FDP-Basis spricht sich gegen Frauenquote aus, FDP-Vorstand beschließt „Zielvereinbarung“ als Frauenquote light dennoch

Der Spiegel berichtet:

Mehr Frauen in Führungspositionen und mehr Mandatsträgerinnen, das will auch die FDP. Aber sie wollen eine starre Quote vermeiden. Deswegen führt die FDP nun sogenannte Zielvereinbarungen ein. „Dort, wo schon viele Frauen sind, kann die Zielvereinbarung besonders ehrgeizig sein. Anderswo müssen erst einmal Frauen als Mitglieder geworben werden“, erläuterte die designierte Generalsekretärin Linda Teuteberg im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Zielvereinbarungen wurden am Donnerstag vom Parteivorstand beschlossen. Sie gelten für die Bundes-, Landes-, Bezirks-, Kreis- und Ortsverbandsebene in der FDP.

Finde ich ja schon faszinierend: Da spricht sich die Basis gegen Quoten aus, wenn ich das richtig verstanden habe und der Vorstand drückt dennoch Zielvereinbarungen durch, an der Basis vorbei, wenn ich das richtig verstehe, die ja nichts anders als eine Quote mit anderem Namen sind.

Frauenanteil in der FDP ist schon lange sehr gering

Der geringe Frauenanteil in der FDP – derzeit nur 21,6 Prozent von 64.350 Mitgliedern- beschäftigt die Partei seit längerem. In einer eigenen Arbeitsgruppe wurde über ein Jahr lang über mögliche Auswege aus der Misere beraten. Auch die Frage, ob eine Quote eingeführt werden sollte, stand in der Diskussion, wurde aber letztlich verworfen. Auch viele Frauen waren dagegen, intern wurde sogar im Falle der Einführung einer Quote eine „Austrittswelle“ weiblicher Mitglieder befürchtet. Die hatte kürzlich die noch amtierenden Generalsekretärin Nicola Beer, die die Arbeitsgruppe leitete, erklärt. Die Quote würde den Frauen in der FDP nicht gerecht, zudem würde sie von jüngeren Frauen in der Partei umso energischer abgelehnt, erklärte sie.

Das ehrt die FDP-Frauen und hätte locker ein gewisses Alleinstellungsmerkmal gegeben. Es bestand eigentlich kein Anlass dafür, dass so ohne weiteres aufzugeben.

Nun sollen „Zielvereinbarungen“ Abhilfe verschaffen und mehr FDP-Frauen in Führungspositionen und in die Parlamente bringen. Das Modell habe den Vorteil, flexibel und individuell auf die Gegebenheiten vor Ort eingehen zu können, sagte die designierte Generalsekretärin Teuteberg.

Wenn jemand da Informationen hat, was der Unterschied zwischen der Quote und der Zielvereinbarung ist, dann wäre das interessant. Kann sie individuell ausgehandelt werden, also zB auf einen beliebigen Wert in dem jeweiligen Ortsverein gesetzt werden? Oder ist sie letztendlich nur ein anderer Name?

Die bayerische FDP hatte kürzlich auf einem Landesparteitag beschlossen, eine „Zielvereinbarung“ umzusetzen: So sollen die Kandidatenlisten auf den ersten beiden Plätzen für die Bundestags- und Landtagswahl paritätisch mit je einem Mann und einer Frau besetzt werden. Zudem hatte die bayerische FDP sich darauf verständigt, dass der Anteil der Frauen in den Ämtern der Partei auf ein Drittel ansteigen soll.

Wenn es quakt wie eine Ente, wenn es watschelt wie eine Ente….

98 Gedanken zu “FDP-Basis spricht sich gegen Frauenquote aus, FDP-Vorstand beschließt „Zielvereinbarung“ als Frauenquote light dennoch

  1. Und da beschweren sich Politiker über Politik-Verdrossenheiten…

    Die Bürger wissen schon was die Politik ändern soll, den Politikern ist das nur weitestgehend egal.

    Das auch die FDP eine Frauenquote einführt und Frauen gegen Männer bevorzugen will, war unvermeidbar. Denn auch die FDP besitzt eine interne Frauenorganisation und das ist genau das was Frauenorganisationen in der Politik machen: Frauen-Diskriminierung blöken, aber nicht nachweisen und dann auf Grundlage dieser Behauptung eine Frauenbevorzugung fordern.

  2. http://www.danisch.de/blog/2019/04/26/feministische-fdp/

    „Ich habe so einen Verdacht.

    Die FDP hat gerade auch so einen Gender-Quoten-Quatsch beschlossen.

    Im Prinzip gehört sie damit auch zu den linksextremen Parteien.

    Ich habe vor einigen Jahren mal irgendwo im Blog geschrieben, dass ich den Verdacht habe, dass die FDP an sich ein Schwindel ist. Nach der Dirndl-Brüderle-Nummer war die FDP ja 2013 schon tot und aus dem Bundestag, nicht mal die FDP selbst glaubte an ein Comeback. “

    https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/fdp-unterwanderung-sponti-studenten-machen-karriere-a-150985.html

    • „unterwandert“. Für den muss immer alles eine Verschwörung sein.

      Ist doch viel naheliegender: undemokratisch-illliberaler Geist ist in der „Mitte“ weit verbreitet und das findet mit der „Frauenquote“, die nur nicht so genannt werden darf, ihren Ausdruck auch bei der FDP.

      Am besten lässt sich die Neigung zum Totalitarismus und Antidemokratismus immer abchecken, wenn man nach der Beziehung zum „Kapitalismus“ fragt. Ist der Gegenüber da besonders „kritisch“, hat man immer auch einen Demokratieverächter vor sich. Die ja schon so zahlreich sind, dass sie sich für die wahren Demokraten halten…
      Das Gute an diesem Indikator ist, dass die Kapitalismusfeinde ihre antidemokratische Grundhaltung auch noch bereitwillig preisgeben, da sie diesbezüglich ganz unreflektiert sind und sich moralisch völlig überlegen fühlen.

        • Die Ökomafia als Teil des grauen Finanzmarkts ist besonders stark in Deutschland, da man politisch nie eine halbwegs vernünftige Berichtserstattung wollte (wie etwa in den USA durch die SEC). Die Selbstgerechtigkeit mit der die deutsche Politik den „Raubtierkapitalismus“ in fernen Ländern unterstellt, ist da schon sehr abenteuerlich.

  3. Absolut typisch für die FDP, diese tiefe Bigotterie. Man tut so als sei man liberal, ist es aber überhaupt nicht. Immer wenn man denkt, die könnten sich geändert haben, kommt der nächste Klops.

    Da kann man gleich die führende Partei des Sexismus wählen, die Grünen. Da hat man auch gleich die Moral für sich gepachtet.

  4. Dass die FDP eine Frauenquote einführen wolle, ist eine böswillige Unterstellung!
    In dem Beschluss wird das Wort „Quote“ kein einziges Mal erwähnt.
    Gegenteilige Behauptungen sind Teil einer von US-amerikanischen Tech-Konzernen gesteuerten Desinformationskampagne!!1

  5. Kevin Fuchs an Arne Hoffmann:

    „Es ist unausweichlich – was einzelne FDP-Mitglieder und Amtsträger denken ist unerheblich. Dieser unsichtbare Prozess – das Konstruieren von „den Männern“ und „den Frauen“ – ist mächtiger als die FDP-Mitglieder und ihre Überzeugungen.“

    https://genderama.blogspot.com/2019/04/kopftuchdebatte-goethe-universitat.html

    Irgend eine Art kollektiver Geisteskrankheit, Wahn oder Psychose müsste das sein. Leider fehlen uns die Begriffe dafür. Und damit auch jede Handhabe dagegen. Und so müssen wir alle „da durch“, nolens volens.

  6. „Liberale Klimapolitik“

    https://www.fdp.de/sites/default/files/uploads/2019/03/14/antrag-bundesvorstand-zum-70-ord-bpb-liberale-klimapolitik.pdf

    Der totalitäre Zwang der „Klimapolitik“ („Transformation“) soll natürlich voll und ganz mitgetragen werden, das Ganze mit „liberalem Antlitz“:

    „Nur in der intelligenten Verzahnung von Ökologie und Ökonomie findet diese Transformation nachhaltigen Rückhalt in der Bevölkerung und kann gelingen.“

    Das hier bezeichnet nicht anderes als eine imperialistische Aussenpolitik, die man nur mit Gewalt und „verbrannter Erde“-Strategie durchsetzen könnte. Ist aber zuckersüss eingepackt:

    „mit neuen Technologien auch den Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern die faire Chance zu eröffnen, auf klimafreundliche Weise weiter nach Wachstum und Wohlstand zu streben.“

    Das ginge nur durch „Zurückbomben in die Steinzeit“ oder wie will man diese Länder zum Verzicht auf Verbrennungsenergie bewegen?

