Virtue Signalling und die Bereitschaft zur Zahlung des tatsächlichen Preises

Virtue Signalling ist dann einfach, wenn man die Kosten nicht oder noch nicht oder nicht selbst tragen muss. Interessant wird es hingegen, wenn Leute ihre Worten Taten folgen lassen müssen und die Signale Kosten verursachen. „Costly Signals“ sind gerade solche Signale, die nur unter Tragung der entsprechenden Kosten gesendet werden können und sie sind gerade deswegen auch ehrliche Signale.

Allerdings ist es gerade in der Politik einfach bestimmte Signale zu senden aber möglichst die Kosten umgehen zu wollen. Das zeigt sich auch in der Klimadebatte:

Although opinion polls show that people care about climate change and want to spend a relatively modest amount to fix it, they want more spent on education, health, job opportunities, and social support. Most Americans, for example, are willing to pay up to $200 per year to fight climate change; in China, the amount is about $30. Britons are unwilling to cut their driving, flying, and meat consumption significantly in order to combat climate change. And although the German government prioritizes climate action so highly that it convened a “climate cabinet,” just one-third of Germans support a controversial proposed tax to reduce global warming.

The gulf between politicians and citizens is most apparent in France. The government vowed to cut CO2 emissions sharply by 2050 – but, embarrassingly, this has turned into an empty promise, with almost no meaningful measures enacted under President Emmanuel Macron. That’s because the “Yellow Vest” protest movement took to the streets to push back against the government’s fuel price surcharges, which disproportionately hit car-dependent people in rural areas.

France is not alone in neglecting its lofty promises. Recent analysis shows that of the 185 countries that have ratified the 2015 Paris climate agreement, just 17 – including Algeria and Samoa – are actually meeting their commitments.

Achieving net-zero emissions wouldn’t just cost a little more than people are willing to pay, but an order of magnitude more. The main economic models assessing the European Union’s plan to reduce emissions by “merely” 80% by 2050, for example, estimate average annual costs of at least $1.4 trillion. And Mexico’s relatively unambitious pledge to cut its emissions by 50% by 2050 will likely cost 7-15% of GDP.

Sieht man die mit einer Reduzierung verbundenen Kosten und die Einschränkungen (also beispielsweise das man eben nicht mit dem Flieger in sonnigere oder interessante Länder in den Urlaub fliegen kann) dann wird deutlich, warum solche Reduzierungen so schwierig sind und warum Grünenwähler zum einen häufig wohlhabender sind oder noch relativ jung und außerhalb des Beruflebens. Die einen können die Kosten eher tragen, die anderen merken solche Ausgaben eben noch nicht in ihren täglichen Leben und können die Sache noch rein ideologisch betrachten.

Es erklärt auch warum es gerade bei relativ gutverdienenden Aktivisten oft relativ einfach ist in der nahen Vergangenheit Bilder von weit entfernten Urlaubsorten zu finden, bei denen der Flug hohe CO²-Produktionen verursacht hat.

Aus meiner Sicht wären etwa CDU etc gar nicht mal so schlecht damit bedient, wenn sie Slogans hätten, die deutlich machen, dass sie die Umwelt schützen, aber die Wirschaft erhalten wollen, etwa „Umweltfreundlichere Energieerzeugung braucht eine starke Wirtschaft, die sie entwickelt“ oder irgendwas in der Art. Die Grünen können sie eh nicht einholen oder sich gegen sie als noch stärker im Umweltschutz darstellen, aber sie können die einfangen, die eben eine deutliche Schranke bei der finanziellen Zusatzbelastung setzen, die sie wollen und das dürften gar nicht so wenig sein. Selbst wenn die Slogans etwas dumm klingen werden sie genug Menschen ansprechen, weil sie letztendlich eben weiter in den Urlaub fliegen wollen und sich weiterhin einiges leisten wollen.

