Selbermach Samstag 257 (28.09.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

Antifa

Im Rahmen der Ausbreitung der intersektionalen Theorien und der Rechts- oder Linksrütsche bzw der Polarisierung der Lager rückt auch die Antifa wieder ins Blickfeld.

Sei es in den USA als Gegenspieler der „Alt-right“ oder teilweise auch schlicht aller Konservativer oder eben auch in Deutschland, wie gerade jetzt in einer Debatte im Bundestag

 

Eine Bundestagsabgeordnete trägt einen Anstecker der Antifa, es gibt Protest auch von der AfD und schließlich einen Ordnungsruf gegen Renner.

Die Positionen sind eigentlich ganz einfach:

  • Die einen führen an, dass „Antifa“ bedeutet gegen Faschisten zu sein. Wie kann man nicht gegen Faschisten sein? Jeder, der gegen Faschisten ist, sei damit „Antifa“ und dagegen sein, dass jemand Antifa ist bedeutet irgendwie dem Faschismus zuzustimmen
  • Die anderen führen an, dass „Antifa“ eigentlich eine weitaus engere Bedeutung hat und für eine radikale und militante Gruppe steht, die im Endeffekt linke Ideen verteidigt und dabei auf klare Feindbilder setzt und in diesem Kampf auch Gewalt als Mittel befürwortet. Es wäre insoweit eine linke Schlägertruppe und wer sich zu ihr bekennt macht damit deutlich, dass er Gewalt als Mittel der politischen Auseindersetzung akzeptiert.

Diese binäre Abgrenzung wird dadurch verkompliziert, dass die „Antifa“ eben aus einer Vielzahl autonomen Gruppen besteht, die sich irgendwie dem Kampf gegen den „Faschismus“ verschrieben haben. Verschiedentlich gibt es noch die Unterscheidung in „Antifa“ und „Antifa-M“, wobei das M für Militant steht und damit den gewaltbereiten Flügel kennzeichnen soll.

Da Faschismus auch keine allgemein gültige Definition hat könnte man ebenso anführen, dass die gewaltbereite Antifa selbst einen gewissen (linken) Faschismus lebt, weil sie eine paramilitärische Organisation bildet, die häufig genug ein Spektakel abzieht um Leute einzuschüchtern oder für sich einzunehmen, nur beim „Führerkult“ der oft als weiteres Merkmal aufgegriffen wird, wird es schwierig. Aber das schreckt ja auch die Antifa selbst nicht ab, da sie häufig gegen das Konservative an sich ist, auch wenn kein „Führerkult“ enthalten ist.

Die obige „linkere“ Definition könnte man auch gut und „Feld und Festung“ fassen, also mit dem Umstand, dass man nach Außen hin ein weiter Begriff vorgegeben wird, nach innen aber ein weitaus engerer Begriff vorhanden

Das war hier schon einmal für den Feminismus als beliebtes Argument dargestellt worden:

The feminists who constantly argue about whether you can be a real feminist or not without believing in X, Y and Z and wanting to empower women in some very specific way, and who demand everybody support controversial policies like affirmative action or affirmative consent laws (bailey). Then when someone says they don’t really like feminism very much, they object “But feminism is just the belief that women are people!” (motte) Then once the person hastily retreats and promises he definitely didn’t mean women aren’t people, the feminists get back to demanding everyone support affirmative action because feminism, or arguing about whether you can be a feminist and wear lipstick.

Genauso könnte man anführen, dass die Antifa selbst eben nicht jeden, der nicht einfach nur gegen Faschismus (nach seiner Definiton) ist, sondern das ein Dazugehören weitaus mehr verlangt und wesentlich radikalere Ansätze erfodert.

Ich selbst für Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung keinerlei Verständnis, sei es von links oder rechts. Insofern halte ich eine Distanzierung von der Antifa im engeren, gewaltzugeneigten Sinne, für eine Selbstverständlichkeit des politischen Diskurs und eine notwendige Grundlage für ein politischen Zusammenarbeitens aller politischen Parteien. Eine Distanzierung von solcher Gewalt sollte auch nicht wirklich schwer fallen und ein Antifa-Stecker ist insofern nicht das passende Signal