Weibliche Aggression und Kontrolle des Partners in einer Beziehung

Ein interessanter Artikel zu weiblicher Aggression und Kontrolle des Partners in einer Beziehung:

Women are more likely than men to be aggressive and controlling towards their partner, according to a study.

The research found that women showed controlling behaviour along with serious levels of threats, intimidation and physical violence when in a relationship more often than men.

More than 1,000 young men and women were questioned about any “Intimate Partner Violence” (IPV) they had inflicted on a girlfriend or boyfriend, or been subjected to themselves.

The results are in contrast to earlier studies which suggested women are almost always the victims of such behaviour.

Dr Elizabeth Bates, who led the study at the University of Cumbria, said: “Previous studies have sought to explain male violence towards women as arising from patriarchal values, which motivate men to seek to control women’s behaviour, using violence if necessary.”

“This study found that women demonstrated a desire to control their partners and were more likely to use physical aggression than men.

Das ist auch so eine Sache von feministischen Theorien: Wenn sich ihre Grundlage als falsch herausstellt, weil die Frauen das gleiche machen, was ist dann mit ihren Theorien? Und was, wenn die neue Grundlagenermittlung sogar dazu führt, dass man eigentlich die Erkärung umdrehen könnte?

“It wasn’t just pushing and shoving,” said Dr Bates, who presented the results at a meeting of the British Psychological Society in Glasgow. “Some people were circling the boxes for things like beating up, kicking, and threatening to use a weapon.

“In terms of high levels of control and aggression, there was no difference between men and women.”

Kein Unterscheid zwischen Männern und Frauen und auch nicht in der „Intensität“. Es passt zu dem klassischen Bild der Frau, die mit dem Nudelholz in der Hand auf den Mann wartet.

A study in the 1990s led by the US sociologistProfessor Michael P Johnson coined the term “intimate terrorism” to describe controlling behaviour in a relationship.

He found that such “terrorists” are almost always men, a claim which Dr Bates refutes, pointing to the fact that Professor Johnson’s study looked at men in prison and women in refuges, rather than more typical members of the public.

Auch ein guter Ausgangspunkt für eine Studie: Man befragt typische Täter des einen Geschlechts und typische Opfer des anderen Geschlechts und stellt dann fest, dass die Täter häufiger Täter und die Opfer häufiger Opfer sind. Ein anderer beliebter Trick: Gleich nur ein Geschlecht befragen.

“The stereotypical popular view is still one of dominant control by men,” Dr Bates added. “That does occur but research over the last 10 or 15 years has highlighted the fact that women are controlling and aggressive in relationships too.

“A contributing factor could be that in the past women have talked about it more. Now there is more support for men and more of them are feeling comfortable coming forward.”

Und da zeigt sich auch gerne die Einseitigkeit des Feminismus, der einerseits anführt, dass Männer ihre Gefühle zeigen sollen und auch zu Schwächen stehen sollen und ihnen dann, wenn man über Gewalt gegen Männer redet, eher vorhält, dass das aber dann jedenfalls ein Einzelfall und  nicht strukturell ist oder es als „Mimimi“ abtut.

Mark Brooks, chair of theManKind Initiative, which offers support for male victims of domestic abuse, said the research was „game changing“.

„No-one can ever now say that violence against a man from a female partner should be treated less seriously than domestic violence committed against a woman,“ he said.

„At the charity we’re not surprised at the findings, because of the type of calls we get to our helpline every day. What concerns us still is the lack of awareness and services available to support those men suffering in this way.

„The Government, local authorities and the police must do more to ensure that domestic abuse against men is viewed and treated in exactly the same way as it rightly is for female victims.“

Das die andere Sicht vorherrschend ist wirkt sich dann auch wieder bei Gewaltschutzgesetzen aus, bei denen dann eher der Mann aus dem Haus geschmissen wird und der Frau eher geglaubt wird, dass sie sich eben nur gewehrt hat.

26 Gedanken zu “Weibliche Aggression und Kontrolle des Partners in einer Beziehung

  1. „Professor Johnson’s study looked at men in prison and women in refuges, rather than more typical members of the public.“

    Das Johnson mit der Studie überhaupt an die Öffentlichkeit gegangen ist?! Schlimmer ist eigentlich, das ihm die Studie nicht gleich um die Ohren gehauen und, nicht nur das, sondern die auch noch als Grundlagenwerk verwendet wurde. Was für ein Schund, aber wenn es um feministische Wissenschaft geht, hat das leider Methode: man fragt nur Frauen nach Opfererfahrung und schlussfolgert daraus das nur Frauen Opfer sind.

