Auswirkungen des Paritätsgesetzes in Brandenburg

Ein interessanter Bericht im Spiegel  zu der Kandidatenaufstellung in der CDU für die Landesliste bei der letzten Wahl vor dem theoretischen Inkrafttreten des „Paritätsgesetztes Brandenburg

Für Karin Lehmann hätte es ein wichtiger Schritt in ihrer politischen Karriere sein können. Ingo Senftleben, Vorsitzender der CDU Brandenburg, hatte Lehmann für Platz vier der Liste für die Landtagswahl am 1. September vorgeschlagen. Damit wäre ihr der Einzug ins Parlament sicher gewesen, für Lehmann das erste Mal. Nur der Parteitag musste Mitte Juni noch über Senftlebens Vorschlag abstimmen.

Doch statt Listenplatz vier erhielt die Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Oder-Spree in der Abstimmung Platz 34. Heißt: Über die Liste wird sie damit sicherlich kein Mandat bekommen. Die Enttäuschung ist Lehmann auch Wochen später noch anzumerken. „Für mich war es ein Schock“, sagt sie. „Ich bin immer noch dabei, das zu verarbeiten.“

Frauen sind in der CDU-Landtagsfraktion in Brandenburg bisher unterrepräsentiert. Derzeit stellt die CDU 21 Abgeordnete, davon sind fünf weiblich. Der Listenvorschlag des Vorsitzenden Senftleben sollte das zumindest in Ansätzen ändern. Der Frauenanteil auf den vorderen Plätzen sollte steigen, die ersten zehn Plätze paritätisch besetzt werden.

Den CDU-Parteitag überlebte der Vorschlag jedoch nicht. Am Ende haben es drei Frauen auf einen der ersten zehn Listenplätze geschafft, auf den Plätzen elf bis zwanzig folgen zwei weitere Kandidatinnen.

Ein Erklärungsansatz:

Die CDU-Direktkandidatin in Potsdam-Mittelmark, Anja Schmollack, sagt, dass das Paritätsgesetz dennoch bereits Auswirkungen auf die Besetzung der CDU-Liste hatte – allerdings andere, als gewünscht. „Es hat den Anschein, dass manche kalte Füße gekriegt haben. Sie wissen, dass bei der nächsten Wahl das Gesetz greifen könnte und sie dann vielleicht kein Mandat mehr bekommen.“ Deswegen hätten mehrere männliche Kandidaten die vorgeschlagene Liste sabotiert. Schmollack selbst rutschte in der Abstimmung von Platz 19 auf Platz 26 ab.

Bei 5/24 haben sie eine Quote von 16%. Leider konnte ich nichts dazu finden, wie hoch die Quote der Frauen bei den Mitgliedern in diesem Verband ist.

Wenn man davon ausgeht, dass die ersten 10 Listenplätze gute Chancen bieten, dann hätten sie dort immerhin eine Quote von 30%. Die CDU hat einen Frauenanteil von ca. 26% insgesamt, da würde es durchaus dem Anteil in der Parteie entsprechen.

Aus einem anderen Bericht:

Am Wochenende scheiterte Landeschef Ingo Senftleben (44) mit dem Versuch, jeden zweiten Spitzenplatz für die Landtagswahl mit einer Kandidatin zu besetzen.

Seine Frauenliste wurde gekippt, der Parteitag unter dem Vulkan des Filmparks Babelsberg zum Desaster für den CDU-Chef. Fast ein Drittel der Partei wollte Senftleben nicht zum Spitzenkandidaten wählen. Und auch seine Kandidatinnen nicht.

Spitzenplätze gleichmäßig verteilt
Erstmals hatte Senftleben die Spitzenplätze gleichmäßig auf Männer und Frauen aus allen Regionen verteilt. So, wie es Brandenburgs neues „Paritätsgesetz“ ab 2020 vorschreibt. Die CDU war gegen das rot-rot-grüne Gesetz. Sie befürchtete, dass es gegen die Verfassung verstößt. Beim Parteitag wollte Senftleben nun zeigen, „dass es auch ohne Gesetz geht“.

