„Studium lohnt sich für Männer mehr als für Frauen“

Die Süddeutsche zu einer Erhebung, nach der studierte Frauen weniger verdienen als studierte Männer:

Frauen werden schlechter bezahlt als Männer – vor allem dann, wenn sie einen akademischen Abschluss haben, zeigt eine neue OECD-Studie.

Frauen werden für ihre Arbeit schlechter bezahlt als Männer, das gilt unabhängig von ihrem Bildungsgrad und ist nicht nur in Deutschland Fakt.

Das ist eben gerade nicht Fakt. Allenfalls werden sie im Schnitt bei vollkommen anderen Berufen schlechter bezahlt, wobei diese anderen Berufe andere Vorteile haben können, die für die Frauen subjektiv den Gehaltsunterschied durchaus wett machen können.

Hierzulande stehen Frauen aber mit ihrem Erwerbseinkommen gegenüber Männern besser da als im EU-Durchschnitt. Europaweit verdienen vollzeitbeschäftigte Frauen je nach Bildungsabschluss zwischen 76 und 79 Prozent dessen, was Männer in vergleichbarer Vollzeittätigkeit bekommen. In Deutschland kommen sie dagegen auf 74 bis 86 Prozent. Einen einsamen Spitzenwert von 93 Prozent am Männereinkommen erzielen Frauen, die älter als 55 sind und den niedrigsten Bildungsgrad haben, also eine nach der neunten oder zehnten Klasse abgeschlossene Schullaufbahn.

Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienen weniger, machen aber vielleicht auch schlicht weniger Überstunden, weniger Nachtschichten, weniger gefährliche Berufe oder sind im öffentlichen Dienst mit seinen vielen Vorzügen.

Mehr Bildung zahlt sich demnach nicht in Parität bei der Bezahlung aus – im Gegenteil. Dies lassen Zahlen aus der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2019“ erkennen, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Frauen mit einem hohen Schulabschluss erreichen in Deutschland einen höheren Anteil am Einkommen der Männer als Frauen, die danach noch ein Studium oder einen berufsakademischen Bildungsgang abschließen. Das ist auch in vielen anderen der insgesamt 46 untersuchten Länder so. Entschließen sich Frauen für den nichtakademischen Weg, bringen sie es in Deutschland auf durchschnittlich 86 Prozent, nehmen sie die akademische Laufbahn, sind es nur noch 74 Prozent. „Das Verdienstgefälle ist in Deutschland auf höheren Bildungsstufen größer“, heißt es in der Untersuchung.

Eine Untersuchung, die bei dem Faktor Geschlecht halt macht und nicht die Gründe dahinter ermittelt ist nichts wert. Denn damit bleibt das, was die Geschlechter unterschiedlich machen schlicht im dunklen. Wenn Männer zB bereit sind mehr in die Karriere zu investieren, auch eher bereit sind sehr arbeitsintensive, weiter entfernte Arbeiten, die einem weniger Zeit mit Kindern lassen, auszuüben, dann ist verständlich, dass sie auch mehr verdienen.

Ein klassisches Beispiel wären zB Spitzenjuristen, bei denen Frauen eher in Behörden und Gerichte gehen, bei denen sie immer noch gut verdienen und gut die Arbeit mit der Kinderbetreuung verbinden können und Männer eher in Großbetriebe oder Großkanzleien gehen, wo sie wesentlich mehr Stress und Umsatzdruck haben, dafür aber auch wesentlich mehr verdienen.
Die Frauen würden wahrscheinlich mit den Männern gar nicht umbedingt tauschen wollen.

Insofern dürfte der Unterschied dadurch entstehen, dass in schlecht qualifizierten Bereichen einfach kleinere Gehaltsunterschiede vorhanden sind als in hochqualifizierten Bereichen.

