Herr der Ringe: Ein weiblicher Gandalf?

Gerade macht eine Meldung die Runde:

Aktuell plant Amazon Prime eine neue „Herr der Ringe”-Serie und hat laut Medienberichten allein für die Rechte 250 Millionen US-Dollar auf den Tisch gelegt (Die Tagesstimme berichtete). Bekannt geworden ist bisher, dass es fünf Staffeln geben soll, die das Zweite Zeitalter von J.R.R. Tolkiens Fantasywelt behandeln werden. Die Handlung spielt also noch vor den erfolgreichen „Herr der Ringe”- und „Hobbit”-Filmen. Es ist die Zeit, in welcher der Dunkle Herrscher Sauron aufsteigt und die Ringe geschmiedet werden.

Im September äußerte sich die Schauspielerin Robyn Malcom zur neuen Serie. Sie selbst spielte im zweiten Teil der „Herr der Ringe”-Filmtrilogie eine Nebenrolle als Mutter des Königs Théoden von Rohan. Zur geplanten Serie befragt, sprach sich Malcolm für eine inhaltlich große Änderung aus. Ihrer Ansicht nach solle aus dem Zauberer Gandalf, der in den Filmen von Ian McKellen gespielt wurde, in der Serie eine Frau werden.

„Mir würde es sehr gefallen, wenn Gandalf von einer Frau dargestellt werden würde. Gandalf sollte eine Frau sein. Wieso wieder ein alter Mann mit langem weißen Bart? Ich meine, Ian McKellen hat hervorragende Arbeit geleistet, aber wir brauchen nicht schon wieder einen Mann. Eine Maori kuia (eine ältere Frau in Maori, Anm. der Red.) sollte Gandalf spielen”, wird Malcolm von der Otago Daily Times zitiert.

Ob Gandalf aber in der Serie überhaupt vorkommt, ist noch offen, schließlich erscheint der Zauberer in Tolkiens Saga eigentlich erst im folgenden Dritten Zeitalter in Mittelerde.

Tatsächlich war die Rolle in Herr der Ringe so unbedeutend, dass isch das Gesicht wahrscheinlich keiner gemerkt hat:

Morwen ist eine Bewohnerin der Westfold. Sie kommt nur in der Filmtrilogie vor. Sie wurde von Regisseur Peter Jackson vermutlich nach Morwen von Lossarnach, der Mutter König Théodens benannt.

Morwen wird von der neuseeländischen Schauspielerin Robyn Malcolm gespielt.

Die Zwei Türme
Morwen ist die Bewohnerin eines Dorfes in Rohan, vermutlich der Westfold. Bei einem überraschenden Überfall Wilder Menschen und Uruk-hai Sarumans schickt sie ihre Kinder Éothain und Freda auf einem Pferd nach Edoras, um bei König Théoden Alarm zu schlagen. Die Kinder erreichen die Hauptstadt Rohans kurz nach der Beerdigung Théodreds und werden von Éowyn versorgt. Während sie in der Goldenen Halle essen, beratschlagen Théoden und Gandalf über die Kriegsführung gegen Saruman. Später ist Morwen in Helms Klamm unter den Flüchtlingen zu sehen. Sie trifft dort ihre Kinder wieder.

Ihrem Lebenslauf ist zu entnehmen, dass sie in Australien eine gewisse Bekanntheit hat, da sie dort in einer Soap mitspielte. Was sie dann wahrscheinlich zu dem Interview brachte.

Es ist immer etwas unfair zu bewerten, wenn man das Interview nicht selbst gesehen hat: Hat sie das Thema selbst aufgebracht? Hat man sie gefragt, ob sie sich einen weiblichen Gandalf vorstellen könnte oder welche „starke Frauenrolle“ sie sich für die Serie vorstellen könnte?

Dennoch wieder etwas das Feindbild vom alten Mann, diesmal nur mit weißen Bart.

