FDP-Basis spricht sich gegen Frauenquote aus, FDP-Vorstand beschließt „Zielvereinbarung“ als Frauenquote light dennoch

Der Spiegel berichtet:

Mehr Frauen in Führungspositionen und mehr Mandatsträgerinnen, das will auch die FDP. Aber sie wollen eine starre Quote vermeiden. Deswegen führt die FDP nun sogenannte Zielvereinbarungen ein. „Dort, wo schon viele Frauen sind, kann die Zielvereinbarung besonders ehrgeizig sein. Anderswo müssen erst einmal Frauen als Mitglieder geworben werden“, erläuterte die designierte Generalsekretärin Linda Teuteberg im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Zielvereinbarungen wurden am Donnerstag vom Parteivorstand beschlossen. Sie gelten für die Bundes-, Landes-, Bezirks-, Kreis- und Ortsverbandsebene in der FDP.

Finde ich ja schon faszinierend: Da spricht sich die Basis gegen Quoten aus, wenn ich das richtig verstanden habe und der Vorstand drückt dennoch Zielvereinbarungen durch, an der Basis vorbei, wenn ich das richtig verstehe, die ja nichts anders als eine Quote mit anderem Namen sind.

Frauenanteil in der FDP ist schon lange sehr gering

Der geringe Frauenanteil in der FDP – derzeit nur 21,6 Prozent von 64.350 Mitgliedern- beschäftigt die Partei seit längerem. In einer eigenen Arbeitsgruppe wurde über ein Jahr lang über mögliche Auswege aus der Misere beraten. Auch die Frage, ob eine Quote eingeführt werden sollte, stand in der Diskussion, wurde aber letztlich verworfen. Auch viele Frauen waren dagegen, intern wurde sogar im Falle der Einführung einer Quote eine „Austrittswelle“ weiblicher Mitglieder befürchtet. Die hatte kürzlich die noch amtierenden Generalsekretärin Nicola Beer, die die Arbeitsgruppe leitete, erklärt. Die Quote würde den Frauen in der FDP nicht gerecht, zudem würde sie von jüngeren Frauen in der Partei umso energischer abgelehnt, erklärte sie.

Das ehrt die FDP-Frauen und hätte locker ein gewisses Alleinstellungsmerkmal gegeben. Es bestand eigentlich kein Anlass dafür, dass so ohne weiteres aufzugeben.

Nun sollen „Zielvereinbarungen“ Abhilfe verschaffen und mehr FDP-Frauen in Führungspositionen und in die Parlamente bringen. Das Modell habe den Vorteil, flexibel und individuell auf die Gegebenheiten vor Ort eingehen zu können, sagte die designierte Generalsekretärin Teuteberg.

Wenn jemand da Informationen hat, was der Unterschied zwischen der Quote und der Zielvereinbarung ist, dann wäre das interessant. Kann sie individuell ausgehandelt werden, also zB auf einen beliebigen Wert in dem jeweiligen Ortsverein gesetzt werden? Oder ist sie letztendlich nur ein anderer Name?

Die bayerische FDP hatte kürzlich auf einem Landesparteitag beschlossen, eine „Zielvereinbarung“ umzusetzen: So sollen die Kandidatenlisten auf den ersten beiden Plätzen für die Bundestags- und Landtagswahl paritätisch mit je einem Mann und einer Frau besetzt werden. Zudem hatte die bayerische FDP sich darauf verständigt, dass der Anteil der Frauen in den Ämtern der Partei auf ein Drittel ansteigen soll.

Wenn es quakt wie eine Ente, wenn es watschelt wie eine Ente….