Stoisches Verhalten vs. Gefühle unterdrücken

Ich schrieb in einem Artikel zur toxischen Männlichkeit:

Stark sein, eine gewisse stoische Ruhe ausstrahlen (um unemotional mal positiver zu formulieren) und von allem einen Plan haben, war bei Männern immer hoch im Kurs und ist keineswegs toxisch, es sind vielmehr klassische Merkmale eines Anführers. Und das diese für Männer interessant waren lag natürlich auch an sexueller Selektion auf statushohe Männer durch Frauen, also Anführer.

Stoische Ruhe wäre dann die positive Seite, abzugrenzen von überemotional, hysterisch, panisch, empfindlich im negativen. Was dann alles wieder Eigenschaften sind, die eher dem weiblichen zugeordnet werden. Dieses Gegensatzpaar wird aber nicht gebildet, sondern es wird das Bild des eigentlich emotionalen, gerade nicht stoischen Mannes gebildet, der die Emotionen nur nicht ausdruckt, nicht ausdrücken darf, sie also unterdrückt. Das wird unterstellt, anscheinend weil man sich im Feminismus keine stoische Ruhe vorstellen kann.

Die Unterstellung, dass da irgendwo bestimmte Emotionen unterdrückt sein müssen, die für alles schlechte verantwortlich sind und das der Feminismus mit seinen Abwertungen diese gerade nicht mehr unterdrückt hat dabei etwas absurdes. Gerade dann wenn gerade im Feminismus jedes Vorhalten von Benachteiligungen mit einem Mimimi abgetan wird. Männer sollen insofern nur schwach sein dürfen, wenn es gerade in die richtige Richtung geht. Aber eben nicht, wenn die Richtung nicht gefällt. Dann ist es vollkommen okay sie als Jammerlappen zu beschimpfen.

Wäre stoische Männlichkeit ein Gegenmodell zur „unterdrückung der Gefühle“?

26 Gedanken zu “Stoisches Verhalten vs. Gefühle unterdrücken

  1. Egal ob Krieg, Großwildjagd oder Fußballspiel: Es gehört zur männlichen Welt, dass Mann sich auf Mann verlassen können muss.
    „Die Sache ist wichtiger als deine Befindlichkeit“ hat (zumindest) meine Generation noch gelernt.

    Es sagt einiges über Frauen in unseren Zeiten, dass dieser Anspruch ihnen vollkommen fremd, ja: quasi undenkbar ist.

    Da wir grad Frauenfussball hatten: Warum läuft diese junge Frau unter dem Youtube Titel „Worst Goalkeeper ever“?

    Weil sie ihre Angst nicht im Griff hat und die eigene Unversehrtheit weit höher schätzt als das Spielergebnis.
    Ein Mensch, auf den man sich nicht verlassen kann.

    Insofern ist „Stoischer Anführer“ nicht der Punkt. „Verlässlicher Kooperateur, der die Sachebene nicht für die Gefühlsebene opfert“ ist der Punkt.

    Das scheint mir auch der Kern aller „Sexismus am Arbeitsplatz“ Diskussionen zu sein: Auf sehr emotionale Menschen kann ich mich nicht verlassen. Viele Frauen sind regelrecht stolz darauf, sehr emotional zu sein. Ist meine neue Kollegin von dieser Sorte oder hat sie sich im Griff? Männer, die sich aufeinander verlassen müssen, testen sich ständig gegenseitig. Da machen sie bei weiblichen Kollegen keine Ausnahme.

    Die Alternative ist natürlich das, wo wir derzeit anscheinend hingehen: Keiner kann sich mehr auf den anderen verlassen. Befindlichkeiten sind immer wichtiger.

    • Was der Feminismus systematisch verfehlt ist die Anerkennung der Tatsache, dass diese Verhaltensweisen eine (gesellschaftliche) Funktion haben.
      Weil diese Erkenntnis ausgeblieben ist, klebt nunmehr das Label „männlich“ auf „Stoizismus“.

