Feministinnen fordern Lohn für Hausarbeit

Ein Thema, welches immer wieder hochkommt, sind Rechnungen wie viel die jeweilige Arbeit eines bestimmten Geschlechts wert ist. Dabei wird gerade von Frauen(verbänden) meist eine geradezu absurde Rechnung aufgemacht, bei der so getan wird als würde da eine Frau mit 20 Berufsabschlüssen arbeiten: Ein hochqualifizierter Koch, eine studierte Pädagogin, eine festangestellte Hauswirtschaftlerin, eine studierte Psychologin für die Carearbeit in der Beziehung etc.

Ich hätte eigentlich stark vermutet, dass ich da bereits einen Artikel zu habe, aber ich habe bei kurzem Suchen nichts gefunden. Also noch mal anlässlich des von Arne zitierten Artikels etwas zu den diesbezüglichen Fehlern. In dem Artikel heißt es:

Peter sagt: «Frauen sind ins Erwerbsleben vorgestossen. Aber finanziell unabhängig sind die meisten damit noch lange nicht.» Die Gesellschaft müsse einsehen, dass der «männliche Lebenslauf» kein Modell für alle sei. «Den Frauen wird gesagt: Geht arbeiten. Das ist besser, als daheim die Kinder zu hüten.» Dabei sei Kindererziehung doch sehr wertvolle Arbeit, sagt Peter.

(…)

Für Peter ist Lohn für Hausarbeit eine emanzipatorische Forderung. «Früher hiess es, Hausarbeit gehöre zur Natur der Frau. Hausarbeit ist Arbeit, sie hat nichts mit der Natur der Frau zu tun.» Gerade deshalb müsse die Gesellschaft diese Arbeit bezahlen.

Peter und ihre Mitstreiterinnen denken dabei auch an einen massiven Ausbau der Mutterschaftsversicherung (mindestens ein Jahr), Urlaube für die Pflege von Kindern und kranken Angehörigen sowie eine bezahlte Elternzeit. Ebenso stellen sie Direktzahlungen an Haushalte mit Kindern oder kranken Angehörigen zur Debatte. Würde man die ganze Arbeit in Haushalten mit Kindern zu marktüblichen Löhnen bezahlen, würde das etwa 7000 Franken im Monat kosten, sagt Anja Peter. «In diese Richtung sollte es gehen. Das wäre ein riesiger Befreiungsschlag für die Frauen!»

7000 Franken sind 6125 €. Eine groteske Summe, die die Frauen auf dem Markt nicht erzielen werden. Sicherlich sind die Löhne in der Schweiz eh höher als in Deutschland aber

Ähnliche Berechnungen gibt es auch aus Deutschland:

Etwa € 33.500,- kostet eine vollbeschäftigte Nanny umgerechnet im Jahr.

€ 4.700,- würde in etwa eine professionelle Reinigungskraft kosten.

€ 12.370,- zahlt man einem persönlichen Einkäufer.

€ 11.400,- würde ein Koch kosten, der jeden Tag für warme Mahlzeiten sorgt.

€ 3.560,- verrechnet eine Finanzplanerin für die Planung des Budgets, Überweisungen, etc.

€ 823,- würde Nelmes seiner Frau zahlen müssen, wenn sie ihn zu Business-Essen begleitet.

€ 1.180,- würde für die Reinigung der Wäsche veranschlagt werden.

 

Das entspricht einem Jahresgehalt von über € 66.000,- im Jahr, das eine Hausfrau und Mutter verdienen würde, wenn sie ihre Tätigkeiten als professionelle Dienstleistungen verrechnen würde.

66.000 € sind nur 5.500 € im Monat.

Aber dafür sieht man ganz gut, dass sie eigentlich eine einheitliche Haushälterinnentätigkeit auf mehrere Vollzeitjobs aufspalten und so tun als würden da diverse Profis arbeiten.

Was insbesondere nicht bedacht wird:

  • Die Frau betreut ihre eigenen Kinder mit, sie wächst ihre eigene Wäsche und die ihrer Kinder, sie isst ihr eigenes Essen und ihre Kinder essen auch mit, sie kauft für sich selbst und ihre Kinder ebenfalls mit ein, sie plant auch ihr eigenes Budget etc. Da wären wir schon mal bei einer Halbierung des Lohns
  • Er betreut die Kinder auch, kocht vielleicht auch ab und zu. Steht in Bereitschaft, wenn sie nicht kann, wäscht Wäsche und putzt. Er erbringt evtl die Arbeiten eines Handwerkers, eines Ungezieferbeseitigers, eines Müllentsorgers, eines Automechanikers, eines Rechtsanwalts oder eines sonstigen Vertreters bei Beschwerden, Reklamationen etc, er übernimmt Winterdienste und Gärtnerarbeiten, man könnte tausende Jobs finden, die auch der Mann erledigt. Mit denen könnte er natürlich aufrechnen.
  • Sie erwirbt im deutschen Recht zusätzlich Ansprüche auf Versorgungsausgleich und Zugewinn, sie zahlt beim „Vollversorgermodell“ keine Miete, keine Lebensmittel, keine Urlaubsreise etc, auch nicht für ihre Kinder.
  • Sie ist nicht weisungsabhängig, so dass bereits keine Angestellteneigenschaft vorliegt. Sie wäre demnach selbständig, so dass sie für das arbeitet, was der Markt hergibt und es ihre Sache ist, ob sie in einen für sich vorteilhaften Markt hereinkommt und wie viel Umsatz und Gewinn sie dort machen kann. Man kann dann nicht einfach den behaupteten Wert bestimmter Arbeiten abrechnen, wenn das Paket in dieser Weise gar nicht am Markt zu diesem Preis angenommen wird.
  • Dennoch sind gerade innerhalb der Ehe die zusätzlichen Pflichten des „Beauftragers“ enorm: Lohnfortzahlung ohne Erbringung der Gegenleistungen, im ersten Jahr ohne Pflicht eine Tätigkeit aufzunehmen, danach als Aufstockung über etwa ein Drittel der vorherigen Dienstzeit. Ab einer Vertragszeit von 25 Jahren sogar dauerhaft. In welchem anderen Job hätte man das schon?