Selbermach Samstag 246 (13.07.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

Entgelttransparenzgesetz: Kaum einer fragt, was der Kollege verdient

Ein Bericht über das seit 2 Jahren in Kraft befindliche Entgeldtransparenzgesetz:

Seit gut zwei Jahren ist das sogenannte Entgelttransparenzgesetz in Kraft, mit dem Ziel, „das Gebot des gleichen Entgelts für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit durchzusetzen“, wie es am Anfang des Gesetzestextes heißt. Wer in einem Unternehmen mit mindestens 200 Mitarbeitern arbeitet, kann mittels des Gesetzes Auskunft darüber verlangen, was Kollegen des anderen Geschlechts in gleicher oder gleichwertiger Tätigkeit brutto im Monat verdienen – sofern es denn mindestens sechs Beschäftigte in einer vergleichbaren Tätigkeit gibt.

Bislang haben diese Möglichkeit allerdings nur äußerst wenige Beschäftigte genutzt. Gerade einmal 4 Prozent der Befragten stellten einen entsprechenden Antrag, wie aus einem für das Familienministerium erstellten Gutachten hervorgeht. Ministerin Franziska Giffey (SPD) kleidete das enttäuschende Resultat in möglichst positiv klingende Formulierungen: „Die erste Überprüfung des Gesetzes zeigt, es war ein erster wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz“, sagte sie. Allerdings müssten die mit dem Gesetz einhergehenden Instrumente und Möglichkeiten bekannter gemacht werden. Die Autoren des Gutachtens empfehlen außerdem die Vereinfachung des Auskunftsverfahrens und eine Erhöhung der Aussagekraft der Auskunft durch die Erweiterung der zu gewährenden Informationen.

Aus dem Bericht:

Erst einmal zwei Grafiken:

Da sieht man schon, dass in den meisten Unternehmen die Entgeldgleichheit kein großes Thema ist. Zu vermuten ist, dass es wenn eher von der Leitung aus politischen Gründen dazu gemacht wird.

Auch faszinierend: in 59% der Unternehmen spielt es keine Rolle und dort sagen 82% „weil es gleiche Löhne bereits gibt“. Kaum jemand sagt, dass es die Führung nicht interessiert, die meisten sehen sich schon durch einen Tarifvertrag geschützt (der natürlich dennoch einen unbereinigten Gender Pay Gap erzeugt).
Erstaunlich eigentlich, wenn Frauen im Schnitt im angeblich gleichen Job 21% weniger verdienen, wie gerne der Eindruck erzeugt wird.

Das Gesetz ist auch relativ bekannt und den Leuten ist bewußt, dass man Männern und Frauen gleich viel zahlen muss.

Dann die eigentlichen Zahlen:

Interessant auch die Gründe warum es Leute nicht machen:

Weil es eh schon fair und transparent ist und weil sich nichts ändern würde macht schon den ganz wesentlichen Teil aus.

Ich habe den Bericht nur überfolgen. Aber was mir besonders auffällt ist, dass dort keinerlei Daten enthalten sind, die nach Geschlecht aufgeschlüsselt worden sind.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Geschlecht hier nicht abgefragt worden ist, denn es wäre ja gerade ein toller Nachweis, wenn man sehen kann, dass es die Männer nicht interessiert, die Frauen aber wesentlich mehr Interesse haben und eher nachfragen.

Meine Vermutung wäre, dass hier auch die Nachfragenden, also die die den Antrag gestellt haben, eher Männer waren. Wenn jemand Zahlen findet, die ich übersehen habe: Bitte bescheid sagen