Der ideale Rechtsanwalt in Familiensachen

Was man häufig im Bereich Scheidung hört ist der Wunsch nach einem „ganz harten Hund“ der „die Gegenseite fertig macht“.

Auf der Gegenseite wird vor dem Rechtsanwalt gewarnt, der immer wieder neue Verfahren los tritt und das Klima so verschlechtert, dass der Streit immer mehr eskaliert.

Zu vermittelnd erweckt dann wieder den Eindruck, dass er sich nicht genug einsetzt. Und zu viele Hinweise darauf, dass man vorsichtig sein sollte wirken auch wieder zu verzagt.

Stundenvereinbarungen bedeuten, dass man ihn für das bezahlt was er macht.  Gebühren nach dem Gegenstandswert? Da zahlt man für ein Schreiben viel zu viel (wenn es bei einem bleibt)

Bei der Frage was ein guter Rechtsanwalt ist, gerade im Familienrecht, hört man viele verschiedene Aussagen.
Welche Eigenschaften wären euch wichtig?

39 Gedanken zu “Der ideale Rechtsanwalt in Familiensachen

  1. Aus meiner Erfahrung macht die Scheidung nicht der Anwalt, sondern das Paar. Klar, ich hatte da auch Glück, aber ich halte es für dumm zu glauben das ganze könne ein Jurist zu einem guten Ende führen. Es hilft nix man muss sich untereinander einigen und den Rahmen abstecken. Die Juristen (Anwalt/Anwälte und Richter) braucht man nur um a) die Scheidung einzureichen und b) das ganze wasserfest zu machen. Das ist leider so. Und es ist Bestandteil des Problems, dass alle glauben, dass die Details die Anwälte für einen machen.

    • Du hast insoweit recht, als das Ergebnis vor allem von der klugen Gestaltung der tatsächlichen Verhältnisse abhängt. Der sich daraus ergebende Spielraum, aus dem ein Anwalt etwas machen könnte, ist dagegen sehr gering. Das Problem dabei ist, dass der Mandant wenig bis nichts davon versteht, was in der Gestaltung der tatsächlichen Verhältnisse klug ist und die (umfangreiche) Beratung dazu durch den Rechtsanwalt im Rahmen von RVG-Gebühren nicht wirtschaftlich machbar ist. Ganz abgesehen davon, dass vielen Kollegen auch der Blick dafür fehlt.

      Aber die Einigung und die Details können die Juristen schon machen. Der Nachteil gegenüber der Einigung der Parteien ist vor allem die viel längere Verfahrensdauer mit der damit verbundenen Unsicherheit. Meiner Erfahrung nach sind vor allem viele zahlende Männer bereit mehr als nötig zu geben nur um schnell Klarheit und Sicherheit zu haben.

  2. Dass Stundensatzvereinbarungen jemals billiger als RVG-Gebühren sind, halte ich für ein Gerücht. Das wäre übrigens nicht mal standesrechtlich zulässig. Die Stundensatzvereinbarung empfiehlt sich stattdessen, wenn man von seinem Anwalt mehr als das übliche Minimum an Arbeit in der Sache haben will. Es wird dann allerdings schnell sehr viel teurer.

    Der Standardstreitwert in Kindschaftssachen sind z.B. 3000,- €. Das bedeutet, dass der Anwalt für die Führung des Verfahrens (Mandantengespräch, Postverkehr, Telefonate, Antragsschriftsatz etc.) netto 261,30 € bekommt. Je nach Kostenapparat der Kanzlei kann man dafür zwischen 1 und 1,5 Stunden arbeiten. Irgendeine Erwiderung auf gegnerische Schriftsätze oder Stellungnahmen des Jugendamts ist da eigentlich schon nicht mehr darstellbar. Beim Eilantrag sind es dann nur noch 1500,- € Streitwert oder 149.50 € Gebühren netto, was kaum die Kosten einer ausführlichen Besprechung deckt.

    Und dann gilt am Ende eben, dass man bekommt was man zu zahlen bereit ist.

  3. Anwälte kosten nur Geld, können dir aber wenig Gutes tun. Das Problem ist das Richterrecht in Familiensachen. Das Gericht hat Narrenfreiheit und wenn du Pech hast, nutzt es die gegen dich.