Wäre eine weibliche alte Zauberin ein Drama? Nein, wenn sie eine gut geschriebene Figur wäre, warum nicht. Immerhin gab es ja weibliche Maiar bei Tolkin mit erheblicher Macht. Könnte ein Mächtiger Maia seine Gestalt ändern? Wahrscheinlich schon. Gibt es irgendwelche Grundlagen dafür, dass Gandalf mal als Frau auftrat? Meines Wissens nach Nein.

Aber warum in einer solche Geschichte eine Figur wie Gandalf als Frau auftreten lassen und nicht einfach eine neue Magierin entwickeln?

Gut, es ist nur die immerhin schlagzeilenkräftige Aussage einer relativ unbedeutenden Schauspielerin, die immerhin für PR gesorgt hat damit. Und das alleine wäre für sie sicherlich ein gewisser Erfolg, der sie wieder ins Rampenlicht bringt.

39 Gedanken zu “Herr der Ringe: Ein weiblicher Gandalf?

  1. Noch weiss keiner, was die Serie überhaupt enthalten wird. Da gehen ja die Aussagen und Spekulationen auseinander.

    Wenn es die Entstehungsgeschichte der Ringe ist (2.Zeitalter), dann gibt es gar keinen Gandalf. Es gibt allerdings auch Gerüchte über eine Verfilmung der Jugend von Aragorn (warum auch immer), dann wäre das etwas anderes. Und Aussage der Chefin von Amazon Studios war, es würden bekannte Charaktere vorkommen.

    Nichtsdestotrotz zeigt so eine Äußerung vor allem, dass man keinen Respekt vor dem Ausgangsmaterial hat, und einem die Fans vollkommen egal sind. Und dass man selbst entweder nicht genug Ahnung hat, oder es schlicht um pure Provokation geht.

    • Kommt mir vor wie das typische feministische Rumgeheule, wenn Jungen sich etwas ausgedacht oder erschaffen haben.
      Mami, Mami, die wollen mich nicht mitspielen lassen…

  2. Robyn Malcolm ist jetzt übrigens 54 und damit in einem guten Alter, einen Zauberer im 2. Zeitalter zu spielen.
    Ich bin sicher, da gibt es keinen Zusammenhang.

  3. Bei dieser Debatte kommt ja regelmäßig der (in meinen Augen korrekte) Einwand: „Warum kreiert ihr keine neuen weiblichen Rollen anstatt vorhandene Männerrollen zu verweiblichen?“
    Wenn man die Filme der letzten Jahre so durchgeht fällt ja auch auf, dass dieses Argument von feministischer Seite eigentlich dringend ernst genommen werden sollte, da die weiblichen Hauptrollen, die großen kommerziellen Erfolg hatten, ausschließlich solche waren, die von vornherein als weibliche Figuren kreiert wurden. Mir ist jetzt erst kürzlich bewusst geworden, weshalb dieses Argument dennoch so konsequent ignoriert wird und stattdessen ständig neue Forderungen nach einem weiteren Gender Switch in den Raum geworfen werden: Wenn ab sofort nur noch eigenständige Frauenrollen kreiert und die Verweiblichung vorhandener Männerrollen aufgegeben wird, verlieren die Feministinnen bei diesem Thema ihren lieb gewonnenen Kampf gegen jede noch so lächerliche männliche Dominanz.
    Man kann daher an diesem Thema letztlich wunderbar erkennen, dass den Feministinnen der Kampf gegen Männer oder Männlichkeit letztlich wichtiger ist, als der Einsatz für Frauen bzw. Weiblichkeit.

    • Eine neue Figur trägt ein Risiko in sich und Frauen mögen ungerne Risiken eingehen, daher auch lieber Frauenquoten in etablierten Unternehmen fordern, anstatt selbst Geld in eine Idee zu investieren. Aber Hollywood scheint eh gerade nur noch altes zu verwursten, ohne das wirklich cooles neues entsteht. Wieviele Superheldenfilme sollen noch kommen? Die werden gesehen, weil das bekannte Rollen sind – der Name/das Label holt die Zuschauer.

