Warum Väter nicht häufiger in Elternzeit gehen

Eine Studie hat untersucht, warum Männer allenfalls die zwei Monate, aber üblicherweise nicht mehr an Elternzeit nehmen:

Die Mehrheit der Väter nennt – wie sich aus Befragungsdaten des pairfam-Panels ergibt – finanzielle Gründe als Motiv, nicht oder nicht länger Elternzeit zu nehmen. In Ostdeutschland trifft das unter den Vätern, die nicht länger als zwei Monate Elterngeld bezogen, auf zwei Drittel zu und damit auf deutlich mehr als in Westdeutschland (49 Prozent). Das könnte darauf hindeuten, dass nicht so sehr die ungleiche Aufteilung der Erwerbseinkommen zwischen Müttern und Vätern vor der Geburt des Kindes (die im Westen stärker ausgeprägt ist als im Osten) eine Rolle spielt, als vielmehr die absolute Höhe des Haushaltseinkommens. Dieses ist in den ostdeutschen Bundesländern im Durchschnitt deutlich geringer. „Offensichtlich sehen viele Familien in Ostdeutschland keinen Spielraum, zwei Monate oder länger auf bis zu 35 Prozent des Einkommens des Vaters zu verzichten“, so Wrohlich. „Eine Erhöhung der Lohnersatzrate könnte vor allem im unteren Einkommensbereich dafür sorgen, dass die Elternzeit für Väter attraktiver wird.“

Ein weiterer oft genannter Grund, der gegen eine Elternzeit beziehungsweise eine umfangreichere Elternzeit spricht, ist für Väter eine mögliche Benachteiligung im Beruf. Dafür gibt es bisher zwar keine wissenschaftlichen Belege, allerdings steht die Forschung zu diesem Aspekt auch noch am Anfang, da Elternzeitväter ein eher neues Phänomen sind. Wenn entsprechende Erkenntnisse vorliegen, sollten Mütter und Väter transparent über die Folgen einer Elternzeit auf Löhne und berufliche Aufstiegschancen informiert werden.

Wenn Männer eher in Stellen arbeiten, die ein höheres Gehalt ergeben und Frauen eher in Stellen wie dem öffentlichen Dienst, die eher großzügig sind, was Elternzeiten betrifft, dann ist es klar, dass zum einen auf das Gehalt des Mannes seltener verzichtet werden kann und die Frau auch weniger Nachteile befürchtet.

Die Geschlechterrollen und der Wunsch diese zu leben verstärken damit die Lücke noch.

 

76 Gedanken zu “Warum Väter nicht häufiger in Elternzeit gehen

  1. Bei diesen Diskussionen wird auch die Deckelung des Elterngeldes auf 1800€ pro Monat vergessen. Mit einem Einkommen von TV-L 13 bzw. A13 (Lehrer) stößt man da schon ran.
    Als Ingenieur (m/w/d) im IG-BCE-Tarif oder IGM-Tarif kommt man da schnell drüber. Diese Leute haben dann einen Einbruch von über 35%.
    Wenn man also nicht gerade wie ich unter seinen Verhältnissen lebt, ist das schwer…

    • Bendenke: Es gibt immer noch West- und Ost-Tarife. Und die Tarifbindung ist im Osten weitaus geringer als im Westen des Landes. Betriebe, die nach IGM-Tarif (Ost) zahlen, findet man eigentlich nur in großen Städten, im Umland sieht es ziemlich mau aus. Die Tariftabelle für den ÖD ist mWn auch immer noch in Ost und West unterteilt.

    • „Wenn man also nicht gerade wie ich unter seinen Verhältnissen lebt, […]“

      bzw. die Frau nicht bereit ist, „unter den bislang gegebenen Verhältissen zu leben“

      Ich erinnere da an diese andere Studie, die besagt hat, dass es oft der Wunsch der Frau ist, der die Elternzeit des Mannes verhindert – der würde schon wollen, aber nicht auf „kosten“ ihrer eigenen Elternzeit.

      • Naja, abseits der biologischen Gegebenheiten (Stille und so) ist es keine Partnerschaft, wenn einer von beiden eigennützig für beide entscheidet.

  2. Beim Thema Karriere:
    Aufgrund des Kündigungsverbots von Schwangeren, kann eine Frau in Ruhe ihre Elternzeit planen/mit dem Arbeitgeber verhandeln.
    Ein Mann besitzt diesen Kündigungsschutz nicht. Der Beginn des Kündigungsschutzes beginnt erst 8 Wochen vor Antritt; Elternzeit muss aber mindestens 7 Wochen vor Antritt beantragt werden.
    DA sollte man mal ansetzen.

    • Absolut!
      Als Arbeitgeber brauche ich vor allem Planungssicherheit. Die ist aber nicht gegeben, wenn ich von einer längeren Abwesenheit erst 8 Wochen vorher erfahre.
      Insbesondere bei hochqualifizierten Arbeitnehmern ist es dann problematisch, so kurzfristig einen Ersatz zu finden. Denn die Arbeit muss ja trotzdem gemacht werden.

      • In meiner Branche (Ingenieur MaschBau/Konstruktion) gab und gibt es für sowas Zeitarbeitsfirmen. Der Fachkräftemangel ist eh eine Lüge, zumindest in dem Bereich, in dem ich tätig bin. In der IT mag es vielleicht etwas anders aussehen.

        • Zeitarbeitsfirmen sind eine (teure!) Option.
          Nützt aber bei den Stellen nichts, bei denen die Einarbeitungszeit länger wäre als die Abwesenheit des Mitarbeiters.

          Wenn beispielsweise ein erfahrener Kundendiensttechniker, der spezielle Hightech-Geräte vor Ort beim Kunden installiert oder in Betrieb nimmt, für zwei Monate in Elternzeit geht, nützen 7 Wochen Vorlauf gar nichts. Ein Zeitarbeiter kann nicht einspringen, weil er überhaupt nicht die nötigen Detailkenntnisse hat.

          • Ja, kommt vor, kann auch beliebig problematisch werden, lässt sich aber nicht ändern. Einzelne Tage lassen sich normalerweise noch abpuffern.
            Bei geplanten Auszeiten lassen sich negative Auswirkungen deutlich reduzieren oder zumindest abmildern, wenn man vorher lange genug Zeit hat umzudisponieren, bzw. es rechtzeitig bei der Termin- und Urlaubsplanung zu berücksichtigen.

          • „Zeitarbeitsfirmen sind eine (teure!) Option.“

            Das hält Arbeitgeber doch nicht ab. Ich habe mal für mehrere Jahre in der Wasserstoff-Entwicklung bei Daimler in Berlin gearbeitet (als Leih-Ing.), da bestand die gesamte Arbeitsebene (Entwicklung, Konstruktion,Testing) aus externen Leih-Ingenieuren. Wenn einer nicht passte in Elternzeit ging oder bei seinem Verleiher gekündigt hat, kam ein Neuer und wurde ins kalte Wasser geschubst. Fehlende Detailkenntnisse sind durch längere Arbeitszeiten anzueignen (die natürlich vom Auftraggeber (also hier Daimler) nicht bezahlt wurden). Arbeitnehmer sind Verbrauchsware. Die kann man via SAP bestellen, zeitgleichmit der nächsten Lieferung Klopapier.
            Ich habe schon in Firmen gearbeitet, in denen der Repräsentant der Verleihbude mit seinem Porsche auf dem Parkplatz der internen HR-Manager geparkt hat.

          • „zumal viele unserer Mitarbeiter aufgrund einer Nischenspezialisierung nicht einfach austauschbar sind.“

            Also Eines, was ich in meiner bisher knapp 15-jährigen Berufstätigkeit als Ing gelernt habe, ist: JEDER IST AUSTAUSCHBAR. Egal ob das Leute mit oder ohne Spezialisierung sind, oder gar Profis auf ihrem Gebiet. Da kannst Du mal dran denken, wenn Du evtl. mal ein Brennstoffzellenfahrzeug von Daimler fährst.
            Ich habe gesehen, wie ganze Entwicklungsabteilungen verlegt wurden, ganze Produktionsstraßen über Nacht ins Ausland verlagert worden sind (Polen ist ja von hier aus nur knapp 90km entfernt). Es geht und es wird auch gemacht. Da kann man sich glücklich schätzen, wenn man einen Arbeitgeber hat, der eine etwas bessere Meinung über seine Fachkräfte hat und das auch noch entsprechend monetär ausdrückt. Ich habe da leider keine so guten Erfahrungen gemacht.

