„Wir brauchen eine weiblichere Welt“

Im Cicero schreibt  Ionna Orleanu über das Erfordernis einer weiblicheren Welt.

Die Einleitung:

Die Welt steht unter den Fittichen des „Männlichen“, ihr fehlt es an Empathie und Emotion, schreibt unsere Gastautorin Ioana Orleanu. Wir brauchen aber keinen alles klein hauenden Feminismus, sondern ein Gegenmodell. Ein Plädoyer für feminine Klugheit

Die Fittiche des Männlichen sind anscheinend schlecht und dagegen braucht man immerhin keinen Feminismus, sondern eine feminine Klugheit.

Dass Frauen das männliche Element, über das sie in höchst persönlicher Ausprägung verfügen, in vollem Umfang entfalten können, ist der große Vorzug unserer Zeit und unserer Gesellschaft. Und ihre Leistungen strafen alle Jahrhunderte Lügen, die behaupteten, sie wären dafür zu schwach. Andererseits steht diese Gesellschaft ganz und gar unter den Fittichen dessen, was Lou Andreas-Salomè als männlich beschrieb.

Durchsetzungsvermögen, Unternehmergeist, extreme Spezialisierung, vernünftelnde Emotionslosigkeit bis hin zum Autismus, ständiges Tätigsein: das wird von allen, überall, gefordert und das wird von allen, brav, geleistet. Unser ganzes Dasein, unser Schaffen, unser Wollen wurzelt und schöpft aus diesen männlichen „Tugenden“. Irgendwie geistert durch uns alle jener Traum vom Tellerwäscher zum Millionär. Also strampeln wir uns ab, Männlein wie Weiblein, zu Tode hetzende Teilchen in einem unbarmherzig zermalmenden Räderwerk. Freilich verzieht kaum einer die Miene. Niemand will sich irgendeine Blöße geben, wir sind ja alle taff, unempfindlich, stark – und wollen es sein.

Es gibt viele Artikel dieser Art und auch im Feminismus kommt es immer wieder vor: Alle Anforderungen, die typischerweise für eine Karriere erforderlich sind und noch etwas Emotionslosigkeit werden im negativen Sinne zum männlichen erklärt. Dabei sind es meist schlicht Anfoderungen, die im Wettbewerb zu einem guten Abschneiden führen. Es ist ja gerade eine der Vorteile unserer auf Arbeitsteilung ausgelegten Gesellschaft, dass wir uns spezialisieren, weil in einer komplexen Welt niemand mehr alles oder auch nur ein größeres Fachgebiet vollständig überblicken kann, sondern in vielen Bereichen eine Spezialisierung schlicht erforderlich ist. Und natürlich auch Durchsetzungsvermögen und nicht Emotionslosigkeit, aber Sachlichkeit, Sachbezogenheit, Problemlösungsorientierung etc.

Es ist nicht zu bestreiten: Die männliche Art zu sein stellt unser Lebensideal dar. Deshalb haftet dem Sanften, Empfindsamen, Schwachen etwas Anrüchiges an. Deshalb hat alles, auch die Literaturkritik, ein Faible für das Trocken-Prosaische. Deshalb werden selbst unschuldigste Ausdrücke wie „Das Herz geht auf“ sofort als kitschig taxiert. Das Herz hat zu zubleiben. Denn wir sind cool. Nicht warm. Nicht rührselig. Nicht – Weiber!

Auch das ist so eine typisch einseitige Betrachtung: Es mag für Karrieredinge ideal sein, aber natürlich spielen im Leben auch viele andere „Arten“ eine Rolle, im persönlichen Umgang etc. Und natürlich hat man es auch gerne, wenn jemanden zur richtigen Zeit „das Herz aufgeht“. Mir geht gerade regelmäßig das Herz auf, wenn Fräulein Schmidt etwas neues macht oder sich einfach des Lebens freut. Und das hat nichts mit männlich oder weiblich zu tun.

Freilich ist diese Art des Seins höchst erfolgreich, ja, eigentlich setzt sie ihren Totalitarismus des Erfolgs seit ungefähr einer Milliarde Jahren durch, als (oh, ja, man sollte wahrlich seinen Ursprung kennen) „die ersten Mikroorganismen“ lernten, „sich gegenseitig zu fressen“. Mit uns, Menschentierchen, droht sie jedoch den Karren höchst erfolgreich gegen die Wand zu fahren.