      Dabei konnte es natürlich nicht bleiben.
      Denn in ihrem dichotomen Denken gibt es die „Emotionalität“ als Gegenpart und auf diesen wurde das Label „weiblich“ geklebt.
      Dann wurde beklagt, dass „Emotionalität“ weniger wert ist als „Stoizismus“, wegen „das Patriarchat“, und engagiert ging man daran, „Emotionalität“ auf- und „Stoizismus“ abzuwerten.

      So wurde also – vielen Dank für gar nichts, Feminismus! – dem Publikum endgültig klar gemacht worden ist, dass „Emotionalität“ rein weiblich ist und „Stoizismus“ ganz und gar männlich.

      Du hast richtig über eine männliche, an Männer adressierte Botschaft geschrieben: „Die Sache ist wichtiger als deine Befindlichkeit“.
      Ergo: Abstrahiere von deinen individuellen Gefühlen, zu Gunsten des kollektiven Vorhabens!
      Du bist als Individuum weniger wichtig als dieses Vorhaben.
      Notfalls gehst du für dieses Vorhaben – als Individuum – in den Tod.

      Das macht Männer so verführbar für das gute und das schlechte an der „großen, gemeinsamen Sache“.
      Das ist die gesellschaftliche Botschaft an Männer in ihrer Funktion als Männer und „Gesellschaft“ besteht zu 50% aus Frauen. Wenn die Mutter schon den „tapferen kleinen Jungen“ lobt, dann bereitet sie den Jungen vor auf seine spätere Funktion.

      Diese Botschaft ist an Frauen aber nie ergangen, weil es ihnen erspart worden ist, sich als Individuum weniger wichtig zu nehmen.
      Die rein emotionale Sichtweise, die nie herausgefordert worden ist, von den eigenen Befindlichkeiten und Emotionen zu abstrahieren, hat notwendig nicht zu den heutigen zivilisatorischen Errungenschaften geführt.

      Dass dieser Luxus der reinen, unkontrollierten Emotion nur Luxusgeschöpfen zugestanden worden ist und werden kann, steht als Einsicht ebenso notwendig konträr zum feministischen Mythos der „historischen Unterdrückung der Frau“. 😉

      • Ergo: Abstrahiere von deinen individuellen Gefühlen, zu Gunsten des kollektiven Vorhabens!
        Du bist als Individuum weniger wichtig als dieses Vorhaben.

        Diese Aufforderung ist auch an die Frauen ergangen. Nur nicht an alle. (Hysterie von Frauen war glaube ich eher ein großbürgerliches Phänomen.) Ich denke eine Frau aus dem Arbeiter- oder Bauernmilieu konnte (und kann) genausowenig egozentrisch agieren, wie es ihr Mann nicht kann. Der Frust über die Zwangslagen und das häufige Übergangenwerden in Bezug auf die eigenen Bedürfnisse wurde (und wird) aber in diesen Fällen unterschiedlich verarbeitet. Die einen diskutieren über Systeme (Politik) und die anderen über das Verhalten anderer Personen (Klatsch und Tratsch). Beides hat seinen Zweck, seinen Nutzen und seine Abgründe.

        Diejenigen, die losgelöst von Zwängen agieren konnten, kamen aus einem wohlsituierten Umfeld und haben irgendwann im Leben die Rollenzuweisungen, die ihnen ihr Milieu angetragen hat, zurückgewiesen. Weil ihr Milieu ihnen als Reaktion darauf nicht die Ressourcen entzogen hat (wahrscheinlich, weil die in einem gewissen Überfluss vorhanden waren und deshalb kein strenges Haushalten notwendig war) ist über die Jahre der Eindruck entstanden, das Verbrauchen von Ressourcen ohne das Anerkennen der damit verbundenen Pflichten wäre ein erstrebenswertes Verhalten. Diese Sicht auf die Dinge mag typisch sein, für den zeitgenössischen (institutionalisierten) Feminismus, aber nicht für „die Frau“.

        • Ach, ach, die „natürliche Frau“ als Gegenmodell zur Feministin.

          Die „natürliche Frau“, die zu Hauf Romane und Filme zu Erfolgen werden lässt, in denen sich die Heldin beliebig beschissen und emotional und unkontrolliert verhält, am Ende kommt dann doch der Millionär oder Pirat oder Vampir oder Chefarzt und heiratet sie.
          Die „natürlichen Frauen“, die sich unermüdlich das Kleine-Prinz-Zitat ins Poesiealbum schreiben: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ und ihre Irrationalität damit irgendwie geadelt fühlen.

