EU-Parlament stimmt für von der Leyen als neue EU-Kommissionspräsidentin

Der Spiegel berichtet:

Zum ersten Mal wird eine Frau an der Spitze der Brüsseler Behörde stehen: Ursula von der Leyen hat die Wahl zur EU-Kommissionschefin für sich entschieden. Ihre Mehrheit im EU-Parlament fiel denkbar knapp aus.
Ursula von der Leyen (CDU) ist zur Nachfolgerin von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gewählt worden. Dafür musste sie eine Mehrheit der 747 Mandate im Parlament, also mindestens 374 Stimmen, erreichen. Auf sie entfielen 383 Stimmen, wie Parlamentspräsident David Sassoli mitteilte. „Ich bin überwältigt“, sagte sie als erste Reaktion auf das offizielle Ergebnis.

Über ihre Ziele aus einem anderen Artikel:

Sie formulierte unter anderem folgende Ziele:

  • Die Eurozone und die kontrollfreie Schengenzone sollen weitere EU-Staaten aufnehmen, sobald diese die Bedingungen dafür erfüllten;
  • von der Leyen will sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit unter EU-Kommissaren einsetzen. Als Kommissionspräsidentin will sie die EU-Länder auffordern, jeweils einen Mann und eine Frau als EU-Kommissar vorzuschlagen;
  • beim Klimaschutz soll Klimaneutralität eines der Hauptziele werden. Das heißt, Emissionen drastisch zurückzufahren und den Rest auszugleichen, etwa durch Aufforstung oder Speicherung;
  • der Sozialdemokrat Frans Timmermans soll zum ersten Vizepräsidenten werden, die dänische Liberale Margrethe Vestager soll eine starke Position erhalten. Beide waren bei der EU-Wahl im Mai als Spitzenkandidaten angetreten;
  • von der Leyen will sich für gemeinsame Regeln bei Asyl und Einwanderung stark machen. Es soll übergreifende Regeln geben, wer Anspruch auf Asyl in der EU hat und wer nicht;
  • von der Leyen will außerdem die Pläne für eine gemeinsame europäische Armee vorantreiben;
  • den vorliegenden Brexit-Vertrag findet von der Leyen gut, hofft aber weiter auf einen Verbleib der Briten in der EU. Kommt der Austritt, sei eine gute Beziehung zwischen EU und Großbritannien entscheidend, die Grenze zwischen Irland und Nordirland soll offen bleiben;
  • sie unterstützt die Forderung nach einer Demokratie-Konferenz zur Reform der EU.

Funktioniert ein weiblicher James Bond?

Der neue James Bond soll damit starten, dass Agent 007 aufgerufen wird und eine Frau, gespielt von Lashana Lynch, betritt als neue 007 den Raum.

Lashana Lynch

Lashana Lynch

 

James Bond ist in Pension gegangen. Anscheinend erhält die von Lashana Lynch gespielte Figur aber den Auftrag James Bond für eine wichtige Mission aus der Pension zurückzuholen. Was danach wird, ob Bond nach Erledigung des Auftrags die Walter PPK an diese übergibt und in Rente geht, bleibt ungewiss. Daniel Craig hat schon häufiger gesagt, dass der nächste James Bond sein letzter wird.

Das Internet überschlägt sich derweil im feministischen Lager mit der Vorstellung, dass James Bond nunmehr eine Frau ist, noch dazu eine schwarze und sich Leute darüber aufregen. Gleichzeitig regen sich Leute natürlich darüber auf, dass hier eine altbekannte Rolle so umgewandelt werden soll.

Meine Vermutung ist, dass der Wandel nicht endgültig sein wird. Zum einen glaube ich nicht, dass die Leute von der Umformung begeistert sind und insoweit die Fanbasis wenig Interesse an einem entsprechenden Film haben wird und zum anderen glaube ich, dass James Bond eine Figur verkörpert, die im männlichen Sinn macht, aber nicht im weiblichen.

Insoweit ist das für mich die eigentliche interessante Frage. Kann der Charaktere, der das eigentlich interessante an James Bond ist, bestehen bleiben, wenn man die Geschlechtertausch?

Wie soll man Bonds Charakter beschreiben?

Hier ein paar Versuche:

Sprezzatura

Die ersten Worte, an die wir denken, wenn wir James Bond beschreiben – zumindest die 007 der Filme – sind selbstbewußt auf eine coole, elegante Weise, charmant, weltgewandt. All dies ist die Abkürzung für Bonds höchste persönliche Eigenschaft, die die Höflinge der Renaissance seit jeher vorleben wollten: Sprezzatura. Das ist die Fähigkeit, selbst die schwierigste Aufgabe mit Flair, Anmut und Lässigkeit zu meistern, ohne eine Falte in der Kleidung zu bekommen oder Schweiß zu erzeugen. Bond ist nicht nur cool, er sieht immer cool aus, entspannt in seiner Haut, zu Hause in der Welt. Egal in welcher Umgebung, er ist der bestgekleidete Typ im Raum.

