Selbermach Samstag 248 (27.07.2019)

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Die Wirkung pränataler Androgene bei Rhesusaffen

Eine interessante Studie an Rhesus Affen belegt die Wirkung pränataler Hormone:

After proposing the organizational hypothesis from research in prenatally androgenized guinea pigs (), the same authors almost immediately extended the hypothesis to a nonhuman primate model, the rhesus monkey. Studies over the last 50 years have verified that prenatal androgens have permanent effects in rhesus monkeys on the neural circuits that underlie sexually dimorphic behaviors. These behaviors include both sexual and social behaviors, all of which are also influenced by social experience. Many juvenile behaviors such as play and mounting are masculinized, and aspects of adult sexual behavior are both masculinized (e.g. approaches, sex contacts, and mounts) and defeminized (e.g. sexual solicits). Different behavioral endpoints have different periods of maximal susceptibility to the organizing actions of prenatal androgens. Aromatization is not important, as both testosterone and dihydrotestosterone are equally effective in rhesus monkeys. Although the full story of the effects of prenatal androgens on sexual and social behaviors in the rhesus monkey has not yet completely unfolded, much progress has been made. Amazingly, a large number of the inferences drawn from the original 1959 study have proved applicable to this nonhuman primate model.

Quelle: Effects of prenatal androgens on rhesus monkeys: A model system to explore the organizational hypothesis in primates

Aus der Studie:

  1. The effects of prenatal androgens are permanent. Whether rhesus monkeys that are exposed to prenatal androgens are tested at 2 mo or 15 years of age, behavioral effects continue to be expressed.Das wäre auch beim Menschen so nach den Theorien. Hier würde das pränatale Testosteron permanente Wirkungen erzielen, insbesondere in Hinblick auf geschlechtliches Verhalten aber auch auf viele andere Bereiche und Interessen.
  2. Androgens act prenatally. Similar to the guinea pig, the most sensitive time in rhesus monkeys for exposure to these morphogenic androgens is during the prenatal period of development. This is not true for many other species, for which the perinatal period is important and species differences may be related to how developed the species is at birth (Wallen and Baum, 2002). Early work used the term “critical period” to describe the time during development in which androgens organize the neural substrate underlying sexually dimorphic behavior. Later work has suggested that the term ‘maximally sensitive period’ is more appropriate for the effects of hormones on neurodevelopment (e.g. Goy and McEwen, 1980), because the brain retains some sensitivity to hormones through later development. More recently it has been suggested that there may be additional times after the perinatal period that are periods of ‘organization’ as steroid hormone exposure during adolescence may further shape the expression of a variety of adult behaviors (for review, Romeo et al., 2002; Sisk and Zehr, 2005; Sisk, 2009 this volume).Auch bei Menschen geht man davon aus, dass pränatale Hormone eine ganz erhebliche Auswirkung haben, wobei später postmortale Hormone natürlich auch gewisse Wirkung entfalten. Für die Frage, ob Hormone bei der Geburt schon ihre Wirkung entfaltet haben oder erst später wirken kommt es natürlich auch darauf an, wie viel Tragezeit sich das jeweilige Tier leisten kann. Ein Beuteltier wie beispielsweise eine Maus hat eine relativ kurze Tragezeit und viele Veränderungen treten dann eben nach der Geburt ein. Theoretisch ist es aus meiner Sicht egal, ob Hormone bei einem bestimmten Tier pränatalen oder postnatal wirken. wenn Sie postnatal wirken kann dies auch kurz nach der Geburt stattfinden, was ja auch beim Menschen noch ein hochaktive Phase ist. Die Frage ist wie fertig ein Kind in der jeweiligen Spezies auf die Welt kommen muss und inwieweit man dann noch umfassende Änderungen vornehmen kann etwa im Gehirnsaufbau etc.