          Es gibt heute keine Dienstmägde mehr, die noch handfest lernen mussten, dass Madame von ihren Gefühlen nichts mitkriegen will.

          Zwar mag es noch Frauen geben, die trotzdem dazu gezwungen sind, aber es gibt sehr viel weniger, die das nicht als (patriarchale?) Zumutung ansehen.

        • Mir geht es nicht um die „natürliche Frau“ sondern darum, darauf hinzuweisen, dass Menschen unabhängig vom Geschlecht Zwängen unterliegen. Die Freiheit, diese Zwänge zu ignorieren, hat heute vielleicht ein größerer Teil der Bevölkerung als früher, aber bei weitem nicht jede Person – egal welchen Geschlechts.

      • @Werlauer

        „Diese Aufforderung ist auch an die Frauen ergangen. Nur nicht an alle.“
        Völlig einverstanden!

        „(Hysterie von Frauen war glaube ich eher ein großbürgerliches Phänomen.) Ich denke eine Frau aus dem Arbeiter- oder Bauernmilieu konnte (und kann) genauso wenig egozentrisch agieren, wie es ihr Mann nicht kann.“
        Ebenfalls meine Zustimmung.

        Eine der wichtigsten „Errungenschaften“ des (klein-)bürgerlichen Feminismus, den du heute live und in Farbe anschauen kannst, ist ein umfassender historischer Revisionismus (im schlechten Sinne).
        Sie haben historisch – und tun das auch heute noch – die Minderheit aller Frauen gestellt und machen die Erfahrungen dieser Minderheit aktuell und in der Vergangenheit zu der Mehrheit aller Frauen.
        Geschichtsfälschung.

        Die „fainting couch“, die nur für die Zurschaustellung der Überempfindlichkeit des weiblichen Geschlechts existierte, gab es für Frauen aus dem Arbeiter- oder Bauernmilieu nicht.
        Was also für Luxusgeschöpfe vorgesehen war, war keinesfalls die Erfahrung „aller Frauen“.

        Nichtsdestotrotz sind ihre Botschaften präsent in den alten und neuen Medien seit Jahrzehnten, weil ihr soziales Milieu an den Schaltstellen eben dieser Medien sitzt.

        Was Christian hier als wichtige Erkenntnis liefert: „Männer sollen insofern nur schwach sein dürfen, wenn es gerade in die richtige Richtung geht. Aber eben nicht, wenn die Richtung nicht gefällt. Dann ist es vollkommen okay sie als Jammerlappen zu beschimpfen.“ erklärt auch ihre Ambivalenz.

        Ich wiederhole mich: „Die rein emotionale Sichtweise, die nie herausgefordert worden ist, von den eigenen Befindlichkeiten und Emotionen zu abstrahieren, hat notwendig nicht zu den heutigen zivilisatorischen Errungenschaften geführt.“

        Sie müssen die „weibliche“, also (klein-) bürgerliche Überlegenheit ihrer Sichtweise wieder und wieder und wieder propagandistisch behaupten.
        Denn alle historischen Fakten sprechen gegen sie.
        Es gibt keinen einzigen Pfad weiblicher Empfindsamkeit, der von den Pyramiden zu Mondlandung führt.
        Aber auch keinen weiblichen Shakespeare, Goethe, Ginsberg.

        Die Dichotomie von Gefühl und Verstand haben sie selber produziert, die Idee, diese zwischen den Geschlechtern zu verteilen und zu behaupten, es könne so etwas wie ein Verstandesgefühl oder Gefühlsverstand nicht geben – das ist alles auf ihrem Mist gewachsen.

