Die Lust, sich hinzugeben und die Inszenierung einem Unwiderstehlichkeitsparadigma („Der will mich, weil ich so attraktiv bin“)

Ein interessantes Interview zu Dominanz und Hingabe:

wir leben heute in unserer Beziehung den demokratischen Wertekanon. Er zielt auf Gleichwertigkeit: Mann und Frau haben die gleichen Rechte, man behandelt sich fair. Die interessante Frage ist: Wie weit kann man beim Sex dieses Gleichgewicht verschieben?

ZEITmagazin ONLINE: Ich kann beim Sex beispielsweise sagen: „Komm her!“, was ich am Frühstückstisch besser bleiben lasse.

Clement: Beim Sex können Sie auch sagen: „Du gehörst mir!“ oder „Nimm mich!“ Es gibt im sexuell-erotischen Sprechen Elemente von Ungleichheit, Macht, Besitz, Territorialität – das ganze Spektrum politisch unkorrekter Bedürfnisse. Den Partnern muss allerdings klar sein, auf welcher Sprachebene sie sich gerade bewegen. In der Sexualforschung vermeidet man interessanterweise immer einen Begriff, den ich aber für sehr interessant halte: „Hingabe“. Im Englischen heißt das Verb dazu „surrender“, was das Gleiche bedeutet wie „beim Kampf aufgeben“.

Das Spiel mit der Dominanz finden in der Tat viele Frauen sehr interessant, auch dann, wenn sie ansonsten eine gleichberechtigte Partnerschaft leben. Sicher geht auch beides und viele Frauen werden auch das mögen – und sicher werden auch Männer dominant Sex einfordernde Frauen durchaus interessant finden.

Und über den Reiz von „Fifty Shades of Grey“und Vergewaltigungsphantasien:

Clement: Eine Prise Angst gehört zu dieser Art sexueller Vorstellung schon dazu. Man inszeniert sich schließlich eine spannungsvolle Geschichte. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass die Frau in ihrer Fantasie die Autorin und Regisseurin dessen ist, was geschieht. In ihrem Kopf kann sie den Mann wie eine Marionette führen und ihn gedanklich über sie herfallen lassen.

ZEITmagazin ONLINE: Den Mann gedanklich über mich herfallen zu lassen – worin besteht denn dabei der Reiz?

Clement: Es gibt eine interessante Theorie zu Vergewaltigungsfantasien, die besagt, dass es sich um verkappte Triumphfantasien handelt. Die Frau folgt mit der Inszenierung einem Unwiderstehlichkeitsparadigma: „Der will mich, weil ich so attraktiv bin.“ Er kann gar nicht anders!

ZEITmagazin ONLINE: Das ist ja mal eine ausgewachsene Allmachtsfantasie.

Clement: Absolut! Die Vorstellung „Ich bin so unwiderstehlich, dass der andere nur über mich herfallen kann“ ist grandios und macht es so erregend.

Der Plot, dass der andere ihr irgendwie verfallen ist und sie – mitunter gegen andere Konkurrenten – nur für sich will, dürfte in der Tat häufig sein. Und das mit einem gewissen Widerstand der Frau diese „Unwiderstehlichkeit“ noch betont werden kann, weil er dennoch nicht aufgibt, findet man sicherlich auch in anderen, harmloseren Flirt- und Annährungsbereichen, etwa beim „gehauchten Nein“ oder bei dem Wunsch nach dem aktiven Mann, der nicht darauf wartet, dass die Frau ihn anspricht, sondern – eben weil er sie so begehrt – auf sie zugeht und sie „erobert“. Das Herauszögern des Sex oder das Gespielte Desinteresse können jeweils das Unwiderstehlichkeitsparadigma bedienen.