Ein Bachelorabschluss bringt 39 Prozent mehr Einkommen

Diese Geschlechterungerechtigkeit bedeutet jedoch nicht, dass es sich nicht lohnen würde zu studieren. Deutsche mit einem Bachelor-Abschluss verdienen 39 Prozent mehr als Deutsche ohne abgeschlossene Hochschulausbildung. Zwar haben sich die Jobchancen für Menschen mit klassischer Berufsausbildung in den vergangenen zehn Jahren von 78 auf 84 Prozent verbessert, sie sind also heute deutlich seltener arbeitslos als früher. Aber von den Verdienstmöglichkeiten der höher Qualifizierten bleiben sie großteils abgeschnitten.

„Bildung zahlt sich aus – je höher der Abschluss, desto besser im Schnitt die Berufs- und Verdienstaussichten“, fasst die OECD zusammen. Junge Frauen wissen das, EU-weit studieren sie deutlich häufiger (50 Prozent) als Männer (36 Prozent). Dass sie jedoch von den höheren Gehältern weniger profitieren als Männer, erklären Bildungsforscher mit dem Faktor Familie: Frauenkarrieren verlaufen oft flacher, weil sie häufiger Pausen und Teilzeitphasen enthalten, insbesondere bei Müttern. Und das kommt wiederum besonders oft in Deutschland vor. Jede dritte Akademikerin arbeitet hier in Teilzeit, im Durchschnitt der OECD-Länder dagegen nur jede vierte.

Und das ist ja durchaus etwas, was man einem Verdienst als Vorteil entgegenhalten kann. Es muss aus Sicht der Frauen keineswegs ein Nachteil sein und Jobwahl hat nicht als einziges Kriterium das Gehalt.

Zudem arbeiten Frauen häufiger in Bereichen, die weniger gut bezahlt sind als andere. Im Sozialwesen etwa oder in Medienunternehmen, in Gesundheitsberufen oder in der Pädagogik. Beispiel Grundschulen: Fast neun von zehn Lehrkräften sind weiblich, ob in Deutschland oder in der gesamten EU. Das Gehalt einer Grundschullehrerin liegt ungefähr zehn Prozent unter dem, was andere Hochqualifizierte in Deutschland durchschnittlich verdienen. Und in den meisten Bundesländern wird es um mehrere Hundert Euro vom Verdienst am Gymnasium übertroffen, wo nur sechs von zehn Lehrkräften weiblich sind.

Und dazu zwingt sie wer? Das ist ihnen doch vorher bekannt.

Wirklich an der Zeit, dass da eine feministische Revolte angezettelt hat und eine Angleichung der Gehälter für Grundschullehrer und Realschullehrer auf das Gymnasiumsniveau gefordert wird.

Wer dürfte verlangen, dass Frauen dann ihre Studienwahl ändern? Die Gehälter haben jeweils danach angepasst zu werden was Frauen gerade studieren wollen um Sexismus zu beseitigen

35 Gedanken zu “„Studium lohnt sich für Männer mehr als für Frauen“

  1. Frau Klein schreibt in der SZ maximal einen Artikel pro Woche, und das alles zu Themen wie Schule oder Fridays for Future.

    Ich glaube, da mangelt es noch etwas an Lebenserfahrung, um sich einem Thema nüchtern von allen Seiten zu nähern. Ob am Ende die journalistische Qualität oder die ideologische Indoktrination die Oberhand behalten, wird sie selbst entscheiden müssen.

    Wer im Moment „Gender Pay Gap“ schreit, nur weil es ein arithmetisches Mittel mit einem Unterschied gibt, kennt noch nicht einmal den Stand der Diskussion.

  2. Moment, was?

    „Und in den meisten Bundesländern wird es um mehrere Hundert Euro vom Verdienst am Gymnasium übertroffen, wo nur sechs von zehn Lehrkräften weiblich sind.“

    … 60 Prozent reicht anscheinend nicht.

    • NUR sechs von zehn Lehrkräften!

      Da war ich auch direkt drüber gestolpert.
      Mir ist gar nicht klar, wer hier jetzt kritisiert werden soll. Die Männer, die eh die Minderheit darstellen, oder die Frauen an den Gymnasien, aber dann hätte das nichts mit weiblicher Benachteiligung bei der Bezahlung zu tun.

