren und in eine Tabuzone der Berührungsverbote abzudrängen. Dass Vilars Bücher der Textgattung der Polemik angehören, also gerade nicht wie die Texte der Nazis buchstäblich gemeint sind, ignoriert Schwarzer ebenso gezielt wie den gesamten ideengeschichtlichen Kontext, insofern sie Vilar eine menschenverachtende Ideologie nur unterstellen, aber nicht nachweisen kann. Tatsächlich beutet Schwarzer hier – ob bewusst oder intuitiv – zusätzlich den für das Publikum nicht nur der damaligen Zeit kathartischen Effekt aus, einer jüdischen Autorin, die aufgrund der Emigration ihrer Eltern im argentinischen Exil geboren wurde, »Faschismus« zu unterstellen. Henryk Broder hat dieses Verhalten Schwarzers, das bei ihr ein durchgehendes Verhaltensmuster darstellt, in einem Blogbeitrag von 2008 sarkastisch auf den Punkt gebracht:

»Frau Schwarzer gehört zu den vielen deutschen Gutmenschen, die unter akutem ›Holocaust-Neid‹ leiden und deswegen keine Gelegenheit auslassen, sich auch als Opfer der Geschichte zu definieren. Und da sind die Juden natürlich das Maß aller Dinge.«[Fußnote 26]

[Fußnote 1] Schwarzer 2002, S. 40

[Fußnote 2] a.a.O.

[Fußnote 3] a.a.O., S. 50 f.

[Fußnote 4] a.a.O., S. 51

[Fußnote 5] Marquardt 2015, S. 246

[Fußnote 6] Marquardt 2015, S. 215 f.

[Fußnote 7] »Innerhalb der Frauenbewegung, die um die Öffentlichkeit und Akzeptanz des Themas Missbrauch von Mädchen kämpfte und sich durch das Thema Missbrauch von Jungen (›wieder rücken die Jungen/Männer in den Vordergrund und verallgemeinern das Thema‹) wieder übergangen fühlte, war das Thema Pädophilie nicht sehr interessant. Es wurde außerdem als Konkurrenz abgelehnt. Diese Haltung teilte letztlich der (Landes-) Frauenbereich der AL.« Bündnis 90/DIE GRÜNEN 2015, S. 65 f. Siehe zum Thema auch Lucas Schoppe, »Wie die Grünen Jungen opferten« (https://man-tau.com/2015/12/08/wie-die-grunen-jungen-opferten/)

[Fußnote 8] Hamel/Nicholls 2013, S. 17

[Fußnote 9] Hamel/Nicholls 2013, S. 172

[Fußnote 10] Brownmiller 1980, S. 22

[Fußnote 11] Hamel/Nicholls 2013, S. 66

[Fußnote 12] a.a.O.

[Fußnote 13] »Any refuge was better than none, but it concerned me that people working at such places should spout the notion that all women were innocent victims of men’s violence. Of the first hundred women who came through our doors sixty-two were as violent as the men they had left behind. I had to face the fact that the males were always going to be blamed for violence within a family and that … false claims would be made against them and that the women would always be believed. « (Pizzey 2011, S. 82, Übersetzung I. J.)

[Fußnote 14] »Violence-prone women usually return home many times and often use a refuge as a revolving door in their continued battles against their partners. If they do leave, the chances are they will very quickly find themselves in another violent relationship.« (a.a.O., S. 83, Übersetzung I. J.)

[Fußnote 15] »Predictably, this theory turned me into a figure of hate, and female journalists who came to interview me generally refused to publish what I had to say on the subject of women with violent tendencies. Most of the interviewers were feminists, and I got the impression back then that our findings from our work – controversial as these were at the time – were never going to be allowed to emerge into the light of day.« (a.a.O., Übersetzung I. J.)

[Fußnote 16] »I felt really stupid, but the chilling aspect of this incident was that the policeman in charge said that from now, as I was a controversial public figure, all my post and parcels must come to the bomb squad first to be examined. It would then forward letters and packages to me.« (Pizzey 2011, S. 283, Übersetzung von mir.)

[Fußnote 17] Reichardt 2014, S. 610

[Fußnote 18] Vilar 1987, S. 17

[Fußnote 19] a.a.O., S. 10

[Fußnote 20] Farrell 2002

[Fußnote 21] Vilar 1987, S. 26

[Fußnote 22] Die Sendung unterliegt auf youtube Copyright-Einschränkungen, weshalb verweisende Links immer wieder ins Leere führen, so auch der Link auf Alice Schwarzers eigener Website: https://www.aliceschwarzer.de/artikel/alice-schwarzer-contra-esther-vilar-318407. Auf dem Stand vom 26.06.2019 habe ich eine Version mit spanischen Untertiteln gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=stP_I8h4Y68

[Fußnote 23] Schwarzer 2002, S. 289

[Fußnote 24] Berninger/Dingeldey 2013

[Fußnote 25] Vgl. unten Kap. 1.3.3.2

[Fußnote 26] http://henryk-broder.com/hmb.php/blog/article/3714

93 Gedanken zu “Ingbert Jüdt: Der Mythos vom Patriarchat und der Niedergang des Feminismus: Band 1: Plädoyer für eine Historisierung

  1. Sieh an, der Ingbert ist Djadmoros (?)… den kenne ich von Vorträgen, er mischt auch in der Exopolitik-Szene mit, hat etwa den Majestic-12-Fake versucht aufzuarbeiten, wenn ich das richtig erinnere.

    Einer der wenigen Sozialwissenschaftler, die ich nicht komplett unsympathisch finde (ja, das ist als Lob zu verstehen 😉 )

    • @Androsch Kubi:

      Danke! 🙂 »Mitmischen« wäre etwas übertrieben, ich war da mehr Beobachter. Es gibt zwei Aufsätze von mir, in denen ich die englischsprachigen Recherchen zur sogenannten Bennewitz-Affäre zusammengefasst habe, die in den 80er Jahren praktisch der Startpunkt der ganzen Area-51-Mythologie gewesen ist. Seither habe ich aber nichts mehr zum Thema gearbeitet, allerdings hat mich Robert Fleischer noch einmal für sein Videoformat dazu interviewt.

      • Ja, genau, Bennewitz, der Name entfällt mir immer. Aber stell dein Licht nicht unter den Scheffel, die Sache war wichtig und mutig von dir! Auch wenn es zunehmend schwieriger zu rechtfertigen ist, lacht sich immer noch ein Gutteil der Möchtegerninformierten krumm und schief, wenn man so ein Thema überhaupt nur anschneidet und du hast auch gleich noch ein heißes Eisen da angepackt…

        Aber egal, ich wollte nicht ablenken, ich war lediglich überrascht.

        Weiter so!

      • @FS:

        Nein, da geht es um die Frage, ob die USA auf abgestürzten fliegenden Untertassen sitzen, deren reverse-engineerte Technologie sie der Welt vorenthalten. Also praktisch der Akte-X-Plot. 🙂

  2. Der Text kommt so etwa 40-50 Jahre zu spät. Wer will noch was von Schwarzer Co?
    Bring doch mal was Neues, nur so ne Idee.
    Es ist nicht die Frage, wo der Femidreck herkommt, es ist die Frage, wie man ihn weg bekommt.

    • djadmoros greift hier ein Fundament der feministischen Ideologie an. Der Patriarachtsbegriff in der feministisch mystifizierten Deutung ist das zentrale „Argument“ des Feminismus. Es wird beständig als Joker gezogen, um damit die Widersprüchlichkeit, die Kontrafaktizität und oft auch schiere Dumpfheit der eigenen Aussagen und Positionen zu verkleistern. Wenn irgendwie im eigenen Gesabbel nichts zu irgendwas passen will, dann liegt das nicht an der eigenen ideologischen Hirnsedierung, sondern zeigt sich darin nur die Macht des Patriarchats.

      Diesen Begriff möglichst öffentlichkeitswirksam zu dekonstruieren (was seeeehr wahrscheinlich auch bei djads Buch nicht eintreten wird), würde für diese Ideologie denselben Impact haben, wie die sich ausbreitende Erkenntnis über die Nichtexistenz von Gott und Satan für das Christentum: ein steter Verlust von Glaubwürdigkeit und damit von Macht und Einfluss.

      Ich persönlich halte es somit auch für wichtiger, diese immer totalitärer auftretende Ideologie an ihren Fundamenten anzugreifen, als sich auf die Exzesse einzelner durchgeschallerter Anhänger zu konzentrieren. Denn egal mit was für „neuen Gedanken“ die um die Ecke kommen, um an ihrem Lügengebäude weiterzubauen, all der Scheiß, den die heute von sich geben, basiert immer noch weitgehend auf diesem ganzen uralten Stuss, der schon damals Kokolores war und weiß Gott nicht wahrer geworden ist. Entreißt man dieses Fundament, bricht das ganze Lügengebäude in sich zusammen.

      • Du gehst da viel zu verkopft ran. Ich muss Scheiße nicht analysieren, sie stinkt halt. Wo sie herkommt ist auch egal. Sie muss nur weg.
        Ich würde gerne Lösungen diskutieren, aber da kommt nix. Warum? Und komm mir nicht mit Femis entlarven oder so, du sind immun gegen Logik. Wir brauchen ein Patriarchat und zwar ein Echtes. Frauen sollen sich um Kinder und Küche kümmern und dem Mann gefallen. Einige Ausnahmen mag es immer geben, aber die gehören nicht in Wissenschaft und Politik, das geht schief.

        Mein ja nur…..

        • „Frauen sollen sich um Kinder und Küche kümmern und dem Mann gefallen.“ Diese Ansicht teile ich ausdrücklich nicht! Natürlich kannst Du sie vertreten, aber das ist wieder mal so eine typische Aussage, die Feminist(inn)en dann gerne bei öffentlichen Veranstaltungen und in Bücher, „Expertisen“ und dergl. zitieren um zu belegen, wie schrecklich reaktionär die Männerrechtlern sind. Daher tust Du uns mit solchen Aussagen keinen Gefallen.

          • Glaub mir, ich habe keinen Einfluss auf Femis und Sozis, da passiert nix. Das Ding ist irgendwie ein Selbstläufer. Wenn es jemals knallharte Männer gegeben hätte, dann wäre die Schwarzer spätestens nach ihrer ersten Emma erschlagen worden. Das sie es nicht wurde, beweist, sie hat Unrecht. Darüber zu schwadronieren ist Zeitverschwendung.

            Aber es gibt Hoffnung, wenn diese Bekloppten um Greta die Zivilisation kaputt kriegen, dann hungern die Weiber und dann werden sie zahm. So gesehen sollte man diese Bekloppten fördern.

