„Jungs, warum wollt ihr nichts von „Toxic Masculinity“ hören?“

Ich mochte vor Jahren, als ich die Süddeutsche noch gelesen habe und im Abo hatte, die jetzt ganz gerne. Gerade die Rubrik: Mädchenfrage – Jungenfrage war häufig interessant und witzig geschrieben. Aber der intersektionale Feminismus ist ja schon länger dort angekommen, jetzt mit einer Frage, die sich abseits des Feminismus wahrscheinlich kein Mädchen stellt:

Liebe Jungs,

Was Mannsein heißt, wollte euch ein Rasierklingenhersteller Anfang dieses Jahres in einem Werbespot erklären, der „Toxic Masculinity“ anprangert: Er zeigt Männer als Machos am Grill, die hilflos dreinblicken, während immer mehr #MeToo-Nachrichten aus dem Fernseher rieseln. Dem gegenüber stellte Gillette Bilder von „guten Männern“: den jungen Vater, der mit seiner kleinen Tochter Motivationssprüche aufsagt, den Typen, der bei einem Streit unter Männern schlichtend dazwischen geht. Voilà, Shitstorm: Für den Spot gab es doppelt so viele Daumen runter wie hoch – vor allem von Männern. Vielen war der Inhalt zu plakativ, vor allem schienen euch aber die Worte „Toxic Masculinity“ zu stören.

Dass der Begriff, der ursprünglich aus der Soziologie der frühen 2000er stammt, ein bisschen fies klingt und gerade zum Modewort wird: geschenkt. Dass der Wandel eines Rasiererherstellers zum feministischen Akteur etwas unvermittelt kommt, auch. Aber dass dahinter auch ein reales Problem steckt, nämlich die negativen Auswirkungen von stereotypem Mannsein (Mann gleich hetero, hart, alpha) auf euch und uns, hört ihr scheinbar nicht so gern.

Selbst bei Diskussionen mit all den wunderbaren, schlauen und fortschrittlichen Männern in meinem Freundeskreis folgt auf den Begriff „Toxische Männlichkeit“ immer ein genervtes Seufzen. Digital passiert ähnliches unter Hashtags wie #NotAllMen. Ihr scheint große Angst davor zu haben, in einer negativen Schublade zu landen, einfach nur weil ihr Männer seid.

Dabei stört das Rumgehacke auf eurer kollektiven Boshaftigkeit auch uns gewaltig. Weil es unfair ist, ja. Aber auch, weil ihr dadurch mehr damit beschäftigt seid, für „die Männer“ zu argumentieren als für uns. Eure Genervtheit macht uns traurig. Denn sie verhindert die Gespräche, die wir dringend führen müssten – die, in denen es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Lösungsansätze geht. Wir haben doch alle kapiert, dass es hilft, die Dinge zu benennen, die Sexismus eine Grundlage geben.

„Toxische Männlichkeit“ ist keine feministische Verschwörungstheorie, sondern ein neuer Begriff für alte Verhaltensmuster. Er beschreibt für mich auch eine männliche Herdenmentalität, die dafür sorgt, dass mir eine Gruppe von Männern öfter hinterher ruft als ein einzelner Mann. Dass sich Kollegen in gemischter Runde automatisch mehr mit Geschlechtsgenossen unterhalten, dass Männer sich „unter sich“ anders verhalten – kurz: dass Männlichkeit in der Gruppe unserer Gleichberechtigung im Weg steht. Und diese toxische Form der Männlichkeit hat noch eine ernstzunehmende Konsequenz: Die hohe Depressions- und Suizidrate unter Männern hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass stereotypes Mannsein heißt, keine Gefühle zu zeigen. Das findet ihr doch auch schlimm, oder? Warum seid ihr dann nicht genauso wütend wie wir?

