Rabeneltern oder wie viel sollte man beruflich aussetzen bei einem Kind?

Mehrfach wurde mir inzwischen schon mit mitleidigen Blick oder ähnlichen vorgeworfen, dass ich weiterhin voll berufstätig bin und vergleichsweise wenig Zeit für Fräulein Schmidt habe.

Beispielsweise sass ich bei der Feier eines Freundes neben einem Bekannten von ihm, der auch gerade ein Kind bekommen hatte und es „wirklich ganz bedauerlich“ fand, dass ich weiterhin viel arbeite.

Und auch hier in den Kommentaren klang es an:

Wenn ihr so viel Geld verdienen müsst und das eigene Baby dafür abgeben wollt, ist klar, wie lieb ihr es habt.
Nur in Deutschland ist man so eiskalt zur eigenen Familie. Die Eltern auch ins Altersheim abschieben, weil man MUSS ja so viel arbeiten. Geld und Arbeit und jeder ist am Ende allein. Sogar das Baby.

Ich schaue natürlich, dass ich auch Zeit mit meiner Tochter verbringe. Und natürlich wäre es bei Teilzeit oder auch nur einem 9-5 Job wesentlich mehr als momentan.

Aber ich glaube auch nicht, dass es Fräulein Schmidt schadet und das sie deswegen keine Bindung zu mir entwickeln wird.

Südländerin meint auch, dass sie einfach nicht der Typ dafür ist, jetzt 3 Jahre nur Kinderbetreuung zu machen und das kann ich durchaus verstehen. Sie freut sich wieder auf die Arbeit, weil es natürlich auch eine andere Form der geistigen Herausforderung ist. Insgesamt wird immer noch genug Zeit für Fräulein Schmidt bleiben.

Es wäre auch nicht mein Verständnis einer Ehe, wenn einer komplett aussetzt. Dabei geht es weniger um Geld als auch um die Bewahrung einer gewissen Selbständigkeit.

Sicherlich gibt es die Geschichten, dass sich noch nie jemand auf dem Totenbett gewünscht hat, dass er mehr gearbeitet hätte. Aber momentan scheint es mir der richtige Weg zu sein und was bitte geht es andere an, wenn ich und Südländerin unser Leben so Leben möchten und Fräulein Schmidt ansonsten gut versorgt ist?

Gibt es da aus eurer Sicht einen „richtigen“ Weg?

62 Gedanken zu “Rabeneltern oder wie viel sollte man beruflich aussetzen bei einem Kind?

  1. Der richtige Weg ist reich sein, arbeiten so viel man will, mit dem Kind sein so viel man will, und ne Nanny haben für den Moment wenn man nicht will. Aber wer kann das schon?

    Dieses ganze „seine Kinder weggeben“ ist so eine paranoide Rechte Wahnvorstellung, die impliziert, dass
    1. Das Kind jeden Tag betütert werden muss, und zwar von den Eltern, von früh bis spät. Als ob das ausgebildete Menschen nicht besser könnten, andere Kinder nicht besonders gut zum Lernen und Spielen wären und es keine Fremdautorität gäbe.
    2. Idealerweise die Frau sich um die Kinder zu kümmern hat.
    3. In Krippe und Kindergarten die Bolschewiken und Ökos ihre linke Weltverschwörung durchführen.

    Richtig ist, was dem Lebensmodell von Dir und Deiner Frau entspricht und dabei dem Kind nicht schadet. Das merkst Du schon selber. Und es geht auch niemand anders was an.

    Richtig ist: Zeit mit Deinem Kind ist wertvoll und wichtig. Und, wie schon gesagt: Die wenigsten sagen auf dem Sterbebett: „Hätte ich doch mehr gearbeitet!“. Aber das ist ein Zielkonflikt, bei dem jeder das rechte Mass für sich und sein Kind selbst finden muss. Und ja, das geht die anderen rein nichts an. Zuallerst mal die, die keine Kinder haben, die haben eh keinen Schimmer.

    • Dieses ganze „seine Kinder weggeben“ ist so eine paranoide Rechte Wahnvorstellung…

      Das ist dann wohl eher so deine linke Wahnvorstellung oder?

      Christian muss ja eine richtig ekelhafte Rechte Bazille sein. Schließlich stammt der Vorwurf, sein Kind wegzugeben, ja vom Bekannten eines Freundes. Und bekanntlich gesellt sich Gleich und Gleich ja gern.

      Vielleicht zeigt sich hier aber wieder einmal nur das Linke und Rechte gar nicht so unterschiedlich sind. Vor allen Dingen dann nicht, wenn es ins Extreme geht.

      Erstaunlicherweise komme ich gar nicht auf die Idee, hier linkes oder rechtes Gedankengut zugrundezulegen. Der bekannte des Freundes labert ganz einfach Müll.

      Zumindest ich kenne keinen Vater, der sein Kind weggibt, die Väter die ich kenne, gehen arbeiten, um ihr Kind bestmöglich zu versorgen.

      • Und doch sieht man wieviele Väter am Ende finanziell das eigene Kind unterstützen /können /wollen. Nämlich sehr wenige. Weil das Gehalt nicht reicht. Also warum dann nich für ne KiTa zahlen?

          • Es ist und war kein KiTa Platz frei. Nur die privaten für 1200euro im Monat! Das ist was für die guten deutschen Verdiener wie vielleicht hier der Blogwart mit seiner AusländerFrau. Aber bei uns geht es nicht. Miete 1600eur 2 kleine Zimmer.
            Mutter hat Kind bis 2Jahre gestillt. Danach langsam angefangen zu arbeiten bis hin zu 25std/woche. Plus Haushalt. Vater ab und an Vollzeit. Meist selbstständig, sporadisch. ALG I oder II. Etwas Haushalt. Oma und Opa helfen ab und an, wenn sie da sind.
            Was machen? Jeden Tag sich irgendwie durchhangeln. Aber mit Liebe und Zuniegung fürs Kind. Und totaler Aufmerksamkeit.
            Was habt ihr dagegen auszusetzen?
            Warum sollte man eine teuere KiTa bezahlen?