Den Karren gegen die Wand fahren? Nie, zu keiner Zeit, ging es den Menschen besser. Die Säuglingssterblichkeit ist niedriger als jemals, der Lebensstandard der Leute ist besser als jemals, Leute hungern weniger als jemals. Der konstruktive Wettbewerb hat das Leben insgesamt besser gemacht.

In diesem Sinne muss man einer Sibylle Berg Recht geben, wenn sie dieses „weltumspannende männliche System“ anprangert. Leider bleibt auch sie auf halbem Wege stehen, weil sie mit keinem Wort das erwähnt, was dringend notwendig wäre: Diesem „ungebremsten maskulinen Schwachsinn“, bei dem wir alle mitmachen, ein Modell femininer Klugheit gegenüberzustellen.

Womit wir wieder bei Lou Andreas-Salomè, ihrem weiblichen Element und der unerwarteten Einsicht landen, dass sich gerade hier ihre Aktualität offenbart. Denn, ja, dieses Weibliche stellt das Gegengewicht dar, das dieser aus den Fugen geratenen männlichen Welt helfen könnte, wieder etwas ins Lot zu kommen. Wir dürften es nicht mehr so stiefmütterlich behandeln, wir müssten es aus seinem Aschenputteldasein befreien, aufwerten, zum Ideal erheben, damit wir alle weiblicher werden. Milder. Empathischer. Bescheidener. Kontemplierender. Harmonischer. Organischer. Schöner. Lyrischer. Ich könnte es auch ganz anders ausdrücken: Nicht neuen, unverschämt überbewerteten Frauenfußball neben dem alten, unverschämt überbewerteten Männerfußball braucht das Ländle, sondern: viel weniger Fußball.

Immerhin ein interessanter Ansatz. Aber nur weil sie Fußball nicht versteht bzw warum Leute ihn gerne schauen, bedeutet das nicht, dass er etwas schlechtes ist. Im Gegenteil, hier sind gerade oft Gefühle, hier ist ein gemeinsames Erleben. Ein Wettbewerb bei dem die meisten auch problemlos mit den Fans der anderen Mannschaft zurechtkommen und sich allenfalls einen spielerischen Wettbewerb leisten (auch wenn es Hooligans gibt sind die ja in der Minderzahl).

Eigentlich ist es schon erstaunlich, dass man in Zeiten, in denen alles nach neuen Ansätzen sucht, um den unversöhnlichen Widerspruch zwischen Ökologie und Ökonomie zu lösen, nicht einsieht, dass das, wonach man sucht, das Feminine ist. Rücksichtslose Gier nach mehr und immer mehr, rücksichtsloses Verbrauchen, krebsartiges Wachsen, sinnentleertes Hetzen – diesem Grauen zu entkommen, wäre nur möglich, indem man einen „weiblichen Stempel auf die Dinge drückt“. Lou Andreas-Salomè empfahl das allen Frauen, die in jenem Existenzkampf zogen, „bei dem sie die Ellenbogen brauchen und … um sich hauen wie der Mann“. Wünschenswert wäre es jedoch, denke ich, dass wir es alle täten.

Da verwechselt sie aus meiner Sicht einiges. Frauen haben durchaus eine „Gier nach mehr“. Man schaue sich teure Mode an, die Guccitasche oder die Manolo Blahnik Schuhe sind nur ein Aspekt, aber auch Frauen wollen Konsum, wollen ein gutes Leben und sie wollen insbesondere Männer, die ihnen dies bieten können. Frauen drücken der Gesellschaft bereits ihren Stempel auf – indem sie Männer aussuchen, die in der Konkurrenz gut abschneiden. Nur weil ihr Interesse im Schnitt daran geringer ist sich selbst in den Wettbewerb zu stürzen sondern es lieber andere machen zu lassen bedeutet es nicht, dass sie den Wettbewerb nicht wollen.

Könnten wir das noch? Uns enthäuten, die Panzerschichten ablegen, wesentlich werden? Nun, vielleicht sollten wir als Zuspruch zwei als misogyn verschriene, aber im Grunde feminine Dichterdenker: den tanzenden Nietzsche und den rosenliebenden Benn bemühen: Du hättest – weiblich bleiben sollen, meine Seele, nicht männlich, nicht männlich.

