Funktioniert ein weiblicher James Bond?

Der neue James Bond soll damit starten, dass Agent 007 aufgerufen wird und eine Frau, gespielt von Lashana Lynch, betritt als neue 007 den Raum.

Lashana Lynch

Lashana Lynch

 

James Bond ist in Pension gegangen. Anscheinend erhält die von Lashana Lynch gespielte Figur aber den Auftrag James Bond für eine wichtige Mission aus der Pension zurückzuholen. Was danach wird, ob Bond nach Erledigung des Auftrags die Walter PPK an diese übergibt und in Rente geht, bleibt ungewiss. Daniel Craig hat schon häufiger gesagt, dass der nächste James Bond sein letzter wird.

Das Internet überschlägt sich derweil im feministischen Lager mit der Vorstellung, dass James Bond nunmehr eine Frau ist, noch dazu eine schwarze und sich Leute darüber aufregen. Gleichzeitig regen sich Leute natürlich darüber auf, dass hier eine altbekannte Rolle so umgewandelt werden soll.

Meine Vermutung ist, dass der Wandel nicht endgültig sein wird. Zum einen glaube ich nicht, dass die Leute von der Umformung begeistert sind und insoweit die Fanbasis wenig Interesse an einem entsprechenden Film haben wird und zum anderen glaube ich, dass James Bond eine Figur verkörpert, die im männlichen Sinn macht, aber nicht im weiblichen.

Insoweit ist das für mich die eigentliche interessante Frage. Kann der Charaktere, der das eigentlich interessante an James Bond ist, bestehen bleiben, wenn man die Geschlechtertausch?

Wie soll man Bonds Charakter beschreiben?

Hier ein paar Versuche:

Sprezzatura

Die ersten Worte, an die wir denken, wenn wir James Bond beschreiben – zumindest die 007 der Filme – sind selbstbewußt auf eine coole, elegante Weise, charmant, weltgewandt. All dies ist die Abkürzung für Bonds höchste persönliche Eigenschaft, die die Höflinge der Renaissance seit jeher vorleben wollten: Sprezzatura. Das ist die Fähigkeit, selbst die schwierigste Aufgabe mit Flair, Anmut und Lässigkeit zu meistern, ohne eine Falte in der Kleidung zu bekommen oder Schweiß zu erzeugen. Bond ist nicht nur cool, er sieht immer cool aus, entspannt in seiner Haut, zu Hause in der Welt. Egal in welcher Umgebung, er ist der bestgekleidete Typ im Raum.

Aus der Wikipedia:

Connery gave the character a „spare, pared-down character … [with] inner bleakness along with the style“.[26] Connery played Bond with „the right mix of cool charisma, violence and arrogance … against which all others are judged“.[27] Raymond Benson perceived that Connery „embodies a ruggedness and an intense screen presence this transcends any preconceived notions about the character“.[28] Benson also noted that Bond was witty, but contains „an assured toughness that epitomises the machismo male„.[28] Roger Moore agreed with Black and Benson, commenting that „Sean was Bond. He created Bond. He embodied Bond and because of Sean, Bond became an instantly recognisable character the world over—he was rough, tough, mean and witty … he was a bloody good 007″.[29] However, despite his charm and virility, Connery was characteristically laconic in his delivery.[30][31] Christopher Bray says of him that „in his single-minded, laconic, mocking, self-sufficient vanity, Connery’s Bond was the epitome of sixties consumer culture“.[32]

Connery identified where he had altered the character for the films, saying „I said to the producers that the character had one defect, there was no humor about him; to get him accepted, they’d have to let me play him tongue-in-cheek, so people could laugh. They agreed, and there you are: today Bond is accepted to such an extent that even philosophers take the trouble to analyze him, even intellectuals enjoy defending him or attacking him. And even while they’re laughing at him, people take him terribly seriously“.[33] Connery went on to add that „Bond is important: this invincible superman that every man would like to copy, that every woman would like to conquer, this dream we all have of survival. And then one can’t help liking him“

zumindest der frühere Bond hatte eine gewisse aristokratische Art an sich, eine gewisse Lässigkeit, gepaart mit einem gewissen Witz. Im Pick-up würde man sagen, dass er cocky comedy verkörpert, also die Fähigkeit gleichzeitig eine gewisse Erhabenheit auszustrahlen, die Status verleiht und dennoch einen gewissen Witz zu haben, weswegen man in Markt und damit auch den Status akzeptiert. dazu kommt eine gewisse amoral, eine zu Gewandtheit zu den Genüssen der Welt. Zu diesen zählen in dieser Hinsicht auch und gerade Frauen.

Dieser James Bond ist mit der letzten Inkarnation über Daniel Craig etwas actionlastiger und weniger Gentleman geworden.

James Bond ist insoweit ein klassischer Alphamann, der selbst der heikelsten Situation herauskommt und dabei noch eine Frau erobert, auf witzige und charmante Weise frech ist. Natürlich hat er dabei eine gewisse „Plot Armor“, gerade was Frauen angeht: Er kann frech und charmant sein und auch so wirken, weil die Frauen es durchweg gut finden.

insoweit ist James Bond eine Figur, die tatsächlich stark darauf ausgerichtet ist, dass sie ein Mann ist, einfach weil sie männliche Attraktivität verkörpert.

Ein weiblicher James Bond mit den gleichen Charaktereigenschaften würde vollkommen anders wirken. Allein schon, weil eine Wirkung von Frauen auf Männern ganz anders erzeugt wird als eine Wirkung von Männern auf Frauen. gerade eine aktive Frau kann weit weniger durch Verhalten erobern, da die meisten in der ohnehin schon mit ihr schlafen wollen. Ist sie hingegen nicht so attraktiv, dann wirkt der Sexappeal evtl nicht stark und auf eine charmante Weise frech, sondern eher billig. es ist hier bei Frauen ein wesentlich schmalerer Grad.

ein weiblicher James Bond, der immer wieder Männer verführt zu bedeutungslosen Sex, keine großen Gefühle zeigt außer amüsierter Überlegenheit und einen gewissen Witz, gerade immer Herr der Lage bleibt und in dieser besonnen reagiert, dazu ausgestattet mit technischen Gadgets, ich glaube nicht, dass das die Wunschvorstellung von Frauen ist. Und die Fantasie einer solchen Frau spricht auch nicht Männer besonders an.

Damit ist die Rolle aus meiner Sicht nicht zu übertragen. Der Versuch, das vorzunehmen, muss insoweit scheitern und eine vollkommen andere Figur kreieren, die mit dem eigentlichen Bond nichts mehr zu tun hat.

und dann kann man auch gleich eine weibliche Helden neu erschaffen, mit besser hierzu passenden Charaktereigenschaften und eine besser ausgestalteten Rolle. Natürlich hat man dann nicht einen alten weißen Mann durch eine schwarze Frau ersetzt. Aber wenn eine Figur die Rolle des endlich nicht ausfüllen kann, daran das ganze Konzept scheitert und man dann doch wieder zu einem Mann zurückkehrt, dann ist das letztendlich wohl kaum ein Gewinn

 

 

90 Gedanken zu “Funktioniert ein weiblicher James Bond?

    • Ein alter femministischer Traum geht in Erfüllung? Alle Frauen sind ja bekanntermaßen von Natur aus lesbisch und werden bloß von den bösen Männern durch Vergewaltigung usw. umerzogen?
      Ja das könnt was werden.

    • @Matze: Deine Idee ist überzeugend. Beim Lesen Beitrages bin ich irgendwie gar nicht auf diese naheliegende Lösung gekommen. Ich glaube, wenn man die Rolle so gestalten würde, könnte der Film auch beim männlichen Publikum gut ankommen.

      • Nein würde er nicht, weil dieser Character auch weiterhin unglaubwürdig wäre, sogar noch unglaubwürder werden würde wenn gerademal 5% der Menschen nicht heterosexuell sind ist die wahrscheinlichkeit das genau diese Agentin lesbisch oder bi ist wie hoch?
        und das natürlich alle Frauen der sie auf ihren Missionen begegnet auch lesbisch oder bi sind.

        Das klingt dann doch mehr nach Softporno als nach James Bond.

        • Die Wahrscheinlichkeit das eine Lesbe die körperlichen Voraussetzungen erfüllt, sind womöglich sogar höher.

        • Die Handlung eines Films muss nicht realistisch oder wahrscheinlich sein, um das Interesse des Zuschauers zu erregen. Man wird viele erfolgreiche Spielfilme finden, in denen unwahrscheinliche Dinge passieren. Du hast aber wohl recht damit, dass das von Matze begonnene Gedankenspiel die pornografischen Aspekte des Filmes betont, die ja beim alten 007 eher ein Beiwerk waren: Lesbian Spy Porn oder so. Sind die Fantasien, die von Pornofilmen bedient werden, nicht oft unwahrscheinlich? Das wäre natürlich schon ein gewisser Genrebruch, aber warum nicht?

  1. Eine absurde Vorstellung.
    Und natürlich unmöglich. Immerhin heisst die Figur „James Bond“. Nicht „Emma Bond“. Auch die Charakteristika sind, wie Sie umfassend herausgearbeitet haben, typisch männlich, nicht typisch weiblich.

    Auf der anderen Seite könnte man natürlich einen Film namens „Agent 007“ machen, ihn mit einer Frau besetzen und auch einen guten Film fabrizieren. Die Qualität des Films hängt nicht vom Geschlecht der Protagonistin ab. Lucy, Das Fünfte Element, Alien, Resident Evil oder Terminator sind Beispiele dafür, dass Action auch mit weiblichen Hauptrollen funktioniert.

    Nur was soll das bringen? Die James Bond Fans, die es gibt, und die das Geld in die Kinos tragen, wären davon wahrscheinlich nicht angetan. Und sollten sie ihre Unzufriedenheit äußern, würden sie dann – wie bei Star Wars – als Sexisten beschimpft? Ich kann das kaum glauben, dass jemand so dumm sein könnte.

    Für mich selbst würde sich nichts ändern, da ich die letzten James Bond Filme schon nicht mehr gesehen habe.

    • „Auf der anderen Seite könnte man natürlich einen Film namens „Agent 007“ machen, ihn mit einer Frau besetzen und auch einen guten Film fabrizieren. Die Qualität des Films hängt nicht vom Geschlecht der Protagonistin ab“

      Ja, sehe ich auch so. Natürlich kann man einen guten Agentenfilm mit einer Frau machen. Aber wenn man es gut macht, dann ist sie eben nicht James Bond. Und das kann kaum der Sinn eines Films in einer Franchisereihe sein sein wesentliches Element aufzugeben

      • Ja. Ein Franchise namens „James Bond“ umzuwandeln in ein Franchise „007“ ist gewagt und würde sicherlich Fans abstoßen. Der Erfolg hinge sicherlich auch von der Qualität der Filme ab.