          • „Es ist und war kein KiTa Platz frei“

            Das heißt aber doch, ihr habt einen (bezahlbaren) gesucht… für ab 2 Jahre?
            Oder ist Euer Kind noch älter und unversorgt?

            Schon häufiger hörte ich, es sei inzwischen besonders schwer für 3-jährige einen Platz zu finden. Weil die Einrichtungen U3-Kinder bevorzugten, da hier der vorgeschriebene Personalschlüssel – leicht – besser ist.

            Laut Planung sind übrigens für ca. 2/3 aller U3-Kinder (noch immer) keine Plätze vorgesehen.
            In der Theorie könnte also so ziemlich jedes Kind ab dem 2. Geburtstag in eine öffentliche KiTa gehen – nur leider wollen halt in der Praxis stetig mehr Eltern ihre noch jüngeren Säuglinge schon für ganze Tage abgeben (hauptsächlich wahrscheinlich, weil ja das Elterngeld nach 12-14 Monaten ausläuft).

            „Miete 1600eur 2 kleine Zimmer“

            Himmel Arsch und Zwirn. Das ist ein Problem.
            Schon mal überlegt irgendwo anders hinzuziehen?

          • Ja, wir überlegen tatsächlich woanders hinzuziehen. Die KiTas hier nehmen das Kind (2Jahre 4 Monate) nicht an, weil die für die zu alt ist und „zu kurz“ da wäre. Das lohne sich eh nicht mehr, weil sie in genau einem Jahr eh in den Kindergarten kommen wird – sofern es da noch Plätze gibt. Warteliste schon seit 1,5Jahren für jetzt. Für 4stunden. Und 9 ist zu viel.
            Und beim Kindergarten ist auch alles voll trotz Anmeldung vor
            2Jahren. Egal. Es ist zu teuer, zu aufwendig, zu unpetsönlich, zu kalt, zu nervig. Dann müssen wir kürzer treten, aber genießen die „letzte“ Kleinkinderzeit als Familie mit Freiheit.

          • „Das lohne sich eh nicht mehr, weil sie in genau einem Jahr eh in den Kindergarten kommen wird“

            Auf Säuglinge und Kleinkinder spezialisierte Krippen gibt es in meiner Gegend übrigens soweit ich weiß gar nicht; jede Einrichtung beherbergt ihr angenommenes Klientel bis zur Schulreife. Manche nehmen (sehr Wenige) bereits ab 3 Monaten auf, Andere erst ab einem Jahr. Jedenfalls hat sich sehr viel getan innerhalb der letzten 10-15 Jahre. Zur Zeit unserer Großen waren nichtmal Wickelplätze installiert, „tagsüber trocken“ war quasi eine Aufnahmevoraussetzung. Ehrlich gesagt glaube ich, dass diese Änderung einen Anstieg des Männeranteils unter den Erziehern auch ausbremst…

            „Und beim Kindergarten ist auch alles voll trotz Anmeldung vor 2 Jahren.“

            Tja… es mag helfen, wenn man signalisiert, dass man sich im Förderverein engagieren wird (oder sogar bereit wäre einen zu gründen falls es ihn noch nicht gibt). Aber irgendwer muss halt immer leer ausgehen – trotz Rechtsanspruch. Und eine Klage lohnt sich nur unter speziellen Bedingungen, die auf x-tausende gar nicht zutreffen.

            Vorrangig wünsch ich Euch mal eine Verbesserung Eurer Wohnsituation. So viel Geld nur für die Wohnungsmiete auszugeben ist wirklich ein Unding, mit dem ich mich kaum abfinden könnte (München, right?).

          • Ja. Priorität liegt bei Vollzeit-Stelle, dann rutscht man auf det Warteliste hoch. Das haben in München aber eben fast alle.
            Sonst ist es einfach Lottogewinn, dass genau jemand genau ein Mädchen in genai dem Alter für genai die Belegungszeit sucht. Glück. Es läuft online über ein Stadtportal. Nix mit anklopfen und gut reden oder irgendwo helfen und sich gut stellen.
            Egal. Hauptsache Kindergarten. Eigentlich finden wir es schön, dass wir als Familie so unglaublich viel Zeit zusammen verbringen können und sehen das eher als die große Priorität.
            Aufm Spielplatz sieht man dann nur nachmittags die gestressten verkopften Mütter mit aggressiv festem Zeitplan. Roboter. Und die Kinder funktionieren wie Soldaten. Nichtmal 5 Minuten länger spielen dürfen etc. Alles aus dem Geldsystem des Humankapitalismus. Die Markenklamotten sind trotzdem voll Sand und müssen gewaschen werden. Und auch aus denen wachsen die Gören früher oder später heraus.

        • „Und doch sieht man wieviele Väter am Ende finanziell das eigene Kind unterstützen /können /wollen. Nämlich sehr wenige.“

          Das liegt dann wohl am Bekanntenkreis. Ich kenne nur einen einzigen Vater der seine Kinder nicht unterstützt und der ist schon seit der Grundschule ein Problemkind gewesen (Rauchen, Scheune anstecken, usw.).

  2. Es gibt kein Idealbild, denn die Menschen und die Anforderungen an Sie sind verschiedene und so verschieden müssen auch die Lösungen sein die Familien für sich finden.
    Wer glaubt dem anderen ein schlechtes Gewissen einreden zu müssen hat vorallem ein sehr eingeschränktes Weltbild.
    Oder braucht es um seine eigenen Unzulänglichkeiten (Eingebildet oder echt) vor sich selber rechtfertigen zu können.