Die Panzerschichten, welch merkwürdige Ansicht. Zumal es wieder eine Apex-Fallacy zu sein scheint: Die meisten Männer haben relativ normale Jobs, ohne dass sie da eine grauenhafte Konkurrenz leben, in der Konsum alles ist und rücksichtslose Gier waltet. Insofern bringt es nichts das eine als weiblich und das andere als männlich darzustellen.

 

39 Gedanken zu “„Wir brauchen eine weiblichere Welt“

  1. Female Supremacist

    Da bildet doch ein eigenen Land, wo ihr so leben könnte.

    Für mich klingt diese Welt, als ob man bei allem die Erwartungen runterschrauben muss. Sind Frauen dazu bereit?

    • @Matze
      Sind Frauen dazu bereit?
      Nagel auf den Kopf getroffen. Das ist die Kernfrage. Alle ihre in dem Text geäußerten Wünsche werden daran scheitern, das diese Frage mit NEIN zu beantworten ist.

      Es zeigt sich schon in der Ironie das nun gerade die als weibliche Heilsbringerin gefeierte Greta eben gerade keine typische Frau ist sondern ein Mädchen mit autistischen Charakter.

  2. Ist das ein Essay oder doch eher Prosa oder Polemik? 🙂 Ich frage mich, weshalb diese Dame nicht einfach das macht, was sie begehrt. Was hindert sie daran, sich selbständig zu machen und dann ihren Lebensunterhalt mit Weiblichkeit, also mit Lyrik, Kontemplation, Nachhaltigkeit, Yoga, Tantra, Veganem, Achtsamkeit, Empowerment, Spiritualität, chinesischer Medizin, Homöopathie, Tai Chi, Qi Gong etc. zu bestreiten? Natürlich niemand! Viel lieber jammert und jammert und jammert unsere Prosa-Feministin die Feuilletons voll, um sich wieder mal als armes unterdrücktes Opfer zu stilisieren und Aufmerksamkeit zu erheischen. Ich vermute, sie wird auch bald den Tucholsky-Preis für tiefschürfende Prosa erhalten. 🙂

    • “ … und dann ihren Lebensunterhalt mit Weiblichkeit, … zu bestreiten? “

      Macht sie doch schon (teilweise) Für solche Texte gibt es doch sicher Geld und in Schland wird sie einst den ersten Posten einer Weiblichkeitsbeauftragten, wenn nicht gar einer Professur besetzen können …

  3. dass das, wonach man sucht, das Feminine ist. Rücksichtslose Gier nach mehr und immer mehr, rücksichtsloses Verbrauchen, krebsartiges Wachsen,

    Manntje, Manntje, Timpe Te,
    Buttje, Buttje in der See,
    myne Fru de Ilsebill
    will nich so as ik wol will

    »Ja,« säd de Mann, »so schall’t blywen, nu wähl wy recht vergnöögt lewen.« »Dat wähl wy uns bedenken,« säd de Fru.

  4. „Dass Frauen das männliche Element, über das sie in höchst persönlicher Ausprägung verfügen, in vollem Umfang entfalten können, ist der große Vorzug unserer Zeit und unserer Gesellschaft.“

    Das gilt aber nur für Feministinnen im Medien- und Kulturbetrieb. Die meisten Frauen vertrauen nach wie vor auf die Macht der Weiblichkeit, ganz traditionell.

    • Gutes Video

      Der Mann, der Esel, der der Karotte hinterher läuft, die die Bestätigung von Frauen symbolisiert und dem man einredet und der sich selbst einredet, er habe die Kontrolle und Macht.

      „Aber ich habe mehr Frauen gefickt wie du“

      Ja, echt traurig

  5. „Rücksichtslose Gier nach mehr und immer mehr, rücksichtsloses Verbrauchen, krebsartiges Wachsen, sinnentleertes Hetzen“….

    Geht’s jetzt um das Parite Gesetz und die Verpflichtung, immer mehr Frauen zu befördern? Und solche Artikel zu schreiben?

    Und dieses „rücksichtslose Verbrauchen“… Ich dachte Frauen treffen 76% aller Kaufentscheidungen. Ja dann kauft halt einfach weniger!

    Und pflanzt euch mit Männern fort, die ein bescheidenes Leben führen, ein kleines oder kein Auto fahren, einfache Klamotten tragen und halbtags arbeiten.