          • @Mika Es geht nicht darum, ob Du „Einfluss auf Femis und Sozis“ hast. Es geht darum, dass einschlägige „Experten“ wie z.B. Thomas Gersterkamp oder Andreas Kemper öffentliche Veranstaltungen abhalten, in denen sie versuchen zu belegen, wie rückwärtsgewandt und frauenfeindlich „die Männerrechtler“ sind. Da sind dann die Sätze, wie Du sie äußerst, gut geeignet. Es gab den – inzwischen in der „Versenkung“ verschwunden – Hinrich Rosenbrock, der die Äußerungen aus e i n e m (inhaltich furchtbaren) Forum nutzte, um die gesamte Männerechtebewegung zu diskreditieren. Die entsprechende Broschüre wurde breit verteilt und prägt m.E. noch heute das Bild mancher Leute über die Männerrechtler

          • Klaus, du hast irgendwie schon Recht, jedenfalls wenn es logisch zugeht. Tut es aber nicht. Du und ich und alle anderen Männer sind eh Vergewaltiger und Unterdrücker, da kommt keiner von uns raus. Ich finde, wir sollten diese Femis massiv angreifen. Alles legal natürlich, es sei denn wir werden irgendwann Moslems, dann drohen ernste Schritte 🙂
            Du kannst Bekloppte nicht vernünftig behandeln. Siehe Rosenbrook, was hat der geschleimt….und nun? Weg isser. Wenn sie mir vorwerfen, ich würde Frauen diskriminieren, dann grinse ich unverschämt und bestätige es. Mich kann man nicht einschüchtern, ich bin böse und die bösen Jungs haben mehr Sex. Ich hab das gelernt und handle danach.

    • Ich denke, das Buch ist radikal kritisch, indem es ausgehend (nicht nur) von Schwarzer, dem Feminismus insgesamt vorwirft, die These des „Patriarchats“ verdanke sich einer „mythischen Denkform“.
      Es gibt danach gar kein Individuum, sondern mit Cassirer sei „die Gruppe ist (…) das wirkliche „moralische“ Subjekt. (…) Rache und Strafe sind ebenfalls immer gegen die Gruppe als Ganzes gerichtet.“ Das ist vormodernes, Klan- und Stammes-Denken.

      Die Kollektivschuldthese gegenüber allen Männern, die sich einmal quer durch den radikalen Feminismus zieht, ist demnach nicht zufällig, sondern der einzelne Sexualverbrecher steht für bspw. Brownmiller tatsächlich repräsentativ für alle Männer. In ihrer Vorhaltung, solche Sexualverbrecher seien die „SS des Patriarchats“ mischt sich unappetlicher Holocaust-Neid mit der tief verwurzelten Idee, die Handlung des Sexualverbrechers sei exekutiv auf das Wollen verborgener Mächte zurückzuführen.

      Djad schreibt 1. „die Perspektive der Feministin auf die Gesellschaft“ ist identisch 2. „mit der Perspektive der Frau auf den Mann“ und letztere verstellt den Blick auf erstere.
      3. Beinhalte diese Verstellung zudem „eine Verstellung der Perspektive auf die Umwelt der Gesellschaft.“ Der Mann unterwirft sich diesem Feminismus zufolge die Frau und gleichzeitig die äußere Natur der Gesellschaft und „beginnt damit einen kumulierenden Prozess der Zerstörung.“

      Die mythische Denkform der binären Opposition der Geschlechter als Muster der Weltbeschreibung enthält mit der Frau-Mann Beziehung zugleich ein subjektivistisches Schema:
      – einerseits wird die Position des Mannes zum Angelpunkt (der Gesellschaft) erklärt,
      – andererseits aber die subjektive Perspektive der Frau auf den Mann privilegiert.

      Wir hatten den radikalen Subjektivismus der Feministinnen oft genug kritisiert und auch die psychologisierenden Erklärungsversuche, a la Männer hätten nur „Angst vor starken Frauen“ oder seien „verunsichert“ als Küchenpsychologie abgetan.
      Djad macht klar, dass Gesellschaft insgesamt auf die Subjektivität des Mannes zurückzuführen und „Geschichte und Gesellschaft aus der Psychologie des Mannes abzuleiten“ zur gleichen mythischen Denkform gehören.
      Die aber – nach Dux – kennzeichnend ist für primitive Gesellschaften: „Primitive Gesellschaften zeichnen sich dadurch aus, daß in ihnen das Grundschema der Objekt- und Ereignisbildung, das subjektivistische, ungebrochen als interpretatives Paradigma fungiert.“

      Wenn es nicht radikal ist, feministischer Theorie faktisch vorzuwerfen, dass sie weder ausgehend von einer modernen Denkform kritisiert, noch überhaupt eine moderne Gesellschaft, was ist es denn dann? 😉

      Nach meiner Einschätzung ist dieser Feminismus kennzeichnend für den bürgerlichen Feminismus und seiner spezifische Klientel, die durchgängig ohne Auseinandersetzung mit und Erfahrung der objektiven Realität bleibt.
      Ich habe es oft genug gesagt: Der weibliche default ist Anspruch auf die Teilhabe an den Resultaten (=outcome), nicht an den langweiligen und langwierigen Schritten hin zu diesem Resultat.

      Für diese Klientel ist der Mann gleichzeitig Bindeglied zur und Werkzeug in der objektiven Realität – was bedeutet, es gibt überhaupt keinen Grund, seine subjektivistische Perspektive aufzugeben.
      Die Idee, bürgerlichen Frauen die Erfahrung von Entfremdung und kapitalistischer Konkurrenz zu ersparen hat sie dazu geführt, Konkurrenz und Entfremdung für „männlich“ zu halten und sich selbst (weiblich) als Alternative zu sehen.
      Dass die „Alternative“ ohne die materielle Basis der als „männlich“ denunzierten Gesellschaft gar nicht funktionieren würde bleibt ihnen als Einsicht verwehrt – und dies ist wiederum Resultat eines mythischen Denkens. Denn zur Denkweise der „binären Opposition der Geschlechter“ gehört eben auch, den tatsächlich existierenden gesellschaftlichen Zusammenhang aufzulösen.

  3. Guter lesenswerter Auszug! Mit dem Buch dürfte Ingbert sich ordentlich mit dem Mainstream anlegen 🙂

    Könnte als Referenz wichtig werden, z.B. bei Wikipedia (falls die Sockenpuppen einen da was schreiben lassen) oder im soziologenverschossenen Medien-Milieu.

    • „Mit dem Buch dürfte Ingbert sich ordentlich mit dem Mainstream anlegen“

      Würde das nicht voraussetzen, dass der Mainstream bereit und in der Lage wäre, sich mit einer andersartigen Position anzulegen, statt diese nicht einfach zu unterdrücken?

  4. Prima Analyse!

    Was mir noch dazu einfällt: Vielleicht sollte man dem Leser ein wenig erklären, warum man hier und heute Sachen analysiert, die in den 1960er und 1970er Jahren passiert sind, also ziemlich lange her sind.

    Also, daß man gewissermaßen darum wirbt, daß der Leser sich mit diesen alten Kamellen beschäftigt, weil die eben auch heute noch relevant sind – siehe jenen Komplex, den Billy Coen oben umrissen hat.

    Das ist ja auch so ein Punkt von maninthemiddle, daß er immer wieder darauf hinweist, daß vieles, was uns heute in den Medien präsentiert wird („For the first time …!“), bereits vor Jahrzehnten so oder ähnlich präsentiert worden ist, mit derselben Stoßrichtung, und seit dem immer wieder, immer wieder neu hervorgekramt wird.

  5. Ich habe Zweifel, dass diese Sache eine Arbeit dieser Dimension und Qualität wert ist. Aber die Erkenntnis, dass hinter dem Gerede vom Patriarchat nur die Verwechselung von Mann und Gesellschaft steckt, ist interessant und hilfreich.

  6. Ich habe mich lange gefragt, ob ich den Artikel kommentieren soll. Aber es muss einfach raus:

    Das ist jetzt viel Text mit beklagender Beschreibung historischer Gegebenheiten gewesen. Am Ende dieser Textprobe habe ich irgendwie das Gefühl, dass der Autor selber macht, was er Alice Schwarzer zuschreibt:

    „die beabsichtigte kritische Analytik kurzschlüssig und unmittelbar aus der Phänomenologie abgeleitet wird und daher in ihr befangen bleibt“

    Der Feminismus leugnet doch gar nicht, dass auch in einzelnen Fällen „der Mann auf seine eigene Weise in Abhängigkeiten und Unterwerfungsbeziehungen steckt“. Es ist nur nicht das Thema des Feminismus. Dafür gibt es den Maskulismus.

    Aber eine gesamtgesellschaftliche Beschreibung der Frau als Parasit, die den Mann befällt und ihn dazu zwingt für sie zu arbeiten, ohne dass er was dagegen tun kann ist vollkommen absurd und schon nicht mehr frauenfeindlich oder Gebärneid, das ist schon frauenhassend.

    Und dann zuletzt – passt auch irgendwie: Feministinnen einen Holocaust-Neid anzudichten finde ich ebenfalls extrem geschmacklos.

    Mir scheint auch eher, vor allem bei der Passage über die unterschiedliche Wahrnehmung von häuslicher und sexueller Gewalt je nach Konstellation, dass der Autor einen gewissen Vergewaltigungs-Neid gegen Frauen pflegt. Er es also den Frauen übelnimmt, dass eben weit überwiegend diese von Männern vergewaltigt werden. Und nicht umgekehrt.

    • @Claudia
      „Der Feminismus leugnet doch gar nicht, dass auch in einzelnen Fällen „der Mann auf seine eigene Weise in Abhängigkeiten und Unterwerfungsbeziehungen steckt“.“

      Das ist völlig nebensächlich. Es geht darum, dass der Feminismus den Mann zum Patriarchat mythologisiert. Wie die Feministinnen das stereotyp machen suchst du davon abzulenken, indem du auf spezielle Fälle verweist. Die dann auch als Opfer des „Patriarchats“ hingestellt werden, wie auch Frauen, die keine Feministinnen sein wollen, nur Agentinnen des Patriarchats sein können, weil sie den „Sexismus“ „internalisiert“ hätten.

      „eine gesamtgesellschaftliche Beschreibung der Frau als Parasit, die den Mann befällt“

      Das ist die Satire von Vilar. Wenn man natürlich Solanas als Satire hinstellen will, kann ich schon verstehen, dass man Villar dann ernst nimmt ….