 

61 Gedanken zu “Die Lust, sich hinzugeben und die Inszenierung einem Unwiderstehlichkeitsparadigma („Der will mich, weil ich so attraktiv bin“)

  1. Diese Lust, sich hinzugeben, ist aber vom Patriarchat indoktrinier – genau wie all ihre Wünsche. Durch ihre Jahrtausendelange Beherrschung wollen Frauen ohnehin nur das, was Männer wollen, sie haben keinen eigenen Willen.
    Nachzulesen auch in diesem neuen Buch: Das beherrschte Geschlecht: Mit dem netten und vielsagenden Untertitel: „Warum sie will, was er will“. Von Sandra Konrad
    https://www.piper.de/buecher/das-beherrschte-geschlecht-isbn-978-3-492-05832-2

    „Denn um die Frau und ihre Sexualität in der Gegenwart verstehen zu können, müssen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen. Sexualität – die vermeintlich natürlichste Sache der Welt – hat sich historisch entwickelt: Sexualität ist nicht nur Biologie, Lust und/oder Liebe, sondern immer auch Ausdruck der jeweiligen Gesellschaft. Schon immer war Sexualität mehr als nur Sex – es geht um Rollenzuschreibungen, Regeln und Rechte. Es geht um Verschmelzung und Abgrenzung. Es geht um Lust und Liebe und viel zu oft um Gewalt. Es geht um Macht und Ohnmacht: um männliche Herrschaft und weibliche Beherrschung.“

    Weiter heißt es:

    „Sie werden auf den folgenden Seiten erfahren, was Macht mit Lust und Sex zu tun hat und wie aus männlicher Herrschaft weibliche Selbstbeherrschung wurde; warum sich um das weibliche Geschlecht bis heute Mythen ranken und immenses anatomisches Unwissen herrscht; woher Schönheitsideale und Normen stammen, die Frauen bis heute schwächen; warum Sexismus und sexuelle Gewalt nicht nur von Männern, sondern oft auch von Frauen bagatellisiert wird; wieso die Sexindustrie so erfolgreich damit ist, mittels Pornografie und Prostitution eine Parallelwelt zur Gleichberechtigung zu schaffen; und warum männliche und weibliche Sex-Fantasien in ihrer politischen Inkorrektheit gar nicht so weit voneinander entfernt sind; wie beide Geschlechter mit unterschiedlichen Mitteln versuchen, ihre Ohnmacht abzuwehren, und dass es einen entscheidenden Unterschied zwischen sexueller Freiheit und sexueller Selbstbestimmung gibt.“

    Die Realität sieht natürlich anders aus. Meiner Meinung nach: Sie will, dass er will, was sie will. 🙂
    Aber das würde ja nicht so ganz dem Opfernarrativ entsprechen.

    • „Warum sie will, was er will“

      Oh man, und in den Medien erzählen uns dann Frauen was Frauen wollen und Männer wollen sollen und fühlen.

      • Dazu: Joan Bitterman ist eine männerfreundliche Psychologin, die über 1.000 pseudoemanzipierte Frauen interviewte, die systematisch ihre Familien kaputtmachten. Sie lud dazu auch die jeweilig zugehörigen Männer ein. Diese hatten aus offensichtlichen Gründen wenig Lust dazu, da sie bereits in höchst-frauenparteiische „Beratungen“ geschleppt worden waren. Dort verfolgte man die Politik, dass allein und ausschließlich der Mann – der Ausbeuter, der Unterdrücker, das Schwein* – an den Beziehungsproblemen schuld sei – genau das, was die pseudoemanzipierten Frauen auch in ihren Frauengruppen gelernt hatten. Das sind weniger „Beratungen“ als Schauprozesse, in welchen Schuldspruch und Todesurteil bereits im Vorfeld feststehen.

        https://uepsilonniks.wordpress.com/2017/05/06/frauen-machen-kaputt-wie-feminismus-familien-zerstoert/

        * nichts gegen diese sympathischen Tiere

        • „Die Leute wollen das Bla Bla.“

          Niemand will SJW Kacke in bisher guten Serien. Trotzdem packen sie SJW Kacke in Serien, sobald die erfolgreich werden. Was die Leute wollen, zählt da nicht unbedingt.

  2. „wir leben heute in unserer Beziehung den demokratischen Wertekanon.“

    Interessant, wie sich die Definition der Demokratie umgangssprachlich entwickelt hat. Heute ist es offenbar ein Synonym für „Gleichheit“, und überhaupt für alles, was man gut und edel findet.