        Da hat ja Star Wars mit „The Last Jedi“ und „Solo“ nicht liefern können, und dann ist der Schaden natürlich gross.

        • „Der Erfolg hinge sicherlich auch von der Qualität der Filme ab.

          Da hat ja Star Wars mit „The Last Jedi“ und „Solo“ nicht liefern können, und dann ist der Schaden natürlich gross.“

          Und dass sich das scheitern von Star Wars auf die Qualität der FIlme bezog und nicht darauf, dass Rey eine Frau war, kann man gar nicht genug betonen.

          Die fans sind jederzeit mit begeisterung bereit, gut geschriebene Frauenfiguren zu akzeptieren – aber sie mögen es nicht, wenn man SJW-Ideologie mit der Brechstange reinwürgt, vor allem nicht auf Kosten einer überzeugenden Storyline.

          • Nicht dass der Star der neuen Trilogie eine Frau ist, ist das Problem, sondern das sie eine Frau ist die Nichts tun muss, um ein Machtkrieger zu werden, der mal eben – drei Stunden nachdem sie das erste Mal etwas von der Macht gehört hat – mit einem Jedi-Mindtrick einen Stormtrooper zur kooperation zwing macht, sie so furchtbar langweilig und uninteressant (eine Mary Sue halt).
            Luke hat mehrere Jahre benötigt um die Entwicklung von Episode IV und seinem Sieg gegen seinen Vater hinzubekommen (in denen er vermutlich von Obi-Wans Geist trainiert wurde.) Anakin wurde locker zwanzig Jahre Unterrichtet, bevor er die Jedis zerschlägt und wurde dabei von einer ganzen Armee Clonkrieger unterstützt.
            Rey schlägt gerade 90 Filmminuten das ersten Mal den zweitmächtigsten Sith Kylo Ren im Laserduell. Ehrlich, DAS sind die Dinge, welche die neue Trilogie ärgerlich macht, nicht dass die neue Heldin keinen Penis hat. das ist die Teenager-Bagatelisierung des Lucas_Universums.

          • Der Vorwurf, eine Figur abzulehnen, weil sie weiblich ist, ist gerade den Star Wars Fans gegenüber absurd grotesk. Man bedenke, wie sehr Leia von den Fans geliebt wird und die ist nun auch alles andere als ein schwacher Charakter. Der unerwartet frühe Tod von Carrie Fisher ließ für so manch einen Fan geradezu eine Welt zusammenbrechen.

            Der Unterschied zu Rey ist eben nur, dass Leia nicht krampfhaft auf Powerfrau getrimmt geschrieben wurde. Sie ist selbstbewusst, bisweilen schnippisch, aber auch insgesamt in der Männerrunde ein vollwertiges Mitglied. Man gesteht ihr auch Schwächen zu. Und das alles zusammen macht sie eben cool. Viele Fans hätten sich sicher vorstellen können, nen Mädel wie Leia mindestens als weiblichen Kumpel im Freundeskreis zu haben. Ein weiblicher Charakter wie Rey kann solche emotionale Bindung der Fans einfach nicht generieren, weil sie einfach viel zu perfekt geschrieben worden ist, als dass man sie sich auch nur im entferntesten als richtigen Menschen vorstellen könnte. Und hinzu kommen dann noch Dinge, wie das Fehlen menschelnder Momente, wie den köstlichen Verbalscharmützeln zwischen Leia und Han. Das sind Dinge, die bleiben hängen. Ein Charakter, der einfach nur alles kann und sich immerzu perfekt und integer verhält, wird gar nicht wirklich als Charakter wahrgenommen. Er ist schon vergessen, kaum dass die Credits über die Leinwand rollen.

          • @ Billy „Ein Charakter, der einfach nur alles kann und sich immerzu perfekt und integer verhält, wird gar nicht wirklich als Charakter wahrgenommen.“ Allerdings habe ich eben deshalb auch schon lange Bond nicht mehr als Charakter wahrgenommen. Als Jugendlicher fand ich die Filme faszinierend und witzig – aber der Reiz kam oft durch die Bösen (der Beißer z.B. war super), nicht durch die Bond-Figur. Die hatte nur dann Charisma, wenn sie mit etwas Ironie gespielt wurde.

            Auch Bond hatte (in den Filmen, die ich noch kenne) fast keine Entwicklung, keine Geschichte. Der Plot der Filme war irgendwie immer derselbe, und der Reiz lag darin, wie durch technische Neuheiten, andere Schauplätze und interessant durchgeknallte Schurken dasselbe (ziemlich pubertäre) Muster doch nochmal variiert werden konnte. Deshalb war die Ironie auch so wichtig – hätte man als Zuschauer das Gefühl gehabt, die Filme ernst nehmen zu müssen, dann hätte man sich vermutlich verarscht gefühlt.

            Eben darum passt Bond auch zu einer Feministisierung gut, und er passt zugleich auch gar nicht. Die Geschichtslosigkeit, die Schablonenhaftigkeit im Immer-Schon-Perfekten entspricht Heldinnen wie Rey oder den weiblichen Ghostbusters. Aber die in einer stillschweigenden Übereinkunft geteilte Überzeugung, dass das alles ganz bestimmt nicht ernstzunehmen ist, beißt sich mit einen feministischen Anspruch. Da geht es immer um enorm wichtige Angelegenheiten, auch wenn lediglich ein paar männliche Geisterjäger nochmal weiblich inszeniert werden.

            Das heißt: Wenn die Macher sich dazu überwinden könnten, die Besetzung mit einer schwarzen Frau ihrerseits zu ironisieren, könnte ein weiblicher Bond immer noch deutlich besser klappen als das völlig verunglückte Ghostbusters-Remake oder die in Langeweile ersaufende Star-Wars-Fortsetzung. Diese beiden Filme hatten im Original nämlich, anders als jeder Bond-Film, grundsätzlich davon gelebt, dass ihre Helden sich ENTWICKELN mussten (wie fatherleft ja schon für Star Wars zeigt), und diese Entwicklung machte eigentlich den ganzen Sinn und die ganze Dynamik der Geschichte möglich.

            Da es aber feministisch nun einmal nicht vermittelbar gewesen wäre, eine Frau parallel zu Luke zu Beginn als tumbe, naive, selbstüberschätzende reine Närrin darzustellen – oder die Ghostbusters parallel zu den männlichen Vorbildern als pubertäre, narzisstische, egozentrierte Nerds – da also gut feministisch alle Frauen immer schon irgendwie perfekt sein mussten, fehlte die Grundlage für eben die Entwicklung, von der die Vorbildfilme lebten.

            Da Rey sich nicht entwickelt, und das es in der gesamten Fortsetzung (ganz anders als in dern frühen Filmen) eigentlich nie um menschliche Entwicklungen geht, wussten die Macher mit der Geschichte denn auch im achten Teil überhaupt nichts mehr anzufangen. In The Last Jedi war ihnen komplett jede Geschichte abhanden gekommen, und bloß optisch machte der Film noch ab und zu etwas her (also auf den Gebieten, auf denen sich ein paar Liebhaber tricktechnisch austoben konnten, ohne sich groß um Geschlechterverhältnisse kümmern zu müssen).

            Den Umgang mit den Vorbildern fand ich bei den Ghostbusters ebenso wie bei Star Wars ebenso unverständig wie überheblich. Ohne die Dynamik des Originals zu begreifen, wurde es bloß kopiert – aber diese komplette Abhängigkeit vom Vorbild machte es dann wohl auch nötig, diese Vorbilder zu entwerten, um überhaupt die Illusion von Eigenständigkeit schaffen zu können.

            Der Umgang mit Bill Murray in Ghostbusters-Remake ist demonstrativ lieblos, und da machten die Macher etwas lächerlich, was sie überhaupt nicht verstanden hatten.

            Luke Skywalker wird zu einer irgendwie erbärmlichen Figur. In der parallelen Situation im Original hatte Luke auf einer abgelegenen Welt von Yoda gelernt und sich weiterentwickeln müssen – jetzt begegnet Rey auf einer abgelegenen Welt dem alten Luke, aber da sie ja eh schon immer alles weiß, muss er nun von ihr lernen.

            Ich hatte damals etwas über das Ghostbusters-Remake geschrieben:
            https://man-tau.com/2016/08/14/ghostbusters-wozu-ein-desaster-gut-sein-kann/

            Und zur Wonder Woman-Verfilmung etwas über den Reiz starker Frauenfiguren für Männer (entegen dem Klischee, Männer könnten mit starken Frauen nichts anfangen):
            https://man-tau.com/2017/06/16/wonder-woman-starke-frau/

          • @ Lucas
            Zuletzt hatte ich hier in einem anderen Thread schon einmal eine etwas längere Kritik zu den Bond-Filmen geschrieben, die auch eher negativ war. Für mich waren die Bond-Filme vor allem schon immer dramaturgisch nicht wirklich gut aufgebaut. Dennoch, was ich dann auch zugestanden habe, ist es nicht so, dass ich sie gar nicht gucken könnte. Tatsächlich ist es die permanente, subtile Selbstironie, die die Filme vor einem Totalversagen retten. Die neuen Filme mit Daniel Craig halte ich, allein von ihrem dramaturgischen Aufbau her (wohl vor allem Skyfall) für um Längen besser. Gleichzeitig muss man zugestehen, dass viel von dem, was die Fans an Bond geliebt haben, über Bord geworfen wurde. Irgendwer brachte den Vergleich mit Tom Cruise‘ Mission-Impossible-Reihe und auch mir ging das schon durch den Kopf: Beim Versuch, Bond „in die Gegenwart zu holen“, hat man so viel von dem weggeworfen, was Bond einzigartig machte (wie plump es auch gewesen sein mag, innerhalb seines Erzähluniversums hat es irgendwie funktioniert), dass tatsächlich diese beiden Agentenfilmreihen sich durch fast nichts mehr unterscheiden.

            Das was du hier ansprichst bzgl. einer gewissen „Glaubwürdigkeit“ von dargestellten Ereignissen in Filmen, da hätte ich auch ein paar Beispiele, abseits von nicht publikumskompatiblen Mary-Sue-Charakteren.