    • Ghostbusters (i.e. Nerds, die sich KnowHow aneignen, für das sie von der Gesellschaft verlacht werden, das aber durch Zufall wichtig wird und sie ungelenk in ihre so entstandene Aufgabe/Verantwortung reinwachsen und sogar bereit sind, ihr Leben zu riskieren) auch nicht.
      So was machen Frauen nicht.

      Trotzdem wurde ein Film draus.

      Der feministischen und pudeligen Dummheit sind keine Grenzen gesetzt.

      • >>> So was machen Frauen nicht.

        Das ist wohl selbst für Hollywood zu absurd. Filme funktionieren im Wesentlichen dann, wenn die innersten Wünsche der Menschen berührt werden.

        Grob vereinfacht ausgedrückt: Männer träumen davon, Helden zu sein und Frauen träumen davon, gut auszusehen und vom Helden begehrt zu werden.

        Der weibliche Ghostbusters ist somit eine zielstrebige Produktion am Kunden vorbei. Wer will schon wie eher weniger gut aussehende Heldinnen sein, wenn die nicht wenigstens am Ende vom hässlichen Entlein zur Schönheit werden und der coolste Prinz in the Hood sich für sie entscheidet. Danach sehnen sich weder Frauen, noch Männer. Bei Tomb Raider gibt man dem männlichen Publikum wenigstens noch ein Törtchen in Hotpants fürs Auge. Der weibliche Ghostbusters ist somit ausschließlich für Mitleidsgucker produziert worden, die Frauen für in jeder Hinsicht bemitleidenswerte Opfer halten und denen man wie kleinen 3-Jährigen aufmunternd einreden will, dass sie es ganz toll gemacht haben, wenn sie auf dem Klo Pipi gemacht haben (um wenigstens irgendetwas Positives dem Kind sagen zu können).

        Das ist halt wie ähnlich (bzw. nicht einmal) wie beim Frauenfußball, wo das weibliche Publikum ähnlich wenig davon träumen kann, für ihre Schönheit vom Prinzen erwählt zu werden bzw. dem männlichen Publikum kaum ihre Träume angesprochen werden, ein ähnlicher sportlicher Held sein zu können. Auch hier schauen im Wesentlichen nur Mitleidsgucker und eben wie bei Tombraider ein paar notgeile Böcke, insbesondere dann, wenn die Frauenfussballer ähnlich wie beim Volleyball „Sex sells“ nicht verschmähen (Nacktfotos…) und mit dieser Komponente noch ein männliches Publikum für deren sexuellen Sehnsüchte finden können. Frauenfußball ist daher entsprechend logisch ähnlich ein relativ potentialloses Produkt an den Wünschen des Marktes vorbei, jedenfalls dann, wenn man es ähnlich wie bei dem weiblichen Ghostbusters ohne „Sex sells“ versuchen möchte. Quasi eine zielsichere markttechnische Totgeburt.

        • „Wer will schon wie eher weniger gut aussehende Heldinnen sein, wenn die nicht wenigstens am Ende vom hässlichen Entlein zur Schönheit werden und der coolste Prinz in the Hood sich für sie entscheidet.“

          Klappt durchaus.
          Siehe die geniale Kathy Bates in „Misery“.

          Oder Jodie Foster in „Das Schweigen der Lämmer“, einem der besten Filme in meinem Regal.

          • Fandest Du Jodie Foster zu der Zeit unattraktiv? Ich habe den Film jetzt nicht mehr ganz so in Erinnerung, aber war nicht gerade in dem Film der subtile Plot, dass Jodie Foster quasi die Schülerin bzw. im übertragenden Sinne die Raupe war, die groß durch den Fall zum Schmetterling wurde. Also quasi das kleine hässliche Entlein, welches sich zur guten Ermittlerin mauserte und sich den Respekt des schlauen Hannibal erarbeitete?

            Ja, es ist das Schöne im Leben, dass nicht immer alles vorhersagbar ist, die grundsätzlichen Grundregeln werden dadurch trotzdem nicht widerlegt. Ja, es kann auch mal vorkommen, dass eine Frau als Heldin gut im Kino ankommt (z.B. weil die Story insgesamt gut ist oder der Film anderweitig einen Nerv trifft / oder aber weil wie bei Misery der Autor Stephen King schon eine gewisse Fanbase angesprochen hatte / …). Darauf hoffte man ja auch bei Ghostbusters, dass der vorher schon vorhandene Erfolg eine ausreichende Grundlage für weitere Erfolge sein könnte.