      • @carnofis: Vergiss es. Entweder merken sie’s nicht oder sie wollen es nicht merken. Und es wird schlimmer werden. Uns Ursula in der EU, ihre „paritätische“ Kommision – Es ist zum Weinen.

        Nichts. Wirklich nichts wird irgendwie „besser“, wenn mehr Frauen in die Entscheidungsebene reingeprügelt werden. Ich kenne kein Beispiel.

        Besonders witzig: Bildung. Der Anteil weiblicher Lehrer schießt durch die Decke. Aber trotzdem noch alles voller Sexisten. Und Machos. Und Nazi ist sowieso jeder Zweieinhalbte. Und Weltuntergang. Und überhaupt.

        Sitzen an den Schlüsselstellen, kriegen aber nichts gebacken.

        Gemessen an der – auch im eigenen Sinn – erbrachten Leistung ist der so medienwirksam dauerbeplärrte „Gender Pay Gap“ eigentlich noch viel zu niedrig. Ungerecht. Die Jammertanten müssten viel, viel weniger verdienen.

        Nicht einmal Prozentrechnen können die. Aber rumheulen.

  3. „Frauen werden schlechter bezahlt als Männer“

    Ich finde schon diese Formulierung manipulativ. Es sind unterschiedliche Job, die unterschiedlich bezahlt werden. Was vergleichbare Tätigkeiten sind, würde ich da auch gerne mal sehen. Es scheint so zu sein das sie einfach Akademiker mit Akademiker gleichsetzen.

    Andere Theorie: Aufgrund der weiblichen Hypergamy suchen Akademikerinnen sich i.d.R. Partner die sehr gut verdienen, noch besser wie sie selbst und genug das die Frau selbst nicht mehr arbeiten muss und deshalb tun sie es auch nicht in gleicher Weise wie die Männer.

  4. Das PDF der Studie ist in der aktuellen Version von InDesign erstellt worden, wo es zwei Checkboxen bräuchte, um Lesezeichen und Verlinkungen zu erstellen. Wusste der Ersteller nicht.

    …Bildung…

        • Das ist so bezeichnend: Die sitzen in einem angenehmen Büro, machen den Inbegriff eines Bürokratenjobs, arbeiten mit mehreren Tausend € teurem Hipster Equipment (Mac, InDesign) und schaffen es nicht bei einer VERFICKTEN FÜNFHUNDERT SEITEN STUDIE ein Inhaltsverzeichnis mit Verlinkung zu erstellen.
          Aber schwafeln von akademischen Abschlüssen, Bildung und wie arm und benachteiligt Frauen doch sind. Unfassbar.

          Ich wäre dafür, diese komplette Bürokratenriege radikal umzustellen: Nur noch freie Software. Linux statt Mac, LaTeX statt Indesign, Gimp statt Photoshop. Hätte nur Vorteile: Das ganze spart mal locker ein paar Milliarden an Lizenzkosten, der Bürger bekäme ordentliche pdfs mit verlinktem Inhaltsverzeichnis, die Jammerfrauen wären gezwungen etwas tatsächlich nützliches zu lernen anstatt den ganzen Tag mit dem Mac herumzuspielen.

          • Ich wäre dafür, diese komplette Bürokratenriege radikal umzustellen

            Ein (unbeabsichtigter?) Nebeneffekt wäre natürlich, dass die meisten Studien nicht mehr veröffentlicht würden, da es keinen mehr gäbe, der es schafft, das PDF zu erstellen.

          • Ein (unbeabsichtigter?) Nebeneffekt wäre natürlich, dass die meisten Studien nicht mehr veröffentlicht würden, da es keinen mehr gäbe, der es schafft, das PDF zu erstellen.

            Ich stelle mal in den Raum, in den „Forschungs“bereichen wo es dann keiner mehr schafft das pdf zu erstellen, wäre es auch kein Schaden wenn keine Studien mehr erscheinen… 😀

          • Das hatte ich vermutet und ich stimme zu.

