„Weiße, die Leute als Individuum sehen und nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilen, sind gefährlich“

Robin DiAngelo, die Frau die „fragiles Weißsein“ als Begriff erfunden hat, findet, dass man rassistisch ist, wenn man angibt Rasse nicht zu sehen:

A  guest lecturer at Boston University said last month that white people who judge others as individuals instead of by their skin color are “dangerous,” according to a report in the College Fix.

The lecture, entitled “What Does It Mean To Be White,” was given by University of Washington Professor Robin DiAngelo, a white woman.

DiAngelo, who according to her website specializes in “whiteness studies,” added that people who say they’ve been taught to treat everyone the same deny black people their reality.

Das ist durchaus konsequent in der Denkweise, weil es zum einen gefährlich für ihre Ideologie ist, wenn man Leute als Individuen wahrnimmt und zum anderen dann nicht auf deren Diskriminerung hinreichend reagiert. Denn innerhalb dieses Gerüst ist man ja nach Gruppenzugehörigkeit Opfer oder Täter, etwas anderes geht nicht. Jemand, der sagt, dass er ein Opfer nicht wahrnimmt, der würde quasi sagen:

„Ich sehe nicht, dass meine Gruppe dich beständig zusammenschlägt, ich behandele dich als würde das nicht passieren und erwarte, dass du mich auch so behandelst“.

Dieses Leugnen des Opferstatus und der eigenen Täterschaft würde dann natürlich die Realität des Opfers ausblenden – wenn er denn ein Opfer wäre oder es sinnvoll wäre das pauschal für so heterogene Gruppe wie Weiße, Schwarze, Asiaten etc festzulegen. Was aus meiner Sicht nicht der Fall ist.

“If you are being honest, you’ve probably said it,” she said of being taught to treat everyone the same. “Your parents could lecture you to do it [but] you don’t do it, you can’t do it, there is no human objectivity.”

DiAngelo said that when she hears people say they are colorblind, they are revealing their own ignorance. “This person doesn’t understand basic socialization,” she said. “This person doesn’t understand culture. This person is not self-aware.”

“And I need to give a heads up to the white people in the room,” DiAngelo said. “When people of color hear us say this, they’re generally not thinking, ‘Alright, I’m talking to a woke white person right now.’ Usually some version of eye-rolling is going on, and a wall is going up.”

“My friend Erin Trent Johnson — she says, ‘When I hear a white person say this, what I am thinking is: ‘This is a dangerous white person. This is a white person who is going to need to deny my reality,’” DiAngelo continued.

Niemand ist gut genug, wenn er zu einer Tätergruppe gehört, auch nicht wenn er „woke“ ist, er hat immer noch Abbitte zu leisten für das vermeintliche Verhalten seiner Gruppe.

DiAngelo’s remarks seem diametrically opposed to the teachings of Dr. Martin Luther King Jr., a Boston University graduate, who famously hoped his children would “one day live in a nation where they will not be judged by the color of their skin, but by the content of their character.”

In der Tat, es ist eben der Unterschied zwischen jemanden, der Unterschiede aufheben will und Gemeinsamkeiten betont und jemanden, der die Grenzen zwischen den Gruppen ausbauen und besondere Identitäten darauf aufbauen möchte.

For DiAngelo, however, racial identity is not a trait that should be transcended.

“I want to be clear that as I stand up here with authority and a voice on this topic, I’m reinforcing whiteness and the centrality of the white view,” she said, admitting to her own limitations as a white person. “I’d like to be a little less white, which means a little less oppressive, oblivious, defensive, ignorant and arrogant.”

Was für eine widerliche Rassistin. Aber natürlich hört sie nicht auf da oben zu stehen, gibt den Job an eine schwarze Frau ab, sondern sahnt weiter mit entsprechenden Vorträgen ab. Ich frage ja immer dann wenn weiße Autoren mit solchen Ansätzen in deutschen Zeitungen Artikel schreiben, warum sie nicht Platz für PoCs machen oder ihren Job an diese abgeben. Wird meist nicht geantwortet.

DiAngelo said the traditional definition of racism, that “an individual who consciously does not like people based on race and is intentionally mean to them”, actually works as a way to protect real racism. The real threat — according to DiAngelo — is the systemic racism in the media, the family, religion, education, economics, language and criminal justice system.

Welch ein Wunder: Nach der klassischen Definition wäre sie ja auch ein ziemlicher Rassist. Also ist es kein Wunder, wenn sie diese ablehnt.

DiAngelo also tackled feminism during the lecture, claiming the country is currently filled with rampant sexism. She noted that the majority of politicians, directors, and police officers are male, and said it was sexist to imply males “just happen to be” more inclined to enjoy these fields of work.

“We live in a patriarchy,” she said, pointing to her own husband as an example of how men benefit from the system.

Über ihren Mann habe ich leider nichts finden können. Aber die fiese Sexistin hat anscheinend einen weißen Mann geheiratet. Hat jemand mehr dazu?

Man sagt im übrigen auch nicht, dass es einfach so passiert ist. Sondern das Männer eine intersexuelle und intrasexuelle Selektion auf Statuserlangung hinter sich haben, die mehrere Millionen Jahre angedauert hat und so auch bei unseren nächsten Verwandten, den Schimpansen, zu beobachten ist.

DiAngelo, who authored the book “White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism,” concluded her lecture by encouraging the audience to view people in terms of race, not as individuals.

While at one time DiAngelo’s lecture may have seemed radical, her view has increasingly become more mainstream among those on the progressive left. An insistence on categorizing individuals according to race has become particularly prevalent on college campuses, where schools have allowed racial segregation in dorms and classrooms in service of woke-ness.