            Diese Filme waren daher anders als z.B. als Die Hard, Pretty Woman, … somit nicht deswegen erfolgreich, weil die insgeheimen Sehnsüchte der Zuschauer erfüllt wurde, sondern weil es andere Erfolgskomponenten gab (ich schrieb oben ja auch „grob vereinfacht“). Aber eher unwahrscheinlich dürfte sein, dass die Erfolge darauf beruhten, dass die Zuschauer sich nach weiblichen Heldinnen sehnten. Es schadete in diesen Filmen eben nur nicht, vermutlich weil die Frauen trotzdem noch einigermaßen authentisch wie Frauen dargestellt wurden und nicht mit als quasi Mann. Ich habe den Film Misery jetzt nicht gesehen. Aber bei Schweigen der Lämmer tritt Jodie Foster meiner Meinung eben nicht wie ein von Anfang an selbstbewusster Mann auf, sondern wie eine Ermittlerin, die selber ihre Trauma (schreiende Lämmer) verarbeitet und quasi über sich hinauswächst. Und das passt eben auch gut zu einer Frauenrolle.

          • Sigourney Weaver in Alien.
            Linda Hamilton in Terminator.

            Beide nicht grade mein Fall.
            Sehr wohl mein Fall, aber auch extrem geile Rollen…
            Milla Jovovich in Resident Evil
            Jamie Lee Curtis in Halloween
            Kate Beckinsale in Underworld
            Rose McGowan in Planet Terror
            Uma Thurman in Kill Bill
            Zoe Saldana in Avatar/Guardians of Therme Galaxy/Colombiana
            Jennifer Lawrence in The Hunger Games
            Charlize Theron in Mad Max
            Gal Gadot in Wonder Woman
            Scarlett Johansson als Black Widow

            Gibt wirklich genug richtig gute Action / Fantasy / Sci Fi Filme mit weiblichen Hauptrollen oder tragenden Nebenrollen.

            Aber gut aussehen reicht nicht, Drehbuch und Rolle müssen auch was können. Jupiter Ascending, Last Jedi, Ghostbusters und Sucker Punch waren miserable Filme, da kann auch die hübscheste Besetzung nix retten.

          • „Fandest Du Jodie Foster zu der Zeit unattraktiv?“

            Nichts weniger, als das. Sie passt genau in mein Attraktivitätsmuster.
            Aber die Rolle, die sie spielte, baute eben überhaupt nicht auf Titten und knappe Höschen auf, wie z.B. zitierte Angelina Jolie in „Tomb Raider“, oder Uma Thurman in „Kill Bill“.
            Mich überzeugt eben die Karte „Sex“ in einem Film nur dann, wenn es passt. Und wo es in meinen Augen sowas von gar nicht passt, das war dann in „Tomb Raider“. Jolie war prima anzusehen, aber von Niveau her stuf ich den Film auf Augenhöhe mit „Rambo“ ein, also in „Vergiss es!“

            Sigourney Weaver in „Alien“ fand ich auch wieder sehr schlüssig und ganz große Klasse.
            Und offensichtlich geht es nicht nur mir so, gelten doch gerade „Alien“, oder „Das Schweigen der Lämmer“ als Meilensteine der Filmgeschichte.

  4. Ich wundere mich, dass der Blogmaster die entscheidenden Sätze aus dem Artikel nicht zitiert hat:

    „Diese alten Legenden und mythischen Geschichten sind eingebettet in patriarchalischen Strukturen”

    „Warum schauen wir uns nicht die Magie einer matrilinearen Welt an, in der die magischen Kraftzentren Frauen sind?”

    • „Warum schauen wir uns nicht die Magie einer matrilinearen Welt an, in der die magischen Kraftzentren Frauen sind?”

