Wie viele Studenten sind eigentlich weit links (an amerikanischen Universitäten)?

Ein interessanter Artikel im Washington Examiner

Students are cognizant of the real reputational risks that exist when challenging particular sentiments. But I want to encourage incoming students to be bold and steadfast in questioning campus liberal orthodoxy. Because these mobs do not reflect the reality of the student body.

The reality on campus is that these mobs are run by small minorities of students and activist administrators. In contrast, today’s students as a whole are far more open and balanced than news stories reveal. In fact, students want to embrace a diversity of views while on campus.

The most recent report from the Higher Education Research Institute (HERI), for instance, shows that only 4% of incoming first year students in 2017 identify as far-left with 2% being on the far right. This is hardly a large group of students on the extremes In fact, 41% of incoming students ideologically identify as being middle of the road while 36% identify as being liberal or on the Left and the remaining 23% hold that they are conservative or are on the Right.

Da wäre natürlich die Frage wie links die „normal Linken“ sind und ob sie sich nur nicht als extrem ansehen.

Es wurde noch etwas weiter nachgefragt:

Going further, data from HERI speaks to the question of diverse ideas directly and demonstrates that students want to not only hear a multiplicity of views but consider themselves as more than capable of empathizing with others who hold divergent ideas and beliefs.

In 2015, HERI found that over two-thirds of students agreed with the statement that “dissent is a critical component of the political process” and a minority of students — just 43% — believe that “colleges have the right to ban extreme speakers from campus.” This is strong evidence that most students are not only aware that ideas should be both debated and challenged, but also that speakers should not be forcibly banned — they can be engaged through more speech and reason.

„Eine Minderheit“ stimmt zwar faktisch bei 43%, aber die Minderheit ist da recht dicht an der Hälfte.

HERI also confirmed that incoming college students overwhelmingly respect and crave alternative views as a general principle. As an example, in 2017, 81% of students rated themselves highly as being tolerant “of others with different beliefs” and 77% believed that a major strength of theirs is the “ability to see the world from someone else’s perspective.” Going further, over two-thirds of incoming students stated that a major strength of theirs is an “openness to having [their] own views challenged” and a similar number took pride in their ability to discuss and negotiate controversial issues. The most impressive finding is that 88% held that a major strength of theirs was the “ability to work cooperatively with diverse people.” These are exactly the qualities one should bring to higher education and its marketplace of ideas.

Das immerhin klingt schon recht positiv.

Like the ideology findings, the data tell a very clear story: Incoming students are interested in a multiplicity of ideas and experiences and take pride in their ability to absorb, confront, engage, and react to these varied views. Students are not particularly liberal in general and myopic in terms of how they want to engage with ideas and each other either — they want to empathize and understand.

Gleichzeitig sind die extrem linken Theorien ja teilweise stark verbreitet oder fallen sie mir nur mehr auf weil ich mich mit dem Thema beschäftige? Eine Vielzahl politischer Personen und eine Vielzahl von Journalisten scheint ihnen zuzustimmen.

Sicherlich ist eines der Probleme, dass die radikalen Stimmen da sehr laut sind und jeden, der gegen sie Stellung bezieht gleich stark angreifen.

Ich denke aber auch, dass breite Teile der Bevölkerung davon noch nicht wirklich etwas gehört haben oder es nicht gut finden.

15 Gedanken zu “Wie viele Studenten sind eigentlich weit links (an amerikanischen Universitäten)?

  1. Was sind denn die „extrem linken“ Positionen, die in den USA weit verbreitet sind?

    Im Bereich Wirtschaft, Arbeitsschutz, Kündigungsschutz, Gewerkschaften ist da nur wenig links (von Ausreissern wie AOC oder Sanders abgesehen).

    In Bezug auf „Feminismus“ war schon vor 20 Jahren unerlaubtes, unaufgefordert Blumen schenken als Belästigung eingestuft.

    In Bezug auf Außenpolitik, Militär und Waffen ist auch kaum Linkes in Sicht.

    Auch nicht im Bereich Sozialversorgung, oder gar Bildung.

    Und In Sachen Umweltschutz schon gar nicht.

    Insofern beschränkt sich Deine Aussage wohl auf Geschlechter-Themen, oder?

  2. Wenn ich mich nicht täusche, wird der intersektionale Feminismus von liberalen und gemässigten Linken in der USA vertreten. Die extrem linken dürften dann Kommunisten sein. Ist nur meine Einschätzung.

    • 1. Echt?
      Wo sind die denn?
      Außer in Behauptungen, sie wären existent habe ich noch keine gesehen.

