Eingewöhnung in der Kinderkrippe

Bei Fräulein Schmidt beginnt die Eingewöhnung in der Kinderkrippe. Gar nicht so einfach, wie wir erst gehofft haben. Sonst hat sie eigentlich bei anderen Leuten relativ wenig gefremdelt, aber da waren wir natürlich auch immer in der Nähe oder nicht so lange weg.

Jetzt fließen schon einige Tränen.

Eine harte Zeit für die Kleine. Und damit natürlich indirekt auch für uns.

Zumal es eben klappen muss, denn Südländerin fängt ja dann auch bald wieder zu arbeiten an.

Gearbeitet wird nach dem „Berliner Modell“

Bedürfnisorientierte Eingewöhnung nach dem Berliner Modell

Ziel des Berliner Modells ist es, individuell auf die Bedürfnisse, Situation und Bedingungen des Kindes einzugehen und so entsprechende Entscheidungen über das „Wann“ oder „Wie“ zu treffen. Das Resultat ist eine sehr behutsame und schrittweise Gewöhnung der Kinder an die Erzieher und die fremde Umgebung.
Konkret auf die Situation im Kindergarten angewandt, bedeutet das: Die Eingewöhnung wird in verschiedene Phasen eingeteilt – meistens drei bis vier, die in der Länge variieren und je nach Bedürfnis des Kindes verlängert werden können.

Grundphase: Vertrauen wird geschaffen

In der Grundphase begleitet ein Elternteil das Kind in die Einrichtung und bleibt mit diesem für ein bis zwei Stunden vor Ort im Gruppenraum. Während Ihr Kind erste Kontakte zu den anderen Kindern aufbaut, halten Sie sich im Hintergrund – vermitteln Ihrem Kind aber, dass Sie immer da sind und ihm beistehen. Die Erzieher versuchen den ersten Kontakt zum Kind aufzubauen, indem sie es beim Basteln und Spielen miteinbeziehen. In dieser Phase sollten Eltern sich nicht mit anderen Kindern beschäftigen und beispielsweise mit ihnen spielen, stattdessen sollten Sie sich ganz auf Ihr Kind konzentrieren, damit dieses immer spürt, dass es Ihre gesamte Aufmerksamkeit hat. Diese Phase des Berliner Modells dauert meist drei Tage.

Der erste Trennungsversuch
Am vierten Tag rückt das Elternteil mehr in den Hintergrund: Es wird der erste Trennungsversuch unternommen, um einschätzen zu können, wie viel Zeit für die restliche Eingewöhnung noch benötigt wird. Dafür verabschiedet sich das Elternteil von seinem Kind und geht für etwa eine halbe Stunde in einen anderen Raum. Wie Ihr Kind auf diese erste Trennung reagiert, ist ausschlaggebend für den restlichen Verlauf der Eingewöhnung. Wenn es nicht weiter auf die Trennung reagiert und weiter spielt bzw. sich nach kurzem Weinen schnell beruhigen lässt, dann kann die Eingewöhnungsphase auf ungefähr eine Woche beschränkt werden. Hierfür wird der Zeitraum der Trennung graduell vergrößert, bis die Eltern zum Abschluss das Kind nur zur Einrichtung bringen und sich gleich verabschieden.
Reagiert das Kind allerdings sehr heftig auf den ersten Trennungsversuch, wird das Elternteil sofort wieder in den Raum geholt und es wird eine längere Eingewöhnungsphase von zwei bis drei Wochen angestrebt.

Stabilisierungsphase: Ihr Kind gewöhnt sich an die Situation
Die Stabilisierungsphase beginnt am fünften Tag. Sie sind nun eher stiller Beobachter und überlassen den Erziehern die Betreuung. Sie schreiten nur ein, wenn Ihr Kind explizit nach Ihnen verlangt. Das Fachpersonal übernimmt zunehmend die Versorgung des Kindes und bietet sich gezielt als Spielpartner an. Die Trennungszeiten und die Anwesenheit des Kindes in der Einrichtung werden schrittweise verlängert. Am sechsten Tag kann das Kind meist schon ohne Begleitung mehrere Stunden im Kindergarten bleiben.
Akzeptiert das Kind die Trennung noch nicht, sollte mit dem neuen Trennungsversuch bis zur nächsten Woche gewartet werden und die Grundphase so lange ausgedehnt werden.

Schlussphase
Mittlerweile sollte das Kind den ersten Kontakt zu den Erziehern geknüpft haben und diese als Betreuungspersonen annehmen. Vielleicht protestiert Ihr Nachwuchs noch, wenn Sie gehen, doch sollte er sich leicht beruhigen lassen. Eltern bleiben nun nicht mehr im Kindergarten – sind aber jederzeit erreichbar, wenn es die Situation erfordert.

Wir haben das Gefühl, dass die Kinderkrippe etwas hastig zu den nächsten Phasen übergehen will. Aber andererseits haben sie da natürlich auch mehr Erfahrung.

Wer Tipps hat: Gerne in den Kommentaren

71 Gedanken zu “Eingewöhnung in der Kinderkrippe

  1. Üblicherweise wissen die schon, was sie tun. Man hat sich die Krippe ja auch ausgesucht.

    Kind abgeben kann immer heikel sein, auch Jahre später noch. Einzig sinnvolle Strategie ist: Ablenken, abgeben, und dann so schnell weg wie möglich.

    Da bleiben und das Rumheulen zu unterstützen und zu befördern hilft keinem der Beteiligten.