Politiker sollten aus meiner Sicht ohnehin den Unterschied zwischen Virtue Signalling und der Bereitschaft die tatsächlichen Kosten zu tragen erfassen: Kürzlich führte eine Umfrage an, dass sehr viele Leute in Deutschland meinen, dass man bestimmte Meinungen, die sie haben, nicht mehr äußern darf und das insoweit die Meinungsfreiheit indirekt eingeschränkt sind. Das bildet häufig einen solchen Konflikt ab: Man will signallisieren, dass man natürlich Leuten helfen will, dass man nicht will, dass Leute im Mittelmeer ertrinken, aber man ist auch der Auffassung, dass die Frage nicht nur sein kann „schaffen wir das“ sonder auch „müssen wir es in diesem Umfang überhaupt schaffen oder sollten wir deutlich reduzieren“. Sie sind durchaus der Auffassung, dass natürlich Frauen gleichberechtigt sind und Frauen auch in Führungspositionen aufsteigen können sollten, aber sie meinen auch, dass Frauenförderung nicht in Männerhass umschlagen darf oder zu sehr in einen fairen Wettbewerb eingreifen darf. Sie sind der Auffassung, dass Transsexuelle frei und ohne Diskriminierung leben sollen, aber sie sehen nicht ein, dass deswegen Gelder für den Umbau aller Toiletten verschwendet werden muss etc

41 Gedanken zu “Virtue Signalling und die Bereitschaft zur Zahlung des tatsächlichen Preises

  1. Ich möchte diese Zahl belegt sehen. Diese jährlichen 1.4 Billionen Euro. Die ist ja völlig lächerlich, und höre ich zum erstenmal.

    Auch die 8-15% GdP sind mir völlig neu, erst recht bis.

    Das kommt davon, wenn Handelsblatt, Börsenzeitung und Welt sich in einem Publikationsnetz zusammenschließen.

    Die hat sich doch einer der Mitgliedsjournalisten unbelegt aus dem Hintern gezogen. Oder irgendeinen Kram zusammengerechnet und dabei positive Effekte ignoriert.

    Aber das kennt man ja von der Energiewende Debatte, wo auch gerne alle Steuern zusammengerechnet werden, dazu die Investitionskosten, der Renten-Beitrag noch dazu (steht ja Ökosteuer drauf) , und dass Geld in die Taschen von Handwerkern und PV Anlagen Besitzern wandert, wird ignoriert.

    Ich suche gerne belastbare Zahlen raus (und warum eigentlich Mexiko?! Das ist doch ein Cherry Pick…) wird aber bisserl dauern.

    • Klick auf den Link unter der Wort „estimate“. In der verlinkten Studie sind weder Journalisten noch Quellärsche zu finden.

      • In der verlinkten Studie ist auch die Zahl 1.4 Billionen Dollar nirgends zu finden.

        Es handelt sich um eine Metastudie, die unterschiedliche Modelle vergleicht, und die für die Modelle einen Median von 3,6% GDP Verringerung bis 2050 identifiziert, wobei die Ergebnisse der einzelnen Modelle ab 2040 aufgrund unterschiedlicher Faktoren und Basisannahmen stark schwanken.

        Es ist auch von „at least“ die Rede, und natürlich wird eine absolute Zahl genommen. Wie man in der Studie allerdings auf Seite 1340001-23 in der rechten Grafik sehen kann, berechnet das MERGE-CPB Modell eine erhöhte GDP Reduktion für das 80% Ziel im Vergleich zum 40% Ziel von ca. 1% GDP. Klingt schon viel weniger übel.

        Aber natürlich wird nicht „1%“ gesagt, sondern auf irgendeine Weise die absolute Zahl berechnet, die natürlich – wie alles, was das GDP betrifft – riesengroß ist. Alleine eine potentielle Reduzierung des GDP als Kosten zu bezeichnen, das ist doch bei der Bezeichnung schon Unfug. Das ist kein Geld, das jemand ausgeben muss, sondern eine Luftbuchung von potentiellen Opportunitätskosten. Und gleichzeitig wird Mexiko herangezogen, das natürlich als Erdölproduzent stark wirtschaftlich betroffen ist, wenn CO2 reduziert wird.