      Das ist doch leicht zu beantworten. Matrilineare Welten sind weit überwiegend Shitholes. Die will und soll keiner sehen.

    • Auf dem Magischen beruht das ganze suprematistische Übermenschen-Selbstverständnis des Feminismus. Daher wollen sie Gandalf als Figur umprägen, das ist ein mythologischer Geschichtsrevisionismus allererster Güte. Denen geht es nicht um Unterhaltung, sondern tatsächlich um einen Glauben, den sie in die Welt setzen wollen! Man will das gar nicht glauben, dass „das Mittelalter“ uns so nah und gegenwärtig ist….

  5. „Könnte ein Mächtiger Maia seine Gestalt ändern? Wahrscheinlich schon.“ Im Prinzip schon, aber im Silmarillion steht eindeutig, dass es die Mann-Frau-Unterschiede der höheren Wesen schon zum Zeitpunkt ihrer Erschaffung gab, bevor die irgendwelche Körper hatten, und dass sie ihre Körper passend zu ihren Charakteren wählten. Hat also nix mit Hormonen oder so zu tun. Oder Evolution.

    Man könnte auch einfach mehr von Galadriel einbringen. Oder generell mehr Elben oder Zwerge, die es beide nicht so mit Geschlechtsdimorphismus haben.

    ODER, aber das wäre ja völlig abwegig, man macht mal was völlig verrücktes: man verfilmt die tolle Geschichte von wunderschönen, magisch begabten Frau, die sich in Lebensgefahr begibt, um ihren Freund zu retten. Das gab’s noch nie: eine männliche Damsel in Distress. Endlich geschlechtergetauschte Rollenverteilung! Aber dazu verfilmen die das falsche Zeitalter – die Geschichte von Luthien und Beren kam im ersten.

    • „man verfilmt die tolle Geschichte von wunderschönen, magisch begabten Frau, die sich in Lebensgefahr begibt, um ihren Freund zu retten“

      Ich will nachher UNBEDINGT noch was zur Dark Crystal: Age of resistence Serie schreiben.

      Ich find sie übrigens toll.

      Episode 4 fängt jedenfalls damit an, dass die vielleicht nicht magisch, aber zumindest mystisch begabte Grottan-Gelfling Deet ihren männlichen Poddling-Freund aus dem Knast befreit.

    • „Nein,“ antworteten sie, „denn wir können nur eine Viertelstunde lang jeden Abend unsere Schwanenhaut ablegen und haben in dieser Zeit unsere menschliche Gestalt, aber dann werden wir wieder in Schwäne verwandelt.“ Das Schwesterchen weinte und sagte: „Könnt ihr denn nicht erlöst werden?“

      „Ach nein,“ antworteten sie, „die Bedingungen sind zu schwer. Du darfst sechs Jahre lang nicht sprechen und nicht lachen und mußt in der Zeit sechs Hemdchen für uns aus Sternenblumen zusammennähen. Kommt ein einziges Wort aus deinem Munde, so ist alle Arbeit verloren.“ Und als die Brüder das gesprochen hatten, war die Viertelstunde herum, und sie flogen als Schwäne wieder zum Fenster hinaus.

      Das Mädchen aber faßte den festen Entschluß, seine Brüder zu erlösen, und wenn es auch sein Leben kostete.

      http://bit.ly/30Tpq5P

      Eigentlich ein alter Hut.
      Erst seit Feminismus ist es außer Mode, dass weibliches Heldentum auch Opfer und Risiko bedeutet.

    • Es gibt genug Frauenmaterial im Silmarillion.

      Luthien Tinuviel, die Beren aus Saurons Kerker befreit, dann den gesamten Hofstaat Melkors in Angband verzaubert und im Anschluss dank ihrer Kräfte sogar von den Toten aufersteht.

      Haleth, eine der ersten Menschen, deren Volk in Zukunft ihren Namen trug.

      Idril Celebrindal, die einen Teil des Volks von Gondolin rettete.

      Melian, die Maia, die durch ihre Zauber dafür sorgt, dass ihr Elbenreich als Letztes fällt.

