„Luxuseinstellungen als neue Status Objekte“

Ein Artikel führt an, dass gerade die Einstellungen die im intersektionalen Feminismus verbreitet sind die neuen Statusobjekte der „Oberschicht“ sind, insbesondere weil sie die Kosten dieser Ansichten nicht tragen müssen:

In the past, upper-class Americans used to display their social status with luxury goods. Today, they do it with luxury beliefs.

People care a lot about social status. In fact, research indicates that respect and admiration from our peers are even more important than money for our sense of well-being.

We feel pressure to display our status in new ways. This is why fashionable clothing always changes. But as trendy clothes and other products become more accessible and affordable, there is increasingly less status attached to luxury goods.

The upper classes have found a clever solution to this problem: luxury beliefs. These are ideas and opinions that confer status on the rich at very little cost, while taking a toll on the lower class.

Zu dem Thema Status und Signalling ist in dem Blog genug geschrieben worden. Gerade auch ihre Bedeutung in evolutionärer Hinsicht kann man in diversen Artikeln nachlesen: Wir sind Gruppentiere, die möglichst einen hohen Status signalisieren wollen und wir nutzen dazu, was immer gerade ein Indikator für einen hohen Status ist. Gute Mittel, einen hohen Status zu signalisieren, wären dabei solche Zeichen, die nicht jeder einfach so senden kann.

Das „Wokeness“ ein gutes Signal ist war hier auch schon Gegenstand verschiedener Artikel. Hier wird vertreten, dass es gerade bei reicheren ein gutes Signal ist.

Aus dem Artikel:

Then there’s the luxury belief that individual decisions don’t matter much compared to random social forces, including luck. This belief is more common among many of my peers at Yale and Cambridge than the kids I grew up with in foster care or the women and men I served with in the military. The key message is that the outcomes of your life are beyond your control. This idea works to the benefit of the upper class and harms ordinary people.

It is common to see students at prestigious universities work ceaselessly and then downplay the importance of tenacity. They perform an “aw, shucks” routine to suggest they just got lucky rather than accept credit for their efforts. This message is damaging. If disadvantaged people believe random chance is the key factor for success, they will be less likely to strive.

Der Glaube, dass es alles soziale Kräfte sind erlaubt sicherlich auch einen „humble brag“, bei dem man einfach anführt, dass man Glück hat.  Und es ist ja auch interessant, dass „Soziale Klasse“ bei intersektionalen Theorien im Gegensatz zu früheren linken Theorien quasi keine Rolle mehr spielt.

White privilege is the luxury belief that took me the longest to understand, because I grew up around poor whites. Often members of the upper-class claim that racial disparities stem from inherent advantages held by whites. Yet Asian Americans are more educated, have higher earnings and live longer than whites. Affluent whites are the most enthusiastic about the idea of white privilege, yet they are the least likely to incur any costs for promoting that belief. Rather, they raise their social standing by talking about their privilege.

In other words, upper-class whites gain status by talking about their high status. When laws are enacted to combat white privilege, it won’t be the privileged whites who are harmed. Poor whites will bear the brunt.

Das wäre also die Idee, dass man hochstehenden genug sein muss um von der Abwertung von Personen der eigenen Hautfarbe nicht betroffen zu sein. Weil man im Endeffekt sicher ist, dass man seine „Privilegien“ behalten wird, also wohlhabend bleiben wird und ein passendes Leben hat. Wenn man keine staatlichen Programme zur Unterstützung braucht und – in den USA – auf einer Eliteuni war oder ist, dann kann man insofern leicht anprangern, dass die eigene Gruppe Privilegien hat.

It’s possible that affluent whites don’t always agree with their own luxury beliefs, or at least have doubts. Maybe they don’t like the ideological fur coat they’re wearing. But if their peers punish them for not sporting it all over town, they will never leave the house without it again.