            Es ist so, dass man beim Erzählen einer Geschichte immer sehr vorsichtig damit sein muss, was man in welchem Kontext zeigen kann, ohne dass es beim Publikum zu Stirnrunzeln führt. Wie du richtig ausführst, funktioniert ein Charakter wie Bond zum Beispiel nur, wenn in der Erzählung selbst zu der Figur immer eine gewisse ironische Distanz gewahrt wird. Der klassische Connery-Bond wäre in einer bierernsten Darbietung nicht nur als unglaubwürdig sonder wahrscheinlich sogar hochgradig unsympathisch empfunden worden.

            Aber auch z. B. die Inszenierung von Action muss immer sehr feinfühlig an das angepasst werden, was man erzählt. In einem völlig fiktiven Szenario wie „Transformers“ konnte sich ein Michael Bay natürlich grenzenlos austoben. Die Wachowsky-Brüder haben sich in „Matrix“ einen Storyrahmen geschaffen, in dem sie, zumindest innerhalb der titelgebenden Matrix, wirklich alles machen konnten, denn das alles geschah ja nur in einer virtuellen Realität, die jene, die sie als solche durchschaut hatten, auch relativ beliebig für sich ausnutzen konnten.

            Vor einigen Monaten sah ich im Fernsehen den Film „Im Fadenkreuz – Allein gegen alle“ mit Owen Wilson in der Hauptrolle. Der Film handelt davon, wie ein US-Soldat mitten im Jugoslawienkrieg im Hinterland abstürzt. Seine Begleiter waren alle tot und er muss sich durchschlagen. Das alles wird immer wieder begleitet mit brachialer Action, bildschirmfüllenden Explosionen und wilden Stunts. Die Handlung wird umrahmt von Scharmützeln der „Pencil Pusher“, z. B. einem Politiker, dem Diplomatie wichtiger ist, als das Leben des Soldaten und dann dem Vorgesetzten des Soldaten, der lange hadert, den Befehlen von oben folgt, um dann am Ende doch gegen alle Anweisungen das einzig richtige tut. Kurz, es werden alle narrativen Klischees aus der Mottenkiste geholt.

            Mit diesen Dingen hätte man einen durchaus spaßigen Popcornfilm machen können. Das Problem war nur, dass der Film sich damit schmückte (sehr frei) auf einer realen Begebenheit zu fußen. Und noch schlimmer: dieser Hintergrund verleitete die Filmemacher immer wieder zu Szenen, in denen sie versuchten, teils nicht einmal schlecht, eine beklemmende „das ist echter Krieg“-Atmosphäre aufzubauen.

            Schlimm war das deshalb, weil sich genau das immer wieder mit den teils völligen „over the top“-Actionszenen biss. Die Action machte die zuvor aufgebaute Atmosphäre mit einem einzigen Paukenschlag kaputt. Gleichzeitig konnte man die Action aber auch nicht mehr wirklich als Schauwert genießen, weil sie im Zusammenspiel mit den vermeintlich „realistischen“ Szenen eben genauso unglaubwürdig rüberkam, wie sie ja nun einmal war. Es waren aber gerade die „realistischen“ Momente, die für diese Wirkung sorgten. In einem von vornherein fiktiveren Umfeld hätte die Sache klappen können. So wirkte der Film wie ein bunt zusammengeflickter Teppich, bei dem sich keiner der Näher mit dem anderen einig war, was man eigentlich am Ende rausbekommen wollte. Der Film funktionierte so weder als Kriegsdrama, wegen der Action, aber auch nicht als Actionfilm wegen des Kriegsdramas.

            Ich glaube, wir bewerten Geschichten, egal in welchem Medium, völlig unterbewusst immer auf unterschiedlichen Ebenen. Was immer gegeben sein muss ist Plausibilität. Egal wie abgespacet eine Geschichte ist, sie muss innerhalb ihres aufgebauten Erzähluniversums plausibel sein. Wer immer wieder einen Kai aus der Kiste ins Spiel bringt, um sich aus narrativen Sackgassen zu befreien, der verliert das Publikum, weil dem dieser billige Trick schnell auffällt. Davon ab hat man, je weiter das Szenario von unserer Realität entfernt ist, immer mehr Freiräume bei dem, was man dem Publikum zumuten kann.

            Je näher man aber erzählerisch an unsere Realität kommt, um so mehr werden Leser / Zuschauer / Spieler das gezeigte (wie gesagt: völlig unterbewusst) auch danach bewerten, wie realistisch das ist, was da gerade aufgefahren wird. Könnte das Erzählte / Gezeigte auch so tatsächlich passieren? Um noch einmal ganz kurz auf meinen Beispielfilm zurückzukommen: Allein aufgrund seiner immer wieder versuchten Verwurzelung in der „realen Begebenheit“, begann man als Zuschauer irgendwann regelrecht mitzuzählen, wie oft der von Owen Wilson gespielte Charakter im Verlaufe des Filmes nun eigentlich schon unweigerlich hätte draufgegangen sein müssen. Es waren gefühlte 50 Mal; von den etwa 200 Mal, in denen er schwer verletzt oder gar verstümmelt hätte werden müssen, wollen wir gar nicht erst anfangen…

            Natürlich gibt es noch andere Mittel und Wege, wie man einiges vorm Publikum retten kann, wie eben die schon erwähnte ironische Distanz, die gerade besagte Bond-Filme (um hiermit den Kreis in meinem mal wieder viel zu lang gertatenen Kommentar zu schließen) nicht nur gerettet, sondern für viele zu Kultfilmen haben werden lassen.

      • „oder falls das zu sehr nach billigem Porno Rip-Off klingt“

        Die „six“ klingt auf englisch deutlich weniger anrüchig als die deutsche „sechs“, die sich akustisch praktisch nicht von sex unterscheidet.
        Um „anrüchig“ zu klingen, müsste man im englischen schon eine agentin 069 bemühen, die aber keine „doppel-null“ Agentin mehr wäre…

    • Klare Antwort

      NEIN

      Ein Weiblicher James Bond kann nicht funktionieren, weil es dann nicht mehr James Bond ist sondern nur eine billige Imitation.

      Man bekommt das gefühl statt was eigenes Interessantes gutes zu machen wollen Feministen lieber das gute bei den Männern kaputtmachen, das es mehr darum geht das es den anderen genauso „schlecht“ geht wie einem selbst statt die eigene Situation zu verbessern.

      Warum mal nicht was eigenes machen neue Ideen umsetzen und ein Risiko eingehen.

      Es gibt viele gute (Action) Heldinen, aber alle haben eine Sache gemeinsam ihre Zeit war vor den 2010ern

      Ellen Ripley aus Alien
      Prinzessin Leia aus Star Wars
      Sarah Connor (nicht die Sängerin sondern die Dame aus Terminator)
      oder Scully aus den X-Files,
      für Star Trek Fans Captain Janeway und B’Elanna Torres (Chefingenieur)

      Alles überzeugende und glaubwürdige Figuren mit Stären und Schwächen.
      Wo gibts das heute noch?

  2. Welche Geschlechter-Mottos werden hier eigentlich von Feministinnen gefeiert?

    Das Männer-Motto: „Ein kleiner Schritt für den Mann, ein großer Schritt für die Menschheit“
    Das Frauen-Motto: „Ein Frau trau mich das nur, wenn das lange vor ihr bereits ein Mann gemacht hat“

    Und sie sind so stolz! „Seht her, wir können das auch, was ihr seit 3 Generationen macht“.
    Man sollte sie aus den Toren lachen.

      • ist offenbar nicht so einfach.

        Oder gar nicht erst gewollt.

        Wann ging es Feministen je darum, etwas zu erschaffen?
        Es ging immer nur darum, (Männern) etwas wegzunehmen.

        Es hat einen sehr guten Grund, warum dieser Cartoon zur unsterblichen Meme geworden ist:

      • Was Eigenes könnte doch sein, wie eine Heldin den Staat vermöbelt. Nicht als Hitlerin, das wäre einen Tick zu negativ besetzt, sondern als eifrig Rackernde, die tagaus, tagein Anträge auf Zuschüsse stellt. Wohngeld, Unterhaltsvorschuß, Unterhaltsnachschuß, Frauenhausanbauförderung, Girls-Days-Zusatzerweiterungsförderung, Anträge für 2 Gleichstellungbeauftragte (pro Studentin) an den Unis, Frauenunterdrückungsausgleich, Inkompetenzkompensationskompetenzförderung, Türschloßaustauschzuschuss, steuerzahlerfinanzierte Versicherung zum Ausgleich gefühlter Benachteiligung, Druckkostenzuschuß für gendersprachinduzierte Bandwurmsätze, Solipsismusnachhaltigkeitszusatzabgabe, olfaktorische Wegegeldermässigung wegen unzumutbarer Geruchsbelästigung durch obdachlose Männerleichen … also so eine Art mama arbeitet 2.0.

        Reihen von männlichen Sachbearbeitern werden gnadenlos mit Falschbeschuldigungen und mehrfach-Denunziation durch abgekartete Frauennetzwerke hingemetzelt, Sorgerechtsanträge am Fließband für die Partnerinnen gestellt und Klagen wegen untragbaren Fachkräftemangels in den Ämtern formuliert. Das ist sogar selbsterhaltend.

        Am Schluß trifft sie schweißgebadet ob der unermüdlichen, tagesfüllenden Tätigkeit auf eine Widersacherin, die noch mehr Kohle abgezockt, Sozialstaat und Männer vernichtet hat, und es kommt zum eifersüchtigen Endkampf in der Schlammsuhle vor der Frauen-WG.

        Klingt doch spannend, oder. Sowas als Serie. Feministinnen würden die Kinosäle mit den (bezuschußt) schwerlastoptimierten Sesseln füllen, oder TV-Einschaltquoten hochtreiben.
        Und uns hätte man den Genuß lassen und aus JB jemanden machen können, der Blofeld in der Oortschen Wolke aufstöbert und/odereiner wildgewordenen KI den Stecker zieht.
        Aber eines werden sie uns nicht wegnehmen: James Bond WIRD wiederkommen, nachdem die Feministinnen alles in Schutt und Asche gelegt haben und verhungernd durch die Straßen streunen. Hehehe. Äh, ja, also so ungefähr jedenfalls.