            Die Vermutung, dass die Welt durch viel mehr implizite Intelligenztests verbessert werden könnte, ist allzu charmant.

          • @only: Eine sehr charmante Vermutung, und dennoch sowas von ewiggestrig. Denn wie wir durch die unverzichtbare feministische Forschung mittlerweile wissen: Leistungsprinzip ist voll nazi (man beachte den kurzen Weg von „ewiggestrig“ zu „nazi“). Die moderne Frau verdient nicht, es steht ihr zu.
            Das Reservoir an Geld, Gütern, Zeit usw aus dem das ihr zustehende geschöpft wird, ist halt hauptsächlich von Männern erarbeitet.

            Hinter dieser Tatsache steckt natürlich keine, Achtung Fachausdruck aus der feministischen Forschung, systematische Struktur, das ist purer Zufall…

          • Naja, dafür dürfte man das Geld dann wieder für Schulung und Betrieb ausgeben.

            Wenn es nicht die „komplette Bürokratenriege“ schon beim Projektsetup verkackt, so wie bei Limux in München.

  5. …den niedrigsten Bildungsgrad haben, also eine nach der neunten oder zehnten Klasse abgeschlossene Schullaufbahn.

    Der niedrigste Bildungsgrad ist glatt unterschlagen worden. Gar kein Abschluss ist nämlich ein Bildungsgrad, den gerade Jungen als ungeförderte Bildungsverlierer innehaben. Aber wen interessieren schon Jungs? Die können doch gar nicht diskriminiert werden.

  6. Ein paar Zitate aus der Studie:

    S. 78 In den OECD-Ländern erreichen die Absolventen des Tertiärbereichs mit Abschlüssen in der Fächergruppe Informatik und Kommunikationstechnologie die höchsten durchschnittlichen Beschäftigungsquoten, die geringsten ergeben sich für die Absolventen der Fächergruppen Geisteswissenschaften und Künste sowie Sozialwissenschaften, Journalismus und Informationswesen.

    S. 102 In einigen Ländern gibt es Fächergruppen im Tertiärbereich, die im Vergleich zu einem Abschluss im Sekundarbereich II sogar mit einem Einkommensnachteil einhergehen. Im Vereinigten Königreich z. B. erzielen Absolventen der Fächergruppen Pädagogik oder Geisteswissenschaften und Künste oder Sozialwissenschaften, Journalismus und Informationswesen im Durchschnitt weniger als Erwachsene mit einem Abschluss im Sekundarbereich II. Absolventen der Fächergruppen Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe sowie Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik verdienen dort dagegen mehr als 60 % mehr als Erwachsene mit einem Abschluss im Sekundarbereich II (Abb. A4.4).

    S. 103

    Unterschiede im Erwerbseinkommen zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten nach Bildungsstand

    In keinem OECD- oder Partnerland verdienen Frauen so viel wie Männer. In den OECDLändern erzielen vollzeitbeschäftigte Frauen mit einem Abschluss im Tertiärbereich nur 75 % der Einkommen von Männern mit dem gleichen Abschluss. Dieser geschlechtsspezifische Einkommensunterschied von 25 % liegt leicht über den geschlechtsspezifischen Einkommensunterschieden von Frauen mit einer Ausbildung unterhalb Sekundarbereich II und denjenigen mit einem Abschluss im Sekundarbereich II bzw. im postsekundaren, nicht tertiären Bereich (jeweils 22 %) (Tab. A4.3).