Durchgefallen: Karin Lehmann (59), CDU-Chefin im Landkreis Oder-Spree (Foto: CDU CDU)
Doch seine Christdemokraten ließen nacheinander drei (!) Frauen durchfallen, wählten lieber Männer fürs Parlament. Als erste verlor Karin Lehmann (59), CDU-Chefin von Oder-Spree, ihren Listenplatz 4 an Landtags-Veteran Frank Bommert (59).

Senftleben hatte ihn auf einen aussichtslosen hinteren Platz gesetzt. Doch Bommert kritisierte erfolgreich das Liebäugeln des CDU-Chefs mit der Linkspartei, sagte: „Dann sind wir für Viele nicht mehr wählbar!“

Das klingt etwas so als hätte Senftleben einfach mal ein paar Konkurrenten und Kritiker abservieren wollen bzw die Partei erneuern wollen. Aber „Landtagsveteranen“ haben natürlich auch in solchen Parteien ihre Netzwerke und lassen sich nicht so leicht abservieren.

Dann unterlag Sparkassen-Chefin Annett Polle (46) aus der Uckermark dem Rüdersdorfer Bürgermeister André Schaller auf Platz 6. Schließlich schlug Franz Herbert Schäfer (58) die Wirtschaftsjuristin Anja Schmollack (38) aus Potsdam-Mittelmark.

Ich kenne keinen der Landespolitiker aus Brandenburg, insofern kann ich nicht sagen, wer sich da innerhalb der Partei eigentlich mehr um die jeweiligen Plätze verdient gemacht hat. Aber anscheinend trat ein Effekt ein, bei dem die Leute die Verteilung ungerecht fanden und daher nicht mittragen wollten. Es wurden vielleicht schlicht zu viele alteingesessene und aktive auf hintere Plätze verbannt. Das führt natürlich zu Unmut und Aktivierung der eigenen Leute durch die, die sich ungerecht behandelt fühlen.

Frauen-Union-Chefin Kristy Augustin (40, Listenplatz 2) enttäuscht: „Jetzt bin auch fürs Paritätsgesetz!“ Senftleben: „Ich bleibe dabei: Wir brauchen mehr Frauen im Parlament.“

Vor allem brauchen sie mehr Frauen in den Parteien. Dann könnten sie auch bessere Listenplätze durchsetzen.

Ich denke ja immer noch, dass das Paritätsgesetz verfassungswidrig ist. Aber die diesbezüglichen gerichtlichen Entscheidungen bleiben abzuwarten.

55 Gedanken zu “Auswirkungen des Paritätsgesetzes in Brandenburg

  1. Wir brauchen mehr Frauen im Parlament.“

    Wozu?

    „Deswegen hätten mehrere männliche Kandidaten die vorgeschlagene Liste sabotiert.“

    Wie haben die die Liste auf der Frau aufgrund ihres Geschlechts nach vorne geschoben werden sollten sabotiert?

    • Skandalös. Da muss die Liste doch tatsächlich demokratisch legitimiert sein. Und dann wählen die nicht wie vorgeschlagen, sondern wie sie wollen. Und am Ende sind Frauen nur gemäß dem Mitgliederanteil vertreten. Kann nicht wahr sein….

    • Ganz einfach, die fiesen Frauenfeinde haben sich aufstellen und wählen lassen, so wie das solche ewig gestrigen Demokraten so machen. Das wird hoffentlich bald ein Ende haben, denn die Antidemokratin und Chefin der Fraue-Union, Kristy Augustin ist jetzt auch für ein Paritätsgesetz!

    • Man könnte natürlich auch sagen „In der CDU Brandenburg hat Demokratie noch eine Bedeutung. Dort wird nicht einfach die Liste des Vorsitzenden durchgewunken! Dort wird demokratisch über jeden Listenplatz entschieden.“

      Aber nein. Sabotiert wurde das. Nicht etwa gewählt. Nein, sinistre Machenschaften waren am Werk, Sabotage.

  2. Man kann es noch 100mal sagen. Wenn ich als Wähler will, dass 80% Frauen oder Männer im Parlament sitzen, so ist das mein Wählerwille und falls mir das nicht mehr gestattet wird, dies so zu machen, dann ist das einfach eine gelenkte Demokratie, also ein Schritt Richtung Diktatur. 🙂

    • Ich will als Wähler dass mir die von der Partei zur Auswahl gestellt werden die am Besten für diesen Job geeignet sind. Nicht die mit dem richtigen Geschlecht oder den besten Conections. Was bringt es wenn diese Leute sich innerhalb ihrer Partei lieb Kind machen können, aber nicht in der Lager sind mit Koalitonspartner anständig zu spielen.