    Das klingt härter als es ist. Es wird immer mal nen Heultag geben, bei dem das Abgeben 20 Minuten statt 5 Minuten.

    • In München sucht man sich die Krippe nicht aus. Man wartet mindestens 1,5 Jahre bis irgendeine vielleicht irgendwo einen Platz frei hat. Lottogewinn.
      Eiskalte Eltern, die so tiefe Verlustängste dem eigenen Kind antun. Und dann einfach auf das Personal da drin vertrauen. Armes Deutschland.

      • Eltern, die tagtäglich jede Sekunde wachend bei und mit ihrem Kind verbringen müssen, es später in die Schule bringen werden (am besten mit dem Auto direkt vors Klassenzimmer) und dem Kind spätestens ab dem 5. Geburtstag ein Handy schenken, damit es bloß erreichbar ist (und per GPS-App zu orten), wenn es mal für fünf Minuten aus dem Haus geht.

        Hysterische Gesellschaft, die ihren Kinder und sich selbst so etwas antut. Armes Deutschland.

        Gut, an mein U3-Alter kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Aber ich bin bspw. die 10 Minuten zum und vom Kindergarten immer allein (ohne Helikopter-Eltern) bzw. mit Freunden gelaufen.
        Mann, unsere Generation war schon ein Haufen knallharter Kerle… 😉

  2. Bei „Kindergrippe“ hat wohl wieder deine suboptimale Rechtschreibkorrektur zugeschlagen, oder heißen bei euch die Kindergärten jetzt wirklich so? 😉
    Wir hatten das Glück, daß unsere beiden Jungs zeitgleich in die Krippe kamen (der eine etwas früher als normal, der andere etwas später). Ich wurde dann schon am ersten Tag von den beiden nach Hause geschickt.

    • Der Begriff heißt „Kinderkrippe“ und beschreibt Einrichtungen, die sich um die Betreuung von Klein(st)kindern kümmern. (Ist vielleicht im Westen nicht so geläufig, weil es das dort noch nicht so lange in nennenswertem Umfang gibt.)

  3. Sobald es in die späten Phasen geht, hilft ein Abschiedsritual.
    Mein Kind hat am Fenster gestanden und mir zugewunken. Gut es war bei einer Tagesmutter mit 1 bis 2 anderen Kindern.

    • Zum Glück war das bei meinen unkompliziert, aber grundsätzlich hat es sich bewährt zu zeigen, dass man das gar nicht schlimm findet und wie bereits erwähnt zügig durch die Situation geht. Half beim Arzt und half in der Krabbelstube sie sind dann gerne hingegangen

    • Kinder sind alle unterschiedlich. Es ist auch eine Frage des Alters.
      Bei uns ging es mit meiner Frau gar nicht. Also habe ich die Eingewöhnung nach drei Wochen komplett übernommen.
      Da wir beide in 50% Teilzeit waren und flexible Arbeitszeiten haben, ging das. Insgesamt hat es drei Monate gedauert.
      Die Eingewöhnung mit 3 im Kindergarten übrigens drei Tage.

  4. Da hilft nur „stark sein“. Geheule wird es so oder so geben, ob nun mit oder ohne Trennungsritual. Das gibt sich alles, später wird es dann vorkommen, daß die Kleine nachmittags gar nicht mit nach Hause will, weil sie noch mit ihren Freunden spielen will. Unsere Kinder haben uns nachmittags dann öfter mit einem „Ooch, jetzt schon?!“ begrüßt.
    Und „Kindergrippe“ passt schon irgendwie, denn ab jetzt wird Fräulein Schmidt die nächsten drei bis vier Jahre fast durchgängig eine laufende Nase haben und diverse Krankheitserreger aufsammeln, die sie schön bei euch zu Hause verteilen wird. Das wird auch gerade für die Eltern interessant, denn da sind Erreger bei, auf die Euer Immunsystem nicht vorbereitet ist und entsprechend heftig reagiert.
    Weiterhin alles Gute für Euch!

  5. Wie schon geschrieben wurde, Augen zu und durch.
    Die Erzieher lenken die Kinder dann ab und nach 4 Wochen ist alles ok (bis auf Ausnahmen ab und zu).
    Und wenn sie dann die ersten Freundschaften geschlossen hat, wirst Du öfter „Was willst Du denn schon hier?“ hören.

    Die ersten zwei Wochen sind halt hart (war selbst überrascht, wie ich damit zu tun hatte)

        • Vielleicht liegt das auch daran, wieviel Geschwistergewusel die Kinder haben. Mein Sohn ist knapp 11 Monate und liebt es, zwischen seinen Schwestern zu sitzen und bespielt zu werden. Das geht auch mal derb zu, findet er super, er kommuniziert schon rudimentär und die haben voll den Draht zusammen. Sachen hin und hergeben, Dinge aus- und einpacken, beklopfen, oder er wird verkleidet oder in irgendwas durch die Gegend gekarrt etc.
          Ich wollte erst 2 Jahre mit ihm zuhause bleiben, weil die Eingewöhnung meiner Mitteltochter damals echt zäh und krampfig war, habe jetzt aber die Anmeldung im Kiga für ihn ein halbes Jahr vorziehen lassen, der braucht das nicht solange von Mama begluckt werden.

  6. Da meine Frau als Pendlerin die Eingewöhnung nicht übernehmen konnte und ich gutes Verhältnis zu meinem Arbeitgeber pflege, war für uns damals klar, dass ich die Eingewöhnungsphase übernehmen sollte.