    Solche Leute müssten von jeglicher öffentlicher Finanzierung ausgeschlossen werden.

    • Im Gegenteil

      Michael P. Johnson (Ph.D., University of Michigan) is Emeritus Professor of Sociology, Women’s Studies, and African and African American Studies at Penn State, where he taught sociology and women’s studies for over thirty years and was designated an Alumni Teaching Fellow, Penn State’s highest teaching award. He is an internationally recognized expert on domestic violence, invited to speak at conferences and universities throughout the United States and around the world. His current research focuses on the implications of differentiating among types of violence in intimate relationships, and he consults regularly with community organizations and government agencies regarding domestic violence policy

      https://sociology.la.psu.edu/people/mpj

      Johnson describes his definition of feminism as:
      “ You’re a feminist if you believe that
      (1) men are privileged relative to women,
      (2) that’s not right, and
      (3) you’re going to do something about it, even if it’s only in your personal life.

      http://bit.ly/2JiI6VJ

      • Was „Im Gegenteil“? Das genau das Gegenteil leider Realität ist und solche Scharlatane und Heuchler ordentlich aus öffentlichen Kassen schöpfen können? Solange Feminismus für die Öffentlichkeit bestimmt was wahr ist und was nicht, wird sich daran auch nichts ändern. Da kann es über 300 internationale Studien zu häuslicher Gewalt geben die dem feministischen Mantra vom dem bösen Mann und der immer unschuldigen Frau widersprechen und sie werden trotzdem behaupten das hauptsächlich Männer die Täter und Frauen die Opfer sind und man sich jetzt deswegen ERSTMAL um Frauen kümmern muss und das 2001. Frauenhaus bauen, anstatt vielleicht mal ein 5. Männerhaus.

        Diese Frauen hier z.B. schließt einfach vor der Realität die Augen und wird die Lüge erzählen, die sie schon tausend mal erzählt hat:

        Sie ist die Leiterin der größten feministischen Organisation in den USA. Und die „gemäßigten“ Feministinnen sehen ja auch nicht ein das Feminismus das Problem ist und für diese Ungerechtigkeiten sorgt:

        https://allesevolution.wordpress.com/2017/12/16/wie-feministen-und-andere-frauenorganisationen-aktiv-zu-verhindern-versuchen-dass-eine-hilfe-fuer-maenner-aufgebaut-wird/

        • „Unfassbar“

          Nein, logisch.
          Eine etwas komplexere Denkweise wäre gar nicht in der Lage, so einen Stuss in Text zu fassen und zu verbreiten. Sie müsste an den kognitiven Dissonanzen irre werden.

  2. Recht interessanter Text, wenn auch für „uns Insider“ nix wirklich neues.

    Richtig spannend ( Semi-OT ) ist die DeepL-Übung, dazu! Da kann man einiges zum Thema „algorithmisierte Feedback-Ranking-Systeme“, ugs. „KI“, lernen! Und auch über sprachliche Entwicklungen, die sich nicht mal eben so algorithmisch berechnen lassen ( zumindest noch nicht, aber DeepL arbeitet dran! ).

    • DeepL aber nicht … 😉

      Daß das Geschlechterkampfproblem schon locker über zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, setze ich ( hier ) einfach als bekannt voraus.

  3. Ebenfalls beachten – aus dem Artikel, auf den sie sich beziehen: http://clok.uclan.ac.uk/13400/1/13400_Bates%20et%20al.,%202014%20Testing%20predictions%20from%20male%20control%20theory.pdf
    > IPV [„intimate partner violence“] was found to be associated with physical aggression to same‐sex non‐intimates, thereby demonstrating a link with aggression outside the family. …
    > The overlap we found between IPV, same‐sex aggression and controlling behavior also relates to typology studies that have suggested that IPV can be part of a more generally aggressive interpersonal style

    Vulgo: Wer gegenüber seinem Partner aggressiv ist, ist häufig auch außerhalb der Beziehung aggressiv. Wie überraschend.
    Es herrscht hierzulande freie Partnerwahl; mit wem man sich einlässt, ist das Ergebnis der individuellen Kosten-Nutzen-Kalkulation. Und dass man dann in der Partnerschaft etwas auf die Fresse bekommt, ist häufig alles anderes als unvoraussehbar. Man hätte es sich selbst zusammenreimen können, wenn man das Verhalten des Partners analysiert.