      Mir reicht schon die Gesinnungsauswahl für Jobs, bei denen es sich eigentlich um Verwaltungsaufgaben handelt.

      • „Nicht die mit dem richtigen Geschlecht oder den besten Conections“

        Wobei „die richtigen connections“ zu haben durchaus eine wichtige und echte Qualifikation sein kann. Gerade im Bereich Politik. An der man auch arbeiten und für die man was tun muss.

        Von einem guten Politiker erwarte ich, dass er auch gute Connections hat, sonst kann er nichts erreichen.
        Wenn nicht, hat er als Politiker was falsch gemacht, bzw. versucht sich in der falschen Branche.

        Insofern gehört das arbeiten an den berüchtigten „Seilschaften“ zum Geschäft dazu – es ist lediglich ein feministisches Märchen, dass „Männer“ dabei Frauen „ausschließen“ würden, so lange sie nicht dazu gezwungen werden (z.B. durch #MeToo, das zu besonderer Vorsicht in der zusammenarbeit mit Frauen zwingt).

        Wenn Frauen sich über die „Seilschaften“ (in Bezug auf Frauen nennt der selbe Vorgang sich positiver „Netzwerken“) ärgern, drückt sich darin aus, dass sie sich scheuen, die notwendige Arbeit des „Netzwerkens“ zu leisten.
        Vermutlich deshalb gibt es dazu ja auch wieder spezielle Hilfe, die speziell Frauen beim „Netzwerken“ unterstützen sollen.

        • Das mit dem Netzwerken ist in meiner Erfahrung für Frauen oft schwieriger, weil in der Sache aneinander rumpeln aber nach Feierabend ein Bier miteinander trinken zu können für die meisten Männer eher unproblematisch ist, aber den weiblichen Vorstellungen von Harmonie in Gegensatz zu bitterer Feindschaft widerspricht. War auch früher im Job so. Es gab durchaus mehrere Fraktionen von Frauen die nicht oder nur das allernötigste miteinander redeten. Bei den Männern die gleichzeitig mit größeren Problemen konfrontiert waren und natürlich nicht in Teilzeit waren trat das Problem nicht auf

          • Wurde hier oder in einem anderen Blog schon abgehandelt.
            Wenn Männer sich streiten, versuchen sie einen Kompromiss zu finden. Denn ein Kampf bringt beide u.U. in Lebensgefahr.
            Eine Frau lässt (den Mann) streiten und kämpfen und da sie selbst (zumindest keine unmittelbaren) Konsequenzen fürchten muss, kann es ihr egal sein, ob man sich halbwegs friedlich einigt oder bis auf den letzten Blutstropfen bekämpft.

      • „aber nicht in der Lager sind mit Koalitonspartner anständig zu spielen“

        das sollte natürlich zu den connections dazugehören – gute connections auch zu anderen Parteien zu haben ist auf jeden Fall sinnvoll.

  3. Der Anfang des Spiegel-Artikels lässt es klingen, als sei die Frau in einer Art Putsch von ihrem lange und hart verdienten 4. Listenplatz in einer Überraschungsaktion von den bösen alten Männern nach hinten auf einen Aussichtslosen Platz verschoben worden.

    Dabei ist es genau umgekehrt:
    Der Putschversuch lag darin, sie wegen ihres Sonderqualifikation „Geschlecht Frau“ an allen anderen Kandidaten vorbei nach vorne zu rücken.
    Diesen Putsch haben die übrigen im Kreisverband nicht mit sich machen lassen und sie dort platziert, wo sie auch ansonsten ihren Platz gehabt hätte – weit hinten.

    Sie hätte aber als Frau natürlich ein Recht auf einen erfolgreichen Putsch!

    • Und jetzt ihre Reaktion:

      „Frau Lehmann, Ihr undemokratischer Putschversuch ist gescheitert. Wie geht es Ihnen damit?“
      „Für mich war es ein Schock! Ich bin immer noch dabei, das zu verarbeiten.“

      Die Enttäuschung ist Lehmann auch Wochen später noch anzumerken.