  3. ZEITmagazin ONLINE: Das ist ja mal eine ausgewachsene Allmachtsfantasie.

    Hier hätte das Brain mal snappi sein können, und anmerken, warum also „I wouldn’t even rape you“ als so pöh’s wahrgeommen wird, dass dafür sogar MEP Kandidaten von Twitter verschwinden.

    Aber hey … Radschlagen mit Gedanken ist ja intellektuelle Gewalt … Korrekt um die Ecke Lenken unerwünschtes Denken.

  4. Ich vermute, zur Vergewaltigungsphantasie kommt noch der Schöne und das Biest Mythos hinzu: Nicht nur, dass das mächtige Monster ihr nicht widerstehen kann, nein, nach dem Akt ist das Monster, zumindest ihr gegenüber, gezähmt.

  5. Irgendjemand bei der ZEIT hat da offensichtlich etwas übersehen, was bislang als Fels des genderfeministischen Phantsierens unangetastet bleiben mußte. Nämlich die Rolle weiblicher Passivität als Quelle von sexueller Lust. Bislang war das Gegenteil allein zugelassen. Nämlich weibliche Unlust als Folge des Opferstatus, aber doch niemals als eine – unter vielen – Quellen der Lust. Wenn da nicht Köpfe in der Redaktion rollen werden!

  6. „Denn um die Frau und ihre Sexualität in der Gegenwart verstehen zu können, müssen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen. Sexualität – die vermeintlich natürlichste Sache der Welt – hat sich historisch entwickelt: Sexualität ist nicht nur Biologie, Lust und/oder Liebe, sondern immer auch Ausdruck der jeweiligen Gesellschaft. Schon immer war Sexualität mehr als nur Sex – es geht um Rollenzuschreibungen, Regeln und Rechte. Es geht um Verschmelzung und Abgrenzung. Es geht um Lust und Liebe und viel zu oft um Gewalt. Es geht um Macht und Ohnmacht: um männliche Herrschaft und weibliche Beherrschung.“
    ——————————————
    Wenn ich dieses verquaste Geschwafel schon wieder höre, frage ich mich, ob freud-lose Feministen tatsächlich meinen, ihren Neid über wahrgenommene Bedürfnisse und erfüllende Bedürfnis-Befriedigung ihrer Geschlechts-Genossinnen, ihnen dieses über „Konversions-Therapie“ grundlegend ausreden zu können.
    Ein letztlich ähnlich erfolgloser Versuch, wie wenn ein Schwuler meint, Hetero-Männer „missionieren“ zu können!

    • Scham.
      Ein möglicher, aber falscher Weg, ist der Versuch den Scham auslösenden Akt zu normalisieren.

      Tuckenweihnachtsmärkte zB.
      Oder MeToo.

    • „Ein letztlich ähnlich erfolgloser Versuch, wie wenn ein Schwuler meint, Hetero-Männer „missionieren“ zu können!“
      Ja und nein. Es erinnert mich eher an die „Eintopfsonntage“ im 3 Reich. Damals wurde gegen eine kleine Spende Suppe ausgeschenkt und man sollte generell Suppe essen um dem Reich Geld zu sparen. Diejenigen die das gemacht haben, habe auch wenn sie sich selbst nicht als Nazis gesehen haben, dem Regime ihre nonverbale Zustimmung gegeben. Frauen machen das mit dem Feminismus genauso – ihr gebt den Feministen eure nonverbale Zustimmung. Deswegen werden sie immer vorlauter und mutiger, weil sie nämlich die Frauen hinter sich wissen.
      Darum kann der Kampf gegen den Feminismus, der in Wahrheit ein ewiger Krieg gegen die weibliche Natur ist, auch nur von Männern geführt werden. Er kann auch nicht gewonnen werden, zumindest nicht wenn der Gegner im wortwörtlichen Sinne ausgelöscht wird (was das Ende der Menschheit bedeuten würde). Trotzdem ist er wichtig auch wenn ich im Moment schlechte Karten sehe. Vielleicht ändert sich etwas wenn Männer wieder gebraucht werden aber ich hoffe natürlich, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits so viele MGTOW gibt, dass Frauen endlich mal selbst mit der Titanic untergehen während die MGTOW bequem in ihrem eigenen Rettungsboot sitzen und dem leisen Gekreische der untergehenden Frauen lauschen.