Stört euch, dass wir Männlichkeit an sich anprangern? Müssen wir genauer werden? Oder findet ihr insgeheim einen Teil vom stereotypen Mannsein doch irgendwie gut? Was, wenn wir sagen: Toxisch, also schädlich, ist ein stereotypes Verhalten dann, wenn es uns und andere davon abhält, ihre Identität so zu leben, wie sie es wollen? Theoretisch können demnach auch stereotyp weibliche Attribute toxisch sein: Fürsorge etwa, wenn sie uns davon abhält, unseren Partner nach Elternzeit zu fragen.

Also, liebe Jungs: Findet ihr eure eigene Männlichkeit nun toxisch oder nicht? Und wenn ja: Warum wollt ihr nicht darüber reden?

Verwirrte Grüße

Eure Mädchen

Was für ein Mist. Schoppe hat ihn schon perfekt besprochen.

Ich zitiere einfach mal ein paar Kommentare:

Toxische
Männlichkeit ist ein Männlichkeitsklischee und der Ausdruck tiefer
Ressentiments. Daraus resultiert die Abwehrhaltung

oder:

Hier wird irgendwo ein Begriff verwendet, der nicht für sich selbst steht, sondern erstmal erklärt werden muss. Der Zweck ist klar: Der Begriff ist prägnant und provokativ gleichzeitig. Aber je nachdem wer versucht ihn zu definieren, kommen sehr unterschiedliche Sichtweisen zu Tage. Mal geht es um „männliches Verhalten“, dann über „männliches“ und „weibliches“, dann über Aktuelles und dann wiederum über längst überwundenes. Dann fügt man noch die Themen Hierarchie oder konkrete Verhaltensmuster im Einzelfall oder in der Gruppe ein und tada: Wir haben das Durcheinander. Meiner Meinung nach wäre es deutlich konstruktiver, auf solche Begriffe und den kalkulierten Streit darüber vollständig zu verzichten, und direkt zum Punkt zu kommen.

Ich weiß nicht, in welcher Welt es funktioniert, dass man mit jemandem in den Dialog tritt, indem man ihn angreift oder beschimpft.

oder:

Idioten, männliche als auch weibliche, gab es, gibt es und wird es immer geben. Genauso allerdings auch gefühlvolle und empathische Menschen.
Das Problem an diesen Konzepten, wie toxische Männlichkeit, ist, dass sie der Versuch sind, ganze Gruppen von Personen über einen Kamm zu scheren. Dies ist abzulehnen. Erstens, weil es diskriminierend ist und zweitens weil es übergriffig ist.
Übergriffig ist es, weil es der Versuch ist, Verhalten, welches einem selbst nicht gefällt, bei anderen abstellen zu wollen. Sofern es sich dabei nicht um strafrechtlich relevantes Verhalten handelt, ist das jedoch intolerant und durch nichts zu legitimieren.
Das heißt noch lange nicht, dass man gewisse Verhaltensweisen gut finden muss. Im Gegenteil. Wenn man etwas nicht gut findet, darf man das sagen. Wenn das nicht hilft, muss man sich solchen Leuten nicht abgeben.
Im Übrigen sollten man sich bewusst sein, dass niemand perfekt ist. Vielleicht hat jemand, der auf der einen Seite ein Defizit hat auf der anderen einen großen Vorzug. Es kommt auf die Mischung an und die Frage, ob man selbst, ganz individuell das Gesamtpaket mag.

oder:

Leute, die sich diskriminiert fühlen, wenn, wenn man Berufsbezeichnungen nicht das passende Gendersternchen verpaßt, gleichzeitig aber mich auffordern „Feminismus“ als positiv für Männer anzuerkennen und die Arschlochverhalten als „toxisch+männlich“ bezeichnen, sind entweder intellektuell nicht satisfaktionsfähig, oder einfach niederträchtig

Darf man hier „Scheiße“ sagen? Weil das is sexistische Kackscheiße.
Historischen wie zeitgenössischen Machtmißbrauch umzudeklarieren in eine Geschlechtseigenschaft, das ist so erbärmlich. Und das von Leuten, die sich für besonders „links“ und emanzipiert halten.