    „Freiheit als oberstes Ziel der Liberalen erschöpft sich nicht im Hier und Heute, sondern verlangt weltweit und für alle künftigen Generationen Einsatz.“

    Das ist sowas wie völkischer oder religiöser Mystizismus. Früher war alles auf das „Seelenheil“ der vergangenen Generationen ausgerichtet. Heute hat man das durch die Vorstellung der „künftigen Generationen“ ersetzt. Ist ganz sicher keine Handlungsgrundlage einer irgendwie rationalen Politik.

    „… setzen wir Freie Demokraten auf den Emissionshandel als zentrales Leitinstrument in der Klimapolitik.“

    Das ist eine Pseudoökonomie wie sie sich die Sowjetunion hätte ausdenken können. Das ist, was ich oben meinte: am Antikapitalismus lässt sich die antidemokratische Grundeinstellung am besten erkennen. Hier ist die rote Fahne, die einem zeigt, dass die FDP fundamental undemokratisch denken muss, sonst könnte man so einen Quatsch nicht beschliessen.
    Es gibt ja dieses Argument, der Kapitalismus würde eine vollkommen unwirkliche Wirtschaft betreiben, jenseits von jeder Realität, nur zum Wohl der Insider. Wurde gerne zu dem Thema „Derivate“ angeführt, was falsch und unsachlich ist. Bei den „Emissionszertis“ wäre diese Kritik aber angebracht, das ist pure Abzocke.
    Dies hier ist ein absolut unumgänglicher Grund, die FPD in die Tonne zu kicken.

    „Der Emissionshandel ist kein Selbstzweck, sondern dient der Treibhausgas-Reduktion.“

    Ein moderner Ablasshandel, wo die Klimapriesterkaste abkassiert, damit sie stolz mit ihren überteuerten Elektro-Bonzenschleudern umherdüsen kann 😀

    „Wir Freie Demokraten maßen uns das Wissen nicht an, technologische Entwicklungen der nächsten 30 Jahre voraussehen zu können.“

    Aber die Entwicklung des Klimas ist klar…. Hier masst sich die FDP an, ein antidemokratisches und antikapitalistisches Politprogramm aufzulegen, welches höchstwahrscheinlich und obendrein ungeeignet ist, diesen „Klimawandel“ aufzuhalten. Vollkommen irre.

    • Sag mal, Alex, glaubst du einfach gar nicht, dass wir Menschen das Klima auf der Erde aufheizen, oder bist du nur mit der Art, wie dieses Problem angegangen wird, unzufrieden, oder möchtest du es gar nicht angegangen wissen, oder…? Mir ist deine Position nicht ganz klar, kläre mich mal bitte darüber auf.

      • @Renton
        Um es mal absolut unmissverständlich auszudrücken: den „menschengemachten Klimawandel“ stelle ich in eine Reihe mit Ufologie, Anthroposophie und Rassenkunde. Also in den Bereich pseudowissenschaftlicher Quatsch.
        Seit den 1980ern verfolge ich das schon alles, mit grosser Anteilnahme. Und bis vor wenigen Jahren auf der anderen Seite. Bis ich merkte, dass es nichts als Glaube ist. Und dass der von politischen Zielen bestimmt wird, die ich zutiefst verabscheue.

        • Danke für die schnelle Antwort.
          Als Physiker bin ich diametral anderer Ansicht. Meine Kollegen sind keine Gauner. (Naja, die meisten.)

          • Und was macht neuerdings aus einem Physiker einen Meteorologen?
            Aus einem Zahnarzt wird ja auch kein Maurer, nur weil die Instrumente ähnlich sind.

          • Wissenschaftler sind auch nur Menschen. Und leider geht der Fortschritt auch in der Wissenschaft in kleinen Schritten voran, von Beerdigung zu Beerdigung nämlich.

            Vielleicht kannst du mir aber mit den (physikalischen) Arbeiten helfen, die ich schon seit langer Zeit suche: Experimente mit künstlichen Atmosphären, deren Aufheizen man in Relation zum CO2 Partialdruck und ähnlichem setzt. Sowas müsste gemacht worden sein, um die Grundlage aller Klimaentwicklungsmodelle, zu bilden. Ich fürchte aber, dass es da gar nicht gibt und die Klimamodelle damit Makulatur sind. Dabei wären solche Experimente doch überaus einfach durchzuführen!

          • Als Physiker
            a) kenne ich die physikalischen Grundlagen der Klimaforschung.
            b) bin ich mit der Arbeitsweise der Klimaforscher vertraut.
            c) beziehe ich Fachzeitschriften (na gut, zur Zeit nur eine), die sich neben anderen physikalischen Themen auch der Klimaforschung widmen.

            Ich beanspruche nicht, die Weisheit gepachtet zu haben. Aber mehr Ahnung als der durchschnittliche Klimawandelskeptiker habe ich schon.

          • Wie erklärt die Klimakirche den die Veränderungen des Klimas auf unseren Nachbarplaneten?
            Ist sicher auch alles Mensch gemacht!

            Ich verstehe unter Wissenschaft die Debatte um unterschiedliche Erklärungen, Erarbeitung von Modellen die auch wieder verworfen werden können wenn das Modell die messbare Realität nicht im geringsten abbilden kann. Bereinigung der Messwerte damit man seine These untermauern kann hat mit wissenschaftlicher Arbeitsweise auch nicht viel gemein.

            Aber was weis ich schon, bin ja kein Wissenschaftler und das man der Kirche nicht widersprechen darf ist jetzt auch nicht neu

          • @ renton

            Wie bewertest du die Klimamodelle? Können diese tatsächlich das Klima hinreichend genau prognostizieren (ja, ich weiß, streng genommen sind das Szenarien und keine Prognosen, aber sie werden als Entscheidungsgrundlage herangezogen und damit de facto wie solche behandelt)? Was hältst du von Geoengineering als Option für die Zukunft?

          • „Und was macht neuerdings aus einem Physiker einen Meteorologen?“

            Es gibt Physiker, die sich auf das Klima bzw. einzelne Bestandteile desselben spezialisiert haben.

          • „Wie erklärt die Klimakirche den die Veränderungen des Klimas auf unseren Nachbarplaneten?
            Ist sicher auch alles Mensch gemacht!“

            Das ist einfach: Nicht jede Klimaänderung ist von Menschen verursacht, aber manche sind es eben schon.

          • „Vielleicht kannst du mir aber mit den (physikalischen) Arbeiten helfen, die ich schon seit langer Zeit suche: Experimente mit künstlichen Atmosphären, deren Aufheizen man in Relation zum CO2 Partialdruck und ähnlichem setzt. Sowas müsste gemacht worden sein, um die Grundlage aller Klimaentwicklungsmodelle, zu bilden. Ich fürchte aber, dass es da gar nicht gibt und die Klimamodelle damit Makulatur sind.

            Guckst Du hier?
            http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Treibhausgase

            Und dann hab ich noch das hier gefunden:
            https://skepticalscience.com/arg_Menschliche-CO2-Emissionen-winzig-im-Vergleich-zu-natuerlichen-CO2-Emissionen.htm

          • @Renton
            „Ich beanspruche nicht, die Weisheit gepachtet zu haben.“

            Gut, aber gibt es für dich hier sowas wie pima facie evidence, der die Hypothese vom menschengemachten CO2-Klimawandel erhellt. Oder bist du einer der „in silico“ Modellierer-Fraktion?

          • „Wie erklärt die Klimakirche den die Veränderungen des Klimas auf unseren Nachbarplaneten?
            Ist sicher auch alles Mensch gemacht!“

            Du möchtest wahrscheinlich damit die Verhältnisse auf der Venus andeuten.