    Da Frauen mit größerer Wahrscheinlichkeit als Männer in Teilzeit arbeiten, ist der geschlechtsspezifische Unterschied bei den durchschnittlichen Einkommen aller Beschäftigten (Voll- und Teilzeitbeschäftigte) sogar noch größer. Im Durchschnitt der OECD-Länder erzielen vollzeit- bzw. teilzeitbeschäftigte Frauen mit einem Abschluss im Tertiärbereich nur 69 % der Einkommen von Männern mit dem gleichen Abschluss (OECD, 2019[3]).
    Zu den Gründen dieser geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede gehören Geschlechtsstereotypen, gesellschaftliche Konventionen sowie die Diskriminierung von Frauen (OECD, 2017[4]), aber ebenso die unterschiedlichen Fächergruppen, für die Männer und Frauen sich entscheiden.
    Männer wählen eher als Frauen Fächergruppen, die mit höheren Einkommen in Verbindung stehen, wie Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe oder Informatik und Kommunikationstechnologie, während ein größerer Anteil Frauen Fächergruppen belegt, die mit niedrigeren Einkommen verbunden sind, wie Pädagogik oder Geisteswissenschaften und Künste (s. Indikator B4).

    Abbildung A4.5 zeigt jedoch, dass Frauen selbst mit einem Abschluss in der gleichen Fächergruppe weniger verdienen als Männer. Die Einkommen von Frauen liegen tatsächlich in keiner Fächergruppe mit verfügbaren Daten über denjenigen der Männer – obwohl es in einigen Fächergruppen offensichtlich eher gelungen ist, geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede zu verringern. Im Vergleich zum durchschnittlichen geschlechtsspezifischen Unterschied über alle Fächergruppen hinweg ist in den meisten Ländern mit verfügbaren Daten dieser in den Fächergruppen Pädagogik sowie Informatik und Kommunikationstechnologie kleiner und in der Fächergruppe Wirtschaft, Verwaltung und Recht größer. Weitere Faktoren, die dazu beitragen können, geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede innerhalb einer Fächergruppe zu erklären, könnten die Beschäftigung in unterschiedlichen Bereichen innerhalb des Fachs, der Karriereverlauf sowie die Art der Beschäftigung und des Vertrags sein.

    In den letzten Jahren sind die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen stärker in das Bewusstsein gerückt. Viele Länder haben neue nationale Maßnahmen eingeführt, um die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verringern. Einige Länder veranlassten konkrete Maßnahmen, beispielsweise zur Steigerung der Entlohnungstransparenz, um die Einkommensgerechtigkeit zwischen Männern und Frauen zu fördern (OECD, 2017[4]). In den meisten Ländern mit verfügbaren Daten sind die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen mit einem Abschluss im Tertiärbereich zwischen 2010 und 2017 kleiner geworden. Im Durchschnitt aller OECD-Länder mit verfügbaren Daten für beide Jahre ging der Unterschied um 1,5 Prozentpunkte zurück und liegt jetzt in Estland, der Republik Korea und Österreich bei knapp über 5 % (OECD, 2019[3]).

    Angewandte Methodik

    Die Analyse der relativen Einkommen von Personen mit einem bestimmten Bildungsstand und der Verteilung der Erwerbseinkommen berücksichtigt Voll- und Teilzeitbeschäftigte. Hierbei findet keine Kontrolle hinsichtlich der geleisteten Arbeitsstunden statt, obwohl diese wahrscheinlich sowohl die Erwerbseinkommen im Allgemeinen als auch die Einkommensverteilung im Besonderen beeinflussen. Die Analyse der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen berücksichtigt nur Vollzeitbeschäftigte. Zur Definition von Vollzeiterwerbseinkommen sollten die Länder angeben, ob sie einen selbst definierten Vollzeitstatus oder eine bestimmte Anzahl für die in der Regel geleisteten Arbeitsstunden pro Woche anwenden.

    Die Einkommensdaten basieren je nach Land auf einem Referenzzeitraum von einem Jahr, einem Monat oder einer Woche. Die Länge der Referenzzeiträume für die Erwerbseinkommen unterscheidet sich ebenfalls zwischen den Ländern. Die Daten zu den Erwerbseinkommen sind in den meisten Ländern vor Abzug der Einkommensteuer angegeben. In vielen Ländern bleiben die Erwerbseinkommen Selbstständiger unberücksichtigt, und es ist generell festzustellen, dass es keine einfache und vergleichbare Methode zur Abgrenzung des Erwerbseinkommens von den Erträgen aus in ein Unternehmen investiertem Kapital gibt.