Der allergrößte Teil der Kommentare ist negativ. Kann natürlich auch an der Verlinkung durch Schoppe und andere liegen. Aber dennoch gut zu sehen.

26 Gedanken zu “„Jungs, warum wollt ihr nichts von „Toxic Masculinity“ hören?“

  1. Dass sich Kollegen in gemischter Runde automatisch mehr mit Geschlechtsgenossen unterhalten, dass Männer sich „unter sich“ anders verhalten – kurz: dass Männlichkeit in der Gruppe unserer Gleichberechtigung im Weg steht.

    Es nervt einfach nur, weil Frauen sich ebenso anders verhalten, wenn sie unter sich sind.
    Bei Frauen wird daraus aber keine toxische Weiblichkeit herbeifabuliert. Und die Frage nach Gleichberechtigung wird ohnehin nicht gestellt, weil Frauen ja schon qua Geschlecht nicht diskriminieren können.
    Und während man Männern wieder einmal völlig einseitig und unreflektiert Sexismus vorwirft, agiert man selbst vollkommen sexistisch

    • Die angesprochene Verhaltensweise von Männern, wenn sie sich in gemischtgeschlechtlichen Gruppen mit mehr Männern als Frauen befinden, sie sich bevorzugt mit ihren Geschlechtsgenossen unterhalten, ist zutreffend. Das mir als Frau damit aber sogar schon meine „Gleichberechtigung“ genommen wird, sehe ich nicht so, zumal ich davon ausgehe, daß für das besagte Verhalten multikausale Aspekte eine Rolle spielen, die zwar durchaus mit „Geschlecht“ zu tun haben, aber wohl eher wenig mit dem Geschlechtsaspekt „Gleichberechtigung“, bzw. einer gewollten Diskriminierung zu tun haben.
      Viele Dinge in unserem Leben sind erst dadurch reizvoll, daß diese zum Glück für die meisten Menschen, noch nicht völlig unterschiedslos gleichgemacht/plattgemacht sind. Ich halte das oben richtig beschriebene Verhaltens-Phänomen zwar nicht für „besonders prickelnd“, sehe darin aber eher einen beiläufigen Mosaikstein im Geschlechter-Verhalten in unterschiedlichen Situationen/Konstellationen.
      Die aufgeworfene Frage gehört zum weiten Feld der Kleingruppen-Forschung, die bislang insgesamt belegt, welche situativ/konstellativen Einflußfaktoren im einzelnen relevant werden können. Die vielfältigen Befunde auf (Un-)“Gleichberechtigung“ reduzieren zu wollen, geht -wie das plakative labelling: „toxic masculinity“- an der Komplexität des Themas vorbei!

    • Ja, auch in gemischten Gruppen unterhalte ich mich lieber mit Männern und ignoriere die Frauen. Die bewegen zwar meist ihren Mund aber sagen irgendwie nix. Hatte das gerade am WE mehrfach. Was Frauen gut können ist beim Sex mitmachen und das ist es auch wofür ich sie brauche. Nach dem Sex können sie sich in zwei gute Kumpels und einen Kasten Bier verwandeln.
      Dieses Verhalten könnt übrigens ziemlich attraktiv bei den Frauen an, jedenfalls mehr als das der Schleimer und Frauenversteher.

  2. Komisch, dass Männer lieber sich sind, wenn Frauen sie ankeifen, sie anhand ihres Geschlechts in Sippenhaft nehmen, sie „toxischer Männlichkeit“ beschuldigen und das Standgericht ohne vorausgegangene Tat dann „Dialog“ nennen.

    Ja, wer will als Mann nicht gerne mit sowas zu tun haben. Fast alle, würde ich sagen.