        Also Lügen mit Zahlen. Absichtliche Propaganda. Und das ist genau das, was man seit 30 Jahren von Öl- und Kohleindustrie gewohnt ist. Da werden die Ergebnisse der Studie genommen, aus dem Kontext gerissen, vom Milchmädchen einmal umgerührt, und dann mit einem Propaganda Spin ausgekippt.

        Wenn man sich seriös mit dem Thema auseinandersetzen will, dann sollte man zumindest die Verringerung potentiellen GDPs (= geringeres Wachstum) für die Umsetzung von GHG Reduktionsmassnahmen mit der Verringerung des GDPs aufgrund von Klimawandelschäden gegenrechnen.

          • Nein. Sorgen Sie nicht. Die Sorgen dafür, dass Du hinterher nicht mehr hast.

            Aber das sind alles Luftdiskussionen. 3.6% GdP, Da geht’s darum, ob man denselben Wohlstand 2050 oder 2052 erreicht. Ist das so ein Unterschied? Für mich nicht. Aber die ausgestorbenen Tierarten, die Korallen, oder eventuelle Tipping Points, die sind halt dann durch.

            Klar kann man sich da hinstellen, und sagen „Oh, das wird soooo teuer!“. Nur manche Sachen leistet man sich einfach. Wir leisten uns in Deutschland jedes Jahr 30 Urlaubstage + 13 Feiertage, das kostet pro Jahr über 2% BIP, und nicht auf 30 Jahre, sondern jedes Jahr. Aber das wollen wir so, und das ist auch gut so.

          • Erzähl noch mal, wie Korallen dadurch gerettet werden, dass Deutschland seinen Industriestandort ruiniert.

          • „Erzähl noch mal, wie Korallen dadurch gerettet werden, dass Deutschland seinen Industriestandort ruiniert.“

            Versuch es mal mit einem neuen Argument. Deines ist allzu ausgelutscht.
            Den Spruch von der ruinierten Wirtschaft hören und lesen wir seit 40 Jahren.
            Und in der Zeit eilt D von einer Exportweltmeisterschaft zur nächsten.

            Nicht einmal die Konzernbosse benutzen ihn noch. Auf dem letzten IHKT verlangten sie von Merkel klare politische Entscheidungen, keinen Fuß auf dem Bremspedal.
            Das größte Problem ist tatsächlich die mangelnde Traute der Politik. Und die Wirtschaft startet nicht, wenn nicht die Rahmenbedingungen für alle einigermaßen gleich sind.

          • Ich hab keine Kinder, mir ist egal, was ihr macht.
            Wie allerdings Deutschland Exportweltmeister bleiben will ohne zuverlässiges Strom- und Transportnetz, das würd mich schon interessieren.

          • @Flin:
            Ohne mich überhaupt für den Diskussionsgegenstand zu interessieren, fällt mir auf, daß Du „Wachstum“, Wohlstand und BIP ( GDP ) wild in Beziehung zu setzen, möglw. sogar durcheinanderzuwürfeln versuchst, um offenbar Deine vorgefertigte Meinung über Erdölfirmen zu transportieren.
            Meinst Du das ernst, oder was soll das?

  2. Nur mal so am Rane, auch wenn ich damit vielleicht den Ruch eines Nationalisten ausströme 😉 :
    den Artikel kann man auch auf Deutsch lesen, wenn man den entsprechenden Button oben links anclickt.

  3. Die kognitive Dissonanz zwischen Virtue Signalling und Costly Signalling kann man immer dann bewundern, wenn viele empörte Bürger sich zu Demos gegen z.B. die Braunkohle treffen.
    Letztes Jahrkamen zu dieser Veranstaltung am Tagebau Hambach an die 50.000 Teilnehmer. Die Folge waren zugeparkte Straßen bis auf eine Entfernung von 10 km und die Fahrtrichtung West der A4 musste gesperrt werden, weil die Autos bis auf die Autobahn parkten.
    Davon, wie hoch die Bereitschaft einer persönlichen Einschränkung ist, kann sich Jeder überzeugen, indem er schlicht an einem ganz normalen Tag mal einen Blick auf einen Supermarktparkplatz wirft: der Parkplatz ist voller Autos, der einzige, verschämt kleine Fahrradständer leer.
    Schon in den 80ern sprayte ein Unbekannter an eine Wand: „Alle wollen ins Paradies, aber keiner zu Fuß“. Wie wahr, wie wahr.