    Die Auswirkungen von kostenlosen öffentlichen Leistungen auf das effektive Einkommen bleiben in diesem Indikator unberücksichtigt. Daher könnten zwar in einigen Ländern die Einkommen im Vergleich zu anderen Ländern niedriger sein, andererseits könnte dort der Staat beispielsweise sowohl eine kostenlose medizinische Versorgung als auch eine kostenlose Bildungsteilnahme zur Verfügung stellen.

    Der Gesamtdurchschnitt der Erwerbseinkommen (Männer und Frauen) stellt nicht den einfachen Durchschnitt der Einkommensdaten für Männer und Frauen dar, sondern ist als Durchschnitt der Erwerbseinkommen der Gesamtpopulation errechnet. Für die Berechnung dieses Werts werden die Durchschnittswerte der Erwerbseinkommen von Männern bzw. Frauen getrennt gewichtet, entsprechend deren jeweiligen Anteilen an den Abschlüssen in den verschiedenen Bildungsbereichen.

    • OK! Läuft also mal wieder so: Wir arbeiten uns an Pauschalismen ab und erwähnen lohnrelevante Faktoren, die von uns ungeachtet blieben nur am Rande (wobei man ja tatsächlich schon froh ist, wenn es überhaupt Erwähnung findet und nicht gänzlich verschwiegen wird). In der Methodik achten wir dafür sehr darauf, alles auszuschließen, was dazu führen könnte, dass am Ende unser gewünschtes Ergebnis nicht in der erhofften Deutlichkeit herauskommt.

      • Nachtrag: „Die Analyse der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen berücksichtigt nur Vollzeitbeschäftigte. Zur Definition von Vollzeiterwerbseinkommen sollten die Länder angeben, ob sie einen selbst definierten Vollzeitstatus oder eine bestimmte Anzahl für die in der Regel geleisteten Arbeitsstunden pro Woche anwenden.

        Es gibt also überhaupt keinen einheitlich definierten „Vollzeitstatus“, somit auch keinen solchen „Teilzeitstatus“.
        Sie hätten demnach die Resultate auch auswürfeln können.

      • Seit Jahren schon ist auch der Befund hier klar: Mit dem empörten „Frauen verdienen 23%(?) weniger“ wird suggeriert, dass 1. diese Differenz allein der Diskriminierung von Frauen geschuldet ist und damit 2. nichts mit dem Verhalten von Frauen zu tun hat und 3. Kompensation für dieses Unrecht geleistet werden muss.
        Es ist seit Jahren die immer gleiche Leier. „Die Gesellschaft“ soll diese Differenz durch frauenprivilegierende Massnahmen kompensieren, ohne dass Frauen ihr Verhalten, sprich ihre Präferenzen, die die Differenz grösstenteils erklären, ändern müssen.

    • „Hierbei findet keine Kontrolle hinsichtlich der geleisteten Arbeitsstunden statt“

      Sie versuchen es immer wieder. Hier auch schon. Sie vergleichen Jahresgehälter von Teilzeit und Vollzeit, aber nicht die Stundenlöhne.

      Männer arbeiten mehr Stunden und verdienen daher mehr.
      Und obwohl Männer mehr Stunden arbeiten wie Frauen behaupten Feministinnen immer wieder das sie die gleiche Arbeit leisten. Sie setzen einfach darauf das niemand ihre Lügen hinterfragt.

      • Sie versuchen es dann noch über die Schiene das nur weil jemand Vollzeit da ist, er nicht auch genauso viel mehr schafft wie jemand der nur Teilzeit da ist. Das also Teilzeitkräfte produktiver sind wie Vollzeitkräfte.