  3. Völlig unabhängig von Familie, Kindern etc.: Das Wertvollste, was wir haben, ist die Zeit. Diese müssen die meisten Menschen wohl oder übel gegen Geld eintauschen. Man sollte aber sehr genau reflektieren, ob man den ganzen Plunder wirklich braucht, der einem so aufgeschwatzt wird. Und da kommt auch wieder das Mann/Frau Thema hoch. Denn ich kenne sehr viele Männer, die sich von früh bis spät den Arsch abarbeiten, weil ihnen ein u.a. Immobilienprojekt wie ein Mühlstein um den Hals hängt. Und dieser Nestbau ist rein zufällig fast immer so dimensioniert, dass er mit dem Gehalt des Vollzeit (und mehr) arbeitenden Mann so gerade eben gestemmt werden kann.

    Und was Kinder angeht: Die Zeit mit ihnen ist unersetzlich. Man kann Vieles aufschieben und sich zumindest der Illusion hingeben, dass man es irgendwann doch noch schafft, aber das nicht. Sie werden sehr schnell groß und dann ist es zu spät. Die entschiedene Parteinahme meiner Kinder hat mir jetzt dann übrigens den Arsch gerettet, denn sie haben massiv Druck auf ihre Mutter ausgeübt und sie damit gezwungen, sich im Scheidungsverfahren kooperativ zu verhalten. So komme ich jetzt wenigstens so halbwegs heil aus der Nummer raus.

    • Ja, guter Punkt. Glücklich wird man nicht durch arbeiten. Reich auch nicht.

      Wenn man es schafft, sein Leben so zu gestalten, dass man auf den ganzen Plunder verzichtet, Ferienwohnung statt Hotel nimmt, das Kind Handball statt Golf spielt (oder statt Reiten zu gehen) und man einen gebrauchten Kleinwagen statt einem neuen Benz fährt, dann ist man auch in der Lage, seine Zeit besser zu managen und mal nein zur Arbeit zu sagen.

      • Ja, aber auch die Ferienwohnung, Handball und der Kleinwagen müssen bezahlt werden. Und es ist nicht so, dass man mal eben im Beruf kürzer treten kann. Die Alternative heißt dann nämlich allzu oft: Gar kein Job mehr.

      • Glücklich wird man nicht durch arbeiten

        Du vielleicht nicht. Aber warum schläfst du denn immer von dir auf andere?
        Es gibt durchaus Menschen, die Arbeit als erfüllend und befriedigend ansehen – oder zumindest das Ergebnis ihrer Arbeit.

        Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich einmal in einem Sozialkaufhaus gearbeitet habe, wo sehr viele Arbeitslose ehrenamtlich gearbeitet haben, weil sie Beschäftigung und Anerkennung gefunden haben?

        • „Weil Sie Beschäftigung und Anerkennung gefunden haben“

          Das ist der entscheidende Punkt, es ist nicht die Arbeit.

          Viele gehen für Geld arbeiten obwohl die Anerkennung zu wünschen über lässt. Da hilft halt dann das Geld das aufs Konto fließt.

          Wenn jemand in seiner Arbeit Erfüllung und Befriedigung findet, dann ist das toll, nur auch da solltest Du nicht von Dir auf andere schließen.

          • Wenn jemand in seiner Arbeit Erfüllung und Befriedigung findet, dann ist das toll, nur auch da solltest Du nicht von Dir auf andere schließen.

            Wie kommst du darauf, dass ich das tun würde?
            Ich habe ja noch nicht mal von mir geschrieben. 😛

      • Ich wage zu bezweifeln, dass es bei einer festen Beziehung mit einem Mann wesentlich besser aussehen wird.

        Ein Bekannter bekommt auch nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit Ausgang. Ähnlich wie mit einer Ehefrau.

        Nachtrag: da er nicht berufstätig ist, übernimmt er quasi den Hausfrauen-Part. Insofern müsste _er_ ja eigentlich seinen Partner einschränken. Okay, zumindest was die Dominanz anbelangt, ist er eindeutig die Frau. 😉

  4. Nur nicht verrückt machen lassen. Der Glaube an die Rundumbetreuung ist ein konservativ-bürgerliches Konstrukt aus dem späten 19. Jahrhundert ohne biologische Grundlage. Der Mensch ist ein Hordentier und damit problemlos in der Lage, sich mit anderen Menschen zu sozialisieren. Manche Menschen müssen halt arbeiten. Kinder sind keine Porzellanpuppen und diejenigen, die nur Mami und Papi kennen, sind nicht vorbereitet auf das Leben und wählen hinterher grün und feministisch.

    • „die nur Mami und Papi kennen, sind nicht vorbereitet auf das Leben und wählen hinterher grün und feministisch“

      Dank Schulpflicht, ist es in Deutschland unmöglich nur Mami und Papi zu kennen. Die Abschirmung von der Realität erfolgt vielmehr über spezielle Kinderbetreuung und Privatschulen, die du, als Anhänger des Neoliberalismus, ja sicher gut findest…?

        • Klar tust du das. Führt im Endeffekt halt zu einer Abschirmung der späteren politisch-wirtschaftlichen „Elite“, von den „Problemen da unten“ und zu entsprechender Politik. Eine Volksgesetzgebung, die das korrigieren könnte, haben wir halt nicht (wo kämen wir hin, wenn der Pöbel…)

          Eine Gesellschaft ist immer ein dynamisches Miteinander, wenn diejenigen mit der dicken Kohle sich überall rauskaufen können und ohnehin international ausgerichtet sind, dann sieht halt auch die Gesellschaft entsprechend aus. Das eine kommt vom anderen.

          • Wenn ich mich als Staat nicht mehr um die Bildung meiner Bürger kümmere (und das ist in Deutschland mMn der Fall) und das Bildungssystem dadurch verwahrlost, dann sind Privatschulen eine logische Konsequenz. Hinzu kommen noch schlechte Integration von Zugezogenen in entsprechenden Brennpunktvierteln, wo dann auch keiner mehr seine Kinder hinschicken will. Auch hier hat der Staat versagt. Mit Neoliberalismus hat das für mich nichts zu tun. Das trifft vielleicht eher auf Eliteinternate zu, aber die gab es schon immer. Der Trend zu Privatschulen hat erst in den letzten Jahren zugenommen und ist eine Folge von Politikversagen.

