Selbermach Samstag 253 (31.08.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

Studie: Feministinnen sind maskulinisiert in Bezug auf pränatales Testosteron und im Bereich Dominanz

Eine interessante Studie untersucht pränatales Testosteron und Dominanz bei Feministinnen:

The feminist movement purports to improve conditions for women, and yet only a minority of women in modern societies self-identify as feminists. This is known as the feminist paradox. It has been suggested that feminists exhibit both physiological and psychological characteristics associated with heightened masculinization, which may predispose women for heightened competitiveness, sex-atypical behaviors, and belief in the interchangeability of sex roles. If feminist activists, i.e., those that manufacture the public image of feminism, are indeed masculinized relative to women in general, this might explain why the views and preferences of these two groups are at variance with each other. We measured the 2D:4D digit ratios (collected from both hands) and a personality trait known as dominance (measured with the Directiveness scale) in a sample of women attending a feminist conference. The sample exhibited significantly more masculine 2D:4D and higher dominance ratings than comparison samples representative of women in general, and these variables were furthermore positively correlated for both hands. The feminist paradox might thus to some extent be explained by biological differences between women in general and the activist women who formulate the feminist agenda.

Quelle: Feminist activist women are masculinized in terms of digit-ratio and social dominance: a possible explanation for the feminist paradox

Feministinnen könnten demnach einfach häufigeram „äußeren Ende“ der weiblichen Normalverteilung sein und deswegen die Geschlechterrollen als starke Einschränkung empfinden.

Zur Digit Ratio:

Damit würden die Feministinnen nicht nur sehr starke Abweichungen von den Frauen zeigen, sondern der Abstand im Schnitt wäre sogar größer als der Abstand der Männer im Schnitt zu den Frauen.  (als ein extremes Beispiel vergleiche auch)

Zur Digit Ratio und auch Kritik an dieser siehe diese Artikel und die Kommentardiskussionen darunter:

Und zu der Dominanz

Auch hier ein recht eindeutiges Bild.

Schließlich noch die Verbindung beider:

Das sind durchaus schon einigermaßen hohe Werte.

Duschmöglichkeiten für Obdachlose – Frauen besonders betroffen

Leser Maddes8cht verweist über Arne auf einen Bericht über eine Dusche für Obdachlose:

Das ganze Drama der Berichterstattung spiegelt sich in diesem einen Absatz aus der TAZ:

„Bisher gibt es nur wenige Duschmöglichkeiten für Obdachlose in Berlin. Die Stadtmission betreibt am Bahnhof Zoologischer Garten ein Hygienecenter, in dem Menschen, die auf der Straße leben, eine Duschmöglichkeit haben. Über 200 Menschen nehmen das Angebot der Bahnhofsmission täglich wahr. Etwa ein Fünftel der Nutzenden seien Frauen, so der Bahnhofsmission-Leiter Wilhelm Nadolny. Er betont die Relevanz von geschützten Räumen für wohnungslose Frauen, denn Nadolny beobachtet einen „wachsenden Anteil der obdachlosen Frauen proportional zur Gesamtzahl der wohnungslosen Menschen in Berlin“. Belastbare Zahlen gebe es jedoch keine.“

Aha.
Wenn ein fünftel der nutzenden Frauen sind, dann sind irgendwie natürlich Frauen „besonders betroffen“ ™.
Und Gott bewahre, wenn es eine Tendenz gibt, dass der Anteil von Freuen sich dem von Männern angleicht.

In dieser Sichtweise ist es nicht ein Problem, wenn die Zahl von Obdachlosen steigt, sondern nur dann, wenn die der weiblichen Obdachlosen steigt. Männer leben auch als Obdachlose schließlich nur ihre patriarchale dividende aus.
https://www.derstandard.at/story/1379291026282/obdachlose-frauen-wer-hierher-kommt-soll-sich-in-ruhe-sortieren

„Frauen würden sich ihrer Obdachlosigkeit schämen und verstecken, sagt Renate Kaufmann. „Männer hingegen feiern ihr Schicksal quasi mit einem Doppelliter in der Öffentlichkeit“, überspitzt die Bezirksvorsteherin von Mariahilf (SP) die Tatsache, dass obdachlose Frauen viel weniger sichtbar sind.“

„Feiern mit einem Doppelliter in der Öffentlichkeit“ ist schon eine recht dreiste Formulierung.

Aber Männer sind eben priviligiert und können damit selbst die Obdachlosigkeit feiern.

Der Gender Pay Gap und die Work Life Balance- Does it spark joy?