Aus der Wikipedia:

Connery gave the character a „spare, pared-down character … [with] inner bleakness along with the style“.[26] Connery played Bond with „the right mix of cool charisma, violence and arrogance … against which all others are judged“.[27] Raymond Benson perceived that Connery „embodies a ruggedness and an intense screen presence this transcends any preconceived notions about the character“.[28] Benson also noted that Bond was witty, but contains „an assured toughness that epitomises the machismo male„.[28] Roger Moore agreed with Black and Benson, commenting that „Sean was Bond. He created Bond. He embodied Bond and because of Sean, Bond became an instantly recognisable character the world over—he was rough, tough, mean and witty … he was a bloody good 007″.[29] However, despite his charm and virility, Connery was characteristically laconic in his delivery.[30][31] Christopher Bray says of him that „in his single-minded, laconic, mocking, self-sufficient vanity, Connery’s Bond was the epitome of sixties consumer culture“.[32]

Connery identified where he had altered the character for the films, saying „I said to the producers that the character had one defect, there was no humor about him; to get him accepted, they’d have to let me play him tongue-in-cheek, so people could laugh. They agreed, and there you are: today Bond is accepted to such an extent that even philosophers take the trouble to analyze him, even intellectuals enjoy defending him or attacking him. And even while they’re laughing at him, people take him terribly seriously“.[33] Connery went on to add that „Bond is important: this invincible superman that every man would like to copy, that every woman would like to conquer, this dream we all have of survival. And then one can’t help liking him“

zumindest der frühere Bond hatte eine gewisse aristokratische Art an sich, eine gewisse Lässigkeit, gepaart mit einem gewissen Witz. Im Pick-up würde man sagen, dass er cocky comedy verkörpert, also die Fähigkeit gleichzeitig eine gewisse Erhabenheit auszustrahlen, die Status verleiht und dennoch einen gewissen Witz zu haben, weswegen man in Markt und damit auch den Status akzeptiert. dazu kommt eine gewisse amoral, eine zu Gewandtheit zu den Genüssen der Welt. Zu diesen zählen in dieser Hinsicht auch und gerade Frauen.

Dieser James Bond ist mit der letzten Inkarnation über Daniel Craig etwas actionlastiger und weniger Gentleman geworden.

James Bond ist insoweit ein klassischer Alphamann, der selbst der heikelsten Situation herauskommt und dabei noch eine Frau erobert, auf witzige und charmante Weise frech ist. Natürlich hat er dabei eine gewisse „Plot Armor“, gerade was Frauen angeht: Er kann frech und charmant sein und auch so wirken, weil die Frauen es durchweg gut finden.

insoweit ist James Bond eine Figur, die tatsächlich stark darauf ausgerichtet ist, dass sie ein Mann ist, einfach weil sie männliche Attraktivität verkörpert.

Ein weiblicher James Bond mit den gleichen Charaktereigenschaften würde vollkommen anders wirken. Allein schon, weil eine Wirkung von Frauen auf Männern ganz anders erzeugt wird als eine Wirkung von Männern auf Frauen. gerade eine aktive Frau kann weit weniger durch Verhalten erobern, da die meisten in der ohnehin schon mit ihr schlafen wollen. Ist sie hingegen nicht so attraktiv, dann wirkt der Sexappeal evtl nicht stark und auf eine charmante Weise frech, sondern eher billig. es ist hier bei Frauen ein wesentlich schmalerer Grad.

ein weiblicher James Bond, der immer wieder Männer verführt zu bedeutungslosen Sex, keine großen Gefühle zeigt außer amüsierter Überlegenheit und einen gewissen Witz, gerade immer Herr der Lage bleibt und in dieser besonnen reagiert, dazu ausgestattet mit technischen Gadgets, ich glaube nicht, dass das die Wunschvorstellung von Frauen ist. Und die Fantasie einer solchen Frau spricht auch nicht Männer besonders an.

Damit ist die Rolle aus meiner Sicht nicht zu übertragen. Der Versuch, das vorzunehmen, muss insoweit scheitern und eine vollkommen andere Figur kreieren, die mit dem eigentlichen Bond nichts mehr zu tun hat.

und dann kann man auch gleich eine weibliche Helden neu erschaffen, mit besser hierzu passenden Charaktereigenschaften und eine besser ausgestalteten Rolle. Natürlich hat man dann nicht einen alten weißen Mann durch eine schwarze Frau ersetzt. Aber wenn eine Figur die Rolle des endlich nicht ausfüllen kann, daran das ganze Konzept scheitert und man dann doch wieder zu einem Mann zurückkehrt, dann ist das letztendlich wohl kaum ein Gewinn