      • Dank Schulpflicht, ist es in Deutschland unmöglich nur Mami und Papi zu kennen.

        Aber dank überwiegend weiblichen Lehrkräften dürfte zumindest die Verbreitung der feministischen Ideologie beim Nachwuchs kein Problem darstellen. Siehe Leserpost von Arne Hoffmann vom heutigen Tag.

        Sie hat zwei ihrer Kinder, ein Junge und ein Mädchen 13 und 18, gefragt, wie sie die Schule erlebt haben. Die Antwort ihrer eigenen Kinder hat sie bestürzt. Beide Kinder sagen das Gleiche, dass Mädchen bevorzugt und milder behandelt werden und Jungs von vorneherein Gewaltpotenzial unterstellt wird. Die Mutter ist Elternbeirat und wird dies an den Elternabenden ansprechen.

  5. „Gibt es da aus eurer Sicht einen „richtigen“ Weg?“

    Richtig für wen? Für das Kind, die Eltern oder andere Menschen? Man kann es schwer allen recht machen. Wenn man gewichten würde, käme an erste Stelle sicherlich das Kind, dann die Eltern und dann andere Menschen. Daher halte ich den Weg für den richtigen, bei dem die Bedürfnisse des Kindes adäquat erfüllt werden. Was genau adäquat ist, darüber kann man ausgiebig diskutieren. Ich bin zwar kein Vater, finde es aber befremdlich ein Kind in die Welt zu setzen (und damit gleichzeitig Verantwortung und Pflichten zu übernehmen) und dieses dann nach wenigen Wochen in eine Krippe zu geben. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das im Sinn des Kindes ist. Und irgendwie finde ich es auch befremdlich, wenn man nicht arbeiten müsste, einem der Job aber wichtiger ist als Zeit mit seinem Kind zu verbringen.

    „Nur in Deutschland ist man so eiskalt zur eigenen Familie. Die Eltern auch ins Altersheim abschieben, weil man MUSS ja so viel arbeiten.“

    Solche Aussagen kann ich nicht nachvollziehen. Kinder haben keinerlei Verpflichtungen zur Pflege ihrer Eltern, da sie keinerlei Mitspracherecht bei ihrer eigenen Zeugung hatten.

      • Tja gute Frage, auf die ich natürlich keine fundierte Antwort geben kann. Das hängt auch vom Einzelfall ab. Ich bin kein Vater, kenne euch nicht, kenne euer Kind nicht und ich weiß auch nicht, was in so einem Kind vorgeht, da es sich ja nicht artikulieren kann. Aber ein kleines schutzloses Baby, was in eine Welt geboren wird, die es absolut nicht versteht, und das auf eine feste Bezugsperson angewiesen ist, zu der es ein Urvertrauen aufbauen kann und die ihm Sicherheit gibt, damit es selbstsicher werden kann, sollte man mMn nicht nach wenigen Wochen in die Krippe geben. Ich würde das vielleicht vom aktuellen Zustand abhängig machen, ob ich das Kind gewappnet dafür halte. Jedes Kind ist da anders. Ein Freund von mir wurde mit wenigen Wochen in eine Krippe gegeben und er wirft das seiner Mutter vor. Ich denke auch, dass ihn das in seinem emotionalen Empfinden stark beeinflusst hat. Ist aber natürlich nur ein Einzelbeispiel ohne argumentativen Wert. Ich will hier auch keine Vorträge halten. Vielleicht gibt es ja Studien über die Kindererziehung bei irgendwelchen Naturvölkern. Das wäre eine Möglichkeit sich dieser Sache wissenschaftlich zu nähern.

        • „Vielleicht gibt es ja Studien über die Kindererziehung bei irgendwelchen Naturvölkern“

          For a start:
          Naturvölker stillen jedes Kind 3-4 Jahre – was aber nicht heißt, dass nur die Mutter selbst betreut. Auch dort vertraut man oft zeitweilig auf sogenannte (verwandte und nicht-verwandte) Allomütter, die i.d.R. in diesen Anfangsjahren nach Bedarf mit-stillen (können). Selten ist hingegen, dass sich Väter um kleine Kinder kümmern – obwohl auch Einzelfälle dokumentiert sind, wo Männer die Fähigkeit zu Stillen erlangten. Damit sie das überhaupt versuchen, bedarf es wohl einer Not-Situation, sprich den Tod der Mutter plus keine verfügbare Amme.

          Apropos Amme: um die franz.Rev. rum war es (vorallem in Frankreich) recht verbreitet, dass Säuglinge die ersten Jahre von ihren Müttern getrennt aufwuchsen. Die Präferenzen des Adels (viele Schwangerschaften in kurzer Abfolge; nicht selbst Stillen wollen aus Angst um die Beschaffenheit der Brüste) veränderte die Lage quer durch alle Schichten: wer Milch geben konnte, tat das häufig nicht für sein eigenes Kind, sondern nahm gegen Geld einen fremden Säugling auf und suchte dann fürs eigene Baby eine Frau, die (ebenso notgedrungen) bereit war, diese Arbeit für noch weniger Geld zu verrichten. Nicht zuletzt deshalb war die Kindersterblichkeit damals so unvorstellbar hoch.

          • Bitte Quelle für stillende Männer.
            Es ist eine Story von Humboldt irgendwo in Südamerika, dass er angeblich einen verwitweten Mann kennengelernt hat, der stillen konnte.

          • Berühmt ist außerdem z.B. der 2002 publizierte Fall eines verwitweten Vaters aus Sri Lanka, der wohl auch ohne Eingriffe der mod. Med. seine beiden Babys Stillen konnte.

            Aber klar: das Hormonprofil eines (heutigen) Mannes erschwert Milchbildung erheblich, wenn es sie nicht sogar ausschließt.