      • „Darum kann der Kampf gegen den Feminismus, der in Wahrheit ein ewiger Krieg gegen die weibliche Natur ist, auch nur von Männern geführt werden.“
        ——————————————————–
        Das verstehe ich nicht ganz!
        Meinst Du damit, daß Euer Kampf gegen den Feminismus „ein ewiger Krieg gegen die weibliche Natur“ schlechthin ist oder meinst Du damit, daß der Feminismus „ein ewiger Krieg gegen die weibliche Natur“ ist, dem Euer Kampf gilt?

        • Meines Erachtens Letzteres. Zumindest was den jetzigen Gleichstellungsfeminismus angeht. Frauen und Männer sind halt nicht gleich, sondern haben eigene Stärken und Schwächen, die man respektieren und schätzen sollte. Ist zumindest meine Meinung.

        • @Seerose
          Es ist der Kampf gegen die weibliche Hypergamie und das männliche Verlangen Frauen zu gefallen. Es ist in vielen Punkten ein spiritueller Krieg, ein Kampf gegen sich selbst. Ich denke, das haben sehr viele Männerrechtler und MGTOW nie wirklich verstanden. Der Feminismus ist nur der Ausdruck der weiblichen Hypergamie, letztlich die „Gewerkschaft“ der Frau (wobei eigentlich Arbeitgeberverband besser passen würde). Der Kampf muss darin bestehen emotionaler und materieller Selbstversorger zu werden, wahre Unabhängigkeit bei der am Ende der Mann zwar eine Partnerin nehmen kann aber diese ihm halt weder emotional noch materiell etwas bedeutet oder er etwas investieren muss. Letztlich muss das Ziel sein emanzipiert zu werden.

    • Mich würde interessieren, wie weibliche Sexualität denn eigentlich aussehen würde, wäre die Frau nicht das durch das Patriarchat beherrschte Geschlecht.
      Das Buch ist übrigens doch nicht neu. Ich hatte es nur nicht auf dem Schirm die ganze Zeit – es muss mir entgangen sein. Aber bei der Flut an feministischer Literatur, mit der man zur Zeit überschwemmt wird, kann das schonmal untergehen. Aber das ist grade der Punkt, man wird quasi täglich mit diesem Geschwafel bombardiert.

  7. Frauen sind geborene LARPer.

    Zeigt sich schon in den klassischen Geschenken.

    Arztkoffer, Kaufladen, Puppenhaus vs Legoklötze, Laubsäge, Leveleditor

    • „Frauen sind geborene LARPer.“
      ——————————————-
      Was ist das denn? Mein Englisch-Wortschatz kennt nur den Begriff „lark“, und das meint so viel wie Spaß haben/Spaß treiben…
      Und noch eine allgemeine Anmerkung von mir: Ist unsere deutsche Sprache so begriffsarm und ausdrucksschwach, daß wir für so Vieles keine angemessene Ausdrucksweise mehr finden?!

      • Live Action Role Play

        So tun als ob.

        Während Jungs echt Bauen mit ihren Klötzchen, tun Mädchen nur so als Kochten oder Doktorten sie.

      • LARP = Life Action Role Play also etwa Lebensrollenspiel. Man spielt tlw. mit erheblichen Kostüm- Requisiten- und Organisationsaufwand Geschichten in einer Phantasiewelt , wobei man sich eine zusagende Rolle in der Welt und Geschichte auswählt.
        Ein Hobby mit recht viel Aufwand betrieben und gar nicht so wenigen Aktiven, sogar eigener Fachzeitschrift, aber in der Mainstream-Öffentlichkeit und Medien sehr wenig präsent.

