Die drei Typen männlicher Feministen

Aus einem bereits von Arne zitierten Artikel:

There are three reasons men declare themselves feminists.

Firstly, they’re frightened. They’re so terrified of women’s rage that they want to make it clear from the off that they’re not one of those abusing, bully-ing men they’ve heard about. They want to ingratiate themselves with women by announcing their reconstructed ideology. Like guilty dogs rolling over and thwacking their tails on the carpet in supplication, they seem to be pleading: ‘Don’t hit me! I’m harmless. I’m a feminist!’

Wäre interessant das mal zu erforschen: Ist ein gewisser Teil männlicher Feministen schlicht voller Angst vor Frauen? Hoffen sie es auf diese Weise richtig zu machen und so die Gunst der Frauen zu erhalten? Wären dann eher die Mitläufer als die aktiven, die selbst gegen die Unterdrückung ankämpfen.

There’s another category of men who simply hate themselves. Little do they know how unattractive this is to women as they announce, thinking they’re being honest, that they’re actually loathsome, vile human beings, horrible people who can’t help thinking about sex all the time, slimy abusive toads, worthless fantasists who, if it weren’t illegal, would, at the drop of a hat, love to be popping out from behind bushes to assault passing women. They go along with the idea that men are the oppressor class, attributing collective guilt to an entire category of human beings. And we all know where that kind of thinking leads.

Ohne etwas Selbsthass kommt man als männlicher Feminist ja kaum hin. Klar, man kann sich in die Idee flüchten, dass man ja einer von den Guten ist und alle anderen die Schlechten, aber dann muss man ja zumindest anerkennen, dass man dennoch ein Mann ist, privilegiert, Frauen benachteiligend durch schlichtes Sein. Feministinnen werden einen gerne daran erinnern.

And finally, there are the ones who declare themselves feminists in order to establish male superiority. They know we’re weak and vulnerable, and they want to take care of us and protect — all of this with the deeply patronising assumption we need protecting. Listen to Robert Crampton, the Times’s self-styled (typically) Beta Male. He always sounds like an amiable bloke, but riddled with self-doubt. Except when it comes to feminism. He clearly wants to be thought of as ‘on side’.

Der WhiteKnight, der für Frauen kämpfen will. Eigentlich der ironischste aller männlichen Feministen.

Der letzgenannte hat dann wohl folgendes ausgeführt:

‘I welcome the fact that #MeToo is concentrating on less serious forms of abuse…’ he wrote last year. ‘The vast majority of decent blokes have nothing to fear from a widening of the net. We have, rather, a lot to gain. I don’t want my wife or daughter to be subject to the beeping car horn in the street, the bellowed yell, the growled reference, or the sly, salivating suggestion.’

Das interpretiert sie bereits als eine Form der Bevormundung, bei der sie anführt, dass Frauen das keineswegs so sehen müssen:

There’s something about the phrase ‘I don’t want my wife or daughter’ that reeks not of care but of ownership. Far from striking the right-on note that he may have intended, it makes him sound like Mervyn Griffith-Jones, the judge in the Lady Chatterley obscenity trial, whose much-quoted opening remarks questioned whether Lawrence’s novel was the sort of thing you’d want ‘your wife or servants to read’.

Isn’t it up to the wife or daughter to say whether she hates being subjected to the beeping car horn and so on? Speaking personally, from my youth onwards, I, like many of my contemporaries, felt extremely pleased to be wolf-whistled in the street and I’ve always walked even taller after the merest mutter of appreciation.

Rather than stop men wolf-whistling at women, what about encouraging women to wolf-whistle at men? Even I, at my great age, have occasionally found myself captivated by some sexy bloke with a beautiful figure, beautiful face and beautiful clothes opposite me on the Tube. I’m no sexual predator, but all I can do on the journey is to stare at a reflection of him in a window with one eye while keeping my other focused on some dreary article in a free newspaper.

Occasionally I dare to say to these blokes, as I step swiftly off the train, ‘I love your look’ (the rather pathetic female version of a wolf-whistle). And in their grateful smiles of pleasure I don’t get the feeling that they feel abused.

Of course we want to be loved for our hearts and minds. But to be appreciated as a sexual object — why not? Admiration is always welcome. The more the merrier.

We women are quite powerful enough not to need men to protect us, like princesses in fairy tales. The reason some men have taken up the feminist cause is precisely because latter-day feminists actually espouse an anti-feminist movement, because in defining women as ‘victims’ or ‘vulnerable’, they infantilise them, making them out to be like characters in a Victorian novel.

No wonder some men want to join them.