            Nun, das Klima auf der Venus ist im Universum wahrscheinlich der Normalfall für Planeten mit Atmosphäre.
            Die Erde ist ein Sonderfall, sie hat eine durch Lebewesen „künstlich“ erzeugte atmosphärische Zusammensetzung.
            Freier Sauerstoff, wie er mit 21% in unsere Atmosphäre vorkommt, ist wegen seiner extremen Reaktivität im Universum ein Unikum.

          • @ Denton
            Du schreibst es selbst, die Klimamodelle spucken Szenarien aus, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintreffen werden. Die Wahrscheinlichkeiten gelten immer „beim derzeitigen Kenntnisstand“. Neue Informationen oder Änderungen am Modell ergeben neue Wahrscheinlichkeiten. Da Klimaforschung nicht mein Spezialgebiet ist, kann ich die Modelle im Detail nicht beurteilen. Aber ich verlasse mich darauf, dass 90% der Kollegen nach bestem Wissen und Gewissen arbeiten. So habe ich es in meiner Zeit an der Uni erlebt.
            Was Leute wie Alex oder Andreas nämlich völlig falsch einschätzen, ist der Drang der meisten Wissenschaftler nach Erkenntnis. Ruhm etc spielt auch eine Rolle, aber wenn das Bedürfnis, „richtig“ zu arbeiten irgendwo überproportional vorhanden ist, dann in den Wissenschaften.

            Geoengineering klingt für mich nach noch fernerer Zukunft als Kernfusionsreaktoren. Und wenn man die Auswirkungen unseres bisherigen unbeabsichtigten Experiments so ansieht, sollte man Geoengineering vielleicht besser in der Büchse der Pandora belassen.

          • @ Denton
            Nachtrag, da ich deine Frage nicht beantwortet habe: Ja, ich halte es für sinnvoll, die Klimamodelle/-simulationen als Entscheidungsgrundlage zu nutzen. Egal, wie sie im Detail gestrickt sind, eines haben sie alle gemeinsam: Die Temperaturkurve geht steil nach oben. Und dann wird’s ungemütlich auf unserem Planeten.

          • @Alex
            Ich weiß nicht genau, was du meinst. Klimaforschung beruht sowohl auf experimenteller Erkenntnis als auch auf Simulationen. Das eine befruchtet das andere.

          • @Renton
            Mich interessieren nur die physikalischen Grundlagen (die, die den Modellen zugrunde liegen). Insbesondere die physio-chemischen Eigenschaften von CO2 in Wechselwirkung mit anderen Molekülen und in Abhängigkeit von der Konzentration. Wieviel Wärme verbleibt unter kontrollierten Bedingungen *experimentell* in einer Atmospäre. Da müsste es 100te Papers zu geben und sehr viele Reviews, wenn nicht mehr bei dem Interesse, das dem Thema entgegengebracht wird.

            Anders: wie würdest du ein Klimamodell basteln? Wie bestimmst du, was CO2 macht? Du musst dahin kommen, wieviel kJ Energie durch einen bestimmten Mengenzuwachs CO2 kreiert werden.

            Ohne genaue Daten diesbezüglich kann kein Klimamodell funktionieren, prinzipiell nicht.

          • https://scholar.google.de/scholar?q=co2+artificial+atmosphere+absorption+energy&hl=de&as_sdt=0&as_vis=1&oi=scholart

            Viel Freude beim Recherchieren.
            Alternativ könntest du auch einen der Autoren der ersten Quelle in Carnofis erstem Link anschreiben und deine Fragen direkt stellen.
            Oder du schreibst dich für ein Seniorenstudium ein?

            Ich kann dir deine Fragen nicht beantworten.

            Und ich will es auch nicht. Denn anders als du dich selbst siehst, habe ich dich als jemanden kennengelernt, den Fakten sowieso nicht interessieren. Fanatismus, Totalitarismus und Gläubigkeit, die du anderen so gerne vorwirfst, sind nur eine Projektion deiner eigenen Einstellung.

          • Die Erde ist ein Sonderfall, sie hat eine durch Lebewesen „künstlich“ erzeugte atmosphärische Zusammensetzung.

            Was dann auch gerne bezweifelt werden darf. Auch der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre unterlag und unterliegt seit Millionen von Jahren natürlichen Schwankungen, war früher sogar mit 10-15 Prozent deutlich niedriger als jetzt – der CO2-Gehalt dafür höher.

            Von der verlinkten Website:

            Der Gehalt von atmosphärischem CO2 nimmt zu, das zusätzliche CO2 stammt aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen und diese Zunahme beschleunigt sich noch.

            Da fossile Brennstoffe wie Erdöl und Kohle größtenteils aus abgestorbenen Pflanzen besteht, die während ihrer Lebensphase CO2 verbraucht haben, ist die Verbrennung klimaneutral.

            Genau mit dem Argument wird uns übrigens der Bio-Sprit „schmackhaft“ gemacht. 😉

            Das Klima hat sich seit Millionen Jahren immer wieder geändert, es ist auch schon deutlich wärmer gewesen als heute. Dazu kommen wir aus einer Kleinen Eiszeit (17. Jahrhundert), eine Erwärmung ist daher als völlig normal (und wünschenswert) anzusehen.
            Ohnehin ist der „Klimawandel“ kein Problem, erfordert nur entsprechende Anpassungen. Wenn der Mensch damit ein Problem hat, gehört er zur Tierart, die aussterben sollte.
            Ganz nach Darwins Survival of the fittest.

          • @Renton
            „Viel Freude beim Recherchieren.“

            Habe ich doch schon gemacht.

            Vorläufiges Fazit weiterhin: die Hypothese des CO2 als Klimatreiber ist rein theoretisch postuliert und wird in keinster Weise von wissenschaftlichen Arbeiten gestützt. Da gibt es nichts und den sogenannten „Klimawissenschaftlern“ fällt das nicht mal auf!
            Das mit dem „Klimawandel“ ist aller Voraussicht nach eine Pseudowissenschaft. Sie lebt nur von computergestützer Modellierung und sensationalistischer Panikmache, ohne jeden Bezug zur Realität.
            Das ist schon seit Jahrzehnten so und keiner callt den Bluff 😀

          • „Was hältst du von Geoengineering als Option für die Zukunft?“

            Auch wenn ich nicht renton bin, gebe ich mal meine Anmerkungen dazu, weil ich beruflich derzeit in der Thematik stecke.
            Wenn Du unter Geoengineering diese ganzen Vorschläge zur CO2-Filterung aus der Atmosphäre und/oder die Einbringung von Aerosolen zur „Beschattung“ des Planeten meinst, dann kann ich diese Frage ganz klar beantworten: GAR NICHTS.
            Es ist keine seriöse Wissenschaft, sondern für einige Forschungseinrichtungen und Firmen die Hoffnung auf eine Art Lizenz zum Gelddrucken.
            Gerade heute wurde mir von Firefox ein Beitrag der Zeitschrift „Spektrum“ vorgeschlagen, in der wieder mal diese Entdeckung des australischen Royal Melbourne Institute of Technology als Lösung für alle Klimaprobleme dieser Welt angepriesen wird.
            https://www.spektrum.de/news/briketts-aus-treibhausgas/1637222?utm_source=pocket-newtab

            In Leserkommentaren an anderer Stelle wollten einige tatsächlich ernsthaft glauben machen, man könnte damit das ganze emittierte CO2 aus der Atmosphäre filtern, zu Briketts pressen und unterirdisch lagern.
            Und das Ganze energieneutral.
            Woraufhin andere sich um den fürs irdische Leben nötigen Treibhauseffekt des CO2 sorgten, wenn zuviel ausgefiltert würde.

            Realistisch wäre, dass man zu dem Betrieb einer solchen Filtrations- und Reduktionseinheit ein Vielfaches der Energie bedürfte, die in Form von festem Kohlenstoff gewonnen werden könnte.
            Solche Szenarien sind schlicht dummes Zeug.

          • „Da fossile Brennstoffe wie Erdöl und Kohle größtenteils aus abgestorbenen Pflanzen besteht, die während ihrer Lebensphase CO2 verbraucht haben, ist die Verbrennung klimaneutral.“

            Die Pflanzen sind aber nicht gestern abgestorben; das ist schon ein bisschen her. Von Klimaneutralität in der kurzen Frist kann daher keine Rede sein.

            „Das Klima hat sich seit Millionen Jahren immer wieder geändert, es ist auch schon deutlich wärmer gewesen als heute.“

            Es gab damals auch deutlich weniger Menschen als heute.