 

does it spark joy? Gender Pay Gap

Warum Väter nicht häufiger in Elternzeit gehen

Eine Studie hat untersucht, warum Männer allenfalls die zwei Monate, aber üblicherweise nicht mehr an Elternzeit nehmen:

Die Mehrheit der Väter nennt – wie sich aus Befragungsdaten des pairfam-Panels ergibt – finanzielle Gründe als Motiv, nicht oder nicht länger Elternzeit zu nehmen. In Ostdeutschland trifft das unter den Vätern, die nicht länger als zwei Monate Elterngeld bezogen, auf zwei Drittel zu und damit auf deutlich mehr als in Westdeutschland (49 Prozent). Das könnte darauf hindeuten, dass nicht so sehr die ungleiche Aufteilung der Erwerbseinkommen zwischen Müttern und Vätern vor der Geburt des Kindes (die im Westen stärker ausgeprägt ist als im Osten) eine Rolle spielt, als vielmehr die absolute Höhe des Haushaltseinkommens. Dieses ist in den ostdeutschen Bundesländern im Durchschnitt deutlich geringer. „Offensichtlich sehen viele Familien in Ostdeutschland keinen Spielraum, zwei Monate oder länger auf bis zu 35 Prozent des Einkommens des Vaters zu verzichten“, so Wrohlich. „Eine Erhöhung der Lohnersatzrate könnte vor allem im unteren Einkommensbereich dafür sorgen, dass die Elternzeit für Väter attraktiver wird.“

Ein weiterer oft genannter Grund, der gegen eine Elternzeit beziehungsweise eine umfangreichere Elternzeit spricht, ist für Väter eine mögliche Benachteiligung im Beruf. Dafür gibt es bisher zwar keine wissenschaftlichen Belege, allerdings steht die Forschung zu diesem Aspekt auch noch am Anfang, da Elternzeitväter ein eher neues Phänomen sind. Wenn entsprechende Erkenntnisse vorliegen, sollten Mütter und Väter transparent über die Folgen einer Elternzeit auf Löhne und berufliche Aufstiegschancen informiert werden.

Wenn Männer eher in Stellen arbeiten, die ein höheres Gehalt ergeben und Frauen eher in Stellen wie dem öffentlichen Dienst, die eher großzügig sind, was Elternzeiten betrifft, dann ist es klar, dass zum einen auf das Gehalt des Mannes seltener verzichtet werden kann und die Frau auch weniger Nachteile befürchtet.

Die Geschlechterrollen und der Wunsch diese zu leben verstärken damit die Lücke noch.

 

Reflektionen zum Stand der Vertretung von Männerrechten

Über Arne bin ich auf diesen Artikel aufmerksam geworden, in dem man bei „A Voice for men“ über den Stand des Maskulismus reflektiert:

 It’s coming up on six years since I realised I had to take a stand against misandry and become involved with men’s rights. What a journey it has been. Lost friends, many new friends. Anger, frustration, and sorrow at the plight of so many men chewed up and spat out by a gynocentric society and its enablers just looking for a quick buck.

Among MRAs and anti-feminists (of the non-gynocentric variety) we have a core group of people truly committed to effecting change. We don’t always agree on everything but we’re mostly going in the same direction. Some people appear, make a bit of a splash and then either move on or burn out. Many potential volunteers burn out quickly as they become overwhelmed. We’ve analysed the volunteer successes and failures at AMRA and concluded that volunteers that tend to stick around spent time reading, listening and watching to understand men’s rights before they ever put their hand up to get involved. How much time did they take before putting their hand up? Between 6 and 18 months.

A few people in our ranks have appeared who I consider could be trouble for the movement. In all cases those people have moved on after realising they can’t treat men’s rights like their own little fiefdom. I’m sure some readers know who I mean. There have been quite a few.

Meanwhile, we’re changing the world. Slowly but surely. And we’re doing it without most people noticing. The cultural narrative has changed, and it will continue to change. Today we see words like misandry and gynocentrism being used in the wider community and even by public figures with no association to us. Wouldn’t have happened five years ago. Recognition that intimate partner violence isn’t gendered is going mainstream. It sure wasn’t a few years ago. Recognition that the earnings gap is largely a result of choices men and women make is increasingly recognised by the wider community too.

Of course the night is coldest just before the dawn. As was predicted right here at AVfM a few years ago feminists have ramped up the rhetoric as they feel their control of the narrative slipping. Expect them to get nastier as we gain ground.