      • Und seitdem wird mit Hochdruck daran gearbeitet, das Star-Treksche Beamverfahren in der Realität umzusetzen, damit man der künftigen von allen gefälligst als stark und inspirierend zu huldigenden Powerfrau zusichern kann, sie kurz vorm Aufsetzen auf den Lander zu beamen, damit sie diesen kleinen Schritt für eine Frau, aber riesigen Schritt für die Schwesternschaft tätigen kann, ohne sich zuvor dem Unbill einer jahrelangen Weltraumreise aussetzen zu müssen. Das können dann ruhig die Typen machen, die für sie das Beamportal zum Mars fliegen müssen… 😉

  3. BTW: Von Sprezzatura und Sex kann schon mit Craig kaum noch die Rede sein. Der Schritt von Craig’s 007 zu einem weiblichen muss also nicht unbedingt größer sein als von Brosnan zu Craig.

    Die Frage „Kann eine Frau das auch“ ist also irrelevant.

    Interessanter ist, was Feministinnen hier auf symbolischer Ebene schaffen. Nachdem das Archetyp des Guten Vaters durch die Etablierung von „alter weißer Mann“ als Schimpfwort bereits gut durchlöchert ist, soll jetzt der Männliche Held abgeschafft werden.

    Es soll keine positiven oder auch nur traditionellen Rollenbilder mehr für Jungs geben.
    Das ist das feministische Projekt.
    Selbst ein Mann, der zwar im Dienste einer Frau (Dench als M), aber eigenmächtig handelt, sendet bereits „das falsche Signal“ aus.

    Das Männliche muss überwunden werden.

    Schaumerma, ob auch dieses Projekt den Weg der SPD geht.

  4. Stellt Euch lieber mal „Fifty Shades of Grey“ oder „Eat, pray, love“ mit vertauschten Geschlechterrollen vor und fragt Euch, ob das jemand sehen will?

    • Ein gut gemachtes Eat, Pray, Love mit vertauschten Rollen kann ich mir sehr gut vorstellen.

      Ein Mann, der es bei seiner nörgelnden Frau nicht mehr aushält, eines Tages aus dem Haus geht, das hippe Manhattan – in dem er nur ihretwegen war – verlässt und sich an der Küste von Maine eine KFZ-Werkstatt aufbaut, dann einem Jungen das Boxen beibringt, weil der unter Bullies in der Schule leidet und am Ende zufrieden mit seinem Hund einen Tee im Hafen trinkt.

      Oder so.

      Wenn die Geschichte MGTOW genug ist, kann das großartig funktionieren.

      Müsste dann natürlich einen anderne Titel haben. „Walk, Work, Win“ oder so.

  5. LOL,

    während die Frauen ein altersschwaches Franchise erobern, bauen Männer sich ein neues auf:

    A story as old as time.

    Wenn die Umwandlung von 007 konsequent gemacht wird, gibt es im 26. keine sichtbare physikalische Gewalt mehr (nur noch Männer, die off-camera „die Treppe runterfallen“), aber dafür haufenweise Intrigen und Slutshaming
    🤣

    Und der wahre 007-Erbe hat sein Hauptquartier in Saville-Row.

  6. Ist doch mal einen Versuch wert, auch die Bond-Reihe zu „ghostbustern“.
    Meiner Meinung nach war es mit „James Bond“ nach Brosnan vorbei. Die Bond-Filme mit Craig waren unterhaltsames Action-Kino. Aber austauschbar. Das hätte genauso gut als „Mission Impossible“ laufen können. Das spezielle „Bond“ in den Filmen gab es nicht mehr.

    Aber es heißt ja, daß die Bond-Filme irgendwie auch immer ein Spiegel ihrer Zeit sind. Dann wollen halt in Zukunft die Schurken keinen Weltkrieg mehr anzetteln oder die Weltherrschaft an sich reißen, sondern den Genderstern und/oder das Binnen-I abschaffen und den Gender-Pay-Märchen widerlegen. Und zur Strafe werden die dann halt nicht mehr oder weniger spektakulär ins Jenseits befördert, sondern „nur“ mit Hetzkampagnen und nicht beweisbaren Geschichten aus der Zeit unserer Eltern sozial vernichtet.

    Das Gute ist, daß es (noch) keine Pflicht ist, sich jeden Schwachsinn im Kino anzuschauen. Sollten die Kinokassen leer bleiben, kann ja das Bundesministerien für alles außer Männer ein paar Milliönchen zuschießen.

  7. Für mich ist das schon seit jeher die zentrale Frage: Warum nicht was eigenes neues kreieren, statt sich nur faul, fett und bräsig in ein gemachtes Nest zu hocken?

    Hatte auch mal ne Forendiskussion zu, wo ich es fragwürdig fand, ständig weiße, männliche Figuren durch schwarze Männer oder Frauen (jeglicher Hautfarben) zu ersetzen. Einer meinte dazu, dass sich im Verlauf von Serien doch auch immer mal wieder einiges an dem Charakter oder der Grundstimmung ändert und er sähe da nicht, warum dann ein „Gender Swap“ (was für ein unfassbar bescheuerter Begriff) ein Problem darstellen sollte. Ich bezeichnete das als sehr relativistisch, weil sich Menschen auch in der Realität durchaus ändern können, zu bestimmten Dingen andere Haltungen entwickeln. Dadurch kann auch ein Stimmungswechsel innerhalb einer lange laufenden Reihe zumindest noch plausibel wirken (wenngleich bekanntlich Fans auch darüber selten amused sind). Mir wäre es aber neu, dass Menschen auch bisweilen so mal eben pauschal ihr Geschlecht und / oder ihre Hautfarbe ändern. Und dann stellte ich auch die entscheidende Frage: warum immer etwas vorhandenes umändern anstatt mal was eigenes auf die Beine zu stellen? Wenn es denn tatsächlich eine so große Nachfrage nach schwarzen, lesbischen Rollstuhlfahrerinnen als Superhelden gibt, dann wäre das doch ein Gewinn für alle: die, die so etwas gerne hätten, bekommen es, ohne dass man anderen das, was sie lieben, kaputtmachen muss. Komischerweise bekam ich darauf dann keine Antwort…

    Ich bin für meinen Teil schon lange zu einer klaren Antwort auf die Frage gelangt: Es geht überhaupt nie darum, dass jene, die nach ständigem Geschlechter- und Hautfarbentausch schreien, etwas bekommen wollen. Die Sachen, die sie geändert haben wollen, interessieren sie überhaupt nicht wirklich; es geht ihnen tatsächlich um nichts anderes, als dass anderen etwas weggenommen wird. Es geht darum, durch die schiere Vokalität des eigenen Auftretens eine Masse an „Interessenten“ zu simulieren, die Produzenten dazu veranlasst, diesem selbstgerechten Geplärre nachzugeben. Dann kann man sich erst einmal mächtig fühlen, aber der wahre Spaß folgt dann: die Fans des mal wieder ruinierten Franchise‘ finden das natürlich nicht lustig. Und deren Aufbegehren dagegen wird dann genutzt, um mal wieder einen ganz großen Rummel um eine angeblich ach so rassistische oder / und frauenfeindliche Community zu veranstalten. Es ist immer wieder dasselbe Muster.

    Ich frage mich, wie lange es noch braucht, bis die Verantwortlichen dieses Muster mal durchschauen? Wenn ihnen ihr Franchise den Bach runter geht nach solchen Änderungen, dann nicht obwohl sondern weil sie auf diese selbstgerechte Mischpoke gehört haben. Wenn es trotzdem noch Geld abwirft (wenn auch immer noch weniger), dann weil sich immer noch die Fans das Trauerspiel geben, in der Hoffnung, doch noch irgendetwas Gutes daran zu finden. Es sind niemals die Social-Media-Plärrer, die Umsätze generieren. Denen geht es einfach nur darum, anderen was kaputtzumachen und sich dann noch an den Reaktionen darauf aufzugeilen.

    Das sind einfach nur Asoziale…

    • Mal sehen, wann „John Wick“ endlich entdeckt, daß er eigentlich eine lesbische Feministin aus einer Taiwanesin und einem Sudanesen ist. :-))))

      • 😀

        Aber mal im Ernst: daran kann man gut sehen, dass die Typen nicht nur kein Interesse an den Franchises selber haben, sondern oft noch nicht mal an den jeweiligen Medien, seien es Comics, Filme oder Videospiele. John Wick dürfte weitgehend safe sein, weil er doch noch zu „nischiges“ Genrekino ist (straighte, durchchoreographierte, schnell geschnittene Balleraction), als dass er einer relevanten Zahl der Schreihälse überhaupt bekannt sein dürfte. Es ist kein Zufall, dass sie sich immer nur auf die Bonds, die Spidermans oder die Assassin’s Creeds stürzen: sie kennen eben nur das, was jeder kennt, ohne eine wirkliche Affinität für das jeweilige Medium, geschweige denn Genre, zu haben. Alles, was nicht zu 100 % Tipple-A-Blockbuster ist, fliegt schon unter deren Radar.

        • Naja so ganz unbedeutend ist der Reieh nicht:
          John Wick 1: Worldwide: $88,761,661
          John Wick 2: Worldwide: $171,539,887
          John Wick 3: Worldwide: $316,005,492 (bisher)

          Das wird wohl bald Begehrlichkeiten wecken.

          • Auhauherha! Hätte ich nicht gedacht, dass der dritte Teil so einschlägt. Ja, da nähert sich die Reihe tatsächlich so langsam den Sphären, in denen sie auch von den eigentlich am Thema desinteressierten Social-Media-Plärrern wahrgenommen werden könnte. Uns bleibt wohl echt nix erspart… 😉

    • Auch wenn’s inzwischen ein Gassenhauer ist:

      „They don’t want their own shit, they want OUR shit. They don’t even LIKE sports!“

      • Wenn sie sich wenigstens in der Bundeswehr diesbezüglich überzeugend austoben würden, könnte man sich ja – entspannt auf dem Diwan liegend und der Dinge harrend – sagen, ok, wir haben ein gutes Gefühl, wenn ihr uns verteidigt.
        Aber auch hier: Nur wegnehmen und kaputtmachen. Kippen vornüber, wenn sie eine PAK aufnehmen müssen, aber bei der nächsten Flecktarnwindel-Bestellung hurra schreien. So wird das nix.

    • “ Warum nicht was eigenes neues kreieren, statt sich nur faul, fett und bräsig in ein gemachtes Nest zu hocken?“

      Weil es eben nicht einfach nur “ faul, fett und bräsig“, sondern genuin destruktiv ist.
      Es geht nicht darum, etwas neues aufzubauen, sondern darum, den „alten, weißen, heterosexuellen Mann“ James Bond zu zerstören, zu „dekonstruieren“, wie sie das auch gern nennen.