      • „Die Zeit die Einkäufe zu tragen, die fehlt ja nachher im Fitnessstudio.“

        … das Du nicht bräuchtest, würdest Du die Einkäufe tragen 😉

        Ich fürchte, dass da was dran ist.

        Ich fühl mich auch immer etwas an Schilda erinnert, wenn die neuen E-Roller als Mittel zur Überwindung von „Mikrodistanzen“ umworben werden, also Entfernungen von unter 1.000 m.
        Würde mich nicht wundern, wenn wir in einigen Jahren spezielle Rollerhalterungen an Supermarkteingängen fänden, damit die Autofahrer die 70 m vom Auto zur Ladentür nicht laufen müssen.

        • Manchen Menschen ist da echt nicht zu helfen. Dabei macht es in der Stadt überhaupt keinen Sinn, bei Strecken von nur ein paar Kilometern das Auto zu nehmen. Mit dem Rad ist man da ungleich schneller und mit zwei soliden Packtaschen kann man schon einen ganz ordentlichen Einkauf befördern. Und mit einem E-Bike kann man auch in Städten mit unangenehmen Geländeprofil prima radeln.

          • Nun ich mache meine Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad, am Radständer der großen Supermärkte wird mein Fahrrad trotzdem sehr selten zu finden sein.

          • „Dabei macht es in der Stadt überhaupt keinen Sinn, bei Strecken von nur ein paar Kilometern das Auto zu nehmen.“

            Vorgestern ging es irgendwo im Rundfunk (WDR) um die Verkehrsentwicklung in der Zukunft. Dabei kam auch irgend ’n Prof. für Verkehrs-xy zu Wort. Der informierte den Hörer, dass in D etwa 2/3 aller mit dem Auto zurückgelegten Fahrten Ziele von unter 10 km haben.
            Da steckt ein gigantisches Potential an eingesparter Energie, wenn man einfach ein leistungsfähiges Fahrradstraßennetz aufbaut.
            Vermutlich in derselben Sendung klopfte sich irgend ’n Politiker auf die Schulter, man habe letztes Jahr 70 km(!) Fahrradwege neu geschaffen. Schade, dass man ihn nicht fragte, wieviel neue Straßenstrecke im selben Jahr entstanden. Das würde selbst die jämmerlichen 70 km noch erbärmlicher aussehen lassen, bin ich sicher.
            Berlin will jetzt einige Fahrradstraßen einrichten und hat sich einen Experten aus Kopenhagen herangeholt, wie ich auf ZON las. Das Verkehrsnetz für Autos ist dort über 5.000 km lang.

            „Mit dem Rad ist man da ungleich schneller und mit zwei soliden Packtaschen kann man schon einen ganz ordentlichen Einkauf befördern.“

            Ich brauch das Auto im Schnitt weniger als einmal im Monat zum Einkaufen, wenn ich Kisten oder sehr sperrige Dinge zu transportieren habe.

          • Ich fahre einen Seat Mii Ecofuel. Mir ist das völlig egal. Ich fahre mit Biogas von den Stadtwerke, da bin ich dann 100% CO2 neutral und zahl obendrein 3,50,- auf 100km, dazu 20.- Steuern im Jahr.

            Wenn mir einer erzählen will, Ökologisches Handeln sei teuer, kann ich nur lachen.

            Klar, ist ein Stadtauto, ab 300km wirds auch unschön mit den 68 PS. Aber für mich reicht – und für die meisten anderen würde es auch reichen.

            Einkauf mit dem Rad? Geht als Single. Aber nicht mit Familie.