    • Ich glaube, dass ist nicht einmal das Hauptproblem, da die wenigsten Frauen gleich offen keifen oder Sippenhaftanschuldigungen vornehmen.
      Dass es einige wenige Frauen gibt, die meinen, feministische Verblendung sei ein Ausdruck von Selbstbewusstsein und Stärke und nicht erkennen, dass sie sich zwischenmenschlich wie ein Idiot verhalten, ist zwar sicherlich noch verstärkend, aber meiner Meinung nach nicht die Hauptursache, weshalb die Gesellschaft von Männern von vielen (i.ü. auch von vielen Frauen) bevorzugt wird. Das recht geringe Risiko an eine verblendete Feministin zu geraten, würden die meisten Männer daher sicher noch in Kauf nehmen, wenn es denn andere motivierende Gründe gäbe, ganz allgemein die Gesellschaft von Frauen anzustreben. Die Gründe gibt es aber in der Regel nicht.

      Gerade gestern erzählte mir eine Freundin, dass sie einfach lieber in der Gesellschaft mit Männern ist und Frauentreffen als sehr anstrengend empfindet, weil man bei Frauen auf jedes Wort achten müsse und alles immer bewertet wird, statt sich einfach nur entspannt zu begegnen und sich auch mit den jeweiligen Macken zu akzeptieren. Frauen erwarten immer, dass man sie toll zu behandeln hat, auch wenn sie umgekehrt nichts dafür tun, langweilig sind oder sich sogar wie Kotzbrocken (z.B. Feministinnen) verhalten. Die meisten Männer würden das hingegen nicht erwarten, sondern wissen ganz genau, dass Ansehen und Wertschätzung viel mit Gegenseitigkeit und dem eigenen Verhalten zu tun hat. Bei vielen Männern braucht man nicht ständig politisch korrekt sein, kann derbe Sprüche bringen, den anderen sogar auch beleidigend necken und trotzdem zusammen freundschaftlich ein Bier zusammen trinken, einfach weil Männer i.d.R. zwischenmenschlich robuster sind und nicht alles auf die Goldwaage legen. Viele Männer sind da einfach viel entspannter und man kann sie vor allen Dingen auch recht schnell abschätzen, während viele Frauen einfach wie Minesweeper sind, bei der jeder belanglose Satz zu Problemen (Explosion) führen kann, den die Frau einem für immer und ewig übel nehmen wird, einfach, weil hier ständig die Dinge (moralisch) bewertet werden und man sich quasi durchgehend als „würdig“ genug für sie zu beweisen hat.

      Und im zwischenmenschlichen Miteinander möchte man das in der Regel eben nicht, sondern man möchte gewöhnlich ohne Sorge einfach der sein dürfen, der man ist und eben nicht ständig geprüft und in Bezug auf Belanglosigkeiten bewertet bzw. abgewertet werden. Im Privaten sucht man daher die Gesellschaft zu Menschen auf Augenhöhe, während viele Frauen eine Sonderbehandlung erwarten (jeder Mann hat ihr die Kisten zu schleppen, sich ihr Gegenüber wie ein Gentleman zu verhalten, …, während jede etwaige umgekehrte Erwartungshaltung ein Verbrechen wäre).

      Wenn ein Mann daher nichts von der konkreten Frau möchte, kann man eigentlich alles andere (Freundschaft auf Augenhöhe, Entspannung, ähnliche Interessen, Leidenschaft für Männerhobbies, …) viel besser, angenehmer und entspannter in einer männlichen Gesellschaft finden.

      Die anstrengendere Gesellschaft zu Frauen sucht man daher gewöhnlich auch nur, wenn man sich daraus einen Nutzen erhofft, der die Anstrengungen wert sein könnte (i.d.R. somit sexuelle Motive oder nette Dekoration). Da aber sowohl die sexuellen Interessen als auch das Interesse an netter Dekoration in einer politisch korrekten feministisch verblendeten Gesellschaft geächtet wird, machen Frauen sich halt selber überflüssig, weil man alles andere woanders viel angenehmer und erheblich entspannter bekommen kann und die bloße Gesellschaft zu Frauen somit nicht attraktiv genug ist.

