„Du hättest doch nur fragen müssen“ – Aufteilung der Hausarbeiten in der Beziehung

Die Brigitte über Arbeitsteilung bei der Hausarbeit:

Er ist bestimmt gut gemeint, macht aber unsere Autorin total wütend. Hier erklärt sie, warum sie es hasst, wenn ihr Mann „Du hättest doch nur fragen müssen“ sagt.

Ganz bestimmt steckt dahinter eine total gute Absicht, wahrscheinlich stimmt der Satz sogar, trotzdem macht er mich rasend. Ja, wahrscheinlich hätte ich nur fragen müssen! Wahrscheinlich wäre mir dann auch geholfen worden. Aber darum geht es nicht. Ich möchte nicht fragen müssen, ich suche keinen Assistenten, ich möchte einen gleichberechtigten Partner. Es ist das Jahr 2019, die Zeiten, in denen es toll ist, wenn der holde Gatte beim Spülmaschineausräumen hilft, sollten längst Geschichte sein!

Die Klage über den Satz gibt es schon länger und es scheint etwas zu sein, was einen grundlegenden Unterschied in der Auffassung zu bestimmten Arbeiten deutlich macht.
Sehen Männer eher eine bestimmte Aufteilung der Arbeiten, etwa „Sie räumt die Geschirrspülmaschine aus, weil sie sich sowieso immer beschwert, dass ich alles an die falsche Stelle stelle und weil sie eher daran denkt etc, ich mache dafür die Handwerkerarbeiten und Frage da auch nicht groß um Hilfe“

Oder sagt er sich „Ich mache meine Arbeit beim Geldverdienen und sie ihre Arbeit hier, nach unserer Einteilung, wer wäre ich ihr vorzuschreiben, wann sie das macht und wie sie das macht?“

Oder hat er einfach zu bestimmten Zeiten keine Lust, zu denen sie gerade die Arbeiten macht etwa „Ich habe mich gerade hingesetzt und ein Buch angefangen, da fängt sie an die Geschirrspülmaschine auszuräumen, muss das denn gerade jetzt sein? Ich brauche gerade mal etwas Entspannung nach der Arbeit/am Wochenende etc“

Oder bekommen es Männer weniger mit und sie ist eben schon fast fertig, wenn er dazu kommt?

Sie führt dann noch an, dass sie eben einen Mann will, der das von sich aus macht und nicht einen, den sie quasi anweisen muss. Weil sie eben nicht seine Mutter ist. Auch ein typischer weiblicher Gedanke. Ihr „Daddy“ sein wäre im Gegenzug zumindest im englischen weit aus positiver besetzt. Seine Mutter sein ist da wesentlich unsexier. Vielleicht weil die Mutter da die Macht hat.

Ihre Lösung ist dann wieder ganz praktisch:

Manchmal mache ich Sachen jetzt übrigens auch einfach nicht und warte, ob sie dann doch noch erledigt werden. So trainiere ich mir selber mehr Gelassenheit an. Es passiert dann meistens auch nichts (so schnell schimmelt Wäsche gar nicht in der Maschine!), ich meckere weniger, ich frage nicht mehr, ich gebe einfach in Auftrag, wie so ein Alleinherrscher.

Das ist dann auch so eine Sache, die wahrscheinlich dazu beiträgt. Männer können das ganze im Schnitt eher aussitzen als Frauen, weil es ihnen nicht so wichtig ist.

 

Demnächst wird der Satz „Du hättest mich doch nur fragen müssen “ bei uns sicher nicht mehr fallen. Ich habe nämlich einen Plan gemacht, da steht drin, wer was machen muss. Ganz ohne Fragezeichen übrigens.

Aus meiner Sicht eine gute Lösung. Einen fairen Plan machen und dann schauen wie es läuft. Die Planerstellung kann dann natürlich das Problem sein.