  7. Natürlich ist bei studierten Frauen der Verdienstunterschied zu Männern größer.
    Höherer Verdienst bedeutet für Frauen einfach, dass sie weniger arbeiten müssen, um ihr Leben zu finanzieren. Wieso sollten sie trotzdem full time und full power arbeiten?
    Weniger Freizeit oder mehr Stress lohnen sich nur, wenn man durch den höheren Verdienst ein mehr an Lebensqualität zurück kaufen könnte.
    Das ist doch völlig vernünftig und jeder freie Mensch würde das genau so tun.

    Bloß sind Männer da halt nicht so richtig frei. Bei uns ist Geld Status, und die Lebensqualität muss zur Not halt Abstriche machen. Wer freiwillig weniger verdient, bloß um mehr persönliche Freizeit zu haben, setzt sich der Kritik potentieller und tatsächlicher Partnerinnen aus. Und für viele Männer gehört es auch zum Selbstbild, seiner Familie ein „möglichst gutes Leben“ (= Geld) zu verschaffen.

    Und den „Spitzenwert von 93%“ erzielen natürlich Frauen, die das Geld tatsächlich brauchen.
    Situation normal.

  8. Ich finde es immer wieder erstaunlich, mit welchem Enthusiasmus, mit welcher Aufmerksamkeit und Leidenschaft sich Menschen regelmäßig mit diesem Schwachsinns-Tinnef (vermeintlich ungleicher Lohn bei gleicher Arbeit) befassen können!
    Uns wurde bereits im Rahmen unserer Grundschulzeit vermittelt, daß es unzulässig ist, „Äpfel“ mit „Birnen“ zu vergleichen; diese fundamentalen Grundwahrheiten scheinen heute bei Vielen nicht mehr vorhanden zu sein!
    Ich nehme es keiner „Akademikerin“ ab, daß sie heutzutage nicht „auf die Barrikaden“ ginge, wenn sie persönlich eine diesbezügliche Ungleich-Behandlung erfahren würde, und die politisch-mediale „Prozeß-Begleitung“ würde dementsprechend schon für eine spektakuläre „Recht-Sprechung“ sorgen!
    Also handelt es sich bei der vermeintlichen „Ungleich-Entlohnung“ um ein axiomatisch gesetztes Artefakt, mit dessen Hilfe interessierte Kreise schön von wirklich wichtigen gesellschaftspolitischen Fragen und Themen ablenken können.
    Sollte man(n) diesen Schwachsinn „unterstützen“?

    • „Sollte man(n) diesen Schwachsinn „unterstützen“?

      Außer einem paar lila angestrichenen Pudeln tut das ja keiner.

      „Uns wurde bereits im Rahmen unserer Grundschulzeit vermittelt, daß es unzulässig ist, „Äpfel“ mit „Birnen“ zu vergleichen; diese fundamentalen Grundwahrheiten scheinen heute bei Vielen nicht mehr vorhanden zu sein!“

      Och, wenn es zu meinem Vorteil gereicht, dann würde ich auch Autos mit Palmen vergleichen.

      „Ich nehme es keiner „Akademikerin“ ab, daß sie heutzutage nicht „auf die Barrikaden“ ginge, wenn sie persönlich eine diesbezügliche Ungleich-Behandlung erfahren würde, und die politisch-mediale „Prozeß-Begleitung“ würde dementsprechend schon für eine spektakuläre „Recht-Sprechung“ sorgen!“

      Die durchschnittliche Akademikerin ist ja auch nicht das Problem. Die weiß genau wie ihre männlichen Kollegen, dass diese Stories jeder Grundlage entbehren.
      Aber die studierten Gendas, die als halbzeitig beschäftigte Freiberuflerinnen ausschließlich von Staatsknete leben, die müssen irgendwie ihre Märchen gelegentlich auffrischen, damit der Geldstrom nicht versiegt.