    Man sieht ja tatsächlich an allen Ecken und Enden, dass im Anthropozän – dem Zeitalter, in dem der Mensch die Erde gestaltet – mehr Verantwortung für diese Erde übernommen werden muss. Hier einen männlich / weiblich Konflikt künstlich zu konstruieren, bringt aber weder die Insekten, noch die Vögel oder die Gletscher zurück. Sondern ist nur eine hohle Schuldzuweisung und ein versuchte Stehlen aus der Verantwortung.

  6. „Eigentlich ist es schon erstaunlich, dass man in Zeiten, in denen alles nach neuen Ansätzen sucht, um den unversöhnlichen Widerspruch zwischen Ökologie und Ökonomie zu lösen, nicht einsieht, dass das, wonach man sucht, das Feminine ist.“

    Die Aussage ist ungewöhnlich dumm. Wenn ich ein Merkmal von Frauen als besonders markant bezeichnen würde, dann ist es gerade die Widersprüchlichkeit. Unter anderem die analytische Unfähigkeit, zwischen „Wollen“ und „Können“ zu differenzieren. Sieht man doch bei Merkel und den durchfeminisierten Grünen, sie wollen die ganze Welt retten, in ihrer vorgeblichen Weichheit und Empathie, sind aber unfähig, auch nur die Größenordnung richtig zu beurteilen und richten damit mehr Zerstörung an, als wie sie helfen.

    „Rücksichtslose Gier nach mehr und immer mehr, rücksichtsloses Verbrauchen, krebsartiges Wachsen“

    Das vom Geldsystem erzwungene permanente Wachstum ist zweifelsohne ein Problem, aber eines, welches die Durchschnittsfrau als allerletztes begreift und zu beseitigen in der Lage ist. Das beweist allein die implizit geäußerte Unterstellung von Frau Orleanu, das sei erstens alles nur charakterlich bedingt und zweitens primär männlich.

    „sinnentleertes Hetzen“

    Wie das in die Aufzählung passt, erschliesst sich nicht, es musste vermutlich mit rein. Der mediale Zeitgeist verlangt, dass man jegliche Kritik an ihm als „Hetze“ bezeichnet, das „sinnentleert“ ist in diesem Sinne nur nochmal eine Betonung, wie bösartig und dumm die Kritiker sind und dass ihre Argumente keinesfalls Beachtung verdienen, sondern (konsequent weiblich) der Kritiker sozial geächtet werden muss, dafür, dass er widerspricht und den schönen Konsens stört.

    „diesem Grauen zu entkommen, wäre nur möglich, indem man einen „weiblichen Stempel auf die Dinge drückt“.

    Leider drückt dieser Stempel schon allenthalben… es gilt halt, wie immer: „gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht“, da haben Frauen oft schon im Privatbereich ihre Schwächen, wobei sie dass dann normalerweise irgendwie ausbalanciert bekommen, aber in der Politik ist so eine Schwäche eine Katastrophe! Wenn es eines Beweises bedurft hätte, Merkel und ihre Entourage hat ihn erbracht!

      • Klar ist es eines, du kannst nicht immer mehr und mehr produzieren, ohne an natürliche Grenzen zu stoßen.

        Das sind (noch nicht) unbedingt Rohstoffgrenzen, wie heutzutage gerne behauptet, sondern, gerade in Deutschland bemerkt man das: z.B. ständig weiter ausufernde Infrastruktur: Straßenlärm, Fluglärm, Zuglärm, Gewerbegebiete etc. ein kontinuierlich wachsender Bedarf an Beschäftigten, was zu immer größeren Städten und immer dichterer Besiedlung, wie auch zu steigender Bevölkerungsdichte und Migrationsbemühungen führt.

        Außerdem brauchst du Absatzmärkte, nicht umsonst sind alle erfolgreichen Industriestaaten Exportländer, d.h. haben einen währungstechnisch problematischen Leistungsbilanzüberschuß.

        Diejenigen Staaten, die kein ausreichendes Wachstum generieren können, darben hingegen, leiden unter hoher Arbeitslosigkeit, Leistungsbilanzdefiziten (was sich in Schulden und schwacher Währung niederschlägt) und Abwanderung.