          • Da will ich dir gar nicht grundsätzlich widersprechen.
            Aber im Kontext dieses Themas geht es um den Zeithorizont von einigen Wochen oder wenigen Monaten. Derart kurzfristig einen vollwertigen Ersatz für einen hochspezialisierten Mitarbeiter zu finden, ist äußerst schwierig bis unmöglich.

    • In meinem Bekanntenkreis hat ein Vater bei einem Dax Konzern die Elternzeit 2 Tage zu früh beantragt und ist prompt gekündigt worden.

      Er hat dann 10 Monate gemacht und seine selbständige Frau ist nach 2 Monaten arbeiten gegangen.

  3. „Offensichtlich sehen viele Familien in Ostdeutschland keinen Spielraum, zwei Monate oder länger auf bis zu 35 Prozent des Einkommens des Vaters zu verzichten“, “

    Hm, naja, dafür hätte man eigentlich keine Studie gebraucht. Genau das war zB für mich auch der Grund, warum ich nur zwei Monate zu Hause geblieben bin. Die Miete musste ja weitergezahlt werden, die Lebenshaltungskosten steigen enorm an (Nebenkostenabrechnung (Wasser, Heizung, Strom)). Wenn dann das Amt noch zusätzliche Zeit zur Prüfung und Genehmigung der Anträge benötigt, kann es auch mal sein, daß man einen Monat ohne Gehalts- bzw. Gehaltsersatzzahlung dasteht, sich auf dem Konto erstmal ein dickes Minus bildet.
    Die Aussagen des Arbeitgebers luden auch nicht unbedintgt dazu ein, die Elternzeit länger als zwei Monate zu gestalten (ich habe 2008 meine Elternzeit genommen, zwischendurch mag sich das vielleicht etwas geändert haben). Mit gewissen Steinen, die mir dadurch in den Weg gelegt wurden, muss man sowieso rechnen und da die Arbeitgeberdichte im Osten nicht so hoch ist, wie zB im Südwesten der Republik, kann man da auch nicht unbedingt auf andere Firmen ausweichen.

  4. die brauchen also ernsthaft eine Studie und eine Befragung um herauszufinden, dass es massive finanzielle Probleme gibt? Spacken.

    Ich habe das mal spasseshalber ausgerechnet. Vater an der 1800,-Grenze. Das ist dann ungefähr Angestellter im höheren (öffentlichen) Dienst. Die Mutter dann entsprechend dem Durchschnitt bei der Hälfte bis zweidrittel des Mannes. Im öffentlichen Dienst ist das dann ungefähr die mittlere Laufbahn.

    Mit einer Reduzierung auf 50% und Ersatzleistungen von 2/3 des Entfalls könnte das theoretisch im machbaren Bereich liegen. Dann habe ich mir überlegt, umso höher das Einkommen, umso mehr Elterngeld und habe erstmal versucht das Elterngeld des Vaters zu maximieren.

    Fazit: Die Einkommensverluste sind immens und keinesfalls zu tragen. Man stellt sich deutlich(!) besser, wenn die Frau zuhause bleibt. Da kommt es dann auf den Grad der Freistellung gar nicht mehr besonders drauf an. Selbst die zwei Vätermonate sind unbezahlbar und am besten bleibt man die dann wenigstens ganz zu hause. Erst wenn beide gleich viel verdienen ist es naturgemäß egal.

    Elterngeld ist also irgendwie nichts für Väter in den im Durchschnitt am häufigsten zu findenden Einkommenskonstellationen. Feministinnen würden so etwas strukturelle Diskriminierung nennen.

    Ich denke, das wurde genauso gewollt. Wenn man sich das mit dem Elterngeld nämlich genau anschaut ist es eine extrem komplizierte Sache. Das ist so designed, dass das Geld in der Hauptsache den Müttern zugute kommt. Scheiss auf Gleichberechtigung.

    Bonusfakt: Wenn Du so gut verdienst, dass Du gesetzlich nicht mehr KK- pflichtversichert bist, ändert sich erstmal nichts, ausser dass der AG erstmal an Dich überweist und Du dann die gesetzliche Krankenkasse selbst bezahlt. Ein Nullsummenspiel. Bis Du Väterzeit machst, temporär versicherungspflichtig bist, aber „privat“ die gesetzliche weiterhin in voller Höhe zahlen musst. Solche Infos findest Du nur in irgendwelchen Foren.

    • @FocusTurnier
      „Hm, naja, dafür hätte man eigentlich keine Studie gebraucht. “

      und @Gerhard
      „die brauchen also ernsthaft eine Studie und eine Befragung um herauszufinden, dass es massive finanzielle Probleme gibt? Spacken.“

      An der Stelle fühle ich mich bemüßigt, sowas auch mal zu verteidigen:
      So lange man keine Studie in der Hand hat, ist sowas eben eine Mutmaßung.

      Man kann auf Grundlage der reinen Vermutung keine Entscheidungen treffen. Bzw. man sollte es nicht.
      Sowas machen feministierende, weil die Wahrheit da eh per dogma feststeht, aber ansonsten sollte man das eben nicht tun.
      Wenn man da einen entsprechenden Hintergrund vermutet, muss man eben erst mal nachprüfen – nachzählen.
      Viel mehr ist eine „Studie“ in den meisten Fällen – wie in dem Fall zu sehen – ja ohnehin nicht.

      • Nagut, sagen wir es mal so: FÜR MICH hätte es keine Studie gebraucht, da ich die Erfahrung selbst gemacht habe und auch in meinem Umkreis genau diese Erfahrungen ebenfalls gemacht wurden. Aus meiner Sicht bestätigt das DIW daher nur, was schon seit mindestens 10 Jahren bekannt ist. Geändert hat sich nie etwas, es wird sich auch nach dieser Studie nichts ändern.

        • „Aus meiner Sicht bestätigt das DIW daher nur, was schon seit mindestens 10 Jahren bekannt ist. “

          Ich gehe eher davon aus, dass das auch schon vor 100, vor 1000 und vor 10.000 Jahren im Prinzip so war – sprich, dass nach der Geburt von Kindern ganz vornehmlich der Mann es sich nicht leisten konnte, mal einfach eine Weile nicht zu „arbeiten“, um sich auf das Kind zu konzentrieren.

          „FÜR MICH hätte es keine Studie gebraucht“

          Der Sinn und Zweck von Studien liegt eben GENAU DARIN, solche gefühlten Wahrheiten (entschulidge das Wrot, aber EXAKT DAS ist es, was deine Wortwahl grade ausdrückt) auf objektiven Boden zu stellen und damit entscheidbar zu machen, ob nun Deine gefühlte Wahrheit korrekt ist oder nicht die von Feminist_ixn xyz, die eher keine wirtschaftlichen Zwänge am Werk sieht, sondern patriarchalische Unterdrückung der armen Mutter.

          Denn die hat auch eine gefühlte Wahrheit, die sich von der deinen vermutlich deutlich unterscheidet.

          FÜR DICH braucht es deshalb eine entsprechende Studie, weil sie deine Erfahrung untermauert.

          • „FÜR DICH braucht es deshalb eine entsprechende Studie, weil sie deine Erfahrung untermauert.“

            Gutes Argument.

      • Ja, klar. Studien sind irgendwie gut zum draufzeigen. Gibt ja genug femistische Studien, die irgendeinen Quatsch vorgeblich belegen. Aber hier müsste dann auch meine Rechnerei „Studie“ heissen. Oder von mir aus einen Auftrag bestehend aus einem Tag rumrechnen und einem Tag visualisieren. Das hätte gereicht. Da muss nichts gefühlt und befragt werden, die Fakten stehen im Gesetz.