      „Feministinnen einen Holocaust-Neid anzudichten finde ich ebenfalls extrem geschmacklos. “

      Das krasseste Beispiel ist das der Hexenverfolgungen, die vom Feminismus als bedeutsamer als die Shoah hingestellt wurde. Die Diagnose ist treffend. Ausserdem ist alter und neuer Feminismus regelmässig antisemitisch. Früher wurde der Usprung des mythischen Patriarchats natürlich (!) im Judentum gesucht und heute ist Israel das vordringliche Hassbojekt des „intersektionalen“ Feminismus. Allein das Beispiel Judith Butler sollte das klar machen. Und dass Antisemitismus regelmässig zu einer Leugnung oder Verkleinerung des Holocaust strebt, ist geradezu eine Binsenweisheit. Dass das auch auf Neid beruht, ist sicher eine zutreffende Einordnung.
      Im Übrigen ist es schon sehr auffallend, dass der Mythos vom männlichen „Patriarchat“ der guten alten Verschwörungstheorie vom allmächtigen Judentum extrem stark ähnelt. Man kann den Eindruck gewinnen, dass der Patriarchats-Mythos ein willentliches Plagiat von diesem älteren Mythos ist. Denn in einer grossen entscheidenen Besonderheit sind beide gleich: Der Feind wird in beiden Fällen als ein übermenschlicher und übermächtiger Gegner entworfen, der trotzdem auf heimtückischste und hinterhältigste Weise agiert.

      • @Alex

        „Feminismus den Mann zum Patriarchat mythologisiert“

        Das ist nicht richtig. Nicht „den Mann“ sondern die Struktur wird als Patriarchat bezeichnet. Und ja, auch Männer können Opfer des Patriarchats sein. Wird das von Männerbewegten deswegen regelmäßig ignoriert um sich gar nicht erst mit den Strukturen auseinandersetzen zu müssen?

        „Hexenverfolgungen, die vom Feminismus als bedeutsamer als die Shoah hingestellt wurde“

        Ich kenne nicht mal Feministinnen, die das getan haben. Der Feminismus hat dies mit Sicherheit nicht. Da gibt es keinen Konsens für.

        “ heute ist Israel das vordringliche Hassbojekt des „intersektionalen“ Feminismus. Allein das Beispiel Judith Butler sollte das klar machen.“

        Judith Butler ist selber Jüdin. Und eine Ablehnung des Staates Israel wird, soweit ich weiß, als Antizionismus bezeichnet und ist nicht automatisch Antisemitisch. Du vermischt da zwei Sachen.

        Im übrigen lehne ich den „intersektionalen Feminismus“ als realitätsfremd und an den Problemen der Frauen völlig vorbeigehend ab. Über den brauchen wir also nicht diskutieren. Und ich lehne übrigens auch Antisemitismus und Antizionismus ab.

        .

        • @Claudia:

          »Das ist nicht richtig. Nicht „den Mann“ sondern die Struktur wird als Patriarchat bezeichnet. Und ja, auch Männer können Opfer des Patriarchats sein. Wird das von Männerbewegten deswegen regelmäßig ignoriert um sich gar nicht erst mit den Strukturen auseinandersetzen zu müssen?«

          Genau da liegt der Hund begraben! Diese »Strukturen« werden nämlich vom Feminismus so beschrieben, dass ein Komplementärverhältnis der Geschlechter (eine ursprüngliche Arbeitsteilung) einseitig auf eine Geschlechterhierarchie reduziert und so getan wird, als sei diese Hierarchie die einzige bzw. fundamentalste aller Hierarchien – die Klassenhierarchie fällt dabei komplett unter den Tisch, weil Klassensolidarität auch Solidarität von Frauen mit Männern implizieren würde, und die ist pfui!

          Und sie werden so beschrieben, als sei »Frauenunterdrückung« sozusagen ein psychologisches Grundbedürfnis aller Männer (»hegemoniale Männlichkeit«, »toxische Männlichkeit«) – das heißt, diese Strukturen werden psychologisiert, und das heißt: diese Strukturen sind am Ende der Mann! Und an diesem Punkt kollabiert feministische Gesellschaftskritik in eine banale Suche nach Sündenböcken, und darum spreche ich auch vom »Treitschke-Feminismus«.

          Dieses Gerede von den »Strukturen«, die ständig beschworen, aber nie konkret gemacht werden, es sei denn als Emanation einer männlichen Psyche, ist eines der übelsten weasel wordings, das die feministische Ideologieproduktion hervorgebracht hat.

        • @Claudia
          „sondern die Struktur wird als Patriarchat bezeichnet“

          „Struktur“ ist eine der zahllosen Mythologisierungen. Dieser Begriff wird in aller Unschärfe benutzt, um die Idee einer männlichen Verschwörung am Gären zu halten, die nirgendwo dingfest gemacht werden kann und von der man unentwegt ausgehen kann, dass sie in finsteren Hinterzimmern und in der Abgeschiedenheit von Männertoiletten ihre misogynen Ränke schmiedet.
          Ein ganz klassischer Verschwörungsglauben, eine männliche „Weltverschwörung“ mit „gläsernen Decken“, einem „gender pay gap“, dem Erfinden von Geschlechtsverkehr als männlichem Unterdrückungssystem — der Wahn, in dem sich zahllose Feministinnen überboten haben, scheint keine Begrenzung zu haben. Und das Lustige: darauf angesprochen will keine konkrete Feministin irgendeine konkrete Aussage irgendeiner dieser ganzen Wahnsinnigen kennen und tut scheinheilig so, als hätte sie selbst den ganzen Feminismus neu erfunden.

    • @Claudia: Du hast ein Problem damit die Position des Autoren von den Positionen zu differenzieren, die durch ihn nur wiedergegeben werden.

      Die „gesamtgesellschaftliche Beschreibung der Frau als Parasit“ macht sich der Autor nicht zu Eigen. Es handelt sich um die überspitzte Beschreiung Vilars des Verhältnisses von Frauen zu Männern.

      „Feministinnen einen Holocaust-Neid anzudichten finde ich ebenfalls extrem geschmacklos.“

      Der Text versucht gar nicht den Holocaust-Neid der Feministinnen aufzuzeigen, sondern das menschliche Fehlverhalten Schwarzers. Der Punkt ist das die Patriarchats-These nur durch „diskursive Gewalt“ die Deutungshoheit erreichen konnte. Die gemeine Eigenheit der Feministen ist die „diskursive Gewalt“, nicht der Holocaust-Neid. Der Holocaust-Neid eine Spezialität Schwarzers, die auf die von ihr angewendeten diskursiven Gewalt abfärbt.

      „Mir scheint auch eher, vor allem bei der Passage über die unterschiedliche Wahrnehmung von häuslicher und sexueller Gewalt je nach Konstellation, dass der Autor einen gewissen Vergewaltigungs-Neid gegen Frauen pflegt.“

      Der Autor versucht in der Passage darzustellen, dass die bloße Tatsache dass Männer Opfer Sexueller Gewalt werden können und Frauen Täter ein gesellschaftliches Tabu ist. Deine Reaktion stimmt mit der Aussage des Autors überein: Du bist nicht in Lage dieser Tatsache Rechnung zu tragen ohne sie als „Vergewaltigungs-Neid“ abzuqualifizieren.

      • @Robert Michel

        ich qualifiziere nichts ab. Im Gegenteil ist es Konsens, dass auch Männer unter dem Patriarchat und der in der Gesellschaft etablierten toxic masculinity leiden können. Das gesellschaftliche Tabu kommt doch daher, weil Männer Männlichkeit immer als hart, den Frauen überlegen, rational, stoisch und unbeirrbar inszenieren. Wer verhöhnt denn männliche Opfer? Andere Männer natürlich. Weil diese nicht in ihr Männlichkeitsschema passen.

        Das jetzt dem Feminismus anzukreiden ist absurd.

        • @Claudia:

          »Das jetzt dem Feminismus anzukreiden ist absurd.«

          Das ist alles andere als absurd, weil »mimimi« und »Männertränen sind mein Gummibärensaft« Standardreaktionen führender Feministinnen sind, sobald Männer anfangen über ihre eigenen Leiden zu sprechen. Oder noch schlimmer (wie im Falle des Umgangs der Grünen mit Pädophilie): die Thematisierung von sexueller Gewalt gegen Jungen explizit als unerwünschte Konkurrenz beiseite drängen – einer der Befunde der entsprechenden Untersuchungskommission!

          Ich behaupte übrigens nicht, dass der Feminismus diese Art von Männerverachtung erfunden hat – sie ist in der bürgerlichen Gesellschaft älteren Ursprungs. Aber der Feminismus beerbt diese Männerverachtung, obwohl er sich als »gesellschaftskritisch« versteht – das heißt: diese Kritik geht genau so weit, wie man damit weibliche Vorzugsbehandlung fordern kann – oben konkret benannt am Beispiel von Erin Pizzey, die genau dann aus ihrem eigenen Projekt gemobbt wurde, als es darum ging, Staatsknete einzusacken. Das Frauenhäuser Frauenhäuser sind und nicht Gewaltschutzhäuser, stammt genau aus dieser gewaltsamen Urszene gegen die Gründerin der britischen Frauenhausbewegung.

          • „… weil »mimimi« und »Männertränen sind mein Gummibärensaft« Standardreaktionen führender Feministinnen sind, …“

            Aktueller Beleg ist der Kommentar von Susanne Gaschke (SPD, Pro-Quote-Feministin) zum Spielfilm „Joker“:

            „Er heult herum über seine schwere Kindheit und seine Traumata – eine gute Therapie hätte ihn gewiss retten können.“

            https://www.welt.de/debatte/kommentare/article201813620/Joker-Wer-den-Film-vorzeitig-verlaesst-flieht-aus-Langeweile.html

          • @ Jochen Schmidt

            Hab mir die „Kritik“ mal durchgelesen. Musste schmunzeln über ihre Darstellung der modernen Bühnenkunstinterpretationen, dachte dann, als sie auf den eigentlichen Film kam, ich steckte noch in der Einleitung ihrer Filmkritik und stellte plötzlich fest, dass es das schon war. Ende! Außer kindisch formulierten sich lustig Machens nichts was man als substantielle Kritik an dem Film hätte werten können. Wer den Film, so wie ich, nicht kennt, ist danach um keinen Cent schlauer und weiß nicht mehr über den Film, als dass die Autorin ihn vorzeitig verlassen hat, was sie in narzisstischer Manie episch ausbreiten musste.

            Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, der Film würde statt des Jokers die Vorgeschichte von Harley Quinn darstellen; am besten natürlich noch eine schwarze Harley Quinn. Ihren Weg in den Wahnsinn und das letztliche Hineintrudeln in eine kranke, missbräuchliche Beziehung mit dem Joker auf erzählerisch genau dieselbe Weise hätte der Autorin sicher besser geschmeckt. Da hätte ihr unter Umständen auch nicht ihre geschlechtsbezogene Empathieunfähigkeit dabei im Wege gestanden, sich auf die Figur und ihre leidvolle Situation einzulassen.