          • „Einkauf mit dem Rad? Geht als Single. Aber nicht mit Familie.“

            Geht auch mit Familie.
            Ich hab zwei kleine Windelbräuner gehabt.
            Vom Opa bekamen wir einen Bollerwagen geschenkt, in dessen Seitenwände ich zwei Schienen einschraubte, auf die ich zwei Sitzbretter legen konnte.
            Zwerge rein – und ab geht’s.
            Als die Jungs etwa 4 bis 5 waren, sind wir zu Fuß die 3 km zur Innenstadt gewandert. Wenn man die Lütten bei Laune hält, laufen die selbst solche Strecken völlig problemlos, wie selbst ich mich heute mit einem gewissen Staunen erinnere.

            Mein „Vorteil“ ist zugegebenermaßen, dass ich als Kind nie von irgendwo nach irgendwo gebracht wurde, sondern jedes Ziel selbst erreichen musste – und dass mir zeitlebens Autofahren zuwider ist. Ich finde es anstrengend, einschränkend und vergeudete Lebensfreude.

          • Hör ma Carnofis, ich weiß gar nicht as Dich daran stört, wenn einer mit dem schicken nagelneuen E-Tretroller ( jedes Jahr das neueste Modell, logesch ) 50m zum Discounter eiert – und das jeden Tag, für jede Rosette Brokkoli. Wann soll derjenige denn sonst dem billigen Rest der Welt vorführen, daß er sich sowas gigatolles leisten kann? Wie soll er sonst abwertend auf den Fahrer eines 30 Jahre alten Audi 80 herabblicken, der mit dem ollen Räucherofen max. einmal die Woche 20 Km weit angerumpelt kommt, um für die umgebenden 5 kleinen Landwirtschaften – die gar kein Auto haben – das allernötigste einzukaufen?

            Sieht man doch schon auf den ersten Blick wer da der oberumweltfreundliche Ökopromi ist und wer der karriereferne Penner vom Lande.
            Völlig klar, daß man auch mit dem Zweit-Segway alle paar Taage mal in die Innenstadt muß, um wenigstens bei Starfuck eben einen Kaffee zu trinken, da rollt dann aber die ganze Familie vom SUV-Parkplatz aus mit mindestens 5 solchen E-Geräten los, weil das in Gruppe noch viel ökomäßiger ankommt.
            Also büdde ….

          • „… da rollt dann aber die ganze Familie vom SUV-Parkplatz aus mit mindestens 5 solchen E-Geräten los, weil das in Gruppe noch viel ökomäßiger ankommt.“

            Ich fürchte, genauso wird es kommen.

            Noch n Haufen überflüssiger Lifestyle-Bewegungskrücken für Gehfaule. Mit Umweltschutz haben die Dinger am Ende wahrscheinlich so viel zu tun, wie eine Tangente mit ner Kurve.

          • „Der informierte den Hörer, dass in D etwa 2/3 aller mit dem Auto zurückgelegten Fahrten Ziele von unter 10 km haben.
            Da steckt ein gigantisches Potential an eingesparter Energie“

            10 km sind viel, wenn man sie täglich mit dem Rad fahren müsste. Zum Beispiel zur Arbeit.

            Menschen geben ihre einmal selbstverständliche Bequemlichkeit nicht auf.
            Das Auto mit fossiler Energie kann nur durch ein ebenso effizientes Auto mit anderem Antrieb ersetzt werden. Alles andere ist utopisch.

            Der Hype um die Grünen wird sehr schnell um sein, wenn klar wird, dass es nicht so einfach ist, die Interessen von 80 Millionen Menschen ökologisch zu planen.

          • „10 km sind viel, wenn man sie täglich mit dem Rad fahren müsste. Zum Beispiel zur Arbeit.“

            Man beachte, dass es in der Info hieß „BIS 10 km“ und 10 km sind nur in bergigem Gelände viel. Da würde ich auch E-Bikes als sinnvoll akzeptieren.
            Ich bin mein gesamtes Berufsleben mit dem Rad zur Arbeit gefahren, oder zu Fuß gegangen und wüsste nicht, warum andere nicht können, was für mich ganz normal war/ist.