            Als ungeplante Nebenwirkung bei der (langfristigen) Behandlung mit Androcur z.B. kann Laktation (auch ohne stetes Saugen) spontan auftreten; Trans-Frauen (also biologische Männer) sind aber besser beraten, sich zusätzlicher künstlich-zugeführter Hormone zu bedienen, um ihre Still-Ambitionen mit gewisser Sicherheit zu erfüllen. Und selbst damit erreichen sie nicht die Milch-Mengen, auf die erwachsene Frauen im Schnitt kommen.

            Dennoch ist es imho richtig, Stillen prinzipiell als menschliche Universalie zu verstehen.

          • Weil alle Menschen Drüsengewebe und Nippel haben und Hormonstände offensichtlich beeinflussbar sind. Dass keine (bekannte) Gesellschaftsform bislang Jungen&Männer zum Stillen anhalten wollte, heißt eben nicht, dass es ihnen prinzipiell unmöglich wäre.

          • „Dass keine (bekannte) Gesellschaftsform bislang Jungen&Männer zum Stillen anhalten wollte, heißt eben nicht, dass es ihnen prinzipiell unmöglich wäre.“

            Du vermittelst echt erneut den Eindruck, den letzten Knall nicht gehört zu haben.
            Hast Du die Idee nicht schon in Deinem feminilistischen Stuhlkreis eingebracht: „Das Patriarchat ist eine Gesellschaftsform, in der Männer Babies nicht stillen wollen/müssen“.
            Und an der Tatsache, dass es praktisch keinen Mann gibt, der stillt, belegst Du vermutlich die weltumspannende Macht besagten Patriarchats.

            Dass auch unter den anderen Mammaliae kein einziges ist, bei dem das Männchen Milch gibt – who cares. Eben auch ein Beweis für die Mächtigkeit des Patriarchats.

            Mädel, dass wir in der Wissenschaft mittlerweile so weit sind, dass wir vielleicht einen Menschen pränatal mit einem entsprechenden Hormoncocktail zu einem Hühnchen machen könnten, bedeutet nicht, dass das NORMAL ist.
            Kommt das irgendwann auch mal bei Dir an?
            Und – nicht alles, was möglich ist, ist auch machbar.
            Und nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll.

          • Möglich und machbar gelten gemeinhin als Synonyme?

            Die allermeisten hier auf dem Blog würden zustimmen, dass es tatsächlich unmöglich für eine Frau ist, ein Kind (in dem Sinne) zu zeugen – respektive für einen Mann, ein Kind auszutragen & zu gebären (ausgenommen diejenigen, die dem mutmaßlichen „Gehirngeschlecht“/subjektivem Geschlechtsempfinden die stärkste Bedeutung beimessen).
            Weil ihre Körper die jeweils dafür nötigen Anlagen schlicht nicht besitzen (obwohl: man arbeitet ja daran, dieses „Manko“ für die Zukunft in Einzelfällen zu beseitigen. Nein, Forschungsgelder find ich hier auch nicht sonderlich sinnvoll angelegt. Aber: die Wissenschaft in ihrem Lauf…).

            Fürs Stillen gilt das aber eben nicht.

            Kann ich mir eine Gesellschaft vorstellen, in der Väter dazu ermutigt würden, ihre Kinder zu säugen? Klar kann ich. (Akzeptiere ich, dass auch mein Gatte den Vorschlag mit Blick auf seinen Brustpelz mit einem simplen „das arme Kind“ von sich wies: natürlich, ich habe ja gar keine andere Wahl. His Body – his choice)

            Darwin himself soll übrigens spekuliert haben, dass dies in vorschriftlicher Zeit verbreitet(er) gewesen sein mag. What’d you say about that?

      • Also wir haben nach 1,5 Jahren mit Tagesmutter angefangen, drei Tage die Woche 5-6 Stunden ist klein überschaubar, die wohn direkt bei uns um die Ecke und ich sehe jeden Morgen, dass meine Tochter da gerne hingeht. ab Mai (also mit 2,75 Jahren) haben wir dann einen richtigen Kindergarten. Aber meine Frau meinte alles andere und früher wäre ihr Persönlich zu früh gewesen. Aber das ist wie gesagt sehr individuell. Bei meiner Frau hat man sehr stark die Macht der Hormone gesehen.

        • Ja, bei meiner auch. Und bei mir aber auch. Wir beide wollen das Kind ungern abgeben.
          Hinzu kommt, dass das Kind noch nie im eigenen Zimmer geschlafen hat. Und wie gesagt bis 2Jahre gestillt wurde. Wir lieben es sehr.

  6. Am Ende muss es jeder selbst wissen, mein Weg wäre es nicht. Das ist auch durchaus egoistisch gedacht, man verpasst einfach unheimlich viel der Entwicklung und macht sich selbst unnötig Stress (zumindest habe ich das bei vielen Bekannten erlebt). Kinder werden natürlich auch von selbst groß und suchen sich normalerweise auch schnell irgendwelche Bezugspersonen außerhalb der Familie.

    „ansonsten gut versorgt ist“

    Ein Kind ist kein Tier, der Mensch lernt niemals wieder soviel auf einmal, wie in den ersten Jahren des Lebens. Die Frage ist lediglich, von bzw. mit wem und ob man das gut findet oder nicht.

    Wenn ihr so begeistert von eurer Arbeit seid oder das Geld so dringend braucht, dann zieht das durch und steht dazu. Jedenfalls sollte man solche Entscheidungen nie unüberlegt und aus dem Bauch heraus treffen und im Notfall (wenn das Kind echte Probleme macht oder hat, kommt zum Glück selten vor) auch bereit sein, zurückzustecken (es ist halt ein Mensch, für den man die volle Verantwortung übernommen hat).