„White Fragility“ hat sie übrigens wie folgt definiert:

She has defined the concept of white fragility as „a state in which even a minimum amount of racial stress becomes intolerable, triggering a range of defensive moves.“ 

Wer sich also gegen Vorwürfe verteidigt, der ist bereits schuldig. Ein klassisches System, bei dem es keine berechtigten Einwände mehr geben kann.

Schutz vor sexueller Belästigung: Was rät man seiner Tochter?

Semikolon schrieb in einem Kommentar:

„Der äußert sich so, dass man etwa anführt, dass Frauen nicht beigebracht werden sollte, sich gegen Belästigungen zu schützen, sondern Männern, sie nicht zu belästigen“

Was konkret willst Du/wollt Ihr Eurer Tochter denn beibringen, um mit einer gewissen Sicherheit zu gewährleisten, dass sie nicht (ab) in 12-14 Jahren von Mitschülern oder älteren Jungen an Brüsten und/oder Hintern betatscht wird? Und was wird sie zu hören kriegen, wenn es dann doch passiert (und sie das mitnimmt)?

Sicherlich keine einfache Frage, aber was sollte es meiner Tochter bringen, wenn ich ihr raten würde

  • anzuprangern, dass Männer toxisch sind und man sie dazu erziehen muss niemanden zu belästigen
  • ihr beibringe, dass Frauen Opfer sind und Männer Täter sind

(würde sie ja schon aufgrund ihres wunderbaren Vaters nicht glauben können).

Mir scheint ein Ansatz, bei dem man ihr erklärt, dass einige Leute rücksichtslos sind, aber die allermeisten Menschen nicht, wesentlich realistischer. Weder kann man alle Leute umerziehen noch könnte man es bei den Jungs, die sie dann belästigen, selbst wenn es ginge. Weit eher wird es Jungs/Männer abschrecken, wenn man nicht Opfer, sondern selbstbewußt ist. Wenn man sich wehrt und sich beschwert. Und solche Jungs/Männer dann eben in Zukunft meidet, wenn sie eigene Grenzen missachten. Eine vollkommene Sicherheit wird es im Leben nie geben. Jungs werden sich falsch benehmen, Mädchen werden sich falsch benehmen. Das ist das Leben.

Und natürlich: Wenn sie selbstbewusst ist, dann wird sie eine Hand auf dem Hintern oder ein Busengrabscher auch nicht umbringen. Ich hoffe, dass sie es als unangenehme, aber jetzt auch nicht weltverändernde Angelegenheit ansieht, eben als Handlung eines Idioten. Das wäre eine Perspektive, die ich ihr vermitteln würde: Es hat sich im Endeffekt nichts verändert, die Welt ist nicht untergegangen, morgen ist ein neuer Tag.

Wenn es sie in eine Krise stürzt, dann würde ich ihr so etwas vorschlagen, wie einen Kampfsport als Sport zu lernen, damit sie sich wehren kann. Und vielleicht andere Selbstvertrauenstrainings mit ihr machen, damit sie sich behaupten kann.

Natürlich würde sich aber ein Junge, der das aus ihrem Umfeld oder wiederholt macht oder dafür bekannt ist, dass mit Mädchen aus der Schule zu machen auch mit mir anlegen und – schlimmer für ihn – mit Südländerin. Erst mal würde man in dem Alter wohl mit den Eltern reden bzw mit den Lehrern.

Bei einer 6 Monate alten Tochter habe ich noch etwas Zeit bis dahin. Und in der Tat ergeben sich da im Bereich der „Sexualaufklärung“ einige interessante Themen. Natürlich wird man bei einer Tochter im Schnitt andere Sorgen haben als bei einem Sohn. Und natürlich möchte man nicht, dass sie belästigt wird oder sonst schlimme Erfahrungen macht. Wenn man die Umgebung nicht beliebig kontrollieren kann, dann bleibt nur, dass man dem Kind beibringt sich zu schützen, aufzupassen und zu schauen, mit welchen Leuten man sich einlässt. Aber zuviel steuern kann man wahrscheinlich auch nicht, sonst erreicht man vielleicht auch nur den „Was verboten ist, ist um so interessanter“ Effekt.

Spargel

Asiaten und weiße Männer: Wir werden bei Microsoft diskriminiert

Die Diversitätskampagnen führen zu Widerständen bei den „Priviligierten„:

Microsoft bemüht sich seit eingien Jahren sehr daurm, mehr Menschen unterschiedlicher Abstammung sowie auch mehr Frauen ins Unternehmen zu bekommen. Das Ziel heißt Diversity und laut einigen Studien soll die Vielfalt bei den Beschäftigten auch mehr Erfolg im Geschäft bringen.

In der Technologiebranche sind weiße Männer und Asiaten am stärksten repräsentiert, sind dies doch auch die größte Gruppe der Absolventen technischer Studiengänge. Genau diese Menschen fühlen sich allerdings von den Diversity-Bemühungen verschiedener Konzerne diskriminiert.

Mitarbeiterin stellt Diversity infrage
Auch viele Microsoft-Mitarbeiter scheinen mit der Diversity-Bemühung ihres Arbeitgebers ein Problem zu haben. Ein interner Thread auf Yammer hat eine hitzige Diskussion unter den Microsoft-Mitarbeitern hervorgerufen. Darin beklagt eine Mitarbeiterin, welche als Program Manager beim Unternehmen tätig ist. Dabei legt sie einige Details offen, welche sie als „diskriminierende Einstellungspraxis“ bezeichnet gegenüber weißen Männern und Asiaten. Demnach bekommen Manager im Senior Leadership Team eine Prämie, wenn sie gewisse Diversity-Ziele erfüllen: Das heißt konkret, wenn sie weniger weiße Männer und Asiaten einstellen.