        Murdoch meint wahrscheinlich, da mangels wirklicher Konsequenzen und Gefahren des eigenen Tuns für viele Frauen das Leben ein spannendes Spiel ist, vermute ich mal. Vielleich erklärt er sich ja noch genauer.

        • @ Doc Ja, so könnte man es beschreiben, wobei ich Larpen als Tätigkeit eben weiter gefasst begreife – daher auch die Beispiele mit dem klassischen Kinderspielzeug.

          Kann man ja auch, wenn man will, auf prestigeträchtige Berufe übertragen, da wollen sie ja auch gerne so tun als ob (Veterinärin ist zB super, Frau kann Doktor spielen, und da das Opfer keine Sprache hat, kann’s sich auch nicht wehren).

          Oder unsere Larperinnen in nun blau statt grün.
          Wir lassen die Polizistin spielen.
          Mehr steckt nicht dahinter.
          Eine echte Gefahr für Leib und Leben aller Beteiligter, außer der Kriminellen natürlich.

        • @Murdoch, dr. Caligari und canofis:
          Danke für Eure Aufklärung; aber das Lifestyle-Business ist nicht so mein Fall. Insofern war das eine echte „Bildungslücke“ für mich!

          • „Danke für Eure Aufklärung; aber das Lifestyle-Business ist nicht so mein Fall. Insofern war das eine echte „Bildungslücke“ für mich!“

            Och, ich bin da normalerweise auch absolut nicht fit, aber ich habe einen Sohn, der an solchen Spielen schon mitgemacht hat. Papa musste ihn mal bewaffnen 😉

    • Eine der selbst für feministische Maßstäbe widerlicheren LARP Stories ist ja die des NYFD.

      Nach 9/11 hatten die Jungs nen guten Ruf.
      Dann wollten Mädels deshalb Feuerwehr larpen.
      Klagten die Anforderungen herunter, weil, frau will nur larpen, nicht sein.
      Nur um dann zu beschließen, Feuer ist auch nach herabgeklagten Anforderungen weiterhin echt heiß.
      Der Feuer, der Schwein.

      • Solch anmaßenden und gefährlichen Schwachsinn dürften wohl aber auch die meisten Frauen ablehnen – ein kindisches „Spiel mit dem Feuer“!

  8. „Während Jungs echt Bauen mit ihren Klötzchen, tun Mädchen nur so als Kochten oder Doktorten sie.“
    —————————————
    Na, das ist jetzt aber mal wieder ganz platt und undifferenziert! Nicht nur ich habe mir meinen Doktortitel redlich erarbeitet, und mir diesen weder auf dem Standesamt, noch über anderweitige Dienstbarkeiten erworben! (not me!!!)
    Und bekanntlich sind unter den bisweilen auffliegenden politischen Plagiatsdoktoren auch nicht nur Frauen!…

    • @ Seerose Stimmt. Vermutlich. Was aber auch stimmt, als Spezies vermessen wir Frauen auch nicht so genau wie Männer. Wir sind da sehr, sehr großzügig.

      Erinnert mich an ein Gespräch mit ner Klassenkameradin, die ihre Doktorarbeit als Medizinerin betonte, neben der ihres Mannes der eine Professur in Chemie inne hat. Schlussendlich mussten wir dann eben doch einsehen, das die Notwendigkeit ihre hervorzuheben eben in der Lächerlichkeit der Doktorarbeiten der Mediziner im Allgemeinen geschuldet ist.

      Von welchem Koffer schrieb ich eingangs, der so oft für Mädels unterm Weihnachtsbaum liegt?
      Genau, der Arztkoffer.

      Tut mir ja auch leid für die drei Frauen die ernst zu nehmen sind unter hundert, aber mehr sind’s eben einfach nicht.

        • Jein. Ich mein, was willste machen? Du bist Kind, also so in früher, ohne Netz und Elektrobespaßung, da spielt man zwangsläufig mal den Kram der Schwestern bzw Brüder mit, oder?

          Und wenn die das selbe Spielzeug in den Händen haben, dann machen die noch lange nicht das gleiche Spiel damit.