    Was sind die Streitpunkte? Umgang, Unterhalt, Zugewinn.
    Umgang kriegst du alle 2 Wochen und einen Teil der Ferien. Und wenn es hart zugeht, dann kommt der Missbrauchsvorwurf, Dann kannste eigentlich gleich aufgeben.
    Unterhalt leitet sich aus dem Einkommen ab, da gibt es wenig Spielraum.
    Zugewinn ist schwer zu berechnen wenn es um eine Firma und Immobilien geht. Ansonsten werden halt die Kontostände rangezogen.

    Einen guten Anwalt kannst du nur vor der Ehe brauchen. Ein Ehevertrag ist später Gold wert. Und Ein Konto auf Namen der Eltern sollte auch helfen. Oder du versteckst die Kohle eben sehr geschickt im Ausland. Betrifft aber die Wenigsten, da eh nix da ist.

    Mein Anwalt damals war okay. Kein Streit, keine hohen Kosten und die Ex hat eine faire Regelung bekommen. Leider wurde es trotzdem teuer, aber das Geld ging ja an die Kinder und da die eh irgendwann alles bekommen, ist es nicht so schlimm.

    Übrigens eine passable Lösung, Immobilien an die Kinder übertragen und Wohnrecht für die Ex. Vor Gericht macht das Eindruck.

    Oder Lies bei das-maennermagazin, dann kannste wenigstens herzlich lachen….

    • „Umgang kriegst du alle 2 Wochen und einen Teil der Ferien. “
      Auch nur mit entsprechend Glück. Fanatische Richterdarsteller vernichten immer mindestens einen Elternteil ( i.d.R. den Vater ) und das Kind, solche die fanatisch UND extrem korrupt sind ( und die sind keinswegs selten ) zerstampfen mit onanistischem Vergnügen auch alle drei parteilich Beteiligten, was ihnen ekelhafterweise oft sogar den meisten Profit bringt.

      Und das ist ( bezogen auf alle „Advocaten“ ) schon seit diversen Jahrhunderten genau so.
      „Wir ordnen [ an ] und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advocati wollene schwartze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkennt.“ ( F.W. I. zugeschrieben )

      • Also ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Es gibt merkwürdige Gerichte, um es mal nett zu schreiben, aber die meisten Scheidungen werden fair ausgetragen. Für deinen Fall tut es mir leid.

        Man sollte halt seine Partnerin sehr gut auswählen, das ist der beste Schutz. Eine Frau, die ihre Kinder nie beim Vater hatte, habe ich immer sehr schnell aussortiert. Eine Unterhaltsempfängerin auch. Und das Gesicht, wenn ich erwähnte, ich würde 2000 Euro Unterhalt bezahlen, sprach oft Bände. Neid und Gier kann man nicht verbergen.

        • „aber die meisten Scheidungen werden fair ausgetragen.“
          Beleg?

          Immerhin geht es um hundertausende Opfer pro Jahr! Ob man da von „fair“ ( in einem Verfahren das niemals fair aufgebaut ist ) reden kann, ist extrem unwahrscheinlich, „willkürlich“ ist der korrekte Terminus dafür ). Was humanitäre Gewissensbisse des Richterdarstellers nicht ausschließt, aber eben eher unwahrscheinlich macht, zumal es die mit am schlechtesten ausgebildeten Juristen überhaupt sind.

          • Also in meinem weiteren Bekanntenkreis gab es zig Scheidungen. Eine einzige war strittig, so mit Schlammschlacht und Zoff. Alle anderen verliefen vernünftig und gesittet.

          • „Alle anderen verliefen vernünftig und gesittet.“

            Man kann als gesittet bezeichnen, wenn alles nach Recht und Gesetz abläuft, aber auch, wenn einer Seite vor Beginn der Verhandlungen klargemacht wird, dass sie keine Chance hat, Einfluss auf das Verfahren zu nehmen und am meisten erreicht, wenn sie gleich zu Beginn bedingungslos kapituliert.
            Das dürfte weit häufiger der Fall sein, als eine VERHANDLUNG im Sinne des Wortes.

          • @ Carnofis:
            Sign!
            Daß meinetwegen rund 90 -99% aller Trennungen relativ fair ablaufen, ist schlicht gar keine Aussage zum Eingangsthema. Es fallen auch nur Promillebruchteile der Bevölkerung von schlecht gesicherten Leitern. Was aber überhaupt nix darüber aussagt, daß Idioten, die die Leiter nur mit einer Hand festhalten und mit der anderen am Handy spielen, nunmal dissoziale Idioten sind. Und auch davon gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit proportional zuviele, einfach weil sie als Menschen in einer überzentralisierten Welt leben und es nicht besser gelernt haben.