      Ob es danach eine funktionierende weibliche 007 gibt, ist insofern zweitrangig.

      Daher bekommst du in einer Forumsdiskussion, in der du es fragwürdig findest, “ ständig weiße, männliche Figuren durch schwarze Männer oder Frauen (jeglicher Hautfarben) zu ersetzen“, eine Antwort wie „dass sich im Verlauf von Serien doch auch immer mal wieder einiges an dem Charakter oder der Grundstimmung ändert und er sähe da nicht, warum dann ein „Gender Swap“ (was für ein unfassbar bescheuerter Begriff) ein Problem darstellen sollte“, was ein ablenkungsmanöver der destruktiven Absicht ist.

      Mit „Mir wäre es aber neu, dass Menschen auch bisweilen so mal eben pauschal ihr Geschlecht und / oder ihre Hautfarbe ändern.“ lässt du dich auf dieses Ablenkungsmanöver ein – daher wirst du darauf auch noch eine Antwort bekommen, da kann man sich im Feld des Ablenkungsmanövers länger austoben.

      Sobald du aber das Ablenkungsmanöver nicht mehr mitmachst und den zentralen Punkt ansprichst – „dann stellte ich auch die entscheidende Frage: warum immer etwas vorhandenes umändern anstatt mal was eigenes auf die Beine zu stellen? […] ein Gewinn für alle: die, die so etwas gerne hätten, bekommen es, ohne dass man anderen das, was sie lieben, kaputtmachen muss“, bekommst du dann keine Antwort mehr. Du hast die Ablenkung durchbrochen und bist zum Kern durchgedrungen. Antworten können nur in neuen Ablenkungen bestehen, eine Antwort auf die Frage müsste ansonsten das destruktive Ziel bestätigen, was nicht sein darf.

      Der eigentliche Witz dabei ist, dass die meisten dieser diskutanden sich dessen nicht einmal bewusst sind – sie lenken nicht nur dich, sondern auch sich selbst vom Kern ab.
      Sie sind sich der eigenen destruktivität nicht bewusst – sie sind ja „die guten“, und „das Gute“ ist doch nicht destruktiv?
      AUf diese destruktive Seite hingewisesn zu wrden löst kognitive dissonanz aus, und das tut weh. Die selbstablenkung ist die gängige psychologische Reaktion auf kognitive dissonanzen.

    • „wo ich es fragwürdig fand, ständig weiße, männliche Figuren durch schwarze Männer oder Frauen (jeglicher Hautfarben) zu ersetzen.“
      Gegen das Argument, dass da nur „alte weiße heterosexuelle Männer“ ihre privilegien sichern wollen hätte ich mal eine andere Rückfrage bzw. Feststellung:

      Von diesen WHM (und auch von sonst niemand) hat noch niemand gefordert, von Ellen Ripley, Sarah Conner, Wonder Woman, Alita, Lara Croft, „Atomic Blonde“ Lorraine, Lucy oder sonst einer der durchaus zahlreichen weiblichen Action-Helden eine männliche Version zu basteln. Weil diese Figuren so, wie sie sind, funktionieren und geliebt werden.

      Entsprechend: Mokiert man sich, wenn in einem europäischen Märchen wie andersons kleiner Meerrjungfrau die Meerjungfrau zu einer schwarzen umdeklariert wird, ist das rassistisch. Käme jemand auf die Idee, den Halbgott Maui aus Moana (deutsch vainana) als weißen darzustellen, dann wäre das aber natürlich – auch rassistisch.
      Bzw. überhaupt: Aufschreie, weil irgendwelche Casts von Rollen von Dunkelhäutigen nicht dunkelhäutig genug besetzt wurden, hatten wir jüngst ja zu Hauf, und die waren natürlich voll in Ordnung, weil sie „rassismus“ entlarvten. Rassismus kann es laut (neuer) definition nämlich immer nur in einer richtung geben. In der umgekehrten Richtung ist es dann Rassismus, wenn man man das anspricht.

      • Lustig, dass du das ansprichst. In besagter Diskussion habe ich tatsächlich diesem Typen auch noch in der von mir beschriebenen Antwort auf seinen „Gender Swap“ die Gegenfrage reingedrückt. ob er es auch genauso in Ordnung fände, würde man in einem Reboot der Serie Shaft die Titelrolle von Channing Tatum spielen lassen. Naja, das in Kombination mit meiner Nachfrage nach dem Sinn, immer nur alte Franchises umzuändern statt mal was neues zu machen… Ja, ich sehe schon! Wirklich wenig überraschend, dass da keine Antwort mehr kam, denn es wäre schwer gewesen, all das zu beantworten, ohne sich selbst zu entlarven.

      • Selbstzitat:
        „Von diesen WHM (und auch von sonst niemand) hat noch niemand gefordert, von Ellen Ripley, Sarah Conner, Wonder Woman, Alita, Lara Croft, „Atomic Blonde“ Lorraine, Lucy oder sonst einer der durchaus zahlreichen weiblichen Action-Helden eine männliche Version zu basteln. Weil diese Figuren so, wie sie sind, funktionieren und geliebt werden.“

        In dem Zusammenhang stelle ich mal die analoge Frage zur heutigen:

        Würden „männliche“ Versionen der o.g. „funktionieren“, und wenn nein, warum nicht?

        Die einfache ANtwort ist erst mal:
        Will ich halt nicht. Will ich nicht sehen, ich mag die Figuren als das was sie sind.

        Tatsächlich finde ich die Frage bei einem Bond – James Bond – leichter zu beantworten als bei Ellen Ripley.

        Bei Wonder Woman steht die Geschichte der Fraueninsel dahinter – das ist ein Grund.
        Eine Männerinsel wäre etwas völlig anderes, und ein Mann auf der Fraueninsel erst recht.
        Sarah Conner ist die Mutter von John Conner, was integraler Kern der Story ist – nicht unvorstellbar, das mit dem Vater zu machen, aber es passt so schon besser.

        Aber Lucy, Ripley, Lorraine etc?
        Beim Nachdenken merke ich einfach: Es gibt wenig „harte“ Gründe, solche Figuren „grundsätzlich“ nicht gegen die mit umgekehrtem Geschlecht auszutauschen – aber es handelt sich jeweils um starke und individuelle Charaktere. Und die Geschlechtlichkeit spielt eben eine bedeutsame Rolle in der Persönlichkeit eines Menschen.
        Deshalb sind die Figuren mit getauschtem Geschlecht einfach nicht mehr die selben Figuren, sondern eben grundsätzlich ANDERE und werden auch als grundsätzlich ANDERE wahrgenommen – und somit für Fans der URSPRÜNGLICHEN Figur auch kein Erstatz.

        Eine ENTWICKLUNG einer Figur ist demgegenüber etwas völlig anderes – dabei kann sich der Charakter einer Figur durchaus stark ändern, die Figur sich aber dennoch treu bleiben (der entscheidende Fehler von D and D in Game of Thrones – Charakterentwicklungen völlig inkonsistent und willkürlich in den Handlungsverlauf hineinzupressen)

        Genderismus hat aber ein sehr angespanntes Verhältnis zu dem Umstand, dass das Geschlecht ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeit ist – es soll ja nur ein social construct sein, andererseits haut man es als nicht abtragbare Erbsünde den WHM jederzeit gerne um die Ohren.

        Daher fordert man gerne solche Rollenwechsel ein, in denen man das Geschlecht wechselt – aber nur in der politisch korrekten Richtung natürlich – und steht schon von Anfang an gespant wie ein Flitzebogen, ob man nicht geschafft hat, einen Fan der ursprünglichen Figur damit zu verärgern – um sofort und politisch korrekt auf ihn einzuhacken und als patriarchales frauenhassendes Arschloch zu brandmarken.

  8. Was man machen kann:
    Man kann eine analoge Figur eines weiblichen Agenten schaffen, die parallel zum originalen Franchise funktioniert.
    In gewisser Weise kann man so Lara Croft als weibliche Version von Indiana Jones sehen, auch wenn Lara Croft als Filmreihe bei weitem nicht so gut eingeschlagen hat wie Indiana Jones – dafür aber als das, als was sie ursprünglich gestartet war, also als Spiel.

    Man kann einen Film machen, in dem James eine weibliche Partnerin als Agentin zur Seite steht, und aus der dann eine Spin Off Serie machen.

    Aber das macht man nicht. Es geht offenbar nicht mehr darum, ein Franchise erfolgreich weiter zu führen, sondern um eine politische Agenda. Und die besagt, dass man „alte weiße Männer“ in Hauptrollen beseitigen muss, und wenn man dann vorhandene Franchises überhaupt noch fortsetzen will, dann tauscht man halt deren „alten weißen heterosexuellen männlichen“ protagonisten gegen junge, „farbige“, lesbische weibliche aus.

    • Als neues Franchise hätte sich z.B. „Atomic Blonde“ angeboten. Ich hab den vor einer Weile gesehen und fand den richtig gut. Die Handlung lässt sowohl für Prequels als auch für Fortsetzungen Möglichkeiten offen.

        • Verzeihung – da hab ich doch tatsächlich außer acht gelassen, daß es nicht darum geht, daß frau da was eigenes Neues aufbaut. Mein simples männliches Gehirn war da überfordert. Ich gelobe Besserung!

          • Du weißt aber: Entschuldigungen werden im Feminismus zwar eingefordert, aber niemals akzeptiert – Feminismus macht keine Gefangenen.

  9. Nur so als Hinweis:
    Trotz des female Ghosbusters debakels träumt Regisseur Feig von einer Fortsetzung:

    http://www.filmstarts.de/nachrichten/18518480.html

    „Wie Yahoo berichtet, hat der Filmemacher […] auf der Kinomesse CinemaCon in Las Vegas auf Nachfrage bestätigt, dass er liebend gern einen weiteren „Ghostbusters“-Film machen würde. Es liege am Studio, ob es dazu kommt. Er betonte, dass der Film in den vergangenen zwei Jahren einen beträchtlichen Publikumsstamm gewonnen habe. Außerdem bekomme er jeden Tag Nachrichten von Leuten, die große Fans des Films seien, darunter viele Frauen, die davon inspiriert worden seien, in „Ghostbusters“ Frauen als Wissenschaftlerinnen zu sehen.“

    Der Knaller ist natürlich der letzte Satz:
    Frauen(tm) seien inspiriert, die Ghsotbusters-Frauen als Wissenschaftlerinnen zu sehen…

    Ich hab ja schon oft mitbekommen, dass Naturwissenschaftler, namentlich Physiker und davon wieder namentlich Astrophysiker, von SciFi inspiriert waren – aber Ghostbusters?