            „Dazu kommen wir aus einer Kleinen Eiszeit (17. Jahrhundert), eine Erwärmung ist daher als völlig normal (und wünschenswert) anzusehen.“

            Ich hab´s auch lieber warm als kalt, aber irgendwann wird auch Wärme unangenehm.

            „Ohnehin ist der „Klimawandel“ kein Problem, erfordert nur entsprechende Anpassungen.“

            Anpassungen kosten Zeit und Geld, und möglicherweise sehr viel davon.

            „Wenn der Mensch damit ein Problem hat, gehört er zur Tierart, die aussterben sollte.
            Ganz nach Darwins Survival of the fittest.“

            Die Menschheit wird schon nicht aussterben, aber Milliarden Menschen in den Tod zu schicken ist auch mir als gelegentlichem Zyniker doch etwas zu viel des Guten.

          • @ Carnofis

            „Wenn Du unter Geoengineering diese ganzen Vorschläge zur CO2-Filterung aus der Atmosphäre und/oder die Einbringung von Aerosolen zur „Beschattung“ des Planeten meinst, dann kann ich diese Frage ganz klar beantworten: GAR NICHTS.“

            Unter anderem meinte ich diese Überlegungen. Ich dachte aber auch an gentechnisch veränderte Pflanzen/Bäume, die ein Vielfaches an CO2 aufnehmen. Keine Ahnung, ob sowas machbar ist; wir brauchen definitiv mehr Forschung auf diesem Gebiet. Geoengineering ist im Notfall die letzte Option, die wir haben.

          • „Ich dachte aber auch an gentechnisch veränderte Pflanzen/Bäume, die ein Vielfaches an CO2 aufnehmen. Keine Ahnung, ob sowas machbar ist; wir brauchen definitiv mehr Forschung auf diesem Gebiet.“

            C4-Pflanzen wären eine theoretische Möglichkeit, die Schussfahrt ins Verderben etwas flacher zu gestalten, garantiert aber nicht, sie aufzuhalten.
            C4-Pflanzen bevorzugen warme Regionen und sind nicht unbedingt Nahrungspflanzen.
            Willst Du sie als CO2-Senken großflächig anbauen, müsstest Du dafür also u.U. Flächen abzweigen, die für die Welternährung wertvollere Dienste leisten können. Sinnvoller wäre es, die vorhandenen Senken – wie z.B. den Amazonas-Urwald – unangetastet zu lassen.
            Ich brauch nicht darauf hinzuweisen, wohin dort die Reise derzeit geht.

            „Geoengineering ist im Notfall die letzte Option, die wir haben.“

            In der Tat. Wir sollten nicht bis dahin warten.

        • Das wir jetzt jedes Jahr die Nachricht hören das es diesesmal der trockenste, heißeste jemals gemessene Sommer ist, findest du natürlich?

          • Wir kennen den Umlauf der Erde um die Sonne, das die unwesentlichen Einflüsse aufs Klima hat die sich in den Jahreszeiten ausdrückt.
            Wie sieht es mit unserem gesamten Sonnensystem aus, welche Auswirkung hat ein Umlauf den wir nicht kennen?
            Wie sieht es mit der Galaxie als ganzes aus?

            Ja der Mensch hat einen Einfluss auf die Erde und wir sollten alles unternehmen die Probleme zu lösen die wir verursachen und dann sollten wir uns nicht nur Gedanken um CO2 machen, da gibt es vieles wo wir was erreichen könnten wenn wir das wolten, wir schmeissen jedoch lieber Unsummen zum Fenster raus um einer Theorie nachzuhängen die in keinem Modell bestätigt werden konnte und Klimawandel gab es schon immer.

          • Also anstatt sich mit der Theorie „dass der Klimawandel menschengemacht ist“ zu beschäftigen, sollen wir lieber was machen?

          • @ Andreas

            Dann hättest du wohl auch nichts dagege, wenn ein großer Asteroid (Dimension „Dinosaurierkiller“) auf der Erde einschlägt, denn „Klimawandel gab es schon immer.“?

        • „Bis ich merkte, dass es nichts als Glaube ist.“

          Und Deine Position unterscheidet sich in ihrer Valididität nochmal worin von der der Klima“wandler“?
          Ist es nicht auch letztlich nur Glaube?

          • Ich such(t)e nach wissenschaftlichen Experimenten und Messungen, die die Grundlage für die Temperaturerhöhung abhängig von der CO2-Konz. bilden müssen.
            Oder beruht die „Klimawissenschaft“ gar nicht auf Experimenten, sondern nur auf rein hypothetischen Modellen? Dann wären sie reine Spekulation bzw null aussagekräftig.
            Ich will gar nichts glauben, ich will Experimente sehen und deren folgerichtige Interpretation.

          • „Ich will gar nichts glauben, ich will Experimente sehen und deren folgerichtige Interpretation.“

            Ich weiß, was Du erwartest. Ich bin mir nicht sicher, ob mal irgendwann irgendwo ein solches Experiment gemacht wurde.
            Aber selbst wenn, nötig ist es nicht.

            Ich versuch es mal sehr vereinfacht darzustellen:
            Wenn Du Dir ein Strahlungsquant als Kugel vorstellst und Atome/Moleküle als andere größere Kugeln, dann sind bestimmte Strahlungsquanten und bestimmte Atome zueinander affin. Treffen sie aufeinander, dann nimmt das Atom/Molekül diese Energie auf – und gibt sie sofort wieder ab.
            Die Strahlungsquanten haben unterschiedliche Energiegehalte, die sich in Wellenlängen äußern. Je kürzer die Wellenlänge, desto höher der Energiegehalt. Gammastrahlung ist extrem kurzwellig und damit sehr hochenergetisch, Infrarotstrahlung hat sehr lange Wellenlängen und wird von uns als Wärme empfunden. CO2 ist ein Molekül, das besonders Strahlungsquanten im Infrarotbereich einfängt – und wieder abgibt. Ein Teil der eingefangenen Strahlungsquanten wird dabei wieder in die Richtung zurückgeschickt, wo sie herkamen, also z.B. der Erdoberfläche.
            Gäbe es solche Reflektoren wie CO2 oder Methan nicht in der Atmosphäre, wäre die Erde eine lebensfeindliche Eiskugel.
            Gäbe es zu viele dieser Reflektoren, wären die Zustände auf der Erdatmosphäre vergleichbar denen auf der Venus, wo die von der Venusoberfläche abgestrahlten Infrarotquanten quantitativ wieder zurück reflektiert werden.

            Etwas wissenschaftlicher kannst Du es hier lesen:
            http://www.science-skeptical.de/klimawandel/skeptikerirrtuemer-iii-der-treibhauseffekt-und-die-thermalisierung/0012906/

          • „@ Carnofis Für wie blöd hälst du die Leute?“

            Dazu zwei Gegenfragen:

            1. Wen meinst Du mit „die Leute“?
            2. Ist für Dich Fachferne Blödheit?

          • @carnofis
            „… irgendwo ein solches Experiment gemacht wurde.
            Aber selbst wenn, nötig ist es nicht“

            Das ist völlig unzutreffend. Ohne Experimente keine verlässlichen Daten. So sind zB Absorptions- und Emissionsspektren von Verbindungen (wie CO2 zB) hochgradig ähhängig von den Wechselwirkungen mit anderen Stoffen. Wo sind zB diese nur experimentell zu erhebenden Daten, die absolut grundlegend und unverzichtbar sind? Welche Energie nimmt eine (Kunst)-Atmospäre auf, die statt 300 400 ppm CO2 enthält, 500 ppm, 1000 ppm? Wäre alles messbar und ermittelbar. Und absolut grundlegend für jedes Rechenmodell.

            „Gäbe es solche Reflektoren wie CO2 oder Methan nicht in der Atmosphäre, wäre die Erde eine lebensfeindliche Eiskugel.“

            Nur wenn die Erde gar keine Atmosphäre hätte, wäre sie der Strahlung der Sonne unvermittelt ausgesetzt und in der Nacht von grösstmöglicher Abkühlung heimgesucht. Jedes Molekül, nicht nur die „Klimagase“ trägt zum Zurückhalten der Wärmeenergie bei. Die Klimagase reichern darüber hinaus Wärme an, indem sie „kalte“ Strahlung in Wärmestrahlung verwandeln (s. Emissionsspektrum!).