      • Die Frau, die mit ihrem Putschversuch scheitert, ist ein armes hascherl.
        Der (alte, weiße, heterosexuelle, hegemoniale) Mann, der sich gegen den Putschversuch verwahrt, ist ein patriarchaler Mann von vorgestern, der seine privilegien nicht abgeben mag und Angst vor starken Frauen hat.

    • Genau so.
      Ich habe mir mal die Konstellation Frank Bommert (sollte weg) vs. Karin Lehmann angeschaut.

      Karin Lehmann ist 2016 zur Vorsitzenden der CDU Oder-Spree gewählt worden.
      Und sieh an, sie wollte 2018 noch Bürgermeisterin von Fürstenwalde werden.
      Das Ergebnis der Wahl:
      Lehmann, Karin CDU 13,3 %
      Rudolph, Matthias BFZ & BVB/Freie Wähler 52,2 %
      Hengst, Hans-Ulrich 34,5 %
      D.h., sie hat krachend verloren.

      Bommert hingegen: „Seit 1993 ist Frank Bommert Mitglied der CDU und Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Kremmen und des Kreistages Oberhavel. Zudem ist er seit 2007 als Kreisvorsitzender der CDU Oberhavel tätig. Seit Oktober 2009 ist Frank Bommert Mitglied des Landtages Brandenburg. Er wurde über die Landesliste der CDU ins Parlament gewählt.“

      Sie sind beide gleich alt, er war jedoch bereits 2007 zum Vorsitzenden eines Kreisverbandes gewählt worden, sie erst 2016. Und vor allem ist er bereits 10 Jahre Mitglied des Landtags.

      Mit diesem Klassiker hat sich sich in einem Interview zum Amt des Bürgermeisters beworben: „Eine Frau führt anders. Ich glaube, dass Frauen besser mit Mitarbeitern umgehen können, weil sie ein anderes Verständnis für sie haben. Der Mitarbeiter ist nicht nur ein Mitarbeiter, der seinen Job zu machen hat, er hat ja auch einen Hintergrund. Wenn man das weiß und Anteil nimmt, kann man ganz anders miteinander umgehen.“
      https://www.moz.de/landkreise/oder-spree/fuerstenwalde/artikel6/dg/0/1/1630290/

      Das hat bei der Wahl und bei den Wählern aber nicht gezogen.
      Ich möchte an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, wie flächendeckend sich feministische Grundüberzeugungen in allen Parteien, ungeachtet des politischen Spektrums ausgebreitet haben.

      Ergo same shit (Frauen sind besser) aber andere Wahl und da kommt die „Parität“ wie gerufen.
      Nach meiner Einschätzung ein wunderbares Mittel, um innerparteiliche Gegner abzuservieren.
      Unverkennbar, dass allein basierend auf Erfolg und Erfahrung der Mann seine Nominierung verdient hatte und die Frau nicht.

      Der Plan von oben: So zieht man sich weibliche Günstlinge und Ja-Sager heran, denn außerhalb der manipulierten Strukturen glänzen sie durch Erfolglosigkeit.

      • „Ich möchte an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, wie flächendeckend sich feministische Grundüberzeugungen in allen Parteien, ungeachtet des politischen Spektrums ausgebreitet haben.“

        Das ist mir auch schon lange mit Sorge aufgefallen. Es ist eigentlich egal, was man wählt, „geschlechterpolitisch“ bekommt man bei allen Parteien nur geringfügig nuanciert dasselbe. Wesentlichster Unterschied ist eher nur in der Art der Darbietung, also ob der feministische Kokolores dem Wähler permanent mit dem Vorschlaghammer ins Gesicht gekloppt wird (SPD und Grüne) oder wie bei den C-Parteien eher diskret und hintenrum gemauschelt wird.