        Es ist ein riesiges globales Assi-System, welches verhindert, dass die Menschen von den ständigen Produktivitätsfortschritten auch mal profitieren können. Warum produzieren die Deutschen denn für die halbe Welt Autos? Ist das rational? Könnten wir nicht stattdessen auch nur die Hälfte arbeiten? Rein rechnerisch verschenken wir letztlich ohnehin alles, was Exportüberschuß ist, weil die Schuldnerländer dadurch zwangsweise in die Zahlungsunfähigkeit oder Inflationierung getrieben werden (das ist eine Folge des Geldsystems).

        Die eigentlich spannende Frage ist eigentlich: wie kann man das besser gestalten, ohne nennenswert an Leistungsfähigkeit einzubüßen? Da liegt der Hund begraben…

        • Also in Deutschland hatten wir – bevor Merkel die Dritte Welt nach Deutschland eingeladen hat – eine schrumpfende Bevölkerung.
          Flugzeuge, Autos und Züge werden seit Jahrzehnten immer leiser.
          Und ein Leistungsbilanzüberschuss ist ebensowenig dramatisch, wie mehr Einnahmen als Ausgaben.

          „Warum produzieren die Deutschen denn für die halbe Welt Autos“

          Weil sie von der halben Welt gekauft werden.

          • „Also in Deutschland hatten wir – bevor Merkel die Dritte Welt nach Deutschland eingeladen hat – eine schrumpfende Bevölkerung.“

            Dass sie selbige eingeladen hat, ebenso wie die immer weiter gelockerten Arbeitsvisa (oder wie immer man die nennt), ebenso wie die europäische AN-Freizügigkeit verdanken wir aber wem? Dem Wunsch der Bürger oder dem Dauergejammer der Industrie über einen „Fachkräftemangel“?

            „Flugzeuge, Autos und Züge werden seit Jahrzehnten immer leiser.“

            Richtig muss es heißen: es dauert Jahrzehnte, bis sich eine leisere Technologie dort durchsetzt und diese wird dann meist durch den gestiegenen Verkehr überkompensiert.

            Ich fahre seit mehr als 10 Jahren die selbe Strecke auf Arbeit, erst in den letzten zwei Jahren kommt es da faktisch jeden früh zu Staus. Einen anderen Grund als gestiegenes Verkehrsaufkommen, kann ich nicht erkennen.

            Wir wohnen ca. 150km unterhalb von Frankfurt und trotzdem wurde ich, sogar nach Inkrafttreten des Nachtflugverbotes, nachts öfter aus dem Schlaf gerissen, wenn ich das Fenster aufhatte. Tagsüber scheinen die einen mind. 10min-Takt zu haben, Gott sei Dank ändern die immer mal den An- und Abflugwinkel, sonst wäre es unerträglich. Nicht zu erwähnen braucht man, dass sowohl der weitere Ausbau des Flughafens, wie auch das Nachtflugverbot heftig umstritten waren. Wer stritt da wohl gegen wen?

            Diesen Sommer hatten wir, weil die Gelegenheit günstig war, im eigentlich sehr idyllischen Rheintal übernachtet. Ein Fehler! Ich weiß nicht in welchen Abständen, aber die ganze Nacht hindurch wird man immer wieder von ohrenbetäubend laut durchrauschenden Güterzügen aus dem Schlaf gerissen. Ähnlich erging es uns auch schon im Elbtal, in dem wir mal Urlaub gemacht hatten.

            Deutschland verkommt zu einer großen Fabrik mit Wohnstall, die Nachverdichtung der Städte tut ein Übriges.

            „Und ein Leistungsbilanzüberschuss ist ebensowenig dramatisch, wie mehr Einnahmen als Ausgaben.“

            Nur weil du die Konsequenzen im Geldsystem nicht verstehst und mikro- statt makroökonomisch denkst. Aber das hast du mit allen Neoliberalen gemein, dass sie eigentlich nicht wissen, über was sie da eigentlich reden…

            „Warum produzieren die Deutschen denn für die halbe Welt Autos“
            Weil sie von der halben Welt gekauft werden.

            Erkauft mit Zeit- und Leiharbeit und über Jahre stagnierenden Löhnen, bestimmt wollten das die Mitarbeiter so…?