    Welche Vorstellung von Wissenschaftlichkeit geistert (haha) denen da im Kopf herum?

    • Das der Regisseur, der den Flop fabriziert hat, nicht gerade DIE objektive Quelle ist…
      Wieviele Mails will er denn da pro Tag so bekommen? Hundert? Tausend?
      Wieviele der Mails sind von Leslie Jones? Das erinnert mich ein bißchen an die Folge von „TBBT“ in der Sheldon versucht, die Absetzung seiner Lieblingsserie rückgängig zu machen. :p

  10. Meine Antwort ist nein. Aber trotzdem ist es interessant, sich zu überlegen, genau wo.

    Erstens sollten wir nicht vergessen, wie flach JB eigentlich ist. Bis auf Teile von 2006 Casino Royale ist er ein emotionaler Robot, der sich kaum ändert. Wie wissen nicht, was ihn antreibt, was er denkt – und das interessiert uns auch nicht. Er ist eine Machine, der uns unterhält und nebenbei die Welt rettet.

    Trotzdem sind die Filme gut, oder zumindest faszinierend, wie andere mit den gleichen Mangelerscheinungen es kaum sind.

    Wir tun uns aber umsoschwerer damit, eine Frau als eine solche Machine zu sehen. Es gibt zwar mittlerweile etliche Versuche davon – doch während Bond Männer zu Tausenden tötet, brauchte man einen ganzen Film und exzellente Schauspielleistungen, um Grace Jones als so böse darzustellen, dass sie am Ende einen blutige Tod verdiente.

    Bond ist auch der parodische Inbegriff von einem attraktiven Mann. Stark, selbstsicher, schlagfertig, suave. Doch der Inbegriff von einer attraktiven Frau hat andere Qualitäten. Zwar können Frauen die Bond-eigenschaften haben, doch sie werden kaum zu ihrer Attraktivität beitragen – vor Allem, da die typisch attraktiven Merkmalen von Frauen, sowie Verletztlichkeit und Fruchtbarkeit (entschuldigt bitte die grobe biologistische Vereinfachung), im krassen Gegensatz zu den Anforderungen eines Bond-ählichen Charakters stehen.

    Ansonsten haben wir bereits eine Superagentin, die zwar nicht perfekt ist, aber faszinierend, exzellent geschrieben, und ausgezeichnet inszeniert und dargestellt: Homeland und die Figur von Carrie. Es funktionieren einfach nicht die gleichen Sachen für Männer wie für Frauen.

  11. Als schon „etwas länger hier lebender“ weißer hetero Mann, der die James Bond Filme aus den 70er und 80er Jahren regelrecht „verschlungen“ hat, gebe ich eine klare Antwort: NEIN!!!

  12. Gerade Eva Green als Vesper Lynd hat in Casino Royale in den ersten zwanzig Minuten sehr gut gezeigt, wie ein weiblicher Bond funktionieren würde. Allerdings frage ich mich schon, warum man mit so einem Charakter einen etablierten erfolgreichen Charakter kapern muss, anstatt etwas Eigenständiges zu produzieren, so wie Geena Davis in „Tödliche Weihnachten“ oder Angeline Jolie in „Salt“.
    Waren beides überzeugende Toughe Frauen nur ohne das Machismogehabe eines James Bond.

    Nur leider waren beide nur mäßig erfolgreich.

    Frauen in Action-Filmen funktionieren vielleicht doch eher als zweifelnde Kampfemanzen wie Katniss Everdeen oder Ripley die über sich hinauswachsen oder als megatoughe Sidekicks wie Naomie Harris in „28 Days Later“.

    • Ripley habe ich aber eigentlich auch nie als Kampfemanze empfunden. Effektiv gibt es in den ersten drei Filmen, in denen sie noch wirklich Ellen Ripley ist und nicht nur ein Klon, nur eine einzige Stelle, an der sie wirklich kämpft und das ist die Stelle am Ende von „Aliens“, als sie noch einmal, gegen den ausdrücklichen Rat von Bishop aber befürwortet von Hicks, in die Anlage zurückgeht um Newt rauszuholen (eine saugeile Stelle in dem Film, wie ich finde).

      Generell fand ich die Figur der Ellen Ripley insgesamt sehr glaubwürdig geschrieben. Sie war von Anfang an sehr willensstark, als Vorgesetzte im ersten Teil teilweise gar etwas burschikos, ab dem zweiten Teil auch sehr mutig aber es wirkte eigentlich nie so übertrieben, wie man es in der heutigen „Fempowerment-Zeit“ schon fast als Normalzustand akzeptiert hat.

      Aber auch hier: ganz entgegen der ständigen Unterstellungen, Männer hätten ein Problem mit „starken Frauen“, spielt Ellen Ripley wohl ohne Zweifel mit in der ersten Liga der Filmhelden. Es hatte schon seine Gründe, dass man sich im vierten Ableger eine derartige Nummer aus den Fingern saugen musste, um sie wiederzubeleben. Die Filmemacher waren sich scheinbar recht sicher: ein Alienfilm ohne Sigourney Weaver wird nicht funktionieren. Und das alles in einer Filmreihe, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine klar mehrheitlich männliche Fanbase haben dürfte. Und trotzdem imaginieren sich Feministinnen immer wieder, Männern würden geradezu die Schwänze abfallen, wenn sie die Zumutung einer weiblichen Filmheldin ertragen müssen. Aber so projiziert man eben schön und einfach den eigenen Sexismus schlankweg auf andere. So funktioniert Feminismus!

  13. Wer übrigens mal zwei gelungene Frauenfiguren in sonst Männerrollen sehen will, dem empfehle ich Judge Dredd (den mit Karl Urban als Judge Dredd)

    Sowohl sein Prüfling als auch die Bösewichtin sind durchweg überzeugend.

    • Die Bösewichtin halte ich für eine ziemlich schlechte Schauspielerin. Die scheint immer den gleichen Gesichtsausdruck zu haben. Die Rekrutin war gut.

  14. klar funktioniert ein weiblicher James Bond – ist in Deutschland bereits gecastet – heißt Greta Rackete.
    (Salvini in der Gerd Fröbe Rolle)

  15. Kann es sein, dass wir hier ein bisschen am Thema vorbei diskutieren? Wenn ich es richtig verstehe, wird James Bond auch im neuen Teil von Daniel Craig verkörpert. Im Anzug, mit Sonnenbrille usw.. Also ist und bleibt die Figur weiterhin weiß und männlich. Nur ist er im Ruhestand und der neue lizensierte Mörder des britischen Geheimdienstes ist halt eine schwarze Mörderin. Der Film wird natürlich trotzdem Scheiße, da der Plot ebenso vorhersehbar wie öde ist. Garantiert wird Bond seinen unwiderstehlichen männlichen Charme an der tollen Powerfrau ausprobieren müssen (ob er will oder nicht) und wird sich bombensicher einen Korb abholen. *GÄHN*

    Aber egal, ich mochte die Filme eh noch nie.

    • Ergänzung: Und natürlich wird die neue Agentin alles noch viel toller und besser können (man weiß ja, dass Frauen (TM) alles viel, viel, viel besser machen würden, wenn man sie nur ließe) und wird als Mega Mary Sue einfach nur öde und noch unglaubwürdiger sein.

    • Jein! Sicher wird hier nicht von jetzt auf gleich einfach ein weißer, männlicher Charakter in einen schwarzen, weiblichen umgeändert, so wie man es teils mit einigen Comic-Charakteren getan hat. Ich glaube, dass da wohl auch jedem klar gewesen wäre, dass das im Leben nicht angenommen werden würde. Der Flopp wäre vorprogrammiert. Nichtsdestotrotz ist es der Versuch, mit einer gewissen Übergangszeit von mindestens einem Film, die Figur James Bond, die man mittels zahlreicher Neubesetzungen über Jahrzehnte am Leben erhalten konnte, nun aus dem dann nur noch „007“ heißenden Franchise rauszuschreiben. Es wird also kein Charakter umgeschrieben, aber dennoch ein Mann durch eine Frau ersetzt. Die Agenda ist dieselbe, nur wird hier ein Weg versucht, auf dem man hofft, es den Zuschauern schmackhaft machen zu können.

    • „Kann es sein, dass wir hier ein bisschen am Thema vorbei diskutieren?“

      Jain.
      Es wurde schon richtig dargestellt: James Bond bleibt James Bond, aber 007 wird eine schwarze Frau.

      „Sicher wird hier nicht von jetzt auf gleich einfach ein weißer, männlicher Charakter in einen schwarzen, weiblichen umgeändert, so wie man es teils mit einigen Comic-Charakteren getan hat. “

      Nu ja – „die“ neue Thor ist auch eine frau, die sich halt als „würdig“ erwiesen hat, den Hammer zu lüpfen – während der männliche Thor sich als „unwürdig“ erweist. Was im Grunde eine sehr passende Zusammenfassung der feministischen Intention ist – der Mann ist unwürdig, würdig ist stattdessen nur die Frau.

      Karl Urban hat es bereits als „überfällig“ befunden, den weiblichen Thor im MCU einzuführen und Chris Hemsworth abzuservieren.
      Denn darauf läuft es letztlich hinaus – durch einen übergangshandlungsstrang wird die ursprüngliche Figur abserviert und entsorgt.

      Die hier durchgeführte Erzählfigur, aus der männlichen eine weibliche zu machen, ist also durchaus schon öfter benutzt worden und gut etabliert. Trotzdem stören sich Fans daran, dass genau das gemacht wird: eine etablierte (männlich) Figur durch eine andere (i.d.R. weibliche) Figur zu ersetzen. Und so zu tun, als wäre es noch die selbe.

      Was die SJW nicht verstehen:
      Leser würden sich genauso ärgern, wenn man ihre beliebten weiblichen Figuren in solcher Weise durch männliche ersetzen würde. Weil das aber politisch unkorrekt ist, macht das natürlich keiner.
      Deshalb können sie sich in der selbstgerechten Vorstellung suhlen, die Ablehnung käme daher, dass Männer durch Frauen ersetzt werden.
      Was falsch ist. Das könnten sie testen, indem sie Wonder Woman durch Wonder Man ersetzen würden, der fortan das magische Lasso schwingt und die magischen abwehr-armbänder trägt.
      Machen sie aber nicht. Vorurteile lassen sich so viel besser pflegen.