        Über die in allen relevanten Parteien zu findenden Frauengruppen, die in der Regel inhaltlich höchstens marginale Schnittmengen mit der originären politischen Ausrichtung der eigentlichen Parteien gemein haben, sich aber eben genau aus diesem Grunde untereinander kaum bis gar nicht unterscheiden, hat sich der Feminismus im gesamten politischen Spektrum ausgebreitet und sich somit jeglichen Zugriffs durch den Souverän entzogen. Es ist völlig egal, ob der Wähler tatsächlich ein signifikantes Interesse daran hat, dass Parlamente zu gleichen Teilen mit Männern und Frauen besetzt sind, er also in exakt denselben simplem Mustern denkt, wie feministische Aktivisten, in den Parlamenten wird gefühlt eigentlich nur noch über die Ausgestaltung des Weges dorthin diskutiert. Und medial ist man bemüht, den Wähler schon einmal durch Dauerberieselung, wie ungerecht das doch sonst ist, davon zu überzeugen, dass er das auch schon immer so gewollt hat, wie es seine Regenten gerade vorbereiten. Quasi ein nachträgliches Heilen unter Mitwirken der Medien, deren Job es doch eigentlich sein müsste, gerade bei mutmaßlich antidemokratischen, verfassungsfeindlichen Plänen der Parlamente sehr kritisch hinzuschauen. Und dann wundert und echauffiert man sich über Begriffe wie „Systemmedien“ oder „Hofberichterstattung“.

        • „Wesentlichster Unterschied ist eher nur in der Art der Darbietung,“ – sehe ich ebenfalls so.

          Wobei auffällig ist, welche von den Argumenten, die Frauen per Biologie mit besseren Eigenschaften versehen sich in welchem politischen Lager festsetzen und weiter verbreiten.

          Ausnahmslos alle Argumente in Sachen individuell besserer weiblicher Fähigkeiten klingen für konservativere Frauen dann besonders überzeugend, wenn sie mütterliche Fähigkeiten betonen.
          Während eine solide Zahl anderer (friedfertige Frau) von dem künden, was ihnen historisch durch Männer erspart worden ist und von der Zeit künden, als die kleinbürgerlich akademische Frau in professionalisierte Wurmfortsätze ihres Lebens eindrang (Bildungssektor).

          Als politische Schnittmenge können solche Argumente gelten, welche professionell (Politik und Wirtschaft) gebraucht werden – also z.B. Frauen wäre das kommunikativere, teamfähigere und multi-taskig-Geschlecht.
          Der Wahrheitsgehalt (er ist Pi mal Daumen Null) der Argumente ist komplett egal, dass zwar alles sozial konstruiert ist, nur die besseren Eigenschaften eine Vagina haben, wird als kognitive Dissonanz nicht erkannt oder hingenommen.

          „Und medial ist man bemüht, den Wähler schon einmal durch Dauerberieselung, wie ungerecht das doch sonst ist, davon zu überzeugen, dass er das auch schon immer so gewollt hat, wie es seine Regenten gerade vorbereiten.“ PLUS „dann wundert und echauffiert man sich über Begriffe wie „Systemmedien“ oder „Hofberichterstattung“.“

          Weil immer mehr Journalisten und Journalistinnen aus der Klippschule der feministischen Blase stammen und dort equality of outcome deckungsgleich mit „Gerechtigkeit“ ist.
          Das entspricht aber nicht dem Verständnis der Gesellschaft – man kann nicht Gleichheit fordern und Bevorzugung meinen und umsetzen.
          Nach Jahrzehnten der Berieselung mit solchen Botschaften, haben immer mehr Menschen, besonders Männer, die Schnauze voll von dieser offensichtlichen Doppelmoral.

          Erstaunlich ist nur, dass sie keinerlei Gespür für den Widerstand (und dessen Vorgeschichte) haben. Sie wähnen sich dem Pöbel dermaßen (moralisch) überlegen und als (von niemandem gewählte und gewollte) Erziehungsbeauftragte, dass ihre Reaktion auf Widerspruch die Verdoppelung der Anstrengung ist. Damit schaufeln sie sich m.E. ihr eigenes Grab.

          • „Erstaunlich ist nur, dass sie keinerlei Gespür für den Widerstand (und dessen Vorgeschichte) haben. Sie wähnen sich dem Pöbel dermaßen (moralisch) überlegen und als (von niemandem gewählte und gewollte) Erziehungsbeauftragte, dass ihre Reaktion auf Widerspruch die Verdoppelung der Anstrengung ist.“

            Jup. Das Gefühl der moralischen Überlegenheit gegenüber dem Pöbel ist in der Tat ganz erstaunlich.
            Da zeigt sich ein geradezu messianisches Sendungsbewusstsein.