„Hat Microsoft irgendwelche Pläne jene Politik zu beenden, die diskriminierende Einstellungspraktiken finanziell belohnt?“
Der Thread, welcher intern diskutiert wird, hat seitdem ordentlich Aufmerksamkeit bekommen und konnte über 800 Kommentare ansammeln von Microsoft-Mitarbeitern, die für und gegen Diversity im Konzern argumentieren. Die Mitarbeitern, die den Post gestartet hat, weist darin darauf hin, dass viele Mitarbeiter sich diskriminiert fühlen aufgrund ihrer Hautfarbe, Rasse und des Geschlechts.

In einem Statement erklärte Microsoft, dass man Diskriminierung keiner Art gutheiße, dass man an den positiven Effekt von Diversität im Unternehmen glaubt und die finanzielle Vergütung von Diversity-Zielen an Zeichen sei, dass man sich um diese Ziele kümmert.

Viele Mitarbeiter von Microsoft scheinen allerdings genau den Wert dieser Ziele infrage zu stellen. Während Frauen in Führungspositionen weiterhin zweifellos unterrepräsentiert sind, gibt es weiterhin zweifellos deutlich weniger Frauen, die technische Ausbildungen absolvieren

Interessant, dass dort die Asiaten auch ausdrücklich mitmachen, die ja in der Tat häufig an stärksten von Förderungen zb Schwarzer betroffen sind, weil sie besonders gut in Ausbildung und im Studium abschneiden und deswegen häufiger vertreten sein müssten, wenn es nur danach gehen würde.

Der Glaube an die vollständige Erziehbarkeit aller Menschen

Gerade hatte ich wieder eine Diskussion zu einem altern Thema, welches gerade bei Feministinnen gerne auftaucht:

Der Glaube an die vollständige Erziehbarkeit.

Der äußert sich so, dass man etwa anführt, dass Frauen nicht beigebracht werden sollte, sich gegen Belästigungen zu schützen, sondern Männern, sie nicht zu belästigen, und das der Umstand, dass Frauen nach wie vor nicht belästigt werden, zeigt, dass Männer nicht passend erzogen werden und da nachgebessert werden muss.

Der Gedanke, dass man eine ganze Gruppe erziehen kann und das diese dann gegen ein anderes Verhalten quasi immun sind, erstaunt mich immer wieder. Selbst ein gut erzogener Mensch kann letztendlich ein Arschloch werden oder eben diese Erziehung ablegen, wenn er zB merkt, dass er mit Rücksicht auf andere weniger erreicht oder merkt, dass Leute dieses Verhalten nicht belohnen oder die Kosten eines wesentlich schlechtern Verhaltens äußerst gering sind, es aber das Leben einfacher macht.

Die Idee, dass man den unabänderlich guten Menschen erziehen kann, erscheint mir doppelt abwägig, einmal weil eine Erziehung nie absolut ist und zum anderen, weil eine Gesellschaft nicht die Erziehung des Einzelnen und sein Umfeld kontrollieren kann.

Wer in eine problematische Peergroup gerät, der kann auch bei hoch anständigen Eltern Probleme haben, wer ein Psychopath ist an dem wird die Erziehung wenig ändern, aber auch starke Egoisten etc werden aus dieser ausbrechen.

Die Idee, dass der Staat bzw Lehrer etc Regeln vorgeben können und dann alle Menschen sich wohlverhalten erscheint mir so unglaublich naiv, dass ich nicht verstehe, wie man ihn wirklich vertreten kann.

Wie man als Mann Feminist sein kann, Teil 2

Im Spiegel werden Tipps veröffentlicht, wie man als Mann Feminist sein kann: Nach Teil 1 gestern hier der zweite Teil:

  • 21. Wann immer Sie unsicher sind, ob Sie etwas Sexistisches sagen oder tun, machen Sie die einfachste Sexismusprobe, die es gibt: Vertauschen Sie im Kopf die Geschlechterrollen und schauen Sie, ob es merkwürdig wird. Wenn Sie gerade über eine Frau sagen wollten, dass sie wahrscheinlich so anstrengend ist, weil sie keine Kinder hat, fragen Sie sich, ob Sie über einen Mann auch so reden würden.

Großartig! Bei einem Großteil dieser Liste hat sie das anscheinend nicht angewandt. Und Feministinnen reagieren üblicherweise sehr empfindlich darauf, wenn man solche Sachen mal umdreht, weil man damit eben die „Machtstrukturen“ und die „Strukturelle Benachteiligung“ ausblendet. Mit Sätzen wie:

  • Privilegierte können ihre Privilegien nicht erkennen, weil sie die als selbstverständlich ansehen und
  • Männer können gar nicht diskriminiert werden, weil Frauen keine Privilegien haben

wird deutlich, dass feministische Theorien eine Umkehr selten aushalten. Und wenn man gar „weiße“ durch „schwarze“ ersetzt wird der dort enthaltende Rasssismus noch deutlicher.

  • 22. Wenn Sie ein Baby kriegen, nehmen Sie mehr als die zwei Monate Elternzeit. Wenn Sie nur die zwei Monate nehmen: Fahren Sie nicht zwei Monate nach Thailand. Und schreiben Sie während der zwei Monate kein Buch/ Blog darüber, was für ein neuer Mensch Sie in dieser Zeit geworden sind.

Ich hatte zwei Wochen Urlaub. Dass war auch sehr schön, mehr war aber aufgrund der Eingebundenheit in verschiedenste Projekte schlicht nicht möglich bzw wäre sehr aufwändig gewesen, während Südländerin ja im öffentlichen Dienst ist. Blog habe ich trotzdem geschrieben, wenn auch wenig darüber ein neuer Mensch geworden zu sein (ein müder Mensch schon eher)

Aber auch interessant, dass Stokowski da Leuten vorhalte macht obwohl sie meines Wissens nach keine Kinder hat.