            Eine begründete Aussage dazu ist, daß geheime Sondergerichtsverfahren AG/FG hunderttausende Opfer pro Jahr bewirken. Und damit steht Deutschland, ungefähr vergleichbar mit Österreich und der Schweiz, nunmal ganz am untersten Ende der Tabelle, ist also aus Sicht von UNmrk und -krk mit die schlimmste Bananenrepublik weltweit!

        • @Mika: Das mit der richtigen Auswahl hört sich ja mal Super an, nur können zwischen Auswahl und Scheidung auch mal mehrere Jahre liegen und da können Veränderungen der Person eben eine Rolle spielen, die Du mit keinem Test ermitteln kannst.
          Wenn Deine Partnerin unzufrieden ist und an den falschen Berater gerät, dann kann es richtig schräg werden.
          Ganz schlimm sind Jugendämter, die Ehekonfliktberatung anbieten, wenn mir davon einer erzählt das es Seine Partnerin vorgeschlagen hat bekommt er von mir den Tipp die Scheidung direkt einzuleiten solange noch die Chance besteht eine einvernehmliche Lösung zu finden, nach der Beratung mit den feministischen Männerhassern geht das nicht mehr.

          • Stimmt! Ist aber auch etwas zu relativieren. Ich möchte es mal sehr grob so andeuten: Du kannst einem Menschen immer nur vor den Kopf gucken, was sich darin abspielt, ist nur sehr indirekt erfassbar!
            Gelegentliche lobenswerte Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

            Ich hatte mal eine Exe mit der ich das Glück teilte, daß wir tatsächlich ein wenig mehr vom „inneren Wesen“ des anderen mitbekommen haben. War eine erstaunliche Geschichte, auf die ich natürlich mächtig stolz war ( und umgekehrt sie auch ). Um so geschockter war ich allerdings, als ich irgendwann nach und nach erfahren mußte, was für ein übler Müll sich gut getarnt darunter befand. Sie endete als nach außen gemäßigte, nach innen aber gnadenlos radikale Feministin. Schade drum….

          • Also 100% Sicherheit gibt es nie. Ich kann auch nur das erkennen, was offensichtlich ist. Und ich kann den Expartner befragen. Sehr gute Methode übrigens.
            Ich hab mal das Auto meiner Beziehung lahm gelegt, damit ich einen Grund hatte, die Kinder beim Ex abzuliefern. Man hilft ja gerne. Und siehe da, der Kerl hat sich gefreut und ein Bier ausgegeben. Wir quatschen so ein wenig und er verliert kein böses Wort über die Ex. Wenn das keine Referenz ist.

            Wenn eine Frau streitet und lästert, dann Finger weg. Wenn der Ex sauer auf sie ist, Finger weg. Wenn du sie auf ein teures Essen datest und sie die nächste Rechnung nicht übernimmt, Finger weg.

            Und wenn sie dir beim ersten Besuch in deiner Wohnung ne Packung Kondome mitbringt, dann ran an die Braut….

          • Lach!
            Ja, zumindest heutzutage wird das wohl hinkommen.

            „Und ich kann den Expartner befragen. Sehr gute Methode übrigens.“
            Das würden Femis natürlich mindestens im Bereich „aggressives Passivstalking“, mißtrauensbasierte Ausforschung, Spionage ( oder noch schlimmeres ) verorten.
            Egal, wenn’s hilft ….

          • @Fiete: Es gibt durchaus hilfreiche Paarberater, die auch durchaus helfen können Blockaden in der Beziehung aufzulösen, die wirst Du in den Beratungsstellen jedoch nicht finden und außerhalb musst schon genau geprüft werden auf wen man sich da einlässt.

            @Mika: Die Strategie den Ex zu befragen kann Dir ein Indiz geben, aber auch genauso nutzlos sein. Was bringt mir Hass oder Sauer sein auf meine Ex, das versaut mir nur meine Zukunft. Bier bekommst Du bei mir keins, da ich keines im Haus habe, Wein oder was anderes kein Problem. Ein böses Wort wirst Du von mir auch nicht hören, trotzdem solltest Du besser schnell das Weite suchen.
            Am lästern würdest Du Sie aussortieren, nicht an meine, an Ihrem.