Das ist eine Darstellung, die dem dunklen Bild des Feminismus – alles sexuelle ist Gewalt und Unterdrückung – ein helles entgegensetzt – das sexuelle ist gut und freundlich. Beide unterschlagen dann eben, dass beides vorliegen kann, je nach der jeweiligen Haltung.

 

24 Gedanken zu “Die drei Typen männlicher Feministen

  1. „We women are quite powerful enough not to need men to protect us, like princesses in fairy tales. “

    BS

    Feministinnen sind genau so lange groß und stark, wie es sauber und sicher ist.
    Sobald es gefährlich oder dreckig wird, geht das Geschrei los, dass Männer die Welt wieder sauber und sicher machen sollen.

    Beispiel?
    „Teach men not to rape“ ist eine Aufforderung!
    Es ist nicht: „ICH muss etwas lernen oder tun, um die Welt sicherer zu machen“ sondern: „IHR müsst etwas tun, dass die Gefahr weggeht“

    Welcher Satz ist feministischer: „Ich kann“ oder „Ich fordere“?

  2. Da fehlt noch mindestens der Typus, der sich bei Frauem anbiedernd-servil einschleimen will à la: „Hey, ich bin Feminist! Ich bin ja so toll, was ich alles für Frauen tue!“

    Speaking personally, from my youth onwards, I, like many of my contemporaries, felt extremely pleased to be wolf-whistled in the street and I’ve always walked even taller after the merest mutter of appreciation.

    Zustimmung. Das sollte viel öfter mal klargestellt werden.

  3. Dieses Heraustreten aus der Opferhaltung unterstreiche ich voll und ganz. Dieser ganze Patriarchatsmist und die Mäuschen-Haltung – er hat mich angesprochen, wie kann er nur? – sind doch nicht hilfreich.

    Wenn man in jeder Unhöflichkeit einen Affront und einen sexistischen Angriff sieht, dann ist die Welt natürlich voller Sexisten. Anstatt dass sie einfach nur voller Idioten ist. Wenn man aber den Idioten die Macht zuspricht, einen aufgrund des eigenen Geschlechts verletzen zu können, wertet man sie auf und sich selbst ab. Das halte ich für eine falsche Strategie.

  4. Männer kennen eigentlich nur eine Stragie: Wie komme ich der Frau unter den Rock? Wenn es hilft, den Feministen zu spielen, tun die schwächeren Mitglieder auch das.

    • Ein Ziel, zu dem verschiedene Strategien führen. Es muss ja eine Masche sein, echte Gläubige hätten sich schon längst ihr nicht vorhandes Rückgrat mit einem Hanfknoten gebrochen.

  5. Die Frauen sollen ihre Weiblichkeit bewahren; und die Männer ihre Männlichkeit.
    Wenn die Menschen sich öko-spirituell verhalten, brauchen immer weniger (nicht unbedingt gar keine) Kinder geboren zu werden, die sich später um vermeintlich Alte (in Wahrheit z. B. Berufskranke) kümmern müssen. So bleibt den Menschen viel Stress erspart.
    Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

  6. »The reason some men have taken up the feminist cause is precisely because latter-day feminists actually espouse an anti-feminist movement, because in defining women as ‘victims’ or ‘vulnerable’, they infantilise them, making them out to be like characters in a Victorian novel.«

    Ja richtig, guter Punkt. Aber da das ein intrasexuelles Problem ist, kein gesellschaftliches, sollten wir den Feminismus pausieren, bis die Mädels das unter sich beim Kaffe geklärt haben. Ist also kein Anlass für Artikel und Debatten. 😉

  7. Ich möchte noch eine vierte Art vorschlagen, das war die Art die ich an der Uni besonders angetroffen habe:

    Der Mobber. Verwendet Feminismus als Kampfmittel dafür um andere Leute niederzumachen und zu tyrannisieren. Das sind z.b. die Art von aktivistischen Studenten, die einem Professor den sie im Visier haben jedes Wort im Mund rumdrehen, aus dem Kontext nehmen, bewusst falsch verstehen um sofort Misogynie!!! loszubrüllen und seine sofortige Entlassung zu fordern. Feminismus ist denen nur Mittel zum Zweck, üblicherweise ziehen diese Leute das ganze intersektionale Register, wie die Rassismus- oder Imperialismuskarte.

    Diese Art von Feminist ist anders als die anderen weil Frauen ihm egal sind was sein Aktivismus angeht. Motivation ist erfolgreiche Leute niederzumachen weil er an seiner eigenen unbedeutenden Existenz leidet. Damit verwandt mit Typ 2, aber nicht das gleiche.

  8. Mir fehlt da noch der Mitläuferfeminisit.
    Der 15 Stunden am Tag unreflektiert die Propaganda frisst, sich nicht direkt Feminist nennen würde, der Propaganda aber natürlich zustimmt.

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