    „Südländerin meint auch, dass sie einfach nicht der Typ dafür ist, jetzt 3 Jahre nur Kinderbetreuung zu machen“

    Das wären wir auch nicht gewesen, deshalb haben wir beide Teilzeit gearbeitet. Für die reine Stubenhockerei muss man gemacht sein oder das irgendwie kompensieren können. Gerade weit weg von der Familienunterstützung, ist das oft schwierig.

    • Meine Güte, hier tun alle so, als würden wir in einer Welt leben, in der man seinen Beruf einfach so mal eben für einige Zeit verlassen, oder mal eben kürzer treten könnte. Aber womöglich lebe ich einfach auf einem anderen Planeten. Einem mit monatlichen Rechnungen und Arbeitsvertrag.

      • Tue ich so? Ich glaube nicht! Wer nicht kann, hat Pech gehabt, so einfach ist das. Christian hat nie erwähnt, dass er es sich nicht leisten kann, zumindest erinnere ich das nicht.

        Und es bleiben verdammt viele übrig, die, als Einzelkinder aufgewachsen, ein dickes Erbe im Rücken haben etc. Auch die Anzahl und Höhe der Rechnungen fällt nicht vom Himmel. Im Osten waren die Gehälter so, dass beide arbeiten mussten, für einen einigermaßen erträglichen Lebensstandard! Trotzdem bin ich meiner Mutter ewig dankbar, dass sie mir, abgesehen von einigen abschreckenden Wochen, den Schei**-DDR-Kindergarten erspart hat! Auch wenn unsere Wohnung sich dadurch nur langsam füllte, es zum Abendessen nur billigsten Kram aus dem „Konsum“ von der Ecke gab, jeder Pfennig dreimal umgedreht wurde, wir kein Auto und Telefon hatten und Urlaub nur supergünstig über die Kirchengemeinde vermittelt bekamen (mit entsprechenden Kompromissen).

        Ich hatte (im Ggs. zu vielen meiner Klassenkameraden) eine wirklich schöne frühe Kindheit, an die ich mich gern erinnere! Wir waren unseren Eltern halt wichtig.

        Also komm mir nicht mit solchen Wessi-Wehwechen! Dein Problem ist es doch eh nicht!

  7. Was hat denn die evolutionäre Psychologie(Anthropologie) dazu zu sagen?
    Ich darf doch davon ausgehen, dass in den schlauen Büchern, auf die Du Dich gern beziehst, die Studienlage zu Hormonprofilveränderungen etc. nicht ausgespart wird?

      • Schau:
        Beim ersten Kind war ich noch nicht Vollzeit-Mutter (tatsächlich seh ich mich ja auch immernoch nicht so), sondern hatte im Gegenteil sogar nicht mal ein einziges Urlaubssemester eingeplant (was sehr dumm war) sowie kurz nach dem 1. Geburtstag unserer Großen zusätzlich noch 20 Std. die Woche gearbeitet (später auch mit gelegentlicher Reisetätigkeit).

        Für ihre 1-zu-1-Betreuung bis zum Kindergarteneintritt akquirierte ich „Ehrenamtliche“, sprich Freunde&Familie (im Extrem führte ich damals einen Kalender für 13 dieser in-Frage-kommenden Personen – um immer zu wissen, für wann ich wen nicht fragen brauch).

        Das war allerdings stressiger als eigentlich wünschenswert ist – mehr für mich als für sie – weshalb ich dann auch mit jedem Kind mehr einen Gang mehr zurückgeschaltet habe quasi. Und jetzt nehm ich dann bald einen neuen Anlauf… aus einem sehr positiven Grundgefühl heraus. Happiest I’ve ever been.

        • Ich finde es btw erstaunlich, wie schnell man vergisst… ich habe mich echt anstrengen müssen um Details zu erinnern.

          Wie mehrfach erwähnt wurde ich ja schwanger zu einem Zeitpunkt, wo ich noch studierte, während er Teilzeit beschäftigt war (ohne die Absicht etwas daran zu ändern). Dann wurde ihm kurz vor der Geburt von seinem damaligen Chef pro-aktiv eine zweite halbe Stelle plus die Entfristung angeboten (was meine Planungen ziemlich über den Haufen warf). Glücklicherweise musste er sich nur wenige Monate zwischen diesen zwei Arbeitsstätten aufteilen und was dann folgte war (im Rückblick) beinahe schon fast sowas wie ein Jackpot: Arbeitszeiten von 12-20 Uhr, _immer_ pünktlich Feierabend, einfache Wegezeit 10 Minuten.

          So blieb es – bis er vor wenigen Jahren (gegen mein Veto) entschied, dass er jetzt doch mal versuchen wolle „Karriere“ zu machen. Und jetzt klingelt sein Wecker zwischen halb sechs und sechs und es ist wahrlich nicht garantiert, dass er 12 Stunden später wieder zuhause ist. Er hat nun an Arbeitstagen morgens min. eine halbe und abends ein bis zwei Stunden Zeit für seine Kinder und außerdem natürlich die Wochenenden/Urlaubstage.

          In den mehr als 13 Jahren, die wir Eltern sind, habe ich ihn nur ein einziges Mal gebeten, sich ungeplant für diesen Tag auf seiner Arbeitsstelle abzumelden (was er zunächst ablehnte) – weil ich da nämlich mit schlimmsten (Hüft-)Schmerzen kämpfte, kaum einen Schritt gehen konnte und Angst hatte, das Baby nicht sicher rumtragen zu können (und so spontan – um die Uhrzeit! – auch keine andere Lösung aus dem Hut zaubern konnte). Krankheiten der Kinder habe „natürlich“ immer ich abgefangen (bisher).