  4. Der ideale Rechtsanwalt in Familiensachen ist gar keiner, sondern irgendein Kinderrechtler, also üblicherweise bestenfalls Diplomjurist.
    RAe arbeiten i.d.R. rein profitorientiert und sind korrupt ( und durch die Richterdarsteller leicht erpressbar ) ohne Ende.
    Ausnahmen bestätigen die Regel und sind entsprechend rar und meist extrem teuer, bieten aber auch logischerweise keine Garantie auf Erfolg, egal wie der Fall gelagert ist ( verantwortlich ist IMMER ausschließlich der Richterdarsteller ).

    Wenn irgend möglich sollte man sich nach dem richten, was Sebastian oben schreibt. Ich schätze, @Carnofis würde es sehr ähnlich formulieren.

    Wenn jedoch einer der Ex-Partner auf Krieg besteht, wie z.B. in meinem Fall, gibt es keine Regeln, keine Vernunft, keinen besten Tipp. Dann ist das gemeine Wesen D. der Gegner und was hilft hat dann Recht.

    In meinem Fall z.B. kam eine engagierte Soziologin ( selbstverständlich im Nachhinein und, ohne daß ich sie dazu genötigt hätte ) zu dem Schluss, ich hätte am Besten die Mutter vor ihrer Kriegserklärung schon massiv einschüchtern ( notfalls nachhaltig verprügeln ) müssen, damit der Fall gar nicht erst vor Gericht geht. Rational betrachtet und aus der Erfahrung anderer mir bekannter Fälle ist diese Einschätzung korrekt.
    Von Ih, z.B. ( den ich als Mitkommentatoren hier ansonsten durchaus schätze ), würde ich im geheimen Sondergerichtsverfahren unbedingt abraten, weil garantiert nicht neutral ( w.h. nicht – wenn überhaupt – auf seiten des Kindes ).

    • Warum sollten RAe im Zivilverfahren ( noch dazu im Dreiecksgeschäft ) denn unbedingt beißen?
      Weil es schneller und damit lukrativer eskaliert, resp. weil ein auf das beste Interesse des Kindes bezogenes Verfahren, in dem in jeder Lage des Verfahrens ( laut gültigem Gesetz ) auf eine vernünftige Einigung hingewirkt wird, zeitlich, intellektuell und soziologisch zu aufwendig ist?

      Oder einfach weil der ansonsten geschätzte Gegenkollege auch nur ein Idiot ist, der wild herumkläfft und beißt?

      • „Oder einfach weil der ansonsten geschätzte Gegenkollege auch nur ein Idiot ist, der wild herumkläfft und beißt?“

        Wer das Procedere nicht kennt, der ist geneigt zu glauben, dass ein Scheidungsprozess mit Regelung der Kindschaftssachen so abläuft, dass beide Parteien sich einen Anwalt nehmen, mit dem vor Gericht erscheinen und dort nach Austausch der Meinungen entschieden wird.
        Tatsächlich wechseln lange vor dem Scheidungstermin unzählige Droh- und Forderungsschreiben von einem Anwalt zum anderen und zurück, während die Partner nach meiner Erfahrung das Geschehen mehr oder weniger hilf- und fassungslos von außen verfolgen.
        Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass manche Trennung vielleicht nicht in Freundschaft erfolgt wäre, ganz sicher aber nicht in erbitterter Feindschaft, wenn nicht Anwälte den Zwist über lange Zeit befeuert hätten.

        • Korrekt, @Carnofis!
          „Tatsächlich wechseln lange vor dem Scheidungstermin unzählige Droh- und Forderungsschreiben von einem Anwalt zum anderen und zurück, während die Partner nach meiner Erfahrung das Geschehen mehr oder weniger hilf- und fassungslos von außen verfolgen.“
          Wäre noch zu ergänzen, daß auch die Richter an diesem Intrigenspiel ( i.d.R. über Festnetztelefon, weil nicht nachweisbar ) aktiv beteiligt sind.
          Meine anfängliche RAin gestand mir ( um mir damit zu drohen ), daß die Richterin sie angerufen und gefragt hätte, ob sie ihren „Mandanten nicht im Griff“ hätte ( sic! wortgenau! ) und verlangte, daß derselbe ( also ich ) gefälligst keinerlei Aussagen zu machen und keinerlei Anträge zu stellen hätte, da sie ihm ansonsten sämtliche Rechte und Pflichten am Kind sofort und vollständig entziehen würde ( was sie dann auch sowieso getan hat ).
          Da die RAin vorher auch schon lediglich lächerliche bis blödsinnige Schreiben an das Gericht und die Gegenseite produziert hatte, war die inhaltliche Absicht dessen absolut eindeutig ( sinngemäß: „Stelle Dich auf unsere Seite, mache den Scheißkerl fertig, oder Du bekommst mit mir und den Kollegen ernsthafte Probleme“ ).