  5. Bei uns (Finanzindustrie) kann man zwar auch als Mann problemlos Elternzeit nehmen, aber auch hier können sich die meisten Männer maximal zwei Monate leisten. die Gehälter sind zwar gut, aber praktisch alle Väter haben ein Immobilienprojekt am Bein, dass fast immer (rein zufällig natürlich) exakt so bemessen ist, dass es so gerade eben mit dem Gehalt des Mannes gestemmt werden kann. Wer da die Treiber sind, ist leicht auszumachen, denn kein Single – Mann käme auch nur im Traum darauf, sich so etwas anzutun.

    Ist auch sonst toll. Bei uns werden jetzt massenhaft Stellen gestrichen und die Männer kämpfen mit dem Rücken zur Wand und dem Messer zwischen den Zähnen, während die meisten Frauen entspannt durch die Gänge spazieren.

    • Das glaube ich gern. Andererseits muß man auch durchaus nicht alles machen, was die eigene Frau will, die formulieren halt ihre Maximalwünsche. Und ich habe den Perfektionismus beim Hausbau/kauf auch schon oft genug bei Männern erlebt. Da wird eine günstig erworbene Hütte in den ersten zwei Jahren komplett umgestaltet, so dass man auch gleich neu hätte bauen können. Oft so Pipifax wie die gesamte Hauselektrik austauschen (alle Wände aufhacken etc.) weil die Erdung fehlt (klassische Nullung), kann mir niemand erzählen, dass da die Frau dahintersteckt, die meisten kapieren das doch gar nicht. Bei einer Bekannten ist der Kauf immer gescheitert, weil der Mann partout ein Passivhaus wollte, was aber außerhalb von deren finanziellen Möglichkeiten lag und dazu führte, dass er mit seiner Frau zur Untermiete bei den Schwiegereltern bleiben musste.

      Allerdings ist man in der Finanzakrobatie eh in einer ungünstigen Situation, die siedelt ja gern in den teuren Metropolen, etwa Frankfurt. Ich habe einen ehemaligen guten Kumpel bei der deutschen Bank, der wohnt dort, der dürfte sich auch ziemlich verschuldet haben. Vermutlich braucht man da mittlerweile auch genug Geld, um überhaupt im richtigen Viertel unterzukommen und um die Kinder in einer Privatschule anmelden zu können (zumindest hört man immer wieder Horrorgeschichten über das abka*kende öffentliche System in diversen Großstädten, keine Ahnung, wie relevant das wirklich ist).

  6. Als bei mir waren es zwei Faktoren: 1. Man hat zusammen 14 Monate. Davorn kann einer der beiden Partner max 12 in Anspruch nehmen. Das war bei mir die Frau. Da dürften die wenigsten Männer viel Wahl haben, denn die Mutter möchte viel Zeit mit dem Kind verbringen. Also gehst du nur 2 Monate.
    2. Geld. In aller Regel verdient der Mann mehr, oft viel mehr. Meiner Erfahrung nach haben ganz viele Frauen nicht eingeplant, dass mehr als sie selber von ihrem Einkommen ernährt werden muss. 1800 netto ist dann auch nicht viel. In der Mittelschicht ist das schnell weit unter den Fixkosten. Miete 1000 Euro, Vorsorgeversicherungen für die Familie (private Rente, BU, Leben usw.) dazu noch private KV die eben normal weiter läuft, Strom und Wasser, Auto und man ist ruck zuck beim doppelten. Wird privat ein Haus finanziert noch mehr. Da ist man dann nach 2 Monaten am Ende. War jedenfalls bei mir so. Das hat Monate gedauert das Loch wieder zu stopfen.

  7. Warum Väter nicht häufiger in Elternzeit gehen?
    Weil es purer Luxus ist/wäre, den sich die Mehrheit weiterhin nicht leisten kann/will.

    Um das zu ändern, muss man nun aber nicht den Maximalsatz noch weiter erhöhen, sondern am anderen Ende den Mindestsatz anheben/angleichen!

    Bekäme jede/r unabhängig vom vorherigen Einkommen 1800 Euro pro Monat Elterngeldbezug aufs Konto, wäre auch für jeden Vater der finanzielle Spielraum vorhanden, um eine zweimonatige Babypause einzulegen. Obviously.

      • Die 2 Monate, die ca. einer von 4 „modernen“ Vätern völlig freiwillig nimmt (knapp die Hälfte davon während die Kindsmutter auch noch zuhause ist), sind Müttern (postnatal) per Gesetz vorgeschrieben.

        Gleichstellung/-berechtigung ist an diesem Punkt einfach dadurch zu erreichen, dass auch Väter ein Arbeitsverbot während des Wochenbetts ereilte – und wie Du wissen dürftest, würde ich das sogar sehr begrüßen. Denn ich hielte es noch nicht für Luxus, Wöchnerinnen von ihren Alltagspflichten durch ihre Partner zu entbinden.

        Bleiben noch u.a. die Punkte:
        – 6 Monate ausschließliches Stillen wie von der WHO empfohlen
        – allerdings: auch darüber hinaus nach Bedarf Stillen sollten Mütter min.! bis zum 2. Geburtstag
        – 10 Monate und länger dauert es, sich von den körperlichen Strapazen bedingt durch Schwangerschaft und Geburt zu erholen
        – die Perspektive und Eigenarten des jeweiligen Kindes, das wohl nur in den seltensten Fällen davon profitieren dürfte, ab 12 oder 14 Monaten in ganztägige Fremdbetreuung zu müssen.

        • Wir leben in Deutschland. Unser Trinkwasser und das kaufbare Milchpulver untersteht so strengen Normen, dass Stillen nicht unbedingt nötig ist.
          Was das Beschäftigungsverbot von frischgebackenen Vätern betrifft, bitte, aber nur, wenn es von den Krankenkassen ein Vatergeld und natürlich den vollen Kündigungsschutz gibt.
          Ach ja, bei nachgewiesener Vaterschaft natürlich…

          • Erster Treffer bei der Suche:

            „Vorteile des Stillens sind:

            •Schutz vor Krankheiten: weniger Mittelohrentzündungen, Durchfall und plötzlicher Kindstod bei gestillten Kindern; seltener Übergewicht im späteren Leben
            •bei der Mutter: beschleunigte Rückbildung der Gebärmutter, schnellere Ausscheidung von eingelagertem Wasser, geringeres Risiko für Brust- und Eierstockkrebs
            •Stillen verbindet: Hautkontakt und Hormone fördern die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind
            •Stillen macht glücklich: stimmungsaufhellende Hormone sorgen für Entspannung
            •Stillen spart Zeit, Geld und schont die Umwelt: Milch ist immer dabei, richtig temperiert und hygienisch „verpackt“
            •Hinweise auf einen höheren durchschnittlichen Intelligenzquotient (IQ) gestillter Kinder“

            Der zusätzliche Vorteil des Nestschutzes trifft m.W.n. allerdings nur zu, wenn die Mutter eine der entsprechenden Kinderkrankheiten (bspw. Masern) selbst durchgemacht hat, ergo: immer seltener (über die Jahrzehnte betrachtet)

          • @semikolon:
            Das mag alles richtig sein. Wie groß ist der Unterschied zu den kürzer gestillten Kindern?
            Meiner Erfahrung nach wird das Stillen viel zu sehr vergöttert. Dadurch wird einseitig eine feste Bindung ausschließlich an die Mutter vorangetrieben. Und nach zwei Jahren Milchwirtschaft wird dan rumgeheult, dass man das Kind keine Stunde allein lassen kann, der Vater immer nur arbeitet (einer muss ja alles finanzieren) und frau schon eeeeeeewig nux mehr für sich machen konnte.

          • „Wie groß ist der Unterschied zu den kürzer gestillten Kindern?“

            Ich nehme an, Du wünschst Dir jetzt, dass ich Studien raussuchte, die alle diese Behauptungen einzeln belegten so wie nachfolgend im Falle des IQs berichtet?

            „Die Forscher um Bernardo Lessa Horta von der Universida de Federal de Pelotas sammelten dafür Daten von knapp 6000 Kindern, die 1982 in der südbrasilianischen Stadt Pelotas geboren wurden. Diese teilten sie je nach Stilldauer in fünf verschiedene Gruppen ein: Weniger als einen Monat, ein bis drei Monate, drei bis sechs Monate, sechs bis zwölf Monate, mehr als zwölf Monate voll gestillt. Auch Zufüttern mit Tee oder Wasser wurde erfasst.