          • @ Carnofis Sorry, mein Fehler. Ich hatte es echt so in Erinnerung, als sei das mehr oder minder GK Stoff gewesen.
            Versteckt sich dann aber doch eher im LK Buch in der 13/1.

            Fachferne ist natürlich keine Blödheit, sondern ein Längenmaß.
            Ich dachte nur ernsthaft das wäre etwas niedriger im Stoff angesiedelt.

        • „Ich hab´s auch lieber warm als kalt, aber irgendwann wird auch Wärme unangenehm.“

          Wobei nicht gesagt ist, dass wir von einer klimatischen Einbahnstraße reden.

          Klimatisch ist es in Nordwesteuropa aufgrund des Golfstroms unangemessen warm. Hamburg ist vom Klima etwa mit New York vergleichbar, das selbst etwa auf der gleichen nördlichen Breite wie Barcelona liegt. Dieser Golfstrom transportiert gigantische Mengen tropisch-warmen Wassers nach Norden, das im Nordatlantik abkühlt und als kaltes Tiefenwasser wieder zurück nach Süden strömt. Damit diese globale Wärmepumpe funktioniert, ist ein Mindestsalzgehalt des Wassers nötig. Werden nun durch die globale Klimaerwärmung Grönlands Eismassen abschmelzen und den Golfstrom verdünnen, dann kann diese Wärmepumpe zum Stillstand kommen – und in Nordwesteuropa werden wir eher kühle Sommer und akrtisch kalte Winter erleben.
          Paradoxerweise könnte eine Klimaerwärmung eine neue Eiszeit induzieren.

          • Was mich ürigens zum richtigen Skeptiker machte war die Dokumentation Chasing Ice.

            so erbärmliche Propaganda brauchen nur Lügner.

          • „Wenn Holland nicht wär, läg‘ Aachen am Meer.“

            Kommt noch, mach Dir keine Sorgen.
            Holland gibt die ersten Polder auf, weil sie sie nicht mehr über Wasser halten können.

            Vor 10 Jahren war ich auf einem Kongress in Amsterdam. Gewohnt habe ich in einem modernen Studentenwohnheim, das über die Semesterferien als Hotel genutzt wurde.
            Im Atrium neben dem Restaurant des Gebäudes stand eine Säule mit einer Markierung des Meeresspiegels.
            Sie war deutlich höher als unser Platz, wo wir frühstückten.
            Fand ich sehr beeindruckend.

          • Im Atrium neben dem Restaurant des Gebäudes stand eine Säule mit einer Markierung des Meeresspiegels.
            Sie war deutlich höher als unser Platz, wo wir frühstückten.
            Fand ich sehr beeindruckend.

            Ist nicht wirklich beeindruckend, wenn man weiß, dass rund 26% der Niederlande unterhalb des Meeresspiegels liegen.

          • „Ist nicht wirklich beeindruckend, wenn man weiß, dass rund 26% der Niederlande unterhalb des Meeresspiegels liegen.“

            Buchwissen ist immer noch was anderes, als wenn man tatsächlich physisch in einem Raum sitzt, der einen zeigt, dass die reale Wasseroberfläche zwei Meter über dem eigenen Kopf liegen würde, würden die Deiche nicht halten und die zahllosen Pumpwerke streiken.
            Und diese reale Wasseroberfläche liegt ja nicht 300 km entfernt, sondern 3 km.

    • Im Gegensatz zu Alex halte ich den Emissionshandel (oder eine Steuer) für ein durchaus marktwirtschaftliches Mittel, um CO2-Emissionen zu senken (vorausgestzt, jeder macht mit). Daran ist auch erstmal nichts totalitär (sonst wäre ja jede Regulierung von Schadstoffausstoss totalitär). Problematisch wird dies nur dann, wenn man damit den Lebensstil von Menschen total umkrempeln will, was ich aber gerade bei der FDP eher nicht vermute. Was natürlich wahr stimmt, ist die Tatsache, dass bestimmte Güter wie Flugreisen, Strom aus Kohleverbrennung oder Fleisch teurer werden. Da muss man eben auf etwas Luxus verzichten und auf Alternativen ausweichen oder auf technischen Fortschritt hoffen (z. B. Fleisch aus dem Labor).

      • @JCD
        „ein durchaus marktwirtschaftliches Mittel“

        Es wäre eine Steuer, mehr nicht. Natürlich kann man damit Geld auf spezielle Aktivitäten umlenken, auf die Entwicklung von Erneuerbaren etwa, aber um die Tatsache der Marktverzerrung kommt man nicht herum. Man schafft einen künstlichen Markt, der so nie existieren würde und der im allerbesten Sinn des Wortes nicht nachhaltig ist. Stichwort: Fehlallokation. Das ist auch das Fatale an unser Situaion jetzt, im Nullzinsumfeld, in dem jeder unwirtschaftliche Kram gefördert und mitgezogen wird, weil es Geld „für umsonst“ gibt.

        „Problematisch wird dies nur dann, wenn man damit den Lebensstil von Menschen total umkrempeln will, was ich aber gerade bei der FDP eher nicht vermute.“

        Es kommt ja gar nicht auf die FDP an, die ist ja nur ein Mitläufer. Ob es eine totalitäre Machtentfaltung über den Klimawandel geben wird, steht natürlich in den Sternen. Aber die Bereitschaft dazu ist klar vorhanden und betrifft längst nicht nur den Klimawandel. Eine ersthafte Wirtschaftskrise (also wozu die letzte nur die Übung zu war) könnte die gefürchtete „Transformation“ in Gang setzen.
        Auf der anderen Seite kann das mit dem Klimawandel auch urplötzlich vorbei sein. Wobei sich dann bestimmt niemand mehr daran erinnern mag, dass das je ein Problem war.
        Letzteres ist zum Glück wahrscheinlicher.

        • „…aber um die Tatsache der Marktverzerrung kommt man nicht herum. Man schafft einen künstlichen Markt, der so nie existieren würde und der im allerbesten Sinn des Wortes nicht nachhaltig ist. Stichwort: Fehlallokation.“
          Du lebst in einer Illusion, wenn du glaubst, dass es überhaupt so etwas wie unverzerrte Märkte gibt. Und der Emissionshandel soll ja gerade dazu dienen, ein Marktversagen zu beheben: Die Externalisierung der Kosten des CO2-Ausstoßes.
          Achja, richtig, der Klimawandel steht für dich ja auf einer Stufe mit UFO-Sichtungen…

        • @ Alex

          „Es wäre eine Steuer, mehr nicht. Natürlich kann man damit Geld auf spezielle Aktivitäten umlenken, auf die Entwicklung von Erneuerbaren etwa, aber um die Tatsache der Marktverzerrung kommt man nicht herum. Man schafft einen künstlichen Markt, der so nie existieren würde und der im allerbesten Sinn des Wortes nicht nachhaltig ist. Stichwort: Fehlallokation.“

          Jein. Auf der einen Seite schafft man einen künstlichen Markt (Emissionshandel), auf der anderen tut man dies nur, um Fehlallokationen auf dem „realen“ Markt zu verhindern (negative externe Effekte). Beim Klima (und der Umwelt generell) handelt es sich nämlich um ein freies Allmendegut (es gehört niemandem und die Nutzung kostet nichts), was zur Tragik der Allmende führt. Nachhaltigkeit lässt sich nur herstellen, wenn die Konsumenten sich darauf einigen, die Nutzung zu beschränken. Am einfachsten erreicht man dies über einen Preis für das Gut, womit wir wieder bei einer Steuer wären. Und aus liberaler Sicht gibt es eigentlich nichts besseres als eine Steuer, die sich selbst abschafft.

          „Auf der anderen Seite kann das mit dem Klimawandel auch urplötzlich vorbei sein. Wobei sich dann bestimmt niemand mehr daran erinnern mag, dass das je ein Problem war.
          Letzteres ist zum Glück wahrscheinlicher.“

          Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit?

          • @JCD
            Die Annahme von fiktiven Werten hilft nicht über das Fehlallokationproblem hinweg und ist sehr spekulativ, also gefährlich. Wenn die CO2-Konz–Anstieg gar keine Wirkung hat, dann wird auch keine Allmende für die Zukunft geschont und das Geld ist weg. Ein realer Wohlstandsverlust.