            Ich hab ja schon viele missratene Kritiken zu Filmen wie zu Spielen gelesen, aber das toppt irgendwie so ziemlich alles…

          • Altmodisch wie ich bin, halte ich es für eine Minimalanforderung, einen Film, den man rezensiert, vom Anfang bis zum Ende anzuschauen.
            Ich habe Joker gesehen und stelle fest, dass er nicht für narzisstische Privilegienmuschis gedacht ist. Mir ist völlig klar, warum sie den Film nicht bis zum Ende anschaute, warum er für sie unerträglich war. Wenn man denn nicht eine völlig empathiebefreite, narzisstische Feministin ist, dann entwickelt man eine gewissen Sympathie für den männlichen Antihelden, ein Antiheld, dessen Morde nicht dem Schutz irgendeiner armen Tussi gilt, die irgendwo von pööhsen Männern bedroht wird, sondern eine Reaktion auf erlittene Demütigungen und Misshandlungen war.
            Wenn Männer morden, dann doch bitte nur und ausschliesslich für das Wohl der Frau. Muss man wissen.

        • „Das gesellschaftliche Tabu kommt doch daher, weil Männer Männlichkeit immer als hart, den Frauen überlegen, rational, stoisch und unbeirrbar inszenieren.“ Wer verhöhnt denn männliche Opfer? Andere Männer natürlich. Weil diese nicht in ihr Männlichkeitsschema passen.“

          Für dich sind einfach immer Männer an allem schuld, oder? Was glaubst du wenn Frauen nur noch Beziehungen mit Männern eingehen würden, die über emotional und kraftlos sind, wie lange es dauern würde bis Männer insgeheim einen Wettbewerb daraus machen würden? Wer ist am emotionalsten usw.

          Schau dir mal dieses Video an:

          Frauen habe an den „Inszenierungen“ von Männern einen deutlich größeren Anteil, wie die ihn dir eingestehen willst.

          „Wer verhöhnt denn männliche Opfer? Andere Männer natürlich. Weil diese nicht in ihr Männlichkeitsschema passen.“

          Andere Männer natürlich. Aber natürlich. Wer auch sonst. Schau dir doch mal die Gesichter der Frauen an, die sehen wie eine Frau einen Mann öffentlich schlägt:

    • @Claudia:

      »Es ist nur nicht das Thema des Feminismus. Dafür gibt es den Maskulismus.«

      Das ist einfach nicht richtig! Erstens, weil der Maskulismus vom Feminismus als Erz- und Todfeind bekämpft wird – die Feministinnen denken gar nicht daran, dass es da so etwas wie Arbeitsteilung geben könnte.

      Zweitens, weil zumindest der jüngere Feminismus ständig erzählt, Feminismus sei auch gut für Männer, weil die dann aufhören würden, sich selber im Weg zu stehen.

      Drittens, weil der Feminismus auf der Kategorie »Geschlecht« als kritischem Universalschlüssel aufbaut, also die Geschlechterverhältnisse kritisiert, da kann man nicht ein Geschlecht raussortieren (machen sie faktisch natürlich trotzdem, aber genau damit verwickeln sie sich in heillose Widersprüche).

      »… eine gesamtgesellschaftliche Beschreibung der Frau als Parasit …«

      Das ist die polemische Form, die Esther Vilar dem Umstand gibt, dass die bürgerliche Frau vom bürgerlichen Mann versorgt wird. Dass es sich um Polemik handelt, schreibe ich ja auch. Aber erstens ist Alice Schwarzer mit ihrem eigenen Auftreten die letzte, die ein Recht hat, sich über solche Polemik zu beschweren, und zweitens ging es damals darum, den Inhalt von Vilars Aussagen zu diskreditieren, dass man es nämlich durchaus als Privileg der Frau sehen kann, sich in einer bürgerlichen Ehe vom Mann versorgen zu lassen.

      Und Henryk Broders polemische Formel vom »Holocaust-Neid« bezieht sich auf Schwarzers penetrante Art, selber immer wieder NS-Analogien aufzumachen, etwa wenn sie »Vergewaltiger und Lustmörder« als die SS des Patriarchats bezeichnet.

      »… dass der Autor einen gewissen Vergewaltigungs-Neid gegen Frauen pflegt.«

      Netter Versuch. Aber dazu muss man häusliche und sexuelle Gewalt überhaupt erst einmal sauber bilanzieren, und ich liefere in obigem Abschnitt ein Beispiel (Andreas Marquardt) dafür, dass sich der Feminismus einer solchen Bilanzierung seit je her verweigert hat – und zwar bis auf den heutigen Tag.

      • @djadmoros,

        Wenn Du es so schön auflistest, mache ich das doch einfach mal nach:

        Erstens „Erz- und Todfeind“ ist dramatisch übertrieben. Wohl eher in manchen Dingen als Konkurrenz.

        Zweitens ist wohl damit gemeint, dass es Männern nicht schadet, sich selbstkritisch im Sinne des Feminismus mit Männlichkeitsbildern auseinanderzusetzen. Und Frauen hilft es bestimmt wenn Männer dies tun.

        Drittens der Feminismus basiert auf der Kategorie »Frau« als Universalschlüssel und kritisiert das Verhältnis der Gesellschaft zu »Frau«. Daher ist es für den Feminismus auch kein Problem wenn irgendjemand noch 49 weitere Geschlechter erfindet. Außer, dass es Verwirrung stiftet.

        Wenn ich das mit der Darstellung als Parasit falsch zugeordnet haben sollte und Du nur zitierst ohne es Dir eigen zu machen: sorry for that.

        • „Zweitens ist wohl damit gemeint, dass es Männern nicht schadet, sich selbstkritisch im Sinne des Feminismus mit Männlichkeitsbildern auseinanderzusetzen. Und Frauen hilft es bestimmt wenn Männer dies tun.“

          Ich weiß nicht, von welchem Planeten zu kommst, aber wenn Du wissen möchtest, was die geheimen Wünsche der Frauen sind, dann schau Dich mal auf einem – oder mehreren – der Partnerportale um.
          Weil das Dating im RL zeit- und ggf. kostenaufwendig ist, werden von den dortigen Interessenten klare Zielvorgaben formuliert. „Soll Katzen mögen“, „soll über 1,80 m groß sein“, „Nichtraucher!“ kommt dort ebenso häufig vor, wie „Einkommen soll (deutlich) höher sein, als meines“.
          Ich habe meine Frau auch über so ein Portal kennengelernt (Glück gehabt, sie war ein Volltreffer 🙂 ), kenn mich da also etwas aus. Als Ing war ich durchaus für mehrere weitere Frauen ne interessante Partie, weshalb ich auch einige Angebote aus Osteuropa von Frauen bekam, die einfach nur nach D und versorgt werden wollten.
          Ganz krass allerdings war eine deutsche Frau, die ganz freimütig zugab, Jemanden zu suchen, der ihr Hausfrauendasein weiter finanziert („Habe einen schönen Garten, in dem ich auch weiter viel Zeit verbringen möchte“).
          Wunschvorstellung: Einkommen > 100.000 €.
          Dabei sah sie selbst aber nicht nach 100.000 € aus.

          Anyway: ein Mann, der sich so verkaufen wollte, hätte NULLChancen, selbst bei den modernsten Frauen.

          Die einzigen, die sich hier in Selbstkritik üben sollten, sind die Frauen. Ihr Anforderungsprofil entspricht noch bis in die sechste Nachkomastelle dem ihrer Urahninnen aus dem Pleistozän.
          Aber Selbstkritik ist im Wortschatz einer Feministin offensichtlich nicht vorhanden.

          • Wir hatten doch grad erst letzte Woche diese Studie.

            the authors argue that there’s a fundamental mismatch between what available men in the United States have to offer and what available women in the United States are willing to accept.

            Was sind das für Kriterien, die Männer da „anbieten“ müssten?

            According to the study, the kind of men that single women likely would marry, (…) were not only 26 percent more likely to hold a job, and more highly educated, but they also had nearly a 55 percent higher income than what the available men in the U.S. actually make. In other words, from an economic standpoint, the dating pool lacks the kind of men that women might be particularly interested in attaching to, for the long-haul.

            Es gab meines Wissens keinen feministischen Shitstorm gegen das Frauenbild dieser Studie. Allen ist vollkommen klar, dass das Frauenbild vollkommen akkurat ist.

            Für Männer gilt also wie vor 1000 Jahren: Kein Geld, kein Status? Keine Ehe.

            Während also Männer sich zunehmend reflektieren, das Rattenrennen verweigern und anders Sinn in ihrem Leben suchen, bleiben Frauen stockstarr auf ihrer Entwicklungsstufe.

            Feminismus = Projektion.

          • @Carnofis

            es muss doch für einen Mann irgendwie möglich sein, Frauen und auch den gesellschaftlichen Blick auf Frauen, von Sex und Partnersuche zu trennen, oder?

            Oder wollen wir jetzt hier nur über die geheimen oder weniger geheimen Wünsche und Phantasien von Frauen und Männern bei der Partnersuche reden?

          • „es muss doch für einen Mann irgendwie möglich sein, Frauen und auch den gesellschaftlichen Blick auf Frauen, von Sex und Partnersuche zu trennen, oder?“

            Claudia, ist das denn Frauen möglich? Und wenn du denkst, ja, woran machst du das fest?

            „Oder wollen wir jetzt hier nur über die geheimen oder weniger geheimen Wünsche und Phantasien von Frauen und Männern bei der Partnersuche reden?“

            Diese Wünsche von Frauen haben Auswirkungen auf das Verhalten von Männern, z.B. sich eine nJob zu suchen bei dem man viel Geld verdient. Das Männer sich hübsche, junge Frauen wünschen, wird doch auch ständig von Feministinnen beklagt.

          • „Oder wollen wir jetzt hier nur über die geheimen oder weniger geheimen Wünsche und Phantasien von Frauen und Männern bei der Partnersuche reden?“

            Wir reden stringent darüber, was Frauen von Männern erwarten und dass diese ihr Verhalten entsprechend anpassen – oder Single bleiben.
            Das – und nur das – zählt im Leben.

            Kein Mann in diesem Lande würde die Ochsentour auf sich nehmen und ein Maschinenbaustudium durchziehen, um danach im mittleren oder oberen Management in einer 60h-Woche auf einen frühen Herzinfarkt hinzuarbeiten, wenn ihm nicht als Belohnung eine besonders attraktive Frau winken würde.
            Männer sind nämlich von Natur aus ökonomisch denkende Wesen – man könnte es auch „faul“ nennen.

            Es ist also mehr als albern, eigentlich ne Nebelkerze, wenn Du meinst, das jetzt runterspielen zu können.

    • Aber eine gesamtgesellschaftliche Beschreibung der Frau als Parasit, die den Mann befällt und ihn dazu zwingt für sie zu arbeiten, ohne dass er was dagegen tun kann ist vollkommen absurd und schon nicht mehr frauenfeindlich oder Gebärneid, das ist schon frauenhassend.

      Das ist doch die feministische Propaganda der versklavten Hausfrau und Mutter gespiegelt, um 180 Grad gedreht. Diese holzschnittartige Deutung der traditionellen Arbeitsteilung von Mann und Frau ist mindestens so plausibel wie die feministische. Das hat Schwarzer auf die Palme getrieben – ihr wurde ihre dumpfe und plumpe Agitation unter die Nase gerieben. Sie sah ihre eigene Fratze im Spiegel und kam damit nicht klar.