  5. Also meine Ex hatte sich so eine richtig bissige Anwältin herausgesucht. Irgendwann habe ich ihr Mal einen persönlichen Brief geschrieben, indem ich ihr gesagt habe das ihr Engagement für entrechtete Frauen ja sehr schätze, aber dass sie hier den falschen Baum anpinkelt und sie sich doch überlegen soll ob sie dafür verantwortlich sein will, dass die Situation zwischen mir und meiner Ex jetzt anfängt zu eskalieren. Sie würde damit weder meiner Ex noch meinen Kindern helfen.
    Nein solche Menschen sind meist eher an ihrer Brieftasche interessiert, weil sie je mehr sie eskalieren und Streitwerte produzieren, desto mehr können sie abrechnen. Das sind so die passenden Anwälte für den Salzsäure-Witz (was ist ein Anwalt in Salzsäure? Ein gelöstes Problem)
    Ein guter Familienanwalt sollte den alten Gangsterfilmspruch berücksichtigen: Es ist besser mit guten Absichten und einem Revolver in Verhandlungen zu gehen und den Revolver nicht zu brauchen, als nur mit guten Absichten und einen Revolver zu brauchen. Spricht, er sollte erstmal an Deeskalation interessiert sein, aber auch wissen wie man eskaliert und dass dann auch durchsetzen. Ich für mich bin recht gut damit gefahren eher kooperativ und auch etwas großzügiger zu sein, als ich es hätte sein müssen, aber wenn meine Ex meinte, das als Schwäche auszulegen zu können, habe ich ihr problemlos die entgegenkommen streichen können. Das Geld, was ich dadurch für Unterhalt etc. ausgegeben habe ich dadurch eingespart, dass ich meine Ex nur zum Pflichttermin bei der Scheidung einmal vor Gericht gesehen habe. Das eine Mal wo meine ex meinte, dann wieder zu ihrer Anwältin zu rennen ist es zu keinem Gerichtstermin gekommen, und die Anwaltskosten durfte sie selber tragen.

    • Das mit dem Revolver ist interessant. Wie oft werden eigentlich biestige Exen beseitigt? Wenn ich die Horrorstories so lesen, dann müssten es ja tausende im Jahr sein. Sind es aber zum Glück nicht…..

      Und das ist ausdrücklich kein Gewaltaufruf!

      • @Mika:
        „Wie oft werden eigentlich biestige Exen beseitigt? Wenn ich die Horrorstories so lesen, dann müssten es ja tausende im Jahr sein. Sind es aber zum Glück nicht…..“
        Beseitigt werden sie so gut wie nie ( anderslautende Meldungen lassen jede Menge alternative Analysen zu ). Aber warum sollte es denn „ein Glück“ sein, daß sie eben nicht diszipliniert werden? Ist die da die Formulierung verunglückt? Oder wolltest Du damit sagen, daß es gar keine tausende „biestige Exen“ gibt? Das wäre nämlich ( eindeutig falsches ) Wunschdenken.

        • Es werden weniger Exen umgebracht, als bei den Horrormeldungen zu erwarten wäre. Und Anwälte leben auch nicht so gefährlich. Es gibt genug Biester, keine Frage, aber es braucht meist zwei für so ne schmutzige Angelegenheit….

      • Das mit dem Revolver ist eigentlich nur eine moderne Variante des altrömischen „Si vis pacem, para bellum“ (wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor).
        MMn eine gute Einstellung: selbst friedlich zu sein, aber bereit, einen Aggressor in seine Schranken zu weisen

    • @ Fatherleft:
      Weise Worte, exakt so würde ich das im Nachhinein auch sehen.
      „Spricht, er sollte erstmal an Deeskalation interessiert sein, aber auch wissen wie man eskaliert und dass dann auch durchsetzen.“
      DAS ist der Knackpunkt!
      Ich bspw. habe viel zu lange um Deeskalation und Kooperation gebettelt. Dadurch wußte die vereinigte Gegenseite, inkl. Richterin, aus Erfahrung wo der Hebel anzusetzen ist und hatte den Fall längst so gezielt eskaliert, daß sie mich im Gesamtkollegium spielend mit ein paar hingestreuten feministischen Klischees zum Amokläufer umstricken konnten.