  3. Behavioral sex differences do not result solely from masculinized genitalia. Theoretically, there are two ways that masculinized genitalia could cause masculinized behavior. One is that other monkeys see male-type external genitalia and treat the pseudohermaphrodite as a male. Consistent with this, prenatal androgens appear to decrease attractivity. Two is that the penis enhances masculine behavior (like mounting and intromission) through sensory feedback. Consistent with this, motor neurons for ejaculation are sexually dimorphic in rodents and humans and require androgens during early development to prevent apoptosis (see Morris et al., 2004). Neither of these ways that genitalia could affect behavior seems to be deterministic: even prenatally androgen-treated females that showed no masculinization of their external genitalia showed masculinization of juvenile behavior. However, it is still possible that the structure and organization of the external genitalia may play a small role in the expression of male-typical adult sexual behavior. Relevant to this, Beach was known to say “You can’t be a carpenter without a hammer”. At least, a hammer may make it easier.das ist gerade im Feminismus ein beliebter Einwand: Wenn sich das Testosteron auf den Körper auswirkt und das Aussehen verändert, dann sollen damit auch bestimmte Rollen übernommen werden. Ein gutes Gegenargumente sind dort aus meiner Sicht beispielsweise die CAH Fälle, bei denen gerade keine großen Veränderungen im Aussehen auftreten, weil das Testosteron lediglich pränatalen wirkt und dort bei Menschen noch keine große Auswirkung auf das Aussehen entfaltet. Eine andere Gruppe die dies deutlich macht wären auch transsexuelle, bei denen der Körper ja ja ein anderes äußeres als das Gehirngeschlecht hat.
  4. Prenatal androgens organize the neural mechanisms that underlie sexually dimorphic behaviors. Although the precise neural effects of prenatal androgens have not been directly tested in rhesus monkeys, there is a plethora of convincing evidence in other species that these hormones act on the brain to affect behavior (e.g. Gorski, 1991; Morris et al., 2004; McCarthy, 2008).auch diese These wird der Menschen zu vertreten und wird nunmehr durch die Forschungen hantieren auch für diese bestätigt. Gerade da sie auch bei unseren nächsten Verwandten bestätigt wird spricht einiges dafür,dass wir die gleichen Mechanismen auch in uns haben. Forschung dazu, dass auch bei uns die Strukturen entsprechend geändert sind, gibt es beispielsweise durch die Untersuchung von gehörenden von Transsexuellen aber auch von Männern und Frauen.
  5. Prenatal androgens affect not only sexual but also non-sexual behaviors. Like other species, rhesus monkeys show dimorphisms in many behaviors that are not directly related to reproduction. Indeed, the first behaviors examined in masculinized pseudohermaphrodites were nonsexual play behaviors. Since then, research indicates that many, but not all, sexually dimorphic behaviors in rhesus monkeys are affected by prenatal androgens.dass nicht nur das sexuelle Verhalten sondern auch das nicht sexuelle Verhalten verändert wird spricht auch dafür, dass die bei den Rhesusaffen vorliegende Veränderung an den Genitalien insoweit nicht ausschlaggebend ist. Es spricht zudem auch dafür, dass die Geschlechterrollen umfassender als nur rein in Bezug auf das sexuelle durch die Biologie beeinflusst werden. Gerade wenn Spielverhalten geändert wird, dann hat dies erst mal nichts damit zu tun, mit wie man sich fortpflanzen. Allerdings ist Spielverhalten üblicherweise Teil der Vorbereitung auf das Erwachsenenleben. Es verwundert daher nicht, dass Spielverhalten gerade auf typisches Verhalten ausgerichtet ist, welches die jeweiligen Geschlechter später als Erwachsene zeigen sollen. Hierfür ist eine Veranlagung zu einem bestimmten Spielverhalten, beispielsweise das ausspielen von intrasexueller Konkurrenz bei Männern durchraufen, dass nach Spielen von Kämpfen etc. oder bei Frauen durch Puppen etc. oder andere Kinderbetreuungsaktivitäten effektiv, der diese dann im Erwachsenen Leben er für diese Tätigkeiten gerüstet sind.