            „Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit?“

            Sicher viel grösser 50 %.
            Ich halte die Hysterie mit dem Klimawandel aber noch aus einem ganz anderem Grund für gefährlich: das desensibilisiert für unerkannte Gefahren und macht uns verwundbarer als wir sein müssten.

          • @ Alex

            „Die Annahme von fiktiven Werten hilft nicht über das Fehlallokationproblem hinweg und ist sehr spekulativ, also gefährlich. Wenn die CO2-Konz–Anstieg gar keine Wirkung hat, dann wird auch keine Allmende für die Zukunft geschont und das Geld ist weg. Ein realer Wohlstandsverlust.“

            Ja, wenn das CO2 keine Wirkung hat, dann wäre es in der Tat ein Wohlstandsverlust, wenn auch kein sonderlich großer. Dies wäre ein Argument für eine Anpassungs- statt Verhinderungsstrategie (gibt noch andere), was ich persönlich auch eher vorziehen würde. Der Nachteil ist natürlich: Wenn CO2 doch die Wirkung hat, die man ihm zuschreibt, dann wird der Wohlstandsverlust am Ende womöglich ziemlich heftig ausfallen (müssen).

            „Sicher viel grösser 50 %.“

            Größer als 90%?

            „Ich halte die Hysterie mit dem Klimawandel aber noch aus einem ganz anderem Grund für gefährlich: das desensibilisiert für unerkannte Gefahren und macht uns verwundbarer als wir sein müssten.“

            Ja, bis zu einem gewissen Grad stimmt das. Die Gefahr einer weltweiten Pandemie wird m. M. n. massiv unterschätzt. Da müssten wir eigentlich mehr tun.

        • @Renton
          „Emissionshandel soll ja gerade dazu dienen, ein Marktversagen zu beheben: Die Externalisierung der Kosten des CO2-Ausstoßes.“

          Es gibt keine solchen Kosten, diese sind rein virtueller, fiktiver Natur. Damit kann man nicht rechnen. Nur mit dem, was Leute nach bestem Wissen und Gewissen aussuchen und wofür sie ihr Geld tatsächlich ausgeben.

          „Du lebst in einer Illusion, wenn du glaubst, dass es überhaupt so etwas wie unverzerrte Märkte gibt.“

          Jede Regulation ist ganz streng genommen eine Marktverzerrung. Es gibt aber eine ganze Menge sinnvolle, die den Markt stärken. Zum Beispiel geeichte Gewichte und deren Kontrolle werden Betrug auf Märkten vorbeugen und ein Geschäftsklima des Vertrauens schaffen … und dann rollt der Rubel!
          Selbst Subventionen können so wirken, wenn sie sinnvoll sind und der Volkswirtschaft reinlaufen. Aber die Gefahr ist, dass sie Preise und Märkte verzerren und zu einem Verlust an Reichtum führen (durch besagte „Fehlallokation“, siehe auch die „broken windows fallacy“, ein schönes Beispiel).

          Mal ein Beispiel mit den Ufos: wenn wir irre viel Geld da reinstecken, mit Aliens Kontakt aufzunehmen, dann mag das zu einem beispiellosen Technologiesprung für wenig Geld führen. Dem steht aber ein Totalverlust gegenüber, wenn diese Typen gar nicht existieren oder keine Lust haben sich zu melden. Und das ist ziemlich wahrscheinlich, so dass unsere Investition wahrscheinlich ins Leere läuft und unproduktiv bleiben wird. Ganz ähnlich ist es mit dem Klimawandel, wenn wir unsere Industrie und alles auf viel teurere Prozesse umstellen: gigantischer Wohlstandsverlust für die Massen und eine wirtschaftliche Depression werden die Folge sein. Nur ideal für anidemokratische Kräft, die Macht zu ergreifen. Denen ist ja sowieso egal, wie die Massen leben, wenn es nur ihnen gut geht.

          • „Damit kann man nicht rechnen.“
            Doch. Das schaffen auch Grundschüler schon. Oder beziehst du dich nicht auf externalisierte Kosten im allgemeinen, sondern die des CO2-Ausstoßes im besonderen? Dann kann ich deine Meinung nachvollziehen. Wenn man davon ausgeht, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gibt, sind alle Ausgaben gegen selbigen verschwendetes Geld.
            Ich vermute mal, auch dein “ aber um die Tatsache der Marktverzerrung kommt man nicht herum… Stichwort: Fehlallokation“ weiter oben bezog sich nicht auf Markteingriffe im allgemeinen, sondern auf die eben genannten speziellen? Dann wären wir uns da im allgemeinen einig. Zum Klimawandel haben wir noch weiter oben ja schon genug Worte gewechselt.

          • „Oder beziehst du dich nicht auf externalisierte Kosten im allgemeinen“

            Was meinst du konkret? Vermehrte Sturmschäden zB? Dürre?
            Ich meine, dass es keine auch nur halbwegs tragfähigen Klimamodelle gibt (es fehlt schon die Grundlage der phys-chem Eigenschaften des CO2) – wie kann man da irgendwelche Vorhersagen über etwaige Schäden machen? (sind noch komplizierter als Klimamodelle).

            „Zum Klimawandel haben wir noch weiter oben ja schon genug Worte gewechselt.“

            Mir fehlt da noch der Grund, was dich so überzeugt sein lässt. Sind es die zurückweichenden Gletscher der Alpen?

          • Ich meine externalisierte Kosten ganz allgemein, z.B. Umweltschäden durch giftige Abwässer, nix mit Klimawandel. Dass du da nicht davon ausgehst, dass der Ausstoss von Treibhausgasen externalisierte Kosten verursacht, ist mir klar.

            Mich überzeugen die Hitzerekorde der letzten zwei Jahrzehnte, das einleuchtende Prinzip des Treibhauseffekts und mein Vertrauen in die wissenschaftliche Gemeinschaft.
            Oh, und eine Plausibilitätsüberlegung: Ich traue der Industrie die Fälschung/Verschleierung wissenschaftlicher Erkenntnisse sehr viel eher zu als den Wissenschaftlern selbst.

          • und die Wissenschafter neigen zum Selbstbetrug und bilden sich gerne etwas ein. So sind schon zahllose „Wissenschaftszweige“ verdorrt und einfach verschwunden. Und so wird es der Klimaapokalypse mit CO2 ergehen 🙂
            Es ist durchaus zum Lachen, wenn es auch nichts zu Lachen gibt.

          • „und die Wissenschafter neigen zum Selbstbetrug und bilden sich gerne etwas ein. So sind schon zahllose „Wissenschaftszweige“ verdorrt und einfach verschwunden.“

            WENN die Wissenschaftler zum Selbstbetrug neigen, wieso verschwinden zahllose Wissenschaftszweige dann wieder? Weil Wissenschaft eben nicht, wie von dir gerne behauptet, quasireligiösen Dogmen folgt, sondern in der Lage ist, ihre Irrtümer zu beheben, und das auch regelmäßig tut.

            Wie ein Schalker über die Erfindung der roten Karte freue ich mich über dein Eigentor. (So viel Genugtuung muss an einem Samstagabend schon mal sein.)

          • Oh, und eine Plausibilitätsüberlegung: Ich traue der Industrie die Fälschung/Verschleierung wissenschaftlicher Erkenntnisse sehr viel eher zu als den Wissenschaftlern selbst.

            Echt? Latif, der Klima-Papst Deutschlands höchstselbst stellt sich vor eine TV-Kamera und argumentiert, man könne sofort und zu 100 Prozent auf erneuerbare Energieerzeugung ausweichen und auf die konventionelle (bspw. Braunkohlekraftwerke) verzichten. Wir hätten schließlich einen Stromüberschuss, würden ja ins Ausland exportieren.
            Was natürlich stimmt, weil wir überschüssigen Strom eben nicht ausreichend speichern können.
            Und was er unseriöserweise so ganz nebenbei verschweigt ist, dass wir genau aus dem Grund auch Strom importieren, wenn er benötigt wird.