      • „Gerade gestern erzählte mir eine Freundin …“ – Nicht gestern Abend und nicht eine Freundin, sondern meine Frau, aber ansonsten: 100% Zustimmung. Exakt dieses sagt sie auch immer.

  3. „Aber auch, weil ihr dadurch mehr damit beschäftigt seid, für „die Männer“ zu argumentieren als für uns.“

    Den Narzissmus des weiblichen Geschlechts wieder einmal vortrefflich bloßgestellt. Männer sind für Frauen da. Einen anderen Wert haben sie für Frauen nicht.

    • Siehs mal so: Ohne uns würden sie schlichtweg verrecken.
      Es ist daher kein Wunder dass sie permanent versuchen Aufmerksamkeit zu erregen, und immer noch ein bisschen mehr rauszuquetschen.

      Muss man nicht alles so ernst nehmen, das ist normales Gebitche, einfach ignorieren, und wenns zuviel wird kurz klar machen wer der stärkere ist.

  4. Theoretisch können demnach auch stereotyp weibliche Attribute toxisch sein: Fürsorge etwa, wenn sie uns davon abhält, unseren Partner nach Elternzeit zu fragen.

    Das ist sehr lustig.
    Vor allem, weil eine Feministin immer dann, wenn sie „Die Gesellschaft …“ sagt oder eine Passiv-Konstruktion formuliert, stereotyp weibliches Verhalten anprangert.

    • Vor allem zeigt das Beispiel sehr deutlich eins: es kann kein „toxisches“ Verhalten geben, das negativ für jemand nicht weibliches ist. Selbst das Zugeständnis, dass es THEORETISCH auch stereotyp weibliches Verhalten geben kann, welches toxisch sein könnte, wird nur mit einem Beispiel untermauert, in dem das „toxische“ Verhalten zu etwas führt, was in feministischen Filterblasen als Nachteil für die Frauen selbst interpretiert wird.

      Es kann einfach kein Verhalten von Frauen geben, das explizit Männern schadet. Es kann so etwas nicht geben, weil es das einfach nicht geben darf. Genau nach derselben Logik, wie die Aussagen, dass falsche Beschuldigungen wegen sexueller Straftaten vor allem den wahren (in feministischer Denke ausschließlich weiblichen) Opfern solcher Taten schade. Warum und wie genau sich dieser Schaden gestalten soll, das wird eigentlich nie dargelegt. Es ist eben nur wichtig darauf hinzuweisen, dass keinesfalls ein falsch beschuldigter Mann der Hauptgeschädigte sein kann, dem im Falle einer Verurteilung viele Jahre Gefängnis drohen und der unabhängig vom Ausgang eines möglichen Prozesses auf jeden Fall sozial erledigt ist, weil „irgendwas wird schon dran sein“. Nein, das ist alles nur belangloser Kram im Vergleich zu den Höllenqualen, welchen Frauen ausgesetzt sind, die tatsächlich Dinge erlebt haben, die irgendwo von irgendeiner Frau irgendeinem Mann zu Unrecht angelastet werden.

      Ja, ja! Und wenn ein Sklaventreiber auf offener Straße einen seiner „Nigger“ mit nem Knüppel zu Tode prügelte, waren die wahren Opfer ja auch die armen Passanten, die unter Umständen ihre schönen Ausgehkleider mit Blutspritzern besudelt bekamen.

      Geschlechterrassistischer Opfernarzissmus!

  5. Auweia! Die beiden „Jungsantworten“ sind ja darunter nur noch peinlich. Sie zeigen, dass man als Mann in derlei Postillen keine eigene Meinung mehr haben darf, die nicht zumindest in weiten Teilen von feministischem Propaganda-Bullshit durchzogen ist. Beide Antworten bemühen sich geradezu ritualisiert darum, darauf hinzuweisen, dass es den „Mädchen“ natürlich schon immer viel, viel schlimmer erging (wann soll das bitte schön gewesen sein?) und immer noch ergeht (wo soll das bitte schön der Fall sein?). Was sind das bloß für jämmerliche Pinsel???