    Neben unserem Sohn wurden noch zwei weitere Kinder eingewöhnt. Dabei konnte ich recht deutlich beobachten, dass die Erzieherinnen ganz genau wussten wie lang wohl welches Kind brauchen würde, bis es das nötige Vertrauen entwickelt hat um alleine in der KiTa zu bleiben.

    Glücklicherweise war mein Sohn noch nie recht scheu und gewöhnte sich recht schnell an die neue Umgebung, die Kinder und die Erzieherinnen. Wir brauchten 6 KiTa Tage bis ich ihn komplett allein lassen durfte, obwohl eigentlich mit 10 gerechnet wurde. Das zweite Kind brauchte die 10 Tage genau und beim dritten Kind war Mama noch nach 4 Wochen dabei, weil es offensichtlich sich nicht anpassen konnte an die neue Umgebung.

    Da muss man sich einfach als Elternteil und als Erzieher auf das Kind einstellen.

    Was das Weinen angeht. Mein Sohnemann ist jetzt schon seit einem Jahr in der KiTa und ob er morgens weint oder nicht, hängt von seiner jeweiligen Tagesform ab. Manchmal weint er ganz bitterlich nach mir und manchmal rennt er in den Gruppenraum rein, beginnt zu spielen und würdigt mich keines Blickes mehr. So sind Kinder nun einmal würd ich sagen.

    • „Neben unserem Sohn wurden noch zwei weitere Kinder eingewöhnt. Dabei konnte ich recht deutlich beobachten, dass die Erzieherinnen ganz genau wussten wie lang wohl welches Kind brauchen würde, bis es das nötige Vertrauen entwickelt hat um alleine in der KiTa zu bleiben.“

      Ja, da sind wir etwas skeptisch. Es ist leider ein recht junges Team. Da wäre vielleicht etwas mehr Erfahrung gut gewesen, aber sie liegen dafür sehr günstig

      • Jung ist nicht unbedingt schlecht. Vor allem im Osten wäre ich extrem skeptisch wenn alte Erzieher von ihrer langen Erfahrung sprechen.

        Ansonsten weiß keiner besser, wie euer Kind tickt, als ihr. Wenn ihr das Gefühl habt, es geht zu schnell, dann lasst euch nicht bequatschen.

        Und ganz wichtig: Ein Kind muss bei einer Eingewöhnung nicht weinen. Das ist totaler Blödsinn. Auf der anderen Seite kann eine Eingewöhnung, aber auch mal 3Monate dauern. Oder nur eine Woche.

        Und ganz wichtig, wenn ihr kein 100% Vertrauen in die Erzieher habt, hat das Kind die erst recht nicht. Dann wartet einfach ab.

        Dieser Plan der Kita, ist übrigens keine in Stein gemeißelter unbedingt befolgbarer Algorithmus, sondern als grobe Richtlinie gedacht. Es muss auf das Kind geschaut werden. Das Kind muss sich nach der Trennung innerhalb von ein bis zwei Minuten beruhigen. Wenn nicht geht wieder rein. Wenn den Erziehern das noch passt, sucht euch eine andere Kita. Dann schauen die Erzieher nicht auf das Kind sondern darauf, wie sie sich selbst das Leben leichter machen können.

        Dan ist euer Kind da nicht gut aufgehoben.

        • „Und ganz wichtig: Ein Kind muss bei einer Eingewöhnung nicht weinen“
          Korrekt! Habe ich eben gerade im Auto einer frischgebackenen dualen Studentin erzählt und etwas anektdotisch aufgedröselt. War wie Federballspielen, konnte sie aus eigenen Erfahrungen ( im Familienumfeld ) bestätigen.

      • Wenn ihr so viel Geld verdienen müsst und das eigene Baby dafür abgeben wollt, ist klar, wie lieb ihr es habt.
        Nur in Deutschland ist man so eiskalt zur eigenen Familie. Die Eltern auch ins Altersheim abschieben, weil man MUSS ja so viel arbeiten. Geld und Arbeit und jeder ist am Ende allein. Sogar das Baby.

  7. Kinder sind sehr unterschiedlich, aber allgemein ist mein Eindruck, dass Kinder Situationen, die ihnen als selbstvertsändlich dargestellt werden, viel unproblematischer akzeptieren, als wenn ihnen irgendwie vermittelt wird, dass es sich um eine problematische Situation handelt und/oder sie Einfluss darauf haben, was passiert.

    Bei unserem Kleinen, der mit zus einem ersten Geburtstag in die KITA kam und mit 3 umzugsbedingt gewechselt hat, gab es eine Eingewöhnung eigentlich nur insoweit, als er in den ersten Tagen nur verkürzt in der Einrichtung war. Allerdings war unser Sohn schon sehr früh mehrere Stunden, später auch (wenige) Tage, bei den Großeltern, so dass er von Anfang an gelernt hat, dass es auch ohne Eltern geht, die Eltern ab immer wiederkommen.
    Probleme gab es fast nur, wenn die Erzieherinnen ihn nicht sofort in Empfang genommen haben, sondern noch eine große Abschiedsszene abwarten wollten, weil ihm dann bewusst wurde, dass da etwas nicht Selbstverständliches, irgendwie Negatives passiert – das war auch später manchmal noch der Fall.

    • „dass es auch ohne Eltern geht, die Eltern ab immer wiederkommen“
      DAS sollte das Kind vorher in sicherer Bindung verinnerlicht haben, dann gibt auch keine Probleme oder wochenlange Kämpfe, die dem Kind nur schaden. Perfekt wird es, wenn das Kind vorher schon seinen eigenen, selbstaufgebauten Freundeskreis hat.