          Mir hatte mal ne Tante von Lego den verfickten Ponyhof geschenkt.
          Die Jungs aus der Ritterburg haben dann den Hof – mit Hilfe der Piratenschiffsbesatzung (Playmobil, ich bin da kein Plastikrassist), geschliffen und die Pferde geklaut.

          Meine Schwester hat gaaanz anders mit den selben Klötzen gespielt.

          Kann natürlich sein das wir a-typisch waren.

    • @ Seerose

      »Wir Frauen«, sagte Charlotte, »nehmen es nicht so genau; und wenn ich aufrichtig sein soll, so ist es mir eigentlich nur um den Wortverstand zu tun; denn es macht in der Gesellschaft nichts lächerlicher, als wenn man ein fremdes, ein Kunstwort falsch anwendet.

      Deshalb möchte ich nur wissen, in welchem Sinne dieser Ausdruck eben bei diesen Gegenständen gebraucht wird.

      Wie es wissenschaftlich damit zusammenhänge, wollen wir den Gelehrten überlassen, die übrigens, wie ich habe bemerken können, sich wohl schwerlich jemals vereinigen werden«.

      • @Anne Nühm
        Der „recht gewagte gedankliche Transfer vom Arztkoffer zur Doktorarbeit“ wurde ursprünglich nicht von mir vorgenommen! Wenn ich mich richtig erinnere, hatte Murdoch geschrieben (dieser Ausgangspost ist inzwischen allerdings verschwunden – wie kann das angehen?!):
        „„Während Jungs echt Bauen mit ihren Klötzchen, tun Mädchen nur so als Kochten oder Doktorten sie.“
        —————————————
        Darauf habe ich kommentiert:
        „Na, das ist jetzt aber mal wieder ganz platt und undifferenziert! Nicht nur ich habe mir meinen Doktortitel redlich erarbeitet, und mir diesen weder auf dem Standesamt, noch über anderweitige Dienstbarkeiten erworben! (not me!!!)
        Und bekanntlich sind unter den bisweilen auffliegenden politischen Plagiatsdoktoren auch nicht nur Frauen!…“

          • @Anne Unterstellen wir mal Intelligenz, dann verdreht Seerose hier absichtlich.
            Jeder weiß, dass ein Doktortitel in Medizin eben nicht mit einem eines enrsthaften Wissenschaftlers vergleichbar ist.
            Aber gerne genommen wird, um sich den Anstrich von Wissenschaftlichkeit zu „erlarpen“.

          • Es war auffällig, wie sie von einer Formulierung, bei der es eindeutig um Kinderspiele ging, offenbar so getriggert wurde, dass sie abrupt das Thema hin zu ihrem Doktortitel wechselte.
            Als wäre es ehrenrührig, oder gar verwerflich, wenn Kinder im Spiel nur so tun, als ob. Jungen spielen vielleicht Cowboy und Indianer, Ritter, oder sonst was.
            Mein Stiefenkel tut derzeit gerne so, als sei er ein Saurier oder ein Bagger. Mein Neffe hatte mal eine Phase, in der er sich als Harry Potter darstellte.

            Jeder weiß, dass ein Doktortitel in Medizin eben nicht mit einem eines enrsthaften Wissenschaftlers vergleichbar ist.

            „Jeder“ weiß das nicht. In manchen Kreisen gelten Mediziner völlig ungerechtfertigterweise immer noch als „Halbgötter in Weiß“.

        • @Anne, @Murdoch
          Es ist schon erstaunlich, was einem hier so beiläufig alles unterstellt wird. Ich habe nie von einem Doktortitel in der Medizin gesprochen; ich selbst habe meine wissenschaftliche Dissertation aufbauend auf dem Diplom alter universitärer Schule erworben. Ich habe aber Anstoß an der pauschalen Unterstellung genommen, daß „Mädchen nur so (tun) als Kochten oder Doktorten sie.“

          • „Ich habe nie von einem Doktortitel in der Medizin gesprochen“

            Ähm, hust!
            Und das findest Du jetzt lustig, oder gar als „Argument“, oder wie? Der Zusammenhang, den Du da jetzt anderen in die Schuhe schiebst, war aber eindeutig von Dir so angelegt.