  4. Dass Männer eher als Frauen aus einem Haushalt geworfen werden, damit die Nachbarn wieder schlafen können ist mMn kein gesetzliches Problem, sondern das ergibt sich aus der Einschätzung der Polizei, wen sie eher rauswerfen sollen damit wieder Ruhe ist.
    Deren Verfügungsgewalt will ich denen natürlich lassen, weil sie diejenigen sind, die sich mit solchen Querelen befassen müssen. Sondern ich will darauf hinaus, dass dieses konkrete Problem nur durch Änderung der öffentlichen Meinung behoben werden kann.
    ZB durch einen Feminismus der sich an die eigene Nase fasst (*lol, als ob)

    • Jain, die Polizei ist lediglich Scherge und führt Befehle aus. Dazu wird sie intensiv geschult, trainiert und gehirngewaschen. Bei der öffentlichen Meinung ist es letztendlich wenig anders, da wird die Gehirnwäsche über die systemkonformen MS-Medien betrieben, was dann Freiwilligkeit und Eigenständigkeit ( bis hin zu „Informiertheit“ ) vorgaukeln soll. Die dahinterstehenden Handlungsanweisungen kommen aus der gleichen Lobbyecke.

      Elmar hat gerade ein Telefoninterview mit R. Mausfeld verlinkt, der das ganze am Beispiel der Hasserzeugung durch „abstrakte“ verinnerlichte Ängste erläutert. Da der tatsächliche Gegner nicht fassbar, ja noch nicht mal mehr erkennbar ist ( Übernahme diskordischer Prinzipien durch die globalen Lobbies , sog. „Eliten“ ), werden Probleme irrationalisiert und auf „Symptomträger“ projiziert.
      Grundsätzlich nix anderes als das gute alte Divide et Impera, nur eben für Leute, die sich höchstens oberflächlich damit beschäftigen, wenn überhaupt, kaum noch erkennbar.

  5. Ich will da aber ein paar Tropfen Essig in den Wein träufeln – Ihr könnt mich gerne korrigieren und kritisieren – das ist alles ganz frisch überlegt und ins Unreine gesprochen.

    Ich meine der private Umgang miteinander war weitgehend Tabu und ist erst in den 70ern durch Feministinnen öffentlich diskutiert worden, verbunden mit dem Aufkommen von Frauenhäusern. Das haben Frauen aus der Taufe gehoben, als es noch nicht Mainstream war und ich erinnere mich nicht, dass sich zeitgleich Männer in ähnlichem Ausmaß zu Wort gemeldet hätten mit einem „Ihr doch genauso!“, was ja auch, wenn es vorgekommen ist/wäre wohl eher als Abwiegeln verstanden worden wäre, nicht als Schulterschluss der Opfer familiärer Gewalt.

    Zum Teil mag es Beziehungen geben, in denen beide zu körperlicher Gewalt greifen, zum Teil wird es aber wohl auch eine einseitige Sache sein, und die Gefahr liegt natürlich auf der Hand, dass Äußerungen von Männern über erlittene Gewalt als Entschuldigung missverstanden werden für ausgeübte Gewalt.

    Dass sich mit dem institutionalisierten Feminismus die Lage gewandelt hat ist dann ein späteres Kapitel der Geschichte.
    Wenn man die Ächtung von Gewalt zur Konfliktbewältigung insgesamt anstrebt, dann kann man die ersten Schritte als Aufbruch begrüßen und muss nicht in ein Gegeneinander-Aufrechnen entlang von Geschlechtergrenzen verfallen: Es kann dein Sohn, deine Tochter sein, die Opfer/Täter wird, deine Mutter, dein Vater, die Schwester der Bruder.
    Zivilisiert wäre es, den Schutz aller einzufordern und sich vielleicht nicht jeder Organisation von Mobs die Täter an den Pranger stellen anzuschließen, wobei das natürlich eine Gratwanderung ist, Öffentlichkeit zu schaffen und gleichzeitig die Täter nicht über Gebühr zu ächten.