      • Ja, das kann es aber erst ab 3Jahren. Vorher ist es komplett gegen alles Menschliche, das Kind von der Familie zu trennen. Freiwillig. Und auch noch dafür zahlen. Omg

  8. Kindereingewöhnung kann auch für die Eltern echt hart sein. Mein Sohn hat drei Wochen geschrien wie am Spieß. Ich habe das manchmal nicht ausgehalten und bin dann unaufgefordert rein. Das hat die Sache aber nie verbessert, sondern immer nur zäher und langwieriger gemacht. Nach den drei Wochen ist mein Sohn von heute auf morgen einfach in den Gruppenraum marschiert (oder gerobbt, ich weiß es nicht mehr so genau) und hat es kaum geschafft, sich von seinem Vater zu verabschieden. Problematisch wurde es dann nur noch mal, als die Betreuerin gewechselt hat.

    Meine Erfahrung: Je länger ein Abschied dauert, desto schwieriger. Ich hatte das sozialwissenschaftliche Glück über einen längeren Zeitraum hinweg eine Mutter beobachten zu können, die versucht hat, ihren Sohn „sanft in den Kindergartentag hineingleiten zu lassen“. Das Resultat war ein stetig länger und größer werdender Kampf mit dem Kind. Keiner von beiden Seiten war geholfen und der emotionale Streß war für die beiden enorm. Wenn die Mutter es manchmal doch geschafft hatte, ihr Kind abzugeben, bevor ich meine Kinder über die Gruppen verteilt hatte, dann war quasi in dem Moment Ruhe, in dem sie zur Tür raus war. Ihr Racker hat sich dann einfach, wie alle anderen Kinder auch, in der Gruppe beschäftigt.

  9. Mein Tip: auf Kindergrippe verzichten und lieber finanziell kürzer treten. Die Zeit mit dem Kind gibt euch niemand zurück und die Phase ist sehr prägend für das Kind. Bei sicherer Bindung gehen die meisten Kinder irgendwann von selbst gern in den Kindergarten.

    Unser Sohn kam mit zwei Jahren in die Kleinkind-Vormittagsgruppe und hat kein einziges Mal Probleme gemacht, im Gegenteil, er wollte mittags nicht nach Hause, sondern weiter spielen und wir konnten ihn zu Hause auch längst nicht mehr adäquat beschäftigen, er brauchte einfach den Außenkontakt. Die vier Phasen spielten auch keine Rolle, er stürzte sich sofort ins Geschehen und ich hätte auch am ersten Tag schon gehen können. Wichtig ist aber, dass man den Kindern vorher klipp und klar sagt, dass man nicht die ganze Zeit da bleibt und wann man sie wieder abholt. Sowas ist in der Krippe halt viel schwieriger, weil die das in dem Alter oft noch nicht verstehen.

    Bei der Kleinen gab es die Kleinkindgruppe nicht mehr, aber sie war auch insgesamt ruhiger, so dass Vormittagskindergarten ab drei auch kein Problem darstellte. Geheult hat sie früh beim Abschied nie, so ich richtig erinnere, aber manchmal geklammert (sie ist extrem schüchtern). Die Kindergärtnerin oder eine Freundin hat sie dann abgeholt und abgelenkt und alles war gut.

    Ich empfehle nochmals das Teilzeitmodell für beide Eltern, so dass immer jemand zu Hause ist. Es kommen mit hundertprozentiger Sicherheit Krankheiten, bei denen das Kind mal eben eine Woche zu Hause versorgt werden muss, der Urlaubsanspruch flöten geht und der Haussegen schief hängt oder der Arbeitgeber sauer ist. Spätestens mit Beginn der Schule, kann man die Kinder auch viel besser fördern, als das ein Hort könnte, zumindest wenn man selbst ein gewissen Bildungsniveau hat.

    Aber gut, muss am Ende jeder selbst wissen. Das wolltest du zwar bestimmt nicht hören, aber ich leide jedesmal mit, wenn ich sehe, welchen Zwängen sich die Menschen (oft ohne erkennbare Not) beugen, was sie den Kindern dabei antun und was ihnen selbst dadurch entgeht.

    • Nachtrag: wenn jemand zu Hause ist, kann man auch mal einen Tag Kiga ausfallen lassen und z.B. mit dem Kind ins Schwimmbad gehen (statt nur am überfüllten Wochenende) oder was anderes mit dem Kind unternehmen, sich allgemein früh Zeit lassen und muss nicht ständig drängeln und auf die Uhr schauen, sondern kann dem Kind sein Tempo lassen. Es muss ja alles erst lernen, vom „selbst anziehen“, beim Frühstück das Brot schmieren, bis zum „Gehweg erkunden“. Ich habe die Zeit sehr genossen…

      Habe ja schon oft genug geschrieben, dass ich die DDR-Praxis als Kind intensiv gehasst habe und darunter litt und sehe nun mit großem Bedauern, wie sich die unmenschlichen Sitten, Dank Feminismus, auch im Westen immer stärker ausbreiten.

    • „Mein Tip: auf Kindergrippe verzichten und lieber finanziell kürzer treten. Die Zeit mit dem Kind gibt euch niemand zurück und die Phase ist sehr prägend für das Kind. Bei sicherer Bindung gehen die meisten Kinder irgendwann von selbst gern in den Kindergarten.“

      Volle Zutimmung! Erst die sichere Bindung, dann die soziale Grundbildung ( loslassen lernen, bspw. beim Einschlafritual ), dann erst ( wenn unvermeidbar ) in fremde Instantumfelder verschieben.