            Nach 30 Jahren unterzogen sie die noch verbliebenen 3493 Teilnehmer der Studie einem Intelligenztest. Das Ergebnis: Umso länger Babys voll gestillt wurden, desto mehr Punkte erreichten sie später als Erwachsene auf der IQ-Skala. Drei Monate volles Stillen beispielsweise brachte durchschnittlich 0,7 Punkte mehr; ein ganzes Jahr hauptsächlich Muttermilch sogar vier Punkte. Zufüttern schmälerte den Effekt um etwa die Hälfte.“

            https://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/stillen-und-muttermilch-gestillte-kinder-haben-hoeheren-iq-a-1024066.html

            Nun wird es allerdings Leute geben (womöglich gehörst Du dazu?), die meinen, bis zu 4 zusätzlicher IQ-Punkte (im Schnitt) z.B. wären ja sicher nicht der Rede Wert und daher überhaupt kein Argument.

            Wie stark müssten sich denn ca. die Wahrscheinlichkeiten von Mittelohrentzündungen/Durchfallerkrankungen/Kindstot/Brust- oder Eierstockkrebs pro zusätzlichem Still-Monat im statistischen Mittel absenken um Dich beeindrucken zu können?

          • „Was das Beschäftigungsverbot von frischgebackenen Vätern betrifft, bitte, aber nur, wenn es von den Krankenkassen ein Vatergeld und natürlich den vollen Kündigungsschutz gibt“

            Und Rechtsschutz am eigenen Kind nicht zu vergessen.

            Als Mann nimmst Du beruflich ein deutlich größeres berufliches Risiko inkauf, wenn Du aussetzt.
            Wenn Du dann nach einigen Jahren einfach per gerichtlichen Ukas entsorgt werden kannst, trägst Du die Folgen Deiner Entscheidungen vollkommen allein – und brauchst auch im Gegensatz zu den Frauen auf kein gesellschaftliches Mitleid zu hoffen.

          • „Wenn Du dann nach einigen Jahren einfach per gerichtlichen Ukas entsorgt werden kannst, trägst Du die Folgen Deiner Entscheidungen vollkommen allein …“

            Deshalb muss man besonders nichtehelichen Vätern dazu raten, sich nicht auf das Experiment „Elternzeit“ einzulassen.

          • @semikolon:
            Stimmt, 4 Punkte IQ kann man meiner Meinung nach durch Anregung ausgleichen. Bei einem Durchschnitts-IQ von 100 sind das ja nur 4%.
            Mach mit deinen Kindern UND deiner Karriere, was du willst.
            Ich habe geziehlt einen Job im ÖD gesucht (und den Lotterie-Gewinn Beamter gezogen), um Zeit mit meinen (damals noch potentiellen) Kindern zu verbringen.
            Und, ja auch im ÖD ist es mit der Elternzeit bei Vätern nicht so weit verbreitet. Ich musste z.B. unseren Personalern erklären, wie das mit Elternzeit und Teilzeit funktioniert.

          • Mein Reden seit immer!
            Wer Kinder nicht mag, sie gar als Behinderung, statt Bereicherung, empfindet, sollte unbedingt die Finger davon lassen!

      • Väter, die unter der Voraussetzung dann nicht einer Berufspause zustimmten, würden jedenfalls völlig zurecht sozial geächtet werden können.

        • Ach so, darum geht’s. Tolle Argumentation, echt. Drr männliche Steuerzahler soll sich mal wieder was aus den Rippen schneiden, damit man die, die das nicht umsetzen können „völlig zurecht“ ( ohne Begründung ) ächten kann.
          Letztendlich also wieder mal reiner Penisneid!

          • Wer denkst Du denn könnte sich benachteiligt fühlen bei einem einheitlich-ausbezahltem Familiengründungszuschuss (ich favorisiere bekanntlich keine monatlichen Auszahlungen – weil das mit der Bedingung einhergeht, dass man während des Bezugszeitraums im monatlichen Schnitt nicht mehr Einnahmen generieren darf als ein Minijobber, sonst wird’s voll angerechnet sprich abgezogen)?

          • Und womit willst Du das Ablenkungsmanöver von Deinem Penisneid auf einen „einmaligen Familiengründungszuschuss“ jetzt unterfüttern?

            Hauptsache NICHT zum Threadthema äußern, oder gar auf Kommentare antworten, oder was?

          • Fietchen, wat willste eigentlich?
            Sollen möglichst alle Väter zukünftig in die Lage versetzt werden, 2 und mehr Monate ungestört (Frau und) Baby häuslich versorgen zu können, ja oder nein?
            Und wenn ja: wie sollte man das D.M.n. schlauerweise anstellen?

          • „Fietchen, wat willste eigentlich?“
            Ich dachte, das wäre klar, natürlich Deinen Penisneid aufdecken, den Du sogar mittels Scheinzustimmung zu sog. „Vätermonaten“ transportierst ( um jedes andere Modell zu mißbrauchen, irgendwen, Hauptsache männlich, ächten zu können ). Hast Du das wirklich nicht verstanden?

            Daß ich dafür eintrete, daß Eltern ihre Kinder versorgen können ( und sich darüber einig sind, bevor sie ein Kind zeugen ), ist davon vollkommen unberührt. Und wie die das machen, ist deren Sache, nur sollte man sie das auch machen lassen!
            Daß Dir das nicht passt, da Du nunmal kognitiv extremdissonante Feminihilistin bist, brauchen wir nicht weiter zu diskutieren, das dürfte in der Mitleserschaft längst allgemeiner Konsens sein.

            So what?

        • Die Alternativ-Antwort an Bastler und Konsorten hätte übrigens ungefähr gehießen:
          Wie war es nur möglich, gesellschaftlich den Konsens zu erreichen, dass ausgerechnet Gutverdiener im Falle ihrer Familiengründung/-erweiterung als „am stärksten Bedürftige“ einzustufen seien und wir also dieser Gruppe besonders hohe Transferzahlungen zuerkennen (von denen die Mehrheit nichtmal zu Träumen wagt)?

          Aber irgendwie ist mir der Gedanke noch nicht schnittig genug formuliert. Ich hab ihn jetzt nur gepostet, weil ich annehme, dass Du ihn besser goutieren kannst als meine schnippische Erwiderung oben.

          • Fiete hat Recht, es ist eine reine Neiddiskussion.
            Kannst ja mal ausrechnen wieviel der „hohen“ Transferzahlungen der Besserverdiener via Steuern wieder in den Topf wirft.

          • Es ist einfach nicht gerecht, wenn ausgerechnet (während des Tages & oft auch der Nacht) alleinzuständige mehrfach-Mütter fürs erste Jahr (häufig) exakt soviel Transferleistung erhalten wie ein Mann mit überdurchschnittlichem Verdienst für die zwei Monate, die er sich gönnt, wenn er denn will.
            Das ist doch offensichtlich.

            Du willst behaupten, dass letztlich die Top-Verdiener die Auszeiten Aller Mütter/Väter finanzierten?
            Auf die Rechnung bin ich gespannt.`

          • „Es ist einfach nicht gerecht, wenn ausgerechnet (während des Tages & oft auch der Nacht) alleinzuständige mehrfach-Mütter fürs erste Jahr (häufig) exakt soviel Transferleistung erhalten wie ein Mann mit überdurchschnittlichem Verdienst für die zwei Monate, die er sich gönnt, wenn er denn will.“

            Warum konstruierst Du einen ganz speziellen Einzelfall, wenn es Dir doch angeblich um „Gerechtigkeit“ geht?
            Warum sollte Elternschaft überhaupt von Transferleistungen anhängig sein, hmmm?
            Gegen Überbevölkerung und -zentralisierung wäre es doch deutlich wirksamer, den Eltern die Verantwortung für die Kinder wieder rückzuübertragen.

            Oder würde das etwa bedeuten, daß Du Dir nicht das neuste Smartphon kaufen kannst, sobald es auf den Markt kommt?