          • „Weil Wissenschaft eben nicht, wie von dir gerne behauptet, quasireligiösen Dogmen folgt, sondern in der Lage ist, ihre Irrtümer zu beheben, und das auch regelmäßig tut.“

            „Die Wissenschaft“ siehst du nur oberhalb von 10000 m. Unten auf dem Grund sind eher recht skurrile Menschen damit beschäftigt ihre Lieblingshypothesen zu kultivieren statt ihnen skeptisch gegenüberzustehen. Das ist rein menschlich und führt regelmässig zum Eindruck, dass Wissenschaftler eher Vertreter von Religion sind als der Wissenschaft. Auch die wirklich kritischen werden gerne kulthaft verehrt, was daran liegt, dass diese Leute dünn gesäht sind.
            Das Tolle an der Wissenschaft ist, dass die zahllosen Fehler ihrer Anhänger ihr selbst nichts anhaben können. Irrtümer verpuffen wirkungslos, während die Laienwelt von diesen immer an liebsten eingenommen wird.

          • „Latif, der Klima-Papst Deutschlands höchstselbst stellt sich vor eine TV-Kamera und argumentiert, man könne sofort und zu 100 Prozent auf erneuerbare Energieerzeugung ausweichen und auf die konventionelle (bspw. Braunkohlekraftwerke) verzichten.“

            Man muss in dieser Diskussion immer sehr genau aufpassen, was die Wissenschaftler sagen und was die Medien davon in das Volk tragen. Oftmals werden unscheinbare Nebensätze weggelassen, oder gleich das ganze Kleingedruckte.
            Ich glaube nicht, dass Latif behauptet hat, dass man sofort auf 100% erneuerbare Energieerzeugung ausweichen kann. Das ist eine Behauptung, die seit Jahren in den Medien kursiert und verschleiert, dass damit allein die elektrische Energie gemeint ist. Tatsächlich macht der Anteil elektrischer Energie am Gesamtenergieverbrauch nicht einmal 20% aus (Quelle: Holler/Gaukel „Erneuerbare Energien“, S. 23)

            „Wir hätten schließlich einen Stromüberschuss, würden ja ins Ausland exportieren.
            Was natürlich stimmt, weil wir überschüssigen Strom eben nicht ausreichend speichern können.“

            Wenn der Stromüberschuss aber um 1/3 über dem Eigenbedarf liegt, dann kann man nicht mehr von einer Grundsicherung reden. Elektrische Energie ist ein Hauptexportartikel Deutschlands, in dieser Höhe also nicht nötig. Und selbst wenn, wäre es eher sinnvoll, in vernünftige Speicher zu investieren, als ganze Landschaften über Jahrhunderte zu verwüsten – und am Ende doch nichts zu haben. Denn das Problem der Energiespeicherung ist damit ja nur verschoben und kommt irgendwann todsicher auf uns zu.

            „Und was er unseriöserweise so ganz nebenbei verschweigt ist, dass wir genau aus dem Grund auch Strom importieren, wenn er benötigt wird.“

            Kommt extrem selten vor und kann schon heute vernachlässigt werden. Im Gegenteil, vor einigen Jahren konnten wir in den Medien lesen, dass deutsche Produzenten ausländischen Kunden sogar Geld dafür GABEN, dass sie den überflüssigen Strom abnahmen.

          • „Ich glaube nicht, dass Latif behauptet hat, dass man sofort auf 100% erneuerbare Energieerzeugung ausweichen kann. Das ist eine Behauptung, die seit Jahren in den Medien kursiert und verschleiert, dass damit allein die elektrische Energie gemeint ist.“

            Wir können auch nicht sofort und zu 100% auf erneuerbare Stromerzeugung umstellen. Gut, technisch betrachtet können wir das schon, aber dann müssen wir uns von den Annehmlichkeiten des modernen Lebens verabschieden.

            „Wenn der Stromüberschuss aber um 1/3 über dem Eigenbedarf liegt, dann kann man nicht mehr von einer Grundsicherung reden. Elektrische Energie ist ein Hauptexportartikel Deutschlands, in dieser Höhe also nicht nötig.“

            Der Stromüberschuss entsteht durch die Produktion von Windkraft- und Solaranlagen zu Zeiten, in denen der Strom nicht gebraucht wird. Zu anderen Zeiten wiederum produzieren sie (fast) gar nichts. Der Überschuss wird also mit zunehmendem Ausbau steigen, während der Bedarf an konventionellen Kraftwerken zur Sicherung der Grundlast gleich bleibt.

            „Und selbst wenn, wäre es eher sinnvoll, in vernünftige Speicher zu investieren, als ganze Landschaften über Jahrhunderte zu verwüsten – und am Ende doch nichts zu haben. Denn das Problem der Energiespeicherung ist damit ja nur verschoben und kommt irgendwann todsicher auf uns zu.“

            Wenn man 100% EE anstrebt, dann ist das der Fall. Langzeitspeicher sind selbst in der günstigsten Variante (Pumpspeicher) ziemlich teuer; ihr Bau in der nötigen Größenordnung (ca. 50 GW für wenigstens zwei Wochen) wird den Strompreis neue Höhen erklimmen lassen. Alternativ kann man diesen Unsinn natürlich auch einfach sein lassen und auf 100% EE verzichten.

            „Im Gegenteil, vor einigen Jahren konnten wir in den Medien lesen, dass deutsche Produzenten ausländischen Kunden sogar Geld dafür GABEN, dass sie den überflüssigen Strom abnahmen.“

            Müllentsorgung kostet eben Geld, ist aber immer noch billiger als Speichern.

          • „Müllentsorgung kostet eben Geld, ist aber immer noch billiger als Speichern.“

            Bei zuviel produziertem Strom ist’s doch so, dass jene entsorgung nur funktionieren kann, weil eben die Abnhemer keine grüne EE Politik fahren.

            Währen die auch vom deutschen Unwesen besessen, dann gäbe es die Option gar nicht.

          • „Bei zuviel produziertem Strom ist’s doch so, dass jene entsorgung nur funktionieren kann, weil eben die Abnhemer keine grüne EE Politik fahren.
            Währen die auch vom deutschen Unwesen besessen, dann gäbe es die Option gar nicht.“

            Es ist sogar noch schlimmer: Wenn unsere Nachbarn die gleiche Energiepolitik hätten wie wir, dann würden wir uns gegenseitig mit „Strommüll“ zuschütten.

  7. Komisch, dass der antidemokratische Wind so auffallend häufig von Osten her weht:

    „Als gebürtige Ostdeutsche bringe ich eine große Sensibilität für Umbruchsituationen mit. Ich habe – wie viele andere in den so genannten neuen Bundesländern – gelernt, dass sich die Dinge rasant ändern können. Das geht mit einem Bewusstsein dafür einher, dass wir ständig etwas für das tun müssen, was uns in Deutschland wichtig ist: Freiheit, Demokratie und Wohlstand.“

    https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Kuenftige-FDP-Generalsekretaerin-Linda-Teuteberg-Alle-in-einer-Demokratie-sind-Profis

    “ Dort, wo schon viele Frauen sind, kann die Zielvereinbarung besonders ehrgeizig sein. Anderswo müssen erst einmal Frauen als Mitglieder geworben werden. Beides bedingt einander und hinzukommen muss ein mentaler, kultureller Wandel.“

    Klar und als nächstes kommt man mit gesetzlichem Zwang, die übliche Salamitaktik. Diese Frau Teuteberg will ihren „mentalen, kultureller Wandel“, das ist ihre Mission in dieser Zeit, die sie als „Umbruchsituation“ sieht. Ob das Zufall ist, dass sie aus Brandenburg kommt, aus der auch das antidemokratische „Paritätsgesetz“ stammt?

      • Das mit dem klassisch links-autoritär ist klar, das ist einfach DDR: all die ewiggstrigen Kommunisten, deren Partei „die Linke“ ist.

        Das mit der Begeisterung für rechts ist viel weniger leicht verständlich, kann „Hufeisen“ sein, kann von ganz früher stammen (was merkwürdig erscheint, bei der totalitären Kontrolle der DDR) oder gar Import aus dem Westen… Hier blicke ich nicht durch, du vielleicht?

        Bei Feminismus und Grünen ist es aber wieder einfach: das ist doch nur ein Re-Import für die Ost-Kommis, das ist doch genau auf ihrer Linie.

          • Ich glaube nicht, dass es eine Sehnsuch nach einer kulturellen Homogenität gibt. Ausser der nach Frieden und zivlen Umgangsformen der Höflichkeit und der Verlässlichkeit. Diese sind nämlich die Grundlagen für den Wohlstand. Und das ist eine der grossen Errungenschaften: der Wohlstand.