          Ganz selten nur lief bei uns die „Geh mehr arbeiten, dann kann ich auch mehr zuhause sein“-„Wenn Du mehr zuhause wärst, könnte ich auch mehr arbeiten“-Szene ab. Im Prinzip haben wir ja beide recht. Nur ich wage zu bezweifeln, dass er wirklich bereit wäre, berufliche Verantwortung (wieder) abzugeben, selbst wenn ich mehr verdiente als er. Wer weiß, vielleicht erfahren wirs noch…

          • @Semikolon
            Tragische Erziehung durch Frauen. Ein Grund mehr, warum mehr Männer Auszeit nehmen sollten um sich um ihre Kinder zu kümmern. Denn Frauen erziehen Jungs zum Versorger, weil sie selbst keine Lust auf Arbeiten haben.

  8. „Gibt es da aus eurer Sicht einen „richtigen“ Weg?“

    Nein, den gibt es nicht.
    Jede dieser Entscheidungen ist individuell.
    Frühester Zeitpunkt wäre für mich dann, wenn das Kind in der Lage ist, mit anderen Kindern zusammen zu spielen. Entwicklungspsychologisch wäre das ab etwa 1,5 Jahren. Dann können die Mäuse aber meist gerade erst laufen und brauchen ihre Eltern noch mehr, als Spielkameraden.
    Ich würde für mich das Kindergartenalter irgendwo zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr ansetzen, tendenziell eher zum dritten.
    Meine Jungs waren da vollkommen unkompliziert und haben sich vom ersten Tag an im KiGa wohlgefühlt. Fräulein Schmidt mag da anders gestrickt sein und dann würde ich die Trennung nicht mit Brachialgewalt durchsetzen. Das würde es wahrscheinlich als Verrat auffassen und sein Vertrauensverhältnis zu Euch empfindlich stören.

    Also, einfach mal ausprobieren.

  9. Klar ist, dass egal ob das Kind fremd oder daheim betreut wird, es wird wohl groß werden. Und die Einflüsse, unter denen unsere Kinder heutzutage seelischen Schaden nehmen können, sind vermutlich nicht zahlreicher als sie früher (ca. 100 Jahren) waren, sondern nur andere.

    Die Frage ist tatsächlich, wie viel will Vater oder Mutter vom Kind mitbekommen. Wenn sie 14 sind, ist der Anteil, den die Eltern am Leben haben, schon stark geschrumpft. Wenn also dann eine Reue über die verlorene Zeit einsetzt, ist es zu spät. Früher konnten sich Eltern, glaube ich, die Frage nach der Dosis gar nicht stellen. Da wurde ab dem Aufstehen von allen größer 5 Jahre gearbeitet bis es ins Bett ging. Außer vielleicht am Sonntagnachmittag.

    Ich hätte rückblickend lieber mehr mit meinen Kindern unternommen. Aber andere Kinder wären es dadurch vermutlich nicht geworden. Und vermutlich stimmt es auch, was oben geschrieben wurde: Das berufliche Engagement wirkt sich schwellenartig aus, d.h. sinkt es unter eine bestimmte Schwelle ist der Abfall an Finanzkraft auf einmal überproportional hoch. Das wirkt sich auch wieder auf die Möglichkeiten aus, die das Kind hat oder haben wird.

  10. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Kinder nicht alle gleich reagieren. Manche tun sich schwer mit der „Abnabelung“, andere viel weniger. Was für das eine Kind passt, ist für das andere nicht passend.

    • @Pjotr
      Ist aber auch kein problem, deshalb gibt es ja Eingewöhnungsmodelle.
      Es gibt keinen Grund, das eine Mutter Vollzeit zu Hause bleibt und nicht Arbeitet.

  11. Das glaube ich gerne, das deine Frau der Typ dafür ist, 3 Jahre zuhause zu sein und nichts zu tun. Lass dich doch nicht so leicht verarschen. Reduzier auf Teilzeit, deine Frau soll mehr Arbeiten, denn, auch wenn die Bindung zu einem Kind hauptsächlich über die Qualität der verbrachten Zeit zustande kommt, benötigt Mann doch Zeit.
    Glaube mir als Erzieher, das Kinder unbedingt mehr Zeit mit Männern verbringen müssen.

  12. Übrigens… Rabeneltern kümmern sich sehr gut um ihren Nachwuchs. Man wird den Tieren (wieder einmal) nicht gerecht, wenn man sie vermenschlicht bzw. für menschliche Begrifflichkeiten missbraucht.

  13. Also ich persönlich finde es gerade sehr schon mit anzusehen, wie meine Frau sich für die Mutterrolle begeistert, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass sie ihren Job, trotz der ordentlichen Bezahlung, die er bringt, nicht mehr wirklich erfüllend findet. Und ich habe auch das Gefühl, dass es unserer Tochter guttut, dass die Fremdbetreuung in kleinen Schritten auf sie zu kommt.
    aber ich habe es mir aufgrund der Erfahrungen mit meinen eigenen Kinder abgewöhnt viel Wert darauf zu legen, ob andere mich für meine Ansichten für einen schlechten Vater halten, oder nicht, und den Tipp kann ich nur dir und Frau Schmidt auch geben. Es ist Eure entscheidung. Ihr werdet die Verantwortung tragen, und Pauschalaussagen ob dieses oder jenes gut fürs Kind ist, sind sowieso meist unangebracht, denn vieles hängt von eurer Individuellen Situation ab. ist ein wenig wie das was Jordan Peterson über das Fernsehen und Fremdbetreuung sagt: Ist immer die Frage was die Alternative ist. Für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, kann Fremdbetreuung oder fernsehen eine Bereicherung sein. Und wenn die Mutter ihren Job liebt und nur wegen des Kindes aufgibt und zuhause frust schiebt hielt es dem Kind auch nicht. Da hilft es ihm mehr, wenn Mutti oder Pappi Fräulein Zufrieden aus dem Kindergarten abholen und anschließend die Zeit mit ihnen genießen. Und selbst wenn es nur ein finanzielles Problem ist, hilft ein schlechtes Gewissen nicht weiter, den was ist die Alternative? Das Fräulein Schmidt an der Tapete nagt?
    Das entscheidende ist, dass man in sich geht, drüber nachdenkt, was für alle beteiligten die Sinnvollste Lösung ist und dann mit der Entscheidung auch erstmal lebt. In einer perfekten Welt würde man sicherlich immer mal etwas anders machen, aber die gibt nun mal leider selten, und kompromisse gehören leider dazu, wenn mehr als zwei oder mehr Personen involviert sind.