      „Das wolltest du zwar bestimmt nicht hören, aber ich leide jedesmal mit, wenn ich sehe, welchen Zwängen sich die Menschen (oft ohne erkennbare Not) beugen, was sie den Kindern dabei antun und was ihnen selbst dadurch entgeht.“

      Mein Reden seit immer!

    • „Spätestens mit Beginn der Schule, kann man die Kinder auch viel besser fördern, als das ein Hort könnte, zumindest wenn man selbst ein gewissen Bildungsniveau hat.“

      Die Große hatten wir zunächst nicht für die OGS angemeldet – aber die haben so ein tolles AG-Programm (und Spielzeug), dass sie zum 2. Schuljahr schlicht hingehen wollte. Und unsere jetzige Grundschülerin haben wir das selbst entscheiden lassen: sie wollte von Anfang an.

      Wenn man Glück hat, spart man sich durch die Über-mittag-Betreuung:
      – ein bisschen von der Rumgurkerei zu Sportvereinen
      – das Vereinbaren etlicher Spieltermine mit Schulfreunden
      – das mutmaßliche Hausaufgabendesaster (viele Eltern haben da auf regelmäßiger Basis so ihre Schwierigkeiten … es kommt zu Machtkämpfen & viel Streit)

      Suboptimal finden wir hingegen (oft) den Punkt „Essen“.

      • „Die Große hatten wir zunächst nicht für die OGS angemeldet – aber die haben so ein tolles AG-Programm (und Spielzeug), dass sie zum 2. Schuljahr schlicht hingehen wollte. Und unsere jetzige Grundschülerin haben wir das selbst entscheiden lassen: sie wollte von Anfang an.“

        Ja, das ist natürlich von Schule zu Schule und von Kind zu Kind unterschiedlich. Wenn es will, soll es ruhig.

        „Wenn man Glück hat, spart man sich durch die Über-mittag-Betreuung:
        – ein bisschen von der Rumgurkerei zu Sportvereinen
        – das Vereinbaren etlicher Spieltermine mit Schulfreunden
        – das mutmaßliche Hausaufgabendesaster (viele Eltern haben da auf regelmäßiger Basis so ihre Schwierigkeiten … es kommt zu Machtkämpfen & viel Streit)“

        Klar spart man sich Schwierigkeiten, am meisten erspart man sich, wenn man sich erst gar keine Kinder anschafft 🙂

        Ich gebe dir schon recht, wenn das Kind seine Freude daran hat: warum nicht. Aber das mit den Hausaufgaben empfand ich als weniger schlimm, es funktionierte bei unseren Kindern recht gut, wenn man mit ihnen entsprechende Regeln aushandelt (statt nur immer zu nerven und zu erinnern). Irgendwann sind sie eh zu alt, um sich reinreden zu lassen, aber man ist halt da, wenn es Fragen gibt oder auch, um mal über die Schulter zu schauen.

        So mäkelig wie meine Kinder beim Essen sind, wäre ich manchmal froh, die würden in Schule oder Kiga essen, aber das wird hier leider nicht angeboten…

        Ich urteile natürlich immer aus meinem subjektiven Empfinden. Ich empfand Kiga und Schule immer als unfrei und wäre nie freiwillig dort geblieben, andererseits bin ich auch in einem anderen System aufgewachsen und unter vollkommen anderen Bedingungen. Man kann das also nicht verallgemeinern…

        • „das mit den Hausaufgaben empfand ich als weniger schlimm, es funktionierte bei unseren Kindern recht gut, wenn man mit ihnen entsprechende Regeln aushandelt (statt nur immer zu nerven und zu erinnern). Irgendwann sind sie eh zu alt, um sich reinreden zu lassen, aber man ist halt da, wenn es Fragen gibt oder auch, um mal über die Schulter zu schauen.“

          Abgesehen vom erwähnten 1. Schuljahr mussten wir unsere Große (und jetzt eben die Mittlere) ihre Grundschulzeit über nur am Wochenende zum Hausaufgaben machen anhalten (weil Freitags machen sie die nicht in der OGS), und die letzten 3 Jahre über hatten wir dann quasi überhaupt nix mehr damit am Hut.

          Jetzt aber hat sie ihre offiziell 3. Fremdsprache hinzu bekommen (Englisch ab der 1.; Französisch ab der 6.; nun eben Latein ab der 8. – Spanisch kann leider erst in der 11. belegt werden) und lernt privat in Eigenregie außerdem noch Koreanisch und Japanisch. Um da nirgendwo zurückzufallen, halte ich es inzwischen für sinnvoll, sie an fixen Tagen 2x pro Woche Vokabeln abzufragen.

          „So mäkelig wie meine Kinder beim Essen sind, wäre ich manchmal froh, die würden in Schule oder Kiga essen, aber das wird hier leider nicht angeboten…“

          Srsly? Immernoch? Wo lebst Du denn?

          Ein Grund, weshalb wir unsere Große nicht aufs Gymnasium schickten, war ja die Tatsache, dass es dort (vor ein paar Jahren zumindest) noch keine Mensa gab, man also zwar mal eben flott die Schulzeit ausgedehnt hatte bis auf ca. 15:30 Uhr, dabei aber nicht berücksichtigte, dass Jugendliche im Wachstum über Mittag durchaus Verpflegung benötigen (und zwar in Mengen, die nicht leicht in den bereits zum Bersten vollen Schultaschen untergebracht werden können). Für mich war das absolut inakzeptabel, weil ich nämlich noch sehr genau weiß, mit was für einem großen Hunger ich früher um 13:30 Uhr zuhause aufschlug.