            Nein, das System ist asozial und undemokratisch so wie es ist. Da gebe ich jedem Kapitalismuskritiker recht, allerdings bin ich der letzte, der es durch eine Planwirtschaft ersetzen würde. Es gibt eine Menge Stellschrauben…

          • @Adrian

            Wenn ich das könnte, hätte ich es längst getan. Statt Leute mit Verständnis der monetären und systemischen Zusammenhänge, wird die Debatte in erster Linie von Ideologen geführt (zu denen ich dich auch zähle). Das wird nichts besser machen, vor allem deshalb, weil man aktuell offenbar den mehrmals gescheiterten Superbekloppten, den Kommunisten, medial wieder mehr Raum zugesteht… falls die sich jemals wieder zur Volksbeglückung aufschwingen, bin ich weg.

      • „Zweifellos? Für mich ist das kein Problem.“
        Echt jetzt nicht ?!

        Pardon, aber dann fehlen Dir grundlegende Kenntnisse in den MINT Fächern Mathematik und Physik.

        Oder ideologische Verblendung überwuchert das logische Denkvermögen, auch oft zu beobachten.

    • „sinnentleertes Hetzen

      hier liegt ein Missverständnis vor. Mit hetzen ist hier nicht das verbale Austeilen gegen andere und das Schlechtmachen anderer gemeint, sondern hetzen im Sinne von sich eilen schnell arbeiten keine Zeit zu verlieren.

      Nun ist das Hetzten aus MGTOW Sicht sicher sinnlos aber nicht aus Sicht des Mannes der gleich dem Fischer die nie endenden Bedürfnisse der Frau befriedigen muss, so er eine hat. Das das ganze im Neoliberalen System eine Eigendynamik entwickelt hat ist eine andere Sache. Aber die Letztursache ist sicher, das Männer weibliche Ansprüche befriedigen wollen müssen. Mal eben eine tote Maus vorbeibringen, wie es Gevatter Fuchs macht reicht da ganz sicher nicht.

  7. „Um ihrem Anspruch auf die männlichen »Privilegien« Nachdruck zu verleihen (ihren Anspruch auf die gutdotierten Stellungen der Männer, nicht etwa auf die »Privilegien« des Soldaten), organisiert die Emanzipierte von Zeit zu Zeit sogenannte Emanzipationsbewegungen. Bei solchen Gelegenheiten lenkt sie dann mit viel Gezeter die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich, steckt sich Kampfabzeichen an den jeweils neuesten Suffragetten-Look, stellt zur Demonstration ihrer politischen Interessen etwa Kerzen an ihr Wohnzimmerfenster, kneift unter den Augen des Fernsehpublikums Bauarbeitern in die Hinterbacken und macht dergleichen Mätzchen mehr. Regelmäßig befreit sie sich dabei auch von irgendwelchen »Fesseln«. Und diese »Fesseln« versteht sie (da ihr geistige Fesseln fremd sind) immer ganz wörtlich: Zu Beginn dieses Jahrhunderts war es das Korsett, von dem sie sich befreite, in den siebziger Jahren war es der Büstenhalter (damit diese Sensation auch niemandem entgehen konnte, ließ sie ihre Sklaven die durchsichtige Bluse erfinden), und bei der nächsten Emanzipationswelle wird es vielleicht der unbequeme lange Rock sein, den sie gerade gegen den Willen der Männer mit viel Koketterie in ihren Maskenfundus aufnimmt. Nur ihre Dummheit, ihre Albernheit, ihre Lächerlichkeit, ihre Verlogenheit, ihre Gefühlskälte und ihr abgrundtief blödes Geschwätz das hat sie bei einer solchen Gelegenheit noch nie abgelegt. “

    Esther Vilar, Der dressierte Mann (1971)

  8. Natürlich brauchen wir eine weiblichere Welt.
    Männer kämen einen Tag nach dem Klimageschiss bestimmt nicht auf die Idee, wegen persönlicher Querelen mit 2 Flugzeugen in die Staaten zu fliegen, statt dasselbe zu benutzen.

    „Mitflug von Kramp-Karrenbauer war offenbar nicht gewünscht
    Doch Anfang dieser Woche hat das Kanzleramt nach Informationen aus Regierungskreisen dem Bundesverteidigungsministerium signalisiert, dass ein Mitflug von Kramp-Karrenbauer nicht gewünscht ist und die Anreise eigenständig erfolgen soll.°

    https://www.focus.de/politik/deutschland/gemeinsamer-flug-platzte-merkel-und-akk-fliegen-mit-zwei-luftwaffen-maschinen-in-die-usa-fast-zeitgleich_id_11170089.html

    • Man könnte echt meinen denen fehlt völlig die Fähigkeit sich vorzustellen, wie das auf andere Leute wirkt… am Besten noch dem Normalsterblichen erklären das er der Umwelt zur Liebe jetzt nicht mehr Auto fahren und natürlich auch nicht in den Urlaub fliegen soll.

