Chebli „Die Lister der Männer, die unsere Welt schlechter machen, ist lang. Ich bin froh, dass Sie unsere Kanzlerin sind“

Männerfeindlich oder nicht?

Führungspositionen als Teilzeitjob

In Diskussionen mit Feministinnen oder anderweitig für Frauenanliegen eintretende Personen läuft ein Gespräch häufig so, dass diese erst anführen, dass es ungerecht ist und Frauen nicht die gleichen Chancen haben. Dann führt man diverse Belege an, dass Frauen gar nicht bereit sind im gleichen Maße und in der gleichen Anzahl wie Männer Vollzeit zu arbeiten, geschweige denn eine 60 oder mehr Stundenwoche im Beruf zu haben.

Häufig schwenkt dann die Argumentation dahingehend um, dass es ja auch ungerecht ist, dass man solche Führungspositionen lediglich in Vollzeit wahrnehmen können, man müsste Teilzeitstellen für Führungspositionen anbieten.

Das erscheint mir als vollkommen bizarre Forderung. ein DAX Unternehmen wird man nicht in Teilzeit führen können.

Man möchte jemanden, dessen oberste Priorität und das Unternehmen ist und der jede Zeit, die dafür erforderlich ist, auch aufwendet. Dafür bekommt er als Entschädigung ein sehr hohes Gehalt, weil seine Verantwortung umfassend ist und er  jederzeit bereit sein muss für das Unternehmen zu arbeiten. Er kann sich nicht darauf berufen, dass er jetzt Feierabend hat, wenn etwas wichtiges ansteht. Platz 1 in seinem Leben muss eben der Job sein.

Ich bezweifle auch, dass dies überhaupt sinnvoll und erfolgreich betrieben werden kann. Zwei Geschäftsführer erfordern erst einmal, dass diese sich über jede Sache absprechen müssen und dass diese sich widersprechen können. Es nimmt gerade den Vorteil, dass jemand Entscheidungen treffen kann, weg und verlagert dies auf zwei Personen, die sich bei einer Teilzeitstelle dann noch nicht einmal unbedingt sehen.

Bei einem wichtigen Deal wäre es dann so, dass man vormittags mit der einen Person und nachmittags mit der anderen Person reden müsste, wenn anspruchsvollere Vertragsverhandlungen anstehen.

Mir ist auch kein Unternehmen mit größerem Zuschnitt bekannt, dass eine Teilzeitstelle für die overe Führungsebene ausgeschrieben hat und damit erfolgreich war. SAP, so wurde mir in einer Diskussion entgegengehalten, hatte mal „Co-CEOs“, wobei die meines Wissens nach beide Vollzeit gearbeitet haben und man das Modell nach 4 Jahren abgeschafft hat.

Das Modell bietet viele Risiken: Beide müssen sich für gleich gut halten und gleich gut sein, sie müssen beide bereit sein im gleichen Umfang zu arbeiten und sie müssen sich gut verstehen, damit sie gut zusammenarbeiten können. Beides kann sich auch dann innerhalb des Jobs ständig ändern und bietet die Gefahr von Konflikten und Machtkämpfen. In „echter Teilzeit“ kommt noch dazu, dass niemand das Gefühl haben darf, dass der andere ihm die blöden Sachen übrig lässt aber Erfolge für sich verbucht.

Wer andere Beispiele kennt, der mag diese gerne nennen.

Bei einem kleinen Unternehmen mag dies noch gehen, ab einer gewissen Größenordnung und internationaler Geschäfte, die Probleme in jeder Zeitzone verursachen können erscheint dies aus meiner Sicht eher lebensfremd.

Es ist aber natürlich ein guter Wandel in der Argumentation aus deren Sicht. Wenn man zugeben muss, dass Frauen im geringeren Maße bereit sind solchen aufwendigen Jobs nachzugehen, dann bleibt eben nur noch die Flucht dahin, dass sich dann die Jobs ändern müssen, damit die Frauen diese entsprechend ausüben können.

Es wurde sogar schon einmal eine Quote für Teilzeitkräfte ins Gespräch gebracht. Das diene dann doch auch Männern. Das ist eine bizarre Vorstellung, die einer  einseitigen Perspektive geschuldet ist. Wie soll man bestimmen, welches Unternehmen nun Teilzeitkräfte im oberen Bereich wie vergeben muss? Jedes Unternehmen wird versuchen sich darum zu drücken und nach Möglichkeit seine Führungsposition mit jemanden besetzen zu können, der bereit ist seine vollste Kraft in das Unternehmen zu stecken. Er wird sich aber nicht zwei Teilzeitkräfte für den gleichen Job anstellen wollen, die sich die sich dann darauf berufen können, dass gerade der andere Dienst hat. Es wäre aus meiner Sicht ein großer Nachteil für jede Firma mit dieser Konstellation in den Wettbewerb gehen zu müssen

Schließlich wurde noch angeführt, dass ja nicht erwiesen ist, dass es nicht klappt, man es also einfach versuchen könne, vielleicht würde es zu einer besseren Gesellschaft führen, in der alle mehr vom Leben haben. Mein Einwand, dass Frauen ja gerne Firmen gründen oder übernehmen könnten und es dort ausprobieren können, aber wohl kaum verlangen können, dass man das in einem Großexperiment mit evtl fataler Wirkung ausprobiert wurde nicht positiv aufgenommen.

Bis zu welcher Position kann man aus eurer Sicht solche Jobs in Teilzeit machen und ist das ein gutes Mittel?