Das wäre dann die „political correctness“, bei dem man sich bestimmte Ansichten einfach nicht mehr erlauben kann, wenn man einen hohen Status behalten will und zu bestimmten Kreisen dazu gehören wil,

Because, like with diamond rings or designer clothes of old, upper-class people don a luxury belief to separate themselves from the lower class. These beliefs, in turn, produce real, tangible consequences for disadvantaged people, further widening the divide. Just as fashionable clothing will soon be outdated, so will today’s fashionable beliefs. In the future, expect the upper class to defame even more values — including ones they hold dear — in their quest to gain top-dog status.

Also eine weitere Steigerung. Man darf gespannt sein.

14 Gedanken zu “„Luxuseinstellungen als neue Status Objekte“

  1. Sicher richtig, dass man sich heute durch bestimmte politische Auffassungen als Zugehörig zur Elite zu erkennen gibt und nicht mehr durch den äußeren Habitus. Ricitg auch, dass das ganze auf einem relativ hohen materiellen Niveau stattfindet; wer um seine Existenz kämpfen muss, kann sich sowas nicht leisten.

    Margarete Stokowski z.B. zählt sich sicher zur Elite und wird wohl auch von den meisten so gesehen, obwohl sie sicher nicht reich ist. Eine gewisse Weltfremdheit muss man sich leisten können.

  2. Merkt aktuell an der Klimadebatte, 100+ Privatjets bringen eine Bande von Künstlern und Industriellen plus ihrer Putzerfische nach Italien zum veganen Häppchenessen bei Googles und kein Aufregen im Blätterwald.
    Jeder von denen zeichnet sich für das 100fache an CO2 eines Normalos verantwortlich aber darüber wird kein Wort verloren.

    • Ja, und die Folgen dieser Ablenkung merkt man jeden Tag. Worum geht es in Politik und Medien ständig, wenn man sich mal wieder in wilder Klimaapokalyptik ergeht? Um die Privatwagennutzungen und den Stromverbrauch der Bürger. Früher ging es um die Schlote Großindustrieller, heute geht es um den CO2-Ausstoß des Angestellten besagter Großindustrieller, wenn er sich doch glatt erdreistet die 50 km Arbeitsweg (eine Strecke) mit dem Auto statt mit dem Fahrrad zurückzulegen.

      Das ist das Ergebnis, wenn Politik und Medien mit den oberen 10.000 kuscheln, weil diese sich über für sie selbst kostenfreies Virtue Signalling bei den heutzutage auch klar überwiegend als geistige Leichtgewichte einzustufenden Vertreter besagter Instanzen eingeschmeichelt haben.

      Da fällt es ihnen dann auch nicht auf, wie grotesk es ist, wenn sie sich auf die Seite von Leuten stellen, die in Villen leben, die alleine den Energieverbrauch ganzer Kleinstädte haben, zwanzig Sportwagen und 10 Limousinen in der Garage horten, im Hafen eine Yacht auf sie wartet, für die die Titanic nicht mehr als ein Beiboot gewesen wäre, zwei Privatjets am Flughafen auf ihren Namen laufen und natürlich für das innerstädtische Pendeln zwischen Terminen jederzeit ein privater Helikopter bereitsteht und sich dann mit diesen Typen lang und breit über das lasterhafte Leben derer Angestellten auszulassen.

      Neofeudalismus in Reinkultur. Und diese ganze intelligenzverweigernde Mischpoke versteht sich selbst natürlich irgendwie auch noch als „Links“… Ohne Worte!

      • Ich habe genaue Zahlen nicht im Kopf, ein unberücksichtigter Faktor beim sog. „Gender pay Gap“ war der Arbeitsweg. Die die mehr als eine Stunde oder mehr zur Arbeit benötigen, waren fast ausschließlich Männer. Daraus machen grüne Wirrköpfe dann einen gegenderten CO2-Ausstoß, wobei in deren Wertesystem der Stau-Stress, die zusätzlich verbrauchte Zeit und der dadurch für Frau u. Familie erkaufte Luxus (mehr qm² in Wohnung, stillerer u. sauberer Umgebung) in ein Privileg umgeschrieben werden.

        Männer = die Haupt-Umweltschweine, und für so etwas wird ein ganzer Stab eingesetzt und Studien finanziert.