        Weil sie sich SELBST in diese aussichtslose Lage gebracht haben, die allwissende Richterin über „feelings, nothing but feelings!“ zu sein, treten sie als Kontrolleurinnen der Existenz und Angemessenheit männlicher Gefühle auf.
        Alter, dude, ein Blick zurück auf die deutsche Romantik sollte klar machen, wie aussichtslos dieses Vorhaben ist:

        „Der Romantiker ortet einen Bruch, der die Welt gespalten habe in die Welt der Vernunft, der „Zahlen und Figuren“ (Novalis), und die Welt des Gefühls und des Wunderbaren. Treibende Kraft der deutschen Romantik ist eine ins Unendliche gerichtete Sehnsucht nach Heilung der Welt, nach der Zusammenführung von Gegensätzen zu einem harmonischen Ganzen.“
        Deutsche Romantik, Wiki

        Willkommen in der Männlichkeit, die ab ca. 1800 die Literatur prägte.
        Die männlichen Romantiker und ihr Vorhaben: „Die Grundthemen der Romantik sind Gefühl, Leidenschaft, Individualität und individuelles Erleben sowie Seele, vor allem die gequälte Seele. Romantik entstand als Reaktion auf das Monopol der vernunftgerichteten Philosophie der Aufklärung“.
        Ebd.

        Oh, diese diversity der Sichtweisen!
        Nur komisch, dass die ganz ohne Frauen auskam, nicht wahr? 😉

        • Wenn ich das richtig verstehe, fokussierst Du Deine Argumentation auf die inneren und historischen Widersprüche der Sichtweise, die öffentlich von den Protagonistinnen aber auch immer wieder von verschiedenen Damen herausgestellt wird. – In diesem Punkt folge ich der Argumentation ohne Widerspruch.

          Durch die permanente öffentliche Darstellung wird die Deutung der Handlungen von Männern und Frauen beeinflusst. Was ich aber nicht klar fassen kann, ist die Abgrenzung der Möglichkeiten, die dieser Einfluss in verschiedenen Schichten hat. Denn die realen Handlungsoptionen sind meiner Meinung nach auch in der Gegenwart nicht für alle Schichten gleich (und der Einfluss der genannten öffentlichen Darstellung auch nicht).

    • @„Die Sache ist wichtiger als deine Befindlichkeit“:

      Ich war noch nie ein Freund davon die Männer als disposable zu betrachten. Es darf m.E. nie eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich Männer für die Gesellschaft oder ihre Frauen aufopfern. Im Idealfall schätzt ein Mann die Gesellschaft so sehr, dass er bereit ist seine eigenen Interessen hintenan zustellen. Wenn dieses Verhalten jedoch in berechnender Weise ausgenutzt wird, wäre es ein Ausdruck mangelnden Selbstwerts, wenn man dann nicht Konsequenzen zieht.

    • „Auf sehr emotionale Menschen kann ich mich nicht verlassen.“

      Wie du m.E. richtig darstellst, kann starke Emotionalität auch negative Auswirkungen haben. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass Personen „situationsangemessen“ – wie Klaus unten schreibt- auf eine Situation reagieren, wenn sie sich zu stark von ihren Emotionen leiten lassen.

      Ein weiterer negativer Punkt in diesem Zusammenhang ist, dass Empathie und Fürsorgebereitschaft aufgrund nicht kontrollierter Emotionen (z.B. Freude/Angst/Trauer) in den Hintergrund geraten.

    • Zum 13:0 der USA gegen Thailand: „Thailand’s players were in tears when the final whistle was blown. Some criticized the U.S. women for continuing to enthusiastically celebrate goals even after the game was clearly decided.“

      Gut, man hat auch schon Fußballer in Tränen gesehen, wenn Titelträume geplatzt sind. Aber aufhören Tore zu schießen, weil die anderen eh schon verloren haben? Ernsthaft?
      https://pluralist.com/uswnt-equal-pay-controversy/

  2. Der Stoiker er excellence war der römische Kaiser Marc Aurel.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Aurel

    Seine Selbstbetrachtungen sollte jeder gelesen haben.
    https://gutenberg.spiegel.de/buch/des-kaisers-marcus-aurelius-antonius-selbstbetrachtungen-1479/2