          • Fun fact: ich habe in diesem Leben genau einmal ein Handy gekauft, 2002 war das (noch kein Smartphone of course). Allerdings habe ich zweimal schon eins geschenkt bekommen (einmal neu, einmal das Abgetragene meines Mannes) – bloß so gut wie nie genutzt^^

            Also Du möchtest Transferleistungen im Grunde abschaffen? Welche denn nicht?

          • Trage anstatt „Smartphone“ einfach das Ding ein, welches Dich dazu motiviert, den ganzen Tag im Netz rumzutrollen, anstatt Deinen Beitrag zu Deiner Familie zu leisten.

            Wie Du darauf kommst, mir zu unterstellen was ich Deiner Meinung nach wollen müssen solle, erschließt sich mir nicht. Noch weniger, warum Du dann auf dieser bestenfalls „fiktiven“ Basis danach fragst, was von dem, das ich wollen müssen solle, ich denn nicht wollen müssen solle?

            Meinst Du mich mittels dermaßen überkandideltem Irrsinn irgendwie auf Deine Medikationsebene herunterziehen zu können?

          • Wenn Du das ungerecht empfindest dann will ich hier als erstes darauf hinweisen, das die Feministinnen das Erziehungsgeld das bis 2006 bezahlt wurde als Mütterfalle verunglimpft haben weil es auch an Hausfrauen bezahlt worden ist und diese angeblich sogar bevorzugt hätte.
            Da Du klar der Femi Idee zugeneigt bist, solltest Du dann also eigentlich doch richtig glücklich sein, dass es nun eben an den Einkünften orientiert ist und Hausfrauen jetzt nicht in der Hausfrauenfalle gefangen sind.
            Das geblubbert mit den Top-Verdienern ist doch jetzt auch nur wieder blanker Neid den Du in die Tastatur reingekippt hast.
            Dann mal kurz zur Rechnung, um den Maximal Betrag von 1800 Euro ausgezahlt zu bekommen muss ein Gehalt von 2770 Euro Brutto verdient werden (das ist das Durchschnittsgehalt), dass bedeutet eine Lohnsteuer von ca 350 Euro anfällt. Damit ist der Betrag den er über das Elterngeld bekommen hat innerhalb des ersten Lebensjahres des Kindes bereits wieder in der Staatskasse gelandet. Ist sein Gehalt wie Du schreibst überdurchschnittlich geht es Aufgrund der Kappung schneller.
            Was Du als Transferleistung bezeichnest ist letztendlich nichts mehr als eine kleine Steuererstattung, die noch weiter geschmälert wird wenn man bedenkt das im Regelfall 19% der Ausstattungskosten für das Kind über die ca 20 Jahre auch wieder beim Staat landen.

            Was wollen und können betrifft, so solltest Du nicht vergessen, dass wollen oft nicht das Thema ist sondern das können, denn er muss auch in den zwei Monaten alle Rechnungen zahlen können, wollen wird da halt nicht reichen!

          • „Wenn Du das ungerecht empfindest dann will ich hier als erstes darauf hinweisen, das die Feministinnen das Erziehungsgeld das bis 2006 bezahlt wurde als Mütterfalle verunglimpft haben weil es auch an Hausfrauen bezahlt worden ist und diese angeblich sogar bevorzugt hätte.“

            Beziehst Du Dich da mit Deiner Aussage auf irgendeinen konkreten Artikel?

            Das als Unterstützungsleistung ausschließlich für Bedürftige (mit einem geringen Familien!Einkommen) konzipierte Erziehungsgeld von maximal(!) 300 Euro monatlich (dann aber für 2 Jahre) hat ebenso aus sich heraus Ungerechtigkeiten produziert. Hausfrauen bzw. Minijobberinnen z.B., deren Männer ein hohes Einkommen erzielten, erhielten nämlich überhaupt nix: Mutterschaftsgeld eh nicht, aber eben auch kein Erziehungsgeld.

            Will ich das zurück?
            Hell no. Ich will möglichst konsequente Gleichbehandlung, ist das wirklich so schwer zu verstehen?
            (bin auch nicht glücklich darüber, dass das Elterngeld auf Hartz IV angerechnet wird, ebenso wie ja auch das Kindergeld – obwohl weder ich noch mein Mann oder meine Eltern etc. nie auch nur für einen Monat Leistungen nach SGB II erhalten haben).

            „um den Maximal Betrag von 1800 Euro ausgezahlt zu bekommen muss ein Gehalt von 2770 Euro Brutto verdient werden (das ist das Durchschnittsgehalt),“

            Öhm, da bist Du falsch informiert, berechnet wird auf Grundlage des durchschnittlichen Vorjahres-Nettos. Die Einkünfte eines Individuums, das in den Genuss der maximalen staatlichen Förderungsprämie geraten will, müssten also im Bereich von 5k Monatsbrutto gelegen haben.

            In der fürs erste Kind relevanten Altersgruppe (unter/um 30) gibt es nun nur so gut wie keine Frauen, auf die das zuträfe (über alle Altersgruppen hinweg erreichen diese Einkommensgruppe nur um die 10 % der Frauen – im Gegensatz zu etwas über 40 % der Männer). Man hat sich bei der Konzeption also ganz offensichtlich nicht am Regelfall orientiert…

            „Was Du als Transferleistung bezeichnest ist letztendlich nichts mehr als eine kleine Steuererstattung, die noch weiter geschmälert wird wenn man bedenkt das im Regelfall 19% der Ausstattungskosten für das Kind über die ca 20 Jahre auch wieder beim Staat landen.“

            Mehrwertsteuer muss aber doch für alle von Kindern/Familien genutzten Waren und Dienstleistungen gleichermaßen entrichtet werden, auch im Falle unterdurchschnittlicher Einkommen – wo die hohe Steuerlast naturgemäß besonders hart trifft & praktisch auch keine Trick-Möglichkeiten vorhanden sind, um sie doch etwas zu schmälern.

            „Was wollen und können betrifft, so solltest Du nicht vergessen, dass wollen oft nicht das Thema ist sondern das können, denn er muss auch in den zwei Monaten alle Rechnungen zahlen können, wollen wird da halt nicht reichen!“

            Das Problem ist i.d.R., dass er ihren Kind(er)-bedingten Ausfall kompensieren muss.
            Daher wäre es ja m.M.n. am sinnvollsten, die Förderung bei der Mutter (die die eigentliche Leistung via Schwangerschaft und Geburt bereits erbracht hat) zu lokalisieren.
            Meine Ideal-Vorstellung wäre eine in 3 Stufen (am Ende jedes Trimesters nämlich) ausbezahlte Prämie in Höhe des bundesdeutschen Vorjahres-Nettos. Ich will nicht, dass der Staat Eigeninitiative weiterhin bestraft durch die Zuverdienstbeschränkung, ich fordere eine leicht verständliche sowie gerechte Lösung, die zudem möglichst geringe Bürokratie-Kosten verursacht (btw.: Experten, die eine Vielzahl von Anträgen nachträglich überprüft haben, sagen, jeder 3. würde falsch gestellt und damit Geld verschenkt – weil die Regelung nämlich stets ergänzt wird und daher bereits sehr kompliziert geworden ist).

            Einwände?

          • „Ich will möglichst konsequente Gleichbehandlung, ist das wirklich so schwer zu verstehen?“

            Das ist überhaupt nicht zu verstehen, weil glatt gelogen!
            Weiter oben befürwortest Du ein kleines Bißchen Annäherung unter der Bedingung, daß Du dann mehr Männer/Väter ausgrenzen/sozial ächten kannst. Davon daß Du mehr Frauen ächten willst, habe ich hier noch keine Silbe gelesen, nirgendwo, solltest Du aber ein Beispiel zitieren können, wäre ich selbstverständlich gern eines Besseren belehrbar.

          • Fietchen, das war ein Witz.

            Wie man weiter oben lesen kann, möchte ich die 2 Vätermonate verpflichtend machen. Und wie in der Vergangenheit bereits mehrfach dargelegt: mit der Ausnahme, dass (nur) eine Mutter ihren Partner/den Kindsvater von dieser Pflicht schriftlich freistellen kann.

