Das „vor 100 Jahren“ Argument

In vielen Diskussionen komm das Argument, dass Frauen vor 100 Jahren noch nicht dies oder das durften und schon deswegen und deswegen heute noch die Welt ungerecht ist. Das geht vom Wahlrecht bis zum studieren bis zu diversen anderen Sachen. . Vergessen wird, dass auch die meisten Männer noch nicht sehr lange wählen oder studieren dürften und im Gegenzug dafür sehr häufig in Kriegen verheizt worden sind oder zu Fronarbeiten herangezogen worden sind.

Weitaus eher finde ich aber eigentlich das Argument beschämend, dass man nach 100 Jahren immer noch unterdrückt und benachteiligt sein soll. 100 Jahre sind eine sehr sehr lange Zeit. Wer kann sich wirklich noch darauf berufen, dass vor 100 Jahren alles anders war, wenn es das jetzt eben nicht mehr ist? Und ab welcher Zeit darf man dann eigentlich sagen “ es ist 100 Jahre her strengt euch doch einfach mal an, wenn ihr eine Änderung wollt“.

Mir scheint, dass mit dem 100 Jahre Argument eigentlich mehr verdeckt wird als wirklich belegt werden kann. Es soll in dieser Hinsicht wohl ein kurzer Zeitraum sein, der deutlich macht, dass Frauen noch gar nicht mehr gemacht haben können. Aber dennoch steht ja den heutigen Frauen alles offen, selbst wenn die Frauen in den sechziger Jahren gegebenenfalls noch nicht so weit waren. Es werden lediglich eine Frage des Zeitablaufes und die jüngeren Frauen können sich nicht darauf berufen, dass Frauen in den Sechzigern noch stärkere Rollenbilder geprägt waren. Sie müssen dann eben selbst gucken, ob sie nunmehr Physik, Informatik, Maschinenbau etc. studieren und sich Partner suchen, die auf die Kinder aufpassen, wenn sie Karriere machen wollen. Bereits jetzt studieren mehr Frauen als Männer,allerdings eben zu einem großen Teil die falschen Fächer. Hier dürfte der Feminismus auch übersehen, dass ein Allmenden Problem vorliegt.

Ein allgemeines „es bestehen immer noch viele Hindernisse, weil nur 100 Jahre vergangen sind “ sind noch nicht mal ein Argument, es ist eine Behauptung ohne Beleg. Man könnte dies auch umkehren: Wenn Frau es in 100 Jahren gar nicht schaffen, dann muss wohl bei Ihnen etwas schief laufen. Gerade wenn man ansonsten freie Wahlen hat.

Tatsächlich läuft gar nichts schief. Männer und Frauen haben schlicht andere Interessen setzen andere Schwerpunkte. Dennoch finde ich das 100 Jahre Argument bereits im Ansatz nicht überzeugend. Habt Ihr mal eine intelligente Version davon vorgefunden?