    Ja, das hat doch niemand vorgeschlagen. Ich weiß.

    Wenn sich anfangs vor allem Frauen zu Wort gemeldet haben, dann ist es denen, die ihre Not öffentlich gemacht haben nicht anzulasten, dass Männer nicht in gleichem Maße an die Öffentlichkeit getreten sind, und dann ist es folgerichtig, dass sich ein verzerrtes Bild in der öf. Wahrnehmung gebildet hat. Durch die anfängliche Isolation der Feministinnen und Abwiegeln hat man vielleicht dazu beigetragen, dass das Thema einseitig bearbeitet wurde. Es wird sicher noch lange dauern, bis Männer ähnlich ernst genommen werden und ich finde wir sollten dabei nicht zu schrillen Sirenen werden, die selbst nur in Schwarz-Weiß-Kategorien denken und argumentieren.

    Ja, das hat doch niemand vorgeschlagen. Ich weiß.

    • „Ja, das hat doch niemand vorgeschlagen. Ich weiß.“
      Das werte ich als relativ gelungene Ironie, right?

      „Zum Teil mag es Beziehungen geben, in denen beide zu körperlicher Gewalt greifen, zum Teil wird es aber wohl auch eine einseitige Sache sein, und die Gefahr liegt natürlich auf der Hand, dass Äußerungen von Männern über erlittene Gewalt als Entschuldigung missverstanden werden für ausgeübte Gewalt. “

      Das kann man genauer spezifizieren. In rund 50% der Fälle ist keine Einseitigkeit nachweisbar, die restliche Hälfte verteilt sich ziemlich gleichmäßig auf beide Seiten. Ich denke, das passt auch ganz real, wenn man die ersten 50% ( wegen übersehener Ausreden ) etwas reduziert.

      Aber warum sollte es auf der Hand liegen, nur Männern Ausreden zu unterstellen? Wo doch jeder weiß, daß sie per se die schlechteren Karten haben.

      „Zivilisiert wäre es, den Schutz aller einzufordern und sich vielleicht nicht jeder Organisation von Mobs die Täter an den Pranger stellen anzuschließen, wobei das natürlich eine Gratwanderung ist, Öffentlichkeit zu schaffen und gleichzeitig die Täter nicht über Gebühr zu ächten.“

      Nur falls das nicht ironisch sein soll: G. Amendt wird permanent zu lynchen versucht weil er die Umwandlung von Frauenhäusern in Familienschutzeinrichtungen anregt.
      Und ich gehe seit 2010 noch einen Schritt weiter und fordere die Integration allgemeiner Gewaltschutzeinrichtungen in mehr oder weniger nachbarschaftliche, selbstverwaltete Sozialzentren, da dadurch die Prävention ( und die ist nachträglichem Flickwerk eindeutig vorzuziehen ) reichlich gesteigert werden kann.

      Dem Rest stimme ich im Großen und Ganzen zu.

    • Die erste systematische Untersuchung über Gewalt in Partnerschaften, welche zu ähnlich hohen Gewaltraten bei Männern und Frauen kam, stammt von Strauss, Gelles und Steinmetz im Rahmen des National Crime Survey in den USA von 1975. Die Wissenschaft hat also schon recht früh die Wahrheit erkannt.

      Allerdings gab und gibt es jede Menge ideologisch geprägte Untersuchungen (z.B. von Barbara Kavemann im deutschen Sprachraum), welche von Beginn weg Männer als Opfer von Gewalt in Partnerschaften ignorierten. Polizisten, Richter, Sozialarbeiter etc. wurden im Sinne der ideologisch geprägten Untersuchungen ausgebildet; es handelte sich somit nie um wissenschaftlich solide Ausbildungen. Auch die Medien haben dieses verzerrte Bild von Partnerschaftsgewalt kolportiert, anstatt die wissenschaftliche Forschung zur Kenntnis zu nehmen. Hier kann man mit Fug und Recht von Lügenpresse reden.