            Ergo: (angestellte) Väter, die weiter ihrer Erwerbstätigkeit in vollem Umfange nachgingen während ihre Frau im Wochenbett liegt, hätten das dann nicht primär selbst entschieden bzw. (allein) zu verantworten (und es läge eben auch nicht an finanziellen Zwängen, wenn man die vorgeschlagene Prämie hinzudenkt). Weiß nicht: vielleicht würde man sie dann sogar bedauern…

          • „Fietchen, das war ein Witz.

            Wie man weiter oben lesen kann, möchte ich die 2 Vätermonate verpflichtend machen. Und wie in der Vergangenheit bereits mehrfach dargelegt: mit der Ausnahme, dass (nur) eine Mutter ihren Partner/den Kindsvater von dieser Pflicht schriftlich freistellen kann.“

            Ach so, Du bist gar kein Hardcoremutterkultfemi, is alles nur Satiere (lacht), nä?
            Mütter an die Macht, Erzeuger sind lächerliche Büttel und so meinst Du im wirklich wahren Leben ( nur ) lustig, is klar.
            Mal ganz ehrlich wie hoch schätzt Du die %-Zahl ( eher wohl Promille, direkt korrespondierend mit selbigen in Allohohl ) der Mitleser ein, die Dir derartig saudämliche Lügen noch abkaufen?

          • „Und wie in der Vergangenheit bereits mehrfach dargelegt: mit der Ausnahme, dass (nur) eine Mutter ihren Partner/den Kindsvater von dieser Pflicht schriftlich freistellen kann.“

            Das glaube ich Dir sofort.
            Noch ein wenig mehr Macht über den Bewegungsspielraum des Vaters.
            Ob und wie oft der sein Kind sehen darf, kann die Mutter ja schon seit zwei Generationen nach Willkür entscheiden.
            Da hat natürlich die Fähigkeit, ihn zum Zahlonkel zu machen UND zur Betreuung zu zwingen, noch gefehlt.

          • Sonst hast Du nix dazu zu sagen, Carnofis?

            Wenn eine Frau frisch entbunden wurde, mit Schmerzen und der möglichst strikt einzuhaltenden Bettruhe-Anweisung zu Hause liegt (in den meisten Fällen ab 2-3 Tagen nach der Geburt), müsste der Platz des Kindsvaters im Regelfall wo sein?

            An ihrer Seite natürlich.

            Schon beim ersten, noch deutlicher allerdings bei jedem weiteren Kind.

            Nicht eingehaltene Ruhe während dieser sechs Wochen* kann jahrelange Konsequenzen für die Gesundheit der Frau haben (trust me, I know. Und ich weiß natürlich auch, wie schwer es fallen kann, weil frau sich nach einer glücklich-verlaufenen Geburt zumindest fühlt, als könne sie Bäume ausreißen und der Nestbautrieb auch nochmal übelst kickt… eine Überanstrengung in dieser Zeit wäre aber dennoch gefährlich. Wirklich wirklich)

            * Die 2 Wochen, die noch fehlen um die 2 Vätermonate voll zu machen, könnte man sinnigerweise pränatal vor dem ET platzieren (im Wissen, dass Manche Väter dann mehr bzw. weniger Tage freigestellt sind als „angenommen“. C’est la vie)

          • „Sonst hast Du nix dazu zu sagen, Carnofis?“
            Is klar, was sind dagegen schon permanent über zwei Millionen entelterte Kinder und deren Väter, gell? Also ährlich, @Carnofis, wie kannst Du nur?

            „trust me, I know … Wirklich wirklich“
            Muhaahaahaaahaaaahahahahaha!
            Der war wirklich gut ( tränenausdenaugenwisch )
            Ischa alles nur Satire (lacht).

            Listen&believe!

          • „Also ährlich, @Carnofis, wie kannst Du nur?“

            Ja, ich weiß auch nicht. Ich muss wohl doch noch ne Psychotherapie machen.

            „Wenn eine Frau frisch entbunden wurde, mit Schmerzen und der möglichst strikt einzuhaltenden Bettruhe-Anweisung zu Hause liegt (in den meisten Fällen ab 2-3 Tagen nach der Geburt), müsste der Platz des Kindsvaters im Regelfall wo sein?

            An ihrer Seite natürlich.

            „Ich denke, dort treiben sich auch 90% der Männer herum in den Tagen um die und nach der Geburt.
            Jedenfalls war das in meinem Bekanntenkreis so – und ich sehe keinen Grund, anzunehmen, dass der von anderen Kreisen nennenswert abweicht.

            „Nicht eingehaltene Ruhe während dieser sechs Wochen* kann jahrelange Konsequenzen für die Gesundheit der Frau haben (trust me, I know.“

            Schnickschnack.
            Bis tief ins 20. Jahrhundert hinein hatten die wenigsten Frauen die Möglichkeit, sich sechs Wochen nach der Geburt auszuruhen.
            Ich wohnte übers Studium mit einer Kommilitonin zusammen, die zur Geburt ihres ersten Kindes ins Krankenhaus ging, den Nachwuchs zur Welt brachte, danach in die Tragetasche packte und gleich mit nach Hause nahm.
            Nachmittags machte sie dort für die frischgebackene Oma Kaffee.
            Auf meine Frage hin, wie die Geburt war, meinte sie lakonisch, sie hätte schon stärkere Schmerzen erlebt.
            Allerdings war sie kein Prinzesschen, das sich allein für die Existenz schon feiern ließ und für eine gelungene Alltagshandlung einen Trommelwirbel und Fanfarenstöße erwartete.

            Trust me, I know.

            Vielleicht ticken doch nicht alle Frauen wie Du.

          • @semikolon:
            Selbst Wikipedia weist im Artikel darauf hin das Feministinnen das Erziehungsgeld als Mütterfalle verschrienen haben, die Neuregelung in der jetzigen Form wurde auch nachhaltig mit gestaltet.
            Ich brauch mich da nicht auf einen spezifischen Artikel beziehen, davon gibts so viele und die Nixkapiererinnen feiern sich ja auch noch für den Scheiss den Sie erreicht haben.

            Irgendwie wirst Du jetzt mal wieder extrem inkonsequent, zuerst beklagst Du Dich, das die Familie wo er sehr gut verdient entsprechend auch mehr bekommt beim Elterngeld wenn er das irgendwie organisiert bekommt um dann nachzuschieben wie ungerecht es ist, das im Erziehungsgeld gar nichts gezahlt wird wenn er mehr verdient.

            Irgendwie scheinst Du noch immer nicht kapiert zu haben, dass eine Familie als ganzes zu betrachten ist und nicht als Kampfzone der kleinstmöglichen Einheit.

            Wo Du Gleichbehandlung willst kann ich nicht erkennen Du hast nur irgendwelche Grude Umverteilphantasien auf die einfachste Variante dem Steuerzahler mehr zu lassen von dem was er erwirtschaftet scheint niemand mehr zu kommen. Ok klar von weniger Steuer wirst Du nichts haben, das würde ja nur Deinem nächsten Feind aka Ehemann zu gute kommen.

            Ok, Du willst mir jetzt erzählen, das meine Überschlagsrechnung falsch ist, weil ich Aufzeige, das bei einer Annahme das bereits das Durchschnittsgehalt die maximal mögliche Summe von 3600 Euro Elterngeld in zwei Monaten zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes wieder zurückgeführt ist.
            Zugegeben habe ich mich mit dem seitenweisen kleingedruckten Bestimmungen und Ausnahmen nicht beschäftigt, wobei Du natürlich schon recht hast, das es viel besser ist wenn der Staat die Investition nach bereits dreieinhalb Monaten zurück hat und sich auf die Mehrwertsteuer aus zusätzlichen Ausgaben fürs Kind freuen kann.

            „Einwände?“
            Ja einige, nur Du verstehst ja noch nichtmal das eine Familie eine Zweckgemeinschaft ist, also kann ich mir das sparen!

          • „Ich denke, dort treiben sich auch 90% der Männer herum in den Tagen um die und nach der Geburt.“

            Zumindest zur/nach der Geburt (und wenn wir bloß von Tagen reden) würde ich sagen: stimmt wohl.
            Nur was ist mit den ca. 10 %? Glaubst Du, die meisten davon wollen oder können nicht?