    • Die zwei Schmidts sind deutsche Gutverdiener und nicht auf externe bildungsnahe Kinderbetreuung angewiesen. Beim Besten Willen nicht. Geld fehlt auch nicht sooo, dass man hier unbedingt arbeiten muss, weil Fräulein verhungern würde. Diese ist noch nichtmal 1 Jahr alt. Sie reden von Kindergarten. Kinder unter 3 Jahre brauchen Vater und Mutter. Nur der Geldstandard sagt, egal, soll dass Baby es selber machen. Und kann noch nichtmal reden, wenn was gemein läuft in der fremden KiTabetreuung.

      • Ja, Geld ist da sicherlich nicht das primäre Problem. Ich wäre in dem Alter bei einer Kita-Vollbetreuung auch eher kritisch. Selbstverwirklichung hin oder her. Meine erste Tochter nahmen wir ziemlich zeitnah wieder aus der Kita, weil es recht schnell deutlich war, dass die Erzieher da offensichtlich mit kleinen Kindern überfordert waren (und sie war damals schon gerade 3. Im zweiten Kindergarten war sie dann aber sehr glücklich.
        Ich bin inzwischen übrigens ganz vorsichtig mit der Klassifizierung „Gutverdiener“. Das Problem bei zwei Gutverdienern ist nämlich, dass die sich ganz schnell an einen finanziellen Standard gewöhnt haben, und meistens ganz andere Verpflichtungen laufen haben. Ich kenne ein Paar da haben die Kreditraten der Frau (300.000 € für eine Immobilie die leider nicht mehr an ihrem Wohnort steht) und 80.000 Privatkredit forderten jeden Monat mehr als sie an Elterngeld bekommen hat. Dazu noch private Krankenkasse, aus der man wegen der Elternzeit auch nicht unbedingt wieder herauswill und dann kündigt mitten in der Elternteil der Hauptmieter der Immobilie und du stehst trotzdem ganz schnell vor der Entscheidung Insolvenz oder wieder Vollzeit arbeiten.

        • „… und du stehst trotzdem ganz schnell vor der Entscheidung Insolvenz oder wieder Vollzeit arbeiten.“

          Ich denke, das ist dennoch eher ein exotisches Problem, vor dem die meisten Eltern nicht stehen.

          Wir hatten damals beide genug Zeit für die Kids (sie im Hauptberuf „Mutter“, die von einer Karriere träumt, würde sie den Hintern mal hochkriegen), ich Freiberufler mit viel Arbeitszeit zuhause.
          Dennoch haben wir unsere Zwerge früh zum KiGa gegeben, damit sie mit Gleichaltrigen zusammen kamen.
          Der Große hatte eh nie Probleme mit Fremden, egal, ob Kinder oder Erwachsene – und der Kleine hatte ja seinen großen Bruder.

          • Nun ja, die Frage „Insolvenz oder Vollzeit“ arbeiten ist vielleich exotisch, aber das man sich an den Wohlstand als DINKs gewöhnt man sich und die Verpflichtungen, die man damit meist eingeht werden in der Elternzeit nicht weniger. Deshalb finde ich die Bewertung anhand der Einkommen immer etwas fragwürdig. Ausserdem kann auch jemand mit guten Einkommen auch einfach Spass und Erfüllung in seinem Job haben. Letztendlich muss da jeder für sich entscheiden. Die bekannte hat hat sich z.B. auch lieber für die Insolvenz entschieden (was auch daran lag, dass sie nicht wirklich Lust auf den Job hatte).

          • „Nun ja, die Frage „Insolvenz oder Vollzeit“ arbeiten ist vielleich exotisch, aber das man sich an den Wohlstand als DINKs gewöhnt man sich und die Verpflichtungen, die man damit meist eingeht werden in der Elternzeit nicht weniger.“

            Die weitaus größere Baustelle sehe ich bei heutigen Eltern beim Smartphone-Konsum.

            Ich sehe durchaus gelegentlich Mütter hier vor meinem Haus mit Kinderwagen/-karre vorbeilaufen, deren Nachwuchs sie beim intensiven Studium der neuesten WhatsApp-„Nachrichten“ betrachten kann.
            Ich mag da ein wenig romantisch sein, aber ich kann mir vorstellen, dass die kleine Persönlichkeit sich selbst auch daran erprobt, wie sie auf die nächsten Bezugspersonen wirkt. Wenn diese Wirkung bei jeder Gefühlsäußerung – Freude, Frust, Angst, Glück – immer gleich Null ist, dann kann das nicht gut sein.
            Da ist so ein Kind u.U. sogar in einer Krippe weit besser aufgehoben, als bei einer physisch zwar präsenten, psychisch aber abwesenden Mutter (Vater).

            Als meine Zwerge klein waren, gab es noch keine Smartphones, aber auch unabhängig davon habe ich jede Minute mit ihnen intensiv genossen, besonders diese ersten Wechselwirkungen.

          • „Wie alt? Du sagst KiGa, nicht Krippe mit UNTER einem Jahr.“

            Wen meinst Du jetzt?
            Ich habe nichts von „Krippe“ und „UNTER einem Jahr“ geschrieben.

          • Ja, die meisten hier antworten mit ihren Kindergarten Geschichten.
            Hier geht es aber um ein Baby unter einem Jahr, das in die KiTa abgeschoben wird. Das ist ein Unterschied.
            Mir kommt es hier vor als könnten sich die meisten hier erst an Kindergartenalter ihrer Kinder erinnern.
            Es geht aber eben genau darum, was vorher war. Das erste Jahr. Und dann bis sie 3 wurden.

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