          • Ist das nicht ein Kennzeichen kultureller Homogenität? Dass man seine Mitmenschen versteht, dass sie die gleiche Erziehung genossen und die gleichen Erfahrungen gemacht haben? Dass man bei einer Feier nicht Dutzend unterschiedliche kulturelle Befindlichkeiten berücksichtigen muss?

          • Du hast nicht unrecht. Was die verschiedenen „kulturellen Befindlichkeiten“ betrifft, so habe ich den Eindruck, dass sie in der Realität eher als Auflockerung und Erweiterung betrachtet werden. Natürlich nur, wenn nicht missbraucht, um damit Politik zu machen.

            btw: Ein ganz grosser Wert „kultureller Homogenität“ bei uns ist ja, dass man alle Leute als gleich zu sich betrachtet. Dieser Egalitarismus fällt einem erst dann so richtig auf, wenn man andere Länder besser kennengelernt hat, wo es allzuhäufig absolut nur nach Sippe und sonstiger Gruppe geht! Da ist es schon grotesk, wenn all die Kritiker unser Gesellschaft ihr das unterstellen, was auf sie am allerwenigsten zutrifft, nämlich dass hier munter diskriminiert und unterdrückt werden würde. Dass es überall wesentlich schlimmer ist, wird konsequent und absolut ausgeblendet. Es wäre schon abartig, wenn diese falsche Kritik (die ja häufig nichts als nackter Hass ist) genau zu jener Tribalisierung und Sehnsucht nach identitärer oder sippischer Homogenität führen würde, der den Rest der Welt so zurückhält, wirtschaftlich und auch gerechtigkeitsmässig …

          • Ich finde kulturelle Vielfalt tlws. extrem nervig. Schon allein die ganzen Debatten um die Rolle des Islam in Deutschland und Europa. Als wären wir im Mittelalter.

  8. Poschardt wird sich sicher hüten zu erklären was er damit überhaupt meint, mit „liberalem Feminismus“.

    Wird sich um eine ähnliche Kreatur aus der Mythologie handeln, wie „liberaler Islam“ oder „liberaler Kommunismus“.

    Er denkt ja wahrscheinlich nicht an Leute wie Hirsaan Ali, sondern wohl eher daran, wie man Quoten durchsetzt und es ganz freiwillig erscheint. Die „Welt“ hat ja durchaus immer was für den Feminismus übrig — wenn es nur mehr oder minder hintenrum geht.“

    Und na klar – die patriarchale Weltverschwörung ist real!

    „Ältere Kolleginnen wie Präsidiumsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann äußerten Verständnis für Leutheusser-Schnarrenberger: „Wenn man dann 30 Jahre im Politbetrieb ist und merkt, dass Männernetzwerke sehr gut funktionieren, kann es zu einer gewissen Resignation kommen“, sagte Strack-Zimmermann WELT.“

    Ich glaube viel eher, dass Leutheusser-Schnarrenberger schon immer ein illiberaler Wolf im liberalen Schafspelz war und nicht erst neulich einen Wandel durchlebt hat. Die riesengrosse Zustimmung zum antidemokratischen Putsch mit dem „Paritegesetz“ kam sicher nicht wie „aus dem Nichts“, hier muss es schon lange antidemokratische „Strukturen“ (wie man so schön sagt) gegeben haben.

    • Im Grunde scheint mir in diesem Tweet das Problem recht gut dargelegt.

      Wir haben voll durchakademisiert.
      Wenn’s die Journale und Zeitungen nur oft genug verkünden, dann setzt der Tribalismus ein.

      Dann sollte man sich mal noch die Frage stellen, wie geil wohl unser (Unfug)Bullimielernsystem auf Leute oberhalb von, sagen wir mal 110 IQ Punkten, wirken mag, und ob die nicht systematisch sediert und aussortiert werden unter Zurhilfenahme verschiedener Mechanismen.

      Beatlesmania.
      Weitaus mehr als die hälfte aller Abschlüsse werden dann an Hysteriegefährdete vergeben.

      Glaubwürdiges Gemisch.

  9. Richard Herzinger über Teuteberg:

    „Die ganze Bandbreite der liberalen Programmatik wie auch die philosophischen Essenzialien des politischen Liberalismus hat sie intellektuell durchdrungen, weiß sie aber zugleich in präzisen, einprägsamen Worten wiederzugeben.“

    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article192571751/Linda-Teuteberg-Die-neue-liberale-Sachlichkeit.html

    Nein, das ist kein Sarkasmus. Teutebergs Illliberalismus wird von Herzi positiv gedeutet: „weg vom Geruch sektiererischer Alleswisserei und hin zu diskursiver Ernsthaftigkeit“.

    Technokratenjargon also ist „diskursive Ernsthaftigkeit“. Das liberale Gegenmodell ist „sektiererische Alleswisserei“.

    „Es könnte davon sogar ein Signal an die zunehmend verflachende politische Kultur in Deutschland insgesamt ausgehen.“

    Ja, die politische Welt soll völlig flach – wie eine Scheibe – werden…. 😀

    „Fraglich ist etwa, ob man der FDP ihren Anspruch abnehmen wird, die Klimaerwärmung rein marktwirtschaftlich aufhalten zu können – durch eine Erweiterung des Emissionshandels.“

    Natürlich nicht. Und es kommt auch nicht drauf an. Sondern, dass man mit der FDP keine Alternative mehr zu Weltuntergangspanik und demokratiefeindlichem Sexismus mehr hat. Die FDP wird mit der 5 % Hürde kämpfen müssen. Wer will die noch wählen, wenn sie das Gleiche macht wie die anderen?

  10. Der süddeutsche Beobachter ist sich sicher, dass die FDP nicht dem „Geist der Zeit“ das Wasser reichen kann und senkt den Daumen, die Grünen sind die neue liberale Partei!

    https://www.sueddeutsche.de/politik/gruene-liberalismus-fdp-1.4422755

    Denn „das grüne Projekt einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft in der Tradition von Ludwig Erhard“ (andere sagen in der Tradition von FDR) ist DAS DING und der „Griff nach dem liberalen Erbe von FDP und CDU.“

    Wo die Realität nicht hilft, da hilft die Phantasie:

    „Ein grüner Liberalismus würde sich dem feministischen Klischee des alten weißen Mannes als Ursprung allen Übels widersetzen. Er würde Brücken schlagen in einer Gesellschaft, in der sich die Menschen immer mehr durch ihre Identität, ihre Zugehörigkeit zu einer im Zweifelsfall benachteiligten Gruppe definieren.“

    Die Grünen werden hier ziemlich treffend kritisiert, aber der Autor scheint zu glauben, dass seine Rosskur-Kritik helfen wird und ein Wunder geschehen wird und die Grünen ihren Platz einnehmen werden, als Liberale. Sehr gewagt.

  11. Tja… der Widerstand der FDP gegen den Feminismusquatsch war das einzig Gute an ihr. Als Erbauung für die Fans der Mövenpick-Partei hier in diesem Forum:
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=49445
    Oder, wie Lothar Dombrowski einmal sagte:
    „Der König wollte die Krone nicht aus der Hand von Liberalen empfangen. Verständlich, denn unter den Liberalen waren ja damals schon so Lambsdorff-Gestalten, gerad‘ so wie heut‘. Steuerhinterzieher. Kleine Eierdiebe, die von einem absetzbaren Arbeitsessen zum nächsten gelatscht sind.“

  12. Auch gut. Haben Sie mir eine Entscheidung abgenommen. Jetzt werde ich eben definitiv keine FDP mehr wählen. Vorher bestand halt noch eine geringe Möglichkeit.

  13. „opfert er – und das ist für uns fatal – 70 Jahre transatlantische Partnerschaft“

    Ihr bei der FDP habt doch nur antiamerikanische Kacke im Kopf. Die „transatlantische Partnerschaft“ wird durch Deutschland gefährdet, nicht durch Trump.

    Und zu den über 3 % Wachstumsrate der US Wirtschaft hat die FDP wohl keine spezielle Meinung.

    Geht doch sterben!

    und das noch:

  14. „When the hurly burly’s done, when the battle is lost and won.“ (Macbeth)

    „arbeiten mit ganzer Kraft in der wunderbaren #FDP weiter.“

    Jenau, die Gleichmachung der FDP bez Klimawandel, Staatssozialismus, Westbindungskappung, Ausbau der zentralistisch-imperialen EU … ist ja auch entscheidener als Frauenquoten oder -flexiquoten.

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