      • Mönsch, Pjotr. Du kannst doch nicht erwarten, dass ein durchideologisierter Mensch die gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten der eigenen Ideologie, des eigenen Denkens auf einmal erkennt und hinterfragt, nur indem man sie ihm mal spiegelt. Das würde zumindest ein Minimum an Reflexionsfähigkeit voraussetzen und sich diese restlos abzutrainieren, ist ein zentrales Aufnahmeritual der feministischen Kirche.

    • Mir scheint auch eher, vor allem bei der Passage über die unterschiedliche Wahrnehmung von häuslicher und sexueller Gewalt je nach Konstellation, dass der Autor einen gewissen Vergewaltigungs-Neid gegen Frauen pflegt. Er es also den Frauen übelnimmt, dass eben weit überwiegend diese von Männern vergewaltigt werden. Und nicht umgekehrt.

      1. Sexuelle Gewalt

      2.Häusliche Gewalt

      • Damit Claudia nicht den ganzen Artikel lesen muss, die wichtigen Sätze zitiert:

        An solche Geschlechterklischees [dass Vergewaltigungen allein von Männern ausgehen] glauben viele, die aktuelle Forschung deckt sie nicht:

        und

        Hunderter von Dunkelfeld-Untersuchungen kommen zum Schluss, dass häusliche Gewalt genauso von Frauen ausgeht wie von Männern. Die „friedfertige Frau“ ist ein Mythos – getragen durch korrupte Ministerinnen und einer korrupten Presse, die weibliche Täterschaft systematisch ausblenden. (…)
        Ähnlich wie bei „minor violence“ lässt sich auch hier die Beobachtung machen, dass ein höherer Anteil an Frauen schwere Gewalt gegenüber einem Intimpartner gebraucht als umgekehrt.

    • Auch wenn es zu Claudias Kommentaren nun schon viele Anmerkungen gab, möchte ich drei Punkte aufgreifen.

      Erstens die projektive Vermischung der Kategorien, die eine Rede von „Männergesellschaft“ oder „Patriarchat“ erst möglich macht. Dass „der Mann“ im Feminismus weithin als Repräsentation für das Gesellschaftssystem wahrgenommen werde, halte ich für einen zentralen Punkt in Ingberts Text, und ich finde ihn völlig richtig. Natürlich lässt sich immer argumentieren, im Feminismus werde doch über Strukturen und nicht über Menschen geredet – aber das ist eine nur scheinbare Klärung. Denn wenn weiter gefragt wird, um welche Strukturen es denn ginge, werden die feministisch ja meist im Hinblick auf Männer und Männlichkeit beschrieben.

      Luhmann hat, in ganz anderem Kontext, mal pikiert die Wendung von einem „System Kohl“ kritisiert und meinte, Helmut Kohl könne doch kein System sein, jedenfalls kein politisches. Die Rede von der „Männergesellschaft“ oder der „männlichen Gesellschaft“ macht ganz genau denselben Kategorienfehler, und der ist tatsächlich weit verbreitet. Wir finden ihn im Grundsatzprogramm der SPD, wenn dort von der Überwindung der männlichen Gesellschaft die Rede ist, ebenso wie in der modischen Rede von den alten weißen Männern, mit der angeblich doch gar keine alten weißen Männer, sondern nur Machtstrukturen gemeint wären.

      Allenfalls könnte es sinnvoll sein, viel sperriger mal von „durch Männer geschaffenen und aufrechterhaltenen Strukturen“ zu reden – und dann würde sich sofort die Frage anschließen, ob Frauen daran denn wirklich gar keinen Anteil haben, und welche Männer für diese Strukturen verantwortlich sind und welche nicht: Es können ja nicht alle sein.

      Kurz: der Punkt ist nicht, Feministinnen zu bestreiten, dass sie über Strukturen sprechen – sondern deutlich zu machen, dass die Rede von einer „Männergesellschaft“, einem „Patriarchat“ etc. auf einem Kategorienfehler beruht, der eine sinnvolle Rede über Strukturen ausschließt.

      Zweitens, zum „Holocaust-Neid“: Die Formulierung halte ich nur in ganz bestimmten Kontexten für sinnvoll, nämlich wenn es anderen darum geht, sich selbst im Nachhinein als EIGENTLICHES Opfer des Nationalsozialismus zu präsentieren. Auch das ist dann natürlich kein Neid auf den Holocaust, sondern ein Neid auf eine scheinbar privilegierte Opfer-Position.

      Denn wer immer eine allgemeine Opferkonkurrenz aufmacht, wird vor dem Problem stehen, dass geschichtlich Menschen in so unendlichem Maße Opfer geworden sind, zumal im Massenmord an den europäischen Juden, dass verglichen damit auch die Opfer halbwegs ziviler Verhältnisse vergleichsweise gut leben können.

      Man könnte deshalb natürlich auch einfach diese Opferkonkurrenz fallenlassen. Andrea Dworkin hingegen hat schon 1974 in „Woman Hating“ (ein passend doppeldeutiger Titel) von einem „Gynozid“ geschreiben und die Hexenverfolgungen gemeint, bei denen etwa 9 Millionen Frauen ermordet worden wären. Dass die Zahl vielfach zu hoch angesetzt ist, macht die Hexenverfolgungen ja nicht harmlos – aber sowohl der Begriff „gynocide“ als auch die Millionenzahl sind deutliche Bezüge auf den Massenmord an den europäischen Juden. Heute findet sich das in Begriffen wie „Femizid“ wieder oder der Bezeichnung der „survivors“, der einmal vor allem ein Begriff für Überlebende des Holocaust war.

      Der hochpolemische Begriff „Holocaust-Neid“ ist also nicht völlig daneben, es muss nur durch den Kontext klar werden, warum er benutzt wird.

      Was drittens Vilars Darstellung von Frauen angeht, die es auf die Versorgung durch Männer anlegten: Ich habe Vilar schon vor langer Zeit gelesen, fand sie sehr einseitig, fand es aber zugleich auch ungeheuer interessant zu bemerken, dass die verbreitete Darstellung der Frau als Opfer des Mannes auch schlüssig völlig umgedreht werden kann. Es müssen jeweils eben alle Aspekte ignoriert werden, die nicht zum Bild passen.

      Was den heutigen, in Institutionen fest verankerten Feminismus angeht, wüsste ich aber schon gerne: Was hat der denn mehr zu bieten, als die Versorgung einiger weniger Frauen aus Mitteln, die vorwiegend von Männern erarbeitet wurden, zu organisieren? Ich glaube ja, dass es Feministinnen gibt, die Autonomie und nicht Versorgung anstreben – aber deutlich lauter und präsenter sind Versorgungsfeministinnen.

      „Im übrigen lehne ich den „intersektionalen Feminismus“ als realitätsfremd und an den Problemen der Frauen völlig vorbeigehend ab. Über den brauchen wir also nicht diskutieren. Und ich lehne übrigens auch Antisemitismus und Antizionismus ab.“ Da würde ich dann jedem einzelnen Punkt zustimmen.

      • Bei dem Begriff des Holocaust-Neids musste ich auch schmunzeln, würde ihn in den meisten Kontexten jedoch auch vermeiden, denn zu oft dürfte er Godwin’s Law folgen, dass also ein stark überzeichnender Vergleich mit der Nazizeit gezogen wird, nach dessen Einwurf aber gar nicht mehr über das eigentlich diskutierte Thema gestritten wird, sondern nur noch über die Legitimität des Gleichnisses.

        Auf Schwarzer bezogen trifft der Begriff aber voll ins Schwarze… OK, das mit Schwarzer und ins Schwarze war jetzt gar nicht beabsichtigt, klingt aber trotzdem irgendwie ganz lustig…

        Wer auf öffentlichen Reden die Situation der Frauen in der Gegenwart mit der der Juden im dritten Reich vergleicht, öffnet schon mal Tür und Tor für Vorwürfe eines Holocaust-Neids, Wer dann aber steil geht, wenn ein Denkmal an die vielen in KZs ermordeten Schwulen erinnern soll und durchdrückt, dass dort gefälligst auch der Lesben gedacht werden muss, obwohl diese gar nicht explizit von den Nazis verfolgt worden waren, liefert mit diesem Verhalten geradezu eine offensichtliche Definition dieses Begriffes.

      • @Lucas Schoppe

        „und dann würde sich sofort die Frage anschließen, ob Frauen daran denn wirklich gar keinen Anteil haben, und welche Männer für diese Strukturen verantwortlich sind und welche nicht: Es können ja nicht alle sein.“

        Dass auch Frauen an dem Erhalt der Strukturen mitwirken, aus welchen Motiven heraus auch immer, wird doch gar nicht bestritten. Ich würde mich aber persönlich sehr unwohl fühlen, wenn irgendjemand anfangen würde, Namenslisten zu erstellen von vermeintlich oder tatsächlichen Verantwortlichen. Das hätte mir zu sehr den Geschmack von Pogrom.

        Dann noch:

        Den real existierenden Femizid zu benennen hat rein gar nichts mit einer Verharmlosung der Shoa zu tun.

        Die Bezeichnung „survivors“ ist auch nicht von Überlebenden der Shoa geklaut sondern bezieht sich auf das „sich innerlich tot fühlen“ von vergewaltigten Frauen.

        „deutlich lauter und präsenter sind Versorgungsfeministinnen.

        Das wird tatsächlich unter Frauen als Phänomen diskutiert und schadet dem Feminismus meiner Meinung nach massiv. Feministisch ist meiner Meinung nach was auch der Verkäuferin bei Lidl und Co. nutzt. Und nicht wenn eine Handvoll Frauen sich mit Hilfe von Gesetzen gegenseitig Aufsichtsratsposten zuschanzen.

        • „Dass auch Frauen an dem Erhalt der Strukturen mitwirken, aus welchen Motiven heraus auch immer, wird doch gar nicht bestritten“

          Irgendwie amüsant ausgedrückt 🙂
          Es ist nur so, dass Feministinnen diesen Umstand, dass Frauen am Erhalt der Strukturen mitwirken, – sprich auch Verantwortung tragen für negative Dinge – NIE und niemalsnicht thematisieren wird.
          Es geht immer nur darum, dass Männer sich ändern müssen, dann kommt schon das Utopia.
          Dass man dann auch mal das Selektionsverhalten bei der Partnerwahl der Frauen kritisch hinterfragt, oder bestimmte Verhaltensweisen bei Studium und Beruf in Frage stellt, das kommt doch eben gar nicht vor. Männer sind halt schuld. Punkt

          An der Stelle würde ich auch gerne mal fragen, was Feministinnen aktiv(!) erreicht haben, durch eigenes Handeln? Die Geschichte des Feminismus war schon immer nur eine Geschichte der Schuldzuweisung. Getreu dem Motto: „Wer ist denn heute an meiner Lage schuld? Ich kann es ja wohl schlecht sein, ich bin ja hier nur die Frau“ … Feministinnen erkennen/konstruieren ein Problem -> weisen Schuld zu: Patriarchat/Männer und dann heißt es: ja macht ihr mal!
          In dem Zusammenhang finde ich ja immer das Twitter Avatar Bild von Antje Schrupp so passend, wie sie da im Lehnstuhl sitzt. Faule Armchair-Philosophy eben.