  • 23. Sagen Sie lieber nicht, dass Sie so richtig verstanden haben, wie viel Ungerechtigkeit es noch gibt, seit Sie eine Tochter haben. Also, sagen Sie das ruhig, aber seien Sie sich bewusst, dass Sie damit sagen, dass Sie sich nie richtig mit Ihrer Mutter, Frau, Schwester, ihren Freundinnen und Bekannten beschäftigt haben.

Gut, ich habe ein wunderbares rosa Theme mit Einhorn rausgeholt und angekündigt Feminist zu werden, aber ansonsten hat es sich glaube ich in Grenzen gehalten. Mal sehen was sich da noch ergibt. Ich finde es allerdings auch nicht schlimm, wenn jemand mit einem Sohn plötzlich eine neue Perspektive bekommt, weil er das Beste für das Kind will.

Ach was, Neo Magazin macht schlechte Sachbeiträge? Ersteinmal: Natürlich eine Frechheit Männer aufzufordern sich über Menstruation etc zu informieren, wenn Männer genauso menstruieren können oder schwanger werden können. Stokowski scheint da ihre Privilegien als CIS nicht überdacht zu haben, sehr TERFig von ihr Transsexuelle nicht mitzudenken.

Aber eigentlich meint sie wahrscheinlich auch „Informieren sie sich über die Gefühle und Probleme, die all diese Sachen verursachen können und sehen sie zu, dass sie erkennen, dass Frauen es auch da schwerer im Leben haben als Männer und daher absolut zu unterstützen sind.

  • 25. Falls Sie etwas mehr Zeit haben: Werden Sie Entbindungspfleger.

Genau, noch mal eine Zweitberufsausbildung in der man dann ohnehin nicht arbeiten will. Was für ein schwachsinniger Vorschlag.
Gegenvorschlag: Frau Stokowski, wenn sie etwas mehr Zeit haben, wovon ich ausgehe, dann werden sie Schichtarbeiter in einem Stahlwerk

  • 26. Lachen Sie nicht mit, wenn Ihre Kolleginnen oder Freunde frauenfeindliche Witze machen. Merken Sie sich den Satz „find ich nicht lustig“. Falls Sie es doch lustig finden: Interessant, dass Sie bis hierher gelesen haben. Bleiben Sie dran.

Frauenfeindliche- oder Männerfeindliche Witze können natürlich lustig sein, es wäre auch etwas merkwürdig sich über die Witze von anderen aufzuregen, wenn man selbst welche dieser Art macht. Natürlich kann es angebracht sein – wie bei jedem Witz – darauf zu achten, welches Publikum man hat. Aber das ist gerade ein der Großartigkeiten bei Witze: Über den anderen Witze machen zu können bringt einen, wenn der andere merkt, dass sie eben nur Witze sind und keine Mißachtung ausdrücken und über die kleinen Eigenarten und Besonderheiten seiner Gruppe lachen kann, näher zusammen. Und das Thema Geschlecht und Geschlechterunterschiede ist vom Witzpotential her sehr hoch und lädt auch zum frotzeln und Sprüche  machen oder zum necken des anderen Geschlechts ein.

  • 27. Ungefähr jede dritte Frau in Deutschland wird am Arbeitsplatz belästigt. Schützen Sie keine Täter, auch wenn die ansonsten sogenannte nette Kollegen sind. Die allermeisten Sexualstraftäter sind, wenn sie nicht gerade übergriffig sind, ganz normale, „nette“ Typen.

Viele Sexualstraftäter sind weitaus eher Psychopathen. Und auch hier muss natürlich der beiderseitige Anteil am Geschehen und der Wahrheitsgehalt bewertet werden. Auch hier gibt es Falschbeschuldigungen oder verständliche Mißverständnisse. Und natürlich muss auch niemand seinen Job riskieren und sich mit zB einem Chef anlegen, wenn er das alles noch gar nicht richtig einschätzen kann. Natürlich sollte man bei Belästigungen deutlich machen, dass man das nicht gut findet, aber die meisten werden sich auch nicht vor allen Leuten abspielen. Der dreckig lachende Chef, der der Sekretärin immer auf den Arsch haut ist mir jedenfalls noch nicht untergekommen.

  • 28. Wenn Sie Belästigung oder andere Übergriffe beobachten, gehen Sie dagegen vor. Tun Sie das, ohne für die Betroffenen zusätzlich belastend zu werden. Nicht jede Geschichte braucht einen Helden.

Wenn das doch immer so eindeutig wäre. „Nein heißt nein“ hält eben häufig dem Thunschen Kommunikationsquadrat nicht stand und nicht selten beschwert sich die Frau, dass man die beiden gefälligst in Ruhe lassen sollte, wenn man irgendwo eingreift. Natürlich: Wo erkennbar Hilfe notwendig ist ist es angebracht das Opfer, ob Mann oder Frau, zu unterstützen, unter Abwägung der Risiken für die eigene Gesundheit.

  • 29. Erklären Sie Feministinnen nicht, dass es eigentlich „Humanismus“ heißen müsste und nicht „Feminismus“.

Feminismus muss nicht Humanismus heißen. Die meisten feministischen Theorien haben nichts mit einem Humanismus zu tun. Aber ein humanistischerer Ansatz würde vielen Feministinnen sehr gut tun.

  • 30. Geben Sie zu, wenn Sie von etwas keine Ahnung haben. Das ist pures Gold.