            „Bis tief ins 20. Jahrhundert hinein hatten die wenigsten Frauen die Möglichkeit, sich sechs Wochen nach der Geburt auszuruhen.“

            Bis tief ins 20. Jahrhundert hinein galt auch bei uns, dass eine Wöchnerin (nachdem sie die erste Woche gar nicht aufstehen sollte & meist während des Wochenbetts umsorgt wurde von ihrer Großfamilie) erst nach 6 Wochen das Haus verlassen „durfte“ (soziale Norm).

            „Ich wohnte übers Studium mit einer Kommilitonin zusammen“

            Wer hier wusste das noch nicht?^^
            War das möglicherweise die einzige Frau, deren Geburtserlebnis Dich je interessierte?
            Jedenfalls ist es für die Thematik wirklich völlig irrelevant, welchen Eindruck diese eine Kommilitonin bei Dir hinterlassen hat.

          • „die Nixkapiererinnen feiern sich ja auch noch für den Scheiss den Sie erreicht haben.“

            Oh, Überraschung: Du findest das Elterngeld Scheiße?
            Da spitz ich doch die Öhrchen, lausche Deiner Begründung und frage weiterhin unverdrossen:
            was wär denn eine gute/faire Regelung D.M.n.?

          • Ich erinnere jetzt einfach mal daran, das Du Dich doch darüber beklagt hast wie ungerecht das Elterngeld ist. Warum soll ich Dir jetzt erzählen was Du doch gerade selber dargestellt hast?

            Versuchs doch mal mit den spitzem Öhrchen Dir selber zu lauschen, dann widersprichst Du Dir selber vielleicht etwas weniger!

          • Du schrubst: „Nicht eingehaltene Ruhe während dieser sechs Wochen* kann jahrelange Konsequenzen für die Gesundheit der Frau haben …“

            Ich habe mit einem Gegenbeispiel gekontert.
            Das Du als irrelevant vom Tisch wischst.
            Das kannst Du natürlich tun, musst Dir dann aber gefallen lassen, dass man das mit Deiner Warnung ebenfalls tut.
            Ich habe natürlich zahlenmäßig relativ wenig schwangere Frauen erlebt – ich bin keine Hebamme – und nur eine durch die Geburt begleitet. Aber ich habe einfach die besseren Argumente, nämlich den Verweis auf 1 Mio Jahre Evolution, einer Zeit, in der zu 99,999% Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und der Zeit nach der Geburt NICHT gepampert wurden.

            Nicht, dass ich den Frauen diese Zeit nicht gönne, ich behaupte nur, dass die Menschheit nicht ausstirbt und auch keine massenhaft traumatisierten Frauen herumlaufen, wenn man die Schutzzeiten ersatzlos streichen würde.

            Übrigens fällt mir noch ein Beispiel ein: meine Mutter äußerte sich immer sehr erbost, dass man sie nach den Geburten ihrer Kinder jedesmal wochenlang ans Bett „fesselte“ und damit unnötig krank machte und schwächte.

            „Nur was ist mit den ca. 10 %? Glaubst Du, die meisten davon wollen oder können nicht?“

            Keine Ahnung.
            Wenn Du es weißt – nur zu, lass uns an Deinem Wissen teilhaben.
            Aber bitte keine Meinungen, die helfen nicht weiter.

          • „Ich erinnere jetzt einfach mal daran, das Du Dich doch darüber beklagt hast wie ungerecht das Elterngeld ist.“

            Aber entschuldige… hattest Du mir da etwa nicht widersprechen wollen?
            Ich hatte Deine Einlassungen jedenfalls so verstanden, als ob Du das gültige Modell mir gegenüber zu verteidigt suchtest – weil Du zu glauben schienst, wer ein hohes Einkommen erhält (und daher individuell hohe Steuersummen leisten kann), verdiene rechtmäßig das (bis zu) sechsfache an monatlicher Transferzahlung für seine Familiengründung.

            „Warum soll ich Dir jetzt erzählen was Du doch gerade selber dargestellt hast?“

            Oh! Eine Umschreibung für: Du hast recht! Welch seltene Freude^^
            Da interessiert es mich dann natürlich noch umso mehr, welche Einwände Du gegen meinem Vorschlag hast.

          • @semikolon:
            Nein da muss ich Dich jetzt enttäuschen, denn ich sehe an dem Punkt wo jemand besser verdient und demzufolge eine höher Unterstützung keine Ungerechtigkeit. Das ist schlichtweg einfach nur eine entsetzliche Neiddiskussion von Dir!
            Die Idee vom Elterngeld war doch, dass jemand sich die Auszeit für die Familie/das Kind nehmen kann, oder willst Du jetzt sagen, das ein Besserverdiener die Option nicht haben sollen?
            Das Problem des Besserverdiener ist kein anderes als von einem der weniger verdient, wenn er pausiert ist die Einnahme Null, die Kosten laufen jedoch weiter!

            Unabhängig davon ist das Elterngeld trotzdem nicht gerecht, schau Dir einfach mal die Information auf der Seite die Du verlinkt hast für Selbstständige an, wobei mir schon klar ist, das Du das nicht als problematisch ansehen wirst.
            Das einzige was Du als Problem ansiehst das es kein Bonus für das richtige Geschlecht zwischen den Beinen gibt. Da die Idee des Elterngeld war die Auszeit den Arbeitstätigen zu ermöglichen ist auch klar, warum die Hausfrau und Mutter nichts bekommt, wo kein Einkommen ist kann auch keines Ersetz werden!

            Also nein Du hast Dich zu früh gefreut mich widert Deinen Neid einfach nur an.

          • „Die Idee vom Elterngeld war doch, dass jemand sich die Auszeit für die Familie/das Kind nehmen kann“

            Wir wissen aber doch: Mütter haben sich auch vorher schon mit gleicher Häufigkeit die notwendigen Auszeiten genommen – auch ohne monetäre Unterstützung seitens des Staates (häufig bis zur Kindergartenreife, die man hier im Westen grob gesagt an dem Punkt vermutete, wo Kinder bereits sprechen können und tagsüber trocken sind).

            Ermuntert werden sollen seit 13 Jahren die Väter, es ihnen wenigstens für 2 Monate gleich zu tun (Stichwort Wickelvolontariat). Die Mehrheit ist mit dem Modell aber noch nicht auf freiwilliger Basis zu erreichen. Und ich verstehe nicht nur, warum, sondern schlage etwas vor, was das mit Sicherheit sogar ändern würde.

            „oder willst Du jetzt sagen, das ein Besserverdiener die Option nicht haben sollen?“

            Familien an bzw. knapp über der Armutsgrenze etwas wegzunehmen (bis zu 50 % der zuvor gewährten Unterstützung!), um Individuen mit Einkommen jenseits der Beitragsbemessungsgrenze sehr sehr viel geben zu können, war ein „mutiger“ Schritt, der nur asozial zu nennen ist.

            „Das Problem des Besserverdiener ist kein anderes als von einem der weniger verdient, wenn er pausiert ist die Einnahme Null, die Kosten laufen jedoch weiter!“

            Wer regulär mehr verdient, hat natürlich ganz andere Möglichkeiten Vermögen aufzubauen, von dem er dann zehren könnte (wenn es ihm wichtig genug wäre). Aber wie schon mein Prof. damals meinte: wer 10.000 pro Monat verdient, auf der anderen Seite aber 12.000 ausgibt, ist auch „arm“.^^

            „Unabhängig davon ist das Elterngeld trotzdem nicht gerecht, schau Dir einfach mal die Information auf der Seite die Du verlinkt hast für Selbstständige an, wobei mir schon klar ist, das Du das nicht als problematisch ansehen wirst.“

            Was hab ich verlinkt?
            Und wie kommst Du zu der Unterstellung?

            „Das einzige was Du als Problem ansiehst das es kein Bonus für das richtige Geschlecht zwischen den Beinen gibt.“

            Dass Du rationalen Argumenten zugänglich bist, wird zunehmend zweifelhaft.

            „Da die Idee des Elterngeld war die Auszeit den Arbeitstätigen zu ermöglichen ist auch klar, warum die Hausfrau und Mutter nichts bekommt, wo kein Einkommen ist kann auch keines Ersetz werden!“

            Den Mindestsatz erhalten auch Hausfrauen/-männer oder Studierende (solange kein Hartz IV bezogen wird). Laut Deinem „moralischen Kompass“ ist das aber ein Fehler, weil?