  6. Prenatal androgens don’t just affect sensitivity to adult activational hormones. Clearly, differences in rough and tumble play and other juvenile behaviors cannot be due to a change in sensitivity to activational hormones as activational hormones are not needed for the display of the behaviors. For adult male-typical sexual behaviors, prenatal androgens may affect both the behaviors that are shown without hormones and the responsiveness to activational hormones. On the other hand, for adult female-typical behaviors, prenatal androgens may only affect the sensitivity of the behaviors to adult activational hormones.hier wird noch einmal dargestellt, dass pränatale Hormone, insbesondere pränatale Androgene eine eigene Wirkung haben und nicht nur die Sensibilität für spätere postmortale Hormone erhöhen. Das zeigt sich dann beispielsweise daran, dass der spielen sich schon unterscheidet ohne dass hierzu weitere Hormone erforderlich sind. Gleichzeitig kann bei bestimmten Sachen auch eine Erhöhung der Empfindlichkeit für die späteren Hormone entstehen. Dies dürfte auch der Grund sein, warum gerade Transsexuelle die Hormontherapie als eine Form der „Komplettierung“ und als ein „endlich sie selbst sein“ wahrnehmen. es würde auch erklären, warum sich dann CA H Mädchen nicht komplett wie Jungs verhalten, wenn sie später erwachsen sind, weil sie eben die entsprechenden zusätzlichen Hormone, etwa nach der Pubertät, nicht haben.
  7. Prenatal androgens masculinize and defeminize rhesus monkeys. Although Phoenix et al. (1959)used the term “masculinization” for both the increase in male-type and decrease in female-type behaviors in guinea pigs, it was later proposed that these androgens act on independent neural primordia to enhance (masculinize) male-typical behaviors and suppress (defeminize) female-typical behaviors (Whalen, 1974). It was suggested that although generally one neural system develops and the other regresses, they can be affected independently by the type, amount and/or timing of the administration of perinatal androgenic hormones (Goldfoot et al., 1969; Goldfoot and van der Werff ten Bosch, 1975; Davis et al., 1979). Similar to other species, prenatal androgen exposure can both masculinize and defeminize rhesus monkeys. However, some behaviors are more, and others are less dependent on prenatal androgens.interessanterweise werden also durch die pränatalen Hormone sowohl bestimmte männliche Verhaltensweisen gefördert als auch weibliche Verhaltensweisen ab gemindert. Hier scheinen verschiedene Wege vorzuliegen, wie die biologische Wirkung eintritt und möglicherweise finden die jeweiligen Ereignisse auch zu verschiedenen Zeiten statt. Die verschiedenen Effekte können dabei auf eine verschiedene Weise von pränatalen Testosteron betroffen sein.
  8. The timing of sensitivity to prenatal androgens varies for different behavioral endpoints. During gestation, the basic connections of the neural circuits that contribute to the expression of juvenile and adult behaviors are formed in a complex process that occurs over time. Sensitive periods for the development of different behaviors can be thought of in terms of the development of the underlying neural circuits (Knudsen, 2004). Perhaps instead of two ‘neural primordia’ (one for male-typical behaviors and one for female-typical behaviors), there are many neural circuits, each of which underlies an individual behavior and develops at a different time during gestation. The presence or absence of androgens may act to organize each of those circuits in a male-typical or female-typical direction independently of the others. Alternatively, or perhaps in addition to this possibility, prenatal androgen exposure may act on neural areas responsible for more general brain functions such as motivational or reinforcing circuits that influence a variety of specific behaviors. These then may influence both the type of behavior shown and under what circumstances it is shown. Although the precise mechanism for the neural organization of primate behaviors is currently unknown, it is likely that the androgens modify basic developmental processes such as neuron migration, cell differentiation, apoptosis, and/or synaptic proliferation in this species as in rodent species.hier sieht man auch, dass insoweit durch verschiedene Hormone zu bestimmten Zeitpunkten schon die mindestens 2000 verschiedenen Gender, die im Feminismus ausgemacht werden, entstehen können. Es handelt sich eben um Abstufungen, die beispielsweise entstehen können, wenn verschiedene Hormonstände vorliegen oder aber zu bestimmten Zeiten aus bestimmten Gründen ein ohne wartet hoher oder niedriger Testosteronspiegel oder ein Spiegel anderer Hormone vorliegt