          Der erste Kindergarten, in dem wir sie anmeldeten (aber keinen Platz erhielten), hatte damals auch noch Mittags geschlossen, d.h. es gab nur-vormittags-Kinder und solche, die nach dem Mittagessen zuhause nochmal wiederkamen… die Kita, in die sie schließlich ging, war da schon einen Schritt weiter und hatte eine Köchin eingestellt (damals kamen auch noch vereinzelte Grundschüler dort hin zum Essen und Hausaufgaben-machen).

          „Ich empfand Kiga und Schule immer als unfrei und wäre nie freiwillig dort geblieben“

          Kindergarten und Grundschule fand ich gut, für die späteren Jahre des Gymnasiums (und auch die Uni^^) schließe ich mich der Aussage aber an. In der Umfrage in unserer Abizeitung stehe ich denn auch unangefochten auf Platz 1 der größten Schwänzer unseres Jahrgangs. Das werd ich unseren Kindern aber noch lange nicht erzählen.^^

        • Ich meine, Christian hätte mal erwähnt, dass Südländerin (ge)stillt (hat).

          Wär aber natürlich ne interessante Frage: war Fräulein Schmidt schon (tagsüber) abgestillt als es an die Eingewöhnung ging, oder fällt das zusammen mit dem Beginn der Kita-Zeit? Letzteres könnte die Sache natürlich auch schwieriger machen…

          Übrigens, rockbertus: ich finde es ziemlich daneben wie Du dieses Elternpaar angehst. Sie machen nur das, was in ihren Augen vernünftig, vielleicht gar alternativlos ist.

          Eine gute Freundin von mir hat ihr 1. Kind sogar mit 3 Monaten schon in eine Einrichtung gegeben – weil sie nicht allzu tief die mühsam erklommene Karriereleiter wieder runterfallen wollte (Konsequenz: entsetzlich viele Kind-/krankheitsbedingte Fehlzeiten; fürs 2. Kind nahm sie sich dann 1 Jahr Auszeit, was jetzt allerdings auch nicht ganz so endete wie erhofft…). Jüngst war es ihr zusammen mit ihrem Mann dann möglich, Eigentum in der teuren Großstadt, in der sie arbeiten, zu erwerben (sie liebt es ihre Wege mit dem Fahrrad zu erledigen). Klar könnte man sagen: das braucht man aber nicht… lebst Du selbst denn in gemieteten Räumen?

    • Ja Mann, endlich einer, der das System auch mal in Frage stellt.
      Ihr habt ein Baby. Warum verbringt ihr nicht Zeit mit ihr?!
      Warum müsst ihr so geil verdienen und Arbeiten wollen und KiTa zahlen für ein kleines Baby?! Warum?! Warum sollte man sowas mit dem eigenen Kind tun? Wollt ihr keine Zeit verbringen und jeden Tag sehen, wie es sich entwickelt?
      Es ist also besser, schöner in der Arbeit zu sein als mit dem eigenen Kind?

        • Doch. In Deutschland geht es schon. Man kann finanziell kürzer treten. Man wird hier nicht verhungern. Gerade nicht in Deutschland. Und siehe die Flüchtlinge, die mit 8Kinder zu Hause sitzen, ärmer, aber familärer sind als so manch super gut verdienendes Elternpaar mit weinenden, vernachlässigten Häufchen bindungsunfähiger Kinder. Am Besten noch schnell Antibiotika und Ritalin rein. Aber mit neuen Sneakern und Handys im SUV zur Krippe fahren. Au weia. Wo und was sind hier bitte die Prioritäten? Sollte sich mal jeder fragen.
          Deutschland schafft sich selber ab.

  10. Unsere Große kam ja erst mit 3 Jahren in den Kindergarten… da war das dann überhaupt gar kein Problem, sondern im Gegenteil war sie sehr stolz und froh hinzugehen. Die Mittlere hatten wir direkt nach der Geburt angemeldet für mit 2 Jahren (logischerweise bereits nach der Umstellung auf auch U3 Betreuung), und auch das ging eigentlich sehr glatt und schnell über die Bühne, sprich ich erinnere auch in ihrem Fall keine dramatischen Abschiedsszenen bzw. Tränen (ich fand es allerdings lustig, zum Abschluss der Kiga-Zeit das Eingewöhnungs-Protokoll zu lesen. Im Wesentlichen war aus Sicht der Erzieherinnen wenn dann ich diejenige gewesen, die in den ersten Tagen Unsicherheiten zeigte). Und jetzt bei unserer Jüngsten wusste ich die längste Zeit einfach nicht, ab wann ich sie gehen lassen sollte. Sie scheint mir besonders schüchtern sowie am stärksten Mama-bezogen, ist ein ziemliches Klammeräffchen, das sehr viel schmusen mag, mehrfach am Tag ankommt einfach nur um mich zu drücken und zu küssen (ganz anders als Nr. 2 halt). Noch dazu geht meine Mutter im Dezember endlich in Rente und hat sozusagen leise Ansprüche auf das kommende Jahr angemeldet, was natürlich auch eine wirklich schöne Lösung ist.