      Kurzformel: Diskutiere nie mit Idioten, sie ziehen Dich auf ihr Niveau herunter und dort schlagen sie Dich aus Erfahrung!

  6. „Was man häufig im Bereich Scheidung hört ist der Wunsch nach einem „ganz harten Hund“ der „die Gegenseite fertig macht“.“

    Kann ich aus meiner Zeit im Elternforum des VAfK und im Kreisverein nur bestätigen.
    Anfangs dachte ich auch, dass ein solcher Anwalt am ehesten die Rechte eines Vaters verteidigen könne. Aber sehr bald war klar, dass der harte Hund weit, weit mehr Schaden anrichtet, als ein besonnener Vertreter.
    Ein harter Hund mag nützlich sein, wenn sich zwei Partner der Upper Class treffen und es sich darum dreht, ein paar Millionen mehr oder weniger zu erkämpfen. Für den einfachen Mann von der Straße, der um den Kontakt um seine Kinder kämpft, ist Radikalismus kontraproduktiv.
    Sind Kinder im Spiel, ist der Ausgang des Spiels weitgehend klar. Die Mutter kriegt die Kinder und ist damit unterhaltsberechtigt. Hier geht es allenfalls um Umgangsfragen und da ist nur selten mehr als der „normale“ Umgang zu gewinnen. Hier kann sogar ein aggressives Auftreten zu Einschränkungen oder gar Verlusten von Umgangszeiten führen, damit die Kinder „zur Ruhe kommen“.

    Ich habe Vätern immer empfohlen, gänzlich auf einen Anwalt zu verzichten, wenn sie sich zutrauten, ihre Interessen selbst zu vertreten. In den allermeisten Fällen sind die Dinge so einfach gelagert, dass darin kein Risiko liegt. Weder im Bereich Unterhalt, noch im Bereich Umgang sind viele Spielräume zu erwarten.

    • @Carnofis: Was die Rahmenbedingungen im Bezug auf Unterhalt und Kinderumgang betrifft hast Du sicher recht.
      Wenn man als Angestellter ein Gehalt bezieht kann jeder selber in der Düsseldorfer Tabelle ablesen was auf Ihn zukommt, denn was anderes wird sowieso nicht passieren.
      Anders sieht es aus eine Selbstständigkeit mit dran hängt, dann braucht man spätestens dann einen Anwalt wenn die Dollarzeichen der Ex in den Augen glänzen.
      Generell ist auch jedem zu Empfehlen jegliche Zahlen gegen zu rechnen.
      Anwälte können nicht Rechnen, generell scheinen auch Geburtsdaten von Kindern zu schwer abzuschreiben zu sein.

    • Genau so, wie sie ihre mir – derzeit bekannten – vorherigen Beziehungen schildern würde.
      Sie, armes Opfer, der Kerl Täter ( grob aber eindeutig korrekt gesagt ). Und das alles in unterschwellig insinuierenden Minianspielungen, die vom Gegenüber verlangen, daß man sich das relativ ( un-)konkrete Horrormärchen gefälligst selber ausdenkt.

      Und ihre desbezüglich Potentiale sind enorm ( könnte ich auch noch satt analytisch unterfüttern, aber das würde den Rahmen hier unweigerlich sprengen und das Gros der Mitleser haushoch überfordern ). Sagen wir mal, sie ist eine Meisterin der Suggestion und Autosuggestion ( sic! ) und auch locker mindestens so intelligent wie ich. Und ist selbst zweite eindeutige PAS/EKE-Generation, also genetisch und sozialisationsbedingt schwer vorbelastet.
      Übrigens ein recht typisches, verbreitetes und ausgesprochen erfolgreiches Symptombild ( letztendlich das, was auch den Erfolg des „listen&believe“-Mythos ausmacht. Woran allerdings auch die männlichen Rollenklischees nicht ganz unbeteiligt sind ( siehe das Akzeptieren des weiblichen Welpenschutzanspruchs, das „Minnegesangssyndrom“ u.ä. traditionelle Auswüchse ).