    • “ Garantiert wird Bond seinen unwiderstehlichen männlichen Charme an der tollen Powerfrau ausprobieren müssen (ob er will oder nicht) und wird sich bombensicher einen Korb abholen. “

      Und ist zwar nicht in der von Chris zitierten Quelle enthalten, wird aber in anderen Quelle durchaus schon genau so kolportiert – natürlich als „total überraschender“ plot twist, denn wer könnte sowas auch ahnen…

      • „natürlich als „total überraschender“ plot twist“

        „Originell“ wäre das bessere Wort gewesen.
        Es gilt als total originell, wie sich Bond an der neuen Top-Agentin als verführer die Zähne ausbeißt.

        Soooo originell. Haha, hätte man sich gar nicht ausdenken können…

        • „Es gilt als total originell, wie sich Bond an der neuen Top-Agentin als verführer die Zähne ausbeißt.“

          Wird aber auch Zeit, dass dieser Chauvi es mal heimgezahlt bekommt.
          Frage mich nur, wie man auf die Idee kommen kann, dass James Bond diese überbissige Kurzhaarversion eines schwarzen Horst Tappert anbaggern würde.

  16. Eine Jane Bond, die nur schwarz, aber nicht behindert ist, kann ich nicht ernst nehmen.
    Außerdem wird seit „Casino Royale“ und der Szene mit dem Stuhl ohne Boden James Bond schon von einer Frau gespielt.^^

  17. James Bond war ein britischer Gentleman-Spion. Eloquenter Frauenheld. M, Q und Miss Moneypenny gehörten ebenso dazu. Das Besondere waren die Gadgets, die immer irgendwie zur Rettung der Welt beigetragen haben.

    Das ging bereits mit Daniel Graig verloren, Auch wenn die neuen Filme nicht schlecht waren, hatten sie nicht den alten Flair. Der Mann hinter der Nummer war ohnehin austauschbar. Warum also keine Frau?

    Jane Bond ist keine neue Idee.
    „Mein Name ist Bond – Jane Bond. Diesen Satz wirst du wahrscheinlich nie hören.“
    https://www.zeitjung.de/bond-franchise-filme/

    Sag niemals nie. Vielleicht der nächste Filmtitel.

    Aktuell Charlies Engel mit drei Kickass Girlies anstatt gestandener Frauen. Der Trailer startet mit „Ich glaube, Frauen können einfach alles.“ Früher ließen die Damen keine Zweifel daran aufkommen, heute muss es explizit angesagt werden. Bosley ist nun weiblich.

    Irgendwann kommen im Gegenzug hoffentlich Charlies Bengel, Agent mit Herz und Arius der Meerjungmann.

    • „Aktuell Charlies Engel mit drei Kickass Girlies anstatt gestandener Frauen.“

      Kristen Stewart ist 29, Naomi Scott 26 und Ella Balinska 22 Jahre alt.
      Der vorige Charlies Angels film war aus dem Jahr 2000.

      Luci Liu war damals 31, Cameron Diaz 27 und Drew Barrymore 25 Jahre alt.
      Das ist richtig, das sind jeweils 1,2 und 3 Jahre älter.

      Aber einer 26 oder 27 jährigen abzusprechen, „gestandene Frauen“ zu sein und sie als „girlies“ zu bezeichnen – ist das nicht ziemlich sexistisch…?

      „Irgendwann kommen im Gegenzug hoffentlich Charlies Bengel, Agent mit Herz und Arius der Meerjungmann.“

      Der aktuelle Trend kennt allerdings ausschließlich eine Richtung, ein Versuch, es umgekehrt zu machen, würde sofort die politisch korrekten auf den Plan rufen, und es ist dann „Sexismus, Rassismus und Homophobie“.

      Entsprechend von der politisch Korrekten Skandalisierte „Vorfälle“ finden sich zu Hauff:

      Will Smith ist nicht schwarz genug:
      https://www.dailymail.co.uk/news/article-6774611/Will-Smith-faces-backlash-cast-play-Serena-Williams-father-new-biopic.html

      Gerard depardieu sowieso nichthttps://www.welt.de/welt_print/kultur/article6429839/Ist-Depardieu-nicht-schwarz-genug-fuer-Alexandre-Dumas.html

      West side story-Maria zu weiß
      https://www.telegraph.co.uk/news/2018/08/01/new-maria-cast-west-side-story-following-whitewashing-backlash/

      und so könnte man noch ziemlich lange weiter machen.

      Das Muster ist dabei immer gleich:
      Skandalisiert wird, wenn nicht schwarz oder weiblich genug.

      Leute, die eine Verschiebung hin zu weiblich oder farbig kritisch sehen, sind dagegen rassistisch oder frauenfeindlich motiviert.
      Bei den genannten „skandalen“ fällt auf, dass man höllisch aufpassen muss, in die „nicht gut genug“ falle zu tappen (Will Smith „nicht schwarz genug“)

      Mit Alexandre Dumas hat wohl jemand nicht aufgepasst.
      Der ist gar nicht die Hauptrolle, der Umstand, dass er eine schwarze Großmutter hatte, spielt offenbar keine Rolle in dem Film, und dann muss man diesen Hintergrund erst mal wissen.

      Und aufffällig ist schon die eindeutige Richtung der Presse:
      Ob Depardieu oder Will Smith „nicht schwarz genug“ ist, wird jedenfalls ernsthaft bis wohlwollend diskutiert.

      Kritik an einer farbige Meerjungfrau dagegen wird mit Spott überzogen

      https://www.stern.de/neon/feierabend/arielle–weisse-erklaeren–warum-meerjungfrauen-nicht-schwarz-sein-koennen-8790154.html

      „Weiße erklären, warum Arielle nicht schwarz sein kann und machen sich lächerlich“

      Drunter läuft es nicht, wenn man Kritik in der falschen Richtung äußert. Steigerung aber jederzeit möglich, im Spiegel wird man für dieses Vergehen gleich als Nazi beschimpft:

      https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/notmyariel-darf-arielle-schwarz-sein-meerjungfrauen-im-check-kolumne-a-1276445.html
      Der Untertitel mit dem Satzfragment „viele halten eine schwarze Meerjungfrau nicht aus“ beginnt noch ganz harmlos, der Text langt gleich in die Vollen:
      „Wenn heute über Nazis und Rechtspopulist*innen diskutiert wird, über Rassismus und andere Formen von Menschenverachtung, dann muss man immer wieder betonen, dass Menschen, die diese Art von Weltanschauung haben, nicht einfach nur dumm sind. Dass man auch als intelligenter Mensch Faschist sein kann. Dass man promoviert haben und trotzdem denken kann, Weiße wären eine übergeordnete „Rasse“.

      „Charlies Bengel, Agent mit Herz und Arius der Meerjungmann“ wird es daher so schnell nicht geben – in dieser Richtung macht das niemand planvoll und absichtlich, zu gefährlich, das kann die berufliche Existenz kosten, das passiert höchstens mal aus versehen. Und „Charlies Bengel“ passieren eben nicht aus Unachtsamkeit.
      Deshalb kann sein, dass Bosley nun weiblich ist – aber never ever werden im gegenwärtigen Klima „Charlies Bengel“ als männliches remake gemacht werden.

      Das dauert noch ein paar Jahre, bis der gegenwärtige Irrsinn vorbei ist.

  18. Analog könnte man vielleicht auch die Frage beantworten, ob es erfolgreich sein könnte, wenn man die ganzen Frauenzeitschriften (Gala, Tratsch, Königshäuser, …) mit einem erzieherischen Unterton fortan zunehmend von Frauen befreit und auf vorrangig auf Männer (Männermode, Schminktipps für Männer, Astrologie für Männer, …) auszurichten versucht.

    Meine Vermutung wäre, dass das bisherige Publikum (Frauen), welches an den vorigen Themen aus Frauensicht interessiert war, fortan weniger Interesse haben wird (erst recht, wenn es erzieherisch erfolgt), und für das angestrebte neue Publikum (Männer) kein wirklicher Markt in der bisherigen Größenordnung vorhanden sein wird. Also einfach ein Produkt an den Marktinteressen vorbei produziert wird. Selbst, wenn diese von Frauen zunehmend befreiten Frauenzeitschriften mehr und mehr auch auf Männerinteressen (Technik, Computer, Autos, …) ausgerichtet werden würden, würde das trotzdem die Männer in der Masse kaum interessieren, weil diese sich besser die bereits anderweitig richtigen speziell auf Männer ausgerichteten Zeitschriften holen könnten.

    Das ist ähnlich wie Frauenfußball. Mit einem großen Aufwand (große gekünstelte Medienpräsenz, geringe Eintrittskarten, …) mag man noch gewisse Achtungserfolge auch in diesen Bereichen erzielen können (z.B. Weltmeisterschaften), aber halt eben nicht dauerhaft. Im Alltag ist dieses Produkt (Frauenfußball) schlicht am Markt vorbei produziert und nur für ein kleines abnormales Zielpublikum interessant. Männer interessieren sich dafür in einer signifikant größeren Masse eben allenfalls nur dann, wenn sie insgeheim sexistische Träume haben dürfen (enge Höschen bzw. hautenge Kleidung der Frauen, Nacktkalender, …) und Frauen interessiert Fußball ganz allgemein eben nur dann, wenn sie für einen Spieler optisch schmachten können (z.B. Ronaldo) oder aber, wenn sie sich selber auf der Veranstaltung präsentierten und von den anwesenden Männern begehrt werden können (z.B. Public Viewing bei Männerweltmeisterschaften). Die Sportart selber oder für den Erfolg der Mannschaften brennt hingegen kaum eine Frau. Frauenfußball ist daher im Alltag auch ein stetiger Rohrkrepierer, weil das Produkt völlig an den Marktinteressen vorbei produziert wird und auch die größten linksfaschistischen Umerziehungsversuche nur kleine Strohfeuer entfachen können, die schnell wieder einschlafen, wenn die Umerziehungsmaßnahmen nicht aufwändig dauerhaft betrieben werden.

    Und die ganzen Umerziehungsversuche in Filmen ist das letztlich ähnlich. Wie bei dem Zeitschriftenmarkt sind Männer- und Fraueninteressen völlig unterschiedlich. Männer mögen in der Masse andere Dinge an Filmen als Frauen, was meiner Meinung nach letztlich vorrangig an den unterschiedlichen insgeheimen Sehnsüchten der Geschlechter liegt.