        • @ Claudia Es ging mir nicht um Namenslisten, sondern um genauere Angaben als „Männer“. Es gibt – zumindest erzählen das Menschen beiderlei Geschlechts aus meinem Bekanntenkreis – durchaus noch Managements, in denen Männer gern unter sich bleiben wollen und Frauen – so wie auch soziale Aufsteiger – nur schwer Zugang bekommen. Noch vor zwanzig Jahren hab ich im Germanistik-Studium mitbekommen, wie sehr Professorinnen kritischer beurteilt wurden als Professoren – auch von Studentinnen. Das hat sich heute geändert.

          In beiden Fällen geht es um bestimmte, elitäre soziale Schichten, nicht einfach um Männer generell. Die meisten Männer hatten und haben überhaupt nichts von Boys‘ Club-Strukturen, sie werden möglicherweise dabei eher noch selbst ausgeschlossen, z.B. aufgrund ihrer sozialen Herkunft.

          Ich hatte den Begriff „survivor“ immer so verstanden, dass er gegenüber dem Begriff „victim“ Aktivität und Überlebenswillen verkörpern soll. Er ist aber nun einmal auch für Holocaust-Überlebende einschlägig. Das haben auch alle, die den Begriff verwendeten, sicherlich gewusst.

          Wenn „Femizid“ einfach das Töten einer Frau beschreibt, ist der Begriff selbst – abgesehen vom schrecklichen Geschehen, für das er steht – unproblematisch. Er suggeriert aber überdies, dass Frauen getötet würden, WEIL sie Frauen sind – und die naheliegende Assoziation mit dem Genozid suggeriert sogar, dass das eigentlich Ziel die Tötung möglichst vieler Frauen wäre. Das ist schon deswegen unwahrscheinlich, weil ja insgesamt sehr viel mehr Männer als Frauen getötet werden, ohne dass jemand einen Maskuzid erkennt.

          Ich habe mal Connell in einem Vortrag über die Ciudad Juárez und die dortigen „femicides“ sprechen hören. Tatsächlich waren dort innerhalb eines Jahres Hunderte von Frauen ermordet worden – aber die Gesamtzahl der Ermordeten war um ein Vielfaches höher. Der Begriff „Femizid“ demonstrierte hier eigentlich weiter nichts als das Desinteresse an der sehr viel größeren Zahl der männlichen Mordopfer.

          • @ Lukas Schoppe

            Sind denn diese „Boys‘ Club-Strukturen“ exklusiv der Oberschicht vorbehalten? Oder haben nicht Männer in jeder soziale Schicht Abgrenzungs- und Ausgrenzungsmittel?

            Femizid ist eine gängige Bezeichnung für die Ermordung von Frauen nur aus dem Grund weil sie Frauen sind.

            „Entscheidende Ursache des Femizids ist das noch immer von Macho-Denken und patriarchalen Strukturen geprägte Rollenverständnis in den Gesellschaften der Region. Das Bild der Frau ist geprägt von Unterordnung und Minderwertigkeit. Wird die patriarchalische Geschlechterrolle des Mannes und die daraus resultierende Machtverteilung zwischen den Geschlechtern infrage gestellt – sei es durch emanzipatorisches Verhalten oder eine Betätigung der Frauen, die ihnen wirtschaftliche Autonomie ermöglicht – ist die Gefahr groß, dass es zu Konflikten (innerhalb der Familien) und Gewaltanwendung kommt“

            https://de.wikipedia.org/wiki/Femizid

            Ich möchte nicht Morde gegeneinander stellen. Aber es gibt nunmal leider dieses spezielle Mordmotiv und das hat eben kein Gegenstück „Maskuzid“. Aber vielleicht hat ja jemand hier Belege über die Ermordung von Männern durch Frauen, einfach nur weil sie Männer sind…

          • Hat du mal eine Quelle oder Beispiel für einen Boys‘ Club? Und wieso heißt es bei Männern Boys‘ Club, aber bei Frauen Netzwerk, selbst wenn diese ganz offen keine Männer zulassen.

            Ist ein Femizid demnach immer nur ein Femizid, wenn ein Mann eine Frau tötet oder auch wenn eine Frau eine andere Frau tötet, weil sie eine Frau ist?

          • @Claudia

            „Sind denn diese „Boys‘ Club-Strukturen“ exklusiv der Oberschicht vorbehalten? Oder haben nicht Männer in jeder soziale Schicht Abgrenzungs- und Ausgrenzungsmittel?“

            Ich vermute dass die Feministinnen da einfach von sich auf andere schließen. Frauen bauen ja gern so Mädels-Cliquen auf (wogegen per se nichts zu sagen ist). Das betrifft aber auch Feministinnen, und da wird es kritisch. Die Idee dass Männer sich spiegelbildlich verhalten ist offenbar eine Projektion des eigenen Verhaltens gekreuzt mit der feministischen Männerfeindlichkeit.

            „Aber es gibt nunmal leider dieses spezielle Mordmotiv und das hat eben kein Gegenstück „Maskuzid“.“

            Das Wort ist Androzid

            „Aber vielleicht hat ja jemand hier Belege über die Ermordung von Männern durch Frauen, einfach nur weil sie Männer sind…“

            Zumindest Mordgelüste bei Feministinnen sind belegt, Links siehe mein Posting ganz unten. Noch ein Nachtrag dazu:

            https://witchwind.wordpress.com/2014/10/07/utopia-what-would-a-womens-society-look-like/

          • @Claudia

            Der Begriff „survivor“ ist definitiv gestohlen vom „holocaust survivor“ und die Beispiele, feministischen Revisionismus zu betreiben, um sich zu einer historisch einzigartigen Opfergruppe zu stilisieren sind Legion.

            Was mich zusätzlich ärgert ist, der Begriff wird eben nicht nur für Vergewaltigungsopfer verwendet, sondern inzwischen für jede Art von „sexual harassment“ (sexuelle Belästigung), der damit andersherum unterstellt wird, der Schwere nach ein Mordversuch oder wenigstens versuchter Totschlag gewesen zu sein. Diese Denkweise ist aberwitzig, hat aber trotzdem Einzug in die Rechtsprechung und das Strafmaß gefunden.

            Die permanente Unterstellung ist auch die Basis der Erfindung des „Femizids“.
            Angeblich erfunden als Gegensatz zum geschlechtsneutralen „homicide“, nämlich Mord, wird dem Mord erst ein spezifisches Motiv unterstellt, nämlich: „Ursache des Femizids ist das noch immer von Macho-Denken und patriarchalen Strukturen geprägte Rollenverständnis“.
            Es folgen dann Beispiele für Ermordungen im Rahmen von Partnerschaftsgewalt, denen einfach das Motiv unterstellt wird.

            Man kann durchaus theoretische Vorannahmen machen, ist aber nicht der Beweispflicht enthoben.
            Ich kenne keine einzige Theorie außer der feministischen, die auf bloßen Behauptungen und Unterstellungen basiert, ohne diese überhaupt bewiesen zu haben oder beweisen zu können.

            Auf Wikipedia wird El Salvador als Beispiel für Femizide genannt: „Das Land hat mit jährlich 12 Morden auf 100.000 Einwohnerinnen die höchste Frauenmordrate der Welt. Insgesamt gibt es 69,2 Morde auf 100.000 Einwohner.“

            Wenn 12 Morde von 69,2 Morden auf Frauen entfallen, dann wird es sich wohl bei den „restlichen“ 57,2 wohl um Männer handeln, oder? Damit wäre es ein Zeichen eines „Femizids“, wenn der Frauenanteil bei den Ermordeten, die „Frauenmordrate“, 17,3% ist?!
            Ab wäre ist es denn im Gegenzug statthaft von „Maskuzid“ zu sprechen?
            Bei einem Männeranteil von 99,999%?

            Was das Beispiel unfreiwillig aufzeigt, hier erhalten Menschenleben ungleiche Werte: 12 ermordete Frauen pro 100.000 Einwohner im Jahr sind ein Skandal – 57 ermordete Männer nicht weiter erwähnenswert. Der Feminismus hilft auch Männern – QED

            Es hat handfeste Gründe, warum ich gegen diese Spielarten des bürgerlichen Feminismus bin.

          • @ crumar

            Claudias Bereitschaft, Männern etwas zu unterstellen, ist zwar aufgrund ihrer feministischen Sozialisation wenig überraschend, macht mich aufgrund der Ungeniertheit, mit der sie das betreibt, dennoch immer wieder aufs Neue fassungslos. Vollkommen belegfrei quatscht sie hier irgendwas drauf los davon, dass es dieses Mordmotiv nun einmal gibt und in der anderen Richtung nicht. Wie absurd die Vorstellung ist, dass, vor dem Hintergrund dessen, wie in unserer Gesellschaft mit Männern und wie mit Frauen umgegangen wird, es ausgerechnet Frauen sein sollen, die in besonderer Weise NUR aufgrund ihres Geschlechts ermordet werden, muss ich hier wohl nicht noch weiter vertiefen (Mädchen / Frauen schlägt man nicht; Ladies first /CONTRA/ #KillAllMen; permanente sexistische Entgleisungen von Politikern und Medienschaffenden gegen Männer ohne jede Konsequenz; potentiell tödliche Zwangsdienste nur für Männer; #MenAreTrash; mit Leuten, die eine radikale Reduzierung des männlichen Bevölkerungsanteils propagieren, werden in ganz normalen Publikationen kritikfreie Interviews geführt, als handele es sich bei derlei Überlegungen um sozial diskutable Ansätze; etc., etc., etc.).

            Dass durch die gesonderte Hervorhebung ermordeter Frauen mittels des Begriffs „Femizid“ eine unterschiedliche Wertigkeit der getöteten Menschen erzielt (beabsichtigt) wird, wurde hier ja schon angesprochen. Im Kontext erahne ich aber noch andere Ziele, die damit verfolgt werden.