      Anzulasten ist die Desinformation natürlich nur jenen, die sie betrieben haben (Medien, feministische Ideologen). Der von Dir erwähnte institutionalisierte Feminismus war und ist Haupttreiber der Desinformation. Meines Wissens wurde noch nie irgendeiner Frau die Schuld an der Desinformation in die Schuhe geschoben, wenn sie lediglich von ihrer Gewalterfahrung berichtet hat; solche weiblichen Opfer wurden halt von Ideologen instrumentalisiert, um ebenjene feministische Ideologie des Mannes als Gewalttäter und Frauenunterdrücker zu etablieren. Feministen wurden medial nie isoliert, sonst hätten sie den Feminismus gar nicht institutionalisieren können. Tatsächlich hat man Alice Schwarzer und Konsorten von Beginn weg medial gepampert. Es hat schon seinen Grund, weshalb Esther Vilar so stark angefeindet wurde und letztendlich auswanderte und nicht Alice Schwarzer.

      Du baust hier einen Strohmann auf (von wegen Isolation und Abwiegelung des Feminismus), der keine reale Grundlage hat. Das Gegenteil ist wahr. Jahrelang wurden feministische Propagandalügen politisch durch den institutionalisierten Feminismus und auch medial kolportiert. Ich erinnere nur an die Lüge vom Minderverdienst der Frauen, oder bezüglich der Gewalt in Partnerschaften, oder von der ständigen Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen im angeblichen Patriarchat etc. Nahezu jede feministische Behauptung entpuppte sich als Lüge, wenn sie erst einmal seriös wissenschaftlich untersucht wurde.

    • „ich erinnere mich nicht, dass sich zeitgleich Männer in ähnlichem Ausmaß zu Wort gemeldet hätten mit einem „Ihr doch genauso!“, was ja auch, wenn es vorgekommen ist/wäre wohl eher als Abwiegeln verstanden worden wäre, nicht als Schulterschluss der Opfer familiärer Gewalt.“

      Wieso Konjunktiv?
      Wieso „wäre“?

      Kennst du Erin Pizzey?

      https://www.freitag.de/autoren/sidney-davenport/grunderin-der-frauenhausbewegung-schreibt-erschutternde-biographie

      Mitgründerin des ersten Frauenhauses in Europa?

      „Pizzey kann über all diese Frauen nicht nur anrührend berichten, man kann auch nachvollziehen, wie in ihr im Laufe der Zeit immer mehr die Erkenntnis reifte, dass häusliche Gewalt kein geschlechtsspezifisches Problem darstellte: „Von den ersten hundert Frauen, die durch unsere Türen kamen, waren 62 genauso gewalttätig wie die Männer, die sie hinter sich gelassen hatten. Ich musste der Tatsache ins Auge sehen, dass den Männern immer die Schuld an Gewalt in einer Familie gegeben werden würde, dass man falsche Beschuldigungen geben sie erheben würde und dass man immer allein den Frauen glaubte.““

      [..]

      „Im Jahr 1976 versuchte Pizzey erstmals, Zufluchtstätten auch für Männer und männliche Teenager aus der Taufe zu heben, die Opfer häuslicher Gewalt geworden waren: „Ich nahm etwas naiv an, dass die reichen Männer und Frauen, die bereit waren, Frauenhäuser finanziell zu unterstützen, sich auch für verwundbare und zerbrechliche Männer einsetzen würden.“ Tatsächlich stellte sie bald fest, dass ihr niemand auch nur einen Penny für ihr neues Projekt gab.“

      [..]

      „Während ihres Aufenthaltes dort lernte sie die Gewaltforscher Murray Straus, Richard Gelles und Susanne Steinmetz kennen. Auch diese hatten, parallel aber unabhängig von Pizzey, erkannt, das häusliche Gewalt kein geschlechtsspezifisches Problem darstellte. Auch sie mussten daraufhin lernen, mit Anfeindungen, Diffamierungen und Morddrohungen (auch gegen ihre Angehörigen) zu leben. Wenn Pizzey auf Veranstaltungen sprach, reagierten die Zuhörer ähnlich wie im heimischen England: Solange es um geprügelte Frauen und Kinder ging, war das Publikum warmherzig und aufnahmebereit. Sobald Pizzey aber auf männliche Opfer zu sprechen kam, wurde es schnell sehr frostig, und sie begann die Aufmerksamkeit der Menschen zu verlieren.“

      Sie kämpft bis heute.