  9. Social environment is very important. Hormones do not act in a vacuum. The social environment of both rearing and behavioral testing interacts with the expression of behavior, and thus whether sex differences in behavior are observed in rhesus monkeys. When there is a lack of opportunity for extensive social interactions during development, social and affiliative behaviors tend to decrease and aggressive/threat behaviors increase. Social constraints such as rank or the number of available social partners also affect the expression of behavior during behavioral testing and observation. It is assumed that the effects of these social factors on behavior are mediated by the brain. One interesting possible mechanism for some of the effects of early social rearing on later sexually dimorphic behaviors is epigenetic programming. Recent work in rodents indicates that epigenetic mechanisms may play a role in a diverse set of functions including learning and memory processes, the effect of maternal behaviors on infant stress responsiveness, and circadian rhythms (Weaver et al., 2004; Jiang et al., 2008).gerade die Stelle, bei der es um das Zusammenspiel von sozialen Faktoren und Biologie geht ist natürlich immer hochinteressant. Wir wissen beispielsweise aufgrund der Forschung an Zwillingen, dass Partnerwahl ebenfalls nicht rein genetisch oder durch die gemeinsame Rinne pränatale Umgebung bestimmt wird sondern hier auch noch verschiedene „Sicherungsmechanismen“ wahrscheinlich über IP genetische Mechanismen vorgesehen sind, die Homosexualität verhindern sollen.. Anscheinend können gerade schlechte Verhältnisse, die von einem niedrigen Rang und von Aggressivität geprägt sind bei Rhesusaffen gewisse Veränderungen vorführen. Wie dies bei Menschen ist wäre sicherlich interessant herauszufinden. Mein bisheriger Gedanke wäre, dass allgemein Biologie häufig die Grundlage bietet und auch den Grad der Beeinflussbarkeit. Dies sieht man gut an der Studie von Udry, die gezeigt hat, dass Mädchen mit einem niedrigen pränatalen Testosteronstand eine weibliche Erziehung geradezu aufsaugen und in einem starken Maße weidlich werden, wenn sie in diese Richtung gezogen werden, während die gleichen Erziehungsbemühungen in dieser Richtung immer uneffektiver werden, umso höher der pränatalen Testosteronstand ist. Werden Mädchen mit einem sehr niedrigen Testosteronstand sehr sehr männlich erzogen, dann ist dies weniger effektiv als wenn man Mädchen mit einem sehr hohen Testosteronstand im Mutterleib in diese Richtung erzielt. Insoweit kann Erziehung einiges bewirken, allerdings mit den Beschränkungen, die die Biologie vorgibt. Dabei ist dann zu berücksichtigen, dass eine solche sehr kontrollierte Umwelt natürlich schwer zu schaffen ist. Gerade dann, wenn Kinder ein bestimmtes Verhalten in eine Richtung eher ablehnend und in die andere begrüßen, dann werden Sie versuchen, Verhalten in die Einrichtung zeigen zu können und auszuüben, weil Ihnen dies mehr Spaß macht. Eine geschlechtsneutrale Erziehung könnte insoweit gewisse Auswirkung haben, wird aber, wenn man den Kindern gleichzeitig Freiräume gibt, in beide Richtungen gehen zu können, dazu führen, dass diese sich für die klassischere Seite entscheiden, wenn ihr Hormonspiegel typisch ist
  10. Aromatization is not essential in the rhesus monkey. A nonaromatizable androgen such as dihydrotestosterone is as effective as the aromatizable androgen testosterone. This contrasts with many nonprimate species for which aromatization of testicular androgens to estrogens is considered critical for defeminization and/or masculinization to occur (e.g. Wallen and Baum 2002; McCarthy 2008). Interestingly, the guinea pig is similar to the rhesus monkey in that aromatization may not be essential. For example, prenatal administration of the nonaromatizable androgen dihydrotestosterone masculinizes adult mounting behavior (Goldfoot and van der Werff ten Bosch (1975).hier zeigen sich gewisse Unterschiede zum Menschen. Aber auch da wird es unter interessant, die Unterschiede zu untersuchen.