            „Weil immer mehr Journalisten und Journalistinnen “
            ist out. Heute sind es Journalistierende 😉

          • Ich frage mich auch schon länger, wie es kommt, dass praktische alle Journalisten die gleiche ideologische Ausrichtung zeigen. Irgendwie müssen die an der Uni alle das gleiche lernen.

            Kennt sich jemand mit Journalistik-Studiengängen aus?

          • @El Mocho @maddes

            Ich hatte in einem Interview gelesen, Journalisten und Journalistinnen zeigten in der Ausbildung bereits ausgeprägt Ambitionen, die Welt verbessern zu wollen.
            Wobei gegen diese Ambition nichts spricht, müsste man nicht das „messianische Sendungsbewusstsein“ einkalkulieren und demnach eher von einer subjektiv empfundenen „Berufung“ sprechen, genauer gesagt über das subjektive Gefühl, auserwählt zu sein.
            Und dieses steht m.E. im krassen Gegensatz zur Qualität des abgelieferten Produkts.
            Früher lieferte das journalistische Fußvolk die Berichte und die Edelfedern durften Kommentare schreiben – inzwischen wimmelt es von „Meinung“-Artikeln von „Berufenen“, die man früher noch nicht einmal gefragt hätte, eine solche zu verfassen.
            Geschweige denn, sie dafür bezahlt.

        • „Es ist eigentlich egal, was man wählt, „geschlechterpolitisch“ bekommt man bei allen Parteien nur geringfügig nuanciert dasselbe.“
          Naja, zwischen etwa den Grünen, der FDP und der AFD gibts dann schon mehr als kleine Unterschiede was die feministische Prägung betrifft.

          Klar ist aber schon, dass zumindest unter den im Bundestag vertretenen Kräften nur wenige Feminismuskritiker befinden, welche diese Haltung auch offen zeigen. Das lässt sich aber nur ändern, indem Feminismuskritik salonfähig wird.

      • Eine Frau führt anders. Ich glaube, dass Frauen besser mit Mitarbeitern umgehen können, weil sie ein anderes Verständnis für sie haben. Der Mitarbeiter ist nicht nur ein Mitarbeiter, der seinen Job zu machen hat, er hat ja auch einen Hintergrund. Wenn man das weiß und Anteil nimmt, kann man ganz anders miteinander umgehen.“

        Ähnlich wie unsere Claudia hier, weiß Lehmann ganz emphatisch, wie Frauen nun mal sind, das Männer von ihren Mitarbeitern denken das sie kein Privatleben besitzen. Zur Vorsicht immer erstmal bei Männern vom schlimmsten ausgehen. Das ist die richtige positive Einstellung gegenüber seinen Mitarbeitern!

        Frauen sind die größten Sexisten. Das ist einfach eine ganz andere Gewichtsklasse.

  4. Ob da ne Translobby hinter steckt?

    Im Sport ist es ja so, dass man als M2F bessere Chancen hat, in der Politik vielleicht (noch) nicht.

  5. Erinnert mich an einen Fall hier auf lokaler Ebene. Jemand hier im Ort war sehr engagiert in seiner Partei. Als es um Vergabe von Posten ging, würde er übergangen. Frsuenquote sei da wichtiger. Statt ihm würde eine stadtbekannte Alkoholikerin genommen. Sie war halt die einzige weibliche Alternative.

  6. Gäbe es eine Mehrheit, der es wichtiger wäre, was ein Kandidat in der Hose, statt im Kopf hat, hätte sich das „Problem“ schon längst durch demokratische Wahlen erübrigt.

  7. „“Ich war immer strikt gegen ein Paritätsgesetz“, sagt Karin Lehmann. „Ich dachte, wenn man seinen Job gut macht, ist das Geschlecht egal. Doch inzwischen habe ich Zweifel daran.“

    Es gäbe da auch eine Erklärungsmöglichkeit für ihren Misserfolg, welche die Annahme „wenn man seinen Job gut macht, ist das Geschlecht egal.“ nicht widerlegt, sondern eher bestätigt. 😉

    • „“Ich war immer strikt gegen ein Paritätsgesetz“, sagt Karin Lehmann. „Ich dachte, wenn man seinen Job gut macht, ist das Geschlecht egal. Doch inzwischen habe ich Zweifel daran.““

      Übersetzung:
      „Inzwischen habe ich meine Zweifel. Inzwischen merke ich, wenn ich als Frau so arbeite, wie es mir liegt, dann reicht das nicht für die selbe Leistung wie bei den Männern. Ohne Paritätsgesetz lässt sich diese Leistungslücke nicht schließen.