      2. Der ursprünglich linke intersektionale Feminismus vertrat die „intersection“ von class, race, gender.
      Demzufolge stimmt die historische Abfolge nicht, denn eben diese haben die Intersektionalität „erfunden“.

      Die inzwischen „linksliberal“ gewendete intersektionale feministische Theorie erkennst du daran, dass Fragen der Klasse, selbst des sozioökonomischen Standpunkts so gut wie keine Rolle mehr spielen.
      Die von einer Satire nicht mehr unterscheidbare Haltung, ein weißer obdachloser Mann sei doppelt privilegiert gegenüber einer schwarzen Multimillionärin entstammt letzterer Denkweise.

      Die Tragik linker Feministinnen wie Fraser besteht darin, dass sie partout nicht sieht (oder sehen will), was aus der ursprünglichen Theorie geworden ist.

  3. „88% held that a major strength of theirs was the “ability to work cooperatively with diverse people.““
    Stellt sich nur die Frage, was mit „diverse people“ gemeint ist. Wenn das von der linken Seite kommt, ist damit meist nicht „diversity of opinion“, sondern eher „diversity of skin colour“ gemeint. Wenn die Frage so offen formuliert war, ist dann jeweils die Interpretation aus linker und rechter Sicht eine andere.

  4. „81% of students rated themselves highly as being tolerant “of others with different beliefs” and 77% believed that a major strength of theirs is the “ability to see the world from someone else’s perspective.”

    „rated themselves“
    „believed“

    Da kann man leider nur wenig drauf geben. Selbst hoch intelligente Leute sind nicht davor sicher sich in ihrer eigenen Blase total zu verrennen und wenn man sich diese ganze woken „Anti-Rassisten“, die regelmäßig den übelsten Rassismus gegen Weißen von Stabel lassen… was glaubt ihr wie die sich selbst einschätzen?

    • @ Matze

      Ja, das ist bei derlei „Studien“ immer das Problem. Selbst der durchgeknellteste SJW wird dir, nach seiner Selbsteinschätzung gefragt, sicher bestätigen, dass er tolerant und aufgeschlossen ist (das ist ja unübersehbar das unerschütterliche Selbstbild dieser Spinner) und dass er es als eine Stärke für sich proklamiert, auch die Perspektiven anderer einnehmen zu können. Und daraus bezieht er ja auch seine „Legitimation“ diese anderen in jeder beliebigen Art und Weise anzugehen: er meint, ihre Perspektive zu kennen, meint dadurch zu wissen, dass diese falsch und böse ist und darum keinerlei Akzeptanz verdient.

      Nach meiner Einschätzung sind „Studien“, die nur auf Selbstbeschreibungen bauen, ohne diese wenigstens durch psychologisch geschickt aufgebaute Fragenkataloge zu prüfen, ein Fall für die Mülltonne.

      Was ich dabei, ähnlich wie Chrissy, sehr fragwürdig finde, ist die Art, wie geradezu erleichtert darauf hingewiesen wird, dass sich mit 43 % nur eine „Minderheit“ dafür ausgesprochen hat, „extreme Speakers“ vom Campus fernzuhalten. Erstens scheint es ihnen keiner Frage wert, was denn „extreme“ sein soll. Erfahrungsgemäß sind da oft nicht nur die Vorsitzenden lokaler Kukluxklangruppen gemeint, sondern beständig liberalkonservative Leute wie Hoff-Sommers oder gar liberale wie Warren Farrell, einfach nur, weil sie Meinungen vertreten, die ausreichend ideologisierten Leuten zumindest partikular als Extrem erscheinen. Aber auch davon ab, ist es doch erstaunlich, dass eine „Minderheit“ von 43 % mit einer solchen Meinung noch für Erleichterung sorgt in einem Land, das historisch so viel Wert auf uneingeschränkt freie Meinung und freie Rede setzt. Gerade vor dem eben beschriebenen Hintergrund, dass der Begriff „extreme speaker“ ein derart unbestimmter Begriff ist, den sich absolut jeder nach seinem eigenen Gusto hindefinieren kann, finde ich diesen Wert sogar geradezu alarmierend.

      • Wobei die Aussage ja offenbar war „“colleges have the right to ban extreme speakers from campus.” Diese Aussage hätte ich auch bejaht, denn letztlich steht den Colleges wohl durchaus das Recht zu, selbst zu entscheiden, wen sie auf ihrem Campus reden lassen und wen nicht.
        Viel wichtiger wäre in diesem Zusammenhang die Frage, wie und unter welchen Umständen die Colleges von diesem Recht Gebrauch machen sollten.