    „Sage zu dir in der Morgenstunde: Heute werde ich mit einem unbedachtsamen, undankbaren, unverschämten, betrügerischen, neidischen, ungeselligen Menschen zusammentreffen. Alle diese Fehler sind Folgen ihrer Unwissenheit hinsichtlich des Guten und des Bösen. Ich aber habe klar erkannt, daß das Gute seinem Wesen nach schön und das Böse häßlich ist, daß der Mensch, der gegen mich fehlt, in Wirklichkeit mir verwandt ist, nicht weil wir von demselben Blut, derselben Abkunft wären, sondern wir haben gleichen Anteil an der Vernunft, der göttlichen Bestimmung. Keiner kann mir Schaden zufügen, denn ich lasse mich nicht zu einem Laster verführen. Ebensowenig kann ich dem, der mir verwandt ist, zürnen oder ihn hassen; denn wir sind zur gemeinschaftlichen Wirksamkeit geschaffen, wie die Füße, die Hände, die Augenlider, wie die obere und untere Kinnlade. [Fußnote] Darum ist die Feindschaft der Menschen untereinander wider die Natur; Unwillen aber und Abscheu in sich fühlen ist eine Feindseligkeit.“

    • Gutes Zitat, leider im Endeffekt genauso nutzlos wie das „Liebet euren Nächsten“ aus dem neuen Testament. Es ist ja gerade die Eigenschaft von Gefühlen, dass man sie eben nicht an- und abschalten kann, man kann sie nur annehmen oder unterdrücken.

  3. Für mich wäre der gegensätzliche Begriff Gelassenheit. „Stoisch“ finde ich zu unemotional und hat für mich eher einen leicht negativen Beigeschmack. Der gelassene Mensch (Mann) nimmt sein Emotionen wahr, nimmt sie an und reagiert gleichwohl situationsangemessen, lässt sich also nicht von seinen Gefühlen überwältigen, sondern sieht sie als einen von mehreren Aspekten in der gegenwärtigen Situation. Beispiel: Feuerwehrmann im Einsatz: Der wird nicht stoisch das brennde Haus betreten, sondern m.E. idealerweise gelassen. Stoisch hieße für mich, dass er seine (berechtigte) Angst ausblendet. Das wäre aber unprofessionell, weil Angst z.B. dafür sorgt, ein zu großes Risiko für sich selbst wahrzunehmen.

  4. M.E. kommt die Vorderung das Männer ihre Gefühle mehr zeigen sollen, woander her: Für viele Frauen sind Emotionen eine Kommunikationsform. Sie zeigen eine Emotion und erwarten dass das Gegenüber ebenfall mit einer Emotion reagieren. Da Männer nicht auf diese Art kommunizieren, sind diese für jene kaum zu verstehen. Was nicht heißt das Männer weniger emotional wären.

    • Ja, wichtiger Punkt. Deshalb glauben die auch ständig, Männer würden das irgendwie unterdrücken, weil es für sie so ein selbstverständlicher Teil der Kommunikation ist, dass wir irgendwie wie geistig behindert für die wirken. Oder halt künstlich gehemmt.

      Tatsächlich glaube ich aber, dass Männer nicht nur weniger Emotionen kommunizieren, sondern das Emotionalitätslevel auch einfach (testosteronbedingt) niedriger liegt. Man nimmt nicht nur die Emotionen von anderen weniger intensiv wahr, sie interessieren einen i.d.R. auch weniger und bei manchen Sachen wird unsereiner nie verstehen, was die Weiber schon wieder für ein Problem miteinander haben, welches es objektiv gar nicht gibt, sondern nur in rosa-Blumenland irgendwie auffällt…

      Nichtdestotrotz können Männer sehr extrem empfinden, leider vor allem negative Gefühle, wie Wut. Zumindest ist das bei mir so, positive Gefühle sind bei mir irgendwie viel schwächer. Aber vielleicht bin ich auch einfach ein bisschen schräg.

    • „Für viele Frauen sind Emotionen eine Kommunikationsform. Sie zeigen eine Emotion und erwarten dass das Gegenüber ebenfall mit einer Emotion reagieren.

      Das ist die falsche Schlussfolgerung.
      Männer sind das Produkt jahrtausendelanger weiblicher Domestifikation. Für das emotionale Sichgehenlassen haben die Frauen ihre Hühnerhöfe. Sie können es tun, weil die Hähne aufpassen, sie bewachen und beschützen. Und genau das erwarten die Frauen von ihnen.
      Andererseits sind die Frauen wiederum die Domestifikation der Männer über Jahrtausende.