      • Meinst du, dass sie diese Leistungslücke tatsächlich erkennt? Mein Eindruck ist eher, dass in solchen Situationen die Frauen ihre Leistungen zumindest „gefühlt“ als gleichwertig einschätzen.

        • Mein Verdacht: Sie erkennt „Mehr kann und will ich nicht tun“ und der Gedanke, dass ihre Leistung verglichen werden kann und muss, kommt gar nicht erst auf.

          Der ganze beharrliche GPG Kram ist nicht erklärbar unter der Prämisse, dass auch Frauen Leistungsvergleiche selbstverständlich sind.

          • Gleiches Geld für gleiche Leistung

            dann

            Gleiches Geld für vergleichbare Leistung

            dann

            Gleiches Geld für gleiche Leistungsbereitschaft

            dann

            Wenn ich so viel arbeite, wie ich für angemessen halte, will ich ebenso viel Geld wie andere, die so viel arbeiten wie sie für angemessen halten.

            ..
            Endpunkt:

            ich bin eine Frau. Gebt mir Geld

      • „„Ich dachte, wenn man seinen Job gut macht, ist das Geschlecht egal. Doch inzwischen habe ich Zweifel daran.““

        Das is nix als ein kaum verschwurbeltes Geständnis, daß sie sämtliche Zweifel über Bord geschmissen hat und jetzt voll dahintersteht, daß Möse besser als Leisung ist!

  8. Es geht einfach Alles zu langsam.
    Wenn ich meine ungefähre statistische Lebensmitte erreiche, hoffe ich, erstmals mein Kreuz (auch) bei einer Frau machen zu können. Und ich möchte, dass nicht nur eine zur Wahl steht, sondern dass der/die Wähler/in wirklich die Wahl hat – weil alle Parteien Direktkandidatinnen gegeneinander aufgestellt haben.

    • „Wenn ich meine ungefähre statistische Lebensmitte erreiche, hoffe ich, erstmals mein Kreuz (auch) bei einer Frau machen zu können.“

      ???
      In welcher Wahl hast du im Moment keine Möglichkeit, mindestens mehrere Kreuze bei mehreren Frauen machen zu können?

      • Ah, ich ahne – da wartest auf die Wahl, bei der du nur noch bei Frauen ein Kreuz machen kannst. Nur so macht deine Aussage wohl Sinn.

        Das könnte tatsächlich noch ein bisschen dauern, aber diese feuchte Fantasie des Feminismus ist vermutlich auch schon in Arbeit.

        • Meine feministische Fantasie: ausgesprochene Paritätsgegnerinnen dürfen zukünftig zumindest nicht mehr „als Frau“ antreten. Und erwiesene, männliche Paritätsgegner werden gleich ganz aus den Parteien ausgeschlossen.

        • Fände ich toll. Männer sollten komplett aus Politik und Wirtschaft ausgeschlossen werden. Sie sollten nicht arbeiten dürfen. Frauen müssten dann alles tun. Der Staat würde dann uns Männer alimentieren. Wundervoll.

      • Vielleicht wohnt sie in einem nem Bezirk, in dem die Damen ihren politischen Hintern NOCH weniger in Gang kriegen als sonst schon?

        So dass da nur männliche Kandidaten übrig bleiben.

      • Ich müsste mich schon sehr täuschen, wenn jemals (seit ich wahlberechtigt bin) CDU oder SPD in meinem Wahlkreis eine Frau als Direktkandidatin (für BT, LT oder auch nur für das Amt des Bürgermeisters) aufgestellt hätten.

        • keine Ahnung wo du wohnst und was dein Wahlkreis ist – ich hab grade mal spontan für vier Landkreise, in denen ich schon mal gewohnt und gewählt habe, nach den Direktkandidaten in den Bundestagswahlen gesucht.
          Da waren eigentlich in den letzten drei Wahlen (die werden in Wikipedia direkt und ohne Umweg angezeigt) mehrere Frauen dabei.
          Tatsächlich dünn besetzt, aber man muss hat auch kandidieren.

