„Non-Binary“, „Genderqueer“ und „Gendernonconforming“

Vice erläutert die Begriffe „Non-Binary“, „Genderqueer“ und „Gendernonconforming“:

Are “non-binary,” “genderqueer,” and “gender-nonconforming” all the same?

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There are many people who identify with all of these terms and use them interchangeably. Still, many people primarily or solely identify with only one of these terms. Interpretations about the specific differences between them vary. But one thing always remains true: If you are going to refer to someone’s identity, you should always ask what label they prefer, and stick to that one.

Das lässt bereits erahnen, dass der Unterschied eher Ansichtssache ist, aber er überhöht wird um irgendetwas damit auszudrücken.

What does “non-binary” mean?
The dictionary defines “non-binary” as something that is “not consisting of, indicating, or involving two.” While the term most commonly refers to someone’s gender identity, it can also be applied to many other things. Non-binary or gender-neutral clothing, for instance, is a growing industry appreciated by many, including cisgender folks.

But the term “non-binary” is most commonly used to describe someone’s gender identity when they do not identify within traditional categories of male or female. “The term ‘non-binary’ directly references the gender binary, or the idea that there are only two categories of gender experience,” said Himes. “But non-binary individuals do not operate within that socially constructed reality.”

“I identify as non-binary because I do not identify with either gender,” said Rui, a 19-year-old non-binary college student in New Jersey.

ich hatte ja schon einmal gesagt, dass „Non-binary“ eigentlich eine ideale Phrase ist um sich aus den Privilegien heraus zu stehlen:

Ein „Enby“ zu sein ist aus meiner Sicht fast schon ideal für intersektionale Theorien. Es ist hinreichend unbestimmt, dass einen keiner wirklich widerlegen kann oder einem vorhalten kann, man sei gar nicht wirklich x oder y. Es ist auch nahe genug am Transbereich um sich einer benachteiligten Gruppe zuzuordnen. Es ist somit auch perfekt für männliche Feministen. Sie sind nicht mehr der Feind (=Männer), sondern Enbys und wer sie als Männer sieht, der misgendert sie und ignoriert ihre Deutungshoheit. Fortan muss man nicht mehr männlichen Privilegien entsagen, sondern kann anführen, dass man bestimmte Teile seiner männlichen Identität lebt und andere eben nicht. Letzteres ist schnell gemacht, immerhin hat jeder irgendetwas, was er mag, was eher dem anderen Geschlecht zugeordnet ist.  Das besonders betonen oder ein anderes, dem anderen Geschlecht zugeordnetes Kleidungsstück übergeworfen, schon kann einem keiner mehr was.

Man kann geringste Abweichungen anführen, sich irgendwie in einem Bereich eher an dem anderen Geschlecht orientieren und dann anführen, dass man eben außerhalb der Geschlechternorm ist.

Natürlich gibt es Leute, die sich tatsächlich außerhalb dieser bewegen und für die dieser Begriff dann relativ passend ist, aber er ist innerhalb der Szene auch außerordentlich wertvoll um sich aus der Unterdrückerrolle rauszubewegen.

Eigentlich hat ja jeder etwas, bei dem er nicht absolut im Stereotyp liegt und bei dem er anführen könnte, dass es nicht den absoluten Archetypen „Mann“ oder „Frau“ entspricht. Es wäre interessant bis zu welcher Abweichung man mit „nonbinary“ noch durchkommt.

What does “genderqueer” mean?
According to a history of the term published in them., “genderqueer” originated in activist circles in the 1990s and grew in commonality over the last three or so decades.
“To me, ‘genderqueer’ represents a queering of gender, so to speak,” said Laura A. Jacobs, a psychotherapist who specializes in trans and gender non-binary issues, LGBTQ issues, and other forms of gender and sexual diversity. “It’s a deliberate playing with gender in a very political sense, and being provocative around gender norms to highlight the gender stereotypes of our culture. It is also how I identify.”

Die Genderqueers hätten also in ihrer Nonbinärität noch eine „politische Botschaft“ bzw würden ganz im Sinne von Butler „Genderverwirrung“ stiften wollen und bewußt provozieren wollen. Es dürfte damit auch ein ideales Feld für Narzissten sein, die sich selbst darstellen wollen und hier einen guten Vorwand haben, um andere blöd anzugehen, indem sie sie provozieren.

Cyrus Cohen, who lives in New York City and identifies as non-binary, considers their identity to be a form of genderqueerness. “I define ‘genderqueer’ as an umbrella term that just means ‘not cisgender,’” they said.

But Rui sees it differently: “I don’t use the term ‘genderqueer’ because, to me, that implies more of an oscillation between genders.

NonBinary wäre nach dieser zweiten Definition daher eher „statisch“ während „genderqueer“ mehr fluide ist, indem etwa gerade das gegenderte Verhalten aufgegriffen wird, mit dem man provozieren kann, das nicht erwartet wird

What does “gender non-conforming” mean?
Broadly, “gender non-conforming” defines people who have a gender expression that does not conform to traditional gender norms. Similar to both “non-binary” and “genderqueer,” “gender non-conforming” is also often used as an umbrella term—although it is sometimes also used to refer to people who identify as cis-gender but who dress or behave in ways that defy gender stereotypes.

“The term says, ‘I am expected to be in this box, but I am not going to be in the box because I’m not going to conform to the expectations that are set for me,’” Himes said.

Insofern wäre „Gender nonconforming“ noch eher eine Form des Widerstandes gegen bestimmte Normen, indem man sich eben nicht an diese hält oder evtl nur mit diesen eben nicht übereinstimmt.

Others interpret it with added nuance. “In contrast [to ‘genderqueer’], I conceptualize being gender non-conforming as more rooted in how you’re perceived by others,” Cohen added, “and I tend to use that word mostly in cis spaces, as it invites less questions and is easier for people to understand.”

Das wäre dann also die Aussage „Ich passe nicht in die Geschlechterrollen“ statt „ich bin keines der zwei Geschlechter“ oder „ich provoziere indem ich zwischen den Geschlechtern hin und her wechsele, je nach dem, was andere nicht queere gerade mehr aufregt“. Kann mir vorstellen, dass das eher akzeptiert wird-

“Non-binary,” “genderqueer,” and “gender non-conforming” are just three of many words with which people outside of the gender binary identify. Others include “third-gender,” “genderfluid,” “two-spirit,” “pangender,” and “agender”—each with their own inflections of meaning.

Eigentlich sagen die meisten Beschreibungen in dem Bereich ja nur „Ich weiche mehr oder weniger stark und auf eine bestimmte Weise von dem Mittelwert des typischen geschlechtlichen Verhaltens meines Geschlechts ab“.

Ich vermute mal „Mittelwertabweichler“ wird sich aber nicht unbedingt durchsetzen.