42% der Männer und 25% der Frauen in Großbritannien meinen, dass der Feminismus dazu führt, dass Männer dämonisiert werden

Die britische Gruppe „Hope not Fear“ hat in einer Umfrage auch etwas zum Feminismus abgefragt. Herausgekommen ist das Folgende:

 

Ablehnung Feminismus Männer Frauen

Das heißt, dass mehr Männer der Aussage zustimmen als sie ablehnen. Und zwar ganz deutlich.

Ich finde es ja immer schade, dass es bei Umfragen dieser Art immer nur einen Feminismus gibt, DEN Feminismus. Was derjenige sich dann darunter vorstellt, ob etwa schlichte Gleichberechtigung oder eher eine Gleichstellung oder gar intersektionale Theorien, das wird damit nicht abgefragt. Ich bin mir sicher, dass die Ablehnung des modernen intersektionalen Feminismus bei beiden Geschlechtern noch viel deutlicher werden würde, wenn man nach verschiedenen feministischen Richtungen differenzieren würde. Auch ein deutlicheres Bild wäre es aus meiner Sicht, wenn man nicht eine Ja/Nein Abfrage machen würde, sondern einen Grad der Zustimmung abfragen würde, etwa auf einer Skala von +5 bis -5.

Aus dem Text:

Fragility in one’s status is also linked to attitudes and sense of place in the world relating to questions of gender. Staggeringly, a third of people believe that feminism is to blame for making some men feel marginalised and demonised in society (33%), while slightly more disagree. We polled this question to better understand potential support for men’s rights and antifeminism activism, which has increasingly become a slip road to the far right, appealing to young men feeling emasculated in an age of changing social norms. UKIP’s Carl Benjamin, who made jokes about raping a female MP, recently made a similar statement: “This is what feminism has wrought – a generation of men who do not know what to do, who are being demonised for what they are.”

Auch faszinierend: Es kann nicht einfach daran liegen, dass der Feminismus tatsächlich aggressiver und ausgrenzender geworden ist, es ist alles nur ein Weg hin zu den Rechten und die Männer fühlen sich ihrer Männlichkeit beraubt. Das man mit seiner Männlichkeit an sich ganz zufrieden sein kann aber den Feminismus in der heutigen Form ablehnen kann, dass kommt da gedanklich gar nicht vor und kann wohl nicht sein.

Among men, 42% agreed with the statement and 28% disagreed. A quarter of women agreed, while 47% disagreed. Despite the fact that younger age groups hold more socially liberal views over all, 18-24-year-olds were more likely to hold this anti-feminist view (33%) than people of working age (29% among 25-49-year-olds

Hier würde mich eine Aufschlüsselung nach Geschlecht innerhalb der Altergruppen interessieren. Ich könnte mir vorstellen, dass jüngere einfach eher im Internet den gegenwärtigen radikaleren Feminismus kennengelernt haben und ihn daher auch mehr ablehnen.

But those most likely to hold anti-feminist views came from those most likely to hold hostile attitudes overall, who felt detached from the political system and that things were not working for them.

Forty-five percent (45%) of the AntiEstablishment Pessimist tribe agreed with this statement, with just 20% disagreeing; 41% of the Anxious Ambivalent tribe agreed with it. A huge 54% of the Hostile Brexiter tribe said the same, indicative of their resentment towards ‘the liberal elite’.

Dazu ist es natürlich ganz interessant sich die Gruppen an sich mal anzuschauen:

Interessant insoweit, dass die extremeren wie zu erwarten relativ klein sind. Gruppen wie  „Aktive Multikulturisten“, die gerne so dargestellt werden als würden sie den Großteil der Gesellschaften bilden, stellen auch nur 12,3%.
Interessant wäre es die Ablehnung des Feminismus in den anderen Gruppen auch noch zu sehen.
Etwas in diese Richtung geht noch eine weitere in der Auswertung enthalte Grafik:

Hier wird einmal abgefragt, ob man heute noch stolz auf seine nationale Zugehörigkeit sein kann ohne als Rassist bezeichnet zu werden, wobei die ganz linken überraschenderweise sagen, dass man das kann und mit steigender Entfernung dazu das immer anders gesehen wird.

Die zweite Tabelle zeigt auch große Unterschiede über die Lager: Abgefragt wurde die Zustimmung zu einer von zwei extremen Aussagen:

  • Die Besorgnis über die politische Korrektheit wurde von den rechten Medien geschürt, um die Situation derjenigen zu untergraben, die an Toleranz und Anti-Rassismus glauben
  • Politische Korrektheit wird von der liberalen Elite genutzt, um das, was wir sagen können, zu begrenzen.

In beides spielt ein gewisser Grad an Verschwörungstheorie hinein. Deswegen finde ich die Wahl zwischen solch extremen Positionen meist ungeschickt, weil sie keine Nuancen zulässt. Aber auch hier hat man einen recht deutlichen abgestuften Verlauf.

The positions of the tribes when asked if ‘feminism has gone too far’ are split in much the same way, with those who hold the most conservative values and feel resentful towards a ‘liberal elite’ reasserting themselves against the liberal tribes. Those who are frustrated about issues of race, immigration and multiculturalism are also angry about changing social norms, and fear being unseated by those fighting for equality.

The divisions we find in our core identities, in how we see ourselves and interpret the world around us, show significant division. Nonetheless, identity and attitudes are fluid and multi-layered. The overlay we see between issues of identity and political trust, security, and instability,
indicates some of the factors which drive divisive identity politics, but also suggest some of the ways in which progressives can shift the debate.

Es könnte auch Probleme aufzeigen, die Leute sehen und damit Diskussionen, die man führen muss. Eine so deutliche Ablehnung des Feminismus sollte diesem jedenfalls erheblich zu denken geben.