  5. Klingt eher nach einem Feminismus.
    Den Wunsch nach Mutterschaft bis in die 40er zu unterdrücken.
    Das ist so over the top, da kommt kein Aurelius ran.

  6. Gefühle zu haben ist etwas anderes als Gefühle zu zeigen. Jemanden Gefühle zu zeigen, die oder der sich nicht dafür interessiert, ist übergriffig. Feministinnen interessieren sich nicht für die Gefühle von Männern. Ergo kriegen sie die nie zu sehen. Ich

  7. Wäre stoische Männlichkeit ein Gegenmodell zur „unterdrückung der Gefühle“?

    Nein, denn „Unterdrückung der Gefühle“ will ja lediglich den Grund der „stoischen Männlichkeit“ beschreiben. Das eine ist also Beobachtung, das andere der Versuch die Ursache auszumachen.

    Ich sehe mich selbst nicht als „stoischen Mann“ ich wünschte ich wäre einer, aber ich meide verschiedene Situationen deshalb, weil ich Angst davor habe, meine Emotionen nicht mehr im Griff halten zu können. Nur laufen die eben nicht, wie bei den meisten Frauen, auf einen Heulkrampf hinaus, sondern eher auf eine Wutattacke, einen Ausraster, den ich am Ende doch nur bereue.

    Das meinen die Femnazis natürlich nicht, das ist „toxische Männlichkeit“, die unterdrückt werden muss und die sowieso nur gesellschaftlich antrainiert wurde, oder so. Was halt die Bekloppten so meinen…

  8. Bitte bei diesen Überlegungen die kulturelle Komponente betrachten.
    Wenn ich an die Fernsehbilder von Kriegen, Anschlägen, Demonstrationen im arabischen Raum denke, so sind die Männer dort sehr emotional. Da wird auch gerne geweint. Besonders wenn es um vermeintliche oder tatsächliche Verunglimpfung des Propheten oder des Korans geht.

  9. Das ganze Thema ist Schwachsinn. Ich kenne persönlich KEINEN Mann der seine Gefühle unterdrückt. Nur tut er es zum einen nicht in der Öffentlichkeit wenn es Gefühle der Schwäche sind, sondern bei jemandem dem er vertraut. Und ich kann es nur immer wieder betonen – Frauen kann man in diesen Punkten nur insoweit vertrauen, dass jeder Mann instinktiv weiß, dass Frauen Schwäche verachten. Deswegen schütten die meisten Männer ihre Gefühle bei MÄNNLICHEN Freunden aus, welche sie NICHT beurteilen.
    Abgesehen davon sind als Gefühle der Schwäche nicht die einzigen Gefühle die es gibt (auch wenn die Opferfeministen das glauben) und wer einmal in einem Fußballstadion war, der weiß, dass Männer problemlos Freude, Wut und Hass ausschütten können wenn das Umfeld oder der Grund stimmt. Nur der Unterschied ist – wir wollen es nicht immer ausschütten, sondern sind in der Lage unsere Gefühle zu kontrollieren, genau wie unseren Harndrang. Nur Kleinkinder können das nicht und da Frauen offenbar ihre Gefühle nicht kontrollieren können, kann man eigentlich nicht sicher sein ob sie nicht vielleicht auch ihren Harndrang nicht unter Kontrolle haben. Bei den meisten Feministen könnte ich mir jedenfalls ganz klar vorstellen, dass sie nicht stubenrein sind.

  10. Der Stoizismus ist ein evolvierter Vorteil des männlichen Geschlechts, ebenso wie die Emotionalität eine evolvierte Funktion des weiblichen ist. Der Feminismus ignoriert mal wieder die Biologie und ersetzt sie durch eine soziale Konstruktion. Um die böse männliche Gesellschaft zu überwinden müssen die Männer verweiblicht werden, d.h. männliche Vorteile werden negativ bewertet und weibliche positiv, daher das Framing der „Gefühlsunterdrückung“. Für Männer sind Gefühle nur nützlich bei der „Brautwerbung“, ansonsten Ballast. Akzeptiert das einfach, Mädels, ist genetisch!

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