Auch so eine Regel, die Feministinnen nicht befolgen. Im Gegenteil, gerade intersektionale Feministinnen glauben üblicherweise die reine Wahrheit erkannt zu haben, weswegen sie auch nicht darüber diskutieren, sondern allenfalls anderen etwas erklären/sie belehren. Dabei haben viele Feministinnen erschreckend wenig Ahnung von der eigenen Theorie, kennen die ganzen Löcher darin nicht, die internen Widersprüche und die dagegen stehende Forschung.

  • 31. Nennen Sie erwachsene Frauen nicht „Mädchen“ oder „Mädels“, oder alternativ: Nennen Sie erwachsene Männer auch „Jungs“. Aber lieber das Erste.

„Mädels“ verwende ich ganz gerne. „Jungs“ auch. Im Freundschaftskreis üblicherweise. Weiter dürfte es darauf ankommen, was man damit ausdrücken will als auf das Wort. Drückt man berechtigte Verbundenheit aus wird es üblicherweise freundlich aufgenommen, drückt man aus, dass sie nicht kompetent sind natürlich nicht.

  • 32. Sehen Sie Frauen nicht als Vertreterinnen einer Spezies. Wenn Ihnen eine Feministin nicht passt, sagen Sie nicht: „Wegen Ihnen kann ich Feminismus nicht mehr ernst nehmen.“ Das ist nur peinlich.

„Sehen sie Frauen nicht als Vertreterinnen einer Spezies“ von Leuten, die eine Identitätstheorie vertreten und ganz natürlich andere als Vertreter der Gruppen „heterosexueller weißer alter CIS-Mann“ sehen und danach Schuld zuweisen.

Die Sätze wie „Yesallmen“ verwenden und Männer Ratschläge geben, damit sie ihre Gruppenschuld abbauen. Die verlangen, dass man wegen seiner Gruppenzugehörigkeit die Straßenseite wechselt, „wegen Männern wie dir, die nicht die Straßenseite wechseln, müssen Frauen Angst haben“. Das ist in der Tat peinlich.

  • 33. Erwarten Sie keine eindeutigen, endgültigen Antworten auf Ihre Fragen, denn Feminismus ist eine extrem vielfältige Bewegung und es gibt darin die unterschiedlichsten Positionen.

Der Flucht in die vielen Strömungen. Immer wieder erstaunlich. „Der Feminismus hat Recht, wenn wir etwas fordern, es ergibt sich dann ganz klar daraus und eine andere Meinung ist falsch, der Feminismus ist eine extrem vielfältige Bewegung, wenn man sich besser nicht festlegt und ein kleines Ziel bieten will“.

Zumindest die Antwort „im intersektionalen Feminismus ist es wie folgt“ etc ist ja möglich.

Wenn sie quakt wie eine Ente, wenn sie watschelt wie eine Ente…

  • 35. Wenn Frauen etwas kritisieren, nennen Sie sie nicht überempfindlich. Wenn Sie Feministinnen anstrengend finden, fragen Sie sich, warum genau.

Auch wieder typisch: „wir wollen dich kritisieren, beleidigen und beschimpfen dürfen, dir jedes Recht auf Meinungsäußerung absprechen können und anführen können, dass jedes Gefühl, dass du als Mann in irgendeiner Form diskriminiert werden kannst, falsch ist, weil Männer nicht diskrimiert werden können, nimm das einfach hin und sei nicht „Überempfindlich“ (wenn du aber uns kritisierst, dann drehen wir durch)“

  • 36. Daten Sie auch Frauen, die mehr verdienen als Sie.

Habe ich kein Problem mit, ich würde vermuten, dass weit eher die Frauen das problematisch finde.

  • 37. Machen Sie nicht bei Konferenzen oder Podiumsdiskussionen mit, zu denen nur Männer eingeladen werden. Schlagen Sie Frauen vor, zitieren Sie Expertinnen. Nutzen Sie Ihre Privilegien, um gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen.

Welche Privilegien? Wenn ich zu einer Diskussion unter Fachleuten gehe, dann weil mich das Thema interessiert. Und sehr häufig sind bei Konferenzen, die ich besuche Männer die Vortragenden, schlicht weil diese Konferenzen und Vorträge meist neben dem Beruf laufen und viel zusätzlich Zeit kosten, die Männer weit eher aufbringen wollen. Ich kenne aber auch genug Vorträge von sehr guten und hochkompetenten Frauen, zu denen ich jederzeit wieder gehen würde und das Geschlecht der oder des Vortragenden ist mir vollkommen egal.

  • 38. Werden Sie nicht wütend (hysterisch), wenn Sie auf Ihre Privilegien angesprochen werden.

Sagt die Feministin, die es als Dogma ansieht, dass sie keine Privilegien haben kann und sofort hysterisch wird, wenn man ihr welche nennt (oder eigene bestreitet).

  • 39. Erwarten Sie keinen Applaus, erwarten Sie Streit und Kritik. Wenn Sie glauben, dass Sie für Ihren Einsatz für Gleichberechtigung mehr Anerkennung verdienen als eine Frau, lassen Sie es lieber gleich.

Auch so etwas, was den Feminismus extrem unattraktiv macht ist das Entitlement. Ich lobe Leute häufig dafür, dass sie etwas machen, was Einsatz erfordert, auch wenn es zu ihren Pflichten gehört. Einfach weil es Anerkennung schafft und motiviert und Wertschätzung signalisiert. Aber das ist natürlich undenkbar, weil Männer für Feministen ja quasi die Bösen sind, die nur die Benachteiligungen beseitigen, die sie zu Lasten von Frauen errichtet haben und von denen sie profitieren.

  • 40. Bedanken Sie sich bei Feministinnen für ihre Arbeit. Männern, die an veralteten Geschlechterrollen festhalten, drohen mehr psychische Probleme, hat eine Studie 2016 gezeigt (PDF). Toxische Männlichkeit ist heilbar. Schützen Sie sich! Dankeschön!

