Hat Pinkstinks seine weibliche Geschäftsführerin nicht bezahlt und einen Gender Pay Gap?

Ein interessanter Artikel bei Pinksstinks:

Nachdem sie selbst in den letzten Wochen eingestand, dringend Luft holen zu müssen, haben wir sie erst mal vier Wochen in eine Pause geschickt. In dieser Zeit übernehmen Ariane und ich Koordinationstätigkeiten und Presse. Da fehlt natürlich viel und Stevie sagte selber: Wenn sie wiederkommt, wird sie nicht so weiter arbeiten können wie früher.

Die Krise hatte sich in dem hier besprochenen Artikel ja bereits angekündigt. Stevie – gute Besserung für sie – hatte da quasi toxische Männlichkeit gelebt und sich überfordert.

Das Interessante: Anscheinend wurde sie dafür nicht bezahlt:

Das Problem: Wir haben zurzeit vier finanzierte Teilzeitstellen, Stevie selbst war nie bei Pinkstinks angestellt. Sie generierte durch ihre Expertise honorierte Vortragsanfragen und Publikationen. Aber auch die konnte sie in den letzten Monaten vor Überlastung immer weniger wahrnehmen und der Druck, zu aller Arbeit zusätzlich zu reisen, war verrückt.

Das Team bei Pinksstinks wird hier dargestellt. Für Stevie ist vermerkt:

Dr. Stevie Meriel Schmiedel, Deutsch-Britin, ist promovierte Dozentin für Genderforschung und lehrte zuletzt an der Universität Hamburg und der Hochschule für Soziale Arbeit (Rauhes Haus). Sie hat zwei Töchter und ist 1. Vorstandsvorsitzende, Geschäftsführerin und Pressesprecherin bei Pinkstinks.

Ihren Job an der Uni hatte sie anscheinend nicht mehr, sie war Geschäftsführerin und Pressesprecherin (und wie im Impressum ersichtlich auch erste Vorsitzende) des Vereins. Anscheinend ohne Gehalt.

Chefredakteur ist dann ein Mann, Nils, mit 20 Stunden, organisatorische Geschäftsführerin eine Frau mit ungeklärter Stundenzahl. Ein männlicher Redakteur hat dann wieder 30 Stunden. Dann noch eine Frau für Recherche und eine Frau für die Theaterpräventionsarbeit.

Anscheinend hat Pinkstinks hier eine Frau ausgebeutet, die den Job der Vorsitzenden kostenlos mache durfte, sich dafür vollständig überarbeitete.

Wir wissen, dass wir gerade erst um Geld gebeten haben – es kamen rund 4.500 Euro für Beratungstage für uns zusammen, für die wir uns ganz herzlich bei euch bedanken möchten! Was wir aber brauchen, sind regelmäßige Förder*innen, damit wir eine weitere Stelle einrichten können. Stevies Stelle muss finanziert sein, damit wir sie in Krankheitsfällen ersetzen oder sogar durch eine weitere halbe Stelle ergänzen können, die für sie recherchiert, Texte vorschreibt und Social Media übernimmt. Egal, wie es weiter geht – auf Stevies Hochleistungsmodus werden wir erstmal verzichten müssen. Hauptsache, ihre Expertise bleibt uns erhalten, ihre Strategie- und Kampagnenschläue, mit der wir schon so weit gekommen sind. Das hoffen wir.

Ich verstehe das so, dass sie die kostenlose Arbeit von Frau Schmiedel durch eine bezahlte Arbeit ersetzen wollen und dafür Geld brauchen.

Eigentlich ja ein starkes Stück für eine feministische Aktion, die sich gegen Geschlechterbenachteiligung ausspricht.

Zumal dann der Chefredakteur, also ein Mann, zumindest für einige Zeit der bestbezahlte Mitarbeiter gewesen sein dürfte. Also vermutlich auch noch ein Gender Pay Gap. Auf meine diesbzügliche Nachfrage hat man leider nicht reagiert.

Und wenn sich Stevie Schmiedel da in Vollzeit aufgerieben hat, wie hat sie dann eigentlich ihr Leben finanziert und das ihrer zwei Kinder?

Gerade da sie um weiteres Geld bitten würde es sich aus meiner Sicht schon gehören, wenn sie darlegen würden, ob Stevie anderweitig Geld über Vorträge etc vom Verein erhalten hat. Dann wäre die Angabe etwas irreführend.
Ich würde es auch interessant finden, wenn die Mitarbeiter dort tatsächlich beständig den Gender Pay Gap etc anprangern und dann bei einem Verein arbeiten, bei dem die hochgradig aktive Geschäftsführerin nicht bezahlt wird (und damit dazu beiträgt, dass Frauen schlechter verdienen bzw dieses Bild reproduziert)

Wer da näheres hat: Ich bin interessiert.