        • Was deren Recht angeht: Grundsätzlich ja, aber ist dieses Verhalten in meinen Augen auch schwer mit wissenschaftlicher Praxis vereinbar, sich mit kritischen Positionen nicht befassen, diese nicht zulassen zu wollen. Bleibt zudem eben auch noch die Sache mit dem sehr dehnbaren Begriff der extremen Sprecher. Hab ich eben meine Probleme mit.

          Trennen würde ich darüber hinaus auch noch danach, ob es sich bei den Einrichtungen um rein private oder eher staatlich finanzierte Anstalten handelt. Bei staatlich finanzierten Einrichtungen würde ich das Einschränken von verlautbarten Meinungen nochmals deutlich reduzierter sehen als bei privaten. Sobald du Geld aus öffentlicher Hand erhältst, hast du auch gefälligst deine eigenen Ansichten deutlich zurückzustellen in der Selbstverwaltung.

        • „Diese Aussage hätte ich auch bejaht, denn letztlich steht den Colleges wohl durchaus das Recht zu, selbst zu entscheiden, wen sie auf ihrem Campus reden lassen und wen nicht.“

          Schwierige Kiste.
          Für – auch nur teilweise – öffentlich finanzierte Universitäten würde ich gefühlsmäßig eine Entscheidungshoheit der Universitätsleitung verneinen. Allzu groß ist die Gefahr, eine Opposition mundtot zu machen.

          Auf der anderen Seite habe ich auch Bauchschmerzen damit, den Campus Extremisten zu überlassen. Und die würden überdurchschnittlich oft von einer Redefreiheit Gebrauch machen – um sie als Erstes abzuschaffen, wenn sie in eine entsprechende Position kämen.

          Meine Idee ist die einer Art „Speaker’s Corner“, wie sie erstmals im Londoner Hyde-Park des 19. Jahrhunderts parlamentarisch abgesegnet wurde. Also ein definiertes und sichtbar abgegrenztes Areal, auf dem Jedermann über alles reden darf.
          Die Abgrenzung stell ich mir z.B. als weißen Strich auf dem Boden vor, der dem Auditorium signalisieren soll, dass es den Thesen des Redners nicht folgen muss, ihn aber zu tolerieren hat.

          • „Also ein definiertes und sichtbar abgegrenztes Areal, auf dem Jedermann über alles reden darf.“

            Das hätte aber sehr große Ähnlichkeit mit einem safe space. Eigentlich würde deine Idee dieses Konzept sogar noch übertreffen, denn anstatt eines Raumes, in dem niemand etwas äußern darf, was irgendwen in irgendeiner Weise verletzen könnte, gäbe es ja dann nur noch eine kleine Fläche, auf der dies getan werden darf (zumindest innerhalb der Örtlichkeit). Alles andere wäre quasi der safe space. Ich finde derlei Konzepte absurd, da man dadurch sich selbst und andere entmündigt. Denn zur Verbreitung einer Meinung gehören immer zwei, eine Person, die die Meinung äußert, und eine andere Person, die die Meinung übernimmt. Diese andere Person wird in solchen Diskussionen immer vergessen. Niemand wird gezwungen etwas zu glauben. Es obliegt eben der anderen Person, ob die Meinung, die sie eben gehört hat, für sie überzeugend war oder nicht. Und wenn wir von mündigen Personen ausgehen, dann sollten diese in der Lage sein, Sinn von Unsinn zu unterscheiden. Dass es immer Idioten wie flat earther geben wird, lässt sich nun mal nicht vermeiden. Aber diese sind eine krasse, unbedeutende Minderheit und werden es immer bleiben, weil sie eben nur andere Idioten überzeugen können. Aber wer sich weigert, andere Meinungen zur Kenntnis zu nehmen oder sich von diesen gar verletzt fühlt, der ist geistig einfach unreif. Denn nur durch das ständige Reflektieren und Überprüfen des eigenen Standpunkts kann ich mich als Individuum überhaupt weiterentwickeln. Eine Meinung, der nie widersprochen wird, weil sie auf keine Gegenmeinung trifft, kann sich nicht ändern.

    • Das hier ist auch so ein Held. Man kann sich ziemlich sicher sein, das er sich als weltoffenen Menschen mit toleranten Wesen sieht. Ich wette der kann nicht mal genau sagen was an dem was W.B. gesagt/getan hat, eine sofortige Kündigung rechtfertigr.

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