          • „ich behaupte nur, dass die Menschheit nicht ausstirbt und auch keine massenhaft traumatisierten Frauen herumlaufen, wenn man die Schutzzeiten ersatzlos streichen würde.“

            Ich kann natürlich nicht abschätzen, wie hoch die Müttersterblichkeit dadurch (wieder) anstiege – aber dass sie es täte, ist zumindest wahrscheinlich. Nicht in einen Bereich, der die Menschheit aussterben ließe of course – aber auch die in Genoziden Ermordeten haben diese Anschläge als Völker betrachtet ja überlebt (bestimmt gibt’s Ausnahmen, die mir gerad nur nicht einfallen).

            (Durch die Geburt) Traumatisierte Mütter laufen übrigens auch jetzt schon mehr als genug herum. Just gestern z.B. sprach mich die Frau vor mir in der Warteschlange vom Freibad-Imbiss an und berichtete u.a., wie sie vor mehr als einer Dekade von der „dicken Gaby“ im Krankenhaus unter der Geburt misshandelt wurde (geschlagen, beschimpft, etc.). Sie hätte gerne noch ein Kind (gehabt), aber die Aussicht, so eine Erfahrung nochmal machen zu müssen, schreckt sie ab. (Ich habe sie auf die Roses Revolution hingewiesen und ihr den Tipp gegeben, um das Erlebnis besser verarbeiten zu können vielleicht doch noch den offiziellen Geburtsbericht zu lesen)

            „meine Mutter äußerte sich immer sehr erbost, dass man sie nach den Geburten ihrer Kinder jedesmal wochenlang ans Bett „fesselte“ und damit unnötig krank machte und schwächte.“

            Schön, dass Du hier bestätigst, wie strikt die von Dir zunächst bestrittene soziale Norm vor wenigen Generationen noch wirkte. Natürlich kann ich mir vorstellen, wie ätzend es sein muss, wenn man voller Tatendrang (den so ein Baby meist auslöst) beständig zurück in die Horizontale gepfiffen wird bzw. mehr als einen Monat lang nicht das Haus verlassen soll. Es gilt, den sweet-spot zu finden, der irgendwo zwischen 0 und 100 % liegt.^^

            „„Nur was ist mit den ca. 10 %? Glaubst Du, die meisten davon wollen oder können nicht?“

            Keine Ahnung.
            Wenn Du es weißt – nur zu, lass uns an Deinem Wissen teilhaben.
            Aber bitte keine Meinungen, die helfen nicht weiter.“

            Irgendwo sah ich mal eine Umfrage, in der 10 % der Frauen angaben, ihre Männer hätten anlässlich der Geburt keinen einzigen Tag Urlaub nehmen können (die Alternative „wollte nicht“ gabs nicht).
            Und da stellst Du Dich hin und sagst: egal?

      • Oder z.B. auch bei Leuten wie Christian und Südländerin…

        „Wussten Sie schon, dass viele Mütter beim zweiten Kind nur noch den Mindestbetrag an Elterngeld erhalten?

        Vor allem viele Mütter kehren nach der Geburt ihres ersten Kindes nicht, oder nicht sofort in eine Vollzeittätigkeit zurück. Oft bleiben Mütter im Anschluss an den Elterngeldbezug noch in Elternzeit und erzielen in diesem Zeitraum kein eigenes Einkommen.

        Wie beim ersten Kind auch ermittelt die Elterngeldstelle bei jedem weiteren Geschwisterkind den für die Berechnung des Elterngeldes relevanten Bemessungszeitraum. Dieser Bemessungszeitraum lässt sich nur dann auf Zeiträume verschieben, die weiter in der Vergangenheit liegen, wenn sog. Ausklammerungs- und Verschiebetatbestände vorgelegen haben. Zeiträume, in denen man ohne eigenes Erwerbseinkommen in Elternzeit für ein älteres Geschwisterkind war, werden nach dem BEEG nicht ausgeklammert. Sie gehen mit Null Euro in die Berechnung ein und mindern damit die Höhe des Elterngeldnettos, das für die Berechnung des Elterngeldes herangezogen wird. Monate mit niedrigem Einkommen auf Grund einer reduzierten Arbeitszeit nach der Geburt des ersten Kindes führen ebenso zu einem geringeren Elterngeldanspruch für das neue Geschwisterkind.“

        https://www.elterngeld.net/elterngeld-mindestbetrag.html

  8. Die Deckelung auf 1800 Euro pro Monat macht das Elterngeld gerade für gut verdienende Väter unattraktiv.
    Oft müssen sie noch eine Immobilie finanzieren. Da können sie sich den Verdienstausfall nicht leisten.

  9. Ich erinnere mich an einen, der seinen Arbeitgeber vorsichtig nach Elternzeit gefragt hat. Man war sehr abweisend und wenig später forderte man ihn auf, „freiwillig“ zu kündigen, sonst werde man ihn mit einer miesen Beurteilung feuern. Er brachte wohl nicht das notwendigen Arbeitsethos mit…

    • In meinem Fall hätte mein Chef jemanden als Ersatz einstellen müssen. Mit welcher Begründung hätte er den denn feuern sollen, wenn ich plötzlich wieder hätte arbeiten wollen?

    • Ja. Ich empfehle jedem Mann, der vorhat Elternzeit zu nehmen, zur Abwechslung mal die „meine Frau besteht darauf“-Karte zu spielen. Man erntet vielleicht mitleidige Blicke, aber es unterstellt einem zumindest niemand, man hätte keine gute Arbeitsmoral 🙂

      Selbiges gilt verschärft, wenn man Teilzeit arbeiten möchte. Da kann man dann i.d.R. noch fehlende Kindergartenplätze, ein problematisches Kind („meine Frau kommt alleine nicht klar“) etc. anführen. Allerdings sollte man dann nicht unbedingt als Familie bei der Betriebsfeier aufschlagen 😉

      Irgendwann haben Chef und Kollegen sich dran gewöhnt. War zumindest bei mir so. Und ich würde es jederzeit wieder so machen! Die Lebensqualität ist sehr viel höher, sofern man keine so hohen materiellen Ansprüche hat bzw. genug verdient um nicht jeden Euro dreimal umdrehen zu müssen.

  10. Mich haben meine 2 Monate Elternzeit ca. 4.000 € gekostet. Verdienstausfall, keine erfolgsorientierte Bezahlung und geringere Jahresprämie, und dazu die Anrechnung des Elterngelds zu 100% auf das zu versteuernde Einkommen, aber kein Brutto, aus dem der höhere Satz bezahlt wird.

    Das war es mir wert, aber das muss man sich erstmal leisten können und auch wollen.

  11. Was viele beim Elterngeld vergessen: man kann es auch in Teilzeit nehmen und damit die Bezugsdauer entsprechend verlängern, den Ausfall verringern und dem Arbeitgeber entgegenkommen. Haben wir (bzw. ich) damals praktiziert. Wie wir das genau aufgeteilt hatten, habe ich aber vergessen.

    Es geht ja darum, dass man:

    1) was vom Kind mitbekommt, anfangs ist das zwar nur bedingt befriedigend, aber die Entwicklung ist im ersten Jahr rasant und es macht durchaus Spaß das mitzuerleben, außerdem baut man eine Beziehung zum Kind auf und merkt auch, wie anstrengend dessen Versorgung ist

    2) die Mutter entlasten kann, die in er ersten Phase ja normalerweise keine Nacht durchschlafen kann (es empfiehlt sich, getrennt zu schlafen, damit wenigstens einer ausgeruht ist)

    Aber ich verstehe, dass viele Geldprobleme haben. Und ich verstehe auch die Männer, die gerne arbeiten und das brauchen. Wir sind einfach nicht fürs Rumhocken gemacht. So gern ich bei den Kindern bin (ich arbeite ja weiter Teilzeit) so frustriert bin ich auch manchmal über die Alltagsmonotonie. Meine Frau hat diese Probleme irgendwie nur in abgeschwächter Form, obwohl sie etwas öfter zu Hause ist.

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