Wahrscheinlichkeit, dass eine Geldbörse mit oder ohne Geld zurückgegeben wird (nach Ländern)

Interessant wäre eine Aufschlüsselung nach zB Wohlstand oder anderen Faktoren. Welche könnten nach eurer Meinung eine Rolle spielen?

9 Gedanken zu “Wahrscheinlichkeit, dass eine Geldbörse mit oder ohne Geld zurückgegeben wird (nach Ländern)

  1. Auffällig ist das Ehrlichkeit in osteuropäischen Staaten stärker ist als man es anhand anderer Indikatoren erwarten würde und in angelsächsischen Ländern schwächer. Ein weiterer markanter Ausreißer ist Argentinien, das über den Staaten aus dem gleichen Kulturraum liegt, obwohl es bei den verbreiteten Entwicklungsindikatoren zurückliegen dürfte.

  2. Wohlstand dürfte wohl ein wichtiger Faktor sein. Und dabei, zumindest wenn man manchen „Social Video Experiments“ glauben darf, sind die Wohlhabenden eher unehrlich, weil gierig, während ärmere Menschen eher dazu neigen, gefundenes Geld zurückzugeben.

    In einem Videoexperiment heftet sich jemand USD-Scheine an die Jacke, jeder darf sich nehmen, was und wie viel er will. Bezeichnenderweise sind der Anzugträger und die feine Dame recht großzügig zu sich selbst, während ein „Penner“, der es ja gerade nötig hätte, nur ein paar Dollar nimmt.

    Sinngemäß meint er, er bräuchte nicht mehr, das restliche Geld sollte lieber untere Andere verteilt werden. Beschämend für so manchen „normalen“ Bürger, der ärmere Menschen als „asozial“ bezeichnet.

  3. „Interessant wäre eine Aufschlüsselung nach zB Wohlstand oder anderen Faktoren. Welche könnten nach eurer Meinung eine Rolle spielen?“
    Einkommen und Vermögen des Finders z.B.
    Aber auch der genaue Inhalt der Börse
    Beides in Kombination

    Würde ich z.B. die Brieftasche von Friederich Merz mit zwanzig Fünfhundertern darin vor einer üblen Kaschemme finden, wäre nicht ganz auszuschließen, daß ich sie etwas erleichtert in den nächsten öffentlichen Briefkasten einwerfen würde.

    Bei einem Geldtäschchen einer ebenfalls prekär lebenden alten Oma, mit zwei Zwannies drin, würde ich das ganze Paket persönlich abliefern und darauf bestehen, daß max. ein Glas Wasser Finderlohn genug wäre.

  4. Die mexikanische Soziologin María Amparo Casar hat ein Untersuchung über die Korruption in mexiko veröffentlicht: https://imco.org.mx/politica_buen_gobierno/mexico-anatomia-de-la-corrupcion/

    Ihr Ergebnis ist, dass in Mexico die Korruption weit berbreitet ist und großen wirtschaftlichen Schaden anrichtet; ohne Korruption wäre das mexikanische BIP um mehrere Prozent größer.

    Alle wissen um die Korruption und davon, dass sie auch ihnen ganz persönlich schadet, aber gleichzeitig geben die meisten zu, selber korrupt zu sein. Auf die Frage warum antworten sie 1) Da lles korrupt sind, hat man nur Nachteile, wenn man selber ehrlich ist; niemand will der Dumme sein, der sich ein Schnäppchen entgehen lässt. Und 2) ist der Staat bzw. seine Vertreter, deren Aufgabe es wäre, die Korruption zu bekämpfen, selber korrupt. Es ist schon vorgekommen, dass Leute, die Korruption angezeigt haben, Besuch von den Gorillas des Angezeigten bekamen, bevor die Staatsanwaltschaft aktiv wurde.

    Also die Denkweise ist: Ich bin doch nicht der einzige Dumme, der ehrlich ist, und schon garnicht in einem Staat, der mich nicht unterstützt. Klassisches Gefangenendilemma; niemand will den ersten Schritt tun zur Verbesserung der Verhältnisse.

    So dürfte es auch im Fall der gefundenen Brieftasche sein: Je geringer die Wahrscheinlichkeit ist, dass man mir meine Brieftasche wiedergeben würde, wenn ich sie verliere, desto weniger Grund habe ich, meinerseits eine gefundene Brieftasche ihrem Eigentümer wiederzugeben.

    • Das entspricht recht genau meiner Einschätzung dazu.
      Ich ergänze, daß vieles darauf hindeutet, daß dieses Verhältnis zur Korruption mit zunehmender Macht und entsprechend hohem Einkommen, oder entsprechender Machtposition eklatanter wird.
      Klassische Kurzformel: Macht korrumpiert!
      W.h. ( drastisch formuliert ): Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Angehöriger des unteren Prekariats, einen verlorenen Gegenstand relativ geringen Werts an seinen Eigentümer zurückgibt, ist bedeutend ( vermutlich sogar überproportional ) höher, als daß z.B. ein Spitzenpolitiker, oder Konzernchef auch nur annähernd bereit ist, wenigstens das gesetzliche Mindestmaß an Steuern freiwillig zu entrichten.

  5. Homogenität & Soziales Kapital.
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass Japan die Schweiz in der Beziehung sogar noch überflügelt.

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