  6. Aber warum sollte es auf der Hand liegen, nur Männern Ausreden zu unterstellen?

    Weil es nicht Allgemeinwissen ist, dass auch Männer oft geschlagen werden. Und meine Erfahrung mit öffentlichen Debatten ist, dass Argumente, die für Männer vorgebracht werden, oft als Versuch gedeutet werden das Patriarchat zu verteidigen, Privilegien zu verteidigen.

    • In was für ( öffentlichen ) Kreisen debattierst Du so?
      Mir passiert sowas höchstens mal, wenn ich es mal ggü. Femis gezielt drauf anlege. Ich glaube, die Gesellschaft ist da schon bedeutend weiter, als sie öffentlich zuzugeben traut.

    • „Weil es nicht Allgemeinwissen ist, dass auch Männer oft geschlagen werden.“

      Warum wohl nicht?
      Kann es sein, dass wir von den Medien eine überarbeitete „Wahrheit“ präsentiert bekommen?

      Jedes Jahr werden wir vom ZDF (Weltfrauentag?) daran erinnert, dass jede 3. Frau Opfer häuslicher Gewalt sei. Dabei wird die Nachricht mit dem Bild einer geballten Männerfaust im Vordergrund und einer ängstlich zusammengekauerten Frau im Hintergrund untermalt.
      Grundlage ist der sog. „Gewaltschutzbericht“ von Bundesfrauenminister Renate Schmidt von 2004(?), in dem feministische Analysta entdeckten, dass jede 4.(!) Frau MINDESTENS EINMAL IM LEBEN Opfer von Gewalt wird, also in einer Zeitspanne von 70 Jahren. Ich bin sicher, dass Männer das als paradiesische Verhältnisse bezeichnen würden, dürfte ihre Gewalterfahrungen kaum nennenswert unter 100% liegen.
      Hinzu kommt, dass sich hinter dem feminilistischen Gewaltbegriff ein Kramladen alberner Willkürlichkeiten verbirgt, den ein Bekannter von mir mal ganz treffend mit dem Satz: „Gewalt ist alles, was vom Mann kommt und was bei einer Frau Unbehagen erzeugt“ beschrieben hat.

      Warum gibt es vergleichsweise wenig Daten über Gewalt gegen Männer?
      Nun, im ersten Jahrzehnt (ob immer noch, entzieht sich meiner Kenntnis) lobte das Landesfrauenministerium in NRW – und nicht nur dort – jedes Jahr Staatsknete für Projekte aus, die sich mit häuslicher Gewalt beschäftigten.
      Antragsvoraussetzung: „Förderungswürdig sind nur Projekte, die sich ganz oder weit überwiegend mit Gewalt gegen Frauen beschäftigen“.
      Man schafft sich also seine passende Datenlage selbst.
      Einer der damaligen Frauenminister war übrigens ein Typ namens Armin Laschet.

      • > Kann es sein, dass wir von den Medien eine überarbeitete „Wahrheit“ präsentiert bekommen?

        Ja, in allen Belangen.
        Und wer arbeitet bei den Medien? Die gehören ja nicht alle Friede Springer und Liz Mohn. Arbeiten da keine Männer? Was ist von den Männern, die da werkeln, zu halten?
        Könnte das besser werden und was müsste geschehen, damit es besser wird? Und was müsste geschehen, dass es nicht nur zu ein, zwei Themen, wo die Belege auf der Handl liegen (Paygap, …) eine Rückkehr zu skeptischer Neutralität gibt, sondern generell bessere Journalisten und Medien?