  9. Jepp, aber solange wir nur mehr Frauen in Machtpositionen setzen wird alles besser. Listen and believe!

  10. dass das, wonach man sucht, das Feminine ist. Rücksichtslose Gier nach mehr und immer mehr, rücksichtsloses Verbrauchen, krebsartiges Wachsen, sinnentleertes Hetzen – diesem Grauen

    … wird dort eine Unterhaltsabzockerin beschrieben, die ihre Kinder gegen den Vater aufhetzt?

  11. Frauen sind halt von Natur aus gut und wenn sie nicht gut sind, dann ist es die Schuld der Männer.

    • Wann waren im Feminismus Frauen für irgendwas Schlechtes, was ihnen widerfährt, selbst verantwortlich? Das wäre doch Antifeminismus. Antifeministen tun so, als wären Frauen so zu behandeln, als wären sie verantwortliche, erwachsene und urteilsfähige Personen. Geht ja gar nicht, sowas!

  12. „Empathie und Emotion“

    Irgendwie lustig, oder?

    Die Aussage „Frauen sind emotionaler“ – Sexistische Kackscheisse.
    Die Aussage „Männern fehlt es an Emotionen, die Welt muss weiblicher werden“ – Feminismus.

    Emotionen in der Politik fordern, aber wenn irgendwer gewählt wird, der Orleanu nicht passt, wird sie beklagen dass der Pöbel sich von Emotionen verführen hat lassen. Speziell wenn dieser „irgendwer“ emotional twittert und Empathie mit Angehörigen der falschen Hautfarbe und sozialen Schicht hat.

    Empathie und Emotion ist Code für eiskalte machiavellistische Diskursgewinnstrategie.

    • Ich denke weibliche Energien sind mehr einverleibend, bewahrend und umgrenzend, wohingegen männliche Energien (wieder-)aufbauend, zerstören und grenzüberschreitend sind.

      Ja im Schnitt hat Weilbliches mehr Fürsorge und Männliches mehr Pioniergeist.

      Aber meine männlichen Tränen, meine Liebe und meine Fürsorge sind auch männlich. Und es macht mich nicht zur halben Frau, wenn ich diese Seiten von mir Auslebe.

      Weibliches fürsorgliches Bewahren, kann auch in einer eingefrorenen Angststarre enden, und umgrenzendes Einhegen in unüberwindlichen Mauerbau.

      Bestes Beispiel sind die von zu viel weiblicher Energie durchzogenen Fridays For Futur -Leute. Für mich erscheint es als wären die in einem Fürsorge-Gehege aufgewachsen, welches ihnen andere Blickwinkel verunmöglichte. Und wenn die Heranwachsenden erkennen, das die umhegenden virtuellen Mauern in der Realenwelt recht brüchig sind, weil ihnen das Konzept von Zerstörung und Neuaufbau völlig fremd ist, schreien sie panisch nach festeren Mauern.

      Das Ying u. Yang der Geschlechter ist im modernen Feminismus aus dem Gleichgewicht, und dieser Feminismus merkt das nicht, gräbt weiter seine Gräben und beschuldigt weiter das Männliche.

      • Weibliches fürsorgliches Bewahren,

        Peterson wies mal darauf hin, dass der Inbegriff von Empathie die Bärenmutter ist, die ihr Junges umsorgt und bewahrt, indem sie dir mit der Kralle die Eingeweide rausholt.

        Dieses Bild sollte man IMMER vor Augen haben, wenn jemand von „Wir brauchen mehr Empathie“ redet.

  13. Und „mir geht das Herz auf“ soll eine weibliche, weil emotionale Redewendung sein? Widerspruch! Wenn ich diese Worte mit jemandem verbinde, dann mit dem Zwerg Gimli beim Anblick der Berge, die seine Heimat waren. Wenn das mal kein kerniger Kerl ist, fast sogar schon ein MGTOW (mit dem höchsten Respekt vor Frauen allerdings!), dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

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