            Meines Wissens wurde vor nicht allzu langer Zeit erstritten, dass in Frankreich der Begriff des Tyrannenmordes Einzug in die Rechtsprechung hielt. Auslöser war ein Fall, in dem eine Frau ihren vermeintlich gewalttätigen Mann, abseits jedes Streits, in argloser Situation, von hinten (!) zwei Mal (!) mit einem Jagdgewehr (!) in den Rücken geschossen hatte. Die damit einhergehende Verharmlosung bis hin zu völliger Straffreiheit schwerwiegender Selbstjustiz wurde von der Verteidigerin der Frau als großer Sieg für all die unterdrückten, geprügelten Frauen gesehen. Man halte also fest: partnerschaftliche Gewalt ist, soweit der seriöse (sprich: nicht feministische) Wissenschaftsstand, unter den Geschlechtern sowohl bei Opfern wie auch bei Tätern in etwa gleich verteilt. Staatlich organisiert oder zumindest gestützte Hilfsangebote richten sich ausschließlich an Frauen. Gleichzeitig ist es uns wohl allen klar, wie gering die Chancen eines Mannes wären, der eine vermeintlich gewalttätige Partnerin ermordet, sich ebenfalls auf einen Tyrannenmord berufen zu können. Selbst der Gerichtsbarkeit ist in erschreckender Regel der Stand der Wissenschaft zu dem Thema unbekannt und sie urteilen aufgrund gesellschaftlicher Klischees. Das heißt also, es wurde faktisch ein Freifahrtschein zum (zumindest beinahe) straffreien Ermorden des Partners geschaffen, mit der Begründung, damit aus einer „ausweglosen Lage zu entfliehen“, der sich ausgerechnet in der Praxis nur an die richtet, denen exklusiv unzählige Hilfsangebote gestellt werden, um sich anderweitig zu behelfen. Wenn frau also nicht mal in der Lage ist, eine der dutzend Hände zu greifen, die man ihr reicht, dann drückt man auch gerne alle Augen zu, wenn sie stattdessen zur Selbstjustiz greift.

            Den Terminus des Tyrannenmordes auch bei uns fest im Strafgesetz zu verankern, ist bekanntlich auch schon seit Ewigkeiten ein feministisches Ziel.

            Die Sache mit dem Femizid geht meines Erachtens in die andere Richtung. Hier versucht man ein Narrativ zu schaffen, das prinzipiell alle Morde an Frauen als irgendwie schlimmer, verdammungswürdiger erscheinen lässt. Und gewiss soll das Ziel sein, dass irgendwann „Femizid“ als gesonderter Straftatbestand eingeführt wird, der, wie es ja auch jetzt schon propagandistisch betrieben wird, auf JEDEN Fall draufgeklatscht wird, in dem (selbst wenn auch nur unter vielen anderen) eine Frau getötet wird.

            In einigen Ländern gibt es ja bereits als gesonderten Straftatbestand die sogenannten Hassverbrechen, was natürlich in sich schon eine irgendwie tautologisch anmutende Wortschöpfung ist, geschehen doch wohl die meisten Verbrechen aus eben dieser Emotion heraus. Die Hassverbrechen UNTERSTELLEN aber eben einen gesonderten Hass, etwa auf eine Gruppe, wenn z. B. ein Weißer einem Schwarzen eine aufs Maul gibt. Heißt: haut ein weißer seinem schwarzen Nachbarn eine rein, weil der ihm ständig seinen Hund direkt vor die Haustür kacken lässt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dies als Hassverbrechen gewertet wird, ist sein Nachbar jedoch ebenfalls weiß, wertet man dieselbe Tat juristisch in logischer Konsequenz dann wohl einfach nur als gut gemeinten Ratschlag, den man ihm damit geben wollte. 😉

            In Ländern, in denen es diesen Termins gibt, ist es wohl ohnehin ein leichtes, für die feministische Propaganda, auch sehr pauschal jedes Verbrechen gegen eine Frau als Hassverbrechen in die Rechtsprechung reinzudrücken.

            In den Ländern, wo es so etwas nicht gibt, muss man da eben andere Geschütze auffahren. Z. B. eben die Etablierung von Begriffen wie „Femizid“, unter anderem indem man, wie geschehen, „Wording“-Richtlinien an Journalisten verbreiten lässt, künftig gezielt diesen Begriff immer zu verwenden, wenn Frauen getötet worden sind. Steter Tropfen höhlt den Stein; das gilt bekanntlich auch für die menschliche Wahrnehmung.

          • @Billy

            „Die Hassverbrechen UNTERSTELLEN aber eben einen gesonderten Hass, etwa auf eine Gruppe“ – wobei bereits die Definition der Gruppen im Rahmen einer Unterstellung erfolgt.

            Wenn bspw. alle Muslime gehasst würden, wäre das ein Problem, dass hingegen halsabschneidende Islamisten gehasst werden, weil sie unmenschliche Gräueltaten begehen, steht auf einem anderen Blatt.
            Wenn unter dem Deckmantel der „Islamophobie“ das Motiv für den Hass, nämlich mörderische Unmenschlichkeit die gleiche Qualität erhält wie die emotionale Ablehnung einer religiösen Gruppe, dann gibt man den Islamisten die beste Gelegenheit sich hinter „den Muslimen“ zu verstecken.
            Und den Rechten die Möglichkeit zu behaupten, beide Gruppen seien deckungsgleich.

            Unter dem Vorwand des besonderen Schutzes „des Islam“ kann man z.B. Gesetze – wie in GB – verabschieden, die den Straftatbestand Blasphemie wieder ins Strafgesetzbuch hieven.
            Das Problem an den Linksidentären ist, sie denken nicht, sie moralisieren – 5 Minuten über nicht intendierte Handlungsfolgen nachzudenken ist für die „moralisch Guten“ schon eine Zumutung.

            Wie windelweich „Hassverbrechen“ definiert werden: Es sind nur dann solche, wenn es sich um Taten gegen vorab privilegierte Gruppen handelt, finde ich ausgesprochen vielsagend.
            Wie du schon schriebst, existiert bei einem Partnerschaftsmord, begangen von einer Frau an einem Mann weder das unterstellte Motiv, noch ist der Mann als Opfer in einer Opfergruppe, die einem „Hassverbrechen“ zum Opfer fallen könnte.
            D.h. eine so erstellte Kriminalstatistik würde dann wieder „beweisen“, was in der Theorie bereits angelegt worden ist. Gute Opfer, schlechte Opfer, die gute Täterin, der böse Täter.

            Ebenso windelweich die Definition von „Hass“. Mir ist nicht klar, wie sich „Hass“ zu schüren inhaltlich von dem §130 StGB abgrenzt: „Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

            1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
            2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
            wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

            Immer, wenn derart ausdrücklich über einen bereits existierenden Paragraphen im StBG geschwiegen wird habe ich die Vermutung, man möchte eine ganz andere, frei verfügbare Definition eines Straftatbestandes in der Hinterhand behalten.
            Es ist vor den bereits schon geschehenen Versuchen einer nützlichen Redefinition (a la Rassismus gegen Weiße kann es nicht geben und auch keinen Sexismus gegen Männer) absehbar, dass man Männer natürlich legitim hassen darf.

            Die m.E. die nächstliegende Aktion, die sich seit Jahren abzeichnet, nämlich bereits Kritik am Feminismus als Ausdruck von Hass strafbar zu machen.
            Hat man die Bedrohungsszenarien erst einmal absurd genug aufgeblasen („Femizid“), dann ist die Widerlegung eines feministischen Mythos Beweis einer aus Hass erfolgten „strukturellen Gewalt“ – allein weil Kritik am Feminismus „dominant“ von Männern erfolgt. 😉

        • Zitat daraus:

          „Neben dem rassistischen Ideologen interessierten sich im „Kirchenkampf“ der NS-Bewegung zwei weitere Gruppierungen für das Thema der europäischen Hexenverfolgungen: Der völkische Feminismus und die neuheidnischen Glaubensbewegungen. Mathilde Ludendorff (1877-1966), neben ihrem Ehemann Erich Ludendorff (1865-1937) Führerin einer neuheidnischen Gruppierung [54], widmete speziell dem Hexenthema 1934 mit Auflagen von über hunderttausend Exemplaren das Pamphlet „Christliche Grausamkeit an Deutschen Frauen“.“

          Übrigens: Um ein Haar wäre der völkische Feminismus Ludendorfs Nazistaatsdoktrin geworden.

    • Das Patriarchat, wörtlich verstanden als die Herrschaft der Väter, ist nur dann plausibel, wenn man die letzten 50 Jahre verpennt hat. In der Familie ist eindeutig die Frau besser gestellt, was sich insbesondere bei Trennung/Scheidung ganz klar zeigt. Somit wäre es in diesem Fall angemessener, von einem Matriarchat zu sprechen.
      Gesellschaftliche Machtpositionen sind einer kleinen Minderheit vorbehalten, eine Minderheit, die von Männern dominiert wird, aber in keiner Weise als repräsentativ für die Gesellschaft als Ganzes gelten kann, weil es sich eben um eine kleine Minderheit handelt.

      • @Pjotr

        diese angebliche Besserstellung, wenn sie denn wirtschaftlich gemeint ist, gibt es nicht, was zahlreiche Untersuchungen zum Armutsrisiko von geschiedenen Frauen belegen.

        Auch selber wüsste ich nicht, wo ich nach der Trennung von meinem Ex besser gestellt gewesen wäre…außer in dem Umstand, dass er endlich weg war. OK, lasse ich als Besserstellung gelten.

        Das Patriarchat ist nicht mehr so mächtig wie es mal war, das stimmt. Trotzdem existieren immer noch Strukturen und Mechanismen, die auch diese Männerdominanz in gesellschaftlichen Machtpositionen sichert.

          • Feminismus als Staatsreligion, der Frauen einredet, das es in den Chefetagen üblen Sexismus gegen Frauen gibt, das Frauen es da immer schwerer haben und die ganze Umgebung dort frauenfeindlich ist.

            Das wäre die Struktur, die Frauen Angst vor Führungspositionen macht.

        • was zahlreiche Untersuchungen zum Armutsrisiko von geschiedenen Frauen belegen.

          Oh, ging die Rechnung nicht auf, auf Kosten des Wirts (des Trennungsvaters) ein schönes Leben mit den von ihm entfremdeten Kindern zu führen? Das tut mir aber Leid.

          Die Studien sind manipuliert, denn sie berücksichtigen das Armutsrisiko der Trennungsväter entweder gar nicht, oder diese werden künstlich reich gerechnet. Erst kürzlich kam eine ministerielle Studie zum Ergebnis, dass von „unterhaltssäumigen“ Trennunsvätern, denen man den Führerschein wegnehmen wollte, nichts zu holen sei, weil sie schlicht pleite sind – was aber in der feministischen Bubble nicht auf den Tisch kommt.

          Trennungsväter sind um ein vielfaches mehr gefährdeter, Selbstmord zu begehen. Die Hälfte der männlichen Obdachlosen sitzt deshalb auf der Straße, weil sie eine Trennung hinter sich haben. Und du willst allen Ernstes auf die Tränendrüse drücken für die armen Frauen? Hier? In Trennungssituationen sind die Mütter massiv und – um eines der feministischen Lieblingswörter zu verwenden – strukturell bevorzugt. Deshalb gehe die Mehrheit aller Trennungen auch von den Müttern aus, denn sie sind es, die reiche Kriegsbeute machen mit den Kindern und Unterhaltsansprüchen. Die Mutter, nicht der Vater hat die Macht, den anderen Elternteil willkürlich zu entsorgen, aus dem Leben der Kinder auszulöschen und sich dieses egoistische Lebensmodell von eben diesem entsorgten Elternteil finanzieren zu lassen. Ergo leben wir in einem Matriarchat.