Vielen Dank, dass ihre Männer abwertet, Gruppenfeindschaften schürt, die Gräben zwischen den Geschlechtern und den Ethnien errichtet, die Wissenschaft behindert, Fortschritt verhindert etc

 

Selbermach Samstag 235 (20.04.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

Wie kann ich als Mann Feminist sein? (Teil 1)

Im Spiegel werden Tipps veröffentlicht, wie man als Mann Feminist sein kann:

  • 1. Erwarten Sie keine kostenlose Nachhilfe von Frauen in Sachen Feminismus. Informieren Sie sich selbst, das Internet ist voll und die Bibliotheken auch.

Merkwürdigerweise werde ich dann immer angeschnauzt, wenn ich mich über den Feminismus informiert habe und meine Auffassung darlege

  • 2. Lesen Sie Bücher von Frauen, sehen Sie Filme von Frauen, hören Sie Musik von Frauen.

Aber von den richtigen Frauen! Hoff-Sommers oder andere feminismuskritische Frauen oder gar die vielen Biologinnen, die Geschlechterunterschiede nachweisen sollte man da dann nicht erwähnen

Was wäre mit: Frauen haben natürlich auch wichtige Erfindungen gemacht, aber Männer sind für einen weitaus größeren Teil der Erfindungen verantwortlich gewesen.
Im Gegenzug wäre es natürlich auch interessant, wenn Feminismus Verdienste von Männern anerkennen würde und nicht immer so tun würde als hätten sie nicht sehr viel positives und produktives geschaffen

  • 4. Lesen Sie weiter, auch wenn Sie ungern belehrt werden, vielleicht kommt am Ende raus, dass Sie längst Feminist sind.

Nur das ihr meine Art von Gleichberechtigung nicht gefallen würde

  • 5. Fragen Sie sich, ob es eine Frau gibt, die Ihr Vorbild ist. Wenn Ihnen nur Ihre eigene Großmutter einfällt, fragen Sie sich, warum das so ist.

Mir würde gegenwärtig noch nicht einmal ein Mann einfallen, den ich als Vorbild sehe.

  • 6. Lassen Sie Frauen ausreden.

Wenn sie mich auch ausreden lassen natürlich.

  • 7. Unterbrechen Sie Männer, die Frauen unterbrechen.

Weil das die Frau nicht selbst kann? Ich würde weit eher Personen unterbrechen, die Personen unterbrechen, die in meinem Lager stehen. Das Geschlecht ist dabei relativ egal. Es sei denn die Fairness/das Gesprächsklima gebietet geschlechterunabhängig ein Hinweis darauf, dass man den anderen auch mal ausreden lassen sollte.

  • 8. Glauben Sie Frauen, wenn sie von ihren Erfahrungen berichten, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Neulich gab es ein Video, das viral ging: Eine Frau trug in einem Club ein „smart dress“, das die Menge der Berührungen maß, die unerlaubt auf ihrem Körper landeten. Viele Männer reagierten geschockt auf die Vielzahl der Übergriffe. Sie hätten das auch einfacher haben können, mit Zuhören.

Das ist so ein typischer feministicher Doppelstandard. Sie lehnen jede Benachteiligung von Männer kategorisch ab und hören da nicht zu. Aber man soll Frauen alles glauben ohne es hinterfragen zu können.

„Nichts ist objektiv, außer die Erfahrung von Frauen“ – für eine Ideologie, die immer wieder betont, dass es keine Objektivität gibt ist es schon erstaunlich, dass sie diese dann bei den Erfahrungen der Frauen absolut setzen. Natürlich kann eine Frau auch fälschlicherweise davon ausgehen, dass sie diskriminiert wird. Natürlich kann sie auch bewußt lügen. Genauso wie dies Männer können.

  • 9. Geben Sie Frauen keine unerbetenen Ratschläge und vor allem keine, die Sie bei Männern unangemessen fänden.

„Geben sie keine unangemessen Ratschläge und seinen sie vorsichtig mit unerbetenen Ratschlägen“ würde rationaler sein. Unerbetene Ratschlage können natürlich denoch richtig sein. Zumal Feministen pausenlos unerbetene Ratschläge zu allem möglichen geben, die ich häufig sehr unangemessen finde.

  • 10. Fangen Sie keine Sätze an mit „Ich könnte dein/ Ihr Vater sein,…“.

Habe ich glaube ich noch nie. Aber drückt ja auch nur aus, dass man ein mehr an Lebenserfahrung hat. Was durchaus ja mal relevant sein kann.

  • 11. Beenden Sie auch keine Sätze so.

Zwei Punkte für so etwas? Ist das eine so häufige Äußerung mit so hohen Bedrohungspotential?

  • 12. Kommentieren oder berühren Sie die Körper oder Kleidung von Frauen nicht, wenn Sie auch nur den geringsten Zweifel haben, ob das gerade unangemessen ist. Unangemessen ist es in den meisten beruflichen Situationen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, und bei Frauen, die nicht so aussehen, als wären sie an einem Gespräch interessiert (Kopfhörer sind ein guter Hinweis dafür). Wenn Sie denken, dass Sie dann ja gar nichts Nettes mehr sagen können, denken Sie noch mal nach.