        • „Arbeiten da keine Männer?“

          Ich versuch mich mal mit einer Erklärung.
          Die Hatz gegen „gewalttätige“ Männer begann so richtig Mitte der 90er anzulaufen, als der Hype um die kindesmissbrauchenden Väter auch in Europa abebbte, nachdem er sich schon Mitte bis Ende der 80er in den USA als gigantischer Popanz erwies.
          Treibende Kraft war (und ist) in beiden Fällen die Soziologin Barbara Kavemann.
          Hier’n Beispiel: https://www.spiegel.de/plus/hilfe-bei-haeuslicher-gewalt-intervention-von-aussen-ist-wichtig-a-1f098129-c73d-4e1c-a866-669407816ce6
          Die Medien reagierten natürlich in der gebotenen Empörung auf diese Nachrichten und beteiligten sich eifrig als Aufklärer. Hinzu kommt, dass sie auf die Kritik, Frauen würden in der Öffentlichkeit zum Schweigen gebracht, mit vermehrter Einstellung von Frauen in der Journalistik – auch an Schlüsselpositionen in den Redaktionen – reagierten. Es entstand also ein Gleichmarsch der Ideologie in den meisten Medienhäusern.
          Folgend wurden die Redaktionen infolge der Abonnentenrückgänge ausgedünnt und immer mehr Reporter nur noch auf Honorarbasis beschäftigt. Sie bekommen also nur noch Geld, wenn etwas von ihnen abgenommen/gedruckt/gesendet wird.
          Auf die Weise verschwanden ziemlich schnell alle Stimmen, die sich distanziert oder gar kritisch gegenüber dem feministischen Mainstream äußerten.

          Nur so kann ich es mir erklären, wieso jedes Jahr aufs Neue die Zahlen z.B. des GPG wiederholt werden, trotz aller logischen Brüche und gegenteiligen Belege.

          • Da ist aber ein Sprung in der Argumentation, von „vermehrt Frauen eingestellt“ zu „Mainstream“. Die meisten Frauen sind ja keine Feministinnen. Unter Journalistinnen mag die Quote höher sein, wie überhaupt im akademischen Bereich, als in der Gesamtbevölkerung, aber dass nun fast jede Journalistin eine Feministin ist, das würde ich doch arg bezweifeln.

          • „Unter Journalistinnen mag die Quote höher sein, wie überhaupt im akademischen Bereich, als in der Gesamtbevölkerung, aber dass nun fast jede Journalistin eine Feministin ist, das würde ich doch arg bezweifeln.“

            Nein, einen Sprung in der Argumentation sehe ich nicht. Abgesehen davon ist es natürlich nur eine These, die der Verifikation bedarf.
            Ich habe mal einfach „Journalismus, Studium, Frauen“ in die Suchleiste eingegeben und bin auch extrem widersprüchliche Ergebnisse gestoßen.
            Danach sind Journalistik, Publizistik und Kommunikationswissenschaften ziemlich typische Frauenfächer mit einem Frauenanteil von teilweise über 75% https://diepresse.com/home/bildung/universitaet/696044/Maennerlos_Die-Top-Ten-der-Frauenstudien#slide-696044-11 , andererseits wird in den üblichen Gazetten beklagt, dass Frauen nichts zu sagen hätten https://de.ejo-online.eu/qualitaet-ethik/journalismus-in-europa-wo-sind-die-frauen .
            Wenn man an die Omnipräsenz des Themas „Feminismus“ in all seinen Facetten denkt, dann fällt zumindest mir es schwer, das zu glauben.
            Aber belegen kann ich meine These auf die Schnelle nicht.

  7. @carnofis: Journalismus ist ja nicht nur SZ, Spiegel usw., sondern auch Bild der Frau, Frau im Spiegel, Frau am Herd, Wohnen und Backen, Backen und Wohnen, Modewelt, Schminke und Beauty usw. – teils eben Formate die 100%ig traditionelle Geschlechtsrollenklischees pflegen (und wohl gerade deswegen gekauft werden).
    Ob das Journalismus ist, darüber mag man streiten – ein Journalsitikstudium schadet da aber womöglich nicht. Ich kenne mich in der Branche aber nicht aus.

    Ich glaube es gibt sehr viele Frauen, die kein feministisches Weltbild haben, die aber u. U. bei Gelegenheit feministische Argumente eklektizistisch übernehmen während umgekehrt viele Feministinnen ihre Kampagnen bewusst anschlussfähig an alltägliche Opportunitäten vieler Frauen gestalten. Etwa die MeToo-Debatte, bei der sich jede Frau irgendwie anschließen kann, die mal aufdringlich belästigt wurde, Quotenfragen, PayGap – das alles wird ja auch ohne große theoretische Unterfütterung in die Debatten getragen.

    Umgekehrt passiert es dann, dass die Kritik einer Frau an einem Zustand oder Vorfall leicht als Teil einer feministischen Kampagne aufgefasst wird, obwohl sie das gar nicht ist, sondern einfach ein Sich-Beklagen oder Protest in einem konkreten Fall.

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