    Nun, bei Euch gilt: was klappen muss, wird schon irgendwie gehen – jedenfalls meistens. Beneidenswert finde ich Eure Situation nicht, ich hätte für Fräulein Schmidt zumindest auf eine Tagesmutter gehofft (weil ich finde, dass die Zwerge, die sich noch nicht artikulieren können, in dem großen Gewusel leicht untergehen, bzw. noch viel mehr Ruhe/Rückzugsmöglichkeiten/individuelle Aufmerksamkeit bräuchten).
    Verstehe aber auch, falls Ihr gedacht habt, es wäre praktischer/besser, ihr in zwei Jahren nicht den Abschied und die Umgewöhnung zumuten zu müssen. Ist halt ne schwierige Entscheidung – vorallem, wenn man gezwungen ist, sie ohne Ansehen des Kindes selbst zu treffen.

    Was habt Ihr denn miteinander vereinbart für die kommenden, krankheitsbedingten Ausfallzeiten? Werdet Ihr versuchen, abwechselnd auszusetzen, oder steht im Grunde jetzt schon fest, wer eher/häufiger seinen Arbeitgeber strapazieren wird?

  11. Mein zweitjüngster kam mit 2 1/2 in die Krippe. Er hat am ersten Tag geweint, weil er nach 1,5 Stunden Eingewöhnung gehen sollte. Im Kindergarten das gleiche. Der Kleine, im selben Alter, hat in der Krippe locker 4-6 Wochen Theater veranstaltet. Geheult, ich brachte ihn in die Krippe und fand es schrecklich, obwohl mir die Erzieherinnen sagten, dass er Theater macht so lange er mich noch sieht und sich dann schnell beruhigt. Kindergarten und Schule waren dann stressfrei, aber der zweitjüngste tat sich die 1 – 2 Wochen in der Schule schwer, so dass der Lehrer uns ansprach. Die Umstellung gelingt Mal leichter, Mal schwerer, ist von vielen Faktoren abhängig, aber letztlich unbedeutend, wenn sich alles nach schlimmen 6 Wochen einrenkt.

  12. Hallo , liebe Eltern.
    Eine gute Eingewöhnung nach dem Berliner oder noch besser Münchner Modell ist die beste Voraussetzung , dass euer Kind gern in Krippe oder Kita bleibt. Dazu empfehlen sich immer Elterngespräche mit beiden Eltern !, übrigens bis in die Schulzeit , es lohnt sich für alle Beteiligten , denn ihr kennt euer Kind am Besten.
    Zweitens ,Zeit und Ehrlichkeit (gilt auch für alle Beteiligten )investieren in allen Gesprächen. Wenn es dem Kind /den Eltern oder der Einrichtung zu schnell geht oder zu langsam , muss man als Partner darüber reden. Ich weiss sehr wohl , man kann sehr notgedrungene Partnerschaften eingehen , aber in diese lohnt es sich zu investieren in Sachen Ehrlichkeit.
    Drittens , heulen die Kinder nicht. Sie zeigen sehr deutlich , dass man sie ernst nehmen sollte. An der Art des Weinens erkennen das Eltern und hoffentlich auch die Pädagoginnen , die euer Kind noch nicht so gut kennen.Deshalb braucht es auch den Dialog.
    Und viertens. Ihr Eltern könnt auf Dauer die schlechten Bedingungen in Kita und Krippen verändern , auch wenn die Zeit , in der man junge Kinder hat , kurz ist.
    Das ist ein hochpolitisches Thema , denn der erste Kontakt mit einer öffentlichen Einrichtung prägt das weitere Leben, denkt nur an eure Grundschulzeit.
    Deshalb engagiert euch bei Trägern(Sie bekommen viel Geld für die Betreuung eurer Kinder, )Der Auftrag lautet eigentlich :Erziehung , Bildung und Betreuung, und das finanzieren die Länder besser, als ihr denkt . Also kümmert euch mit um gute Ausbildung , Inhalte , Weiterbildungen, und Bezahlung, so wie es wir auch tun.
    Grüsse aus Frankfurt , aus einer großen Kita .

  13. Ich bin Erzieherin und sage euch, es wäre schlimm, wenn die Kinder in der Eingewöhnung nicht weinen würden und die Eltern vermissen. Wenn die Stufen hastig beendet werden bedeutet das nur, dass das zum Wohle der Eltern geschieht, die meist nach wenigen Tagen wieder arbeiten müssen. Ganz wichtig ist, dass eine stabile Bindung zwischen Bezugserzieherin und Kind hergestellt wird, das erleichtert vieles. Die Erfahrung sagt, dass U3 Kinder schneller eingewöhnt werden. Und ein Tip an alle Eltern: Trennung ist schwer aber notwendig, habt Vertrauen in die Kita bzw Erzieher und zögert die Verabschiedung nicht so lang heraus. Ein Kuss, ein Drücker und ein paar nette Worte reichen da völlig aus.

    • Trennung ist NICHT notwendig. Das word hier in Industrieländern besonders Deutschland nur so sugheriert wegen der ach so wichtigen Arbeit. Sonst nix.
      Kinder unter 3 Jahren brauchen die (Groß) Familie (in Deutschland wiederrum gerade mal so die Mama und bei jedem 3. Kind halt noch der Papa, wenn er da ist und will).
      Alles andere ist humbug. Ein Baby und Kleinkind will mit seinen Eltern sein. Punkt.

      • Kinder brauchen aber auch früh Kontakt zu Gleichaltrigen, um elementare, soziale Fähigkeiten zu entwickeln.
        Am besten in einem Umfeld mit sozialer Durchmischung. So verhindert man Clan- und Ghettobildung.