Ich kommentiere die Kleidung oder den Körper von fremden Frauen eh nie so, dass diese das hören können, warum sollte man auch? Und Berühren auch nicht, sofern es nicht ausdrücklich erforderlich ist (neulich tippte ich einer Frau mit Kopfhörern auf die Schulter, weil ihr etwas beim gehen aus der Tasche gefallen war). Meine Flirttage sind natürlich vorbei, aber wenn sich das auch aufs Flirten beziehen soll: Natürlich kann man da nie 100% sicher sein, wobei da ja das alte Prinzip gilt:

  • auf IOIs und andere Signale für Interesse warten bzw diese erzeugen
  • Erst mit Berührungen in „harmlosen Bereichen“ anfangen, etwa kurz am Arm, dann entsprechend weiter „eskalieren“
  • 13. Sagen Sie Frauen mit kurzen Haaren oder Fingernägeln nicht, dass Sie lieber lange Haare oder Fingernägel mögen. Die ahnen das schon. Sagen Sie geschminkten Frauen nicht, dass Sie lieber ungeschminkte mögen.

Ungefragt und bei Fremden sicherlich nicht. Aber wenn ich gefragt werde, dann sage ich natürlich meine Meinung dazu.

Machen Frauen ja auch: Als ich mir mal einen Bart habe stehen lassen haben mir auch Männer und Frauen ihre Meinung dazu gesagt, genauso bei neuen Frisuren. Aus meiner Sicht gelten da auch wieder so ziemlich die gleichen Regeln wie bei Männern auch.

  • 14. Laufen Sie nachts nicht dicht hinter fremden Frauen her, auch wenn Sie den gleichen Weg haben. Gehen Sie langsamer oder auf der anderen Straßenseite. Wirklich.

Hatten wir hier auch schon ein paar Mal:

Einen Straßenseitenwechsel kann eine Frau beim besten Willen nicht erwarten. Das muss sie dann schon selbst machen. Klar schleicht man sich nicht nachts von hinten an jemanden ran, das gilt auch für Männer und Frauen

  • 15. Bezahlen Sie Frauen für ihre Arbeit, mindestens so viel wie Männer.

Das „Mindestens“. Damit ist eigentlich alles gesagt. Bewußte Provokation? Oder „Abbau der Erbschuld der Männer“? Das der Gender Pay Gap ja auch nur ein Unterschied zwischen den Geschlechtern im Schnitt aufgrund anderer Jobs ist und nicht ein Vergleich innerhalb des gleichen Jobs: Geschenkt.

  • 16. Geben Sie Ihrer Tochter mindestens so viel Taschengeld wie Ihrem Sohn im selben Alter.

Geben sie keinem Kind wegen seines Geschlechtes weniger oder mehr Taschengeld. Natürlich: Wenn es einem wenn das eine Kind ein bestimmtes Alter erreicht hat finanziell besser geht als zu dem Zeitpunkt als das alte Kind so alt war, dann ist es nicht ungerecht, dem Kind dann mehr zu geben.

  • 17. „Helfen“ Sie Ihrer Partnerin nicht im Haushalt: Machen Sie einfach die Hälfte.

Angesichts der Teilzeitquote von Frauen von 53% und einer noch höheren Teilzeitquote bei Kindern unter 18 und dem Umstand, dass viele Frauen auch weiterhin in Teilzeit arbeiten wollen, selbst wenn die Kinder längst alt genug sind um weniger Betreuung zu brauchen oder schon aus dem Haus sind eine etwas merkwürdige Forderung, wenn sie nicht damit verbunden ist, dass sie dann auch 50% der Erwerbsarbeit übernehmen soll.

dazu aber auch noch der Hinweis auf einige Artikel:

Natürlich kann es für einen Mann durchaus ein erheblicher Vorteil sein, wenn beide Hausarbeit machen und beide auch im gleichen Maße Erwerbsarbeit nachgehen, schon wegen Unterhalt und Versorgungsausgleich. Aber wie auch schon in einem der oben genannten Artikel festgehalten haben nicht selten Frauen auch ein ganz anderes Bedürfnis danach einen bestimmten Standard in der Wohnung zu haben, den Männer oft nicht benötigen. Männer würden (im Schnitt) wahrscheinlich weniger putzen, weniger noch mal alles durchwaschen etc.

  • 18. Denken Sie nicht, dass Sie schon Feminist sind, weil Sie nett zu Ihren weiblichen Familienangehörigen sind.

Ich bin nett zu den meisten Leuten, solange sie nett zu mir sind.

  • 19. Fordern Sie Frauen, die nicht lächeln, niemals zum Lächeln auf.

Hatten wir hier schon mal. Habe ich bei einer Fremden meines Wissens nach noch nie gemacht. Bei einer Freundin würde ich auch, wenn sie beständig sehr ernst sind, eher fragen, ob alles okay ist.

Gut, Fräulein Schmidt versuche ich sehr häufig zum lächeln zu animieren. Wenn man ihr etwas vorlacht und sie etwas kitzelt, dann lacht sie das aller süßeste Babylachen dieser Welt.

  • 20. Oder, wenn Sie es bei Frauen nicht lassen können: Fordern Sie auch mal Männer, die nicht lächeln, zum Lächeln auf, und fühlen Sie mal, wie bescheuert das ist.

Ich vermute mal ich bin schon mal aufgefördert worden zu lächeln. Eben als Ersatz für „das wird schon wieder“ oder „nimm es nicht so schwer“ oder „alles okay bei dir?“. Fand ich nicht wirklich schlimm.

Weiter im nächsten Teil

Feministinnen fordern Lohn für Hausarbeit

Ein Thema, welches immer wieder hochkommt, sind Rechnungen wie viel die jeweilige Arbeit eines bestimmten Geschlechts wert ist. Dabei wird gerade von Frauen(verbänden) meist eine geradezu absurde Rechnung aufgemacht, bei der so getan wird als würde da eine Frau mit 20 Berufsabschlüssen arbeiten: Ein hochqualifizierter Koch, eine studierte Pädagogin, eine festangestellte Hauswirtschaftlerin, eine studierte Psychologin für die Carearbeit in der Beziehung etc.