  3. Interessanter und schlüssiger Gedanke. Ich würde noch folgende Ergänzung machen: nicht jeder in der Oberschicht verwendet diese Statusobjekte. Trump, der zur Oberschicht gehört, macht sich über dieses spezifische Statusgetue lustig. Der Autor in der NYP reflektiert hier vermutlich in erster Linie seine eigene Situation in einer Universität, wo er von biologisch männlichen und weiblichen Oberschichtstussis umgeben ist. Ich würde die Gruppe der Verwender dieser Statusobjekte noch irgendwie einschränken wollen- es müssen noch weitere Kriterien erfüllt sein:
    a. bei gutmügigen jungen Frauen ein ausgeprägter Herdentrieb und ein schwaches Selbstbewussstein, für die so ein Statusobjekt leicht erreichbar ist
    b. bei jungen Männern eine schnelle Auffassungsgabe, indem sie durch Nachäffung versuchen, eine der gutmütigen Schafe ins Bett zu kriegen
    c. bei Soziopathen, die Missgunst mit einem leicht verfügbares Mittel, Mitmenschen zu terrorisieren
    d. bei JetSet – Leuten, für die das gesellschaftliche Ansehen alles ist, die Bereitschaft auf jeden letzten Schrei mit aufzuspringen, um einen Statuspunkt zu machen
    e. bei JetSet – Leuten, für die Langeweile das beherrschende Lebensgefühl ist, eine sarkastische Grundhaltung, um nicht nur sich selbst anzukotzen, sondern auch viele andere Menschen zu veranlassen, dass sie sich ebenso ankotzen, aber diesmal nicht aufgrund der Langeweile, sondern aufgrund der Schande, Privilegien zu haben, mit dem Effekt, dass die Kotze der ersten Gruppe relativ zur zweiten Gruppe wohlschmeckender wird, weil die Ursache des Kotzens bei der ersten Gruppe lediglich Langeweile war, was weniger belastet, als das unverdientes Privileg der zweiten Gruppe. Der Anblick der Kotze der zweiten Gruppe erzeugt Ekel bei der ersten Gruppe und verringert damit deren Langeweile.

    Auch arme Menschen können mit diesen Statusobjekten arbeiten, wenn andere Motive erfüllt sind, z.B.

    e.bei intelligenten pragmatischen armen linken Ideologen der Versuch, durch diese Statusobjekte, materielle Ressourcen ranzuschaffen
    f. bei dummen linken Ideologen, der Versuch, ihr negatives Selbstbild abzumildern
    usw.

    Hier sind die Positionen a. und e. und f. die leichtesten Angriffsziele für Kritiker.

  4. „Ein Artikel führt an, dass gerade die Einstellungen die im intersektionalen Feminismus verbreitet sind die neuen Statusobjekte der „Oberschicht“ sind, insbesondere weil sie die Kosten dieser Ansichten nicht tragen müssen“

    Ich würde das differenzierter sehen.

    Dogmen der herrschenden Klasse sind eben kein Statusprivileg, was man daran merkt, dass die ganzen (in jeder Hinsicht) unterprivilegierten Schleimlecker in den Medien sie massiv propagieren. Oder diese Hundsfotte von öffentlichen Künstlern, abhängigen Wissenschaftlern usw.

    Es ist eigentlich sogar gegenteilig! Jemand der sich entgegen der herrschenden Meinung positionieren kann (ohne seine Existenz zu gefährden) kann als irgendwie privilegiert wahrgenommen werden, weshalb virtue-signalling-Jünger ja auch mit immer extremeren Forderungen und Ansichten daherkommen, um noch irgendwie als „Opposition“ wahrgenommen zu werden. Was m.E. schon seit längerem nicht mehr gelingt, weil der Mainstream das immer sofort wieder absorbiert.

    Man sieht das beispielhaft an einem Artikel von Lühnemann, den sie nach einem Besuch bei Kubitschek geschrieben hat:
    https://www.welt.de/kultur/article156325398/Warum-haben-linke-Maenner-keine-Eier.html
    In dem sie mehr oder weniger bedauert, dass die „richtige“ (=herrschende) Meinung (mittlerweile, das war früher anders) eigentlich (mehrheitlich) eine von feigen Schleimleckern ist.