            „Menschen geben ihre einmal selbstverständliche Bequemlichkeit nicht auf.“

            Das ist richtig. Die Faulheit ist politisch anerzogen worden und müsste jetzt viel mühsamer wieder zurückgedrängt werden. Dass das geht und auch von der Bevölkerung goutiert wird, kann man in den Niederlanden sehen, oder in Kopenhagen. Oder, wenn Du meinst, das würde hier nicht funzen, dann schau nach Münster oder Freiburg, die Radfahrertraumstädte Deutschlands.
            Wenn man wollte, wäre Vieles möglich. Aber die Stadtplaner sind selbst Asphaltjunkies und haben deshalb immer erst die Verbesserung des Autoverkehrs im Blick, bevor sie den Radfahrern ein paar weitgehend nutzlose Brosamen hinwerfen.

  4. Das „virtue signalling“ passt doch „perfekt“ in unsere heutige „schöne Neue Welt“, der oftmals jedwede Bodenhaftung und jeder Realitätsbezug im Rahmen oftmals komplexer Strukturen fehlt.
    Da werden dann oft MS-medial „essentielle Themen“ für uns propagiert und dafür Schwarz-/Weiß-Erklärungsmuster geliefert, sowie monokausale Problem-„Lösungen“ vorangetrieben.
    Die vermeintlich einzig hilfreichen „Rettungs“-Ansätze, sind in der Regel mit hohen „Buß“-Geldern belegt, selbstverständlich gerne und exklusiv für „die anderen“, und die dann zumindest besonders spürbar die eigenen „kleinen Leute“ treffen, auf die „man“ gerne hochnäsig, und mit einer gewissen Verachtung „herab-„blickt, selbst dann, wenn „man“ im eigenen Leben noch gar nichts eigenständig erwirtschaftet hat.
    Wenn man sich z.B. einmal die heutige Verwendung des einst von Bismarck fundiert geprägten Begriffs „Zivilcourage“ anschaut, und wie „billig“ diese Auszeichnung heute bei politischem Wohlverhalten zu erlangen ist, dann wird auch damit eine Entwicklung hin zum Orwellschen Neusprech erkennbar.

    • „…Kürzlich führte eine Umfrage an, dass sehr viele Leute in Deutschland meinen, dass man bestimmte Meinungen, die sie haben, nicht mehr äußern darf und das insoweit die Meinungsfreiheit indirekt eingeschränkt sind…
      …Sie sind der Auffassung, dass Transsexuelle frei und ohne Diskriminierung leben sollen, aber sie sehen nicht ein, dass deswegen Gelder für den Umbau aller Toiletten verschwendet werden muss etc“
      ——————————————————-
      Auch in diesem Beispiel steckt eine Facette von „virtue signalling“!
      Das Volk weiß durchaus zu unterscheiden in das, was legitimes Recht einer sehr kleinen Minderheit ist, und das, was ausgesprochen fragliche Über-Strapazierung der Geduld der meisten Menschen ist.
      Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, daß originär transsexuelle Menschen überhaupt keine „dritten Toiletten“ benötigen, und diese auch niemals gefordert haben. Diese (Über-)Forderung kommt vielmehr von der TransGender-Lobby, die Adepten der behavioristischen Sozialisations-Konzepte von John Money, Judith Butler & Co. Das sind übrigens dieselben Kreise, die ansonsten den Begriff „transsexuell“ mit allen Mitteln als vermeintlich „überholt“ bekämpfen und meiden. Zugleich damit sind sie bestrebt, originär transsexuelle Menschen unter „TransGender“ (TG) zu vereinnahmen, deren spezielle Phänomenlage zu leugnen und diese in der öffentlichen Wahrnehmung unsichtbar zu machen.
      Hervorgeholt/instrumentalisiert werden die „überholten“ Begrifflichkeiten immer nur dann, wenn unpopuläre Forderungen, entsprungen aus dem Eigeninteresse von TransGendern, in der Öffentlichkeit rücksichtslos propagiert und durchgesetzt werden sollen.
      Dann ist das „free riding“/Trittbrettfahren von TransGender-Anliegen auf dem Ticket transsexueller Menschen angesagt, wie schon bei der Nutzung des TSG zur Durchsetzung der Namens- und Personenstands-Änderung durch TG oder beim Erwirken ärztlich-medizinischer Leistungen zur Perfektionierung der gegengeschlechtlichen sozialen Rolle/Lebensweise.
      Dann wird der Begriff „transsexuell“ vorübergehend aktiviert, um den Preis für die ureigensten, ausgefallenen Wünsche zu „bezahlen“, für die die Öffentlichkeit aber zu Recht kein Verständnis hat!