            Quasi das Komplementärstück zu: „Niemand hat vor eine Mauer zu bauen“.

          • @Anne
            Ich darf an die anstößige Aussage von Murdoch erinnern, die der Anlaß für die nachfolgend intensive Diskussion hierüber war:
            „Während Jungs echt Bauen mit ihren Klötzchen, tun Mädchen nur so als Kochten oder Doktorten sie.“
            ——————————————
            Das ist nach meinem Empfinden unzulässige und ehrenrührige Geschlechter-Spalterei.
            Aber besten Dank an Anne, daß sie die wenigen Männer, die sich zu Murdochs verstiegener Aussage geäußert haben, so engagiert mit ihren Argumenten unterstützt!

  9. Ich würde dem „Unwiderstehlichkeitsparadigma“ widersprechen. Ich bin selbst BDSM-affin und daran liegt es m.E. nicht. Die Lust an der Unterwerfung ist nicht derart selbstbezogen, sondern eigenständig und m.W. deprimierend schlecht erforscht.

    • Ein unglaublich großer Anteil von Fruen hat mitunter Vergewaltigungsphantasien.
      Ein recht kleiner Anteil von Frauen ist in der BDSM-Szene aktiv.

      Es ist unproblematisch anzunehmen, dass hier verschiedene Motivationen oder Begründungen am Werke sind.

      • Ganz ehrlich? Glaube ich nicht. Ich halte das nicht für rational, das ist reine Begründungssuche, schon deshalb, weil zwischen Vergewaltigungsphantasie und BDSM die Grenzen mehr als fliessend sind, ich erstere sogar eher als Teilbereich sehe.

        Aber die Psyche ist ein seltsames Ding, vielleicht ist es tatsächlich auf einen solchen Effekt zurückzuführen, der letztendlich so seltsame Wünsche und Gefühle hervorruft. Wer weiß? Deshalb bedauere ich, dass dieser Bereich kaum erforscht ist.

        • „Wer weiß?“

          Dem schließe ich mich an.

          Auch, dass sehr viele Frauen eine Neigung haben, sich dem *richtigen* Man unterwerfen zu wollen, kriege ich reibungsfrei in meinem Weltbild unter.

          Aber der Schritt von Unterwerfung zu Vergewaltigung ist dann doch ein sehr großer.

          Hinzu kommt, dass es meines Wissens Studien gibt, dass die starke Erregung des Mannes sine qua non für die Erregung fast aller Frauen ist. Das stärkt die Unwiderstehlichkeitsthese ungemein.

          Aber wie du schon sagst: Wer weiß?

          • „Auch, dass sehr viele Frauen eine Neigung haben, sich dem *richtigen* Man unterwerfen zu wollen, kriege ich reibungsfrei in meinem Weltbild unter.“

            Unterwerfung funktioniert stets nur, wenn das Verhältnis passt. Auch bei BDSM will kaum jemand wirklich ausgeliefert sein, sondern es ist mehr Projektion und Spiel und die Interessen müssen sich gut ergänzen, sonst macht es keinen Spaß. Hast du vermutlich anders gemeint, aber wer da „richtig“ ist, ist letztendlich ja eine Gefühlssache und was Frauengefühle da überwiegend bevorzugen, wissen wir ja.

            „Aber der Schritt von Unterwerfung zu Vergewaltigung ist dann doch ein sehr großer.“

            Der von Vergewaltigungsphantasie zu Unterwerfung nicht. Ich würde mal behaupten, dass so gut wie keine Frau tatsächlich vergewaltigt werden möchte, sondern es sich eigentlich immer nur um eine Unterwerfungsphantasie handelt.

            „Hinzu kommt, dass es meines Wissens Studien gibt, dass die starke Erregung des Mannes sine qua non für die Erregung fast aller Frauen ist. Das stärkt die Unwiderstehlichkeitsthese ungemein.“

            Mag sein, aber es klingt halt so abgeklärt rational und egomanisch, fühlt sich m.E. jedoch nicht so an. Ich halte es für ein eigenständiges Gefühl, auch wenn es vielleicht auf den Wunsch „begehrt zu werden“ psychisch zurückgeführt werden kann.