    So gehen Männer gerne in Filme, in denen (a) entweder geil aussehende Frauen sexy sind bzw. als Traumpartnerin wirken, weil sie von dieser Frau dann insgeheim träumen können oder (b) weil männliche Hauptdarsteller die Helden sind, weil sie gerne selber vom Heldsein träumen, um bei Frauen begeehrt zu sein.

    Frauen gehen hingegen gerne in Filme, in den (a) entweder geil aussehende Männer sind bzw. als Traumpartner wirken, weil sie von diesem Mann dann insgeheim träumen können oder (b) weil weibliche Hauptdarsteller eine große Liebensgeschichte erfahren und das erleben, was die Frau gerne selber erleben möchte (insbesondere von einem ranghohen starken Mann erobert zu werden) z.B. Pretty Woman.

    Und James Bond klappte deswegen für beide Geschlechter bisher relativ gut, weil letztlich von allem etwas für die Geschlechter dabei war. Die Frauen konnten von einem starken Typen wie James schmachten und die Männer davon träumen, so cool und erfolgreich bei Frauen wie James Bond zu sein. Zugleich waren die Bond-Girls auch für die insgeheimen Träume der Männer.

    Wenn man nun aber nicht das produziert, wovon die jeweiligen Geschlechter in der Masse insgeheim träumen, dann produziert man ziemlich zielsicher am Markt vorbei. Nur die wenigsten Männer träumen davon, einer Frau unterlegen zu sein und von einer starken ihm überlegenden Frau, die politisch korrekt nicht einmal mit ihren weiblichen Rundungen und weiblichen lieblichen Verhalten überzeugt. Und genauso wenig träumen – außer ein paar hirntote Feministinnen – Frauen davon, selber die aktiven Part zu übernehmen, große Risiken einzugehen und nach Leistungen (und nicht für die weiblichen Eigenschaften) begehrt zu werden. So ein Film wird an den insgeheimen Sehnsüchten der Menschen vorbei produziert.

    Zwar mag man wie bei Frauenfußballweltmeisterschaften auch damit noch gewisse Achtungserfolge erzielen, weil der Aufwand hoch ist (den früheren Männererfolg nutzend, teure Effekte, viel Aktion…), aber solche Filme werden halt die Sehnsüchte der Menschen nicht treffen und daher relativ belangloser „Spinat zu Ei“ bleiben. Frauen interessieren sich nicht nur deshalb plötzlich mehr für Actionfilme mit viel Explosionen und Showeffekte, weil die Hauptdarstellerin nun eine Frau ist, sondern werden in der Masse auch weiterhin wie bei den Frauenzeitschriften sich Frauenthemen bzw. Filme (emotional, Liebesgeschichten, …) zuwenden. Und für Männer können solche Art von Filme zwar grundsätzlich auch weiterhin interessant bleiben, weil es Actionfilme sind (Männer gehen ja auch zum Frauenfußball). Wichtig ist dann aber, dass die Frau als Hauptfigur sexy die sexuellen Fantasien der Männer anregt. Ansonsten gehen Männer auch weiterhin lieber (wie beim Fußball) lieber in Filme mit männlichen Hauptfiguren, von denen sie insgeheim träumen können, sie wären selber so toll wie die Hauptdarsteller. Fehlen hingegen beide Komponenten (männlicher Held und weibliche sexuelle Fantasien) werden selbst Actionfilme für Männer vergleichsweise belanglos werden.

    Halt sowohl in Bezug auf die Sehnsüchte der Frauen als auch der Männer am Markt vorbei. Aber wenigstens ein Sieg für den linken Faschismus und der diesbezüglichen Erziehungslager.

  19. Was hier noch nicht zur Sprache kam ist, dass es die Rollen des „weiblichen James Bond“ in vielen Bondfilmen bereits gibt, nämlich als seine weibliche Gegenspielerin. Oft hat der Villain eine weibliche Sidekick, die genau wie Bond ist: Hart, berechnend und Sex wird als Waffe eingesetzt, um Bond abzulenken. Nur fällt Bond niemals darauf herein und im laufe des Films muss diese Frauenrolle sterben. Beispiele sind die Rollen von Fiona Volpe in Feuerball oder Helga Brandt in Man lebt nur zweimal oder Elektra King in Die Welt ist nicht genug.
    Bezeichnend für diese Rollen ist, dass sie optisch oft attraktiv sind, aber von ihrem Verhalten her unweiblich und wenig attraktiv sind, insofern ist auch dem Zuschauer immer klar, dass Bond sich von denen nicht um den Finger wickeln lässt. Meistens werden sie von James Bond im Laufe des Filmes getötet.
    Dann gibt es die weiblichen Sidekicks der Villains, die nicht kalt berechnend sind, sondern eine gewisse Leidenschaft haben. Die lassen sich von Bond immer umdrehen und wechseln im Laufe des Films die Seite. Beispiel: Pussy Galore in Goldfinger oder Sévérine in Skyfall, die geradezu danach lechzt befreit zu werden oder Paris Carver in Der Morgen stirbt nie.

    Diese beiden Arten von Frauenrollen wären Vorbild für eine weibliche Geheimagentin, wobei die erste Art aufgrund von mangelnder Sympathie beim Zuschauer nicht wirklich funktionieren kann, weil zu kühl berechnend psychopathisch wirkt. Die reine Leidenschaft geht auch nicht, weil sie dann zu sehr Spielball ist.

    Es bräuchte also eine Mischung aus beidem. Sehr gelungen finde ich diese Mischung in den deutschen Fernsehfilmen Die Informantin 1+2. Das sind natürlich nur Fernsehfilme, aber wenn man sich rein auf die Konzeption der weiblichen Hauptfigur konzentriert, dann ist das sehr gut ausgedacht. Es geht um eine Frau, die dzau genötigt wird, als undercover-Ermittlerin in der organisierten Kriminalität zu arbeiten und dazu den Villain dazu bringen muss, sich in sie zu verlieben. Dafür muss sie dann natürlich auch mit ihm intim werden. Dafür spielt sie alles aus was sie hat, sie ist attraktiv, muss aber so tun als wäre sie schwer zu erobern, darf also nur geringen Bitchfaktor haben. Sie muss das game aus weiblicher Sicht perfekt spielen und tut das auch. Gleichzeitig spielt sie dieses game auch mit ihrem männlichen Kontaktmann bei der Polizei, der sich von ihr auch um den Finger wickeln lässt. Sie tut dies aber so sympathisch, dass sie als Identifikationsfigur für den Zuschauer taugt, auch wenn wir wissen, dass sie ihre Sexualität als Waffe einsetzt. Sie ist leidenschaftlich und machtbewusst.

    Was die jetzige Diskussion um James Bond angeht finde ich es eigentlich aus Marketingsicht genial gemacht, sofern es gesteuert ist, denn es gibt ja keinen weiblichen, schwarzen Bond, sondern Bond geht vorübergehend in Ruhestand und dafür bekommt ein anderer Geheimagent seine Nummer (zufällig ist dies eine schwarze Frau). Es ist für James Bond völlig bedeutungslos und taugt nicht einmal als Symbol für eine Ablöse von James Bond durch eine Frau oder jemand Dunkelhäutiges.
    Die Macher von James Bond dürften auch kaum die Risikobereitschaft haben, Bond wirklich mit einer schwarzen Frau zu besetzen. Schon allein weil die Produktionsgesellschaft unabhängig ist und allein vom Erfolg der Bond-Filme abhängt können sie sich dieses Risiko auch gar nicht leisten.
    Im übrigen gab es in den Bond-Filmen schon weiblcihe Geheimagenten als Sidekick zu ihm, z.B. Goodnight in einigen Filmen mit Roger Moore oder die Asiatin in Man lebt nur zweimal oder in Der Morgen stirbt nie. Er hat jetzt mit der etwas aktiveren Moneypenny auch schon einen weiblichen Sidekick.
    Was dagegen bei den Bondfilmen viel eher bald mal kommen könnte ist ein weiblicher Villain. Am ehesten gab es dies bisher mit Oberst Kleb in Liebesgrüße aus Moskau, sonst ist dort bisher Fehlanzeige. Das wäre auch aus Sicht der Fans kein Problem, bei Oberst Kleb hat es ja auch funktioniert (und das ist über 50 Jahre her).

    • „Beispiele sind die Rollen von Fiona Volpe in Feuerball oder Helga Brandt in Man lebt nur zweimal oder Elektra King in Die Welt ist nicht genug.“

      Nicht zu vergessen die eimalige Grace Jones als May Day in „Im Angesicht des Todes“.

  20. Pingback: Die, die nicht sexistisch und nicht rassistisch sein wollen… | Schwerdtfegr (beta)

  21. Achtung! SPOILERALARM Ocean’s 8
    Es wird auch interessant sein, was die weibliche 007 so machen muss. Vielleicht will sie ja z.B. die Kronjuwelen von Elisabeth I zurückholen, die bekanntlich von einer Bande vornehmlich amerikanischer Diebinnen entwendet wurden.

  22. James Bond zeichnet sich aus durch:

    1. Er kann kämpfen.
    2. Er ist scharfsinnig.
    3. Er hat auf überaus männliche Weise Erfolg bei Frauen, er verführt sie.

    Punkt 1 und 2 kann die Neue problemlos adaptieren. Interessant wird es, was das Anbandeln mit dem anderen Geschlecht angeht. Wenn Sie (wie oben schon angemerkt) auf männliche-dominante Weise die Männer erobert (oder eher in die Flucht schlägt), so Shade-mäßig nur mit getauschten Rollen,wird sie auch die Zuschauer in die Flucht schlagen.

    So wie James männlich war muss Lynch weiblich sein: Die Kerle mit schmachtenden Augenaufschlag und weiblicher Raffinesse um den Finger wickeln. Dann könnte es was werden.

    • „So wie James männlich war muss Lynch weiblich sein: Die Kerle mit schmachtenden Augenaufschlag und weiblicher Raffinesse um den Finger wickeln.“

      Is sie jetzt aber nicht wirklich…

      Da müssten die dann erst mal mit gehörig CGI ran.

      Das wird alles, nur kein 007 denn das Sexappeal von Bond war eine der Kernelemente des Characters. Von den anderen Qualitäten von der neuen Figur wissen wir nichts, aber besonders viel Sexappeal kann da nicht kommen…

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