Ich hätte eigentlich stark vermutet, dass ich da bereits einen Artikel zu habe, aber ich habe bei kurzem Suchen nichts gefunden. Also noch mal anlässlich des von Arne zitierten Artikels etwas zu den diesbezüglichen Fehlern. In dem Artikel heißt es:

Peter sagt: «Frauen sind ins Erwerbsleben vorgestossen. Aber finanziell unabhängig sind die meisten damit noch lange nicht.» Die Gesellschaft müsse einsehen, dass der «männliche Lebenslauf» kein Modell für alle sei. «Den Frauen wird gesagt: Geht arbeiten. Das ist besser, als daheim die Kinder zu hüten.» Dabei sei Kindererziehung doch sehr wertvolle Arbeit, sagt Peter.

(…)

Für Peter ist Lohn für Hausarbeit eine emanzipatorische Forderung. «Früher hiess es, Hausarbeit gehöre zur Natur der Frau. Hausarbeit ist Arbeit, sie hat nichts mit der Natur der Frau zu tun.» Gerade deshalb müsse die Gesellschaft diese Arbeit bezahlen.

Peter und ihre Mitstreiterinnen denken dabei auch an einen massiven Ausbau der Mutterschaftsversicherung (mindestens ein Jahr), Urlaube für die Pflege von Kindern und kranken Angehörigen sowie eine bezahlte Elternzeit. Ebenso stellen sie Direktzahlungen an Haushalte mit Kindern oder kranken Angehörigen zur Debatte. Würde man die ganze Arbeit in Haushalten mit Kindern zu marktüblichen Löhnen bezahlen, würde das etwa 7000 Franken im Monat kosten, sagt Anja Peter. «In diese Richtung sollte es gehen. Das wäre ein riesiger Befreiungsschlag für die Frauen!»

7000 Franken sind 6125 €. Eine groteske Summe, die die Frauen auf dem Markt nicht erzielen werden. Sicherlich sind die Löhne in der Schweiz eh höher als in Deutschland aber

Ähnliche Berechnungen gibt es auch aus Deutschland:

Etwa € 33.500,- kostet eine vollbeschäftigte Nanny umgerechnet im Jahr.

€ 4.700,- würde in etwa eine professionelle Reinigungskraft kosten.

€ 12.370,- zahlt man einem persönlichen Einkäufer.

€ 11.400,- würde ein Koch kosten, der jeden Tag für warme Mahlzeiten sorgt.

€ 3.560,- verrechnet eine Finanzplanerin für die Planung des Budgets, Überweisungen, etc.

€ 823,- würde Nelmes seiner Frau zahlen müssen, wenn sie ihn zu Business-Essen begleitet.

€ 1.180,- würde für die Reinigung der Wäsche veranschlagt werden.

 

Das entspricht einem Jahresgehalt von über € 66.000,- im Jahr, das eine Hausfrau und Mutter verdienen würde, wenn sie ihre Tätigkeiten als professionelle Dienstleistungen verrechnen würde.

66.000 € sind nur 5.500 € im Monat.

Aber dafür sieht man ganz gut, dass sie eigentlich eine einheitliche Haushälterinnentätigkeit auf mehrere Vollzeitjobs aufspalten und so tun als würden da diverse Profis arbeiten.

Was insbesondere nicht bedacht wird:

  • Die Frau betreut ihre eigenen Kinder mit, sie wächst ihre eigene Wäsche und die ihrer Kinder, sie isst ihr eigenes Essen und ihre Kinder essen auch mit, sie kauft für sich selbst und ihre Kinder ebenfalls mit ein, sie plant auch ihr eigenes Budget etc. Da wären wir schon mal bei einer Halbierung des Lohns
  • Er betreut die Kinder auch, kocht vielleicht auch ab und zu. Steht in Bereitschaft, wenn sie nicht kann, wäscht Wäsche und putzt. Er erbringt evtl die Arbeiten eines Handwerkers, eines Ungezieferbeseitigers, eines Müllentsorgers, eines Automechanikers, eines Rechtsanwalts oder eines sonstigen Vertreters bei Beschwerden, Reklamationen etc, er übernimmt Winterdienste und Gärtnerarbeiten, man könnte tausende Jobs finden, die auch der Mann erledigt. Mit denen könnte er natürlich aufrechnen.
  • Sie erwirbt im deutschen Recht zusätzlich Ansprüche auf Versorgungsausgleich und Zugewinn, sie zahlt beim „Vollversorgermodell“ keine Miete, keine Lebensmittel, keine Urlaubsreise etc, auch nicht für ihre Kinder.
  • Sie ist nicht weisungsabhängig, so dass bereits keine Angestellteneigenschaft vorliegt. Sie wäre demnach selbständig, so dass sie für das arbeitet, was der Markt hergibt und es ihre Sache ist, ob sie in einen für sich vorteilhaften Markt hereinkommt und wie viel Umsatz und Gewinn sie dort machen kann. Man kann dann nicht einfach den behaupteten Wert bestimmter Arbeiten abrechnen, wenn das Paket in dieser Weise gar nicht am Markt zu diesem Preis angenommen wird.
  • Dennoch sind gerade innerhalb der Ehe die zusätzlichen Pflichten des „Beauftragers“ enorm: Lohnfortzahlung ohne Erbringung der Gegenleistungen, im ersten Jahr ohne Pflicht eine Tätigkeit aufzunehmen, danach als Aufstockung über etwa ein Drittel der vorherigen Dienstzeit. Ab einer Vertragszeit von 25 Jahren sogar dauerhaft. In welchem anderen Job hätte man das schon?