Nahles erklärt baldigen Rücktritt – wie geht es weiter mit der SPD?

Nahles hat erklärt, dass sie kurzfristig zurücktreten werde. Was eigentlich wenig überraschend ist – ich war eher überrascht, dass sie so hoch aufgestiegen war und sich so lange hielt.

Würdet ihr sie eigentlich als Quotenfrau sehen? Wäre ein Mann mit gleichen Qualitäten nach oben gekommen?

Und: wie geht es weiter, wer würde der SPD einen frischen Start geben? Und wer wird es vielleicht obwohl er das eher nicht macht nach oben kommen?

27 Gedanken zu “Nahles erklärt baldigen Rücktritt – wie geht es weiter mit der SPD?

  1. Für die Partei selber wäre es wohl sinnvoll, dass mal unverbrauchte Gesichter mit frischen Ideen nach oben/vorne kommen, frei nach dem alten Mark Twain-Zitat. Wird aber nicht passieren. Ich tippe auf Olaf „die rote Null“ Scholz, Küstenbarbie oder Pöbel-Ralle als Nachfolger. Und auf einen baldigen Kampf mit der 5%-Hürde.

  2. Nahles eine Quotenfrau? Wirkt gar nicht so. Die sind doch alle in etwa so wie Nahles wie der SPD ….

    Es ist mE auch völlig egal, dass sie jetzt gegen jemanden anders ausgetauscht wird.

    Das Problem der SPD ist kein Personalproblem, sondern eines der politischen Linie. Was die SPD will, kann die Linke und die Grünen besser.

  3. Ich halte weder Nahles noch AKK für Quoten Frauen. Umso mehr sollten wir die Quoten fürchten, denn das sind dann die die noch weniger können…

    • Als ehemalige Arbeitsministerin hat sie das Tarifeinheitsgesetz zu verantworten. Sehr positiv, wenn man auf schwache Gewerkschaften und Lohndumping steht.

  4. Wer groß austeilt… war sie nicht angetreten, um die SPD wieder aufzubauen, nachdem die Männer vor ihr den Abwärtskurs gesteuert hatten? „Wir packen das, das ist mein Versprechen.“
    Kommt dazu eine öffentliche Äusserung, oder sind nur die anderen Schuld – die Wähler, die Parteigenossen? (Wohlgemerkt, in diesem Fall ist das „…Innen“ auch in durchgegenderten Parteien verzichtbar)
    Ausserdem bin ich neugierig, was man als gelernte Parteisoldatin denn weiter beruflich macht, wenn man hingeschmissen hat. Die wissenschaftliche Ausbildung (Abschlussarbeit 1999, „Die Funktion von Katastrophen im Serien-Liebesroman“) ist nach zwanzig Jahren wohl nicht mehr bewerbungstauglich. Oder hat sie schon alle Schäfchen im Trockenen?

  5. Nahles eine Quotenfrau? Lieber Christian, gerade von Dir hätte ich erwartet, dass Du da auf der Höhe der Zeit bist – Frau Bätschi Nahles ist selbstverständlich ein Opfer.

    Die aktuelle Version ist, dass die SPD-Männer sie nur deshalb „rangelassen“ haben, weil der Karren eh unrettbar im Dreck steckte. Da will Mann sich doch nicht die Finger schmutzig machen und schiebt stattdessen ein Frauenopfer vor.

    Ist doch logisch.

    • könnte man auch über May sagen.

      Aber man kann es zu den meisten Politikern sagen, die als Bäuerinnen-Opfer fallen müssen.

      Muss ja einer die Konsequenz ziehen und den Weg für einen Neuanfang freimachen! Das Drama drum ist einfach nur daneben.

  6. Alles Quotenfrauen. Die Quote gibt es seit 30 Jahren bei der SPD. Insofern sind alle Frauen in der SPD auch Quotenfrauen.

    Aber sie ist doch vor allem die Inkarnation des Apparatschiks.

    Nachfolger wird Jetzt Bilderberger Scholz. Weil sie halt auch nicht dazulernen, ausser im Schön Reden von Wahlniederlagen.

    • die SPD schmilzt schneller als das Eis des Nordpols bei beschleunigter Erderhitzung!

      „Bilderberger Scholz“ lol, nicht dein Ernst?!

      • Freilich. 2010, wenn ich mich nicht irre.

        Und auch ganz ohne Verschwörungstheorien schadet es sicherlich nicht, sich innerhalb einer mächtigen Gruppe (oder einer Gruppe bestehend aus Mächtigen) zu vernetzen.

        Da sind die Bilderberger sowas wie Davos ohne Pressekonferenz.

  7. Interessant fand ich eher wie die Frauenrolle sich in der Situation auswirkt. Im Presseclub wurde behauptet, Nahles wäre nur so gemein gehandelt worden, weil sie eine Frau ist. Gekontert wurde diese Behauptung durch den Hinweis einer Diskussionsteilnehmerin auf den harten Abgang von Kurt Beck 2013.

    • Dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Vorwürfe gegen die alten weißen Männer kommen, die wieder mal eine Frau an der Spitze nicht ertragen konnten.