        • „Kinder brauchen aber auch früh Kontakt zu Gleichaltrigen, um elementare, soziale Fähigkeiten zu entwickeln.“

          Falsch! Kinder brauchen ihr natürliches Umfeld! Für soziale Fähigkeiten gibt es zunächst das Bindungserleben, aus dem sich Übergangslos die soziale Grundbildung entwickelt. Kasernierung und Kohortenzüge wirken dem eher entgegen, da wird der Vorgesetzte mit Gewalt zum Bindungsersatz gemacht, was kaum je gute Ergebnisse bringt. Die Stalin-Hitler- bis Honneckerlehre hat versagt.
          Ein selbstentwickelter Freundeskreis ( ohne Zugführer ) ist deutlich freier, beinhaltet diverse Altersgruppen und bildet sich erheblich besser fort.

          „Am besten in einem Umfeld mit sozialer Durchmischung. So verhindert man Clan- und Ghettobildung.“

          DAS sollte man dem Kind überlassen.

    • „Ich bin Erzieherin und [wahrlich] sage euch, es wäre schlimm, wenn die Kinder in der Eingewöhnung nicht weinen würden und die Eltern vermissen. […]“

      Wie wär’s mit einem Job im CallCenter der Süddeutschen Klassenlotterie?
      Die brauchen immer Missionaristen, die Leuten Exkremente als Gold verkaufen.

    • „Ich bin Erzieherin und sage euch, es wäre schlimm, wenn die Kinder in der Eingewöhnung nicht weinen würden und die Eltern vermissen. “
      Sorry meine Tochter weint bei Ihrer Eingewöhnung nicht. Und das ist sehr gut so.
      „Wenn die Stufen hastig beendet werden bedeutet das nur, dass das zum Wohle der Eltern geschieht, die meist nach wenigen Tagen wieder arbeiten müssen.“
      Inwiefern das abkürzen und überspringen den Eltern hilft, darüber kann man sicher streiten. Sie zahlen den Preis dann später, in Form von Kind-krank-Tagen. Und in schlimmeren Fällen bindungsunfähigen Kindern, wobei das wohl eher der Preis ist, den die Kinder zahlen müssen.

      “ ein Tip an alle Eltern: Trennung ist schwer aber notwendig, habt Vertrauen in die Kita bzw Erzieher und zögert die Verabschiedung nicht so lang heraus.“

      Kleiner Tipp von mir: Bitte schließ nicht von dir auf andere Erzieher, von deiner Einrichtung auf alle anderen Einrichtungen.
      Ich habe von erfahrenen Erziehern gehört, dass stundenlanges Schreien halt zur Eingewöhnung dazu gehört. Das ist normal und muss halt so sein. Auf die Idee, dass das an Ihnen liegt sind sie nicht gekommen. Im Prinzip brechen sie seit Jahren den Willen der Kinder. In der Kita sass dann auch ein kleines Häufchen Elend neben dem anderen.
      Und ich habe hoch kompetente, einfühlsame Erzieher kennengelernt, bei denen in der Eingewöhnung höchstens mal eine Minute geweint wird.

      • „habt Vertrauen in die Kita bzw Erzieher“

        Warum sollte man Leuten vertrauen, die sich einbilden, sie hätten das Recht an anderer Leute Kinder herumzuerziehen? Von solchen sollte man besser wegbleiben.

    • „es wäre schlimm, wenn die Kinder in der Eingewöhnung nicht weinen würden und die Eltern vermissen“

      Auch mir missfiel diese Einschätzung instinktiv – dann aber erinnerte ich mich daran, dass unser Baby ja auch oft weint/sehr beständig nach Mama rufen kann, wenn es nur vom Papa betreut wird. Das tut mir zwar auch sehr leid (für beide), aber diese(n) Trennung(sschmerz) kann ich einigermaßen leicht als notwendig und nicht tatsächlich schädlich für Babys Psyche akzeptieren. Und es wird ja auch immer besser im Laufe der Zeit („Papa“ sagen kann sie schon lange, tut es auf regelmäßiger Basis aber erst seit kurzem. Zunächst schien sie original nur in „Mama“ und „nicht die Mama“ zu unterscheiden, und „nicht die Mama“ ist/war halt fast immer doof).

      „Die Erfahrung sagt, dass U3 Kinder schneller eingewöhnt werden.“

      Nunja, das ist mal wirklich grober Unfug. Wird das echt in der Ausbildung behauptet?

  14. Ich habe meinen Eltern immer zu verstehen gegeben dass sie die Experten ihres Kindes sind. Wenn ihr Sorge habt dass die neuen Schritte zu schnell gehen dann sprecht das an. Nur so kann eine vertrauensvolle Basis entstehen. Und manchmal braucht es eben auch mehr Zeit. Und manchmal muss man auch die Eltern eingewöhnen bzw. zum *loslassen* anleiten. Beides hat seine Berechtigung.

    • Was Du, als Kind, Deinen Eltern für neunmalkluge Lehren zu erteilen versucht hast, interessiert hier niemanden. Zeigt aber, daß Du schon als Kind recht bildungsresistent warst.

    • Welche Berechtigung?
      Es spticht wider die Natur. Die einzige Berechtigung freiwillig das eigene Kibd an irgendwelche „ErzieherInnen“ zu geben, ist die eingebildete, unbewusste abhängigkeit an den humankapitalistische Geldsystem.

  15. Pingback: Rabeneltern oder wie viel sollte man beruflich aussetzen bei einem Kind? | Alles Evolution

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