      • Ich würd da früher ansetzen, vor Money war Hirschfeld.
        Der hat die 82 Gender ins Spiel gebracht.
        Und wenn man da schon mal ist, dann sollte man Weininger auf Bitchute suchen.

    • Der Begriff der Zivilcourage scheint einen Bedeutungswandel durchzumachen. Davon, mit eigenem Risiko für etwas einzustehen, dahin, sich eventueller Skrupel und Gewissensbissen beim „Haltung zeigen“ zu entledigen, etwa weil die negativen Wirkungen für den Betroffenen eines denunziatorischen Aktes in einem unangemessenen Verhältnis zum Anlaß stehen könnten. Diese Art von Zivilcourage läßt sich charakteristischerweise auch am leichtesten in einem Kollektiv Gleichgesinnter ausüben, während Zivilcourage im ursprünglichen Sinn eine eher individuelle Angelegenheit war.

      • Ja, dieser „Wandel“ hat Vieles erfasst, und ich frage eher rhetorisch, wie kommende Generationen, vielleicht in 200 Jahren, unsere Zeit, und uns Menschen, die in ihr lebten, wohl bewerten.
        Ich finde Vieles zum Fremdschämen!

  5. Eines der anschaulichsten Beispiele für die Verlogenheit von billigem virtue signalling sind doch die Flüchtlingspatenschaften gewesen. Als es an`s Bezahlen gehen sollte, war die Empörung groß und die Kosten wurden sozialisiert (Steuerzahler). So wird es auch mit der überflüssigen Klimarettung passieren. Wenn die Grünen erst man an die Geldbeutel ihrer gutverdienenden Wähler wollen, werden sie an die Grenzen ihrer Panikmache stoßen und hoffentlich die Quittung dafür bekommen.

  6. Meiner Meinung nach ist es so das bei den kontroversen Themen der letzten Jahre (z.B. Flüchtlinge, Umweltschutz oder Wohnungsmangel in Großstädten) grundsätzlich 2 Probleme gibt. Erstens, der Unterschied zwischen „stated“ und „revealed“ preferences, z.B. das sie für Umweltschutz sind aber sie es in Wahrheit nicht sonderlich interessiert. Zweitens, das Trittbrettfahrerproblem weil der eigene Beitrag relativ gering ist,

    Wegen des erstem Problems sollten Umfragen zu diesen Themen immer ein bisschen skeptisch gesehen werden und man kann davon ausgehen das ein erheblicher Teil tatsächlich nur die sozial erwünschte Antwort gibt, insbesondere dann wenn die Frage abstrakt ist, also z.B. Umweltschutz – Ja/Nein. Bei konkreten Massnahmen, z.B. Fahrverbote, ist der Anteil der sozial erwünschten Antwort sicherlich geringer aber er ist durchaus vorhanden.

    Auf der anderen Seite haben wir das Trittbrettfahrerproblem. Man kann durchaus für Umweltschutz sein aber wenn alle anderen privat Massnahmen ergreifen und verzichten kann es durchaus rational für einen einzelnen zu sagen: „Mein eigener Beitrag ist so klein, da ist es kein Problem wenn ich von Hamburg nach Berlin das Flugzeug nehme“. Aber da halt sehr viele so denken, landet man letztlich im schlechten Gleichgewicht und alle nehmen das Flugzeug.

  7. Schönstes Beispiel für Virtue Signaling und den Preis nicht bezahlen dürfte ja wohl
    Mrs. „We came, We saw, He died“ gewesen sein.

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