          Daher finde ich es schwer zu glauben, dass das bei dir anders gewesen sein sollte.

          Abgesehen davon wählst du ja nicht nur Direktkandidaten, sondern auch eine Liste. Und auf denen stehen fast überall Frauen drauf.

          Soweit es dir weniger um politische Positionen, sondern mehr um das Geschlecht der Kandidaten geht, ist die Auswahl zugegeben dünn. Notfalls muss man halt mit einer Alice Weidels oder Beatrix von Storch vorlieb nehmen – für die Gleichberechtigung muss man als Feministin auch Opfer bringen. Und was sind schon politische Positionen.

          • Ach was, Du hast doch gelesen, was der mobile Austragungsort schreibt.
            FDGO, der Demokratiegedanke selbst, Meinungsfreiheit, Kompetenz gar…. sind sowas von letztes Jahrtausend.

  9. „Die Union in Brandenburg hat gegen ein Paritätsgesetz gestimmt. Stattdessen setzt die Partei auf freiwillige Gleichberechtigung.“

    Was bitte schön ist „freiwillige Gleichberechtigung“? Was ist das für eine selten dumme Wortschöpfung? Entweder Männer und Frauen sind gleichberechtigt oder nicht. Letztendlich ist hier doch nur wieder Ergebnisgleichheit gemeint. Wenn also mehr Männer als Frauen vertreten sind, herrscht keine Gleichberechtigung. Denn nur bei Parität herrscht Gleichberechtigung, was aber de facto der Bedeutung des Wortes widerspricht.

    • Und weiter oben kam die Frage auf, warum viele Journalisten undifferenziert und ähnlich tendenziös schreiben. Das liegt letztendlich nur an dem Milieu, in dem sie sozialisiert wurden. Sie stammen alle aus ähnlichen Haushalten mit ähnlichen Einkommen und ähnlichem Umfeld. Dazu gab es im letzen Jahr ein Interview bei der Welt mit dem Chef der Reporter ohne Grenzen:
      https://www.welt.de/politik/ausland/article173913260/Pressefreiheit-Christian-Mihr-von-Reporter-ohne-Grenzen-mahnt-Journalisten.html

        • Ich wollte auch nicht sagen, dass es nur am Milieu liegt, aber es ist ein starker Einflussfaktor. Die meisten Journalisten stehen den links-grünen Parteien nahe, eben weil sie entsprechend sozialisiert wurden. Und vielleicht gibt es auch innerhalb eines Medienunternehmens einen gewissen Konformitätsdruck, sodass Journalisten dazu neigen Artikel zu veröffentlichen, die dem Zeitgeist und dem Willen des Chefredakteurs entsprechen. Relotius lässt grüßen. Nicht umsonst wird manchmal von Haltungsjournalismus gesprochen. Und wer will schon aus Idealismus seinen Job riskieren. Selbst zwischen den Medienunternehmen könnte so ein Konformitätsdruck entstehen, denn welches Unternehmen will schon als das Sprachrohr von reaktionären Kräften, alten, weißen Männern oder Sexisten tituliert werden.

          Die politische Einflussnahme ist in der Tat auch nicht zu unterschätzen. Der Rundfunkrat, der beim ÖR für die Kontrolle des Programms zuständig ist, darf zu einem Drittel mit Vertretern der Politik besetzt sein. Und natürlich wird das von der Politik auch voll ausgenutzt. Und die übrigen Vertreter können dann natürlich auch noch starke Parteipräferenzen haben. Warum das überhaupt sein darf, erschließt sich mir nicht. Und mit der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft gehört der SPD gleich ein eigenes Medienunternehmen. Und davon werden die natürlich auch Gebrauch machen.

    • Nee, @Mispel.
      Freiwillige Gleichberechtigung bedeutet, daß man gern mal freiwillig mit dem GG herumhantiert, wenn es einem nützlich ist, ansonsten aber noch lieber darauf verzichtet und es inhaltlich negiert.
      Also, Gleichberechtigung gern, wenn nicht gerade Totalitarismus/ Rassismus/Sexismus etc. praktischer ist.

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