      Kann man schon was draus machen, wenn man will.

      • Klar, aber das wäre ja wenig progressiv und würde niemanden stören und außerdem, wenn die Figur nicht ankommt, kann man nicht behaupten dass das am gesellschaftliche Frauenhass liegt.

        • Es ist weder besonders schwer, starke Frauen zu schreiben, noch ist das besonders problematisch in Hinblick auf die Zuschauerzahlen.
          Probleme gibt’s erst, wenn man versucht, die Frau _perfekt_ zu machen. Das Problem gibt’s übrigens auch bei Männern, aber da versucht es niemand. Entweder, weil Männer eh‘ nicht perfekt werden können oder weil sie schon perfekt sind. kA.

  6. Tolkien’s Welt quillt nicht über mit weiblichen Figuren, das stimmt. Aber die, die es gibt, sind allesamt keine Pussies.
    Alleine die verfilmte Geschichte (glaube ich 3 Seiten im Silmarillion?) featured mit Galadriel eine der mächtigsten Figuren überhaupt. Dazu kommen mit Arwen und Eowyn zwei starke Charakter, die nicht mal stereotyp weiblich sind.

  7. Pingback: Mehr Frauen bei Tolkien – apokolokynthose

  8. Schade, dass ich erst so spät dazu schreibe…

    Auf Netflix läuft zur Zeit die Serie
    The Dark Crystal: Age of Resistance

    Es ist ein Prequel zum 37 Jahre alten Kinofilm The Dark Crystal, der seinerzeit kein wirklicher Erfolg war, aber sich im Lauf der Zeit eine solide Fanbasis verdient hat.

    Das besondere an dem Film: Er ist mit ausschließlich mit Puppen gedreht.
    Muss man mögen, muss man sich drauf einlassen wollen.
    Ist mir klar, dass das nicht jedermanns Sache ist.
    Aber:
    Ich find’s saustark.
    Ich bin ein großer Fan des Films und war sehr gespannt auf die Serie.
    Und kann nur sagen: ich bin BEGEISTERT.

    Die Frage war natürlich: Wie treu bleibt die neue Serie dem „Gefühl“ des Films?
    Der Originalfilm entstand etwa zur Zeit der originalen Star Wars Trilogie – und Jim Hensons Creature Shop erschuf mit derselben Technik damals auch Yoda.

    Wenn man sich anschaut, welche stilistischen Brüche sich sowohl in der zweiten (prequel) wie in der dritten Star Wars Trilogie finden, dann kann man gar nicht genug hervorheben, wie stilistisch nahtlos diese Serie sich an den Film anschließt.

    Für das Thema dieses Blogs relevant ist natürlich:
    Im Dark Crystal Kinofilm gibt es nur noch zwei überlebende Gelflinge, die getrennt und ohne wissen voneinander aufgewachsen sind. Eine Gelfling-Kultur existiert nicht mehr und die Protagonisten wissen und erfahren nichts darüber.

    Im Dark Crystal gibt es sieben Gelfling-Clans, die jeweils von einer Maudra angeführt werden – es wird also als matriarchale Gesellschaft eingeführt.
    Ein beträchtlicher Teil der Hauptdarsteller ist weiblich.

    Dennoch habe ich nicht das Gefühl, hier von einer SJW Botschaft manipuliert zu werden. Es passt mMn alles, und es ist eine tolle geschichte.

    Obwohl ich ein großer Fan des Originalfilms bin, habe ich mich nie mit dem mittlerweile drum herum entstandenen Kanon befasst:

    Es gibt Bücher und Comics.Und nicht zuletzt einen gescheiterten Versuch eines Nachfolgefilms, dessen Handlung dann ebenfalls als Comic herausgebracht wurde.

    Die Idee der Gelflinggesellschaft als Matriarchat ist offenbar schon vor langer Zeit entstanden – kein SJW Erzeugnis.

    Die Frauen sind auch bei weitem keine rein positiven gestalten und auch keine Mary Sues, sondern komplexe Figuren mit unterschiedlichen Fehlern.