          Deine Klage zeigt aber auf, was mit Überwindung des „Patriarchats“ gemeint ist: Männer (Väter) haben das feudale Leben der Frauen zu unterhalten, gleichzeitig wird ihnen aber keinerlei Rechte zugestanden.

          • „Die Studien sind manipuliert, denn sie berücksichtigen das Armutsrisiko der Trennungsväter entweder gar nicht, oder diese werden künstlich reich gerechnet.“

            Es ist banaler – und trotzdem nicht ganz falsch.

            Dass Väter kaum jemals in die Armutsfalle geraten, liegt schlicht daran, dass sie bei der Berechnung der Unterhaltshöhen bis genau an die GRENZE der Armut ausgenommen werden.
            Beispiel – ohne Anspruch auf Wirklichkeit:
            Eheleute (zwei Kinder) werden geschieden,
            Mann verdient 1.800 € netto (bereinigt),
            Unterhalt für die Kinder insgesamt 600 €,
            Selbstbehalt 1.000 €,
            ergo erhält die Frau 200 € – und ist tief in die Armutsfalle gerutscht.
            Der Mann hat am Ende nicht mehr als sie, weil sie mit Wohngeld und Sozialhilfe aufstocken kann, er aber nicht, weil – seine Einkünfte liegen ja oberhalb der Armutsgrenze und er erscheint nicht in der Armutsstatistik.
            Wenn es ganz hart kommt, bleibt ihm sogar noch weniger, als ihr, weil er nämlich auch noch sämtliche Umgangskosten für die Kinder tragen muss.

          • @uepsilonniks

            Nö, da gab es keine Rechnung. Im Gegenteil lege ich Wert darauf, finanziell nicht von einem Mann abhängig zu sein.

          • @uepsilonniks,

            also ich gehe arbeiten, ich zahle Steuern und Sozialabgaben, ich habe keinen anderen Steuersatz als ihn Männer haben.

            Daher sind für mich auch solche Links wie Du ihn gebracht hast nur populistische Stimmungsmache gegen Frauen auf AfD Niveau.

          • „Daher sind für mich auch solche Links wie Du ihn gebracht hast nur populistische Stimmungsmache gegen Frauen auf AfD Niveau.“

            So wie Links auf Studien, die angeblich zeigen sollen, dass Frauen für die gleiche Arbeit bei gleicher Qualifikation weniger Geld bekommen Stimmungsmache gegen Männer ist?

          • „also ICH gehe arbeiten, ICH zahle Steuern und Sozialabgaben, ICH habe keinen anderen Steuersatz als ihn Männer haben.“

            Aaah so!
            Und weil Du arbeiten gehst und Steuern zahlst, kann das alles mit dem Unterhaltsrecht nicht stimmen.
            Klingt logisch.

            Ist es aber nun mal nicht.

            Mal davon abgesehen, dass Du allein aufgrund Deines Geschlechts weit mehr von Deinen Einzahlungen profitierst, als ich als Mann. Aber das wird bei der Bilanz natürlich unterschlagen, weil es nicht ins Opfernarrativ passt.

          • Das wäre eine gute Sache: Sozialabgaben und Steuern paritätisch nach den Abgaben der Frauen ausrichten (also als 50% setzen) und die Männer dementsprechend entlasten (dass sie genau 50 % zahlen). Bei der Auszahlung dann auch auf die Parität achten.

            Wenn schon „Geschlechtergerechtigkeit“, dann bitte richtig, lol

        • Du bist echt ein feministischer Phrasen-Bullshit-Generator.

          Trotzdem existieren immer noch Strukturen und Mechanismen, die auch diese Männerdominanz in gesellschaftlichen Machtpositionen sichert.

          Machtpositionen? Also Macht? Welche Macht?

          Daraus:

          Und vor allem: Wer die Macht hat, kann auch über sein eigenes Leben bestimmen. Wer die Macht hat, plant nicht Obdachlosigkeit ein. Wer die Macht hat, plant keinen Gefängnisaufenthalt ein. Wer die Macht hat, arbeitet nicht ein Leben lang in einem unerquicklichen Beruf. Wer die Macht hat, gerät nicht in Lebenssituationen, wo allein Selbstmord als der letzte Ausweg scheint. Wer die Macht hat, wird nicht gegen seinen Willen von seinen Kindern getrennt. All das sind Zustände niederschmetternder Machtlosigkeit.

        • „was zahlreiche Untersuchungen zum Armutsrisiko von geschiedenen Frauen belegen.“

          Welche denn? Beziehen die denn auch mit ein das den Frauen die Hälfte von dem zusteht, was ihr Mann in den gemeinsamen Jahren erwirtschaftet hat und das dieser Mann, dann auch nur noch die Hälfte zu Verfügung hat, sollten sie sich trennen?

  7. An dieser Stelle will ich auch nochmal auf meinen Kommentar, den ich beim vorigen Blog-Artikel („Lucas Schoppe zu weiteren Problemen feministischer Positionen“) beitrug, verweisen, weil ich in Erinnerung habe, dass Ingbert Jüdt sein Buch aus (s)einer linken Position heraus schreibt, Feminismus von Sozialismus/Kommunismus nicht zu trennen ist: https://allesevolution.wordpress.com/2019/10/13/lucas-schoppe-zu-weiteren-problemen-feministischer-positionen/#comment-425299

      • Also, wenn Christian will, darf er ihn gerne als Gastartikel verwenden — ebenso wie jeder andere. 🙂 Allerdings habe ich ihn ja schon auf die in der Diskussion aufgeworfenen Fragen gemünzt, ob — oder welcher — und inwiefern Feminismus mit Sozialismus/Kommunismus (linker Politik) direkt zusammenhängt. D.h. entweder müsste dann auch die Seite mit der Diskussion verlinkt werden oder diese nochmal zusammengefasst in eine Einleitung gepackt werden (sogar auch, welche die von mir genannten Kommentatoren — Adrian und Alex — welche Position(en) im Gegensatz zu den anderen vertreten haben), denn sonst versteht man diesen Teil meines Kommentars nicht. Aber man kann natürlich auch den Kommentartext umgestalten … ich erhebe keine Rechte darauf. 😉

        Ich habe bei dem Satz im obigen Kommentar übrigens ein „allerdings“ nach „Feminismus“ vergessen. D.h. der letzte Halbsatz war nicht als Positionszuschreibung gedacht.

  8. Es ist ja vielleicht doch ganz gut, daß Claudio oben seine Einwände formuliert hat, weil viele der dann folgenden Kommentare noch mal diverse Punkte deutlicher gemacht oder auch erweitert haben.

  9. @Claudia
    Du schreibst:
    „Feministisch ist meiner Meinung nach was auch der Verkäuferin bei Lidl und Co. nutzt. Und nicht wenn eine Handvoll Frauen sich mit Hilfe von Gesetzen gegenseitig Aufsichtsratsposten zuschanzen.“

    Aber schussendlich läuft doch der heutige Feminismus darauf hinaus, primär eine Interessensgruppe für die Frauen-Akadmikerklasse zu sein. Das sehen wir in der Ökonomie (Quoten und Förderung für Kaderstellen), beim Staat und bei der Politik. Bei all diesen Massnahmen profitieren primär und vor allem Akademikerinnen. Die alte Mittelschicht, die untere Mittelschicht und die Unterschicht profitieren vom heutigen Feminismus doch nur marginal oder überhaupt nicht. Sie sind eher noch die Verliererinnen, zumal wir heute eher wieder in einer Abstiegsgesellschaft leben und nicht in einer nivellierten Mittelstandsgesellschaft, die Schere bei den hohen und niedrigen Einkommen und Vermögen immer wie grösser wird, die politische Partizipation der Nicht-Akademiker immer wie geringer wird, Postpolitik und Postdemokratie zunehmen und vieles andere mehr. 🙂

  10. Pingback: Schoppe: Feminismus und die (männliche) Struktur der Gesellschaft | uepsilonniks

  11. @crumar
    Du schreibst:

    „Wie windelweich „Hassverbrechen“ definiert werden: Es sind nur dann solche, wenn es sich um Taten gegen vorab privilegierte Gruppen handelt, finde ich ausgesprochen vielsagend.
    Wie du schon schriebst, existiert bei einem Partnerschaftsmord, begangen von einer Frau an einem Mann weder das unterstellte Motiv, noch ist der Mann als Opfer in einer Opfergruppe, die einem „Hassverbrechen“ zum Opfer fallen könnte.
    D.h. eine so erstellte Kriminalstatistik würde dann wieder „beweisen“, was in der Theorie bereits angelegt worden ist. Gute Opfer, schlechte Opfer, die gute Täterin, der böse Täter.

    Ebenso windelweich die Definition von „Hass“. Mir ist nicht klar, wie sich „Hass“ zu schüren inhaltlich von dem §130 StGB abgrenzt: (…)“

    Dabei hast du wohl übersehen, dass die Rechtsprechung davon ausgeht (obwohl es das Gesetz nicht hergibt), dass es auch bei der Volksverhetzung (§130) nur Minderheiten als davon betroffen geben kann. Daher dürfen autochthone Deutsche ja auch öffentlich „Köterrasse“ genannt werden etc.
    „Hassverbrechen“ ist also kein dem – übrigens juristisch viel kritisierten – Gummiparagrafen („zum Hass aufstachelt“) 130 entgegengesetzter, sondern von dessen richterrechtlicher Auslegung abgekupferter Begriff, der auch noch im Gesetzestext dementsprechend „gleich richtig“ definiert werden soll. 😉
    Die AfD hatte ja versucht, durch eine kleine Gesetzesänderung beim 130er klarzustellen, dass die Mehrheitsgruppen von Volksverhetzung betroffen sein können wie alle anderen auch. Denn es ist ja auch der eigentliche (zumindest offizielle ;-)) Sinn dieses Paragraphen, den inneren (oder öffentlichen?) Frieden zu gewährleisten. Zwar ist sie natürlich aufgrund des Widerstands der anderen BT-Fraktionen dagegen dabei gescheitert, aber die Wahrscheinlichkeit, dass diese Gesetzes(text)änderung* in den kommenden Jahren noch stattfindet, wird nicht geringer. Daher ist es wohl auch das Anliegen, „Hassverbrechen“ rechtzeitig gesetzlich zu verankern.

    * = Das Gesetz würde eigentlich nicht geändert, sondern die absurde richterrechtliche Auslegung dessen, also die Rechtsprechung, da nur eine Formulierung hinzugefügt würde, die diese absurde Rechtsprechung verunmöglichen würde.

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