      Mika, glaubst Du wirklich, daß ich mich mit dem Fall nicht längst in allen überhaupt möglichen Reflexionsformen und Varianten gründlichst distanziert und differenzierend auseinandergesetzt habe?
      Bis hin zu Recherchen, Stichproben u.s.w. bei ihren Ex-Partnern, Fachabhandlungen zu den möglichen psychosozialen, soziologischen, psychologischen, psychotherapeutischen, psychiatrischen Forschungsständen etc.pp..

      • Ich glaube dir das sofort, das du reflektiert hast.
        Ich hatte auch mal ne Borderlinerin zu verkraften. Das sollte in der Schule behandelt werde. Würde viel Leid ersparen, wenn Männer sich da besser auskennen würden….
        Aus dieser Erfahrung heraus habe ich auch mein Testprogramm erstellt und es funktioniert….

        • Das freut mich für Dich, Mika!
          Wobei ich mit genauen Störungsbezeichnungen mittlerweile sehr vorsichtig geworden bin. Man kann die nur als umgangssprachliche Anhaltspunkte sehen. Und das schon aufgrund der einfachen Tatsache, daß bspw. Borderline, Narzissmus, Bipolarität, AD(H)S, PAS/EKE u.v.w. teilweise erhebliche Überschneidungen aufweisen und auch Kombinationen und Sekundäreinflüsse ( z.B. Nebenwirkungen von Haschimoto-Tyrrhioiditis; hat meine Exe, daher habe ich mich etwas schlau gemacht ) ggf. mit zu berücksichtigen sind.
          Und leider ist der allgemein bekannte Forschungsstand zu den in Familiensachen relevanten Störungsbildern ziemlich elend. Politisch manipuliert, unerwünscht o.ä., obwohl es dazu schon spätestens ab WW2 einigies an sehr guter Forschung gab ( bspw. zu Kriegs- u. Nachkriegswaisen u. -halbwaisen ).

  7. Scheidungsanwalt ist auch nur ein Businessmodell und man sollte sich bei der Auswahl im klaren sein, dass der Anwalt der das meiste verspricht zuallererst den meisten Zuwachs auf seinem Konto meint.

  8. Fällt das nur mir auf? Chris, steht die Scheidung an, oder warum stellst du das Thema hier ein?
    Du hast Südländerin und die Kleine länger nicht erwähnt.Ich hoffe das Beste für dich!

    • Da hoffe ich mal auf Chrissy’s Intelligenz, daß dem nicht so ist.
      Und vermute, es handelt sich eher um ein Sommerlochsymptom, da in den letzten paar Wochen die Lebhaftigkeit und Masse der Kommentare ( auch schon von der Themenvorgabe her ) leicht in’s Dümpeln geraten ist.

      Oder noch genauer: Wenn der Blogsteller hier nach „guten“ Scheidungsanwälten fragen würde, wäre das das übelste Armutszeugnis, das er sich überhaupt ausstellen könnte. Issso!

      Mal ganz abgesehen von der Tatsache, daß ich ihm, seiner Familie und ganz besonders seinem Kind ( !!! ) das Allerbeste gönne.

    • Nein. Auch ich hatte mich gefragt: warum dieses Thema?
      Allerdings muss ja nicht bei jedem Thema eine eigene Betroffenheit vorhanden sein (zugegeben: bei einem weiblichen Blogautor würde ich eher von einem persönlichen Thema ausgehen …)

  9. Sein bester Anwalt muss man selbst sein. Darüber hinaus kommt es darauf an, wie die Situation ist. Immer Deeskalation und Kooperation versuchen . Einvernehmlich Scheidung = den Anwalt von der Ecke ggf. sogar den nächstbesten ISUV-Anwalt. Kannst Du Unterhalt zahlen, willst aber nicht, ist der richtige Hinweis oben schon genannt worden, Texte vom gleichen Autor, wie das Männermagazin. Kannst Du keinen Unterhalt zahlen, Rat vom VAFK o.ae. holen, damit man beim VKH- Antrag nicht betrogen wird. Bei hochstrittigen Kindschaftsangelegenheiten brauchst Du zuerst Mal einen guten Psychologen, dann einen auf Kindschaftsrecht (nicht allgemeines Familienrecht) spezialisierten Anwalt (wenn Geld da ist), oder Hilfe aus Selbsthilfegruppen oder deren Umfeld. Besonders vorsichtig muss man sein bei Gross Kanzleien, die weniger als 300 km entfernt vom OLG-Bezirk sitzen. In strittigen Angelegenheiten ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass Dein Anwalt Dich abzocken will.

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