        • @Androsch

          weil zwischen Vergewaltigungsphantasie und BDSM die Grenzen mehr als fliessend sind, ich erstere sogar eher als Teilbereich sehe.

          Da möchte ich widersprechen. Bei BDSM geht doch alles um Konsent und darum, sich freiwillig zu unterwerfen. Das ist IMHO etwas völlig anderes, als unterworfen und überwältigt zu werden, ggf. gegen geleisteten Widerstand.

          • Bei einer Vergewaltigungsphantasie, passiert das aber auch freiwillig. Ist ja schließlich die freie Wahl des Phantasierenden. Und da geht es am Ende auch darum, dass der Mann dann genau das mit der Frau tut, was sie will. In sofern muss da auch kein Konsenz hergestellt werden (wie soll das auch gehen)
            Bei BDSM passiert halt meistens wirklich was: Da muss es natürlich einen Konsenz geben. Und Vertrauen.

          • Man könnte aber auch sagen, der Konsenz ist quasi schon hergestellt, weil die Frau in Ihrer Phantasie ja weiß was sie will, und wie weit der „Vergewaltiger ihrer Phantasie“ gehen kann/soll.
            Es passiert also quasi von vornherein alles was sie will.

            Die Frage ist wohl: Wie läuft so eine Phantasie ab.

            Und beim BDSM kann die Frau sich auch mit voller Kraft wehren und trotzdem unterlegen sein. Dann ist es irgendwie freiwillig unfreiwillig. Sie kann es ja meistens trotzdem sofort stoppen.

  10. Die psychologische Reaktanz-Theorie hat keine exklusive geschlechtsspezifische Gültigkeit, d.h., sie gilt für beide Geschlechter!
    Kurz gesagt geht es dabei darum, daß Menschen generell ungern die Kontrolle über ihre Verhaltenssteuerung verlieren, und sich zunächst einmal gegen als unzulässig empfundene Einschränkungen und als übergriffig erlebte Anmaßungen von anderen Menschen (Handlungen ohne vorherige Einwilligung) wehren, um den dadurch sonst verlorengehenden Handlungsspielraum zu verteidigen, sofern dies aussichtsreich erscheint.
    Verteidigung heißt in diesem Falle, solche (pot. Gefahren-) Situationen lieber zu meiden, und entsprechende Gefahren von ungewollten Einschränkungen abzuwehren.
    Dies dürfte für viele Frauen physisch und psychisch nicht immer leicht sein, so daß sie es vielleicht lieber bei ihren einschlägig prickelnden Phantasien belassen…

  11. „Und das mit einem gewissen Widerstand der Frau diese „Unwiderstehlichkeit“ noch betont werden kann, weil er dennoch nicht aufgibt, findet man sicherlich auch in anderen, harmloseren Flirt- und Annährungsbereichen, etwa beim „gehauchten Nein“ oder bei dem Wunsch nach dem aktiven Mann, der nicht darauf wartet, dass die Frau ihn anspricht, sondern – eben weil er sie so begehrt – auf sie zugeht und sie „erobert“.“

    Du meinst so:

    ? 🙂

    Darin heißt es: „Denn sie guckt, als würd‘ sie gern; zumindest so, als würd‘ sie sich, falls nicht, auch nicht so sehr wie nötig wehr’n.“
    😉

    Das ist wohl der In-begriff von Vergewaltigungfantasie. Bei dem-/derjenigen, der/die die lustvolle Fantasie hat, vergewaltigt zu werden, müsste es ja eigentlich „Vergewaltigtwerden-Fantasie“ heißen. Da dies aber nicht der Fall ist, stelle ich mal die These auf, dass sich der-/diejenige sich die Fantasie eigentlich auch oder sogar mehr aus der sich vorgestellten Sicht des fiktiven Vergewaltigenden, nicht nur oder sogar weniger aus der eigenen Sicht kreiert.

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