    • Korrekt!
      Hier versucht der ferngesteuert devote Autor das feministische Gewölle auf Abruf auszuspeien (Herv. von mir): „Denn „Toxic Masculinity“ heißt für uns, dass wir nicht der Mann sein können, der wir vielleicht sein wollen, weil eben das „giftige“ Bild von Männlichkeit in unseren Köpfen steckt: Wir müssen stark sein, unemotional und von allem einen Plan haben.“

      Gesetzt werden muss, er wird im Pluralis Majestatis für „uns Männer“ sprechen, denn da der feministische Generalangriff auf die „vergiftet und vergiftende Männlichkeit“ alle Männer betrifft, wird der Autor sich kaum davon ausnehmen können.

      Aber die intellektuelle Schlichtheit seiner Definition „vergiftet und vergiftende Männlichkeit“:
      – stark sein,
      – unemotional und
      – von allem einen Plan haben, hat mehrere Haken.

      Die Idee, dass gesellschaftliche Anforderungen an Männer dazu führen, sie könnten nicht ihre Emotionen zeigen, sondern wären angehalten diese zu unterdrücken ist bereits älter.
      Diese Idee wurde in künstlerischer Form verarbeitet bspw. in dem populären Song der Gruppe The Cure, „Boys Don´t Cry“.
      Das Lied stammt jedoch von 1980 und wurde „zum Hit einer Generation traurig blickender Jungs“ (Rolling Stone), die sich also von dem Lied so angesprochen fühlten, dass es einen Effekt auf ihr Verhalten hatte.

      D.h. schon in diesem, fast 40 Jahren alten Pop-Song werden gesellschaftliche Anforderungen an Männer von Männern für Männer thematisiert und kritisiert. Noch populärer im deutschsprachigen Raum durch das Lied „Männer“ von Herbert Grönemeyer aus dem Jahr 1984, in Form einer radikalen Ansage von Ton Steine Scherben „Ich will nicht werden, was mein Alter Ist“ von 1971.

      Die umfassende Leugnung dieser Vorgeschichte durch den Autoren ist jedoch notwendig:
      – denn niemals zuvor (APA 2019) wurde entdeckt, dass unterdrückte Emotionen Männern schaden,
      – diese Einsicht ist Männern selbst nicht zugänglich,
      – sondern nur die allwissende Feministin mit ihrem female gaze kann diese gewinnen und
      – als Anklage gegen vergiftete Männlichkeit richten, die ungebrochen und unreflektiert existiert, selbst beim Beweis des Gegenteils.

      Es wird behauptet, diese Männlichkeit müsse sich ändern und gleichzeitig werden Veränderungen ignoriert, weil es in dieser Perspektive keine männliche Selbstbefreiung geben darf.

      Erstens ist das hier ausgedrückte Maß an Selbstverleugnung des Autors, diese Männlichkeit sei in allen Männern – und demnach auch in ihm – vorhanden einfach Gold, denn dass er sich gegen die „traditionelle Männlichkeit“ abgrenzt ist offensichtlich.
      Er muss also für sich behaupten, dass etwas unreflektiert in ihm existiert, was er reflektierend kritisiert.
      Nimm das, mentaler Spagat! 😉

      Die Impertinenz der feministischen Anklage der 30-jährigen Autorin – die peinlich genug für sich in Anspruch nimmt für „die Mädchen“ zu sprechen – gegenüber diesem „progressiven“ Würstchen ist also nur haltbar, wenn zweitens die Unterstellung der „toxischen Männlichkeit“ nicht die „soziale Konstruktion“ Mann, sondern den biologischen Mann meint.
      Also schon wieder deterministischer Biologismus – langweilig.

      Das Machtgefälle zwischen Fifi und Dominette ergibt sich daraus, dass dem alten Mädchen zugestanden wird, über das Verhalten der „progressiven“ Männer zu wachen und dies zu kontrollieren.
      Die Unterstellung, es befänden sich noch biologische Residuen traditioneller Männlichkeit in diesen, die nur die Dominette sehen und hilfreiche Handhabung bei deren Ausmerzung leisten könne, weitet diese Überwachung und Kontrolle ad infinitum aus.

