„Der Klimawandel ist nicht geschlechtsneutral“

Aus einem Bericht bei der Böll-Stiftung:

Der Klimawandel ist nicht geschlechtsneutral, er hat spezifische nachteilige Auswirkungen auf Frauen und Mädchen. Dies wird in der Aussprache über Klimawandel und Frauenrechte immer wieder deutlich. Michele Bachelet stellt einen neuen Bericht zum Thema vor, der zeigt, dass bei extremen Wetterereignissen Frauen aufgrund des unterschiedlichen sozioökonomischen Status und des Zugangs zu Informationen häufiger sterben als Männer.

Es kommt einem etwas wie der alte Witz vor „Meteor zerstört alles Leben auf der Erde, Frauen besonders betroffen“ vor. Letztendlich dürfte es einer ganzen Familie dreckig gehen und allen Geschlechtern. Und Frauen in der ersten Welt sollten keine Probleme haben an Informationen heranzukommen. Klar sind Frauen in sehr schlechten Zeiten auch alleine schon aufgrund der geringeren Körperkraft eher Gefahren ausgesetzt. Aber dennoch erscheint es etwas bizarr.

 

Schwangere und stillende Frauen sind durch den Klimawandel einer Ernährungsunsicherheit ausgesetzt. Salzigeres Trinkwasser kann aufgrund des steigenden Meeresspiegels zu Frühgeburten sowie zum Tod von Müttern und Neugeborenen führen. Die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken verstärken die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und stellen eine akute Bedrohung für die Ausübung der Menschenrechte durch Frauen und Mädchen dar.

Eine „Akute Bedrohung für Frauen“ bei einer so schlechten Versorgung mit Trinkwasser, dass Mütter und Neugeborene sterben, auszurufen erscheint schon etwas dreist. Denn in solchen Lagen dürfte es ja nun auch Männern nicht gerade gut gehen. Aus einer dann wohl weltweiten Katastrophe etwas zu machen, was anscheinend lediglich Frauen bedroht hat schon einen Geschmack.

Frauen müssen an Klimaschutzmaßnahmen mitwirken

Beim Panel wird auch betont, dass Frauen nicht nur Opfer des Klimawandels, sondern auch aktive Mitwirkende an Klimaschutzmaßnahmen sind.

Nicht betont wurde aber anscheinend, dass sie genau so Täter des Klimawandels und nicht nur seine Opfer sind. Die binäre Sicht von Opfern und Tätern scheint sich auch hier schon auszuwirken und zu verhindern, dass man beides sieht.

Frauen sind hier erst einmal nur arme Opfer und heldenhafte Retter. Das sie auch ihr Haus heizen, dass sie auch Produkte nutzen, deren Erzeugung CO² verbraucht hat, dass scheint fernliegend.

„Wesentlich ist, Frauen an der Entwicklung geschlechtsspezifischer Klimaschutzmaßnahmen zu beteiligen“, sagt Mary Robinson, Außerordentliche Professorin für Klimagerechtigkeit am Trinity College Dublin, Vorgängerin Bachelets und ehemalige Präsidentin von Irland. Sie plädiert dafür, Frauen mit Capacity Building, Netzwerken und dem Zugang zu Ressourcen zu unterstützen. Jede Entscheidung, die ohne Frauen und Mädchen getroffen würde, sei unhaltbar.

Ja, was wir dringend brauchen, um eine Klimakatastrophe zu verhindern, ist ein Frauengremium, dass noch einmal bei der Maßnahme prüft, ob Frauen auch hinreichend beachtet worden sind. Und unbedingt muss man dazu Extraressourcen an Frauen verteilen, die normalen Ressourcen und deren Nutzung reichen nicht aus.