    Wir sind hier an einem spannenden Punkt, weil der Drang zu Gruppenzugehörigkeit mit dem Drang zu Unabhängigkeit kollidiert. Frauen finden die Unabhängigkeit durchaus attraktiv, wenn sie männlich daherkommt, befinden sich gleichzeitig aber in einer Zwickmühle. Wer ist attraktiver? Wer hat mehr Macht und ist weniger gefährdet? Diese Auswahl fällt hier extrem schwer. Der Außenseiter ist immer gefährdet, aber er ist auch stark, die herrschende Macht kann auch jederzeit straucheln, hat aber noch die Oberhand. Was ist also zukunftsträchtiger? Was garantiert dem Nachwuchs die besseren Chancen?

    Ich würde also als Gegenthese aufstellen: die ursprüngliche Opposition ist Mainstream geworden und dadurch mächtig aber auch belastet von Mitläufern und Trittbrettfahrern, dadurch wird sie tendentiell unattraktiv und ringt mit der aktuellen Opposition (der es irgendwann genauso gehen wird), in der sich z.Z. attraktive Verwegene herumtreiben .

  5. Gute Mittel, einen hohen Status zu signalisieren, wären dabei solche Zeichen, die nicht jeder einfach so senden kann.

    Weshalb die Hypothese als widerlegt gelten kann.

    • So ist es! Zeichen die sich nicht jeder leisten kann, sind i.d.R. oppositionelle. Intersektionaler Feminismus ist aber keine Opposition mehr, auch wenn er versucht es zu sein, indem er immer extremer wird.

  6. If disadvantaged people believe random chance is the key factor for success, they will be less likely to strive.

    Und aus welchen gilt das nur für disadvantaged people?

    Another luxury belief is that religion is irrational or harmful. Members of the upper class are most likely to be atheists or non-religious. But they have the resources and access to thrive without the unifying social edifice of religion.

    Places of worship are often essential for the social fabric of poor communities. Denigrating the importance of religion harms the poor. 

    Als wäre das SJW-Weltbild etwas anderes als Religion.

    Der ganze Text ist unausgegoren und widersprüchlich.

    • @FS
      „If disadvantaged people believe random chance is the key factor for success, they will be less likely to strive.

      Und aus welchen gilt das nur für disadvantaged people?“

      HM http://www.arbeiterkind.de oder so wäre vielleicht mal einen Blick wert.

      Mehr wissen bei Karriereplan, Ausbildungswege die in den Erfolg führen. Wenn der Hund angefahren wird, oder der Kühlschrank kaputt geht, müssen einige auf Kleidung oder Urlaub verzichten, für die Betuchten ist das ein Unbedeutendes Ereignis u. keine Katastrophe.

    • 1) Er hat ja nicht geschrieben, dass es nur für „disadvantaged people“ gilt. Aber für diese ist es natürlich besonders wichtig die Motivation/den Willen aufzubringen, sich aus einer prekären Situation herauszuarbeiten. Gerade in Deutschland ist das Bildungssystem ja ziemlich undurchlässig. Kinder aus prekären Familien studieren ja deutlich seltener als Kinder aus Akademikerfamilien.
      Die „advantaged people“ (zB. Kinder aus reichem Hause) können ja gerne daran glauben, dass alles vom Glück abhängt – oder dass nichts vom Glück abhängt – sie sind ja bereits oben, und müssen sich für sozialen Aufstieg nicht mehr anstrengen.

      2) Religion spielt, insb. für die Ärmeren in den USA, noch eine deutlich wichtigere Rolle als hier in Deutschland. In den USA (wo es ja ein deutlich schlechteres staatliches soziales Netz gibt als hier) wird auch direkt den Armen geholfen, und es stellt ein wichtiges soziales Netz dar. Gerade Frauen engagieren sich dort sehr oft kirchlich – wegen der sozialen Komponente.
      Auf ein soziales Netzwerk von SJW würde ich mich nicht verlassen wollen 🙂

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