    • Ich finde es erstaunlich das Feministinnen Kinderserien als sexistisch labeln, weil der Handwerker oder Feuerwehrmann männlich ist und das soll dann ja Mädchen davon abhalten später ins Handwerk oder die Feuerwehr zu gehen und das Feministinnen gleichzeitig bereit sind im großen Stil ein ums andere Mal immer wieder durch manipulierte „Studien“ versuchen Frauen mit aller Gewalt davon zu überzeugen das sie für ihre Arbeit weniger Gehalt bekommen, das Chefs sie aufgrund ihres Geschlechts standardmäßig übergehen werden und jetzt noch das sich eine akademische Ausbildung nicht so richtig lohnt. Wer dann mit einem Mann zusammen ist, wird doch denken das es eh sinnvoller ist wenn er arbeitet und sie nur was dazu verdient, weil sie ja anscheinend von der Gesellschaft überall ungerecht behandelt werden würde.

  9. Diese OECD-Studie habe ich jetzt noch nicht gelesen, aber ich gehe mal davon aus, dass sie den Gender Education Gap zuungunsten der Jungen vermutlich, wie in den vergangenen Jahren – wie übrigens auch die deutschen Bildungsberichte (siehe https://manndat.de/jungen/bildung/vertuscht-der-bundesbildungsbericht-2016-die-bildungssituation-von-jungen-eine-analyse-des-bundesbildungsberichtes-2016-im-hinblick-auf-die-bildungssituation-von-jungen-und-maennern.html) – kurzerhand ausblendet.

  10. Akademikerinnen planen häufiger einen gut verdienenden Akademiker zu heiraten als eine Arbeiterin. Deshalb können Akademikerinnen die Karriere flauschige angehen lassen als Arbeiterinnen . Die Arbeiterinnen müssen wie die Arbeiter alles geben, damit es finanziell reicht.

  11. In den Unterlagen beim „Frauenministerium“ wurde ja viel von „Abschreibungen auf die Bildungsinvestition“ geschrieben. D.h. hat man…ääh frau dann meinetwegen Medizin studiert – wie Frau vdL – begnügt sich aber hinterher mit Halbtags, Teilzeit oder gar anderen schlechter bezahlten Stellen in der Pommesbude, muss man das von einem fiktiven Fachärztinnengehalt über ein gesamtes Erwerbsleben abziehen, um auf die Abschreibungssumme zu kommen. Bei Frau vdL bspw – da sie nie wirklich als Ärztin gearbeitet hat, eigentlich 100%. Bei ihr lassen sich aber natürlich Löhne aus der Tätigkeit im Bundestag dagegen rechnen, so dass sie sogar auf mehr kommt, als sie als Ärztin gehabt hätte. Man kann aber trotzdem sagen, dass sich die Investition in ihre Ärztinnenausbildung nicht ausgezahlt hat, sie arbeitet ja nicht als eine solche.
    Die Abschreibung für den Staat, der die Studiererei ja finanziert, bleibt trotzdem bei 100%

  12. Obige Studie kann und sollte man konsequent deuten.

    Gab dazu eine sehr interessante Studie, die errechnet, daß die Frauen mit Universitätsabschluß (natürlich empirischer Durchschnitt, nicht Individuum) für die Gesellschaft ein Verlustgeschäft sind:
    Die universitäre Ausbildung von Frauen (insgesamt) kostet nämlich mehr, als später von den Frauen (insgesamt) als Steuerleistung zurückkommt.
    (Aufgrund von höheres Maß an Orchideenstudien, weniger Interesse an Karriere, mehr Teilzeit, frühere Pensionierung, gute Heirat, etc.)

    Also rein ökonomisch ist besondere Frauenförderung in der Ausbildung eine sehr schlechte Investition.

    Wobei ich ja dafür bin, das jeder und auch jede weiterhin studieren können soll, was und wie man will.
    Aber solche Beschwerden, Rügen und Ermahnungen, doch jetzt endlich den Frauen Recht widerfahren zu lassen, wirken da auf mich, naja, ein bißerl undankbar, und ein wenig zu schamlos und frech.
    Kann auf die Dauer bewirken, daß man die Lust verliert, großzügig zu sein.

    P.S. Hab zu oben erwähnter Studie leider keine Quelle. Kennt das wer? Gibt´s einen Link? Wäre nett, danke.

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