      Die Aufforderung, sich dem female/feministischen gaze zu unterwerfen sind dermaßen plakativ und auffällig, dass ich mich nicht wundere, warum die Kolumne keine erwachsenen Männer adressiert.
      Alle feministischen Beiträge dieses Kalibers sehen gar keine Wiederworte von Männern vor, sondern nur die in der Pubertät hängen gebliebene, in ihrer Männlichkeit verunsicherte Speichellecker, deren Funktion die permanente Bestätigung selbst der albernsten Thesen von selbsternannten „Mädchen“ ist.
      Diese Mischung aus fragiler, feminisierender Weiblichkeit und narzisstischer grandiosity wird zusehends unappetitlicher…

      Ich schließe daher mit: „Es kann die Befreiung der Männer nur das Werk von Männern sein!“ 🙂

  6. „[..] Dabei stört das Rumgehacke auf eurer kollektiven Boshaftigkeit auch uns gewaltig. Weil es unfair ist, ja. Aber auch, weil ihr dadurch mehr damit beschäftigt seid, für „die Männer“ zu argumentieren als für uns. [..]“

    …WARUM um alles in der Welt sollten ‚wir Männer‘ das bitte tun (für EUCH argumentieren)…?!?
    Können ach so emanzipierte Frauenpower-Powerfrauen nicht für sich selbst argumentieren, dass sie dafür auch noch Männer benötigen (die sie aber erstmal verbal abwerten müssen)..? *grübel*

  7. „Ihr scheint große Angst davor zu haben, in einer negativen Schublade zu landen, einfach nur weil ihr Männer seid.“

    Nein, ich empfinde das als ungerecht. Das hat in dem Fall nichts mit Angst zu tun.

    Es wäre nicht schlimm, wenn Angst die Ursache wäre. Angst hat durchaus Lebenssinn, sie ist per se nichts Schlechtes oder Ehrenrühriges. Sie kann begründet sein oder unbegründet.

    Es ist schon bezeichnend, dass die Autorin jene Männer, dessen Haltung ihr nicht gefällt, pauschal als Angsthasen hinstellt, offenbar in der Hoffnung, dass sie sich davon beeindrucken lassen. Ausgerechnet in einem Artikel über „toxische Männlichkeit“.

    Wenn es darum geht, ihre Gegner zu manipulieren, greift sie selbst nur zu gerne in die Trickkiste der „toxisch-männlichen“ Klischees. Und das fällt ihr anscheinend nicht einmal auf.

  8. Wen interessiert das Geschwurbel einer unreifen Tussie?

    Toxische Männer kriegen die guten Frauen, brave Männer bekommen die Kegel untergeschoben.

    Ja nicht auf Frauen hören – als Mann. Höchstens auf die eigene Frau, wenn sie erwiesen klug ist, so wie meine. Auf meinen Hinweis zu diesem metoo Gebabbel meinte sie nur, ich könne sie gerne mehr belästigen 🙂 Ich finde das klug…..

  9. Liebe Jungs,

    Ihr scheint große Angst davor zu haben, in einer negativen Schublade zu landen, einfach nur weil ihr Untermenschen seid.

    Dabei stört das Rumgehacke auf eurer kollektiven Boshaftigkeit auch uns gewaltig. Weil es unfair ist, ja. Aber auch, weil ihr dadurch mehr damit beschäftigt seid, für „das arme lebensunwerte Leben“ zu argumentieren als für uns. Eure Genervtheit macht uns traurig. Denn sie verhindert die Gespräche, die wir dringend führen müssten – die, in denen es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um (End-)Lösungsansätze geht.

  10. Pingback: Nochmal zur „toxischen Männlichkeit“ und den „Jungsantworten“ | Alles Evolution

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