    Es ist insofern also eine tolle Geschichte mit einer matriarchalen Gesellschaft, interessanten weiblichen Figuren und sehr vielen weiblichen Hauptfiguren.

    Im Grunde also eine Serie, die im Prinzip alles haben sollte, was feminstierende sich wünschen.

    Aber wie immer, wenn das tatsächlich mal alles der Fall ist, interessiert das Feministixe natürlich kein Stück (und ich bin auch gar nicht unglücklich darüber…)

    Die Serie wurde kaum in irgend einer Weise als feministisch beworben oder angepriesen, kaum besonders auf darauf Wert gelegt (so weit ich das bislang sehe).
    D.h.: Wenn man nach der Serie sucht, findet man entsprechende Hinweise nicht.

    Wenn man nach dark crystal feminism sucht, findet sich allerdings schon was. Aber selbst da fällt mir auf: Auf der ersten angeblichen Fundstelle finde ich „feminist“ gar nicht auf im Artikel – womöglich hat Google da nur einen Link zu einem feministischen Artikel auf der Seite indiziert, der jetzt nicht mehr gelistet wird.
    Beim nächsten findet sich das Wort irgendwann in der Mitte – da wird direkt gefragt „Would you consider The Dark Crystal: Age of Resistance to be a female fantasy?“, und die befragten blubbern bereitwillig von positiver feminine energy bei den guten und toxic masculinity bei den bösen…

    • The Dark Crystal – das war doch irgendwas mit Skeksen, oder?
      Der ist aber schon verdammt alt. Anfang der 80er? Jedenfalls in der Zeit, als ich noch viel ins Kino ging.
      Ich fand den Film sehr gut, kann mich aber kaum noch dran erinnern.

        • „Netflix macht grad ne Serie draus:“

          Nein – im Ernst?

          (Tipp: mein Post ging um exakt diese Serie, eine andere gibt es bislang nicht… also außer dem Originalfilm …)

          • Dein Sarkasmus kann nur schwach davon ablenken, dass das Carnofis nicht bewusst wurde anhand deines Posts.

          • Echt ?

            hm.

            „Auf Netflix läuft zur Zeit die Serie
            The Dark Crystal: Age of Resistance

            Es ist ein Prequel zum 37 Jahre alten Kinofilm The Dark Crystal“
            Okay, ich hab nicht von „neue Serie geschrieben.
            Also, es ist eine neue Serie.
            Sie wird übrigens nicht mehr gemacht, sondern ist komplett fertig und ich hab die ganze Staffel schon gesehen.

          • Ah- ein missverständnis.
            a misunderstanding.

            es gibt irgendwo so eine Stelle, wo der Chamberlain Skes den Gelflingen was von „misunderstandings“ vorwinselt… das hätte ich jetzt gerne verlinkt, finds aber nicht.

            Aber das hier passt doch auch sehr hübsch

            I’m riddeled with shame, such shame
            😉

          • „Dann bleibt noch die Möglichkeit, dass ich Carnofis‘ Gesprächsbeitrag falsch verstanden hab.“

            Keine Panik, ich kann mit Netflix eh nix anfangen. Ist das so’n Streamingdienst?
            Bei meinem Internet wäre ein entsprechendes Abo rausgeschmissenes Geld.
            Dass es eine Serie zu diesem – im heutigen Zeitalter uralten – Film gibt, hatte ich zwar irgendwie verstanden, war mir aber nicht sicher, ob das oben beschriebene schon der Pilot zur Serie, oder ein Verweis auf den Originalfilm war.
            Insofern lagt Ihr beide richtig 😉

          • Ich bin nach dem Dave Chapelle Hochblubbern vor ein paar Wochen in echter Versuchung, mir für die Comedy Specials mal einen Probemonat Netflix zu buchen.
            Anscheinend zeichnet was Rang und Namen hat bei Netflix regelmäßig seine aktuelle Show auf.

            Dass ich aber eigentlich eh schon viel zu viel Zeit ins Internet kucke, hält mich bisher davon ab.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.