Der Glaube an die vollständige Erziehbarkeit aller Menschen

Gerade hatte ich wieder eine Diskussion zu einem altern Thema, welches gerade bei Feministinnen gerne auftaucht:

Der Glaube an die vollständige Erziehbarkeit.

Der äußert sich so, dass man etwa anführt, dass Frauen nicht beigebracht werden sollte, sich gegen Belästigungen zu schützen, sondern Männern, sie nicht zu belästigen, und das der Umstand, dass Frauen nach wie vor nicht belästigt werden, zeigt, dass Männer nicht passend erzogen werden und da nachgebessert werden muss.

Der Gedanke, dass man eine ganze Gruppe erziehen kann und das diese dann gegen ein anderes Verhalten quasi immun sind, erstaunt mich immer wieder. Selbst ein gut erzogener Mensch kann letztendlich ein Arschloch werden oder eben diese Erziehung ablegen, wenn er zB merkt, dass er mit Rücksicht auf andere weniger erreicht oder merkt, dass Leute dieses Verhalten nicht belohnen oder die Kosten eines wesentlich schlechtern Verhaltens äußerst gering sind, es aber das Leben einfacher macht.

Die Idee, dass man den unabänderlich guten Menschen erziehen kann, erscheint mir doppelt abwägig, einmal weil eine Erziehung nie absolut ist und zum anderen, weil eine Gesellschaft nicht die Erziehung des Einzelnen und sein Umfeld kontrollieren kann.

Wer in eine problematische Peergroup gerät, der kann auch bei hoch anständigen Eltern Probleme haben, wer ein Psychopath ist an dem wird die Erziehung wenig ändern, aber auch starke Egoisten etc werden aus dieser ausbrechen.

Die Idee, dass der Staat bzw Lehrer etc Regeln vorgeben können und dann alle Menschen sich wohlverhalten erscheint mir so unglaublich naiv, dass ich nicht verstehe, wie man ihn wirklich vertreten kann.