      Dass eine Frau für irgendeinen Posten ungeeignet sein könnte, ist natürlich ausgeschlossen.

    • Wer Frauen genau so behandelt, wie er Männer behandeln würde, ist eindeutig ein Frauenfeind.

      Einer der Top 5 Merksätze zum Feminismus.

    • Klar doch. Einen Mann, der sich so infantil und peinlich, wie Nahles danebenbenommen hätte, hätte man schon vor Monaten abgesägt. Selbstverständlich öffentlich, inklusive Karrierezerstörung bis ans Ende aller Tage.

      Sieht man mal davon ab, dass der SPD hinten und vorne die Alternativen fehlen, hat man Nahles ziemlich milde behandelt.

    • Und natürlich liefert das Sturmgeschütz der Gleichstellung zuverlässig:

      https://www.spiegel.de/politik/deutschland/annalena-baerbock-ueber-andera-nahles-besondere-haerten-wenn-man-weiblich-ist-a-1270589.html

      Es gäbe in der Politik besondere Härten, wenn man weiblich ist.
      Das ist dann auch die Überschrift.
      Worin diese besonderen Härten bestehen, wieso sie nur für Frauen gelten, ob Männer vielleicht andere besondere Härten erleiden müssen (z.B. Frauenquoten), darüber kein Wort.

      Braucht es ja auch nicht. Wenn eine Frau jammert, dann ist das Jammern bereits Beweis genug für erlittene Unbill, und Eingebildetes wird durch Zauberhand zur Wahrheit.

  8. Ach, dieser sexistische Kackschei*ehaufen der SPD soll einfach alle Männer rausweren & überwinden.
    Dann können die Herrinnenmenschen auch endlich ungestört gl#änzen und scheinen.

  9. Nahles war wohl Quotenfrau, aber wahrscheinlich seinerzeit auch schon eines der wenigen Highlights der SPD, was ein trostloses Bild auf die Partei wirft.

    Es scheint, dass die SPD nichts mehr fürchtet, als Profil.

    Als damals in den 80ern die SPD abgewählt wurde, hoffte man bei der nächsten Wahl auf einen Linken in der SPD, die mit Helmut Schmidt einen deutlichen Rechtsruck vollführt hatte und gegen die deutliche Mehrheit der Bevölkerung die weitere Aufrüstung mit neuen amerikanischen Atomwaffen durchdrückte.
    Die Stimmung war gegen „Birne“ Kohl, der schon mindestens eine Korruptionsaffaire hinter sich hatte, eine verlorene Kanzlerwahl und außenpolitisch auch eher unglücklich agierte.
    Die Hoffnung stand damals auf den charismatischen Oskar Lafontaine – aber die SPD stellte Hans-Jochen Vogel als Kanzlerkandidat auf, ein Parteiapparatschik mit dem Charisma des Kassenwarts eines Taubenzüchtervereins.
    Kohl blieb so lange Kanzler, weil die SPD sich dem Wähler über mehrere Wahlperioden schlicht verweigerte.
    Der einzige profilierte Politiker, den die SPD derzeit hat, ist mMn Kevin Kühnert – und für den entschuldigt sie sich.

    • Naja, Vogel war kein Parteiapparatschik, sondern Münchener und Berliner Bürgermeister und vielfacher Bundesminister. Und – im Gegensatz zur Frau Nahles – hat er damit auch Wahlkämpfe gewonnen. Unter anderem auch ein direktes Bundestagsmandat in München Nord.

      Die Nahles hingegen hat nie eine Wahl um ein öffentliches Amt gewonnen und sich schön über die Landesliste in den Bundestag setzen lassen. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, habe aber nichts gefunden.

      • Sorry, aber die Leistungen von Jochen Vogel wollte ich damit keineswegs schmälern.
        Im direkten Vergleich gibt es überhaupt keine zweite Meinung, wessen Leistung höher zu bewerten ist.

        Aber Vogel hatte nun mal eine absolut biedere Ausstrahlung – brav, korrekt, langweilig.
        Als Ministerpräsident, wo er in erster Linie repräsentieren soll, bestens geeignet. Aber unter einem mitreißenden Macher versteh ich was anderes.
        Trump ist z.B. genau das Gegenteil von Vogel. Der sabbelt erst und denkt – vielleicht – danach.

        Lafontaine wäre in der SPD für den Job „Kanzler“ bestens geeignet gewesen. Aber erst hatte die Partei Angst, die „rechte Mitte“ zu vergraulen und in den späten 90ern verlor er gegen ein noch dominanteres Alphatier – Schröder.

    • „Der einzige profilierte Politiker, den die SPD derzeit hat, ist mMn Kevin Kühnert – und für den entschuldigt sie sich.“
      Zu Recht! Denn Kühnert lügt. Die SPD würde niemals ihre Auftraggeber enteignen! Und das weiß der ganz genau.

  10. Dass Frau Nahles die SPD im Alleingang vernichtet, ist natürlich feministische Propaganda: „Wenn’s einfach wäre, könnte es ja auch ein Mann.“ Es IST ja einfach.

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