(Bei Arne gibt es auch eine Übersetzung, für die, die es lieber auf Deutsch lesen wollen)

Ich würde auch sagen, dass man immer mehr in anderen Medien auch das Contra zu den feministischen Thesen liest, etwa schon auf Seiten wie 9gag oder anderen eigentlich auf Unterhaltung ausgerichteten Seiten. Leute nehmen, vielleicht auch dank Southpark und anderen Serien das radikale im Feminismus war, was auch daran liegt, dass dessen Radikalität immer offensichtlicher wird.

Gleichzeitig scheint er aber auch an Einfluss gewonnen zu haben: Intersektionale Theorien sind in vielen Medien zu finden und relativ unbeeindruckt von der Ablehnung, die aus meiner Sicht in breiten Teilen der Bevölkerung zu finden ist.

Wie schätzt ihr die Lage ein?

 

Wohin radikaler intersektionaler Feminismus führt.

(saira rao ist eine radikale Feministin, die auch Satire sein könnte, so überzeichnet wie sie ist, sie meint es aber ernst)

„Sexistische Ansichten“ über Sex in einer Umfrage herausgefunden

Ein Artikel führt an, dass in einer Umfrage eine Vielzahl von Klischees über den Unterschied im sexuellen Bereich zwischen den Geschlechtern bestätigt worden sind, was natürlich sexistisch ist, weil Männer und Frauen gleich sind.

Was gefunden worden ist in der groben Zusammenfassung:

  • Many people think that men need and want sex more than women

Was (im Schnitt) stimmt

  • People also think straight men tend to initiate sex and orgasm more than women

Erscheint mir immer über den Schnitt betrachtet auch nicht wirklich problematisch

  • People think straight women experience “orgasm gap”, commonly refuse sex, and “go along with sex to keep their partner happy”

Alle Aussagen über die Geschlechter sind falsch, wenn man sie absolut anwendet, im Schnitt würde ich schon vermuten, dass Frauen weniger Orgasmen haben (das aber nicht unbedingt als Gap empfinden), häufiger Sex ablehnen oder „in der Stimmung dafür sein müssen“ oder eher mal Sex haben, weil er Lust hat auch wenn sie es nicht unbedingt bräuchten.

Aus der etwas ausführlicheren Auflistung:

ho needs and wants sex?

    • A third of people (32%) believe that men need sex more than women, whereas 54% believe men and women need sex about the same amount (1% believe women need sex more)
    • 42% of people believe men want sex more than women do, whereas 45% believe men and women want sex about the same amount (2% believe women want sex more)

    Who initiates, orgasms during and decides when sex is finished between heterosexual couples?

    • People mostly think (45%) that heterosexual sex is slightly more likely to be initiated by the man closely followed by either partner (42%). Just 3% think it’s initiated by the woman
    • More than half of people (53%) think that men are more likely to orgasm in sex, compared to around a third (35%) thinking both partners are likely to orgasm
    • A similar proportion think either the man (36%) or both partners (38%) will decide when sex is finished, and 11% thinking it will be the woman

    Who might refuse sex, or go along with sex ‘to keep their partner happy’ between heterosexual partners?

    • The majority of people (56%) think that the woman is more likely to refuse sex; 25% believe that both partners are as likely to refuse; while only 1% of people think men are more likely to refuse sex
    • The majority of people (57%) think women are more likely to ‘go along with sex to keep their partner happy’; whereas almost a quarter (23%) think that both partners are as likely to do this; and only 2% consider men more likely to do so
    • More women (63%) than men (50%) think that women are more likely to go along with sex to keep their partners happy.

    Is sex likely to be enjoyable? Are there generational differences?

    • Almost three quarters (73%) of people believe both partners are as likely to enjoy themselves in heterosexual sex. But this figure reduces amongst 18-24 year olds to 58%.

Interessant sind dann insbesondere die geringen Zahlen in einigen Bereichen, etwa das nur 2% der Leute glauben, dass Frauen mehr Sex wollen

Dass es im Einzelfall genau andersrum sein kann ist auch klar. Aber die Tendenz ist doch sehr deutlich.

Aus einer Stellungnahme:

(Dr Fiona Vera Gray, Research Fellow at Durham Law School, expert on sexual harassment and pornography)

“This report shows how far we’ve got to go in changing outdated ideas about women as sexual gatekeepers. The belief that heterosexual sex is something women refuse or go along with rather than initiate, feeds damaging rape myths that hold women responsible for stopping rape, and blame women who show sexual agency.

“The finding that young people seem to hold some of the most regressive attitudes may speak volumes about how government delays to sex education have left a whole generation scrabbling to understand sex through the sexist representations we find in most pornography, where sex is something done to women by and for men.

“We need to get over our squeamishness and start talking about sex as something that is mutual, pleasurable, and fun.”

Alles Sexisten! Nur ich nicht.